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Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:

Alt und Jung unterschiedlich überzeugt

Climate Action von Christian Linker

Das Buch "Climate Change" hat einen Gesamtumfang von 288 Seiten, wobei die erste Hälfte als Tagebuch verfasst ist. Der "Du entscheidest, wie es weitergeht"-Teil fällt daher kürzer aus, als ich ursprünglich angenommen habe.

Worum geht es?
Bei dem Buch entscheidet der Leser / die Leserin selbst - so wird es propagiert - allerdings erst in der zweiten Hälfte des Buches.

Die erste Hälfte entfällt auf ein Tagebuch, das der Leser / die Leserin von einer sympathischen Jugendlichen, die irgendwie gestresst gewirkt hat, in der U-Bahn in die Hand gedrückt bekommen hat. Es geht um Tagebucheinträge einer, in jedem Sinne des Wortes jungen, Umweltbewegung.

Meinen Meinung
Bücher, in denen man die Handlung entscheiden oder Abenteuer bestehen konnte, gab es in meiner Jugend ganz viele. Nach wenigen Seiten der Einleitung ging es damals schon los mit dem Treffen von Entscheidungen - so nicht in diesem Buch. Nach 50 Seiten war ich dermaßen in der Handlung des Tagebuchs gefangen, dass ich nach 142 Seiten schon ganz vergessen hatte, dass es noch einen Entscheidungsteil gibt.
Bei mir fiel dieser extrem kurz aus, und endete bereits nach 2 getroffenen Entscheidungen und weniger als 10 Seiten.
Beim längstmöglichen Weg hat man noch etliche Seiten und viele Entscheidungen vor sich, leider auch eine Wegentscheidung, wo man nur bei einer Option weiter kommt und ansonsten im Kreis geschickt wird. Das fand ich früher immer ganz witzig, aber bei dem überschaubaren Umfang des Entscheidungsteils fand ich dieses Element nicht gut eingesetzt.

Warum also doch 4 Sterne bei der Bewertung?
Das Thema "Klimaschutz" wird auf eine jugendgerechte Art und Weise aufgegriffen, die auch dem aktuellen Zeitgeist entspricht. Leider werden nur die Themen Transport und Fast Fashion beleuchtet und jener Teil, bei dem man SOFORT große Veränderungen sehen würde, komplett ausgeklammert. Ernährung spielt also in dem Buch gar keine Rolle, was ich schade finde, aber auch durchaus verständlich, weil das zu viel Kontroverse und direkte Betroffenheit verursacht hätte.

Im Jahr 2024 hätte der Entscheidungsteil gerne auch interaktiv über das Internet sein dürfen, z.B. mittels QR-Code und direkter Weiterleitung, so dass noch mehr und noch vielschichtigere Handlungsstränge möglich gewesen werden. Daher gibt es von mir 3 von 5 Sternen.

Mein Sohn, 11,5 Jahre alt und sehr vom Thema Umweltschutz angetan, hat es genossen, das Buch zu lesen und Entscheidungen zu treffen - das kannte er in dieser Form so gut wie noch gar nicht. Bücher mit diesem Aufbau haben ihn früher thematisch nicht angesprochen. Er gibt dem Buch 5/5 Sterne, auch, wenn es ihm nichts ausgemacht hätte, wenn das Buch länger gewesen wäre. Und er hebt es auf für das nächste Referat im Fach "Deutsch".

Fazit: Während ich mit dem vergebenen Potential des Buches hadere, ist die Zielgruppe (mein Sohn) total begeistert. Und damit 4 / 5 Sternen als Durchschnitt.

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Guter erster Überblick

Climate Action von Christian Linker

Das Buch "Immunbooster Medation" aus der Immunbooster-Reihe des Argonverlags ist Ende Jänner 2021 als Hörbuch erschienen. Es handelt sich dabei um eine gekürzte Ausgabe, die nur knapp eineinhalb Stunden dauert.
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten - vielen Dank dafür!

