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Rezensionen von gelesengelauschtgemacht:
Steampunkfantasy für Kinder
Das Wolkenschiff von Hardy Vashti
kenschiff – Aufbruch nach Südpolaris“ ist der Reihenauftakt der Wolkenschiffreihe der britischen Autorin Vashti Hardy. Es ist 2020 in deutscher Übersetzung im arsEditionverlag erschienen.
Ich habe dieses Buch gemeinsam mit meinem 7 ½ jährigen Sohn gelesen, was aufgrund der Länge von 312 Seiten einige Zeit in Anspruch genommen hat.
Der Schreibstil ist sowohl für Kinder gut gewählt, wie auch für Erwachsene zum Mitlesen.
Worum geht es?
Es hat mich überrascht, dass ein Steampunkbuch für Kinder erschienen ist. In der fiktiven Stadt „Lontown“, die von ihrer Aufmachung hier dem früheren „London“ durchaus ähnlich sein dürfte, leben die Zwillinge Arthur und Marie, die Kinder des Entdeckers Ernest Brightstorm, der bei seiner Expedition zur Entdeckung von Südpolaris verschollen ist. Nach seinem Tod verlieren die Kinder alles, weil der Vater in Misskredit gebracht wird, und das Erbe daher an die mächtige Geografische Gesellschaft fällt.
Meine Meinung zum Buch
Das Cover gibt bereits einen sehr guten Einblick, worum es im Buch gehen wird, nämlich um eine Forschungsreise mit einem Wolkenschiff. Dieses ist den Luftschiffen, die einige Zeit im Einsatz waren, jedoch von den Flugzeugen technolisch verdrängt wurden, nachempfunden.
Marie und Arthur sind beide zwölf Jahre alt. Bei einem Unfall hat Arthur einen Arm verloren, seine Schwester Marie hat einen Stahlarm für ihn angefertigt, der als Prothese fungiert. Wenig verwunderlich, dass sie Ingenieurin werden möchte – das Geschick dazu hat sie auf jeden Fall. Durch die Zusammenstellung der Kinder als Zwillingspaar haben sowohl Jungen wie auch Mädchen die Möglichkeit, eine Identifikationsfigur in der Handlung zu finden.
Die Einführung in die Welt funktioniert schleppend, gerade auf den ersten Seiten ist die Handlungsdichte gering. Da mussten wir uns gegenseitig motivieren, weiterzulesen. Nach etwa 80 Seiten nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und wird ab der Hälfte so spannend, dass es schwer wird, das Buch zur Seite zu legen.
Neben Steampunk beinhaltet das Buch auch noch Fantasyelemente, die ich jedoch wegen der Spoilergefahr hier nicht ausweisen möchte – lasst euch in dieser Hinsicht ein bisschen überraschen.
Für ein Kinderbuch sind die Figuren überwiegend gut gezeichnet, es finden sich wenige Stereotype auf die aufgebaut wird, was sowohl bei mir als auch bei meinem Sohn sehr gut angekommen ist.
Mein Sohn hat in Marie eine Identifikationsfigur gefunden, da er auch bereits im Kindergartenalter an Erfindungen gearbeitet hat und sich nach wie vor total für Technik interessiert.
Meine Identifikationsfigur ist Harriet Culpfeffer, die die beiden Kinder als Besatzung ihrer Crew mitnimmt. Ihre stets positive Art, ihr Optimismus und ihre überschwängliche Energie sind meinem Naturell sehr ähnlich.
Am Ende des Buches waren wir froh, wie die Mission verlaufen ist, und dass wir nicht mit ungeklärten Fragen zurückgelassen wurden. Ich mag solche Cliffhanger, dass man die ganze Reihe lesen muss, um die Geheimnisse aus Band 1 zu erfahren, nämlich nicht besonders. Sicher gibt es in der fantastischen Welt noch vieles zu entdecken – zum Beispiel einen verschollenen Entdecker, denn diese Mission wird bereits am Ende des Bandes angekündigt.
Fazit: Nach einem langatmigen Auftakt ein extrem spannendes und gut konstruiertes Buch für ältere Kinder aus dem Genre Steampunk / Fantasy, das auf weitere Expeditionen neugierig macht.
Einheitsgrau statt schwarz und weiß
Night of Crowns, Band 1 - Spiel um dein Schicksal von Stella Tack
Das Buch „Night Crowns – Spiel um dein Schicksal“ ist der Auftaktband – mindestens ein weiteres Buch wird noch folgen, dafür wird bereits auf den letzten Seiten geworben. Das Buch ist 2020 als Klappbroschur im Ravensburgerverlag erschienen. Von der Autorin Stella Tack habe ich bisher noch nichts gelesen, jedoch konnten mich sowohl Cover, Romanidee und Leseprobe neugierig auf das Buch machen.
