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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Christina P.:

Potential einer grandiosen Idee verschenkt

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V. E. Schwab

Adeline war schon immer ein Freigeist, eine Träumerin, die ihr Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten wollte statt in der Ehe mit einem Mann wie eine gepflückte Rose zu verwelken. Als sie 1714 als junge Frau zur Ehe gezwungen wird, fleht sie auf ihrer Flucht die Götter um Hilfe an. Einer meldet sich tatsächlich, bietet ihr ein freies Leben gegen ihre Seele.

Zwar glaubt Adeline, bei diesem Handel alles richtig bedacht zu haben, doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail und ihre Formulierung lässt dem Gott der Finsternis genügend Spielraum, um Adeline in ein freies Leben nach seinen Vorstellungen zu schicken. Ein Leben, in welchem sich die Leute nicht mehr an sie erinnern, sobald sie Addie aus den Augen verlieren und sie keine direkte Möglichkeit hat, Spuren zu hinterlassen. Dafür hinterlässt das Leben allerdings auch keine Spuren an ihr.

„Und ganz gleich, wie verzweifelt du bist, bete niemals zu den Göttern, die nach Einbruch der Nacht antworten.“

Die Geschichte klingt zunächst reizvoll, bietet sie doch viel Potential, Addie auf ihrem unsichtbaren Leben durch die Jahrhunderte zu begleiten. Tatsächlich wurde diese Möglichkeit von der Autorin gar nicht wirklich ausgereizt. Berichte besonderer historischer Ereignisse, welche Addie miterlebt hat, findet man im Roman ebensowenig wie die Chance, die Welt zu erkunden, wie sie es sich als Kind oft erträumt hat. Stattdessen lebt sie die meiste Zeit in Paris mit ein paar nostalischen Abstechern in ihr Heimatdorf sowie später in New York. Keine Reisen nach Afrika oder Asien, kein Besuch von Woodstock oder eine Fahrt im Orient Express, keine spannenden Kombinationen mit historischen Berühmtheiten, nichts. Lediglich ein Sänger wurde mal am Rande erwähnt. Ziemlich enttäuschend.
Auch das Potential, durch den gelegentlichen Besuch vom Gott der Finsternis, den Addie Luc getauft hat, Abwechslung reinzubringen wurde verspielt, indem die beiden sich lediglich ein paar langweilige Wortgefechte liefern, er sie aus brenzlichen Situationen entführt und die Autorin dem ganzen noch eine unnötige Romanze andichtete.
Insgesamt blieb Addies Leben relativ langweilig, nach ihrer ersten Orientierungsphase kam keinerlei Neugier auf das Leben, vielmehr wurde beschrieben, wie sie sich als Betthäschen wiederholt Übernachtungsmöglichkeiten sicherte. Die Rolle als unbekannte Muse blieb auch eher unbedeutend.
Mit dem Einführen eines weiteren Hauptcharakters, Henry, erfährt man unnötigerweise seine halbe Lebens- und Leidensgeschichte, was das Ganze noch mehr in die Länge zieht. Henry kann sich überraschend an Addie erinnern, auch als sie einen Tag später erneut in seinen Buchladen kommt. Zusammen mit Luc bildet das Ganze eine sehr fragwürdige Ménage à Trois, die statt Spannung und Handlung nur noch mehr Gedankenwälzerei mit sich bringt. Da wurd es auch irgendwann langweilig, zum x-ten Mal zu erleben, wie Addie erneut Henrys Freunde kennenlernt und wie diese auf sie reagieren.
Eine recht langweilige Erzählung, bei der die Verbindung zu historischen Ereignissen oder Persönlichkeiten in keinster Weise ausgereizt wurde. Addie mutiert von einer lebenshungrigen jungen Frau zu einem langweiligen Betthäschen, dass keinerlei Ambitionen zeigt, die Welt zu erkunden und stattdessen beginnt mit dem Gott, der ihr das eingebrockt hat, rumzuflirten. Manche Gedanken, die Addie im Laufe des Romans anstellt, mögen zwar ganz interessant sein, handlungstechnisch orientiert sich das Ganze jedoch eher an der Baseline ohne wirkliche Höhepunkte oder Spannungselemente.

