Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:
Genrezuordnung passt nicht
Astro-Tims Sternstunden von Tim Ruster
Astro-Tims Sternstunden ist ein ungewöhnliches Buch. Es bewegt sich irgendwo zwischen Sachbuch, Science-Fiction und visionärem Essay – mit dem Ziel, Leser:innen für die Zukunft der Menschheit im All zu begeistern. Dabei schafft es der Autor, viele komplexe Themen sehr anschaulich und bildhaft zu erklären.
Das gelingt besonders durch Vergleiche wie jenen auf Seite 166:
„Die Zerlegung des Merkurs ist im Vergleich zum Jupiter ein Kinderspiel – als würd man nach dem Verzehr eines ganzen Truthahns noch ein Häppchen Nachtisch zu sich nehmen“,
beschreibt Sheev Levo, und ergänzt:
„Ich weiß auch nicht, woher diese ganzen Essensvergleiche kommen. Vermutlich habe ich Hunger.“
Diese Passage steht sinnbildlich für die Stärken und Schwächen des Buches. Die bildhafte Sprache macht abstrakte Zukunftsvisionen greifbar, fast unterhaltsam. Gleichzeitig stößt man immer wieder auf wissenschaftliche Schwächen oder unbeantwortete Fragen – wie etwa die Fortexistenz von Kolonien auf den Jupitermonden, obwohl der Planet selbst längst "abgebaut" wurde. Solche Widersprüche werfen Zweifel auf, wie konsistent das Weltbild konstruiert ist.
Stark ist das Buch vor allem dort, wo es die Vergangenheit und Gegenwart der Raumfahrt reflektiert und Entwicklungen positiv und mit Offenheit bewertet. Es vermittelt Aufbruchstimmung, Optimismus und Lust auf Zukunft. Einige technologische Ideen – wie die Kryonik oder die Verschmelzung von Mensch und Maschine – erscheinen durchaus plausibel und anregend. Andere Vorstellungen hingegen, etwa das Auftreten mehrerer neuer Homo sapiens-Unterarten innerhalb von weniger als 1.000 Jahren oder funktionsfähige Wurmlöcher, gehen deutlich in den Bereich der Science-Fiction über – und wären vermutlich dort auch besser aufgehoben.
Gerade dieser Aspekt macht die Vermarktung als Sachbuch etwas problematisch. Wer ein wissenschaftlich fundiertes Werk zur Zukunft der Raumfahrt erwartet, könnte enttäuscht werden. Wer hingegen technologische Visionen mit einer Prise Fantasie schätzt und sich gern mit futuristischen Gedankenspielen beschäftigt, wird durchaus seine Freude an diesem Buch haben.
Fazit: Astro-Tims Sternstunden ist ein fantasievoll geschriebenes, stellenweise inspirierendes Buch über mögliche Zukünfte im All. Als Sachbuch wissenschaftlich nicht immer stimmig, aber als unterhaltsames SciFi-nahes Werk mit realitätsbezogenen Anklängen für technologieinteressierte Leser:innen definitiv eine interessante Lektüre.
"Umgangssprachlicher" Erfahrungsbericht
Peace, Moms von Evelyn Weigert
Evelyn Weigerts Peace, Moms ist ein sehr persönliches und mutiges Buch über die Höhen und Tiefen des Elternseins. Es lebt von der ehrlichen Beschreibung ambivalenter Gefühle, die viele Mütter – und Eltern allgemein – nur zu gut kennen. Gerade dieser offene Umgang mit inneren Widersprüchen macht das Buch grundsätzlich lesenswert.
Weigert teilt Erfahrungen, ohne belehrend zu wirken, und schafft es, schwierige Themen wie Überforderung, Selbstzweifel und gesellschaftliche Erwartungen in einem lockeren Ton zu vermitteln.
Allerdings fällt dieser Ton für meinen Geschmack manchmal etwas zu locker aus. Der Schreibstil ist stark durchzogen von Anglizismen, was mich – obwohl ich nur wenig älter bin als die Autorin – doch irritiert hat. In meinem Umfeld spricht niemand, auch nicht die 15 Jahre Jüngeren, in dieser Form. Möglicherweise spiegelt das einen regionalen Unterschied zwischen Wien und Berlin wider, aber für mich wirkte es stellenweise bemüht und fast schon distanzierend.