Mein Mann und mein Sohn spielen sehr gerne Schach, ich leider weniger, und daher war ich sehr gespannt darauf, was die Autorin aus diesem Stoff machen wird.
Worum geht es in dem Buch?
Alice hat ein seltsames Erlebnis auf einer Party – obwohl sie keine Drogen genommen hat, begegnet sie einer sprechenden Katze, die außer ihr jedoch niemand sprechen hört, und hat auch sonst immer wieder Halluzinationen, vor allem von Spinnen. Ihre schulischen Leistungen verschlechtern sich – und sie muss sogar auf die Sommerschule in einem Nobelinternat. Dort gerät sie mitten in ein Spiel um Leben und Tod – und weiß nicht, ob und auf welcher Seite sie steht, wie das Spiel genau abläuft und warum sie selbst Teil davon wurde.
Meine Meinung zu dem Buch
Alice ist für mich ein blasser Charakter – ihre guten Noten stehen im krassen Widerspruch zu dem drastischen Leistungsabfall, durch den sie sogar ein Schuljahr wiederholen musste. Das passt für mich überhaupt nicht zusammen, vor allem ist es für mich unverständlich, dass ihre Mutter über den Leistungsabfall erstens nicht informiert wird und auch sonst nichts mitbekommt – als Sherriff müsste sie hier ja entsprechende Antennen haben, um mitzubekommen, dass etwas nicht so läuft, wie es soll. Das hat für mich gleich zu Beginn nicht gut gepasst, aber da war ich noch gespannt darauf, was kommen wird.
Achtung – Minispoiler! An die beste Freundin, wegen der sie ja auf die Sommerschule will, um dann das gemeinsame Abschlussjahr zu machen, denkt sie im Laufe der weiteren Handlung auch nicht mehr, was ich ebenfalls sehr seltsam finde. Gerade bei so innigen Freundschaften, wie sie am Beginn wirkt, verstehe ich es nicht, dass nicht einmal im Buch auftaucht „Was hätte meine beste Freundin in der Situation gemacht?“ oder „Das würde sie mir auch gar nicht glauben, wenn ich es ihr erzähle“. Die fehlende Kontaktaufnahme von außen wird ja in der Handlung erklärt – dieser Punkt bleibt für mich jedoch offen.
Dass man nach und nach in das Spiel eingeführt wird, finde ich toll, denn so erlebt man die Geschichte aus der Sicht von Alice. Anstatt das Spiel mit ihrer „Buntheit“ zu beleben, weil sie ja offensichtlich weder schwarz noch weiß ist, wirkt sie wie eine blasse Marionette, die sich schicksalsergeben ihrer Rolle fügt und genau das tut, was man von ihr erwarten würde. Ebenso ist sie extrem leichtgläubig und unreif für ihr Alter. Sie hinterfragt nicht, was sie an Informationen erhält, sondern denkt lange in den frühkindlichen gut-böse Stereotypen.
Die weiße König ist die geborene Zicke, auch hier kommt kein differenziertes Bild durch. Die schwarze Königin ist „Everybody’s Darling“ – ein Gutmensch durch und durch so ganz ohne Ecken und Kanten. Die anderen Figuren bleiben leider sehr blass und man erfährt nur bruchstückhaft etwas über sie, so dass ich von vielen der Charaktere gar kein richtiges Bild vor Augen habe sondern mich mit Stereotypen herumschlage – was bei einer Länge von knapp 500 Seiten nicht sein müsste.
Meine Lieblingsfigur in dem Buch ist Kater „Curse“. Auch hier hinterfragt Alice den Namen der Katze nicht. Was mir hier nicht so gut gefällt – schon wieder Alice und Katze – als ob es diese Kombination nicht bereits zur Genüge gebe – wieder so eine abgedrehte Version der Wunderlandgeschichte? Zumindest in Band 1 mal nicht wirklich.
Wo meine Erwartung jedoch voll und ganz erfüllt wurde: der Schreibstil lässt sich leicht lesen, und ab der Hälfte fand ich auch die Handlung richtig spannend. Bis dahin hätte ich jederzeit abbrechen können, aber weitergelesen, weil ich das Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe und ein Werk gerne ganz lese, bevor ich mir eine Meinung darüber bilde.
Auf den letzten 100 Seiten sieht es so aus, als würde Alice doch noch Anflüge eines eigenständigen Charakters mit selbst getroffenen Entscheidungen entwickeln – so dass ich gespannt darauf wäre, ob sich diese Entwicklung in Band zwei weiter fortsetzt.