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Abenteuer in einer futuristischen Geheim-Stadt

Catacombia, Band 1: Abstieg in die Tiefe. Ausgezeichnet mit dem Leipziger Lesekompass 2022! (Spannendes Fantasy-Abenteuer ab 10 Jahren) von R. L. Ferguson

Durch einen Schacht stürzt der 13-jährige Sam gemeinsam mit Straßenhund Einstein in eine verborgene Stadt tief unterhalb New Yorks: Catacombia. Alte Baustile und futuristische Gebäude inmitten von Wasserstraßen, Fahrzeuge, die sowohl in der Luft als auch im sowie unter Wasser unterwegs sind - Sam kommt zunächst aus dem Staunen nicht heraus und würde alles dafür tun, um in dieser magisch anmutenden Welt bleiben zu dürfen.

Doch der Schein trügt und Sam kommt einem großen Geheimnis auf die Spur. Und ehe er sich versieht, steckt er mitten drin in einem gefährlichen Abenteuer, welches für das Schicksal Catacombias entscheidend ist.
Auf dem Cover lässt sich wunderbar erkennen, wie Sam und Einstein Catacombia bestaunen, nachdem sie die über ihnen liegende Welt verlassen haben. Die Handlung geht recht zügig voran, in Catacombia angekommen wird er sogleich mit den anderen Kindern zur Akademie geschickt, deren futuristische Version der Schule, wo er in vielerlei Dingen einfach ins kalte Wasser geworfen wird. Nebenbei findet er heraus, was das seltsame Zeichen bedeutet, welches Auslöser für seinen Sturz nach Catacombia war. Zudem gibt es Kritiker des regierenden Rats, terroristische Anschläge und Sam kann zunächst nicht differenzieren, wer die Guten und wer die Bösen sind.
Erlebnistechnisch ist das Buch definitiv spannend, zumal die Technologien und Erfindungen in Catacombia aussergewöhnlich sind. Dass einige Bewohner sich den Oberweltlern dadurch überlegen fühlen bleibt nicht aus. Allzuviel erlebt man in Band eins zunächst noch nicht von Catacombia, dafür ist Sam an zuwenig Orten unterwegs und mehr damit beschäftigt, unterwegs staunend die Stadt zu betrachten und sich die fremde Technik anzueignen. Dafür erlebt man bereits einige besondere Fähigkeiten und Erfindungen dieser Welt und Sam ist dem Geheimnis auf der Spur, was die Quelle dieser Macht wirklich ist. Zudem erfährt er ein wenig über seine eigene Herkunft dabei. Auch wird er recht schnell zwischen die Fronten zwischen Rat und Ratsgegnern gezogen, so dass es für Sam bzw. die Leser nicht langweilig wird. Überhaupt ist Sam recht aufgeweckt und sympathisch und fällt mit seiner Vorliebe für Fast Food im übergesunden Catacombia auf charmante Art aus dem Rahmen.
Ein gelungener Einstieg in eine flotte Abenteuer-Trilogie, in der ein sympathischer Junge hinter das erschreckende Geheimnis einer perfekt wirkenden Geheimwelt kommt.

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Interdisziplinäres Sachbuch, auch ohne Vorkenntnisse leicht verständlich

Überhitzt von Claudia Traidl-Hoffmann; Katja Trippel

Die Autorinnen haben sich für ihr Buch interdisziplinär damit befasst, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Gesundheit des Menschen hat. Da der Einfluss auf unterschiedliche Weise geschehen kann, ist das Buch in entsprechende Abschnitte unterteilt. Bei Erderwärmung denkt man zunächst an Hitzewellen - was dies für einen Körper bedeutet und was die Regierungen bisher (nicht) tun, um ihre Bürger zu schützen, ist recht verständlich dargestellt.

Da das sich wandelnde Wetter ebenfalls Einfluss auf Flora und Fauna hat erfährt man weiterhin Wissenswertes über die sich wandelnde Pollenbelastung ebenso wie über Erkrankungen durch Mikroorganismen (Bakterien, Viren u.a.) und deren Übertragungswege. Natürlich können auch Naturgewalten wie Überschwemmungen, Hagelschauer und instabile Gletscher die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen.

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz!

Für die jeweiligen Themenfelder haben die Autorinnen sich mit Fachleuten diverser Gebiete ausgetauscht und die Erkenntnisse populärwissenschaftlich und leicht verständlich in ihrem Buch zusammengefasst. Weiterführende Links für mehr Informationen sind im Buch angegeben. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit der psychischen Belastung derer, die sich mit den Folgen beschäftigen sowie mit der Frage, warum viele sich vor einer Auseinandersetzung mit diesen Themen scheuen. Denn letztendlich ist klar, dass viele Menschen sich aus ihrer heutigen Komfortzone herausbequemen müssen, um der Folgegeneration eine zukünftige Komfortzone zu ermöglichen.
Das Buch ist eine gute Lektüre, um leicht verständlich und ohne Vorwissen einen Überblick über verschiedene Einflüsse der sich wandelnden Welt zu erhalten, die unsere Gesundheit in Zukunft stärker beeinflussen werden.