Inhaltlich habe ich mich in vielen Herausforderungen wiedergefunden. Auch wir haben versucht, unter sehr schwierigen Bedingungen – mit zwei Vollzeitjobs, gesundheitlichen Belastungen in der Familie und beengtem Wohnraum – das Beste für unser Kind zu geben. Die Themen, die Weigert anspricht, sind daher keineswegs fremd. Dass sie ihre Erfahrungen so offen teilt, ist durchaus wertvoll. Erfahrungsberichte wie dieser schaffen Verbundenheit – ganz anders als gut gemeinte Ratschläge oder erhobene Zeigefinger.
Was ich mich dennoch frage: Woher nimmt eine Mutter inmitten all dieser Anforderungen noch die Energie, ein Buch zu schreiben? Diese Frage bleibt unbeantwortet – und führt vielleicht auch zu meinem gemischten Gesamteindruck. Das Buch hat seine Stärken, keine Frage. Aber es bleibt für mich ein eher durchschnittliches Leseerlebnis. Wer sich für ehrliche Einblicke in den Elternalltag interessiert, findet vermutlich in Blogs eine direktere und weniger stilistisch aufgeladene Alternative.
Fazit: Peace, Moms bietet interessante Einblicke, leidet aber unter einem Stil, der nicht jeden Geschmack trifft. Für mich persönlich keine Empfehlung – aber für andere vielleicht genau der richtige Ton.
Hineingezogen
The Wind Weaver von Julie Johnson
*Wind Weaver – Sturmverführt* ist der fesselnde Auftakt einer neuen Romantasy-Reihe, die mit starken Figuren, einer spannenden Welt und emotionaler Tiefe punktet. Schon nach wenigen Minuten des Hörbuchs war ich regelrecht in die Geschichte hineingezogen – ein Highlight jagt das nächste, und es gibt kaum Momente zum Durchatmen, ohne dass es dabei überladen wirkt.
Im Mittelpunkt steht Rhya, eine Halbling – halb Mensch, halb Fae –, die ihre Herkunft aus gutem Grund geheim halten muss: In Anwyvn werden Fae gnadenlos gejagt. Als ihr Geheimnis bei einem Überfall auffliegt, scheint ihr Schicksal besiegelt. Doch kurz vor ihrer Hinrichtung taucht General Scythe auf – geheimnisvoll, gefährlich und voller dunkler Vergangenheit – und stellt sich gegen seine eigenen Leute. Er entdeckt ein Zeichen auf Rhyas Körper: Sie ist die letzte Windweberin, eine Trägerin uralter Magie, mit der Macht, den Wind zu rufen.
Was folgt, ist eine packende Flucht in die rauen Nordlande, in der Rhya nicht nur ihre Kräfte entdecken und kontrollieren muss, sondern sich auch gegen die wachsenden Gefühle für Scythe zur Wehr setzen will. Die Dynamik zwischen den beiden lebt von den beliebten Tropen wie *Enemies to Lovers*, *Forced Proximity*, *Only One Bed* und einem düsteren Helden mit verletzter Seele. All das wird mit einem gelungenen *Slow Burn* kombiniert, der die Spannung konstant hochhält, ohne zu überstürzen.
Die Sprecherleistung im Hörbuch ist absolut überzeugend – auch mit erhöhter Wiedergabegeschwindigkeit (ich habe mit 1,5-facher Geschwindigkeit gehört) bleibt die Geschichte hervorragend verständlich und lebendig. Die Stimme trifft die Atmosphäre perfekt, und man hat oft das Gefühl, nicht nur zuzuhören, sondern wirklich *mitten in der Handlung* zu stehen.
