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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Christina P.:

Sehr viel unnötige Streitereien, die mich auf Dauer nervten

Princess Knight von G. A. Aiken

In der Fortsetzung zur Blacksmith Queen steht nun ihre Schwester Gemma im Mittelpunkt, die bisher jahrelang als Kriegmönch gelebt hat. An der Seite von Schmiedekönigin Keely hilft sie, den Kampf gegen Königin Beatrix sowie weitere, verstreute Thronanwärter aufzunehmen.
So begeistert ich auch von Band eins war mit seinen starken Frauen, die fernab jeglichen Frauenklischees gezeichnet sind, so enttäuscht war ich vom zweiten Band.

Klar, ein Kriegmönch hat deutlich weniger Tischmanieren als eine Schmiedin, damit könnt ich noch leben. Was mir jedoch überhaupt nicht gefiel und mich schnell regelrecht nervte war, das das Buch entweder aus Hau-drauf-Szenen besteht oder aus Streitereien und Bissigkeiten, welche sich die Leute in einer Tour gegenseitig an den Kopf werfen. Dadurch zog sich die Haupthandlung, neben ein paar irrelevanten Nebenhandlungen, so dermaßen in die Länge, dass genaugenommen kaum etwas im 2. Band geschieht. Erschwerend kam noch hinzu, dass im Lauf des Romans ein Schwung weiterer Charaktere aus unterschiedlichen Orden, Vereinigungen und Zirkeln hinzukommt, so dass ich irgendwann bei den vielen Streiterein und Diskussionen der vielen Personen den Überblick verlor. Besonders nervig war hierbei Gemma, deren taktisches Denkvermögen gen Null zu tendieren scheint und die nicht mal in der Lage ist, ihren Love Interest, einen Zentaur, wie eine erwachsene Frau zu vernaschen, sondern ihm lieber in einer Tour Gemeinheiten an den Kopf wirft - worin ihr Zentaur Quinn allerdings fast ebenbürtig ist.
So leid es mir tut, ich kann den zweiten Band nicht empfehlen. Kindisches Rumstreiten und Rumzänken ist in meinen Augen kein Zeichen von Stärke sondern nervt in dem Ausmaß, wie es im Buch vorkommt, irgendwann nur noch. Vor allem, da die Haupthandlung dadurch stellenweise komplett unterzugehen scheint. Ich vergebe 2 von 5 Pferdeäpfeln.

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Tierische Unterstützung im Kampf gegen den machtgierigen Onkel

Waterland - Stunde der Giganten von Dan Jolley

Im zweiten Band der Waterland-Reihe geht es spannend weiter. Nachdem Jacob gemeinsam mit Flutmädchen Hali seinen entführten Bruder Tristan retten konnte, währt die Ruhe auf dem U-Boot der WasserKrieger nicht lange, denn ihr machtgieriger Onkel Sato verfolgt mit neuen Schritten seine finsteren Machtpläne.

Bei dem Versuch, seine Machenschaften aufzudecken müssen sie erkennen, dass seine Pläne noch weit umfangreicher sind, als sie zunächst dachten.
Der zweite Band schließt nahtlos an den ersten Band an und ist etwas anders, aber nicht weniger gut gelungen. Konnte man im ersten Teil noch gemeinsam mit Jacob die Faszination der Unterwasserwelt bestaunen, gibt es diesmal mehr gefährliche Action und neben seinem Seelöwen sowie Halis bellendem Hai übernehmen auch Wale wichtige tierische Rollen.
Emotional beschäftigt Jacob seine Beziehung zu seinem Bruder Tristan, der mit der Umwandlung in einen Flutmenschen seelisch noch zu kämpfen hat und sich ein wenig zurückzieht. Meiner Meinung nach ist hier sehr gut dargestellt, wie Jacob seinen Bruder einfach nicht versteht, sich nicht in ihn hineinversetzen kann und zunächst mit verschiedenen Emotionen kämpft, von Trauer bis Eifersucht. Denn als die WasserKrieger nach einem unerklärlichen Angriff der Flutwesen auf eine Trockensiedlung das Flutmädchen Aiko bei sich aufnehmen, scheint Tristan ausser Aiko alles egal zu sein, selbst seine eigener Bruder. Da tat mir Jacob in seinem enttäuschten Zorn schon ein wenig leid. Ansonsten kann er jedoch in verschiedenen Situationen wieder Mut und Cleverness beweisen und den Kampf gegen seinen Onkel entscheidend vorantreiben.
Ein gelungener zweiter Teil der Waterland-Reihe, der nun deutlich mehr Action zu bieten hat und die fiesen Machenschaften des bösen Onkels aufdeckt.