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Lustiger Lesespaß

Freddy Sidebottoms absolut peinliche Welt von Rebecca Patterson

Herrlich amüsant und unterhaltsam. Freddy schafft es in einer Tour, dass ihm Patzer geschehen, die andere zum Lachen bringen. Ob nun aus Unachtsamkeit oder Aufregung. Er selbst ist darüber alles andere als glücklich - wer mag es schon, wenn die Mitschüler über einen lachen? Sein Opa bastelt ihm eine etwas unausgereifte Zeitmaschine, durch die Freddy seine Patzer gekonnt wieder ausbügeln kann, als wären diese nie geschehen.

Endlich ist auch er mal der coole Freddy, der von allen bewundert wird. Bis das Gerät kaputt geht.
Das Buch ist jede einzelne seiner Seiten wert. Freddys Missgeschicke sind wirklich manchmal zu komisch, ohne übertrieben albern zu wirken. Die Möglichkeit, unangenehme Situationen rückgängig zu machen, ist da allzu verständlich, da würde wohl jeder auch gerne so eine tolle Erfindung seines Opas nutzen. Zudem hat Freddy eine herrlich unterhaltsame Art, von seinen Erlebnissen zu erzählen. Die Quintessenz ist, dass Freddy am Schluss lernt, mit peinlichen Situationen umzugehen, da sie auch anderen geschehen und wenn man sie gemeinsam mit anderen überspielt, ist es gleich nur noch halb so dramatisch.

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Der zweite Band der Trilogie schwächelt etwas, ist nicht so spannend

Nordstern - Die Nacht der freien Pferde von Karin Müller

Der zweite Teil der Nordstern-Trilogie schließt direkt an den ersten an, an der fürchterlichen Unfall, welchen Erla und ihre Schimmelstute Drifa durch den Angriff des mysteriösen Unwesens beim Schafabtrieb erlitten. Flóki und Kadlin aus dem Elfenvolk der Húldu retteten beiden das Leben, jedoch vergeht die Zeit im Elfenreich anders als im Reich der Menschen.

Während Erla sich langsam von ihren starken Verletzungen erholt, scheint sie zur Rettung von Drifas Leben eine folgenschwere Entscheidung treffen zu müssen, welche die Heilerin Jorunn bereits seit langem vorausgesehen hat.
Dadurch, dass sich dieser Band wirklich lange Zeit um Erlas Rekonvaleszenz dreht, geschieht leider vor allem zu Beginn nur sehr wenig, statt Handlung bekommt man vielmehr Erinnerungen und Gedanken zu lesen. Das fand ich auf Dauer leider etwas langweilig, überhaupt zog sich das Abenteuer im Vergleich zum ersten Band ziemlich in die Länge. Auch gab es diesmal deutlich weniger isländisches Flair. Erlas vorherbestimmtes Schicksal, welches bereits im ersten Band angedeutet wurde, wird diesmal zwar immer deutlicher erahnbar, ebenso die Hintergründe des Angriffs, dennoch wirkte der Band eher wie eine Vorbereitung auf das große Abenteuer im dritten Teil.
Die Faszination des ersten Bandes habe ich hier vermisst, der Band ist etwas ruhiger, beschäftigt sich lange mit Erlas Genesungsphase, es wird mehr geredet statt gehandelt. Dennoch macht der zweite Teil neugierig, welches Schicksal Erla im dritten Band der Trilogie erwarten wird.

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Aussergewöhnliche Ermittlungsmethoden und Spezialwissen über den Tod

Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1) von Oliver Pötzsch

Wien 1893: Jack the Ripper scheint einen Nachahmer gefunden zu haben, als mehrere Frauen brutal ermordet aufgefunden werden. Einer der Ermittelnden ist Inspektor Leopold von Herzfeldt, frisch aus Graz angereist und geschult in den neuesten Methoden der Kriminalistik. Der Fall scheint verzwickt, der Täter den Ermittlern einen Schritt voraus.

