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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Weiter so?
Die Freischwimmerin von Preethi Nair
Vor vielen Jahren hab ich die Bücher von Preethi Nair sehr gerne gelesen, weshalb ich ihren neuesten Roman auch lesen wollte. Wie ihre früheren Leserinnen ist auch die Autorin älter geworden, weshalb ihre "jüngste" Protagonistin auch nicht mehr so jung ist, wie jene in den älteren Büchern.
Anhand ihres 40jährigen Hochzeitstages, bei der ein grosses Fest für sie organisiert wird, inklusive Zeremonie im Tempel, die sie nie hatte, fragt sich die 59jährige Bhanu, ob sie ehrlich aus ganzem Herzen diese Zeremonie durchstehen kann und sie damit ihr Ehegelöbnis erneuern will. Während dies für ihren Mann, der öfters fremdging, kein Problem darstellt und er wohl ohne mit der Wimper zu zucken mitmachen würde. Doch Bhanu trauert ihrem Leben und den damit verbundenen Möglichkeiten nach.
Nach diesen ersten Überlegen erzählt sie ihr Leben von Anfang an bis zu dem Punkt, an dem sie kurz vor der Zeremonie steht.
Man versteht wie Bhanu so wurde wie sie ist. Eine indische Frau, die ihre indischen Traditionen lebt, obwohl ihr diese selbst oft zuwider waren. Sie hat alles geschluckt, nicht nur 40, sondern 59 Jahre, also ihr ganzes Leben lang. Doch nun ist der Zeitpunkt an dem sie nicht mehr kann und sie weiss, dass sie sich nun entscheiden muss, wie sie die verbleibenden Jahre verbringen will.
Bhanu trauert auch ihrer vergangener grosser erster Liebe nach. Immer noch ist diese Hoffnung in ihr, dass ihr Leben mit dem anderen glücklicher verlaufen wäre und vielleicht, wenn sie sich nur trauen würde, es auch jetzt endlich zum Happy End kommen könnte - nicht nur in ihren Selbstgesprächen mit ihm, ihr geheimes inneres Parallelleben sozusagen. Statt eben jenem Happy End, ist sie seit 40 Jahren mit ihrem Ehemann zusammen. Diese jahrzehntelange Beziehung forderte sie heraus, mittlerweile sind sie im besten Falle noch Freunde. Ihr wurde übel mitgespielt, Bhanu liess es geschehen. Sie versteckt sich seit jeher und sagt nichts, geht nicht aus sich raus, sagt ihre Meinung nicht, nur um andere nicht zu verschrecken oder noch böser werden zu lassen.
Bhanus Verhalten liefert viele Denkanstösse. Preethi Nair zeichnet Bhanus Leben akkurat nach, so dass man als Leserin ihre Verhaltensweise teilweise verstehen kann, viele Entscheidungen aber nicht. Bis zum Ende bleibt es nicht nur für die Leserinnen, sondern auch für Bhanu offen, wie es weitergeht. Es ist eine ruhige Geschichte, deswegen nicht uninteressant und bietet einen Einblick in die indische Kultur, bzw. in jene der Inder, die nach Grossbritannien eingewandert sind.
Einzig die Szenen in Tansania hätten für mich irgendwo sein können, dort fühlte ich mich noch immer wie in Indien, denn aufgrund der Beschreibungen waren diese Szenen irgendwie staatenlos.
Fazit: Ein Roman über eine Inderin, die immer eine Aussenseiterin war und es doch allen recht machen wollte.
4 Punkte.
Todesengel auf Gerechtigkeitssuche
Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens von Pierre Martin
Ich bin mir noch nicht sicher, was ich von der neuen Krimi-Reihe von Pierre Martin halten soll. Wie "Madame le Commissaire" ist "Monsieur le Comte" super ausgebildet und braucht seine speziellen Fähigkeiten aber nur in gewissen Situationen. Viel mehr als an die Kommissarin - die übrigens einen kurzen Gastauftritt hat - erinnert mich Lucien an Yann Solas Perez, auch Restaurantinhaber aus Leidenschaft, aber sein Hauptjob ist ein anderer.