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Werd spielerisch zum Superhelden in Mysterys Heldentruppe

Spiele-Comic Abenteuer: Mystery von Dan Jolley

Ein weiterer Spielecomic aus dem Haus Pegasus-Spiele, der sich sehen lassen kann. Bei einem Spielecomic löst der Spieler interaktiv Rätsel und Aufgaben, wobei er sich durch die über das gesamte Buch verteilten Panels (Comicbilder) durchhangeln muss. Das Buch wird also nicht linear von vorn nach hinten durchgespielt, sondern es gibt durchnummerierte Panels, auf die beim Spielen verwiesen wird und zu denen man im Lauf des Spiels hinblättert für weitere Informationen und Schritte.

Hierbei kann es sein, dass verschiedene Panels mehrfach besucht werden oder man sich zwischen mehreren Möglichkeiten für eine entscheiden muss.
Aufgabe des Superhelden-Spielecomics ist es, sich als Superheld bei Mysterys Heldentruppe zu bewerben. Mit ein paar ersten Fähigkeiten ausgestattet muss man zunächst Heldenpunkte durch kleine Alltagssituationen sammeln, um den ersten Level zu erreichen und somit die ersten Azubi-Prüfung zu bestehen. Insgesamt gibt es drei Level, die durchgespielt werden, um sich als neuer Superheld zu qualifizieren. Nach und nach sammelt man weitere besondere Fähigkeiten und kann in einigen Situationen wichtige Heldenpunkte verdienen oder verlieren, welche zum Erreichen des Folgelevels notwendig sind. Die Punkte sowie Fähigkeiten werden vorn in den Spielebogen eingetragen, welchen man sich auch auf der Seite des Verlags herunterladen kann.
Grad zu Beginn, wenn man die benötigten Punkte für das erste Level sammelt, lohnt es, sich die besuchten Panels etwas genauer anzusehen - manche Hinweise zu wichtigen Panels sind in die Bilder mit eingearbeitet. Ebenso sollte man sich nicht davon abschrecken lassen, dass zu Beginn sehr viel hin- und hergeblättert wird. Sobald die jeweiligen Level erreicht sind, wird das Blättern weniger, die Ziele leichter erreichbar. In einigen Panels gibt es QR-Codes, welche für weitere Informationen eingescannt werden können - der Spielecomic ist jedoch auch ohne dieses Zusatzfeature problemlos spielbar. Die Bilder sind äusserst unterhaltsam und ansprechend gestaltet, die Aufgaben auch für Einsteiger lösbar - zur Not beginnt man sein Abenteuer von vorn.
Der Spielecomic ist ein stabiles Hardcover mit Lesebändchen. Beim Spielen müssen keine Seiten zerstört oder geknickt werden, wodurch die Abenteuer immer wieder gespielt werden können, um auch mal andere Möglichkeiten auszutesten. Optisch und inhaltlich ein sehr gelungener und unterhaltsamer Spielecomic, für jeden Nachwuchs-Superhelden zu empfehlen.

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Wieviel Recht auf Leben würdest Du einem Klon zugestehen?

