Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Meli:
Wenige Erklärungen und viele Beispiele - hilfreich bei den Chibis und sonst eher weniger
Witzige Kawaii-Figuren zeichnen Schritt für Schritt. Das Kawaii-Zeichenbuch für Einsteiger und schnelle Zeichenerfolge von Yishan Li
Es fällt mir schon sehr schwer, dieses Buch zu bewerten, denn kurz gesagt fand ich die Anleitungen wenig hilfreich, aber es ist mir trotzdem gelungen, niedliche Figuren zu zeichnen.
Nach einer kurzen Einleitung zum Thema des Buches und Empfehlungen bezüglich der Malutensilien beginnen auch schon die Zeichenanleitungen.
Das Buch zeigt verschiedene Motive: Chibis, Tiere, Alltagsgegenstände, Fahrzeuge und Lebensmittel. Am Anfang jedes dieser Kapitel gibt es es ein paar Tipps, die nur wenig hilfreich sind: da steht dann mehr oder weniger, dass man alles mögliche niedlich darstellen kann und freie Hand bei der Auswahl der Motive hat.
Dann kommen seitenweise Beispiele ohne jegliche Kommentare. Gerade die Chibis sind dabei ziemlich gleich. Die ersten fünf Schritte sind die grobe Skizze für die Körperhaltung: ein Kreis für den Kopf, dann ein kleiner Kasten für den Körper, dann Arme, im nächsten Schritt Beine, danach ein Kreuz als Orientierungslinien für das Gesicht. Dann kommen Kleidung und Haare, dann verschwindet die Skizze, dafür kommen Gesicht und Details dazu. Im letzten Schritt wird koloriert. Diese acht Schritte gibt es bei allen 33 Chibi-Zeichnungen. Einerseits bekommt man nach so vielen Beispielen schon ein gutes Gefühl für die Chibis, aber ich fand vor allem die ersten Schritte - ganz besonders den schlichten Kreis für den Kopf! - nicht wirklich notwendig, das hätte man auch abkürzen können. Durch die Ähnlichkeit in der Vorgehensweise konnte ich da auf jeden Fall die größten Erfolge verzeichnen und finde, dass mir die Chibis auch gut gelungen sind.
Bei allen anderen Motiven konnte ich diese Routine eher nicht entwickeln, daher fühle ich mich beim Zeichnen auch eher unsicher. Ich habe aus den Beispielen den Schluss gezogen, dass ich die Motive auf wenige und einfache Figuren reduzieren soll und dass es keine spitzen Ecken gibt, alles ist rund und weich. Aber das ist auch etwas, dass ich mir selbst zusammenreimen musste, da es hier wie gesagt kaum hilfreiche schriftliche Anleitungen gibt.
Fazit:
"Witzige Kawaii-Figuren zeichnen" hat mir dabei geholfen, Chibis zu zeichnen, aber ich hatte einfach mehr Anleitungen erwartet und habe nur Beispiele erhalten. Es lässt mich etwas zwiegespalten zurück, weil es meine Zeichenkünste ja schon verbessert hat, aber ich hätte etwas ausführlichere Tipps erwartet.
Sehr viel Liebesgeschichte, sehr wenig magisches Abenteuer
Eliza Moore von Valentina Fast
Eliza wollte schon lange nichts mehr mit der Liga zu tun haben, aber als sie dann selbst von einem dieser Schatten angegriffen wird und ihre Schwester sich aus dem Staub macht, erwartet man von Eliza, dass sie die Pflichten der Hüterin übernimmt und das Seelentor bewacht, das die Welt vor dem Bösen beschützt.
Das muss sie auch nicht alleine machen, sondern bekommt Unterstützung von ihrem Seelenpartner Conor.
Ich liebe Liebesgeschichten! Daher lese ich ja auch schon hauptsächlich Liebesromane und Romantasy, eigentlich gibt es in jedem Buch, dass ich lese, auch etwas romantische Liebe. Ich kenne ja auch schon so einige Bücher von Valentina Fast, die ja auch spannende Bücher schreiben kann, und hätte vielleicht etwas mehr Handlung erwartet, denn Elizas Liebesgeschichte nimmt hier wirklich sehr viel Raum ein, während man über die magische Welt nur sehr wenig erfährt und auch so ziemlich alle Fragen unbeantwortet bleiben.