Besonders positiv hervorzuheben ist die Detailverliebtheit im Worldbuilding: Die Magie der Windweberin, das harte, aber faszinierende Setting der Nordlande und die düsteren Bedrohungen Anwyvns bilden einen stimmungsvollen Hintergrund für eine epische Geschichte. Gleichzeitig bleibt die emotionale Ebene nie auf der Strecke – sowohl Rhyas innere Entwicklung als auch Scythes komplexe Persönlichkeit verleihen der Geschichte Tiefe.
Fazit: *Wind Weaver – Sturmverführt* hat mich voll und ganz begeistert. Es ist eine Romantasy voller Magie, Spannung, Gefühlen und einer Prise Gefahr. Ich bin sehr froh, dass es sich um einen Auftaktband handelt – denn ich freue mich schon jetzt riesig auf die Fortsetzung.
Ellen Berg geht immer!
Jünger geht immer! von Ellen Berg
Ellen Berg hat es wieder getan: Mit Jünger geht immer liefert sie einen ebenso humorvollen wie scharfsinnigen Roman, der sich mit Beziehungen, gesellschaftlichen Erwartungen und dem Mut zur Veränderung beschäftigt. Wie gewohnt trifft sie den Ton punktgenau und bringt ihre Leserinnen zum Lachen, Nachdenken und Mitfiebern – manchmal alles gleichzeitig.
Im Mittelpunkt steht eine Protagonistin, mit der man sich wunderbar identifizieren kann. Sie ist mitten im Leben, erlebt die späte Trennung ihrer Eltern und bewertet ihre eigene Beziehung neu und ist an einem Punkt, an dem sich vieles neu sortieren muss. Dabei bleibt sie herrlich authentisch, mal unsicher, mal kämpferisch, aber immer echt. Besonders schön ist, wie sie im Laufe der Handlung eine beeindruckende Entwicklung durchmacht – weg vom angepassten Leben hin zu mehr Selbstbestimmung und Lebensfreude. Ihre Reise ist bewegend, mitreißend und stellenweise sehr ermutigend. Und auch beim Lesen hat sich mein Herzschlag zeitweilig beschleunigt, denn welche Frau träumt da nicht auch nochmal vom zweiten (oder dritten, oder vierten,...) Frühling?
Ein absolutes Highlight ist die goldene Scheidungsparty – eine großartige Idee, die für jede Menge Situationskomik sorgt und gleichzeitig zeigt: Trennung muss nicht das Ende von allem sein, sondern kann auch der Beginn von etwas Neuem sein. Genau diese Mischung aus Witz und Tiefgang macht Ellen Bergs Bücher so lesenswert.
Der familiäre Nebenstrang um den Vater, der seiner Schwester mit seiner bloßen Anwesenheit den letzten Nerv raubt, hat mich besonders amüsiert. Wenn die konservative Tante darauf besteht, dass die Exfrau ihn gefälligst wieder zu bekochen habe, dann wird das patriarchale Rollenbild so wunderbar aufs Korn genommen, dass man nur den Kopf schütteln und gleichzeitig laut lachen kann. Ellen Berg versteht es meisterhaft, alte Denkmuster mit viel Ironie zu zerlegen – ohne den moralischen Zeigefinger zu heben.
Auch die Gestaltung des Covers trägt zum Charme des Buches bei. Es passt perfekt zur Reihe und sorgt mit seinem farbenfrohen, leicht frechen Design für hohen Wiedererkennungswert im Regal. Wer Ellen Berg kennt, erkennt es sofort – und weiß, was ihn erwartet: Humorvolle Unterhaltung mit Herz und Verstand.
Wenn ich nicht schon mit dem besten aller Männer verheiratet wäre, würde auch ich nach der Lektüre ernsthaft darüber nachdenken, ob ein jüngeres Modell nicht vielleicht doch einen gewissen Reiz hätte.
Fazit: Ein rundum gelungenes Buch, das unterhält, inspiriert und zum Schmunzeln bringt. Ellen Berg in Bestform.