I am Elektra (Elektra, Bd. 2) von Christian Handel

Nachdem Klon Isabel in „Becoming Elektra“ erfolgreich den Platz der verunglückten Elektra Hamilton eingenommen hat, erwacht die Totgeglaubte nun. Allerdings nicht nur mit einem Mordskater, sondern auch in einem fremden Körper. Dem Körper von Kelsey, Isabels Zwillingsschwester. Neben deren körperlichen Narben scheint jedoch auch ihr Geist weiterhin zu existieren - in demselben Körper.

Zudem stellt sich das Problem, dass nur eine Elektra nach außen hin existieren darf. Welche perfiden Pläne verfolgt Priamos Hamilton?
Bereits der erste Band war hochgradig aufwühlend. Wer diesen nicht gelesen hat oder das Gelesene auffrischen möchte findet am Ende des Buches eine sehr gute Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse.
Diemal wird im Wechsel aus den Perspektiven von Elektra und Kelsey erzählt, zwei Personen, welche um ein und denselben Körper kämpfen. Auf diese Erkenntnis reagieren die beiden jungen Frauen sehr unterschiedlich, vor allem im Laufe der Zeit, was der Autor meiner Meinung nach recht gut dargestellt hat. Auch Isabels Rolle als Elektra-Ersatz nehmen beide höchst unterschiedlich auf. Ebenso entsteht somit für Isabels Verlobten Phillip und Elektras Bruder Hektor eine höchst komplizierte Situation - darf man jemanden opfern, um das Leben eines anderen zu retten? Oder lassen sich beide, Elektra und Kelsey, retten? Zudem schwebt über allem die große ethische Frage, ob Klone wie Menschen behandelt werden sollten oder nicht. Und durch weitere Pläne, welche Familienoberhaupt Priamos bereits im Geheimen bereit hält, stehen schon bald tatsächlich Leben auf dem Spiel.
Eine sehr gute Idee, die Thematik des ersten Bandes über die Rechte der Klone erneut aufzugreifen, zumal es bisher zu keiner zufriedenstellenden Lösung gekommen ist. Der Kniff diesmal ist es, dass man als Leser schnell vor dem Problem steht, wem der beiden Charaktere man den einen Körper zusprechen möchte oder muss, denn auf Dauer sind zwei Charaktere in einem Körper einfach keine Lösung. Hierzu ist natürlich erforderlich, dass man zu beiden Charakteren eine gewisse Bindung aufbaut, um beiden ein Weiterleben zu gönnen. Leider ist Christian Handel das mit Elektra bei mir nicht gelungen, ich empfand diese Person als stark naiv, selbstsüchtig und selbstzerstörerisch, so dass ich sie ohne weiteres ihrem natürlichen Schicksal überlassen wollte, welches ihr ohne Einwirken des Vaters, also einem Seelentransfer in Kelseys Körper, zustand. Das empfand ich als vertane Chance und somit als schade - hätte ich Elektra auf irgendeine Weise gemocht, hätte mich das Buch durch den inneren Konflikt, sie nicht sterben lassen zu wollen, deutlich mehr bewegt. Mag ein anderer Leser vielleicht anders empfinden. Zudem kam mir ihre Mutter etwas zu kurz, für die Elektra nur Abneigung übrig hat, obwohl sich bereits im ersten Band zeigte, dass sie gar nicht zu den Bösen gehört. Sieger der Herzen ist für mich hingegen der Bruder Elektras, Hektor, welcher eindeutig zwischen den Stühlen steht, jede der Elektra-Klone bzw. das Original retten möchte, aber einfach nicht die Möglichkeiten dazu hat. Ein sehr gelungener Nebencharakter, der im Lauf des Romans ein wenig über sich hinauswächst.
Stilistisch bewundere ich die Detailverliebtheit des Autors, welche auch diesen Roman wieder sehr lebendig wirken lässt, als wäre ich mit dabei. Selbst kleine futuristische Erfindungen der Zukunft sind wieder gekonnt mit eingebaut, besonders die Idee mit den Lavafischen gefiel mir sehr - lasst euch überraschen.
Eine sehr gelungene Fortsetzung rund um das brisante Thema des Klonens, wenn auch in meinen Augen mit ein paar Abstrichen, da mich Elektras Charakter zu kalt ließ, um mich auch diesmal wieder seelisch aufzuwühlen. Davon abgesehen dennoch nicht minder spannend.