Ich mochte eigentlich auch hier die Liebesgeschichte, mit einem Liebesdreieck, Seelenverwandten und der Frage danach, ob Gefühle und Entscheidungen dem Schicksal trotzen können. Denn da ist noch Logan, der scheinbar Interesse an Eliza hat, sich aber zurückhält, weil er keine Chance gegen eine so tiefe Verbindung hätte, wie Eliza und Conor sie haben. Ich fand diese Konstellation besonders am Anfang noch spannend, aber dann fand ich Elizas provokante Art eher nervig und während Conor, der mir am Anfang noch zu ängstlich war, immer sympathischer wurde. Das Buch endet mit einem eher enttäuschenden Cliffhanger, aber nicht bevor nicht noch einige schlechte Entscheidungen getroffen wurden.
Wie gesagt hätte ich es schön gefunden, wenn man auch etwas mehr von der magischen Welt gesehen hätte. Den meisten Raum nehmen die Beziehungen der Charaktere untereinander ein, während das Abenteuer vielleicht etwa einen Viertel der Geschichte einnimmt. Man sieht die bedrohlichen Wesen nur selten und erfährt noch weniger über sie und alles bleibt offen für die Fortsetzung.
Fazit
"Eliza Moore - Flüsternde Schatten" hat mir eigentlich schon gut gefallen, aber die Liebesgeschichte nahm zu viel Raum ein, während es sonst kaum Antworten gab und man auch nur wenig von der magischen Welt gesehen hat. Ich hatte von der Autorin schon ein bisschen mehr erwartet!
Zeitreise und Mädchenzeug
#London Whisper – Als Zofe ist man selten online von Aniela Ley
Gerade noch Schülerin in einem schicken englischen Internat, doch plötzlich reist Zoe zweihundert Jahre in der Zeit zurück und wird Zofe der schüchternen jungen Miss Lucie. Zuerst hält sie das ganze noch für einen lebhaften Traum, aber als sich ihr unfreiwilliger Ausflug in die Vergangenheit über Wochen zieht, wird ihr klar, dass das irgendwie echt ist und sie versucht einen Weg zu finden, wieder zurück in ihre Zeit zu gelangen.
Zoe ist nun dafür zuständig, dass Miss Lucie ihre Ängste überwindet und am Leben der feinen Gesellschaft teilnehmen kann - zum Glück kennt Instagram-Profi Zoe so einige Tricks und Weisheiten, mit denen sie den jungen Damen aus dem frühen 19. Jahrhundert helfen kann. Manchmal liegt sie mit ihren Ideen auch daneben, aber insgesamt kommen ihre modernen Empfehlungen schon sehr gut an, auch wenn man sich über sie wundert.
Sie hat auch Spaß an ihrer neuen Rolle und kommt gut zurecht, bis sie auf einem Ball Hayden kennenlernt und erkennt, dass auch er aus ihrer Zeit stammt und zusammen versuchen sie, mehr über die Zeitreise und die geheimnisvollen und auch unheimlichen Leute, die damit zu tun haben, herauszufinden.
Es hat mich etwas gestört, wie einfach Zoe mit ihrem ungewöhnlichen Verhalten davonkommt und die Leute ihre Schlagfertigkeit und originellen Ideen bewundern. Das hat mir die historische Atmosphäre dieser Zeitreise schon etwas zerstört, dazu kommt noch Zoes sehr moderne Sprache. Ich habe mir aber auch gedacht, dass mir die Geschichte vielleicht besser gefallen hätte, wenn ich jünger wäre, da es mir schon eher Richtung Kinderbuch ging. Trotzdem fand ich es unterhaltsam und durch den lockeren Schreibstil fliegt man auch schnell durch die Seiten.
Fazit
"#London Whisper - Als Zofe ist man selten online" konnte mich mit der schlagfertigen Protagonistin, die moderne Tricks ins Jahr 1816 bringt, gut unterhalten, aber es war mir insgesamt etwas zu einfach gehalten, um mich wirklich überzeugen zu können. Ich kann mir aber vorstellen, dass es jüngeren Lesern besser gefällt.
