Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Wunderschön illustriert, die Geschichte hat unser Herz leider nicht berührt
Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough von Rébecca Dautremer
Das Buch ist optisch eines der Schönsten des Jahres. Großformatig, hochwertig und mit einem dermaßen hinreißenden Cover wollte ich es unbedingt haben.
Innendrin dann die Überraschung, dass der Inhalt nicht (nur) zauberhaft poetisch ist, sondern eben die Lebensgeschichte des Jacominus Gainsborough erzählt, zwar auch mit schönen, aber auch vielen schweren Momenten.
Dementsprechend sind auch die Bilder, Krieg und Tod machen nicht halt.
Ich habe keinen rechten Zugang zu dem Buch bekommen, normalerweise mag ich ernste und komplexe Bilderbücher, die sich auch an Erwachsene richten, hier bin ich von den Illustrationen durchgängig entzückt und angetan (es sind nicht alle niedlich, aber alle großartig), es hat etwas von einem anspruchsvollen Wimmelbuch.
Die Geschichte an sich, hm, es wird zu viel nur angedeutet und sie schafft es einfach nicht, mich zu packen. Ich habe sie nur aus der Distanz verfolgt.
Auch die Kindersicht fiel - obwohl ich meine Meinung nicht kommuniziert hatte - ähnlich aus.
Viel zu viele schwierige Namen, so dass man völlig den Überblick verlor, zu viele schwierige Worte und keine kindgerechte Handlung. Auch wenn die Autorin eingangs schreibt:
"Bist du klein, so werden dir einige Stellen vielleicht rätselhaft vorkommen. Keine Angst, Du kannst ein wenig nachdenken und vieles erraten."
Das stimmt natürlich, aber dazu müsste man erst einen Zugang zum Buch haben und das hat leider bei uns nicht geklappt.
Ruhig und philosophisch
Der Verein der Linkshänder von Nesser Håkan
Ich hatte mir unter dem Buch etwas anderes vorgestellt, eine spannende Story mit den zwei berühmten Kommissaren Van Veeteren und Inspektor Barbarotti.
Tatsächlich ist es aber ein eher ruhiges Buch, das trotz seiner 608 Seiten eher dahinplätschert und nicht gerade durch einen kaum auszuhaltenden Spannungsbogen überzeugt.
Eigentlich ein No-Go bei einem Krimi - hier hat mir das Buch aber trotzdem sehr gut gefallen. Interessanterweise steht auf dem Buch auch gar nicht Krimi, sondern lediglich Roman.
Van Veeteren wird 75 und sinniert über das Leben. Die Gespräche mit seiner Frau, die von Herzlichkeit, Dankbarkeit, Tiefgang und kleinen nett gemeinten Sticheleien geprägt sind, haben mit besonders gut gefallen.
Der Kriminalfall an sich ist zwar nicht uninteressant, durch den besonders zu Buchanfang aber ständig hin- und herspringenden Zeitwechsel fiel mir das Lesen da auch relativ schwer.
Insgesamt fand ich es aber gar nicht störend, sogar sehr angenehm, dass hier der Akzent mal etwas anders gelegt wurde, ein schönes Buch.
Wow - sogar noch besser als die Vorgängerbände
Der Verein der Linkshänder von Nesser Håkan
Sterbekammer ist bereits der dritte Band um das Ermittlerteam Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn und ich habe bereits die Vorgängerbände verschlungen.
Der aktuelle Band toppt diese sogar noch.
Bereits das Cover hat einen hohen Wiederkennungswert, nach ein paar Seiten war es fast wie nach Hause kommen.
Die Charaktere sind mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen und Romy Fölck hat genau die richtige Balance aus Spannung und Privatleben ihrer Hauptpersonen gefunden. Letzteres nimmt relativ viel Raum ein, passt hier aber wunderbar, man lernt Frida und Bjarne von Band zu Band besser kennen. Ob unangenehme Vorgesetzte, innige neue Familienbande oder aufregende Arbeitskollegen, er passiert ganz schön viel.