Leider sehr "Deutsch", tolles Thema
Leserabe 1. Lesestufe - Pups-Alarm! von Martin Klein
Mit dem Titel *Pups-Alarm!* liegt Martin Klein gemeinsam mit Illustratorin Tessa Rath thematisch voll im Trend bei jungen Leserinnen und Lesern – besonders Buben werden vom Thema Furz regelrecht angezogen. Was Erwachsenen vielleicht noch immer ein Stirnrunzeln entlockt, funktioniert bei Kindern wunderbar: Ein Tabuthema, das endlich einmal offen, lustig und kindgerecht aufgegriffen wird.
Denn obwohl das Furzen eine völlig normale Körperfunktion ist, wird es gesellschaftlich nach wie vor belächelt oder peinlich verschwiegen. Umso schöner, dass hier auf humorvolle Weise und mit tollen Illustrationen genau dieser „Alltagsskandal“ zum Thema gemacht wird. Das schafft Raum für Lachen, Enttabuisierung und kindliche Neugier, ohne belehrend zu wirken.
Besonders gelungen sind auch die Bilder von Tessa Rath, die das Geschehen lebendig, bunt und mit einem charmanten Augenzwinkern begleiten. Die Illustrationen tragen wesentlich zur Lesemotivation bei und unterstützen das Textverständnis ideal – ein großer Pluspunkt für ein Erstlesebuch.
Allerdings gibt es einen Punkt, der gerade für Leserinnen und Leser außerhalb Deutschlands – insbesondere in Österreich – problematisch sein kann: Die Sprache ist stark an das deutsche Deutsch angepasst. Viele Begriffe wie „Furz“ oder lautmalerische Ausdrücke wie „pffft“ oder „pfrz“ klingen in österreichischen Ohren schlicht fremd oder unnatürlich. Kinder, die in Österreich aufwachsen (außer vielleicht in Salzburg, wo der sprachliche Einfluss größer ist), verwenden solche Begriffe selten oder gar nicht. Dadurch verliert das Buch ein Stück seiner Authentizität für diese Zielgruppe.
Wünschenswert wäre daher eine österreichische Ausgabe oder zumindest eine E-Book-Variante, in der Begriffe, Ausdrücke und lautmalerische Elemente an den österreichischen Sprachgebrauch angepasst sind. Das würde nicht nur die Verständlichkeit erhöhen, sondern auch die Identifikation der Kinder mit dem Text stärken.
Fazit: *Pups-Alarm!* ist ein humorvolles, klug gemachtes Erstlesebuch, das mit einem mutigen Thema und ansprechenden Bildern punktet. Für Kinder in Deutschland absolut zu empfehlen – für österreichische Kinder wäre eine lokalsprachliche Anpassung aber sinnvoll, um das volle Potenzial des Buches zu entfalten. Ich vergebe 4 von 5 Sternen, mit einem klaren Wunsch nach regionaler Variation.
Zu viele Spannungselemente
Timelock, Band 1 - Zeitrebellen von Michael Peinkofer
„Zeitrebellen – Timelock“ ist der Auftakt einer spannenden Jugendbuchreihe, die sich mit Zeitreisen, alternativen Realitäten und einer dystopischen Zukunft auseinandersetzt. Die Grundidee hat mich sofort angesprochen: Eine parallele Zukunft, in der sich die Welt ganz anders entwickelt hat, bietet enormes Potenzial für Abenteuer, moralische Fragen und überraschende Wendungen.
Und in vielen Punkten liefert das Buch auch genau das.
Besonders gelungen finde ich die Erklärung zur Raum-Zeit-Faltung, die für ein Jugendbuch wirklich anschaulich und nachvollziehbar dargestellt wurde. Sie ist zwar vereinfacht, aber ausreichend, um jungen Leser*innen ein erstes Verständnis für Zeitreise-Konzepte zu geben, ohne sie zu überfordern. Auch die dystopische Vision der Zukunft ist spannend: düster, fremd und gleichzeitig nah genug, um als Warnung zu funktionieren.
Toll fand ich außerdem, dass die Geschichte von zwei Jugendlichen – einem Mädchen und einem Jungen – gemeinsam getragen wird. Es ist schön zu sehen, wie sie sich ergänzen und zusammen mutig durch diese veränderte Welt navigieren. Das fördert die Identifikation für Leser*innen unabhängig vom Geschlecht.