Perez ist Schmuggler, Monsieur le Comte Lucien de Chacarasse Auftragskiller.
Zumindest wenn es nach seinem Vater und seinem Onkel Edmond geht. Lucien hätte nie gedacht, dass der erste Auftrag so kurz nach dem Tod seines Vaters eintrifft. Denn töten will er nicht, so viel steht fest. Wie er diesen und auch die folgenden Aufträge managt, erleben die Leser und Leserinnen hautnah und unterhaltend mit. Mental unterstützt wird Lucien von der Haushälterin Rosalie, tatkräftig von Sekretärin Francine.
Nur mit dem ungeliebten Onkel Edmond läuft es nicht so gut. Der scheint an der Familientradition festzuhalten, kein Wunder, denn Edmond kassiert ordentlich ab. Doch auf den letzten Seiten gelingt es Lucien Edmond zu zeigen, dass mit ihm nicht zu spassen ist und man ihn nicht unterschätzen sollte.
Bis dahin ist "Monsieur le Comte und die Kunst des Tötens" ein mal etwas anderer, skurriler und sehr unkonventioneller Krimi, angesiedelt in Villefranche in der Nähe von Nizza an der Côte d'Azur. Ein Krimi, bei dem es nicht um die Auflösung von Straftaten geht, sondern um die Vermeidung derselbigen - im besten Fall so gelöst, dass die bösen Auftraggeber selbst bestraft werden.
Monsieur le Comte Lucien ist auf seine Art sympathisch, manchmal leicht abgehoben und im Grundsatz einfach ein Mann, der trotz perfekter Kinderstube und durchaus mit genügend Misstrauen ausgestattet, den Reizen schöner Frauen nicht widerstehen kann.
Die vielen "Aufträge" machen den Krimi sehr abwechslungsreich und schön schwarzhumorig. Wer nicht zum Schmunzeln kommt, ist selber schuld. Doch ich frage mich, wie Lucien dem Familienmotto in den nächsten Bänden treu bleiben kann. Lucien ist ein Todesengel auf Friedensmission, bzw. auf Gerechtigkeitssuche. So wie die Fälle hier ablaufen kann es nicht reihenweise weitergehen, sonst würde es schnell langweilig. Für zwei Bände kann es so funktionieren, aber ich frage mich, ob Pierre Martin auf diese Weise die Leserschaft auf längere Sicht bei der Stange halten kann. Deshalb bin ich auf die nächsten zwei Bände gespannt.
Fazit: Töten oder nicht, das ist hier die Frage. Lesen oder nicht, hingegen keine. Das Vergnügen diesen ersten Band zu lesen, sollte man sich gönnen.
4 Punkte.
Schöne Herbstlektüre
Neubeginn im kleinen Strickladen in den Highlands von Susanne Oswald
Nach dem Tod ihrer Mutter wird Amely von Maighread nach Callwell geholt, damit sie sich bei ihnen erholen kann. Langsam geht es ihr wieder besser, doch sie kann sich nicht vorstellen, jemals wieder Wolle zu färben. Zurück in ihr altes Leben möchte sie auch nicht. Für eine Beziehung mit Peter fühlt sich Amely auch nicht bereit, obwohl jeder sieht, dass die beiden sich lieben.
Zum Glück befindet sich Amely in Callwell, denn Maighread, Chloe, Joshua, Scott und die drei Grossmütter lassen Amely nicht im Stich und führen sie langsam wieder aus der Trauer heraus, so dass Amely nicht mehr nur träumen, sondern ihre Träume bald auch umsetzen kann.
Mir hat dieser vierte Band besser gefallen als der dritte. Die Geschichte um Amely hat zwar keine grossen Höhen und Tiefen und ist vorhersehbar, aber sie ist einiges gefälliger als in "Neues Glück". Am Ende steht ein "Neubeginn in den Highlands" bevor, aber anders als der Titel es sagt, nicht direkt im kleinen Strickladen.