Mit einem richtigen Schachspiel hat das Buch meiner Meinung nach auch zu wenig zu tun, da sich hier nicht die Züge abwechseln, sondern nach einer bestimmten Zeitdauer die Rolle getauscht wird. Das überzeugt mich dann wieder nicht so ganz – so ist mir die Geschichte etwas zu sehr nach Räuber und Gendarm.
Für mich der größte Logikfehler: Wenn es beiden Seiten darauf ankommt, dass es möglichst wenige Verluste gibt und das Spiel erst mit dem Tod eines Königs endet: warum treffen sich die beiden nicht einfach zum Duell – sagen wir, täglich kurz vor/nach Mitternacht? Wahrscheinlich, weil das nicht ausreichend Seiten füllen würde. So oft das betont wird, so gegensätzlich dazu verhalten sich die Figuren jedoch.
Fazit: Die Idee des Buches begeistert mich nach wie vor, jedoch finde ich keine Identifikationsfigur in der Geschichte, weil mir die meisten Charaktere selbst für ein Jugendbuch zu flach gezeichnet sind. Von der Umsetzung bin ich noch nicht restlos überzeugt, würde aber auf einen überragenden Folgeband hoffen.
Trotz vieler Ereignisse fehlt mir die Handlungsdichte – flach geschrieben
Night of Crowns, Band 1 - Spiel um dein Schicksal von Stella Tack
Das Cover des Buches „Das Rezept unserer Freundschaft“ hat mich vom Fleck weg angesprochen, hatte ich von einer anderen Autorin letztes Jahr ein Buch über eine Familienfarm gelesen, die seit Generationen Pies herstellt und verkauft. So eine Geschichte hatte ich mir als Freundschaftsgeschichte erwartet – etwas jünger und peppiger, vielleicht.
Von der Handlung wurde ich jedoch enttäuscht. Okay, hier hätte es ein Sex-and-the-City-Thema mit vier nicht mehr ganz jungen Frauen (für mich sogar mit Mitte bis Ende Vierzig eher alt), die alle mit ihren Problemchen zu kämpfen haben, stinkreich sind und mir alle extrem unreif vorkommen. Eine davon ist die Protagonistin Billy, die als einzige der Gruppe nicht stinkreich ist – sondern von ihrer besten Freundin Lucy, einem Exmodel, überall mitgeschleift wird.
Alle haben Geld, alle haben Beziehungen – oder geheiratet, Billy hat eine Mutter, die sich umgebracht hat, als sie ein Kind war, und ihre Liebe zum Essen, aus dem sie bisher zu wenig gemacht hat. Eine Feinschmeckerin in Größe 36, für die sie rund um die Uhr Sport machen müsste – tatsächlich geht sie während der gesamten Handlung einmal für 40 Minuten mit ihren Freundinnen joggen, ansonsten wird nichts erwähnt. Genau das ist ein Beispiel dafür, wie flach viele Themen in dem Buch abgehandelt werden.
Auch, als sich eine der Freundinnen nach einem Streit (Vorsicht – eventuell leichter Spoiler!) nicht mehr meldet, tauschen sich die anderen drei darüber aus, dass sie so gut wie nicht mehr ans Telefon geht – und dass das Verhalten sehr seltsam ist. Auf die Idee, dort mal selbst vorbei zu schauen, kommt von den drei ach so besten Freundinnen niemand – auch das kann ich nicht nachvollziehen, wo es sich doch nicht mehr um junge Mädels sondern um reife Damen handelt.
Kochen und Backen sind zentrale Elemente des Buches, es wird auch die eine oder andere Zutatenliste im Buch genannt. Was ich mir jedoch bei einem Buch, in dem das Kochen oder Backen so eine zentrale Rolle spielt, erwarte – mindestens EIN Rezept, besser noch drei, aus der Handlung im Anhang. Ich war fast schon enttäuscht darüber, nicht das leckere Pierezept zum Coverkuchen im Anhang zu finden.
Weil sich die Handlung in diesem Buch sehr gezogen hat, habe ich auch gefühlt ewig gebraucht, um das Buch zu lesen, und war schon beinahe erleichtert, als ich den ebenso flachen Epilog gelesen habe. Mit den Stereotypen konnte ich mir mit den Charakteren gar nichts anfangen, entweder, sie waren zu blass oder zu vorhersehbar unsympathisch mit wenig eigener Persönlichkeit.
Fazit: Überhaupt nicht das Buch, das ich nach der Leseprobe erwartet habe. Lieblose Abhandlung, stereotype Charaktere, fehlender Tiefgang.