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Von Null auf Superheldin gegen alle Vorurteile

Amari und die Nachtbrüder von B. B. Alston

Die junge Amari erhält von ihrem spurlos verschwundenen Bruder Quinton überraschend eine mysteriöse Nachricht, welche ihr eine verborgene magische Welt offenbart - und die Einladung, sich an der Sommerakademie magisch ausbilden zu lassen. Natürlich alles streng geheim. Amari will die Chance nutzen, um nicht nur in die Fußstapfen ihres beliebten Bruders zu treten, sondern vor allem, um Quinton wiederzufinden.

Denn Amari weiß ganz genau, dass ihr Bruder noch am Leben ist. Doch obwohl an der magischen Akademie Toleranz großgeschrieben wird - immerhin gibt es unzählige außermenschliche Wesen mit ihren jeweiligen Eigenarten - stößt Amari auch hier, wie bereits in ihrem bisherigen Leben, schnell auf Vorurteile und Ablehnung wegen dem, was sie ist und woher sie stammt. Doch Amari lässt sich so schnell nicht unterkriegen. Erst recht nicht, als ein mächtiger Feind droht anzugreifen.
Ach, was hätt ich Amari am liebsten knuddeln können. Egal, ob in der Schule oder an der Sommerakademie, überall gibt es Menschen, die ihr mit bösen Vorurteilen das Leben unnötig schwer machen. Neben Amaris Gefühlsleben ist es dem Autor sehr gut gelungen darzustellen, dass die Gründe hierfür unterschiedlich sein können: Angst, Unwissenheit, Falschinformationen, Gruppenzwang - oder einfach die Lust, anderen wehzutun. Zum Glück gibt es jedoch Menschen, die weiterhin an sie glauben und ihr Mut machen, so dass sie die Kraft und das Vertrauen in sich findet, um nicht aufzugeben. Zum Glück, denn sonst hätte sie nicht nur ein paar schöne Freundschaften nicht schließen können, sondern auch die Rettung ihres Bruders - und nebenbei der Welt - verpasst.
Der Roman ist einfach wundervoll. Neben vielen fantastischen Ideen quillt die Story über vor Wortwitz, Spannung, Emotionen und überraschenden Wendungen. Genaugenommen besitzt die Story alles, was es benötigt, um als absolutes Lesehighlight betrachtet zu werden. Wie eine Mischung aus Magierschule und Men in Black, Mut, Vorurteilen und ein wenig Weltrettung. Sehr genial! Und ich hoffe, wir werden irgendwann mehr von Amaris Abenteuern lesen können.

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VR-Roman, der in erster Linie von seinen Actionszenen lebt

Ghostwalker von Rainer Wekwerth

Für seinen neuesten Roman hat sich Rainer Wekwerth eine aussergewöhnliche Variante des zukünftigen, sicheren Datentransfers ausgedacht: Sogenannte Ghostwalker schleusen sich in virtuelle Welten der Konzerne ein, um dort wie in einem Videospiel gegen Abwehr-Bots und feindliche Datenjäger zu kämpfen, während sie versuchen, das Datenpaket ans Ziel zu bringen.

