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Rezensionen von PMelittaM:

Gelungener Trilogie-Auftaktband

Der Siegelarmreif von Marlene von Hagen

Tristorien verleibt sich immer mehr Länder ein und blutet sie aus. Doch es gibt auch Widerstand, und so macht sich eine Gruppe Verbündeter auf den Weg, den Erben des Siegelarmbandes zu finden, der sich erfolgreich gegen Tristorien stellen könnte.

Ganz unterschiedliche Charaktere kommen hier zusammen, darunter ein Heiler, eine Bogenschützin, die von einem Einhorn begleitet wird, ein Prinz, manche von ihnen mit besonderen Fähigkeiten.

Nicht jeder schließt sich zunächst freiwillig an, doch letztlich halten alle zusammen, immerhin geht es gegen einen gemeinsamen Feind.

Sowohl die sieben Protagonist:innen als auch die beiden Antagonist:innen erhalten ihre eigenen Perspektiven, wodurch man sie besser kennenlernt und mehr über ihre Hinter- und Beweggründe erfährt. Manches wird aber noch nur angedeutet, wie etwa die Herkunft Norells, der sich der Gruppe auf Grund eines Orakelspruches angeschlossen hat.

Die Charaktere sind durchweg gut gezeichnet, und fast jeder bringt sein eigenes mehr oder weniger großes Geheimnis mit. Im Anhang erklärt die Autorin dass die neun Hauptcharaktere auf den Persönlichkeitstypen des Enneagramms beruhen. Auch wenn das für mich ein Touch zu esoterisch ist, haben mich die Charaktere alle auf ihre Weise berührt. Besonders Nathal, den Heiler, und Alsha die Bogenschützin, die von einem Einhorn begleitet wird, mochte ich schnell. Nur Nashiri, Nathals Schwester, ist mir nicht so nahe gekommen, obwohl sie eine wichtige Rolle einnimmt. Möglicherweise wird sich das in den beiden Folgebänden noch ändern.

Auch die Antagonistenseite ist gut besetzt, wobei sich vor allem Idoria, die Prinzessin von Tristorien, hervortut, die nicht nur böse, sondern regelrecht gruselig ist. Auf die Entwicklung ihres Generals Kreyn im weiteren Verlauf bin ich schon gespannt.

Die Welt, die Marlene von Hagen erschaffen hat, gefällt mir ebenfalls gut, es gibt manches magische, nicht nur Wesen wie das Einhorn, auch Fähigkeiten wie die Nathals, der mehr als ein „normaler“ Heiler ist. Insgesamt wirkt es wie aus einem Guss, auch hier kann man gespannt sein, was man noch erfahren wird.

Erzählt wird bildhaft, flüssig und spannend, so dass man den Roman kaum aus der Hand legen mag. Mein Kopfkino bekam viel zu tun. Der Roman endet – bis auf eine Sache – ohne allzu schlimmen Cliffhanger, doch die Weichen für den nächsten Band sind schon gestellt, ich bin gespannt darauf.

Der Auftaktband der Trilogie macht Lust auf mehr, bietet interessante Charaktere, eine gut durchdachte Welt und eine spannende Geschichte. Sehr gerne empfehle ich ihn weiter.

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Sehr guter zweiter Band

The Atlas Paradox von Olivie Blake

Im zweiten Jahr müssen die Auserwählten der Alexandrinischen Gesellschaft sich eigenen Forschungsprojekten widmen, während Libby Rhodes immer noch verschwunden ist.

Der zweite Band knüpft direkt am ersten an. Im Gegensatz zu den anderen Auserwählten weiß man als Leser:in nicht nur wer hinter Libbys Verschwinden steckt, sondern auch, wo sie ist.

Letzteres muss auch Libby selbst erst noch herausfinden. Besonders Nico ist die Antwort auf Libbys Verbleib wichtig, so dass auch sein Freund Gideon, der nicht nur ein besonders Talent hat, sondern auch selbst besonders ist, seine Fähigkeiten zur Suche nutzt. Auch wenn Gideon hier mehr Raum erhält, bleiben in Bezug auf ihn immer noch viele Fragen offen, die hoffentlich zum Ende der Trilogie geklärt sind.