Tolles College-Liebe-Buch mit einem Schuss erotik und interessanten Charakteren
Suddenly Forbidden von Ella Fields
„Suddenly forbidden“ von Ella Fields ist der Auftakt einer Trilogie– das nächste Buch ist auf Englisch bereits erschienen. „Suddenly forbidden“ erscheint als gebundenes Buch im Juli 2019, als E-Book ist es bereits erschienen.
Worum geht es?
Daisy hat das Versprechen ihrer Jugendliebe gegenüber gehalten: zwei Jahre nach Trennung durch Umzug ist sie, wie vereinbart, am College und hofft, dort auf Quinn zu treffen.
Die beiden haben sich zwei Jahre lang nicht gesehen, auch der Telefonkontakt wurde, durch Intervention der Eltern, abgebrochen. Und plötzlich steht Quinn tatsächlich vor ihr – alles wäre perfekt, wäre Quinn nicht mit Daisys ehemals bester Freundin zusammen, die anscheinend nur darauf gewartet hat, sich Quinn zu schnappen.
Meine Meinung
Ein großartiger „Erste-Liebe-Roman“. Daisy hofft darauf, dass jetzt am College alles endlich wieder gut wird, denn sie hat zwei Jahre lang auf Quinn gewartet und alle Hoffnungen darauf gesetzt, ihn wieder zu treffen. Gleichzeitig war ihre Hoffnung ihre größte Angst: denn wie hat sich Quinn in den letzten beiden Jahren verändert? Der Schlag trifft Daisy noch viel härter als erwartet, denn sie hätte sich nicht gedacht, dass ihr ihre ehemals beste Freundin, gerade nach den einfühlsamen Telefongesprächen damals, derart das Messer in den Rücken rammt. Denn sie hatte ja mitbekommen, was die beiden füreinander empfinden. Aus besten Freundinnen sind also beste Feindinnen geworden.
Sehr gerne mag ich auch Daisys Mitbewohnerin, die so anders ist als Daisy selbst und damit die Handlung total bereichert. Vor allem besticht das Buch durch die gut und klar gezeichneten Charaktere, in die ich mich sofort hineinversetzen konnte, und die trotzdem eigene Persönlichkeiten mit Stärken und Schwächen sind, ohne zu stereotyp zu wirken.
Der Schreibstil ist extrem fesselnd – ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und muss mich jetzt zusammennehmen, um nichts Handlungsrelevantes vorwegzunehmen und keine Details zu verraten.
Fazit: Tolles College-Liebe-Buch mit einem Schuss Erotik und interessanten Charakteren.
Nichts Besonderes
Lotus House - Lustvolles Erwachen von Audrey Carlan
Lotus House – Lustvolles Erwachen von Audrey Carlan ist der Auftakt der siebenteiligen Lotus-House-Reihe. Das Buch ist auf Deutsch im Mai 2019 als Taschenbuch im Ullsteinverlag erschienen.
Worum geht es?
Genevieve Harper zieht, nach dem Tod ihrer Eltern, ihre Geschwister alleine groß.
Dabei hat sie ständig mit einer angespannten finanziellen Situation zu kämpfen und ihre eigenen Träume auf die lange Bank geschoben, da sie mit dem Verdienen des Lebensunterhalts und dem Haushalt voll und ganz ausgelastet ist. Das Geld verdient sie mit Haarschnitten in der eigenen Garage – und mit Yogastunden.
Trent Fox, ein verletzter Baseballspieler, wird zum Yoga geschickt, um seine Beweglichkeit zu verbessern. Da verguckt er sich gleich in seine Lehrerin – und bucht sie einen Monat lang für Privatstunden.
Meine Meinung
Die Protagonisten des Buches fand ich sehr ansprechend, die Handlung jedoch war total vorhersehbar. Ganz zufällig ist der kleine Bruder der Protagonistin baseballverrückt, spielt selbst – und lernt dann auch noch durch seine Schwester sein großes Idol kennen.
Was mich noch gestört hat, ist die „Heile-Welt-Straße“, in der sich das Yogahaus befindet. Natürlich sehen dort alle Menschen superattraktiv aus, sind supernett, alles ist supergünstig und alle laufen mit einem superglücklichen Dauergrinser durch die Gegend und sind superzufrieden, mit dem was sie gerade machen und wollen gar nicht mehr (erreichen) im Leben. Hier fehlt mir das echte Leben mit seinen echten Problemen (zum Beispiel dem Laden, der um seine Existenz kämpft, Unwetter, Ausschreitungen, Brexit,…).
Total genervt war ich vom Ausspruch: „Alter Falter“, der gefühlt auf jeder zweiten Seite einmal vorkommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das heute noch irgendjemand sagt – abgesehen davon hätten hier mehr Variationen Platz finden sollen.
