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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Marie aus E.:

Spannend und wohltuend "normales" Ermittlerteam

Wisting und der Tag der Vermissten von Horst Jørn Lier

Wisting ist ein eher unaufdringlicher, zurückhaltender Krimi.
Der Ermittler, Wisting, kann mit einem alten Fall einfach nicht abschließen. Seit 24 Jahren wälzt er die Akten, die er inzwischen mit nach Hause genommen hat und zum Jahrestag des Verschwindens von Katharina Haugen trifft er sich immer mit ihrem Ehemann.

..

Was zuerst gemächlich beginnt, steigert sich im Verlauf des Buches - der Spannungsbogen steigt ständig an, ohne unerträglich zu werden. Sehr angenehm zu lesen und absolut fesselnd.
Genauso wie der Verzicht auf Gewaltexzesse, die bei skandinavischen Thrillern irgendwie fast dazu gehören - hier nicht.
Zudem mochte ich sowohl Wisting als auch seine Kinder - alle zwar nicht ohne Schicksalsschläge, aber eben ganz "normal", also weder mit Suchtproblemen, Problemen mit Nähe und ähnlichem, wie es die Skandinavier (wenn ich das mal so plump pauschalieren darf) auch oft der Fall ist.

Für mich tatsächlich ein rundum gelungener Krimi, der auch noch mit einer plausiblen Auflösung aufgewartet hat. Ich freue mich schon auf Teil 2 der Cold-Case Reihe.

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Sehr abwechslungsreich, aber mich reizt kaum ein Rezept

Quiches von Cora Wetzstein

Ich mag die handlich kleinen GU-Kochbücher sehr gerne, von diesem hier war ich ein wenig enttäuscht.
Unterteilt in drei Kategorien:
Quiches für jeden Tag
Quiches De Luxe
Quiches im Miniformat
gibt es trotz des kleinen Formats sehr viele Rezepte.
Allerdings habt mich bei den beiden erstgenannten Kategorien kein einziges Rezept angesprochen.

Geschmäcker sind verschieden, aber die Kombination waren alle nicht mein Fall (Rote-Bete-Cheesecake mit Knäcke-Walnuss-Crunch oder Endivien-Gorgonzola-Tarte, um mal zwei Beispiele zu nennen).

Die kleinen Minis im dritten Teil haben mir mehr zugesagt, hier fand ich immerhin fünf der zehn vorgestellten Rezepte toll (Birnen-Raclette-Küchlein und Camenbert-Törtchen sind meine Favoriten).

Alles in allem ist es kein Lieblingskochbuch, das ich ständig in die Hand nehme, aber wie gesagt, Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden.

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Spannend und auch das Ermittler-Team fand ich richtig gut

Knochengrab von Ellison Cooper

Was zuerst "nur" nach einem Cold Case aussah - ein Knochenfund von größerem Ausmaß, entwickelt sich rasch zu einem sehr aktuellen Fall.
Der Band ist der zweite Band der Reihe, ich kenne den Vorgängerband nicht und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ich deshalb nicht so gut folgen kann.

Man kann also sehr gut auch quereinsteigen.

Die Story ist spannend und stellt auch eine gruselige moralische Frage, die wir alle hoffentlich nie beantworten müssen.
Allerdings hatte ich relativ schnell eine dumpfe Ahnung, wer denn der oder die Böse bzw. die Bösen sein könnte(n), dies hat sich im Lesefortschritt zunehmend verdichtet und war dann auch richtig. Also keine superüberraschende Wendung, dafür nachvollziehbar und entwickelt, das ist mir immer noch lieber als so eine völlig aus der hohlen Hand gezogene Abschlusslösung.
Richtig gut hat mir das Ermittlerteam gefallen - samt Chefin. Alle haben (wie fast immer in Thrillern) ihr Päckchen zu tragen, sind aber eine sehr sympathische Truppe.

Nachdem der aktuelle Fall zwar geklärt wurde, die Rahmenhandlung aber noch einige Fragen offen lässt (aber nicht als grässlicher Cliff Hanger, das kann ich nämlich gar leiden), wird es bestimmt bald eine Fortsetzung geben, darauf freue ich mich schon.

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Zwar nicht der größte Spaß, den ich je hatte, aber...