Den Strickladen würde ich aber definitiv gerne besuchen - all die Wollkostbarkeiten, die Maigread so glustig in ihrem Laden anbietet, würde ich gerne anfassen, um zu schauen, ob sie wirklich so kuschlig weich und die Farben so schön sind. Und vielleicht würde sie mich sogar dazu überreden, wieder einmal die Stricknadeln in die Hände zu nehmen.
Diese Fortsetzung lässt sich locker an einem herbstlichen Nachmittag lesen. Susanne Oswalds gemütlicher und flüssiger Schreibstil setzt sich auch in diesem Band durch. Gerne würde man den Frauen beim Stricken zuschauen oder ihnen beim Färben der Wolle helfen.
Fazit: Eine schöne Herbstlektüre für alle Strick- und Wollfans.
4 Punkte.
Einblick in Frankreichs Kochtöpfe im 19. Jahrhundert
Neubeginn im kleinen Strickladen in den Highlands von Susanne Oswald
Erst dachte ich ja, dass diese Reihe in der Gegenwart stattfindet - auf dem Klappentext und auf den ersten Seiten weist nichts darauf hin, dass "Lebe deinen Traum" eben doch ein historischer Roman ist. Zudem war die Sprache so modern, dass man auch später, wenn man die Zeitspanne kennt, nicht merkt, dass die Story vor über 120 Jahren, ab 1880, am Canal du Midi in der Nähe von Carcasonne angesiedelt ist.
Ich hätte mir eine an die Zeit angepasste Sprache gewünscht.
Fabienne liebt es mit ihrer Mutter zu kochen und die Schiffer zu verköstigen. Doch bald schon steht sie allein am Herd und wird immer unglücklicher. Nicht wegen dem Kochen, nur wegen den Umständen. So wundert es auch nicht, dass sie sich bald auf und davon macht.
Bis dahin plätschert der Roman vor sich hin. Erst als ein zweiter Erzählstrang beginnt, der sich um eine "Flamencotänzerin" dreht und sich Fabienne mit ihr anfreundet, wird die Geschichte temporeicher. Ab da konnte ich dann den Roman auch kaum mehr aus der Hand legen.
Fabienne kommt ziemlich rum im Lande und gemeinsam mit ihr lernen wir die Geschichte der kochenden Frauen in Frankreich kennen. Das Land ist berühmt für ihre Champagner-Witwen, aber dass damals Frauen und Mütter, die "mères", für ihre Küche bzw. Restaurant bekannt waren und ausgezeichnet wurden, war mir nicht bekannt.
Alles rund ums Kochen fand ich sehr interessant, auch alles Historische rund um den Kanal. Andere Dinge konnten mich aber nicht überzeugen. Jemand, der bloss ein paar Wochen Flamencounterricht genommen hat, ist nicht in der Lage vor Publikum aufzutreten und regelmässig schon mal gar nicht. Da mag die Begabung noch so gross sein, das ist schlicht nicht möglich in so kurzer Zeit. Die Figur der "Tänzerin" ist eh schwierig. Anfangs mochte ich sie, doch dann ganz schnell nicht mehr. Ich bin gespannt, ob ihr ihre Art nicht bald im Wege steht und zum Verhängnis wird.
Zum Glück ist Fabienne um einiges sympathischer und auch viele ihrer Weggefährten sind interessante Figuren.
Trotz meiner Kritikpunkte habe ich Fabienne gerne auf ihren Fahrten auf dem Kanal, auf der Aude und auf sämtliche anderen Reisen begleitet und litt und fieberte an bestimmten Stellen mit ihr mit. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und ob ihre Träume und Wünsche eines Tages in Erfüllung gehen.
Fazit: Ereignisreicher Auftakt und unterhaltende Reise durch Frankreichs Küchen mit "Mademoiselle bon appétit".