Als Entspannungstrainerin war ich natürlich interessiert daran, wie dieses Buch an eine Einführung bzw.

einen Überblick an das Thema herangeht, denn die Laufzeit ist sehr überschaubar. Wenn man bedenkt, dass ein Yoga Nidra zum Beispiel alleine schon 30 bis 45 Minuten dauert, ohne Vorbereitung und Theorie dahinter, dann ist klar, dass dieses Buch Neulinge im Thema als Zielgruppe hat, die sich bisher noch gar nicht oder nicht eingehend mit dem Thema Meditation beschäftigt haben.

Ursula Richard schafft einen guten Überblick und streut ein paar Übungen ein, die nur wenige Minuten dauern und bestenfalls einen Einstieg ins Thema bieten. Nicht weiter schlimm, denn gesprochene Meditationsanleitungen erhält man auf Spotify und YouTube massenhaft, man muss nur eine Stimme finden, die für einen persönlich passt. Die Stimme dieses Buches ist jene von Beate Himmelstoß. Ich habe die Kurzmeditation im Freien gemacht, mit Wintersonnenschein und Hintergrundgeräuschen und konnte trotzdem gut bei der Stimme bleiben und den Anleitungen folgen.

Es wird in dem Buch auf die wesentlichen Elemente eingegangen und auch darauf, dass es ganz wichtig ist, Geduld zu haben beim Meditieren. Von der gesundheitlichen Wirkung bin ich persönlich überzeugt, denn Anlass meiner Fortbildung war es, dass ich seit Jahren Durchschlafstörungen (stressbedingt) habe. Gerade in Phasen, in denen ich Stress nicht, wie sonst, mit Sport abbauen kann, brauche ich eine gute Alternative. Nach ein bisschen herumprobieren habe ich herausgefunden, dass ich am besten abends direkt im Bett meditiere und dann besser ein- und leichter wieder durchschlafen kann.

Fazit: ein guter Überblick mit einer sehr angenehmen Stimme.

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Viele Charaktere

The Fort von Gordon Korman

Das Buch "The Fort. Das Geheimnis eines Sommers" von Gordon Korman ist am 7.2.2024 als Hardcover erschienen, es handelt sich dabei um ein Jugendbuch, das, meiner Meinung nach, Hauptsächlich Burschen ansprechen sollen, da alle 5 handlungstragenden Personen männlich sind.

Worum geht es?
Nach einem Hurricane in einer heruntergekommenen Kleinstadt in den USA entdeckt eine Gruppe von 5 Jungen im Wald einen bis dahin verborgenen Bunker, als sie ihren bisherigen, durch den Sturm zerstörten, Treffpunkt aufsuchen will.

Sie beschließen, dass dieser Rückzugsort ihr Geheimnis bleiben soll.

Meine Meinung:
Da es sich um ein Jugendbuch handelt, das einen überschaubaren Umfang hat, war es für mich in der ersten Hälfte hauptsächlich verwirrend, dass jeder der 5 Burschen abwechselnd zu Wort kam und ich konnte die vielen Personen aus deren Umfeld gar nicht richtig einsortieren - und war schon kurz davor, das Buch frustriert abzubrechen. Ab der Hälfte etwa kamen nicht mehr viele neue Charaktere hinzu, wodurch ich dann gut in die Geschichte eintauchen konnte und mir die zweite Hälfte des Buches sehr gut gefallen hat.

Jeder der Burschen hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Ein Hochbegabter, ein Junge mit Angststörung, einer lebt bei seinen Großeltern und noch einer erlebt häusliche Gewalt, der Fünfte hat getrennt lebende Eltern und wird wöchentlich hin- und hergeschoben. Leider keine Fiktion, sondern heute tatsächlich Regel und nicht Ausnahme, dass schon viele Kinder und Jugendliche gewaltige Päckchen mit sich herumschleppen müssen. Und umso verständlicher, dass sie den geheimen Rückzugsort gemeinsam genießen, um ihrem jeweiligen Alltag für zumindest ein paar Stunden zu entfliehen.

Nicht nur die Leserin weiß anfangs nicht viel über die Burschen, sie rücken auch selbst erst nach und nach damit heraus, was sie in ihrem Leben belastet und lassen einander einen Blick hinter die jeweilige Fassade werfen, so dass die meisten Jugendlichen in diesem Buch auch eine Identifikationsfigur finden können.