Nette Friends-To-Lovers-Romance
Everything We Lost von Jennifer Bright
Hope fällt es nicht leicht, neue Freundschaften zu schließen, aber als Yeonjun ihr sagt, dass er mit ihr befreundet sein möchte, stimmt sie zu. Schon bald wird es zu einer Freundschaft, auf die keiner von ihnen verzichten kann.
Vor einigen Jahren ist Hopes Schwester gestorben und seitdem ist ihr Leben ganz anders.
Sie wirkt noch immer fröhlich, aber im Inneren ist sie nicht annähernd so glücklich wie es scheint. Ihre Mutter trinkt viel zu viel und streitet sich mit Hopes Vater, während Hope sich auch noch Sorgen macht, dass ihre kleine Schwester das mitbekommen und unter den fürchterlichen Streits ihrer Eltern leiden könnte. Ihre Geige und die Musik spenden Hope Trost, aber auch da sorgt ihre Mutter für Spannungen.
Die Freundschaft zu Yeonjun tut ihr aber gut, wenn sie Zeit mit ihm verbringt, fühlt sie sich unbesorgt und locker, und Yeonjun geht es da nicht anders. Aber beide haben ihre Gründe, um sich nicht auf eine Beziehung einzulassen und wollen nicht, dass sie romantische Gefühle entwickeln, aber eigentlich können sie auch nicht leugnen, dass es schon viel mehr als nur Freundschaft ist, was sie empfinden.
Ich fand die Friends-to-Lovers-Liebesgeschichte der beiden schon ganz nett, man konnte schon sehen, dass ihre Intention war, nicht mehr als Freunde zu sein und dass sie in einander dann viel mehr gefunden haben, als sie sich hätten wünschen können, und so entwickelt sich die Geschichte auch langsam und nachvollziehbar. Die persönlichen Geschichten der Charaktere konnten mich auch berühren, aber wirklich begeistern konnte mich das Buch auch nicht, dafür war es mir zu durchschnittlich.
Fazit
"Everything We Lost" hat mir mit der langsamen Liebesgeschichte und den sympathischen Protagonisten schon ganz gut gefallen, aber mehr als durchschnittlich war es meiner Meinung nach auch nicht.
Komplexe Protagonisten und spannende Mordpläne
A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia von Roseanne A. Brown
Karina braucht das Herz eines Königs, um ihre Mutter wiederzubeleben. Malik braucht Karinas Tod durch seine Hand, um seine Schwester aus den Fängen eines bösen Geists zu befreien.
Kurz bevor sie stirbt, enthüllt die Königin von Sonande ihrer Tochter Karina ein großes Geheimnis und Karina weiß, dass sie die großen Solstasia-Feierlichkeiten und das Turnier durchziehen muss, ohne dass das Volk vom Tod der Königin erfahren darf.
Karina ist noch gar nicht bereit für so viel Verantwortung, sie trauert auch nach Jahren wegen des Verlusts ihres Vaters und ihrer Schwester, leidet an Migräne-Anfällen und wird vom Rat auch kaum ernstgenommen, Unsicherheit und Minderwertigkeitskomplexe sind ihre ständigen Begleiter. In ihrer Verzweiflung ist sie daher schnell bereit, ein anderes Leben zu opfern, um ihre Mutter wiederzubeleben, aber sie braucht das Herz eines Königs und bietet dem Gewinner des Solstasia-Turniers ihre Hand, um ihn zu einem König zu machen, der dazu bestimmt ist, zu sterben.
Malik stammt aus dem unterdrückten Eshran, gibt sich aber als jemand anderes aus, um die Hauptstadt betreten zu können. Doch schon bei ihrer Ankunft wird seine kleine Schwester von einem bösen Geist entführt und er lässt sich auf einen Handel ein, um sie befreien zu können. Dafür muss er Prinzessin Karina töten und überlegt sich, dass er als Champion des Turniers die besten Chancen hätte, um in ihre Nähe zu kommen. Malik weiß, wie es ist in ständiger Angst zu leben und durch seine Visionen wurde er schon immer wie ein Außenseiter behandelt, aber jetzt hat er den Beweis, dass es Magie und Geister wirklich gibt und das schenkt ihm schon neues Selbstvertrauen und die Zuversicht, dass alles besser werden könnte.