Wie gehabt, wird die Geschichte aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonist:innen erzählt, wobei ich es immer wieder interessant finde, was man aus den jeweiligen Perspektiven erfährt. In diesem Band ist besonders die Sicht Libbys interessant, denn als Leser:in erfährt man weiterhin mehr als die Charaktere über das, was mit ihr geschieht. Auch auf Dalton Ellery bezogen gibt es interessante neue Erkenntnisse, und ein bisschen mehr erfährt man auch über die Gegner der Alexandriner, aber auch hier bleibt noch viel offen.

Der erste Band hat bei mir vor allem durch die interessante Welt, die sehr verschiedenen Charaktere und den gelungenen Erzählstil gepunktet. Im zweiten Band gibt es in dieser Hinsicht naturgemäß wenig Neues, weswegen er mich nicht ganz so packen konnte – allerdings hat auch er viel Interessantes zu bieten, und vor allem, dass Gideon mehr Raum erhält, hat mir sehr gut gefallen. Und wer Band 1 spannend fand, wird dies auch diesem Band zuerkennen.

Am Ende haben die Auserwählten das Herrenhaus der Alexandrinischen Gesellschaft verlassen, und müssen sich nun auf viele Feinde und Gefahren einstellen, man darf auf den nächsten Band gespannt sein, der zudem das Finale der Trilogie ist. Ich hoffe sehr, dass dann alle meine Fragen beantwortet werden.

Der mittlere Band der Atlas-Trilogie konnte mich wieder überzeugen, ich hatte spannende und interessante Lesestunden und bin nun sehr gespannt darauf, wie es enden wird. Ich vergebe 4,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.

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Ein Höhepunkt der Reihe

Buch der Entscheidung von Patrick Huber

Der Sohn des Zwergenkönigs wird von Elfen entführt, Borengar erhält denn Auftrag eine Truppe zusammenzustellen und den Prinzen zu befreien.

Band 20 der Kurzgeschichtenreihe hat mich schon alleine deshalb entzückt, weil fast alle bisherigen Protagonist:innen (nämlich jede:r Zwerg, dem bisher ein „Buch“ - manchmal auch mehrere – gewidmet war) eine Rolle spielen, ja, auch Ivar! Patrick Huber gönnt zudem jedem seine eigene Perspektive, wodurch die Geschichte zunächst etwas zerrissen wirkt, was diesen Band aber auch besonders macht, vor allem, da man private Szenen zu lesen bekommt, wie etwa Kalins Wiedersehensfreude, weil sein Freund Waräger von seinem Abenteuer zurück ist, oder Hrolf und Ida als kleine Familie mit ihrer Tochter.

So werden sie noch ein wenig nahbarer und man „darf“ noch ein bisschen mehr um sie bangen.

Leider bangt man zurecht, nicht alle kommen heil wieder. Überhaupt hat sich am Ende das Leben der Zwerge, und nicht nur ihres, stark verändert. Die Kurzgeschichtenreihe ist aber noch nicht zu Ende, und so kann man weiter gespannt sein.

Band 20 ist ein Höhepunkt der Kurzgeschichtenreihe, der fast alle bisherigen Protagonist:innen zurück- und zusammenbringt und nicht nur die Zwerge neue Wege einschlagen lässt. Weiterhin kann ich diese Reihe sehr empfehlen.

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Atmosphärisch, aber auch anspruchsvoll

Tochter einer leuchtenden Stadt von Defne Suman

Im September 1905 wird in Smyrna ein Mädchen geboren. Dieser Roman erzählt ihre nicht alltägliche Geschichte – und lässt das Smyrna jener Zeit lebendig werden.

Smyrna ist 1905 ein bunter, kosmopolitischer Ort, deren „Untergang“ mit dem Weltkrieg beginnt. Als Leser:in trifft man im Roman viele unterschiedliche Charaktere, die verschiedenen Kulturkreisen angehören, so dass es auch eine ganze Reihe Perspektivewechsel gibt, nur eine davon, lange namenlos, ist in Ich-Form geschrieben.