Fazit: Das Durchhalten wird belohnt - sobald man die wichtigsten Personen kennengelernt hat, eine spannende Geschichte mit toll gezeichneten Charakteren.

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Magischer Auftaktband

Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmeruh! Lila Leuchtfeuer von Tijan Sila; Lena Schneider

Das Buch "Lila Leuchtfeuer - Geh nicht nach Nimmeruh!" von Tijan Sila mit und Lena Schneider erscheint am 7.2.2024 im BELTZ & Gelberg Verlag und ist ab einem Alter von 9 Jahren empfohlen.

Lila ist magische Mechanikerin in Ausbildung in der Werkstatt ihres Vaters. Sie lernt gerade, wie man Gegenstände repariert.

Die Handlung spielt sich in einer alternativen Welt ab, in die zu Beginn des Buches eingeführt wird. Als der Vater auf Dienstreise ist, verlangt eine der mächtigsten Hexen des Reiches von Lila, ihr Fortbewegungsmittel zu reparieren. Natürlich bleibt der wertvolle Gegenstand nur unter Bewachung des Hexenknechts zurück. Das Problem ist schnell gefunden, aber schwer zu lösen, weshalb es zu einer abenteuerlichen Reise durch weite Teile des magischen Reiches kommt. Mit dabei ist auch der magische (und lebendige) Hammer.

Meine Meinung:
Der Zeichenstil des Covers hat mich gar nicht angesprochen - weshalb ich in der Buchhandlung sicher nicht nach dem Buch gegriffen hätte. Die schwarz/weißen Illustrationen im Buch sind zwar im gleichen Stil, ergänzen aber die Handlung und machen vieles dadurch leichter vorstellbar, weshalb ich mich von denen sehr wohl angesprochen gefühlt habe.
Die Welt ist vielschichtig und vor allem die Namen haben es mir teilweise schwer gemacht, der Handlung zu folgen. Da Kinder aber weniger voreingenommen sind als Erwachsene glaube ich, dass das bei der Zielgruppe gut ankommen wird.
Die Handlung nimmt schnell Fahrt auf und die Handlungsdichte bleibt bis zur letzten Seite bestehen. Es wird im Laufe des Buches klar, dass es sich um den Auftaktband einer Buchreihe handelt wird, und es noch mehr magische Abenteuer für Lila und ihre Freunde geben wird.

Jedoch trifft man nicht nur auf bereits bekannte Wesen, auch ansonsten unbelebte Natur scheint, zumindest teilweise, in dieser Welt ein Eigenleben zu führen, was ich sehr ansprechend gefunden habe.

Der lebendige Hammer erinnert mich zu sehr an "Meister Mannys Werkzeugkiste", weshalb ich die Idee nicht innovativ finde und auch ansonsten habe ich zu dieser Begleitung keinen Zugang gefunden.
Lila ist eine tolle Heldin, die mutig und selbstbewusst auftritt - und in so manche Schwierigkeit gerät. Damit ist sie auf jeden Fall ein super Rollenvorbild für Mädchen - gerade für jene, die sich für naturwissenschaftliche Berufe interessieren könnten.

Besonders gut gefallen haben mir die magischen Mischungen des Bösewichts dieses Buches und es hat mir gefallen, dass die Handlungsmotive aufgeklärt werden und die Geschichte in sich abgeschlossen ist.

Fazit: ein gelungener Auftaktroman mit einer tollen Heldin, wo man sofort darauf Lust bekommt, weitere Abenteuer mit ihr zu bestehen.

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Großes Versprechen

Arthrose endlich heilen von Tobias Homburg; Wolfgang Feil

Arthrose entsteht aus verschiedensten Gründen - und so gehörte ich auch zu jenen Menschen, die eine beginnende Verschleißerscheinung bei manchen Gelenken haben - jedoch derzeit (noch) ohne Beschwerden. Da ich selbst Fachwissen im Bereich Naturwissenschaften habe, hat mich das Buch gleich doppelt interessiert - und ich bedanke mich für das E-Book als Rezensionsexemplar.