Der größte Spaß, den wir je hatten Roman von Claire Lombardo Sylvia Spatz

Ein richtig schöner, dicker Familienroman, der einmal eine andere Perspektive einnimmt.
Marilyn und David sind vierzig Jahre verheiratet und wir dürfen sie über 700 Seiten lang begleiten. Es ist ein eher ruhiges, aber keinesfalls langweiliges Buch und die beiden verbindet eine so tiefe Liebe, dass eine der Tochter sogar die These aufgestellt hat, dass die Liebe zu ihren Kindern niemals die Dimension der ehelichen Liebe erreicht hat.

Nun solle man vermuten, dass bei so einer Basis im Elternhaus auch alle vier Töchter glücklich wurden, doch weit gefehlt. Alle vier sind im Erwachsenenalter weit davon entfernt - auch davon lesen wir.

Verwirrend waren die ständigen Zeitsprünge im Buch - ich war dadurch etwas orientierungslos, habe das aber irgendwann einfach ignoriert.

Mir hat besonders gutgefallen, dass einmal eine glückliche, langandauernde Ehe im Mittelpunkt steht - und die harte Beziehungsarbeit, die das aber auch bedeutet.

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Ihr Kinderlein kommet - alle Jahre wieder

Die Weihnachtsgeschwister von Alexa Hennig von Lange

Driving home for Christmas - im Gepäck Kindheitserinnerungen an eine längst verlorengegangene gute alte Zeit.

So auch diese Jahr, die drei Geschwister Elisabeth, Tamara und Ingmar kommen mit ihren Familien im Elternhaus an und das Drama beginnt. Nun ja, eigentlich kündigt es sich schon während der Anreise an.

Die ersten Seiten der Leseprobe haben sofort die angespannte Atmosphäre transportiert - und bei mir den "lesen-wollen-Reflex" ausgelöst.
Leider hat mich der weitere Verlauf des Buches nicht mehr so begeistert, die Charaktere haben ihre jeweilige Position beibehalten, um dann einen sehr plötzlichen Schwenk in Richtung Weihnachts-Happy-End vorzunehmen.
Es war mir insgesamt einfach zu wenig Entwicklung und auch der Klappentext "Über das Wunderbare, das unsere Familien zusammenhält - und wie wir es wiederfinden können" hat sich für mich nicht erfüllt, der Bogen nach all den Verletzungen war für mich nicht überzeugend.

Das klingt jetzt sehr negativ - so soll es aber auch nicht herüberkommen, die Autorin kann sehr gut schreiben und die Familienstreitigkeiten und die Empfindlichkeiten der Charaktere waren sehr überzeugend beschrieben, fast so, als wäre man dabei, es hat mich regelrecht mit heruntergezogen und ich wollte allen drei Geschwistern am liebsten die Meinung sagen.
Aber als Weihnachtsgeschichte, nein, das war nicht mein Weihnachtsbuch 2019.

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Basisbackbuch mit dem gewissen Etwas

Von Oma mit Liebe von Katharina Mayer

Das "Oma-Backbuch", wie es bei uns im Haushalt nun heißt, ist ein richtig dicker Wälzer.
Es ist ein Basiskochbuch mit allen Rezepten, die man so liebt, vom Marmorkuchen und Zitronenkuchen bis zur Sachertorte.
Aufgeteilt in vier Kategorien
* Kleine Leckerbissen
* Lieblingskuchen für jeden Tag
* Torten für jeden Anlass
* Trendig & aus aller Welt
hat es aber auch für erfahrende Bäcker*innen noch einige unbekannte Rezepte im Gepäck.

Was es für mich zu einem besonderen Buch macht, ist die liebevolle Gestaltung. Schon das Vorsatzpapier wird mit den Porträts der Backomas und Backopas verziert und auch die jeweiligen Rezepte zeigen ein skizziertes Bild mit einem Zusatztipp.
Dazu jeweils auf einer Doppelseite ein übersichtliches (für mich sehr wichtig) Rezept und ein großflächiges Foto.
Dazu eine richtig schöne Rezeptauswahl aus Klassikern und Neuentdeckungen.