Durch die Mordpläne der Protagonisten wird die Geschichte sofort spannend, weil man einerseits auf ihrer Seite ist und gleichzeitig nicht will, dass sie ihre Ziele erreichen und jemanden töten. Während Maliks Ziel Karina ist, ist es bei Karina noch nicht klar, welcher der Champions ihr König wird und ich war unentschlossen, ob ich Malik den Sieg wünsche oder nicht. Dazu noch die emotionalen wie körperlichen Probleme der Protagonisten und ihre verschiedenen komplizierten Beziehungen haben für durchgehende Spannung gesorgt.
Auch die magische Welt hat mir gefallen, auch wenn wir noch nicht so viel davon sehen konnten, da die Magie eher unterdrückt wurde. Ich mochte aber die Stadt und das Königreich mit der detailreichen Geschichte und Mythologie und freue mich drauf, in der Fortsetzung neue Gebiete zu erkunden.
Fazit
"A Song of Wraiths and Ruin - Die Spiele von Solstasia" hat mir mit komplexen und sympathischen Protagonisten, spannenden Mordplänen und Turnieren sowie einer faszinierenden Welt voller Magie sehr gut gefallen. Ich freue mich auf mehr!
Ein verzweifelter Vater und eine ganze Menge Drama
Der fürsorgliche Mr. Cave von Matt Haig
Seine Mutter und seine Frau hat er schon verloren, doch als dann auch noch sein Sohn Reuben tragisch ums Leben kommt, bleibt dem Antiquitätenhändler Terence Cave nur noch seine Tochter Bryony, die er nun vor allem Übel der Welt beschützen möchte.
Man merkt schnell, dass Bryony auch schon eine Weile sein Lieblingskind war, aber auch sie verändert sich nach Reubens Tod und Terence weiß nicht, wie er darauf reagieren soll.
Bryony vernachlässigt ihre Hobbies, die ihr Vater so gut fand, sie freundet sich mit den falschen Leuten an und hört nicht mehr auf ihren Vater. Ihre rebellische Art zusammen mit dem Trauma der vielen Verluste in seinem Leben machen Terence panisch, verzweifelt und zunehmend paranoid. Je mehr er versucht, Bryony zu beschützen, desto weniger möchte diese sich kontrollieren lassen und rebelliert, sodass sie immer schlimmeres Verhalten bei ihrem Gegenüber provozieren.
Während Bryonys Großmutter immer auf der Seite ihrer Enkelin ist und ihr Verhalten damit rechtfertigt, dass Teenager nun einmal rebellisch seien und es ganz normal sei, dass sie so viel lügen, konnte ich Terences Angst und vorsichtige Art am Anfang noch ganz gut nachvollziehen. Bryonys ständige Lügen haben mich schon sehr genervt und ich konnte verstehen, dass ihr Vater etwas gegen ihre Einzelgänge unternimmt. Aber seine Aktionen fand ich immer übertriebener und paranoider. Dann schlug die Handlung irgendwie eine ganz andere Richtung ein, als ich erwartet hätte. Mir hätte das Hin und Her zwischen Vater und Tochter sowie ihre emotionale Entwicklung gereicht, aber man wollte wohl noch zusätzlich Spannung einbringen und es kamen noch viele andere dramatische Elemente dazu. Und zu Terences Paranoia und Überfürsorglichkeit gesellen sich noch seltsame Visionen und aggressive Aussetzer. Mir wurde es irgendwann einfach zu bunt.
Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und richtet sich an Bryony, die dann als "du" angesprochen wird. Ich fand es schon gelungen, dass sich das Buch wie ein langer Entschuldigungsbrief liest, in dem Terence sich zu erklären versucht und sein Verhalten rechtfertigen möchte, denn das betont noch mal die verkorkste Vater-Tochter-Beziehung.
Fazit
In "Der fürsorgliche Mr Cave" geht es um einen verzweifelten Vater, der es mit dem vermeintlichen Schutz seiner Tochter wirklich übertreibt. Am Anfang konnte mich die immer kompliziertere Beziehung der beiden noch mitreißen, doch dann wurde es mir zu überladen.