4 Punkte.
In den Schreibergärten Berlins
Amsel, Drossel, tot und starr von Mona Nikolay
Der zweite Band der "Manne Nowak"-Reihe beginnt ruhig, doch dann genauso wie das Lied, von dem der Titel abgewandelt wurde", dreht der Krimi auf einmal auf und Manne und Caro sind mitten drin in ihrem neuen Fall.
In einem benachbarten Schrebergarten brennt es plötzlich - in der Parzelle eines Vorstandsmitglied, den niemand mag.
Schmittchen, der Präsident der Vorstands, bittet Manne und Caro um Hilfe - und da wissen sie noch nicht, dass sie es mit einem Mord zu tun haben.
Doch auch diesen Fall lösen die beiden mit Bravour. Und der hat es in sich. Dieser Maik Reuter war ein komischer Zeitgenosse. Doch nach und nach kommen mehr Details zu seinem Leben ans Licht und somit auch mögliche Tatmotive und Verdächtige.
Natürlich kommen Caro und Manne dem Lohmeyer in die Quere, doch unsere beiden Detektive lassen sich von ihm nicht einschüchtern und bieten Paroli. Ausserdem haben die beiden immer mehr Freunde bei der Polizei.
Mona Nikolay macht es auch dieses Mal spannend. Von Seite zu Seite erfährt man mehr, wird in seinen Vermutungen zum Teil bestätigt, aber noch öfters überrascht. So macht es Spass in Berlins Strassen und Schrebergärten herumzustiefeln und den Fall zu verfolgen.
Fazit: Nicht nur das Cover ist toll und ansprechend, auch der Inhalt. Interessant und amüsant zugleich!
4 Punkte.
Geisterjagd auf Higher Barton
Tote morden nicht von Rebecca Michéle
Endlich hätte ich mal ein Buch, das zu Halloween passt. Denn im sechsten Band der "Sandra Flemming"-Reihe mietet sich eine Gruppe Geisterjäger ins Hotel ein. Eine perfekte Ende-Oktober-Lektüre also.
Die alten Gemäuer seien perfekt, um Geister zu entdecken, meint die Organisatorin dieser Geisterwoche.
Sandra und ihre Mitarbeiter sind sehr kritisch, aber die Gäste sollten trotzdem korrekt behandelt werden. Nicht allen fällt das gleich leicht.
Erst recht nicht, als jemand einen Geist zu sehen scheint und der noch öfters auftaucht. Als dann jemand stirbt, sind zwar alle schockiert, aber niemand ist wirklich überrascht.
Dieser Fall machte Spass - auch wenn ich ähnliche Gedanken wie das Higher Barton Team hege und mit ihnen denke, dass ein Lebender und nicht ein Geist für den Mord verantwortlich ist. Den oder die Täter*in zu suchen ist eine grosse Herausforderung für Sandra, DC Christopher und die weiteren Akteure.
Miteinbezogen wurde auch die Geschichte von Eveline Tremayne, wozu es bereits einen Roman gibt: "Das Flüstern der Wände". Erstaunt hat mich, dass Sandra davon, also über Evelins Geschichte, nichts weiss.
Weniger erstaunt war ich über das eine verspätete Gästepaar namens Smith. Ich amüsierte mich köstlich über Sandra, die alles anders als erfreut über die beiden war. Man könnte fast Mitleid mit Sandra haben, da sie ihnen gegenüber derart misstrauisch ist, jedoch sorgen diese Szenen bei langjährigen Higher-Barton-Leser*innen für einige Schmunzler. Das hat Rebecca Michéle richtig gut gemacht!
Fazit: "Tote morden nicht" ist ein gelungener und typischer "Whodunit"-Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich wurde gut unterhalten und hatte meinen Spass bei dieser unterhaltenden Geisterjagd.
4 Punkte.
Gerechtfertigtes Misstrauen?
Je süßer das Gift von Mary Ann Fox
In diesem achten Band begleiten wir Mags Blake zu den schönsten Gärten in Südengland. Als Gartenexpertin soll sie die Reiseleitung unterstützen. Kaum sieht Mags die ersten Reiseteilnehmer beim Einchecken ins Hotel, merkt sie, dass einige Teilnehmer ein wenig schräg drauf sind. Das kann ja heiter werden - oder eben auch nicht, denn schon der erste Abend scheint ein Streit den Beginn des Endes einzuläuten.