Ein Aspekt, der mich jedoch gestört hat, war der parallel erzählte Handlungsstrang in Kyoto. In Band 1 wirkt dieser Teil fast wie ein Fremdkörper – spannend, ja, aber noch nicht greifbar und ohne direkte Verbindung zur Haupthandlung. Persönlich hätte ich es besser gefunden, wenn beide Erzählstränge erst einmal jeweils für sich in Band 1 und 2 Platz gehabt hätten. Eine Zusammenführung im dritten Band hätte dann sicher eine größere Wirkung entfaltet und die Spannung erhöht.
Auch sprachlich merkt man deutlich, dass es sich um ein Jugendbuch handelt – einfach, klar und leicht verständlich. Für die Zielgruppe passend.
Was mich wirklich enttäuscht hat, war dasEnde von Band 1. Statt eines packenden Cliffhangers fühlt es sich eher an, als hätte das Buch einfach mitten in der Handlung abrupt aufgehört. Da fehlte mir ein klarer Abschluss oder zumindest ein spannender Übergang zur Fortsetzung. Das hat leider einen etwas unausgereiften Eindruck hinterlassen.
Fazit: Eine starke Grundidee mit spannenden Ansätzen und sympathischen Figuren, aber auch mit Schwächen im Aufbau und einem unbefriedigenden Ende. Für Fans von Jugend-Dystopien und Zeitreise-Stoffen einen Blick wert – ich vergebe 3 von 5 Sternen.
Bad-Boy-Spice
Ruthless Creatures Queens and Monsters von J. T. Geissinger
Was für ein Auftakt! Mit „Ruthless Creatures“, dem ersten Band der Queens and Monsters-Reihe, hat mich J. T. Geissinger völlig abgeholt – und das nicht nur wegen der packenden Handlung, sondern vor allem dank der großartigen Sprecher*innenleistung im Hörbuch. Die Stimmen von Ben Adam, Ella Larsson und Amanda Felser sind perfekt auf die Charaktere abgestimmt, sie transportieren Emotionen, Spannung und Sinnlichkeit auf eine Weise, die einen regelrecht fesselt.
Besonders in einem Genre wie diesem ist das Gold wert – und hier passt einfach alles.
Schon ab der ersten Szene merkt man: Die Übersetzung von Nadine Lipp und Nadine Mutz ist hervorragend gelungen. Die Dialoge klingen flüssig, natürlich und behalten gleichzeitig den gewissen Biss, der für dieses Genre so entscheidend ist. Und ja – wer hier einen Erotikroman mit spicy Romance sucht, wird definitiv nicht enttäuscht! Die Chemie zwischen den Hauptfiguren ist greifbar, die erotische Spannung zieht sich durch das ganze Buch und bleibt dabei intensiv und mitreißend.
Die Handlung selbst ist stimmig und passt perfekt zum Genre: düster, geheimnisvoll, sexy – aber nicht überladen. Kein unnötiger Ballast, kaum überzogene Twists – stattdessen eine gut strukturierte Geschichte, in der gleich viele Toys wie Schusswaffen zum Einsatz kommen.
Besonders positiv hervorheben möchte ich die beste Freundin der Protagonistin, die mit ihrer direkten Art, ihrem Humor und ihrer unverblümten Meinung einfach eine Wucht ist! Ich hoffe sehr, dass sie im zweiten Band im Mittelpunkt stehen wird – sie hätte es verdient, ihre eigene explosive Liebesgeschichte zu bekommen.
Ein kleiner Kritikpunkt – oder vielmehr ein ungelöstes Rätsel – bleibt für mich das Covermotiv: Was genau die Schlange mit der Handlung zu tun hat, hat sich mir bisher nicht erschlossen. Vielleicht wird das im Verlauf der Reihe noch aufgeklärt – Potenzial für Symbolik gäbe es ja reichlich.