Insgesamt eine nette Geschichte – aus meiner Sicht aber nichts Besonderes. Nachdem die Autorin so eine große Fangemeinde hat, habe ich mir irgendwie mehr erwartet, diese Erwartungen wurden jedoch nicht erfüllt. Es liest sich aus meiner Sicht eher nach einem Erstlingswerk, wo die Figuren (vor allem die Nebenfiguren) noch viel mehr an Tiefe und Profil vertragen könnten.
Fazit: nette Geschichte, nichts Besonderes.
Mit den Augen der Liebe
With your Eyes von Rose Bloom
„With your eyes“ ist der erste Band einer Dilogie. Das Taschenbuch ist am 1. Juni 2019 erschienen, das eBook bereits Mitte Mai. Der zweite Band wird im August 2019 erscheinen, so dass die Wartezeit zum Weiterlesen nicht lange ausfällt.
Worum geht es?
Sutton hat Sehprobleme, die immer schlimmer werden.
Die Diagnose trifft sie wie ein Schlag: sie träumt von einem Kunststudium und zeichnet mit einem Riesentalent, doch sie wird, in absehbarer Zeit, erblinden. Also verbringt sie Zeit mit ihrer besten Freundin, und sieht sich, wie alle aus der Schule, das Training des Schwimmteams an. Superstar Blake und Schwarm der Mädchen, sowie Vorbild der Jungs, scheint sich für sie zu interessieren. Doch warum treffen sie einander ausgerechnet bei der Psychologin?
Meine Meinung
Den offiziellen Klappentext sollte man lieber nicht lesen, wenn man noch vor hat, sich von der Handlung überraschen zu lassen, denn es wird weit mehr als die Hälfte der Handlung vorweggenommen. Ich habe versucht, möglichst wenig in der Zusammenfassung zu verraten, die Elemente sind jedoch absolut notwendig für das Verfassen meiner Meinung.
Blake scheint ein absoluter Traumtyp zu sein, die Mädchen liegen ihm zu Füßen und er erscheint für die Musterschülerin Sutton ein unerreichbarer Schwarm zu sein. Durch den Besuch der gleichen Psychologin kommen sie sich jedoch näher. Warum Sutton die Psychologin besucht, ist von Beginn der Handlung weg klar: sie wird ihr Augenlicht verlieren, obwohl sie von ihren Eltern zu jeder nur erdenklichen Therapie gebracht wurde, die Erkrankung „Retintis pigmentosa“ lässt sich nicht aufhalten, wie rasch der Verlauf sein wird und ob ihr noch Wochen oder ein paar Jahre bleiben, ist ungewiss. Der große Traum vom Kunststudium scheint in weite Ferne zu rücken und sie hat eine Liste angelegt, was sie alles noch erleben möchte, bevor sie ihr Augenlicht verliert.
Mit den vielen direkten Reden überzeugt der Schreibstil des Buches als Jugendbuch – ich konnte mich beim Lesen sehr gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen und habe mich von Anfang an sehr gut in der Handlung zu Recht gefunden. Es fiel mir schwer, das Buch zur Seite zu legen, weil ich zu jedem Zeitpunkt wissen wollte, wie das Buch weitergeht.
Die Handlungsdichte ist hoch und trotzdem sind die Beschreibungen im Buch ausreichend detailliert, so dass ich beim Lesen immer Bilder im Kopf hatte und gut in die Handlung eintauchen konnte.
Mit den Charakteren konnte ich mich sehr gut anfreunden, ganz besonders natürlich mit der Protagonistin, ihrer besten Freundin und auch mit Blake, der mehr zu bieten hat als seine schöne Fassade. Außerdem gefällt mir, dass es sich um ein Buch handelt, dass mit ernsthaften Problemen von Jugendlichen gefüllt ist, die über die normalen Pubertätsprobleme bei weitem hinausreichen, so dass man beim Lesen auch wieder dankbar dafür wird, dass man selbst nur mit Problemchen und nicht mit richtigen Problemen im Alltag zu kämpfen hat.
Der Schluss ist ein totaler Cliffhanger und die Leseprobe zu Band zwei ist nur fies – ich hätte hier am liebsten sofort weitergelesen, werde mich aber noch bis August gedulden müssen. Glücklicherweise ist die Veröffentlichung des zweiten Bandes so schnell geplant.
Fazit: Ein toller Jugendroman über eine erblindende Protagonistin –und natürlich die Liebe.
Gute Idee oberflächlich umgesetzt
With your Eyes von Rose Bloom
„Witchmark“ von C.L. Polk ist der Erstlingsroman einer Kurzgeschichtenautorin und im März 2019 bei der Hobbit Presse als gebundenes Buch erschienen und ebenfalls als E-Book erhältlich. Ich habe das E-Book gelesen, jedoch bereits im Geschäft gesehen, dass das Cover der gebundenen Ausgabe ein besonderer Hingucker ist und im Dunkeln leuchtet.