Wie schon auf dem Cover angekündigt, geht es darum, diese Erkrankung durch Ernährung und Bewegung in den Griff zu bekommen. Vor allem dem Baustein Ernährung wird viel Raum gegeben, was für mich auch sehr interessant war, da auf die verschiedenen Nährstoffe und ihre biologische Funktion fundiert eingegangen wurde.

Es wurde gezeigt, welche Prozesse zu Entzündungen führen, und was die Voraussetzung ist, dass sich der Knorpel langsam (da er über keine eigenen Blutgefäße verfügt) aber doch regenerieren kann. Und dass dass Fortschreiten der Erkrankung in den meiste Fällen auf einen (nicht ausreichenden Wandel des) falschen Lebensstil(s) zurückzuführen ist.

Es wird natürlich NICHT in Abrede gestellt, dass vor allem eine Gewichtsreduktion zu einer Besserung der Beschwerden führt - vor allem bei Personen, die über dem Normalgewicht liegen. Als Dauer für die Regeneration wird etwa ein Jahr veranschlagt, was, meiner Meinung nach, ein überschaubarer Zeitraum ist.

Abzüge gibt es von mir auf jeden Fall dafür, dass nicht ausreichend auf vegane Alternativen eingegangen wird - vor allem im Bereich Collagen habe ich sehr lange recherchiert, wie das im Bereich der veganen Ernährung als Baustein ausreichend zugeführt werden kann. Denn bei der Verdauung wird ja so wie so in die Bestandteile zerlegt und neu zusammengebaut. Falls sich ohne "fertiges" Collagen keine Besserung zeigen sollte, hole ich mir das noch als Single-Ersatzprodukt.

Bei der Nahrungsergänzung (die Hersteller des optimierten Produkts gehören zur Familie von Dr. Feil) bin ich zwiegespalten. Einerseits ist es doch schon sehr offensive Werbung für die Zusammensetzung, allerdings gibt es auch genug Menschen, die sich mit den Infos des Buches keinen eigenen Ernährungsplan zusammenstellen können oder wollen oder einfach nach der "bequemen Pille" suchen, mit der "alles wieder gut" ist. Daher möchte ich diesen Punkt nicht unerwähnt lassen. Da ich mir aber meine Nahrungsergänzung selbst in Absprache mit meinem Orthopäden zusammengestellt habe, bleibe ich auf jeden Fall dabei.

Die Rubrik "Rezepte" fällt sehr überschaubar aus - toll fände ich es, wenn man im kostenlosen Mailprogramm, für das man sich anmelden kann, auch schneller viele alltagstaugliche Rezepte oder einen Ernährungsplan für eine Woche bekommen würde - dafür ziehe ich etwas ab - der Laie scheitert hier nämlich in der praktischen Umsetzung leicht.

Zum Punkt "Bewegung" gibt es zielgerichtete Übungen, in meinem Fall aber nichts, was man nicht auch auf YouTube zum Faszientraining (falls man über entsprechende Rollen verfügt), seiner Physiotherapie oder einer Einsteigeryogastunde kennt.

Am schwierigsten ist der Punkt "vermeiden Sie Stress", da sich Stress negativ auf den gesamten Prozess auswirkt. In diesem Punkt war mir das Buch nicht wirklich eine Hilfe, da ich ausgebildete Entspannungstrainerin bin und von daher über eine große Vielfalt an Übungen zur Stressreduktion verfüge. Die praktische Umsetzung ist aber für viele wahrscheinlich der Knackpunkt und erfordert sehr viel Zeit, in der man sich selbst beobachten und Gutes tun sollte.

In Summe kann man sagen, so ziemlich alles, was unter dem Punkt "Selbstfürsorge" fällt, wird in diesem Buch empfohlen und gerade im Bereich Ernährung gibt es fundiertes Hintergrundwissen.

Die Fallbeispiele sind aus der Ordination des Arztes, leider werden die Personen nicht mit vollem Namen genannt, so dass es sich nicht verifizieren lässt, dass es diese Menschen tatsächlich gibt.

Fazit: Aus Biochemischer Sicht ein sehr spannendes Buch, das Betroffenen Hoffnung auf Besserung gibt, wenn sie den Lebensstil radikal ändern. Nach einem Jahr bin ich hoffentlich zurück und ändere die Methode auf 5*, weil man nichts mehr feststellen kann - drückt mir die Daumen.