Einziger Wermutstropfen: bei den Gradangaben der Rezepte steht nicht, ob Umluft oder Ober/Unterhitze, das finde ich schwierig, weil es schon einen Unterschied macht. Da musste ich tatsächlich mit der Stäbchenprobe gut aufpassen, sonst wäre mein erster Testkuchen verbrannt.
Davon abgesehen hat das Buch aber auch den Praxistest bestanden, ein köstlicher Marmorkuchen war das Ergebnis.

Das Buch ist m. E. das perfekte Geschenk für den ersten eigenen Haushalt genauso wie für erfahrene Bäcker*innen, die schöne Backbücher sammeln.

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Einfach loskochen

Studiküche von Sandra Schumann

Das schlanke GU Kochbüchlein "Studentenküche" ist eine schöne Rezeptsammlung für alle, die schnell, unkompliziert und günstig kochen möchten. Es ist eine Rezeptsammlung, die Anregungen für die flinke Alltagsküche oder auch Kochen für eine etwas größere Runde bietet, durchaus nicht nur für Studenten.

Was es definitiv nicht ist: ein Grundkochbuch, mit dem man das Kochen lernt, dafür ist es logischerweise viel zu dünn.

Mir gefällt die Rezeptsammlung, ausprobiert habe ich bereits die Hähnchen-Tacos mit Salsa (etwas aufgehübscht mit zusätzlich Guacomole und SourCream), ist ruckzuck auf dem Abendessen-Tisch und das Chili-Erdnuss-Hähnchen vom Blech (dauert wegen Kürbis schnippeln etwas länger).

Noch auf meiner Nachkoch-Liste stehen definitiv
*Chai-Porridge mit karamellisierten Früchten
*Curry mit Süßkartoffeln
*Reissalat mit Mango und Limette
*Nudelsalat mit Kichererbsen und Ziegenkäse
*Grüne Soße mit Kartoffeln
*Tomaten-Kokos-Curry
*Schokokuchen mit Salzbrezeln

Ich mag das Buch sehr, weil es einfache Rezepte ohne viel Schnickschnack sind, die trotzdem etwas Neues bieten.

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Optisch wunderschön, aber etwas langatmig

Die Dame hinter dem Vorhang von Peters Veronika

Ich mag die Bücher aus dem Wunderraum-Verlag sehr. Sie sind schon optisch immer so ansprechend und bislang hat mich auch der Inhalt immer begeistert.
Das Genre "historische Fiktion" gefällt mir persönlich sehr gut, hier wurde das Leben der Dichterin Edith Sitwell herangezogen und aus der Sicht der fiktiven Figur Jane - Ediths Vertraute und Bedienstete - geschildert.

Ungefähr das erste Drittel des Buches haben mich auch gefesselt, die tragische Kindheit und Jugend Ediths sowie das Leben zur damaligen Zeit - streng getrennt in das der Herrschaften und das der Bediensteten - wurden spannend und lebendig geschildert.
Als Edith dann aber ihr Elternhaus verlassen hat, begann sich die Handlung doch etwas zu ziehen, sie hat mich auch nicht mehr richtig berührt. Ab dann habe ich das Buch nur noch aus einer gewissen Distanz gelesen und - ich gestehe - mich zeitweise auch gelangweilt.

Der Schreibstil ist durchgängig sehr angenehm und unkompliziert zu lesen, das Buch hat es aber nicht geschafft, mich durchgängig zu begeistern.

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Mitmachbuch mit vielen Kritzelseiten

Leles Geheimclub, Band 1: Keine Kings im Hauptquartier von Gröner Sabina

Lele, Elif und Cleo sind beste Freundinnen und zusammen sind sie die Queens, eine Mädchenclique. Sie haben sogar ein Hauptquartier, total hübsch mit vielen Pflanzen und ganz gemütlich auf einem Dach verortet, ganz geheim und nur über eine Strickleiter erreichbar (aber pssst!). Und nicht nur das: wenn es brenzlig wird, kommunizieren sie mit ihrer eigenen Geheimsprache.

Die ist für Außenstehende völlig verwirrend, denn wer kann schon ahnen, dass „Gefahr“ mit „Wer hat Lust auf Käsekuchen“ übersetzt wird? Ja, das Leben könnte so schön und einfach sein, wenn da nicht…die schreckliche Jungs-Bande, Kings genannt, wäre. Argh!