Einer dieser anonymen Ghostwalker ist der 17-jährige Jonas alias Moondancer, dem ein gutbezahlter Auftrag angeboten wird. Dicht auf den Fersen ist ihm jedoch die Walker-Legende Blue, die ein ganz persönliches Interesse an dem Datenpaket hat. Als beide merken, dass ein mächtiger und gefährlicher Feind selbst in der realen Welt über Leichen gehen würde, um an die Daten zu kommen, müssen Blue und Moondancer wohl gemeinsame Sache machen…
Zugegeben, ich liebe es, wenn Autoren Gedankenspielereien zu Virtual Reality (VR) und deren Möglichkeiten zu Papier bringen. Deswegen war ich auch für diesen Roman sofort Feuer und Flamme. Okay, den Gedanken, dass Firmen die Sicherheit des Transfers hochwichtiger Daten von der Tagesform einer Einzelperson, also einem Ghostwalker, abhängig machen, ist schon recht weit dahergeholt, zumal diese Personen IRL (in real life) anonym bleiben, um sich nicht angreifbar zu machen. Und dann auch noch einem 17-jährigen Schüler in die Hände legen, der vor lauter Schulschwänzerei seinen Abschluss riskiert und davon träumt, Profisurfer in Amerika zu werden? Und damit ist das echte Surfen im Wasser gemeint. Riskant.
Wenn man darüber einfach mal nicht weiter nachdenkt und sich auf die virtuellen Abenteuer und die Hintergründe zum so gefragten Datenpaket konzentriert - bleibt die Handlung zwar spannend, aber leider auch etwas oberflächlich und stellenweise verwirrend. Da wird spekuliert, wer die Guten und wer die Bösen sind, wer eine Person und wer nur ein Programm, ein wenig spielt dann noch Jonas‘ Familiengeschichte mit rein - und plötzlich ist das Ende einfach so da, ohne noch eine überraschende Wendung vom Autor präsentiert zu bekommen. Das hat mich jetzt nicht so begeistert wie erhofft, da hätte ich mir mehr Komplexität der Grundstory gewünscht, auf dem alles aufbaut, als nur eine Dauerflucht vor dem großen, ominösen Feind oder dem Lehrer, der wegen Schulschwänzerei mit dem Jugendamt droht. VR-Erlebnisse allein sind da etwas wenig und die Probleme der jungen Leute Blue und Moondancer waren teilweise schon ziemlich hausgemacht. Ich sag nur: Fehlendes Daten-Backup.
Ghostwalker bietet einen auf den ersten Blick interessanten Roman rund um die VR-Technik mit durchaus spannenden Szenen, dem für meinen Geschmack ein solides Grundgerüst sowie eine gewisse Detailverliebheit fehlen, um komplett überzeugen zu können.

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Episodenbuch aus teilweise vermenschlichter Katzenperspektive

Das Geschenk eines Regentages von Makoto Shinkai; Naruki Nagakawa

Das Buch ist ein Episodenband mit vier einzelnen Erzählungen plus gemeinsamem Epilog, welche hauptsächlich durch befreundete Katzen miteinander verknüpft sind. In jeder Episode geht es um eine andere Frau und eine erzählende Katze, wobei die Katzen jeweils erst zu ihren Besitzerinnen finden. In der ersten Episode beginnt es mit einer jungen Frau, die an einem Regentag ein Katzenjunges an der Straße findet und bei sich aufnimmt, quasi das Geschenk des Regentages.

Durch das Streifen durch die verschiedenen Reviere lernen die Katzen sich nach und nach kennen und erzählen von ihren zukünftigen Besitzerinnen. Die Perspektiven wechseln dabei zwischen Mensch und Katze, was an sich ganz interessant ist und für Abwechslung sorgt, die Welt mal aus Katzensicht zu betrachten. Als störend empfand ich jedoch, dass die Katzen sehr vermenschlicht dargestellt werden - so erwarte ich von einem Katzenjungen bestimmt keine philosphischen Gedankenansätze.
Durch die vier so unterschiedlichen Frauen mit ihren jeweiligen Erfahrungen, Sorgen und Problemen werden in den Episoden auch verschiedene brisante Themen angerissen wie das dortige Bild der Frau in Familie und Gesellschaft, das Pochen auf Familienehre und ihre Mitarbeiter bis zur Belastungsgrenze ausnutzende Vorgesetzte. Allerdings wirkten nur zwei der vier Frauen auf mich wirklich authentisch, die anderen doch eher stark überzogen, ihr Handeln stellenweise nicht nachvollziehbar. Zudem wurden viele Probleme oder gesellschaftliche Missstände nur oberflächlich behandelt, statt die Chance zu nutzen, die Leser ein wenig mehr aufzurütteln. Das machten in meinen Augen die vermenschlichte Katzenperspektive oder die poetische Wortwahl leider auch nicht mehr wett.