Ein echtes Highlight war dann noch das Prequel am Ende des Hörbuchs: Endlich bekommt man die Anfangsphase der Geschichte auch aus Kages Sicht erzählt! Das war für mich ein absolutes Geschenk, denn ich hatte mir genau das während des Hörens immer wieder gewünscht.
Fazit: Ein rundum gelungener Start in eine heiße, spannende Romance-Reihe mit Tiefgang, tollen Figuren und exzellenter Hörbuch-Umsetzung. 5 von 5 Sternen.
Nordische Romantasy
Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood von Danielle L. Jensen
Was für ein fulminanter Reihenauftakt! Schon das Cover von „A Fate Inked in Blood“ ist ein echter Blickfang – mystisch, kraftvoll und mit genau der richtigen Portion Dramatik, um sofort Neugier zu wecken. Und genau diese Mischung aus Magie, Mythologie und innerer Stärke zieht sich durch das gesamte Buch.
Die Geschichte entführt uns in eine nordisch inspirierte Fantasy-Welt, die nicht nur atmosphärisch dicht, sondern auch voller Spannung und politischer Intrigen ist. Für mich war es besonders einfach, in diese Welt einzutauchen, da ich bereits durch das Videospiel Assassin’s Creed Valhalla einen ersten Zugang zur nordischen Mythologie und Kultur hatte. Dieses Vorwissen hat mein Leseerlebnis definitiv intensiviert – vor allem die Kampfszenen haben mich begeistert! Sie sind dynamisch, bildhaft und emotional aufgeladen – ein echtes Highlight des Romans.
Die Protagonistin Freya hat mich von Beginn an überzeugt. Trotz ihres jungen Alters ist sie stark, klug und kämpferisch, ohne dabei unnahbar zu wirken. Im Gegenteil: Ihre Verletzlichkeit, ihre Zweifel und vor allem ihre charakterliche Entwicklung machen sie zu einer sehr greifbaren, nahbaren Heldin. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sie sich im Laufe der Handlung nicht nur als Kämpferin, sondern auch als Mensch weiterentwickelt.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die verflochtene Liebesgeschichte, die sich wunderbar in den Gesamtplot einfügt. Sie ist nicht dominant, aber durchweg präsent, glaubwürdig und intensiv – genau die richtige Mischung aus Gefühl, Spannung und Konflikt. Die Chemie zwischen den Charakteren ist spürbar, ohne kitschig zu wirken.
Die Sprache ist flüssig und atmosphärisch, der Erzählstil packend und die Welt komplex, aber nicht überfordernd. „A Fate Inked in Blood“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie High Fantasy unterhalten und gleichzeitig tiefgründig sein kann.
Fazit: Ein starkes Fantasydebüt mit nordischem Flair, einer grandiosen Heldin, fesselnden Kämpfen und einer mitreißenden Liebesgeschichte. Für mich ein absolutes Highlight – ich freue mich jetzt schon riesig auf Band 2 und kann es kaum erwarten, zu erfahren, wie es weitergeht. 5 von 5 Sternen – absolute Leseempfehlung!
Sollte in keiner Schulbibliothek fehlen
Diskriminierung geht uns alle an von Josephine Apraku; Debora Antmann; Olenka Bordo Benavides; Luisa L'Audace; Yezenia León Mezu; Christopher A. Nixon; Monty Ott; Christelle Nkwendja-Ngnoubamdjum; Sinthujan Varatharajah; Emilene Wopana Mudimu
Selten hat mich ein Sachbuch so überzeugt wie „Diskriminierung geht uns alle an“ – klar, ehrlich, vielfältig und absolut auf Augenhöhe mit jungen Leser*innen. Schon die zielgruppengerechte Aufmachung ist ein großer Pluspunkt: Die Gestaltung ist modern, zugänglich und spricht Jugendliche direkt an, ohne belehrend zu wirken.
Dabei gelingt dem Buch der Spagat zwischen tieferem Wissen und niedrigschwelliger Vermittlung hervorragend – ideal für den Schulkontext, aber auch für interessierte junge Menschen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen.