Als sich weitere Todesfälle mit diesen Verbrechen überschneiden erhält von Herzfeldt wichtige Hinweise von Totengräber Augustin Rothmayer, der sich mit den Toten besser auskennt als mit den Lebenden und sein Wissen in einem umfangreichen Almanach zusammenfasst.
Der Grazer Untersuchungsrichter Hans Gross gilt als einer der Begründer der modernen Kriminalistik. Mit Leopold von Herzfeldt hat der Autor einen fiktiven Schüler von Gross erdacht, der zwar erfolgreich in seinen Ermittlungsmethoden sein mag, sich mit seinem arroganten Auftreten und dem Mangel an Teamfähigkeit jedoch keine Freunde macht. Statt an sich zu arbeiten schiebt er die mangelnde Kollegialität der anderen auf das bornierte Festhalten veralteter Methoden sowie Judenhass. Vor allem gegenüber dem Totengräber hat mich seine herablassende Art ziemlich geärgert, die im Klappentext versprochene gemeinsame Ermittlung ließ sich zunächst nicht erkennen.
Sympathieträger waren für mich vielmehr sowohl der Totengräber Augustin sowie die Polizeitelefonistin Julia, deren Fähigkeiten in der männerdominierten Welt ein wenig untergehen.
Die Fälle gestalten sich als spannend inszeniert und zunächst undurchschaubar, ebenfalls bleibt lange nicht klar, inwiefern die einzelnen Fälle in Zusammenhang stehen könnten. Die Alleingänge des Inspektors von Herzfeldt haben mich mehrfach gestört, das wirkte unprofessionell, der Ärger mit den Vorgesetzten vorprogrammiert. Dass er Julia mit fadenscheinigen Begründungen mit reinzog und sie einfach so vermehrt ihrer Arbeit fernbleiben konnte empfand ich als unglaubwürdig. Das titelgebende Buch des Totengräbers spielt zwar im Roman selbst keine signifikante Rolle, spannend zu lesen sind jedoch fiktive Auszüge des Almanachs, welche einigen Kapitel vorweg angegeben sind.
Verzwickt miteinander in Zusammenhang stehende Mordfälle, ausgefallenes Wissen der damaligen Zeit über Tote sowie die Anfänge der Kriminalistik im früheren Wien ergeben einen spannend zu lesenden Krimi, dessen Genialität durch die Überheblichkeit des Protagonisten etwas ausgebremst wird.

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Entwickelt sich zu einer künstlichen Story

Forever and ever von Samantha Young; Kristen Callihan

Parker hat ein Problem: Für eine Festanstellung in ihrem neuen Job verlangt der Investor der Firma eine gewisse Konstante im Leben der Mitarbeiter wie Eigenheim oder festen Partner. Parker ist Single, seit Jahren. Also sucht sie sich in Dean einen Fake-Freund gegen Bezahlung. Zum vereinbarten Geschäftsessen erscheint jedoch nicht Anzugträger Dean, sondern dessen Bruder Rhys, Ex-Boxchampion und definitiv im falschen Outfit.

Von da an entwickelt sich alles ganz anders, als erwartet: Der Investor ist von Rhys mehr als angetan, Rhys erhofft sich von ihm finanzielle Unterstützung für sein vor der Pleite stehendes Boxstudio - und zwischen Parker und Rhys entsteht bald mehr als nur ein Fake-Kribbeln.
Die Liebesgeschichte an sich ist zunächst recht unterhaltsam, zumal mit Parker und Rhys zwei unterschiedliche Welten aufeinander prallen und beide so ihre Vorurteile dem anderen gegenüber haben. Für Rhys ist Parker die studierte Weltverbesserin aus reichem Haus, während sie in ihm den ungebildeten Boxer aus der Mittelschicht sieht, der reihenweise Frauen abschleppt. Leider haben die Autorinnen diese Klischees stellenweise selbst bedient, indem sie Parker stark darauf achten ließen, wie sie auf andere wirkt und verpassten der Dreissigjährigen eine lächerliche „ich darf nicht fluchen, das ist nicht ladylike“-Einstellung. Und wenn sie Rhys an Parker denken ließen, dann oftmals in der Form, wie heiß ihn das macht und wie hart er davon wird. Die Platte wurd irgendwann langweilig.
Ebenso übertrieben war, wieviel Macht dem milliardenschweren Investor der Firma überhaupt ermöglicht wurde, nicht nur über die Firma, sondern auch über andere, bis hin zur Erpressung. Eine Entwicklung, bei der ich mich mehrfach wunderte, warum die Personen sich überhaupt erst darauf einließen, zumal es nicht nur bei seiner Misogynie blieb.
Zwar gefiel mir das langsame Herantasten von Parker und Rhys, auch wenn einige Missverständnisse hausgemacht waren, während mich andererseits verwunderte, dass die beiden, Vertrag hin oder her, ausserhalb der Fake-Freund-Dates zunächst kaum miteinander sprachen. Wie soll man da vor anderen vertraut wirken? Und während der Intimitäten haben die Autorinnen den Körpergrößen-Unterschied von rund 40 cm der beiden schlichtweg einfach mal vergessen und sie sich „dabei“ intensiv küssen lassen.
Anfangs noch ganz unterhaltsam, ließ die Begeisterung im Laufe des Romans irgendwann nach, als sich einfach gefühlt irgendwelche Szenen aneinander reihten mit tagelangen Pausen dazwischen, der Investor überzogen viel Macht auslebte gegen die sich niemand so richtig wehrte und die heiß/hart-Gedanken sowie diverse Sexszenen (über Stunden natürlich) sich wie Wiederholungen lasen.