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Weniger ist mehr

The Love Test – Versuch's noch mal mit Liebe von Jenny L. Howe

Das Cover des Buches "The Love Test" finde ich nicht besonders gelungen, die Leseprobe des Buches hat mir jedoch Lust auf mehr gemacht, weshalb ich mich sehr darauf gefreut habe, die Geschichte von Ally zu lesen. Füllige PhD- Studentin in Literaturwissenschaften hatte ich noch nie als Hauptfigur, schon gar nicht als "zweite Chance Liebesbeziehung" mit dem "Star" der damlaigen Fakultät - weshalb ich sehr gespannt darauf war.

Ich habe mir viel Insiderwissen zu Literatur erhofft (hier hat das Buch auch gehalten, was es versprochen hat) und eine prickelnde Liebesgeschichte mit Irrungen und Wirrungen - sowie eine Protagonistin, die im Laufe der Handlung eine starke Persönlichkeitsveränderung durchmacht, was leider ausgeblieben ist.

Immer wieder habe ich mich dabei erwischt, wie ich bei "Nebenschauplätzen" seitenweise quergelesen habe und nicht regelrecht jeden Satz aufgesogen habe. Auf einige literarische Werke wird hier Bezug genommen, jedoch muss ich gestehen, auch als Vielleserin nicht alle (und vor allem nicht im Detail) zu kenne, so dass ich mir bei den "Auseinandersetzugen" gewünscht hätte, dass mit Zitaten um sich geschmissen wird, damit ich als Leserin einen guten Eindruck von der Geschichte bekomme.

Um nicht zu viel zu verraten, war mir zu viel Familiendrama in dem Buch eingebaut, was es in diesem Ausmaß nicht gebraucht hätte. Somit in meinen Augen ein typisches Buch aus dem Genre, das man gern mal lesen kann, wenn man im Urlaub Zeit hat - aber definitiv kein Must-Read.

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Ein Statement

Anti-Girlboss von Nadia Shehadeh

Anti-Girlboss - Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen von Nadia Shehadeh ist ein Sachbuch und als Hardcover um ullstein-Verlag erschienen.
Bisher habe ich von der Autorin weder etwas gehört noch gelesen.

Haupttehma des Buches ist Feminismus, aufgerollt an der persönlichen Erfahrung der Autorin.

Das vorherrschende Gesellschaftsbild wird analysiert, historische Hintergründe gegeben und als "Girl-Boss" erfolgreiche Frauen vorgestellt und deren Werdegang gezeigt.

Die vorherrschende Ehrlichkeit finde ich toll. So hat auch die Autorin viele Erfahrungen als "braves Rädchen im System" gesammelt und sich jahrzehntelang nicht zugestanden, den Lebensstil zu führen, den sie führen wollte.

Im Abgleich mit meiner eigenen Biografie merke ich an, dass ich mit den vorgestellten Rollenbildern und -erwartungen ebenfalls konfrontiert wurde. Meine rebellische Phase habe ich früher durchlaufen, als die Autorin noch "brav funktioniert" hat. Aufgrund eines anderen Lebensentwurfs habe ich jedoch Kinderbetreuung (vor allem in den Coronajahren - für mich war die Zeit in einem systemrelevanen Job keine Auszeit vom Alltag sondern funktionieren rund um die Uhr) und Pflege durchlaufen und weiß um unsere Abhängigkeit von den staatlichen Systemen.

In meiner Partnerschaft hatte ich das Quäntchen Glück auf einen Mann zu treffen, der Gleichberechtigung tatsächlich lebt und auch meine Leistungen im Alltag sieht und wertschätzt. Be- und Entlastungen gerecht miteinander zu teilen (also auch Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit) finde ich extrem wichtig.

Das Buch hat mich angesprochen, weil ich mich 2023 aus unbezahlten Mehrarbeiten beruflich immer weiter herausnehmen möchte und bereits im Dezember angefangen habe, das umzusetzen und konsequent Aufgaben liegen zu lassen und Kolleg:innen weiterzuschicken statt selbst zu helfen, sofern es sich um kein Herzensprojekt von mir handelt. Ich habe das Glück, dass mein Beruf wirklich Berufung ist und ich meinen Arbeitsalltag überwiegend selbstbestimmt gestalten kann, ich also nicht permanent auf die Uhr schaue. Mehr gesellschaftliche Anerkennung und Bezahlung aller geleiteten Arbeiten bleiben aber weiterhin ein Traum. An deren Umsetzung sich mein Sohn hoffentlich beteiligen wird.

