Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Sehr seltsames Buch
Das Rätsel von Ainsley Castle von Rahlens Holly-Jane
Lizzy und ihr Vater sind ein Herz und eine Seele, nach dem frühen Tod von Lizzys Mutter ein eingespieltes Team. Doch jetzt hat ihr Vater eine neue Frau an seiner Seite, sie sind zu ihr in ein Hotel an der schottischen Küste gezogen. Lizzy kann ihre Bald-Stiefmutter nicht ausstehen. Und bald geschehen seltsame Dinge.
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Ich habe mich auf ein spannendes Kinderbuch gefreut, doch das Buch fand ich sehr eigenartig und für die Zehnjährige auch altersmäßig unpassend. Mystery als Genre für ein Kinderbuch der Altersgruppe in der Ausprägung habe ich bislang noch nicht so oft gelesen. Richtig spannend war es für mich auch nicht, auch wenn ich natürlich neugierig war, wie nun alles zusammenhängt. Es war eher angsteinflößend. Leider fand ich nicht nur die Story an sich befremdlich, sondern auch die Auflösung unbefriedigend, was sage ich, völlig unbefriedigend, außerdem hat mir die Aufklärung eines wesentlichen Punktes völlig gefehlt, zumal er so oft thematisiert wurde.
Einzig die Kindercharaktere fand ich toll beschrieben, diese haben mir alle drei wirklich gut gefallen.
Ich würde die Altersempfehlung eher auf 12 Jahre setzten, kann aber insgesamt keine wirkliche Leseempfehlung aussprechen.
Verlockend - eine Tauschbörse für nervige Geschwister
Hilfe, ich habe meinen Bruder im Internet getauscht! von Jo Simmons
Jede*r mit Geschwistern wird die Idee genial finden, eine Internet-Tauschbörse für supernervige Geschwister.
Auch Jonny ist begeistert, denn sein großer Bruder Ted ist f ü r c h t e r l i c h.
Man kann sogar einen Fragebogen mit eigenen Interesse ausfüllen, damit auch wirklich der perfekte Tauschbruder gefunden wird.
Anfangs ist Jonny begeistert, doch nachdem er Bekanntschaft mit doch sehr merkwürdigen Tauschbrüdern gemacht hat (u. a. ein Meerjunge, ein Bruder, der sich wie ein Erdmännchen verhält und sogar ein echter Geist) kommen ihm langsam Zweifel...
Ja nun, was soll ich sagen, ich fand das Buch wie die Tauschbrüder: sehr merkwürdig. Mein Fall war es so gar nicht. Aber nachdem ich nicht Zielgruppe bin, ist das nebensächlich, denn das Kind war hin & weg.
"Das Buch ist super, es ist so richtig schön abgefahren, das mag ich. Und lustig und ungewöhnlich und unerwartet."
Na gut (-:
Schmales Buch, schreckliche Geschichte
Rote Kreuze von Sasha Filipenko
Sasha Filipenko erzählt uns die Geschichte von Tatjana:
Inzwischen ist sie 90 Jahre alt und sie hat Krieg und Stalin-Terror miterlebt und überlebt und will nun unbedingt ihre Lebensgeschichte erzählen. Da trifft es sich vorzüglich, dass gerade ein neuer Nachbar einzieht und ob er will oder nicht (er will nicht.
..), er muss sie sich anhören.
Tatjanas Geschichte ist schrecklich - ein Mann in Kriegsgefangenschaft, von der Tochter getrennt, "Umerziehungsstraflager" und dann noch fast lebenslang Gewissensbisse. Aber auch der junge Nachbar, Alexander, hat eine Geschichte zu erzählen.
Obwohl die Schicksale betroffen machen, sehr sogar, hat das Buch insbesondere anfangs eine eigenartige Distanz oder Emotionslosigkeit in der Erzählart. Das empfand ich die ersten Abschnitte sehr irritierend, aber rückblickend gar nicht negativ. Das Buch hätte ich sogar in den öffentlichen Verkehrsmitteln lesen können, ohne Mitfahrende wegen feuchter Augen zu irritieren.
Mit zunehmenden Buchfortschritt wurde jedoch auch meine Verbundenheit insbesondere mit Tatjana enger und mich hat ihre Geschichte dann auch immer mehr berührt.
Alexander blieb für mich jedoch eine eher blasse Figur, der Fokus der Geschichte liegt aber auch eindeutig auf Tatjana.