Hauptstrang ist aber natürlich der Kriminalfall. Genau genommen sind es sogar zwei, denn nach dem Tod eines alten Mannes wird der Zugang zu einem Gefängnisverlies entdeckt, der vermuten lässt, dass hier ein Zusammenhang mit einer schon Jahre zurückliegender und nie aufgeklärter Entführung besteht.
Obwohl ich schon relativ bald eine Ahnung hatte, hat mich die Auflösung wieder überrascht (zum Glück!) und die Entwicklung der Handlung war beklemmend und sehr überzeugend geschrieben. Streckenweise konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Hoffentlich gibt es bald Lesenachschub - eine Krimireihe, die Suchtpotential hat.
Familie kann man sich leider nicht aussuchen
Luzifer junior (Band 6) - Schule ist die Hölle von Jochen Till
Opa kommt zu Besuch!
Eigentlich müssten sich Luzie und Lilly ja freuen, aber dieser Opa ist einfach...großartig.
Sagt er zumindest über sich und auch alle anderen in St. Fidibus sehen das so.
Tatsächlich ist Opa einfach grässlich. Und zwar richtig grässlich.
Für Luzie und Lilly steht fest: Opa muss weg und zwar so schnell wie möglich.
Aber ob das klappt? Opa ist ja nicht irgendein Opa...
Auch Band 6 hat nichts von seinem Witz eingebüßt und thematisiert Freundschaft.
Unser absoluter Superheld ist weiterhin der kleine Hausdämon Cornibus mit seinem ständigen Verlangen nach "Schlotzolade" und für die Erwachsenen gibt es mit dem Techniker der Hölle natürlich auch wieder witzige Anspielungen.
Leider war auch dieser Band viel zu schnell wieder ausgelesen, doch zum Abschluss gab es immerhin zwei kleine Trostpflaster:
Den traditionellen Abschlusscomic (hihi) und die Aussicht auf Band 7 im Frühjahr 2020.
Luzifer Junior ist weiterhin eine der absoluten Lieblingsreihen der Tochter...und der Mutter ebenso.
Beste Freundinnen...für mehr als die Hälfte des Lebens
Es wird Zeit von Ildikó von Kürthy
Das schöne an den Ildiko-Büchern ist, dass sie mit einem erwachsen wurden.
Vor 20 Jahren (oh weh, ist das tatsächlich schon so lange her?) habe ich in "Mondscheintarif" mit gewartet, dass ER endlich anruft.
Inzwischen haben sich die Problemlagen deutlich geändert, so auch in dem neuen Buch.
Die Mutter verstorben, so dass eine Reise in das Elternhaus ansteht. Und damit ein Zurückkehren zu all den Erinnerungen, die man erfolgreich verdrängt hatte.
Judith trifft ihre ehemals beste Freundin wieder, die todkrank ist, ihre Jugendliebe, die auf einmal wieder Interesse an ihr hat.
Und dann ist da auch noch ihre Ehe, die das Funkeln und Herzflattern schon lange verloren hat bzw. noch nie so wie in Hollywood-Filmen geboten hat.
Während Anne (die kranke Freundin) tapfer versucht, das Leben zu genießen, hadert Judith. Mit allem, statt einfach glücklich zu sein. Manchmal möchte man sie einfach schütteln und ihr die Meinung sagen, zum Glück hat sie Freunde, die das übernehmen.
Ein Buch zum Lachen und Weinen, berührend und doch auch mit den "früheren" leichten Ildiko-Elementen.
Das Leben in den 50ern, wenn die Kinder aus dem Haus sind, der Körper nicht mehr jugendlich ist, die Eltern und auch schon Freunde krank werden und sterben und einem die eigene Endlichkeit immer mehr bewusst wird und Instagram-Bilder die scheinbar perfekte Welt als Widerspruch zum eigenen Leben widerspiegeln.