Daher bin ich dankbar, dass dieses Buch mit dem literarischen Zeigefinger genau dort hingestochert hat, wo es unangenehm ist, so dass ich diese weiblichen Zusatzaufgaben in Zukunft noch konsequenter umschiffen möchte.

Privat muss ich sagen, dass ich sehr gerne Ausgleichssport mache und den werde ich weiterhin machen (und danach die paar Minuten Sauna in einem unverschämt teuren Fitnesstempel genießen).

Besonders gelungen fand ich die Gesellschaftskritik. Wir alle leben auf Kosten anderer in unserem Wohlstand - mehrheitlich auf Kosten von Frauen. Wenn wir eine faire Teilhabe wollen, liegt es an uns allen, das System zu ändern. Und daran, für Privilegien, die wir haben, dankbar zu sein und darauf fußende Erfolge nicht unserer Leistung alleine zuzuschreiben - denn ohne begünstigter Startposition im Leben hätten sich viele Chancen nicht aufgetan.

Fazit: Ein Buch über eine Thematik, mit der sich jede junge und nicht mehr ganz so junge Frau auseinandersetzen sollte. Ein Systemwandel ist möglich, wenn wir zusammenarbeiten.

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Ist weniger mehr?

Bucket List - Nur wer fällt, kann fliegen lernen von Georgia Clark

„bucket list – Nur wer fällt, kann fliegen lernen“ von Georgia Clark ist ein in Klappbroschur im dtv (Bold) Verlag erschienener Roman. Das Cover ist mit den rosa Punkten auf rotem Hintergrund ein Hingucker – den Schriftzug findet man auf einem weißen T-Shirt, das an einem Kleiderbügel hängt.

Eine tolle Wahl, denn Mode (wenn auch etwas exklusiver) ist ein wichtiger Lebensbereich der Protagonistin.

Worum geht es?
Lacey ist 25 und lässt sich im Rahmen einer Vorsorgeuntersucht auf die Genmutation BRCA1 testen. Nachdem ihre Mutter an Brustkrebs gestorben ist, möchte Lacey auf Nummer sicher gehen und geht regelmäßig zur Vorsorge und ist der Ansicht, dass das reichen muss. Umso geschockter ist sie, als sie erfährt, dass sie eine Mutation hat, die ihr Risiko an Brustkrebs zu erkranken, drastisch erhöht und ihr die Entfernung ihrer Brüste vorgeschlagen wird. Sie muss eine Entscheidung treffen – und schreibt mit ihrer besten Freundin eine „Bucket list“ mit Dingen, die Lacey mit ihren natürlichen Brüsten noch gerne erleben möchte. Von Aktshooting bis hin zu Sex mit einer Frau stehen jede Menge Dinge auf der Liste. Ob sie die wirklich alle umsetzen möchte? Und: wie soll sie sich schlussendlich entscheiden?