Witchmark spielt in einer fantastischen Welt, die unseren Technologien von vor etwa 150 Jahren ähnelt. Statt elektrischer Energie hat sich jedoch die Substanz Äther durchgesetzt, die in dieser fantastischen Welt Energie liefert. Das Werk spielt in einem Kriegsende Szenario, Dr. Miles Singer ist Arzt und, heimlicher Weise, Hexer und daher auf der Flucht vor seiner Vergangenheit. Er hat im Krieg als Chirurg gearbeitet und ist jetzt in einem Sanatorium für Kriegsheimkehrer als Psychologe tätig, denn immer wieder drehen Kriegsheimkehrer scheinbar grundlos durch und beginnen, in ihrem Umfeld zu morden. Und wäre das alleine noch nicht mysteriös genug, wird eines Tages ein Sterbender eingeliefert – der nicht nur Miles echten Namen kennt, sondern auch weiß, dass er ein Hexer ist.
Meine Meinung
Das Buch hat mich mit seinem Setting in der Leseprobe fasziniert, so dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Ich wollte mehr wissen über die magische Welt der Sturmsänger, das magische System und den Aufbau der Welt, in der das Buch spielt. In diesen Aspekten wurde ich auch nicht enttäuscht – sowohl die gängigen Technologien, die gesellschaftliche Ordnung, die Herrschaftsform und die wichtigsten politischen Interessen wurden im Buch eingehend erwähnt und auch teilweise von den wichtigsten Figuren diskutiert.
Was mir jedoch in der Handlung gefehlt hat, war der durchgängige rote Faden, an dem entlang auch Spannung aufgebaut ist. Während es Sebastian Fitzek zum Beispiel versteht, mehrere Spannungsbögen aufzubauen und zu halten, gibt es in diesem Buch nur mehrere Stränge, die geöffnet werden und die vor sich hin plätschern, ohne jedoch Fahrt aufzunehmen. So finde ich sowohl den Kriminalfall wie auch die Liebesgeschichte lieblos abgehandelt. Auch die Magie kommt, wie ich finde, in dem Buch etwas kurz – was jedoch in Ordnung ist, wenn etwas im Geheimen stattfinden muss und es keinen abgeschlossenen Ort gibt.
Der Amartine bringt zwar anfangs ein Spannungselement in die Geschichte, jedoch auch dieser Spannungsbogen wird, meiner Meinung nach, nicht konsequent gehalten. Was mir daher gefallen hätte, wären weniger Nebenschauplätze gewesen. Es wäre ausreichend gewesen, wenn Miles ein „normaler“ Sekundant gewesen wäre, ohne gleich der wichtigsten Familie anzugehören, so dass man diesen einen Handlungsstrang hätte lassen können, und den anderen Strängen mehr Gefühl, Atmosphäre und Tiefe zu verleihen.
Fazit: Eine tolle Buchidee, die mir zu oberflächlich umgesetzt wurde.
Toller Anfang, schwaches Ende
Up All Night von April Dawson
„Up all night“ ist der erste Band der gleichnamigen Reihe und für mich auch das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe. „Bestsellerautorin April Dawson“ hat sich für mich überzeugend angehört, ebenso konnte mich auch die Leseprobe voll und ganz überzeugen.
Worum geht es?
Die Geschichte geht, mit einem der schlimmsten Tage in Taylors „Tae“s Leben, mit einem Knall los.
Job weg. Freund weg. Wohnung weg. Boden unter den Füßen weg. Doch da begegnet Tae zufällig ihrem ehemaligen Nachbarsjungen und Freund Dan – der schon seit der Kindheit heimlich in sie verliebt ist. Dan gibt in einer Kursschlussreaktion an, schwul zu sein, damit Taylor bei ihm in der WG einzieht, denn mit dem Thema „Mann“ ist Tae ein für alle Mal durch.