Wie die Perspektiven letztlich zusammenhängen, lässt sich recht früh erahnen, wird aber erst nach und nach gewiss.

Die Autorin erzählt atmosphärisch, poetisch und bildhaft, und hat mir die verschiedenen Charaktere schnell nahegebracht, auch wenn mir natürlich nicht alle gleich sympathisch waren. Besonders gegen Ende wird sehr eindringlich und bedrückend erzählt, und macht den Verlust auch für die/den Leser:in spürbar.

Anspruchsvoll wird der Roman auch dadurch, dass es nicht nur Perspektivewechsel, sondern auch Zeitsprünge gibt, und diese nicht chronologisch sind. Das Hin und Her der Zeiten fordert ein aufmerksames Lesen, ist in meinen Augen aber nicht unpassend. Mir persönlich hat es jedenfalls das Lesevergnügen nicht vermiest und auch meinen Lesefluss nicht gestört.

Sehr interessant ist auch der historische Hintergrund, der mir nur marginal bekannt war und mich daher auch immer wieder zum Googeln gebracht hat. Ein Personenverzeichnis und ein Glossar am Ende machen die Geschichte für manche sicher etwas zugänglicher.

„Tochter einer leuchtenden Stadt“ ist ein atmosphärischer, aber auch anspruchsvoller Roman, der berührt und nachhallen wird.

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Sehr amüsant

Tochter einer leuchtenden Stadt von Defne Suman

Im Ehernen Imperium herrscht Aufruhr, die Erdferkelprophezeihund, die das Ende von allem, jedem und dem Rest vorhersagt, scheint in Erfüllung zu gehen. Was für ein Glück, dass es den Schicksalszwerg gibt …

Mein erster Roman des Autors, und ich habe mich köstlich amüsiert, als großer Fan Terry Pratchetts habe ich tatsächlich Ähnlichkeiten festgestellt, nicht nur wegen der Fußnoten, sondern auch wegen des Humors (auch dem der Fußnoten).

Band 2 ist bereits geordert.

Die Zwerge Christian von Asters sind ein bisschen anders, als man sie üblicherweise kennt, sie schlüpfen zum Beispiel aus Eiern, und, weil bereits vor Jahrhunderten alle Zwergenfrauen gestorben sind, ist der Nachschub begrenzt. Gut, dass so ein Zwerg viele Jahrhunderte leben kann, gut konserviert mit Alkohol, obwohl natürlich gewisse Streitigkeiten auch schon einmal Opfer fordern. Doch der Verwalter sowie der Hohepriester sorgen im Allgemeinen schon gut dafür, dass das Leben im Ehernen Reich seinen normalen Gang geht.

Doch nun ist es, wie schon gesagt, nicht mehr so ruhig, und die beiden müssen sich etwas einfallen lassen. Was sie dann auch tun.

Einige Zwerge, nicht nur die beiden bereits genannten, lernt man ganz gut kennen. Ich hatte schnell ein paar, die ich besonders mochte, so dass ich ihre Abenteuer gespannt verfolgt habe. Der Hohepriester hat übrigens so viele Titel, dass das Rezitieren aller zwei Tage dauert. Der Autor lässt uns natürlich einige davon wissen. Von Anfang an hatte ich auch einen bestimmten Verdacht, der sich aber nicht erfüllt hat, schade eigentlich, aber die Romanversion ist auch okay.

Gut gefällt mir die Welt, die der Autor sich ausgedacht hat, sie ist stimmig, und man kann sie sich gut vorstellen, auch, weil Christian von Aster sehr bildhaft erzählt. Dieser Roman könnte auch für sich alleine stehen, aber es sind schon ein paar Fährten gelegt und die Welt noch ausbaufähig, so dass ich gespannt bin auf die weiteren Bände der Trilogie.

Ich habe mich sehr amüsiert, mochte die Welt und die Charaktere und freue mich auf weitere Bände des Autors. Wer Terry Pratchett mag, könnte sich hier wohlfühlen.