Als Lehrerin habe ich über 10 Jahre am Aufbau eines inklusiven Schulstandortes mitgewirkt, wodurch mir der Unterschied zwischen Integration und Inklusion sehr bewusst geworden ist. Und mir ist auch klar, dass es Inklusion nicht zum Nulltarif gibt. Aber in Zeiten wie diesen können wir es uns als Gesellschaft gar nicht leisten, auf auch nur einen jungen Menschen zu verzichten.
Besonders hervorheben möchte ich, dass jedes Kapitel von einer Person geschrieben wurde, die selbst von der jeweiligen Form der Diskriminierung betroffen ist. Diese authentischen Perspektiven geben dem Buch nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern ermöglichen einen echten Perspektivwechsel – mit persönlichem Bezug, echten Emotionen und einer Stimme, die gehört werden will und sollte. Man liest hier keine abstrakten Definitionen, sondern echte Erfahrungen, die berühren und zum Nachdenken anregen.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die alphabetische Ordnung der Kapitel, die bewusst kein Ranking der Diskriminierungsformen vornimmt. Diese Entscheidung unterstreicht die zentrale Botschaft des Buches: Diskriminierung ist immer ernst zu nehmen – egal, in welcher Form. Die alphabetische Gliederung ist zudem praktisch für den Einsatz im Unterricht oder zum gezielten Nachschlagen.
Besonders begeistert bin ich auch vom Mitmach-Charakter des Buches: Zwischenfragen, Reflexionsimpulse und Möglichkeiten zur Weiterarbeit laden dazu ein, sich aktiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Es ist nicht nur ein Buch zum Lesen, sondern eines zum Denken, Schreiben, Diskutieren – ein echtes Arbeitsbuch für ein respektvolleres Miteinander.
Ich werde „Diskriminierung geht uns alle an“ auf jeden Fall im Fach Lerncoaching, aber auch in Digitale Grundbildung gezielt einsetzen. Die Themenvielfalt, die persönliche Herangehensweise und die methodische Gestaltung machen es zu einem echten Schatz für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit.
Fazit: Ein rundum gelungenes, zeitgemäßes und wichtiges Buch, das ich jeder Lehrkraft, jedem Jugendlichen und jeder interessierten Person nur ans Herz legen kann. **5 von 5 Sternen – uneingeschränkte Leseempfehlung!**
Oberflächlich und mit offenem Ende
Die Blütenfreundinnen von Ellen Martin
Die Grundidee des Buches, dass sich drei Frauen als Zweckbekanntschaft begegnen und daraus "mehr" wird hat mir auf Anhieb gut gefallen.
Aus unterschiedlichen Gründen sind Kristin, Lena und Nicole in München und wollen Richtung Norden. Die drei sehr unterschiedlichen Frauen versprechen auch eine interessante Kombination zu sein.
Das Trio wird dann noch um die Schwägerin einer der drei Damen zu einem Quartett ergänzt.
Wo mich die Leseprobe noch direkt abgeholt hat und ich die kurzen Kapitel, damit man alle mal ein bisschen kennenlernt, gut fand, so haben die ständigen Perspektivenwechsel sich im weiteren Lesefluss negativ auf meine Aufmerksamkeit ausgewirkt und phasenweise habe ich die Wechsel gar nicht richtig mitbekommen.
Eventuell auch altersbedingt fehlt mir, trotz der verschiedenen Charaktere, eine Identifikationsfigur im Buch, denn alle Frauen leben gesellschaftlich doch extrem angepasst und normalisierte gesellschaftspolitische Zustände werden nicht hinterfragt, offensichtlich doch eher ein Wohlfühlroman, der sich auch nach einem Sektfrühstück leicht verdauen lässt. Und damit leider so gar nicht die Kategorie Frauenbuch, die ich gerne lese.
Zusätzlich fehlen mir auch Spannung und / oder Erotik oder ein anderes Element, auch die Handlung ist nicht so richtig abgeschlossen, was ich schade finde.
Fazit: in Summe ein Frauenroman, bei dem die Handlung vor sich hinplätschert, mit vielen Perspektivenwechsel, wohl eher Zielgruppe 50+.