Von der unerwarteten Freundschaft, die die beiden laut Buchbeschreibung schließen, habe ich mir allerdings mehr erwartet, einen Pakt gegen das Vergessen, ja den haben sie letztendlich aber tatsächlich geschlossen.
Ich habe festgestellt, dass ich nicht besonders viel über den Stalin-Terror weiß und fand das Buch, das mit Originaldokumenten aufwartet, auch dahingehend sehr interessant.
Insgesamt ein Buch, das sich zu lesen lohnt.
Spannend - mehr als nur ein Thriller
Freefall Die Wahrheit ist dein Tod von Barry Jessica
Ich mag die dtv premium Reihe schon alleine wegen der guten Lesbarkeit. Ausreichend große Schrift, guter Zeilenabstand, auch in fortgeschrittenerem Alter und bei schlechten Lichtverhältnissen noch gut lesbar.
Aber das wichtigere Kriterium ist natürlich der Inhalt, auch hier bin ich begeistert.
Auf dem Cover steht Thriller - aber eigentlich ist es mehr eine Mischung aus Mutter-Tochter-Beziehungsroman, Familiendrama und Thriller.
Kein Thriller, der einen atemlos durch das Buch hetzen lässt, die Spannung baut sich erst Seite um Seite auf.
Erzählt wird immer abwechselnd aus Sicht der Tochter und der Mutter, das hat mir hier sehr gut gefallen und sorgt für eine stetige Spannung.
Man weiß zwar gleich zu Beginn, dass Ally den Flugzugabsturz überlebt hat, ich hatte befürchtet, dass deshalb die Handlung uninteressant werden könnte, aber weit gefehlt.
Ich habe inzwischen einige Kritiken über das Buch gelesen, die die Vorhersehbarkeit der Handlung bemängeln - da bin ich dann wohl zu einfach gestrickt, für mich waren die Zusammenhänge tatsächlich nicht klar und ich war von der Auflösung überrascht, auch das Ende war ganz nach meinem Geschmack.
Für mich eine sehr gelungene Mischung aus verschiedenen Komponenten, wer ausschließlich einen atemberaubenden Thriller sucht, könnte unter Umständen enttäuscht sein und etwas Drive vermissen; wer sich aber mit der Kombination anfreunden kann, wird mit ausgezeichneter Unterhaltung belohnt.
Zum Abschluss noch einen schönen Satz aus dem Buch:
"Wie weit man auch weggeht, man trägt es immer in sich, tief in den Knochen. Zuhause."
Spannendes Fantasyabenteuer für junge Leserinnen und Leser
Die geheime Drachenschule - Die Rückkehr des siebten Clans von Emily Skye
Inzwischen gibt es schon den dritten Band über die geheime Drachenschule und das Cover wird jedes Mal noch etwas schöner.
Die Geschichte entwickelt sich über die drei Bände, man kann zwar quereinsteigen, empfehlen würde ich es aber nicht (oder wie das Kind mir sagte: nein, dann ist es doch nicht mehr spannend, wenn du rückwärts liest, ich würde es in der richtigen Reihenfolge lesen).
Inzwischen ist das erste Schuljahr im Internat "Sieben Feuer" für die Freunde um Henry und Lucie fast vergangen und das Schuljahr hatte es in sich. Sie haben das Drachenorakel im Unterricht kennengelernt und Lucie hat eine besondere Begabung dafür. Aber warum ist sie seitdem so still und in sich gekehrt und will auf keinen Fall darüber reden?
Das ist nicht das einzige Rätselhafte, auch Anonymus, der gerettete Drache, hat immer noch keinen Reiter. Und dann ist da auch noch...
Die Reihe ist ein wunderbarer Einstieg in die phantasievolle Welt der Fantasyliteratur für junge Leser*innen ab neun Jahren.
Abenteuer, Drachen, Magie, auch dunkle Seiten, aber ohne zu gruselig oder brutal zu sein - und auch noch schöne Illustrationen.
Ja, eine sehr berühmte Internatsgeschichte mit auserwählten Kindern, einer besonderen Sportart usw. gibt es schon, die Reihe erinnert schon ein wenig daran, auch wenn das Kind das entrüstet von sich weist und sagt, das wäre überhaupt nicht vergleichbar...