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Anspruchsvoller Genremix

Babel von R. F. Kuang

In England wird magisches Silber vielfältig eingesetzt. Die Magie entsteht durch die Kombination des Silbers mit verschiedenen Sprachen. Vielfältige Sprachen sind daher sehr wichtig, in Oxford gibt es eine eigene Fakultät dafür: Im Turm „Babel“ werden Übersetzer und Silberwerker ausgebildet.

Robin Swift stammt aus China und gehört 1836 zum neuen Jahrgang in Babel. Als kleiner Junge wurde er von Professor Lovell nach England geholt, der, selbst Dozent in Babel, ihm eine Ausbildung und schließlich das Studium ermöglichte. Nur wenige Studenten sprechen so gut Chinesisch, dass sie für das Silberwerken geeignet sind – Robin aber schon.

Mehr will ich zur Geschichte gar nicht sagen, Hauptthema, man kann es sich denken, ist Sprache bzw. Linguistik (der Turm heißt nicht ohne Grund „Babel“), also u. a. Entwicklung von Sprache, Probleme des Übertragens eines Textes in einen anderen, Abstammung von Wörtern und vieles mehr. Dies findet sich auch sehr ausführlich im Roman wieder, oft auch in Fußnoten. Ich fand es beim Lesen sehr interessant, auch die Fußnoten hatten zum großen Teil für mich einen Mehrwert.

Nicht nur Robin, auch einige seiner Mitstudenten, die nicht aus England stammen, bekommen es zudem mit Problemen zu tun, die die englischen Studenten, so lange sie männlich sind, nicht haben. (Alltags)Rassismus, Kolonialismus, der Umgang mit Frauen und der Arbeiterbevölkerung, Ausbeutung und Diskriminierung sind daher ebenfalls große Themen in diesem Roman. Vieles basiert dabei auf realen Ereignissen, wie z. B. den Opiumkriegen oder auch der industriellen Revolution, hier eben nur leicht verändert durch die Prämisse des magischen Silbers.

In meinen Augen ist der Roman daher ein Genremix aus historischem Roman und Phantastik. Das magische Silber steckt zwar nahezu überall drin, Magie selbst ist jedoch als Thema eher nebensächlich, wie das magische Silber selbstverständlich da, aber eher als magischer Background.

R. F. Kuang kannte ich bisher noch nicht, doch ganz sicher werde ich mich nach weiteren Romanen von ihr umsehen. „Babel“ ist eine anspruchsvolle Lektüre, manchmal etwas langatmig, doch nie langweilig – zwischendurch hat zwar meine anfänglich hohe Begeisterung etwas nachgelassen, war am Ende aber wieder komplett da.

Robin kam mir als Charakter sehr nahe, auch andere Charaktere lernt man recht gut kennen, viele haben mich emotional berührt. Auch wenn der Roman vor 200 Jahren spielt, manches ist durchaus noch aktuell, so dass man auch zum Nachdenken angeregt wird. Vor allem das Ende hat es in sich, für mich passt es aber gut. Es bietet zwar die Möglichkeit eines Folgebandes, kann aber auch für sich stehen.

„Babel“ ist ein anspruchsvoller Roman, ein Genremix aus historischen und phantastischen Elementen, auf den man sich einlassen sollte. Mich hat er begeistert und berührt, er ist interessant und hallt nach. Die Autorin werde ich mir merken.

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Ein wesentlicher Part im Leben Romy Schneiders

Romy und der Weg nach Paris von Michelle Marly

Romy Schneider, das ist für viele wahrscheinlich immer noch „Sissi“, aber Romy wollte diesem Image entkommen, weswegen sie auch einen vierten Sissi-Film immer ablehnte. Durch Alain Delon wurde Frankreich ihre Heimat, und hier wurde sie erwachsen und eine ernstzunehmende Schauspielerin. Michelle Marly hat den Weg dahin in diesem Roman nachvollzogen.