Meine Meinung
Obwohl ich selbst schon wesentlich älter bin, würde mich so eine Diagnose auch aus den Socken hauen. Sich vorsorglich einen Körperteil amputieren lassen, fühlt sich nicht richtig an. Auch, wenn die Wissenschaft dazu meint, dass es sich hierbei um die vernünftigste Option handelt – denn wenn ein Tumor auffindbar ist, kann es mitunter schon zu spät sein und man stirbt an einer zu zögerlich getroffenen Entscheidung. Als junge Frau, die noch kinderlos ist und den Vater ihrer Kinder noch nicht kennengelernt hat, ist diese Entscheidung nochmal schwerwiegender.
Lacey ist eine absolute Karrierefrau – und hat, in der Modebrache, natürlich eine tolle Figur. Wie sonst könnte sie in einem vielversprechenden Unternehmen arbeiten und nebenbei noch mit einer Freundin ein Startup hochziehen? Sie ist jung und lebenshungrig – und scheinbar das genaue Gegenteil ihrer älteren Schwester, zu der sie nach wie vor losen Kontakt pflegt.
Was schreibt man bloß auf so eine Bucketlist? Und wie trifft man die richtige Entscheidung, wenn sich beide Entscheidungen falsch anfühlen? Auf diesem Weg habe ich die junge Frau gerne begleitet. Durch das Abschweifen in die Arbeit und in sexuelle Abenteuer hatte ich das Gefühl, mich mit der Protagonistin gemeinsam vom Thema Brustkrebs zu entfernen. Um kurz darauf wieder vom Thema im Alltag eingeholt zu werden – sich damit erneut auseinanderzusetzen und wieder einen anderen Aspekt des Lebens in den Vordergrund zu ziehen.
Von mir aus hätte die emotionale Auseinandersetzung gerne einen größeren Stellenwert einnehmen dürfen, wobei ich auch nichts gegen Erotikszenen habe, wodurch sich jedoch die Zielgruppe der Leserinnen wieder ändert.
Wer also einen Herzschmerz Roman erwartet, wird von den vielen Sexszenen genervt sein und Tiefe vermissen. Ebenso gibt es viele Einblicke in die Modeszene und einen entsprechend lockereren Umgang mit dem eigenen Körper und Körperkontakt (Sex eingeschlossen) als in den meisten anderen Berufsgruppen.
Die Mutation wird gut in allen Facetten beleuchtet, im Mittelpunkt steht jedoch Lacey mit ihrer Geschichte und ihrer Vorstellung eines erfüllten Lebens.

Fazit: Mehr Erotik als erwartet, ein vielschichtiges Buch, das ich jedoch nicht locker nebenher lesen konnte, sondern beim Lesen konzentriert sein musste.

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Mamma mia!

Mama allein zu Haus von Barbara Becker; Christiane Soyke

„Mama allein zu Haus“ von Barbara Becker und Christiane Soyke ist im März 2021 im Gräfe und Unzer Verlag als gebundenes Buch erschienen. Der Untertitel „Wie geballte Freundinnen-Power uns vor dem Empty-Nest-Syndrom bewahrte“ gibt schon einen sehr guten Einblick, worum es in diesem Buch geht.

Worum geht es?
Barbara Becker und Christiane Soyke geben Einblick in den Auszug des (jüngsten) Sohnes aus der gemeinsamen Wohnung. Obwohl die Wohnverhältnisse und auch der familiäre Hintergrund unterschiedlich sind, haben beide Frauen ähnliches zu Bewältigen – und zwar auch unabhängig davon, ob es sich um das einzige oder das jüngste Kind handelt.

Meine Meinung
Als Mutter eines Sohnes, der gerade die Grundschule besucht, freue ich mich oft auf den Moment, wo wieder Ruhe und Frieden im Haus einkehrt und ich nicht mehr permanent herumorganisieren muss, um den Alltag irgendwie stemmen zu können. Die Aussicht, mein Kind so erzogen zu haben, dass es ganz ohne mich im Leben zurechtkommt, gefällt mir sehr gut. Und noch besser gefällt mir die Aussicht darauf, meine Tage wieder voll und ganz nach meinen Bedürfnissen gestalten zu können, keine Unmengen an Essen mehr einzukaufen und zuzubereiten, keine Wäscheberge mehr, kein Chaos, das ständig aufgeräumt gehört und viel weniger Verschmutzung, wenn zwei Erwachsene permanent auf Sauberkeit und Ordnung achten.
Umso spannender war es für mich zu lesen, dass die kinderfreie Zeit, die man sich in den schillerndsten Farben ausmalt, dann doch nicht so toll ist – oder zumindest nicht ganz ohne Nebenwirkungen, weil Veränderungen im Leben immer schwierig sind und nicht nur die lästigen Arbeiten wegfallen, sondern auch ein nettes Gegenüber, das von Geburt an wie selbstverständlich zum Hausstand gehört und plötzlich eigene Wege geht.
Von der Art zu leben bin ich eher eine Christiane, wenn auch (noch) nicht so erfolgreich karrieremäßig. Ich habe einen Beruf, der mir viel Freude bereitet, und habe auch immer Vollzeit gearbeitet, so dass ich glaube, irgendwann einmal vor ähnlichen Herausforderungen zu stehen.
Die Sichtweise von Barbara (ja, man fühlt sich beim Lesen so verbunden, dass man das Gefühl hat, von langjährigen Freundinnen zu berichten) ist für mich daher spannend, weil sie einen ganz anderen Lebensentwurf lebt, der im Endeffekt jedoch emotional auf „das gleiche herauszukommen“ scheint – und das selbstverständliche Jetsetterleben ihrer Kinder eine weitere räumliche Schwierigkeit mit sich bringt.