Meine Meinung
Der oben genannte Abschnitt ist der Beginn der Geschichte, da ich Handlungselemente, die spannend oder witzig sind, nicht vorweg nehmen möchte, weshalb auch Details ausgeblendet sind. Das Feuerwerk der sich überschlagenden Handlung am Buch lässt ganz viel Raum für Neues offen, der genutzt werden kann und will. Taylor wirkt auf mich total smart – eine meiner Lieblingsstellen im Buch ist die Szene, wo sie geistesgegenwärtig handelt, als ihre Beziehung in die Brüche geht. Das ist eine ganz andere Tae als im Rest des Buches dann – leider! Anfangs hat das noch ganz gut für mich gepasst, doch im Verlauf war es immer weniger die geistig wache junge Frau, die ihr Leben voll und ganz im Griff hat, die ich in der Anfangsszene kennengelernt habe. Man kann doch über Monate nicht ausblenden, dass jemand so offensichtlich in einen verliebt ist wie…
Daniel „Dan“, der andere Protagonist, aus dessen Sicht die Geschichte abwechselnd mit Taylor erzählt wird. Sein Jugendschwarm Taylor ist mehr als das – Dan ist von ihr regelrecht besessen und legt auch Verhaltensweisen an den Tag, die über ein psychisch gesundes Maß der Schwärmerei hinausgehen. Bei übernatürlichen Wesen, wie zum Beispiel in einem Werwolfroman, wo das Männchen tatsächlich auf das Weibchen geprägt ist und sie sein ganzes Leben lang nicht mehr aus dem Kopf bekommt, gefällt mir so eine Art von Besessenheit ganz gut. Bei Menschen finde ich es extrem überzogen und sogar etwas bedenklich. Armer Daniel, dass er vor Taylor kein Leben hatte, der attraktive, fürsorgliche Prachtkerl, der sich, bis die Richtige gekommen ist, mit ONS ausleben musste, da keine geeignete Bindungspartnerin seinen Weg gekreuzt hat. Was am Anfang also noch witzig war und wo sich mich darüber gefreut habe, dass Dan seine Jugendliebe trifft, wurde im Laufe des Buches und ganz besonders im letzten Drittel für mich zu viel des Guten.
Als „zu viel“ empfindet sich auch Abby, Daniels Schwester, die Taylor sehr kritisch gegenüber steht. Der Grund dafür wird im Buch genannt. Diese bewundert zwar „Das Sahneschnittchen von Gegenüber“ wöchentlich beim Workout, ist schlagfertig und steht mit beiden Beinen im Leben. Doch ihr Übergewicht (Größe 44 – also bei weitem noch kein Gehsteigpanzer) macht ihr zu schaffen, obwohl stets betont wird, dass sie klasse aussieht (ab und an mit dem Zusatz, obwohl sie so dick ist). Hier befürchte ich schon, dass sämtliche Klischees weiter ausgebaut werden, habe aber noch ein bisschen Hoffnung für Band zwei, dass die „Ängste der nicht wirklich Dicken“ mit den Makeln zu vergleichen ist, die Frauen jeglicher Statur an ihr selbst missfallen. Jede noch so schöne Frau hat auch Änderungswünsche an sich selbst (oder eine massive Persönlichkeitsstörung) – so dass wir hoffentlich irgendwann vom Thema „zu viel Gewicht“ zu „zu wenig Fitness“ kommen, wogegen man ja was machen kann, wenn man mit dem Angebeteten zum Squash oder zum Eislaufen möchte.
Grace ist, für meinen Geschmack, etwas zu farblos geblieben. Die reiche Tochter und erfolgreiche Landschaftsplanerin lässt sich nicht wirklich tief in die Karten blicken und scheint „Everybody’s Darling“ zu sein. Hoffentlich bekommt sie im Laufe der Serie noch ein paar mehr Ecken und Kanten.
Den Schreibstil empfinde ich als flüssig, die Seiten ließen sich gut weglesen. Das Cover finde ich sehr ansprechend, und die Sonnenaufgangsstimmung passt perfekt zum Titel und zu New York City. Im ersten Drittel habe ich das Buch so richtig genossen, im zweiten Drittel wurden die Handlungsstränge weitergeführt und im letzten Drittel wurde dann ein Klischee nach dem anderen bedient und kein Allgemeinplatz ausgelassen, auch, wenn davon einiges zu den Protagonisten und dem Lauf der Handlung nicht mehr wirklich gut gepasst hat, so das sich am Ende etwas enttäuscht zurückgeblieben bin, aber noch Hoffnung für den zweiten Band habe, dass sich zwar von Band 1 nichts mehr ändern lässt, jedoch die Handlung wieder so viel Fahrt und Tiefe aufnehmen kann, wie der Beginn des ersten Bandes.
Fazit: Starkes erstes Drittel, akzeptabler Mittelteil, beim letzten Drittel viel zu viel des Guten.
Schöner Liebesroman
Immer noch wir von Elja Janus
„Immer noch wir“ von Elja Janus ist im März 2019 im FeuerWerke Verlag erschienen. Das Buch ist als Taschenbuch und E-Book erhältlich.
Worum geht es?