Das Buch fällt schon optisch auf, es ist relativ großformatig und herrlich quitschebunt. Faultier und Lama dürfen natürlich im Jahr 2019 auch nicht fehlen, haben für die Geschichte aber keine Relevanz.

Im Inneren dann die Überraschung: das Buch ist sehr aufwändig gestaltet und es gibt jede Menge Mitmachseiten, die thematisch immer passen. Man kann dem schlafenden Lehrer eine Frisur nach Wahl verpassen, bei der Challenge um den Peinlichkeitspokal mitmachen und notieren, was man total peinlich findet, Emojis zeichnen und noch viel, viel mehr. Auch außerhalb der Mitmachseiten wird der Text von süßen und witzigen Zeichnungen begleitet, richtig, richtig schön.

Allerdings war die Aufforderung, in ein Buch zu malen und zu kritzeln für das Kind völlig abwegig, das möchte sie einfach nicht. Nachdem der Part doch auch relativ viel Raum einnimmt habe ich befürchtet, dass das Buch damit ein Fehlgriff ist, aber weit gefehlt. Sie hat auch die Aufgaben des Mitmachteils gerne gelesen und angesehen und damit war es diesbezüglich auch gut (ansonsten wäre das nachträgliche Lesen durch Eltern auch schwierig, da schon auch persönliche Dinge eingetragen werden können).

Die Handlung ist die typische Mädchen gegen Jungs Thematik, aber sehr originell umgesetzt und sie trifft auch die Lebenswirklichkeit der Zielgruppe.
Das Kind hat das Buch in einem Schwupps durchgelesen und wollte es gar nicht aus der Hand legen. Wir haben den ganzen Tag nichts von ihr gehört bis die magischen Worte „ausgelesen“ ertönten und ein strahlender „Fünf Punkte“ Nachsatz folgte. Empfohlen wird das Buch ab acht Jahre, das passt gut und auch Zehnjährige haben richtig Spaß damit.

Was mir auch noch gut gefallen hat: es gibt mal tatsächlich keinen
Zickenkrieg unter den Mädels, sie sind einfach dicke Freundinnen, auch sehr wohltuend.

Wir sind deshalb bestimmt auch im Frühling bei Band zwei dabei, wenn es heißt „Übernachtungsparty bei den Queens“.

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Gute Unterhaltung

Gar kein Plan ist auch eine Lösung von Kyra Groh

Eigentlich bin ich aus dem Format „lustiger Frauenroman“ herausgewachsen, aber ach, immer so schwere Kost oder Mord und Totschlag nach einem langen Arbeitstag und hier so ein hübsches Cover, ich wurde schwach. Und habe es gar nicht bereut! Und wie so oft, wenn ein Satz mit „eigentlich“ beginnt – ich bin überhaupt nicht herausgewachsen, solange es gut geschrieben ist.

Das ist es. Ein unterhaltsames Buch das sich richtig schön fluffig-locker-flockig weglesen lässt. Die Instagram und Influencer Szene bekommt genauso ihr Fett weg wie die „vernünftigen“ Thirtysomethings, die ihr Leben komplett durchgeplant haben. Verbunden mit jeder Menge Herzschmerz. Das alles wirklich witzig geschrieben, der Stil der Autorin hat mich sofort angesprochen.

Ich muss Euch mal ein paar Stellen zitieren, damit Ihr wisst, was ich meine.
„Diese ach so kultivierten Leute sind die Ersten, die an Fasching im Minion-Kostüm zu Helene Fischer auf dem Tisch tanzen“
„Das ist das Tolle an Unperfektheiten. Sie sind kleine Geschichtenerzähler“
„Das Zimmer wirkt plötzlich viel gemütlicher und weniger Harry-Potters-Schrank-unter-der-Treppe-mäßig.“

Ja, es ist alles sehr vorhersehbar, es sind vielleicht etwas zu viele Themen hineingepackt worden und gegen Ende hat das Buch auch ein paar Längen, aber es macht einfach Spaß zu lesen und bei dem Genre gehört Vorhersehbarkeit auch dazu, insofern will ich da auch kein Sternchen abziehen.

Fazit: „ Nicht jeder misst sein Leben in Herzen und Zahlen“ (Zitat aus dem Buch).
Nein – natürlich nicht, denn wirklich wichtig sind doch die Sternchen hier! Von mir volle Anzahl.

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