Anstatt die Gärten und die tollen Hotels zu geniessen, geht es Schlag auf Schlag weiter, bis dann das Ende recht unerwartet schnell daher kommt. Mags war zwar am Anfang und zwischendurch misstrauisch und glaubte nicht, dass gewisse Dinge bloss Zufall sind. Doch als gute Ermittlerin hätten bei ihr bei einigen Szenen Blinklichter angehen und weiter verfolgen müssen, doch die hakte sie ab, als ob sie gar nichts bemerkt hätte.
Es scheint lange auch so, als ob Sam zuhause der Einzige ist, der in diesem Band richtig ermittelt - Esswaren kommen weg und eine Wirtin bittet Sam um Unterstützung. Dieser Strang war nett, bis Mags nach Hause zurück kommt.
"Je süsser das Gift" hat mich zwar gut unterhalten, aber mir wird die Reihe langsam zu banal. Gut, um einfach mal so nebenbei zu lesen, weil man die Figuren schon kennt, aber mehr ist aktuell nicht mehr drin.
Die Auflösung kam auch hier urplötzlich auf den letzten Seiten, wie aus dem Hut gezaubert. Als Leserin möchte ich gerne die Ermittlungen verfolgen und nicht am Ende einfach so auf dem Silbertablett die Auflösung präsentiert bekommen.
Fazit: Zwar unterhaltend, aber ohne Spannung.
3.5 Punkte.
Abenteuer in Costa Rica
Sommer im Paradies von Karen Swan
Von Costa Rica hat mir vor vielen Jahren eine damalige Bekannte erzählt, die ein Jahr vor Ort war. Ich war begeistert von den Fotos und ihren Berichten und dachte mir, wenn ich mal nach Südamerika reisen würde, dann nach Costa Rica. Doch bisher hat es noch nicht geklappt mit einer realen Reise. Als ich sah, dass "Sommer in Paradies" in Costa Rica spielt, wusste ich, dass ich es lesen muss, damit ich wenigstens lesend nach Costa Rica komme.
Der grösste Teil des Romans spielt in Costa Rica, doch am Anfang sitzen wir noch in London und bekommen mit, wie Tara und ihre Freundin Holly Medizin studieren und zudem im Spital arbeiten. Tara ist mit Alex zusammen, sie möchte ihn nun endlich ihren Eltern vorstellen.
Jahre später möchte sich Tara auf Costa Rica erholen, dort wo sie schon als Kind mit ihrer Familie oft war. Zusammen mit ihrem aktuellen Partner Rory, ihrer langjährigen Freundin Holly und deren Familie. Doch Tara ist mit Leib und Seele Kinderärztin, weswegen sie den Sohn eines Bekannten untersuchen möchte, obwohl sie Urlaub hätte. Sie sieht schnell, dass der Junge sehr krank ist und möchte ihn für genauere Untersuchungen in ein Spital bringen. Doch da im Dorf die Meinung des Schamanen wichtiger ist, wird auf ihn gehört. Tara bricht es das Herz und sie weiss, dass die Zeit knapp ist, weswegen sie auf eine gefährliche Idee kommt. Kurze Zeit später steht Alex vor ihr...
Die ist aber längst nicht die ganze Geschichte, es passiert so einiges. Die Autorin bringt eine knisternde Atmosphäre aufs Papier, nicht weil eine Liebesgeschichte sehr präsent wäre, sondern weil viele Abenteuer auf die Charaktere warten.
Auch die Leserinnen werden durch Karen Swans lebendigen und farbenfrohen Schreibstil direkt in den Dschungel geholt. Es gab eine Situation im Buch, die ich viel zu dramatisch und völlig unnötig fand - und ich würde sie noch immer blöd finden, wenn es viel später nicht eine sehr gute Begründung dafür gegeben hätte. Es macht also alles Sinn, was vorkommt. Die faszinierende Handlung beinhaltet neben den vielen zu bestehenden Abenteuern unter anderem Natur- und Umweltschutz, moderne Medizin gegen traditionelle Medizin, ein bisschen Lovestory und vieles mehr.