Lina und Joe waren in ihrer Kindheit beste Freunde, die sich nach einem Umzug aus den Augen verloren haben. Auf einer Party funkt es augenblicklich zwischen den beiden – und als sie einander erkennen, wird es schwierig, da zu viele alte Wunden aufreißen, ganz besonders bei Joe.
Meine Meinung
Sowohl Lina wie auch Joe sind zwei wunderbar gezeichnete Protagonisten, die im Buch abwechselnd erzählen, was mir sehr gut gefallen hat. Dadurch, dass beide abwechselnd zu Wort kommen, hat die Leserin Einblick in das Seelenleben von beiden Hauptcharakteren und kann sich daher noch besser beim Lesen in die Geschichte fallen lassen, die Wahrscheinlichkeit, sich einem von beiden charakterlich nahe zu fühlen, steigt dadurch.
Ich habe mich beim Lesen gefragt, ob ich eher Lina oder eher ein Joe-Typ bin und konnte mich schlussendlich nicht festlegen. Kaum glaubte ich, eine Identifikationsfigur gefunden zu haben, überraschte mich der Charakter mit einer Handlung, die für mich komplett wesensfremd ist, so dass ich mich beim Lesen weiter auf die Suche begeben musste.
Total interessant fand ich Linas Freundinnen, wie diese ihr mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben, in den wesentlichen Punkten jedoch erst spät eingeweiht wurden.
Die Phase des Hin-und-Her zwischen Lina und Joe war mir etwas zu lange, auch, wenn ich selbst weiß, dass aufgebrochene Wunden ihre Zeit zum Heilen brauchen.
Der Schreibstil ist flüssig, die Unterscheidung, welcher Charakter gerade spricht, ist zu jeder Zeit ohne große Schwierigkeiten möglich, da beide im Buch ihre eigenen Sprache haben, die ihren Charakter sehr gut unterstreicht.
Fazit: Ein schöner Liebesroman mit viel Hin und Her.
Von Monstern, Menschen, Mobbing und Zimtbrötchen
Fjelle und Emil - Monstermäßig beste Freunde von Scheller Anne
„Fjelle und Emil- Monstermäßig beste Freunde“ von Anne Scheller ist als gebundenes Buch Ende März 2019 im Baumhausverlag erschienen und damit als Ostergeschenk prädestiniert. Da das Buch doch eine beachtliche Länge für einen Erstleser hätte, denke ich, dass es ab etwa der dritten Klasse zum Selberlesen geeignet ist, zum Vorlesen bereits ab der Vorschule.
Worum geht es?
Fjelle, ein grünes Monsterkind und Emil, der Bäckersohn, besuchen gemeinsam die Grundschule im fiktiven Ort Flusenbek. Der malerische Ort hat, neben Grundschule, Monsterhütte am Waldesrand und der Bäckerei Brotliebe auch noch einen malerischen kleinen Fluss, an dem sich Emil und Fjelle gerne aufhalten. Außerdem hat die Schule einen neuen Direktor – leider! Denn dieser kann Monster so gar nicht ausstehen und macht Fjelle das Leben zur Hölle.
Meine Meinung
Da ich das Buch mit meinem Sohn im Rahmen einer Leserunde lesen darf (wir aber gemeinsam noch nicht ganz durch sind, weil das Buch beim ersten Mal auf dem Postweg verloren ging), habe ich die letzte Hälfte vorerst alleine fertig gelesen.
Mein Sohn mag Fjelle und Emil sehr gerne und ist jeden Abend gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Er selbst ist ABC-Schütze und schafft die Kapitellänge am Abend nicht mehr alleine, manchmal liest er jedoch schon mal 2 oder 3 Seiten vor, die ich dann aber beim Vorlesen wiederhole (alleine, damit ich dran bleibe, worum es geht).
Dass der neue Direktor zur Fjelle so fies ist, hält mein sehr soziales Kind kaum aus. Er findet den Direktor so richtig doof, mir war von Anfang an klar, dass da eine fiese persönliche Geschichte dahinter stecken muss, und ich war schon auf die Aufklärung gespannt.
Rasant spannend ist die Handlung nicht, gerade das jedoch macht sie als Abendbuch so gut geeignet. Am Ende jedes Kapitels kann gut mit dem (vor)Lesen aufgehört werden und das Kind schläft gut ein und freut sich auf ein Wiedersehen mit Fjelle und Emil am nächsten Abend.
Die Geschichte um Mobbing, Freundschaft und Fremdenfeindlichkeit senisbilisiert dadurch auch schon jüngere Kinder.
Das Buch ist ein Serienauftakt und ich bin mir ganz sicher, dass wir den Folgeband auch noch lesen werden.
Fazit: Eine wunderbare und ruhige Geschichte über den Zusammenhalt von besten Freunden.