Gute Unterhaltung mit nachdenklichen, ernsten und witzigen Elementen.
Mit Ildiko gehe ich dann gerne auch mit 70 ins betreute Wohnen.
So mag ich Thriller
Meine wunderbare Frau von Downing Samantha
Ein scheinbar ganz normales Ehepaar. Zwei Kinder, Haus in guter Wohngegend, beide berufstätig, sie extrem auf gesunde Ernährung achtend...
Aber bereits auf den ersten Seiten ahnt man, dass das alles nur Fassade sein könnte. Das wahre Ausmaß des Grauens entwickelt sich dann Seite um Seite.
Dieser Thriller hat mich fasziniert.
Böse, mit ständig steigender Spannung bis zum finalen Show-Down.
Keine Sekunde langweilig und durch die Gegensätze von biederer Vorstadtnormalität zur abgrundtiefen Boshaftigkeit ein ständiges Wechselbad.
Das und die überzeugend ausgearbeiteten Charaktere haben mich das Buch tatsächlich nicht aus der Hand legen lassen.
Beste Unterhaltung und durch angenehm große Zeilenabstände und entsprechender Schrift auch sehr komfortabel zu lesen.
Einfach zauberhaft
Jane Austen - Little People, BIG DREAMS (Deutsche Ausgabe) von María Isabel Sánchez Vegara
Welch Glück, dass der Insel-Verlag diese Reihe mit ins Programm aufgenommen hat.
Little People, big Dreams lautet die Überschrift über alle Bände im Deutschen und das trifft es sehr gut.
Kindgerecht wird das Leben von Jane Austen aufbereitet. Absolutes Highlight sind die wunderschönen Tusche-Zeichnungen, die alle doppelseitig sind und damit richtig viel Raum zum Eintauchen in das Leben Janes bieten.
Dazu gibt es jeweils nur um die zwei Sätze Text je Doppelseite - und trotzdem vermittelt das Buch in knappen Worten das Leben und vor allem die Träume Jane Austens.
Neben den hinreißenden Illustrationen ist das Buch auch sonst ein richtiger Hingucker: wunderschönes Vorsatzpapier und ein Leinenstreifen, der die Buchdeckel verbindet.
Eigentlich ist es ein Bilderbuch, aber es ist nicht nur für kleine Kinder geeignet.
Für sie sind die schönen Illustrationen, auf denen man so viel entdecken kann und die kurzen Sätze natürlich perfekt.
Aber auch unsere kritische Zehnjährige sagte: "Wunderschön" und möchte weitere Bände der Reihe kennenlernen.
Und für uns Erwachsene ein richtiges "Hach-mein Herz-geht auf" Buch.
Besonders gut gefällt mir als Mädchenmama an der Reihe ja auch, dass viele starke Frauen vorgestellt werden, es gibt aber auch männliche Vorbilder in der Reihe.
Und nicht zuletzt lohnt es sich, sich die Reihe mal auf der Verlagsseite anzusehen, hier gibt es einen so schönen Trailer dazu, der auch die anderen Bände vorstellt. So liebevoll und pfiffig, schaut ihn euch an.
Magie und ein Mord
Hotel der Magier (Hotel der Magier 1) von Nicki Thornton
Ein magischer Kinderkrimi mit ansprechendem Klappentext, ich war gespannt.
Das Cover macht ebenfalls richtig Lust auf das Buch und passt hervorragend zum Inhalt - und der Knüller: Teile davon leuchten sogar im Dunkeln.
Falls demnächst irgendwo die Wahl zum besten Cover ansteht, das "Hotel der Magier" würde meine Stimme bekommen.
Anfangs haben mich die vielen Personen mit ihren teilweise komplizierten Namen etwas verwirrt, andere Namen waren sehr amüsant, beispielsweise Professorin Papperspuk oder Herr Fischadler.