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Abenteuer in einem etwas anderen Avalon

Hidden Worlds 2 - Die Krone des Erben von Mikkel Robrahn

Im zweiten Band der Trilogie rund ums magische Avalon wachen Elliot Craig und die Elfe Soleil Boulanger nach einer strapaziösen Reise durchs Portal am Ziel ihrer Träume auf: Avalon. Leider ist diese Welt nur alles andere als traumhaft, von den vielen fantastischen Bewohnern einmal abgesehen. Genauso wie auf der Erde gibt es auch hier Ränke und Intrigen, angeführt von der Partei der „Erben Merlins“, deren Mitglieder es sich auf Kosten der Bewohner gut gehen lassen und auch ansonsten nicht immer fair spielen.

Das ist nicht nur enttäuschend für Soleil und Elliot, sondern vor allem auch keine Hilfe für die seit Jahrzehnten auf der Erde gestrandeten Bewohner Avalons, die gerne in ihre Heimat zurück wollen. Dafür müsste das Portal wieder geöffnet werden, was für die Erben Merlins absolut indiskutabel ist. Also muss eine andere Lösung her. Vielleicht könnte der Drache Rhegad ihnen erneut helfen?
Auch der zweite Band hält, war er verspricht: Diesmal werden Krone und Phönix eine Rolle spielen, wie auf dem Cover abgebildet. Doch zunächst lernen unsere beiden Reisenden die politischen Verhältnisse kennen, deren Hintergründe sie im Roman nach und nach aufdecken. Auf ihrer Reise durchs avalonische Land treffen sie auf Faune, Zentauren und ein paar tödlichere Lebewesen. Ist der Beginn des Buches mit den politischen Intrigen etc. noch etwas, was durchaus in ähnlicher Form auch auf der Erde spielen könnte, steigt der Fantasylevel mit Erreichen des Drachen Rhegad gewaltig an. Nicht nur die Abenteuer, sondern vor allem auf der Drache selbst konnten mich hervorragend unterhalten und machten regelrecht Spaß zu lesen. Wobei Soleil auch diesmal wieder Elliot in Bezug auf Mut und Ausdauer locker in die Tasche stecken kann. Das Extrahighlight bildet der Phönix, zu dem ich nichts weiter verrate.
Im gelungenen Mittelband der Trilogie lernt man ein Avalon kennen, welches der unseren Welt gar nicht so unähnlich scheint. Nach einem Einblick in die politischen Verhältnisse starten die Protagonisten auf der Suche nach dem legendären Drachen Rhegad wieder in spannende Abenteuer, lösen Rätsel und geraten in tödliche Fallen. Entsprechend steigt die Spannungskurve zunächst nur leicht an, um nach dem politischen Gezänke endlich den erwarteten Sprung nach oben zu machen.

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Von Hoffnung und Hilfsbereitschaft

Echo Mountain von Lauren Wolk

Ellies Familie versucht, sich in der Wildnis des Echo Mountain ein neues Leben aufzubauen, nachdem der große Börsencrash ihnen alles genommen hat. Das Leben ist hart, und nachdem ihr Vater durch einen Unfall ins Koma fällt glauben alle fälschlicherweise, dies sei Ellies Schuld. Mit ihrem noch kindlichen Verständnis der Welt versucht das naturliebende Mädchen, ihren Vater auf aussergewöhnliche Weise zu heilen - und zieht damit erst recht den Zorn ihrer Familie auf sich.