Als sie 1958, 19jährig, nach Paris reiste, um „Christine“ zu drehen, wie immer begleitet von ihrer „Mammi“ Magda Schneider, war sie beim ersten Zusammentreffen mit ihrem Filmpartner, dem Newcomer Alain Delon, zunächst entsetzt. Im Laufe der Zeit fanden sie jedoch zusammen, und wurden schließlich ein Liebespaar. Für Romy war die Beziehung nicht einfach, denn nicht nur die Presse, sondern auch ihre Familie hielten Alain für nicht geeignet. Wollte sie an der Beziehung festhalten, musste Romy sich lösen und selbstständiger werden.

Michelle Marly ist die Tochter des Komponisten Michael Jary, und kannte Romys Familie persönlich. Sie erzählt aus Romys Sicht in drei Teilen, die jeweils jemandem gewidmet sind, der/die Romy besonders beeinflusst/gefördert hat. Teil 1 gehört natürlich Alain Delon und umfasst etwa zwei Drittel des Buches. Wir lernen Romy noch sehr kindlich und unselbstständig kennen, immer ist die Mutter mit dabei und hat großen Einfluss auf Romy, obwohl diese bereits für volljährig erklärt wurde. Magda Schneider hat das Leben ihrer Tochter anscheinend voll im Griff, bis diese sich für Alain entscheidet.

Romy zieht nach Paris, hat berufliche Rückschläge zu erleiden, und zweifelt auch manchmal an Alains Liebe, andererseits fühlt sie sich freier und in Frankreich immer mehr zu Hause. Erst als Alain sie mit Luchino Visconti bekannt macht, ändert sich ihr berufliches Leben wieder zum Positiven, auch wenn es ein schwerer Weg ist. Visconti ist der zweite Teil des Romans gewidmet.

Visconti wiederum schickt Romy zu Coco Chanel. Diese schockiert Romy zunächst, in einem herrlichen Dialog macht sie Romy klar, dass sie zu viel „Babyspeck“ auf den Rippen hat. Aus heutiger Sicht ist das vielleicht fraglich, aber es hilft Romy tatsächlich, zumal Coco Chanel sich zu einer mütterlichen Freundin entwickelt, ihr ist dann auch der dritte Teil des Romans gewidmet. Übrigens hat die Autorin auch einen lesenswerten Roman über Coco Chanel geschrieben, den ich ebenfalls empfehlen kann.

Man weiß natürlich von den Schicksalsschlägen, die noch auf Romy warten, und von ihrem eigenen Ende, aber hier wird sie tatsächlich noch einmal sehr lebendig, ich hatte sie, und auch die vielen anderen bekannten Persönlichkeiten, die hier auftreten, immer bildlich vor Augen. Natürlich konnte ich auch einen Teil ihres Lebens selbst mitverfolgen, wenn auch nur durch die Medien. Deshalb denke ich, dass vor allem ältere Leser:innen den Roman mögen werden, aber auch für jüngere könnte es interessant sein, ein bisschen über die Lebenswirklichkeit Romy Schneiders zu erfahren, deren Filme man auch heute noch sieht.

Michelle Marly hat sich einen wesentlichen Part in Romy Schneiders Leben für ihren Roman ausgesucht, ihr Weg nach Paris ist auch ihr Weg in Erwachsenwerden und Selbstständigkeit. Mir hat der Roman geholfen, die Schauspielerin ein bisschen besser zu verstehen.

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Fünf äußerst schlagfertige Prinzessinnen

Die Prinzessinnen: Fünf gegen die Finsternis von Christian Endres

Prinzessin Narvila von Besgios wird entführt und wenig später von den Prinzessinnen, einer Söldnerinnengruppe, die aus ehemaligen Prinzessinnen besteht, befreit. Zurück zu Hause erscheint Narvila ihr Prinzessinnendasein ziemlich öde, und so beschließt sie, sich den Prinzessinnen anzuschließen.

Diese sind tatsächlich nicht abgeneigt, erwarten aber, dass Narvila lernt, eine Prinzessin zu sein – das bedeutet, kämpfen, verstümmeln und morden, und sich mit Körpersäften vollspritzen zu lassen.