Ist ja auch egal, denn wir mögen die Reihe um die geheime Drachenschule sehr und man bekommt keine Albträume davon.
Die Geschichte ist auch noch nicht fertigerzählt, so dass wir hoffentlich noch viele weitere Abenteuer mit den Freunden erleben können.
Für Kinder, die Fantasy mögen und für HP noch zu jung sind eine dicke fette Buchempfehlung!
Einfühlsam, lustig, abenteuerlich und mit Fidschi-Leguan
Helsin Apelsin und der Spinner von Stefanie Höfler
Helsin hat einen ungewöhnlichen Namen, woher der kommt, erfährt man im Buch.
Sie ist ein sehr fröhliches Mädchen mit jeder Menge Energie. So viel, dass sie immer wie ein Flummi hüpfen muss. Und diese Energie verwandelt Helsin manchmal, genau genommen ziemlich oft, in einen sehr, sehr wütendes Rumpelstilzchen.
Gut, dass Helsin eine verständnisvolle Lehrerin hat, tolle Eltern und den aller-allerbesten Freund.
Das eingespielte Gefüge kommt allerdings gehörig durcheinander, als plötzlich ein Neuer in die Klasse kommt.
Das Buch schildert einfühlsam, aber auch lustig, wie es sich anfühlt, wenn so eine Wut-Attacke plötzlich zu brodeln beginnt und ganz schnell ausbricht. Und warum man auch den aller-allerbesten Eltern manchmal einfach nicht erklären kann, warum Dinge plötzlich so fürchterlich schieflaufen. Und wie das ist mit Freundschaft, aber auch mit Eifersucht.
Diese Kindersicht der Dinge ist tatsächlich sehr aufschlussreich, gerade auch für Erwachsene. Das ist eine der großen Stärken des Buches, man kann in Helsins Perspektive schlüpfen und versteht urplötzlich, warum manches für ein Kind eben gar nicht geht, was uns Erwachsene doch so völlig einfach erscheint. Ganz, ganz wunderbar geschrieben.
Dazu ist es aber auch witzig, abenteuerlich und ab und an gibt es lustige Zeichnungen, die Helsin perfekt zeichnen.
Ein Buch für Groß & Klein, Mädchen und Jungs, Rumpelstilzchen und Prinzessinnen. Große Buchliebe meinerseits.
Einfühlsam
Die Geheimnisse meiner Mutter von Jessie Burton
Rose wächst allein bei ihrem Vater auf, ihre Mutter Elise verschwand, als sie noch ein Baby war und niemand weiß, was mit ihr geschehen ist.
Wirklich niemand? Als Rose schon Mitte 30 ist, erfährt sie, dass ihre Mutter damals mit einer berühmten Autorin zusammen war und diese Elise auch zuletzt gesehen hat, bevor sie verschwand.
Rose will es nun endlich wissen - was geschah damals?
Was sich hier in meiner Einleitung fast wie ein Krimi liest, ist ein Roman über Familie, Freundschaft, Liebe, Mutterschaft und der Sehnsucht nach Identität und Herkunftsklarheit.
Sehr einfühlsam und fesselnd geschrieben, die überwiegend weiblichen Figuren so ausformuliert, dass man sie fast persönlich zu kennen scheint.
Ich mag das Buch sehr, es hat mich berührt und unterhalten gleichermaßen, es ist nicht aufdringlich und trotzdem spannend und hat ein für mich richtig rundes, perfekt zum Buch passendes Ende.
Toll! Ganz, ganz toll!
Eddie Fox und der Spuk von Stormy Castle (Eddie Fox 1) von Antje Szillat
In rundum schönes Kinderbuch, wir sind hin und weg!
Zauberhafte magische Tiere, ein mutiges und fröhliches Mädchen sowie der sehr nette, wenn auch etwas hasenpfötige Geist Eddie, sie alle tummeln sich jetzt in Stormy Castle.
Auch wenn es schon ein wenig spukt in Stormy Castle, das Buch ist nicht wirklich gruselig, sondern lustig und natürlich auch ein klein wenig spannend und somit auch für ängstlichere Kinder gut geeignet.
Eine wirklich schöne Kombi.
Unser Favorit ist die kleine und kurzsichtige Fledermaus Tilla, die eine tolle Freundin ist und für viele Lacher sorgt, wenn sie wieder mal gegen irgendetwas rumst (auch wenn das schon ein wenig fies ist).