Der Küchenjunge Seth, der plötzlich unter Mordverdacht gerät, ist einer der wenigen Sympathieträger des Buches und insgesamt hat mich die Handlung nicht vollständig überzeugt.
Anfangs fand ich es sehr spannend, doch dann begann sich vieles zu wiederholen und es war relativ bald klar, auf was es hinausläuft.
Mich hat das Buch leider nicht verzaubert, schlecht fand ich es aber auch nicht.
Herrlich! Vielleicht minimal überspitzt (-;
Du bleibst mein Sieger, Tiger von Maxim Leo; Jochen Gutsch
Jetzt ist es soweit, ich lese Bücher über Alterspubertät, oh weh!
Die gute Nachricht: mit Humor ist alles leichter zu ertragen. Und humorvoll ist dieses Buch, oh ja. Allerdings nicht gerade von der leisen, dezenten Art, die Gags sind schon eher...polternd, manchmal derb und einmal auch eklig. Also vielleicht nicht unbedingt etwas für Feingeister, mehr für den eher schlichten Humor (wie meinen.
..) aber sehr, sehr lustig!
Die Autoren überspitzen manchmal vielleicht ein winziges bisschen (harhar), aber im Kern ist es erschreckend wahr, was sie schreiben.
Von Tanzkursen, die nun plötzlich als Pärchen-Erlebnis besucht werden zu selbstbewusstseinsstärkenden Erlebnissen mit Bauarbeitern bis zum heiligen Luxusgrill, den man wohl ab einem bestimmten Alter UNBEDINGT besitzen muss. Einfach köstlich!
Der Abschluss war dann regelrecht rührend und hat mich vollends überzeugt, hach! Ich habe mich trotz oder gerade wegen persönlicher Betroffenheit köstlich amüsiert und muss unbedingt auch noch den Vorgängerband lesen.
Gar nicht abgedroschen
Du bleibst mein Sieger, Tiger von Maxim Leo; Jochen Gutsch
Bücher über magische Wesen, Hexen, Magier usw. gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer, jetzt also Green Witch, ich war gespannt.
Lizzy ist gerade süße 12 Jahre alt geworden und damit beginnt ihre Junghexenausbildung. Leider kann sie sich nicht selbst aussuchen, was sie werden wird, das bestimmt die Hexenversammlung.
Dort trifft Lizzy Ava, eine absolut beeindruckende Meerhexe, aber leider, leider, soll sie eine Kräuterhexe werden. Kräuterhexe! Voll langweilig! Wirklich?
Sie reist zur Ausbildung zu ihrer Tante Camilla, glücklicherweise darf ihre beste Freundin mitkommen. Dort beginnt dann ein richtiges Abenteuer.
Mit hat das Buch richtig gut gefallen, es ist trotz des beliebten Motivs gar nicht abgedroschen, sondern eine spannende und witzige Story, die ich so eben noch nicht 100 mal gelesen habe.
Lizzy und ihre Freundin sind Mädchen aus dem Hier & Jetzt und leben nicht in einem fernen Fantasie-Land, das fand ich prima. Mit reinen Fantasy-Geschichten kann ich nicht viel anfangen.
Die Verknüpfung in die magische Welt war nachvollziehbar und nicht absurd und auch wenn mich der Gedanke, dass die Vogelspinne Rusty (Lizzys magisches Tier) im Pferdeschwanz sitzt anfangs schon etwas gruseln ließ, Rusty war einfach super beschrieben.
Generell fand ich die Atmosphäre und Personen wunderbar beschrieben, beim Lesen entstanden sofort Bilder, beispielsweise die traumhafte Kulisse des Rapunzelturms am See, das Gewächshaus, aber auch die verschiedenen Hexen.
Ein wunderschönes Buch mit genau der richtigen Balance aus Magie, Mädchenfreundschaft und erste Schwärmerei samt schnoddriger Teenie-Sprache, das auch noch eine wunderbare Botschaft mitbringt.
Lest selbst, ich kann das Buch nur empfehlen.