Bei ihren Streifzügen durch die Wildnis lernt sie noch weitere Bewohner des Berges kennen - und von ihnen weiteres Heilwissen.
Manchmal muss nicht nur der Körper geheilt werden, sondern auch die Seele. So ließe sich dieses Buch recht gut beschreiben. Während einige Personen hier körperlich versorgt werden müssen, machen Leid und Trauer andere Menschen krank wie z. B. Ellies Familie, die nach und nach dem Mädchen das Leben immer schwerer machen. Besonders die ältere Schwester empfand ich als erschreckend, die plötzlich meinte, ihrer jüngeren Schwester gegenüber erzieherische Maßnahmen ergreifen zu müssen, obwohl sie selbst ihre eigenen Fehler machte. Wobei Ellies erste Heilansätze, zugegebenermaßen, manchmal wirklich stark gewöhnungsbedürftig sind, wenn auch aus kindlicher Sicht wiederum verständlich.
Neben falschen Vorwürfen, Leid und Vorurteilen spielen im Buch Vertrauen, Hoffnung und Hilfsbereitschaft eine große Rolle. Ein wenig zuviel wurden mir ein paar blutige und eiternde Details einer Verletzung, die hätt ich jetzt nicht gebraucht, zumal diese Thematik einen großen, wenn auch zugegebenermaßen wichtigen Teil des Romans einnimmt. Auch waren mir gewisse Heilansätze der jungen Ellie etwas zu gewagt. Die zwischenmenschliche Entwicklung innerhalb der eigenen Familie sowie der Familie, welche später hinzukommt, war dafür glaubhaft und recht bewegend.

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Es ist nicht entscheidend, woher du kommst, sondern wohin du gehen willst

Dinge, die so nicht bleiben können von Michael Gerard Bauer

Orientierungstag an der Uni: Sebastian meint, dort seine Traumfrau gefunden zu haben und gerät stattdessen an Frida. Frida ist in allen Dingen aussergewöhnlich, im Aussehen, im Verhalten und darin, eine gänzlich neue Seite an Sebastian herauszukitzeln. Gemeinsam mit bzw. mithilfe von Sebastians bestem Freund Tolly lernen Sebastian und Frida an diesem Tag sehr viel über das Leben und die eigenen Ziele.

„Nicht jeder ist dafür geschaffen, Batman zu sein, weißt du. Jemand muss auch Robin sein. Es ist nicht verkehrt, ein Sidekick zu sein.“ (Zitat S. 93)

Im Gegensatz zu seinem besten Freund Tolly ist Sebastian eher zurückhaltend und weiß noch nicht so recht, was er will. Da begegnet er Frida, die scheinbar auf alles eine schlagfertige Antwort hat, aber trotz vieler Worte um die eigene Person ein großes Geheimnis macht. So nach und nach wird Sebastian die Verletzlichkeit von Frida immer mehr bewusst und im Lauf des Romans kristallisiert sich heraus, dass die beiden einander gut tun. Und zwar mehr, als zunächst gedacht.
Ein sehr unterhaltsames Buch mit lustigen wie auch tragischen Momenten. Sehr gefallen hat mir Tolly - jeder sollte einen Tolly haben. Warum, liest man am besten selbst. Dass die eigene Vergangenheit einen manchmal belasten kann wird im Buch sehr gefühlvoll und verständlich behandelt, überflüssige Klischees wurden vermieden - in meinen Augen ein großer Pluspunkt für das Buch! Zwischen lustigen und persönliche Momenten entwickelt sich das Buch von dem Lösen von Geheimnissen zur Frage, wie man am besten mit negativen Erlebnissen umgeht, sowohl mit den eigenen als auch mit denen anderer. Auch hier wirkt Tolly ein wenig wie ein Vermittler zwischen Frida und Sebastian und dennoch wie ein guter Freund.
Einfühlsam und dennoch unterhaltsam wird thematisiert, wie schwierig es manchmal ist, anderen den Blick auf die Person hinter der Maske zu ermöglichen.

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