Die Illustrationen sind sehr niedlich und passen perfekt zum Buch, auch wenn der Stil schon sehr dem eines anderen bekannten Kinderbuchs entspricht. Magische Wesen zeichnen kann die Illustratorin eben einfach sehr gut.
Empfohlen wird es ab acht Jahren, das passt gut zum selber lesen, zum Vorlesen geht es schon gut ab sechs Jahren, da es nicht gruselig ist, es bringt aber auch Zehnjährigen noch großen Lesespass, ohne zu kindlich zu sein.
Hoffentlich gibt es bald das nächste Abenteuer, wir können es kaum erwarten.
Schöne und auch nicht so schöne Zeitreise
Der Sommer, in dem Einstein verschwand von Marie Hermanson
Die wilden 20er Jahre, diesmal aus schwedischer Sicht beleuchtet.
Ein Roman, ein wenig wie die schwedische Sommerfrische, dann aber wiederum auch sehr ernst, denn in den 20ern bekam man schon eine Ahnung von den folgenden, ganz dunklen Jahren.
Aber von vorne: Einstein muss nach Göteburg reisen, denn nur wenn er dort einen Vortrag hält, bekommt er auch das Preisgeld für den Nobelpreis.
Aber er kommt nicht wie geplant an...
Die Autorin schreibt locker und leicht, ohne jedoch einen kitschigen Roman vorzulegen. Sie lässt uns in die Zeit der Göteburger Jubiläumsausstellung schnuppern, in das Leben der "Neuen Frau" , das Polizisten-Dasein und in das Leben der armen Bevölkerung - und sogar in das eines kleinen störrischen Esels.
Die vielen Perspektiven machten das Buch spannend - und natürlich Albert Einstein.
Anhand historischer Fakten schrieb die Autorin einen fiktiven Roman und im Anhang erläutert sie dann, was belegt ist und was schriftstellerische Freiheit, auch das hat mir gut gefallen.
Man kann sich schon vorstellen, dass es so hätte sein können.
Ja, ein schönes Buch, das mir vergnügliche und auch etwas nachdenkliche Lesestunden geschenkt hat.
Ich liebe diese Reihe
Hannah Arendt - Little People, BIG DREAMS (Deutsche Ausgabe) von María Isabel Sánchez Vegara
Ich liebe diese Reihe und habe schon einige Titel im Bücherschrank stehen und noch viel mehr auf meiner Wunschliste.
Schon optisch verzaubern mich die kleinen bunten Bücher, die sich ganz klar der Reihe zuordnen lassen. Ich habe sie in verschiedenen Sprachen, die deutschen und die englischen Ausgaben haben einen Leinenrücken und sind damit viel hübscher als das spanische Original, das ohne diesen auskommen muss.
Ansonsten aber unterscheiden sie sich optisch nicht (mal davon abgesehen, dass der Titel am Buchrücken mal von oben nach unten und umgekehrt geschrieben wird und die Schriftart anders ist) und harmonieren prima zusammen im Bücherschrank.
Die Ausgabe über Hannah Arendt ist inhaltlich anspruchsvoller als meine bisherigen Bände.
Das liegt in der Natur der Sache, das empfohlene Lesealter von vier Jahren finde ich hier aber ambitioniert. Zwar sind die Sätze wie gewohnt kurz und einfach, die Textmenge gering, aber Wortschatz und Inhalt für Vierjährige schon anspruchsvoll ("rassistische Partei", "politische Theorie" "Gasthörerin",...).
Trotzdem begeistert mich auch hier wieder, wie man es mit kurzen, einfachen Sätzen schafft, Wesentliches auf den Punkt zu bringen.
Wie immer sind auch hier die Illustrationen mindestens genauso wichtig wie das gedruckte Wort und wie gewohnt auf hohem Niveau.
Hannah erkennt man immer sofort, sie trägt vom Kind bis zur Erwachsenen immer ein rotes Kleid, das macht es so schön einfach.
Zum Abschluss gibt es in jedem Band, so auch hier, den Lebenslauf kurz zusammengefasst in "Erwachsenensprache".
Mein Fazit: wieder ein Fünf-Sterne-Buch, diesmal allerdings vermutlich eher für erwachsene Sammler*innen der Reihe und weniger für Kinder, zumindest nicht für die ganz Kleinen.