Fazit: Eine ehrliche und persönliche Auseinandersetzung mit einem Thema, das in der Öffentlichkeit mehr Raum erhalten sollte.

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Ferienstimmung in Coronazeiten

Mission Hollercamp Band 1 - Der unheimliche Fremde von Lena Hach

„Mission Hollercamp – Der unheimliche Fremde“ ist der erste Band einer Buchreihe. Band zwei ist ebenfalls am gleichen Tag erschienen. Das Buch von Lena Hach ist im März 2021 im Mixtvision Verlag erschienen.

Worum geht es?
Das Buch ist aus der Perspektive von Protagonisten Leon geschrieben.

Ergänzt wird die Geschichte durch Anmerkungen seiner Freunden Emily. Zusätzlich kommt auch noch deren gemeinsamer Freund Jakub, wie jedes Jahr, auf den Campingplatz Hollercamp. Nur leider ist einiges anders als in den Vorjahren: zusätzlich zu einer ungeliebten Verwandten ereignen sich auch immer wieder Zwischenfälle am Campingplatz – die die Jugendlichen aufklären wollen.

Meine Meinung
Mein Achtjähriger und ich haben das Buch nacheinander gelesen und jeder von uns hat seine Identifikationsfigur gefunden. Während er sich sehr gut mit Leon identifizieren kann, erkennt sich meine jüngere Version in der smarten und wortgewandten Emily wieder. Ganz toll finden wir beide, dass auch ein Freund eine Beeinträchtigung hat, nämlich Jakub, der auf seine Hörgeräte angewiesen ist und durch seine besondere Art die Gruppe extrem bereichert.
Der Schreibstil ist toll für ein Kinderbuch, denn hier finden sich viele Dialoge wieder. Durch Erzähler Leon ist man mittendrin in der kindlichen Perspektive der Geschichte – und wer mehr Anregung fürs Kopfkino braucht, bekommt die auch mitgeliefert, nämlich in Form einiger Illustrationen (s/w) im Buch – und natürlich auf dem Buchcover.
Gut gefallen hat mir auch Cousine Charlotte, die die Truppe aufmischt und die sich gut mit Emily und Jakub versteht. Nur Leon selbst ist überwiegend genervt vom Zuwachs zu der Gruppe – auch, wenn er für die Situation seiner Cousine durchaus Verständnis mitbringt.
Der Fall war kindgerecht aufbereitet und trotzdem spannend und authentisch, ganz ohne, dass künstliche Spannungselemente eingebaut wurden.
Die Figuren im Buch verhalten sich zwar individuell, jedoch stereotyp genug, dass die Beschreibungen im Buch ausreichend sind, um sich die jeweiligen Personen vorstellen zu können.
Ich glaube, dass die Buchreihe Mädchen und Buben gleichermaßen anspricht und dass man dieses Buch auch als Leseeinstieg gut verwenden kann – zum Beispiel, indem die Kapitel vorgelesen werden und der Leseanfänger Emilies kurze Kommentare dazu vorliest und damit in den Leseprozess mit eingebunden wird. Mit spätestens 11 bis 12 Jahren wird dieses Buch inhaltlich deutlich an Spannung verlieren, außer, es wird gemeinsam mit jüngeren Geschwistern gelesen.
Der zweite Band ist auf jeden Fall auf unserer Wunschliste gelandet – so wie wahrscheinlich auch die weiteren Folgebände. Wir freuen uns, dass wir diese Reihe entdeckt haben, und geben für dieses Buch gerne eine Leseempfehlung ab.

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