Schöne Liebesgeschichte mit traurigen Hintergrundgeschichten
Someday, Someday von Emma Scott
Max ist zurück in Seattle und hofft, sich nach so vielen Jahren und so vielen schrecklichen Erfahrungen mit seiner Familie vertragen zu können. Besonders mit seinem Vater, der damals Probleme mit der Sexualität seines Sohnes hatte. Bei Silas sieht es auch nicht viel besser aus, er kann seinen Vater nur ertragen, weil er sich um seinen autistischen Bruder kümmern möchte und außerdem noch wichtige Pläne mit dem Pharma-Unternehmen der Familie hat.
Beide haben schwere Traumata erlitten, gehen aber schon anders damit um. Max arbeitet hart daran, die schlechten Tage hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken. Er leidet noch, versucht aber positiv zu bleiben, aber Silas frisst alles in sich hinein, versucht seine perfekte Fassade aufrechtzuerhalten, während er innerlich einfach unglücklich ist. Er wehrt sich gegen seine Gefühle, als er beginnt, Max besser kennenzulernen, weil es all seine Pläne auf den Kopf stellt, während Max offen, ehrlich und einfach liebenswert ist - aber auch verletzlich, wobei das auch für Silas gilt, so hoch seine Mauern auch scheinen.
Ich fand die Liebesgeschichte von Max und Silas schon gelungen, aber ihre Hintergrundgeschichten waren mir ein bisschen zu extrem. Bei beiden ist ihre Sexualität auf große Ablehnung in ihrer Familie gestoßen, auch wenn einige noch auf ihrer Seite waren. Max musste sein Zuhause verlassen, verfiel der Drogensucht und geriet auf einen furchtbaren Pfad, Silas hingegen wurde von seinem Vater nur noch genauer kontrolliert und wurde zu einer sogenannten Konversionstherapie gezwungen, wo man ihm die Homosexualität durch ziemlich extreme Maßnahmen austreiben wollte. Diese Behandlung hat tiefe Narben hinterlassen und Silas hat gelernt, seine Persönlichkeit tief in sich zu vergraben. Ich fand ihre Liebesgeschichte wirklich spannend, aber sie war mir einen Tick zu dramatisch.
Fazit
Mir hat die Liebesgeschichte in "Someday, Someday" wirklich gut gefallen und ich fand die Protagonisten sympathisch, ihre Hintergrundgeschichten waren mir aber ein bisschen zu extrem.
Die Perspektive der Drogen entsprach nicht meinen Erwartungen
Roxy von Neal Shusterman; Jarrod Shusterman
Ivy war in ihrer Familie schon immer das Problemkind, aber als sie beginnt, Adderall (Amphetamine) wegen ihres ADHS zu nehmen, scheint sie ihr Leben in den Griff zu kriegen. Ihr Bruder Isaac hingegen war immer das vernünftige Kind, doch als er nach einer Verletzung auf den Geschmack von Oxycodon (ein Schmerzmittel) kommt, bemerkt er schnell, dass die Schmerzen ohne Oxycodon kaum auszuhalten sind und braucht immer mehr.
Die Geschichte war einfach anders, als ich erwartet hätte. Das wurde mir eigentlich schon schnell klar, aber ich konnte mich auch danach nicht so richtig mit den Perspektiven der Drogen anfreunden. Beim Klappentext hatte ich mir besonders Roxy anders vorgestellt und mir bei der Liebesbeziehung eher so etwas vorgestellt, wie manche Menschen sich in Roboter oder künstliche Intelligenzen verlieben, weil ich auch dachte, dass Isaac sie auch als Mädchen wahrnehmen würde. Aber Roxy ist "nur" Oxycodon, ein bereits existierendes Schmerzmittel, und so sieht Isaac sie auch. Sie wirkt in seinen Augen höchstens harmloser, weil er in seiner Sucht natürlich eine andere Sicht auf die Dinge hat.
Sie und andere Drogen bekommen hier eine Stimme, aber ihre Geschichten sind dann doch von der Realität getrennt, denn während es bei ihnen ganze Gespräche mit ihren Konsumenten gibt, merkt man in der echten Welt nichts davon. Es war für mich auch nicht immer nachvollziehbar, was eigentlich passiert, wenn die Drogen auf Partys gehen, oder was ihre Handlungen bewirken. Daher blieben ihre Perspektiven für mich eher irrelevant und höchstens interessant. Manche Drogen wollen scheinbar helfen, während andere keinen Hehl daraus machen, wie gefährlich sie sind. Diese Kapitel konnten bei mir jedenfalls keine Gefühle hervorrufen.