Neben Tara und Alex gibt es etwa zwei Handvoll weitere wichtige Charaktere - man weiss nie, welchen man trauen kann und welchen nicht. Dies macht die Story gleich noch spannender, denn man weiss nie, was als Nächstes passiert.
Fazit: Absolut faszinierender und fesselnder Abenteuerroman mit Costa Rica als Schauplatz - sollte man lesen!
5 Punkte.
Fische und Fischer
Himmel über dem Salzgarten von Tabea Bach
Diesen zweiten Band habe ich gleich anschliessend an den ersten Band gelesen. Das war perfekt, so musste ich von den verschiedenen Charakteren und La Palma noch keinen Abschied nehmen.
Eigentlich läuft gerade alles gut: die Beziehung mit Alvaro, Julias Restaurant und einiges mehr. Doch dann kommt mal wieder Jens, Julias Bruder, ins Spiel - jedesmal, wenn er auftaucht gibt es Probleme, das kennt man ja schon aus dem ersten Band.
Die Alarmglocken leuchten bei den Leserinnen jedenfalls schnell auf, wenn er wie ein Elefant im Porzellanladen - in einer Szene, in der er nichts zu suchen hat - seinen ersten Auftritt in diesem Band hat.
So eine kleine Insel ist unter anderem abhängig von einer ausgeglichener Unterwasserwelt, weshalb Naturschutz und Klimaschutz wichtig sind. Jens allerdings ist anderer Meinung, was nicht erstaunt. Die Ausmasse seiner neuesten Geschäftsidee hat Jens aber nicht durchdacht. Dass er nicht nur die Unterwasserwelt vor der Insel, sondern auch den Salzgarten, das Wohlbefinden der Inselbewohner und langfristig auch den Tourismus aufs Spiel setzt, ist ihm egal. Hauptsache, es gibt schnelles Geld. Dass er solch eine grosse Sache nicht alleine bewerkstelligen kann, versteht sich von alleine. Bis aber Julia, Alvaro und ihre Freunde Jens und seinen Kompagnons auf die Schliche kommen, vergeht Zeit. In welcher sich Julia auch noch um einen Fischhändler kümmern muss, weil sie im "Flor de Sal", ihrem Restaurant, frischen Fisch anbieten möchte.
Somit herrscht gerade Aktion pur auf La Palma, langweilig wird es niemandem. Es gibt ein Wiedersehen mit Emil, der sich erst bockig und später sehr erwachsen zeigt und mit Amelie, die Julia unter die Arme greift. Während Alvaro sich hier ziemlich zum Macho aufspielt, bleibt "El Aleman" Jens ein Scheisskerl. So sehr, dass seine Freundin Tanja, eine enorm positive Entwicklung an den Tag legt.
Im Roman war reichlich Spannung vorhanden und das Thema Naturschutz wurde toll verarbeitet. Es war interessant, die Neueröffnung vom "Flor de Sal", und wie es damit und mit Julia und ihren Freunden weitergeht, zu erleben. Tabea Bach sorgte für viele Überraschungen, die dem Roman Würze geben. "Himmel über dem Salzgarten" hat mich sogar noch mehr gefesselt als der erste Band (und der hat mir ja schon sehr gut gefallen).
Auf den Ende September erscheinenden Kurzroman, in dem Alvaro an Weihnachten überraschenden Besuch bekommen soll, muss ich ja nicht mehr lange warten - ich freu mich drauf.
Fazit: Ein sehr spannender zweiter Band, da kann man nur begeistert sein!
5 Punkte.
Fast vor Ort gelesen
Sonne über dem Salzgarten von Tabea Bach
Da mir Bücher der Autorin unter anderem Namen, die ich gelesen habe, gut gefallen haben, wollte ich schon lange mal einen "Tabea Bach"-Roman lesen. Der Auftakt ihrer neuen Salzgarten-Reihe erschien mir deshalb eine gute Wahl.