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Nur mäßig spannend

Wer zuletzt lügt von Flynn Laurie Elizabeth

Ein Jahr nach dem Verschwinden eines beliebten Schülers verschwindet die nächste Schülerin einer Highschool - beide sollen angeblich im Meer ertrunken sein, von beiden fehlt jedoch seitdem jede Spur. Fiona, die mit der verschwundenen Aussenseiterin Trixie befreundet war, lässt das Ganze keine Ruhe und sie beginnt, nach Beweisen zu suchen, was wirklich geschehen ist.

Ihrer Theorie nach ist zumindest Trixie noch am Leben.
Durch die kurzen Kapitel lässt sich das Buch recht angenehm lesen. Ich-Erzählerin Fiona springt allerdings gerne in der Zeit hin und her, da muss man ein wenig darauf achten, ob der Text grad in der Gegenwarts- oder Vergangenheitsform geschrieben ist. Durch Fiona ist das Buch leider auch sehr subjektiv, was z. B. aufzeigt, dass sie ein stark gestörtes Selbstbewusstsein hat und erstmal sinngemäß von sich behauptet, von der vegetarischen Cheerleaderin zur FastFood-Pummelfee mutiert zu sein - natürlich rein durch den schlechten Einfluss von Trixie, welche sie dazu verleitet hat. Trixie war es dann auch, welche Fiona dazu brachte, sich von ihrem bisherigen Leben abzuwenden. Schuld sind immer die anderen. Dass Fiona ziemlich leicht beeinflussbar ist macht sich an mehreren Stellen bemerkbar. Sehr gut nachvollziehbar dargestellt ist dagegen, wie sie zwar unsterblich in Mitschüler Beau verliebt ist, sich aber nicht traut, ihn mal um ein Date zu bitten - bis ihre Freundin ihr in den Rücken fällt und ihr den Schwarm ausspannt. Überhaupt ist das Verhalten so mancher Personen in diesem Buch etwas fragwürdig, einiges nicht so recht nachvollziehbar. Was die Spannung betrifft, bleibt diese leider nur mäßig. Dazu ist Fiona viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, lässt sich von anderen beeinflussen und kniet sich auch nicht so wirklich in die Recherche rein. Neben jeder Menge Teeniedrama erfährt man von so manchen Alltagslügen und Intrigen, woraus man zwar Rückschlüsse auf einige Charaktere ziehen kann, mit einem Jugendthriller hat das jedoch nur wenig zu tun. Ebenso bleibt vieles zu oberflächlich, so dass das Buch nicht ganz ausgereift wirkt.
Mir war der ganze Roman zu subjektiv, der notwendige Tiefgang fehlte. Das Buch weist für einen Thriller zuwenig Spannung auf und die Möglichkeit, ein Verwirrspiel subtiler Lügen und Intrigen aufzudecken, wurde hier ebenfalls vertan.

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Familientreffen mit Lucifer

Celestial City - Akademie der Engel von Leia Stone

Neues Jahr, neues Glück für Brielle und ihre beste Freundin Shea an der Akademie der Engel. Die Zeremonie für Brielles Bruder steht kurz bevor, zudem hat sie sich in den Kopf gesetzt, ihre Mutter aus dem Dämonenvertrag auszulösen - hierfür bietet sich schon bald überraschend eine passende, wenn auch gefährliche Gelegenheit.