Die unterschiedliche Entwicklung der Sucht bei den Geschwistern hingegen fand ich schon spannend. Es war wirklich frustrierend, dabei zusehen zu müssen, wie sie die Konsequenzen nicht erkennen und wie tief sie in ihrer Sucht stecken. Besonders die Unterschiede zwischen den Geschwistern, wie die Drogen sie beeinflussen und wie ihr Umfeld ihre Veränderung aufnimmt fand ich wirklich gelungen.
Fazit
"Roxy" entsprach leider nicht meinen hohen Erwartungen, da ich mir die versprochene Perspektive der Drogen anders vorgestellt hatte. Die Geschichte um die Sucht der beiden Geschwister fand ich schon gelungen, aber insgesamt fand ich das Buch dann eher mittelmäßig. Hätte es hier geholfen, wenn ich vorher die Leseprobe oder einige Rezensionen zum Buch gelesen hätte? Möglich.
Magische Aufgaben, keine Antworten und kaum Spannung
Four Houses of Oxford, Band 1 - Brich die Regeln von Anna Savas
Harper wird eingeladen, den Diamonds beizutreten, eine der vier exklusivsten Studentenverbindungen Oxfords. Die ehemaligen Mitglieder haben nach ihrem Abschluss unglaubliche Dinge erreicht und Harper kann kaum glauben, dass sie dort eingeladen wurde - vor allem, da sie sich dort nicht einmal beworben hat.
Und sie erhält mysteriöse Nachrichten, die ihr noch mehr versprechen. Sie nimmt sich vor herauszufinden, was hinter den "Vier Farben" steckt, aber als sie ankommt, trifft sie Finley, der ihr das Herz brach, und das macht die Sache noch komplizierter ...
Die Geschichte war mir viel zu oberflächlich. Es ist scheinbar alles so mysteriös, aber eigentlich ist es eher sinnlos. Harper und Finley bekommen als neue Mitglieder der Vier Farben magische Kräfte und danach geht es nur noch darum, dass die älteren Schüler, die ihre Ansprechpersonen sind, ihnen verschiedene Aufgaben geben, um ihre Kräfte zu trainieren und ihre Loyalität zu testen. Zwar wollen die Protagonisten scheinbar herausfinden, was es mit den Vier Farben auf sich hat, aber dieser Plan beschränkt sich in diesem Buch eigentlich nur darauf, mitzuspielen, bis sie mehr erfahren können.
Und weil die auch von sich auch nichts verraten, erfährt auch der Leser nichts. Wie werden die Mitglieder ausgesucht und den Vier Farben zugeordnet? Wo kommen die Gaben her und wieso werden sie so verschenkt? Was passierte mit Finleys Bruder, der angeblich an einer Überdosis starb? Wer schreibt Harper die geheimnisvollen Nachrichten? Es gibt viele Mysterien und gar keine Antworten. Mir fehlte daher die Spannung die es durch Enthüllungen geben würde. Da mich auch das ganze Konzept der Vier Farben nicht überzeugt hat und auch die Aufgaben eher sinnlos waren, da wir da im Hinblick auf unsere Fragen keinen Schritt weitergekommen sind, fand ich die Geschichte einfach nicht spannend. Die kleinen Challenges sind ja ganz nett, aber mehr auch nicht.
Dann ist da noch die Liebesgeschichte. Natürlich dürfen Finley und Harper nicht zusammen sein. Am Anfang will Harper das auch gar nicht, weil sie immer noch wütend und verletzt ist, aber das legen sie sehr schnell ab und dann ist ihnen die Regel auch nicht mehr so wichtig. Schließlich kann man sich überall in dunklen Ecken verstecken und die sooo einflussreichen Vier Farben finden das nicht heraus - auch das hat der Organisation seine Glaubwürdigkeit genommen und sie weniger bedrohlich gemacht.
Fazit
"Four Houses of Oxford - Brich die Regeln" fand ich leider eher enttäuschend, weil mich die Vier Farben und alles, was damit zu tun hat, nicht überzeugen konnten. Es gab so viele Mysterien, die diese magischen Studentenverbindungen interessant machen sollten, aber durch die fehlenden Antworten kam bei mir kaum Spannung an. Schade!