Als ich dann das Cover von Tabea Bachs neuem Roman sah, wusste ich, dass ich diesen Roman nicht einfach so lesen, sondern für meine Ferien auf einer der Kanaren-Inseln aufsparen werde.
Da gibt es, das weiss ich von einem früheren Besuch, nämlich auch einen Salzgarten - und der und La Palma ganz in der Nähe zu haben, erschien mir als perfekter Lese-Ort.
Ich speiste während meinen Ferien zwar nicht in einem Sternerestaurant, doch Protagonistin Julia, arbeitet im Laufe der Geschichte ja eh nicht mehr in solch einem Edelschuppen, sondern zieht nach La Palma, um nicht nur in der Nähe ihres Neffen Emil zu sein, sondern viel später ein kleines, feines Restaurant zu eröffnen. Ein eigenes Restaurant, wohlgemerkt, ihr eigener Chef sein, anstatt für andere Sterne einzuholen.
Tabea Bach schildert Julias Geschichte, wie sie Emil findet, wie auch die Abläufe im schicken Restaurant, in dem sie in München arbeitet, glaubhaft. Ich konnte es fast nicht abwarten, bis sie endlich nach La Palma gelangt. Dort angekommen muss Julia sich erst mal über ihren furchtbaren Bruder Jens aufregen. Trotzdem versucht sie die Zeit auf der Insel zu geniessen und lernt in der Markthalle schnell Leute kennen. Doch die Inselbewohner sind ihr nicht alle wohlgesinnt, vor allem als herauskommt, wessen Schwester sie ist.
Als Julia beginnt, sich für eine nicht mehr betriebene Finca zu interessieren, begegnet ihr noch mehr Argwohn. Auch aus Alvaro wird sie nicht schlau - sie würde ihn gerne besser kennenlernen, er sie wohl auch, aber da ist noch etwas, was ihn belastet. Und nicht nur er, auch andere Palmeros machen daraus ein riesiges Geheimnis.
Im Laufe des Romans lernt man einiges über das Leben auf der Insel und deren Bewohner kennen, was mir gut gefallen hat. Auch die Charaktere werden vielfältig gezeichnet. Mürrische, aber auch herzliche Palmeros kommen genauso vor wie mürrische und herzliche Deutsche. Leider ist aber auch eine Figur dabei, die zumindest bei mir den Titel "unsympathischste Romanfigur 2022" tragen wird: Jens, Julias Bruder. Kein Wunder, laufen alle davon, wenn von ihm die Rede ist. Julia mochte ich hingegen gut. Eine hilfsbereite Frau, die sich nicht davor scheut, selbst eine Hand zu reichen, wenn es notwendig ist. Und die sich bei der vielfältigen Arbeit im Salzgarten genauso wohl fühlt wie in ihrer Küche. Nur ihre schnell entfaltenden Gefühle für Alvaro fand ich nicht ganz so stimmig - da fehlten mir noch einige Treffen der beiden in trauter Zweisamkeit, um ihr das abzunehmen.
Auch wenn es mir einige wenige Missverständnisse und Geheimnisse, über die lange geschwiegen anstatt sofort angesprochen wurde, zu viel hatte, ist "Sonne über dem Salzgarten" ein vielversprechender, toller Auftakt, den ich sehr gerne gelesen habe und mich zwischen den 368 Seiten auch sehr wohl gefühlt habe.
Fazit: Eine sehr schöne Geschichte mit einigen kleinen Mängel, über die ich aber gut hinwegsehen kann, weil dafür alles andere sehr stimmig und glaubhaft zu Papier gebracht wurde. Vielleicht bin ich auch gerade grosszügig mit meinen fünf Punkten, weil ich die Lektüre in meinen Ferien (fast) vor Ort sehr genossen hatte.
5 Punkte.