Aber was soll schon groß schiefgehen mit einer sprücheklopfenden Seraphimklinge als Sidekick? Okay, Tattoo-Spender Lucifer könnte unerwartet vorbeikommen…
Der zweite Band der Jugendfantasy-Reihe schließt nahtlos an den ersten an. Die toughen Freundinnen Shea und Bri lassen nichts auf sich kommen und setzen sich mutig für ihre Familie ein, ebenso ist Brielles Lover Lincoln hier und da eine ziemliche Hilfe, über dessen Vergangenheit man ein wenig mehr erfährt. Das Worldbuilding ist natürlich weiterhin klischeehaft schwarzweiß gezeichnet, was mich an der Reihe stellenweise ziemlich stört, jedoch auf eine gewisse Weise manchmal notwendig für die Handlung ist. Am spannendsten sind die Auftritte mit Lucifer, welcher noch für einen ziemlichen Cliffhanger sorgt. Und auch Klinge Sera gewinnt als Brielles Sidekick immer mehr an Bedeutung und ist ebensowenig auf ihren nur von Brielle hörbaren Mund gefallen wie das Dreamteam Shea und Bri.
Eine erneut spannend-humorvolle Fortsetzung der Fantasy-Reihe, bei welcher man in Kauf nehmen muss, dass sie stellenweise ein wenig klischeehaft und oberflächlich gestaltet ist. Dafür bekommt man toughe Mädels, eine sprücheklopfende Klinge, eine etwas durchgeknallte Story und - endlich - Lucifer zu Gesicht.

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Wem gehört die nächste Welt?

Das ferne Licht der Sterne von Laura Lam

In nicht allzu ferner Zukunft: Die Erde hält längst Kurs auf ihren Untergang, Naturkatastrophen machen ein Überleben auf dem überbevölkerten Planeten auf lange Sicht unmöglich. Das Terraforming auf dem Mars geht nur langsam voran und könnte längst nicht alle Menschen retten. Hoffnung bietet ein kürzlich entdeckter Planet in der Goldilocks-Zone, welcher mit neuester Technik erreicht und bewohnbar gemacht werden könnte: Cavendish.

Maßgeblich an der Entwicklung der benötigten Technologien beteiligt war und ist die brilliante Wissenschaftlerin Valerie Black, die unbedingt auf der ersten Mission zum neuentdeckten Planeten dabei sein will. Die Not der Bevölkerung ließ jedoch viele wieder zu veralteten Werten zurückkehren - einflussreiche weiße Männer in teuren Anzügen übernehmen immer mehr die Macht, drängen die Frauen zurück und berauben sie schleichend der Möglichkeiten ihrer Selbstbestimmung. Valerie Black sieht daher keine andere Wahl, sie stiehlt das Raumschiff zusammen mit vier weiteren Wissenschatflerinnen - vor den Augen des selbstgefälligen amerikanischen Präsidenten.
Ein aussergewöhnlicher Roman. Neben den zu erwartenden Science Fiction Elementen, welche teilweise auf Weiterentwicklungen aktueller Technologien, teilweise auf theoretischen Überlegungen späterer Möglichkeiten beruhen, beschäftigt sich der Roman mit ethischen Fragen ebenso wie mit Gesellschaftskritik. Neben dem Verschließen der Augen vor der Wahrheit werden Diskrimierung und Homophobie ebenso zur Sprache gebracht wie die Arroganz des amerikanischen Präsidenten, sich zum Präsidenten der gesamten Menschheit aufzuspielen. Als Kritik möchte ich hierbei erwähnen, dass leider primär die politischen Verhältnisse der USA als Maßstab im Roman dargestellt werden, die anderen Staaten verbleiben eher unter „ferner liefen“.
Erzählt wird das Ganze aus der Sicht von Biologin Naomi Lovelace, die als Adoptivtochter von Valerie Black mit an Bord des Raumschiffes geht. Rückblenden ergänzen die Gegenwart an passender Stelle. Bei einer rein femininen Besatzung liegt der Fokus ein wenig anders als bei einer männlichen Crew. Die Probleme im Weltraum wären allerdings dieselben, welchen sich die Wissenschaftlerinnen kompetent stellen. Generell wirkt alles sehr überzeugend und realistisch. Spannend wird es, als nach und nach ethische Überlegungen an Bord immer stärker in den Fokus rücken, wie es mit der Menschheit und der Besiedlung Cavendishs ablaufen soll. Die Grenzen, wie weit jemand gehen würde, liegen bei jedem anders. Auch hier meine Kritik, dass mir einiges zu sehr in Fanatismus abdriftete.
Ein solides SF-Lese-Erlebnis, welches Erlebnisse im Weltraum ebenso bietet wie ethische und gesellschaftskritische Themen.

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