YouTube, Skandale und Liebe auf den ersten Blick
Worlds Collide von Anabelle Stehl
Fiona ist als Beauty-YouTuberin erfolgreich und jetzt hat sie endlich ihre eigene Make-Up-Linie, aber dann macht ihr ein Skandal einen Strich durch die Rechnung: Enthüllungs-Youtuber Demian hat aufgedeckt, dass bei einem Spendenevent mehrere Tausend Pfund unterschlagen - und Fiona soll mitverantwortlich sein.
Natürlich würde Fiona so etwas niemals tun, schließlich kommt sie selbst aus schwierigen Verhältnissen, aber sie kann ihre Unschuld auch nicht beweisen. Sie kann nicht so weitermachen wie bisher, manche Sponsoren springen ab und auch einige Fans reagieren ziemlich negativ. Der Skandal könnte ihre Karriere und ihre Träume zerstören, und dann ist da noch Fionas Mutter, die sich sehr auf Fionas finanzielle Unterstützung verlässt und auch überhaupt nicht zufrieden ist, dass diese abreißen könnte. Die Mutter ist schon eine der unsympathischsten Charaktere in diesem Buch, denn sie sticht mit ihrem Egoismus und ihrer Hinterhältigkeit aus einer Masse von fehlgeleiteten oder geldgierigen Menschen hervor.
Demian hat sich damit einen Namen gemacht, dass er eben Lügen und Skandale aufdeckt und seine Thesen mit Fakten stützt, die die Schuld der Influencer beweisen. Auch wenn ihm das eine gewisse Genugtuung verschafft, schließlich haben sie das Vertrauen ihrer Fans missbraucht, ist es nicht seine wahre Leidenschaft. Er interessiert sich für Astronomie, aber er wurde auf seiner Wunschuniversität nicht zugelassen und sein YouTube-Kanal zu dem Thema läuft nicht annähernd so gut wie der über Skandale. Er hofft zwar, mit dem erfolgreichen Kanal den anderen auch bewerben zu können, aber sein Management hält ihn eher hin und befeuert lieber das Thema um die unterschlagenen Spendengelder. Ich konnte Demians Problem schon sehr gut verstehen, sowohl als frustrierter Arbeitnehmer, weil er sich seine Inhalte ja vom Management vorschreiben lässt, als auch wegen der Themen, die sich viel klicken lassen, während die bildenden Inhalte nicht die gleiche Faszination auf die breiten Massen ausüben.
Die Liebesgeschichte der beiden hat mich nicht so ganz überzeugt, besonders der Anfang nicht. Demian, der bekannt wird, weil er das Fehlverhalten anderer Influencer aufdeckt, begegnet ständig Youtubern, die ihn umstimmen möchten, aber er ist sehr überzeugt von seiner Arbeit und vertraut den Beweisen, die er hat. Ich fand ihn da schon ziemlich arrogant und engstirnig, aber konnte auch verstehen, warum er auch Fiona keinen Glauben schenken möchte, als diese ihn verzweifelt kontaktiert. Aber als er ihr begegnet, ist er irgendwie doch direkt von ihr verzaubert und erkennt an ihrem Blick, dass sie aufrichtig ist und möchte ihr dann doch helfen. Dieser Meinungsumschwung war mir einfach zu sehr Liebe-auf-den-ersten-Blick und ich war schon etwas enttäuscht von Demian. Wenn er doch angeblich so gründlich arbeitet, warum lässt er sich dann doch so leicht umstimmen?
Ansonsten hat mir die Geschichte um Influencer, Skandale und Liebe schon gut gefallen. Auch wenn ich den Anfang der Liebesgeschichte nicht gelungen fand, gefiel sie mir mit der Zeit besser, weil ich die Protagonisten, ihre Wünsche und Ängste nachvollziehbar fand und sie mir auch sympathisch waren. Ich fand die Geschichte an sich zwar vorhersehbar, aber durch die Probleme der Protagonisten war es eigentlich trotzdem durchgehend spannend.
Fazit
In "Worlds Collide" konnte mich die Liebe auf den ersten Blick nicht überzeugen, aber abgesehen davon fand ich die Skandale, Enthüllungen und sonstigen Probleme spannend und die Protagonisten sympathisch.