Man ahnt es schon, der Roman ist nicht ohne. Christian Endres erzählt mit größtenteils sehr derber Sprache, lässt ordentlich Körpersäfte spritzen und Gliedmaßen durch die Luft fliegen. Das muss man als Leser:in mögen. Ich selbst bin da aber nicht so zartbesaitet, zumal Sprache und Erzählweise einfach perfekt zu den Prinzessinnen passen. Im Laufe des Romans lernt man übrigens einige Prinzessinnen kennen, nicht alle in kursiv, dafür eine sogar in Kapitälchen.

Es gibt zwei Erzählebenen, die sich abwechseln, die „Narvila“-Kapitel sind aus deren Perspektive und im Präsens, sie erzählen Narvilas Weg, eine Prinzessin zu werden, während die „Einst“-Kapitel im Präteritum die Schicksale der anderen Prinzessinnen erzählen, sowie einige Rückblenden zu verschiedenen Abenteuern, die immer thematisch passen. Am Ende hat man so einen guten Eindruck von allen Prinzessinnen.

Die Söldnerinnen werden nicht nur angeheuert, entführte Prinzessinnen, sondern auch Städte, Dörfer oder Höfe von Monstern, Diebesbanden und ähnlichem zu befreien. Diese Abenteuer sind vielfältig und naturgemäß sehr spannend. Die Romanwelt ist noch ausbaufähig, aber man erhält schon einen ganz guten Eindruck, so gibt es nicht nur allerhand Wesen, sondern auch Magie – und eine Vielzahl verschiedener Reiche.

Für mich ist dieser Roman durchaus abgeschlossen, eine Fortsetzung scheint mir nicht nötig, wie ich aber gesehen habe, ist bereits eine angekündigt. Lesen möchte ich diese natürlich auch, denn dieser Band hat mich gut unterhalten, und ich bin gespannt, was dem Autor noch alles einfallen wird.

Die Idee einer Söldnergruppe aus ehemaligen Prinzessinnen hat mir gleich gut gefallen, und der Roman hat mich nicht enttäuscht, er ist spannend und ich wurde gut unterhalten.

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Band 3 überraschte mich mit einem unerwarteten, aber passenden Fall

Das Mädchen und der General von Ralf Langroth

1957: In Frankfurt am Main wird Rosemarie Nitribitt ermordet, die eine ganze Reihe bekannter Männer zu ihren Kunden zählte, u. a. Hiram Anderson, Philipp Gerbers ehemaligen Vorgesetzten und Beinahe-Schwiegervater. Doch das ist nicht Andersons größtes Problem, denn er vermisst Geheimdokumente, die in den falschen Händen Unheil anrichten können, und die Nitribitt könnte sie in ihren Besitz gebracht haben.

Philipp Gerber wird nach Frankfurt gesandt, um der Sache auf den Grund zu gehen, Anderson zu entlasten und die Dokumente zu finden.

Der Mord an Rosemarie Nitribitt ist bis heute ungeklärt – und unvergessen, auch wegen der Filme, die von ihrem Tod inspiriert wurden. Ralph Langroth hat hier seine eigene Deutung der Ereignisse vorgelegt, die am Ende eine logische Auflösung bietet. Ich hätte mir nicht vorstellen können, diesen Fall in dieser Romanreihe wiederzufinden, doch tatsächlich passt er sehr gut hinein.

Seit dem letzten Fall sind drei Jahre vergangen, Eva Herden und Philipp Gerber sind noch ein Paar, doch Eva ist zunächst beruflich unterwegs, und kommt erst im späteren Verlauf des Romans zum Zuge – vermisst habe ich sie nicht. In Frankfurt trifft Philipp nicht nur auf die Andersons, sondern auch auf frühere Kollegen und altbekannte Feinde. Und natürlich geben sich auch reale Persönlichkeiten der damaligen Zeit ein Stelldichein, ich habe mich besonders über einen bekannten Sänger gefreut, der tatsächlich seine eigene Geschichte mit der Nitribitt hatte. Auch Adenauer kann man natürlich wieder treffen.

Der Roman packt schnell, Ralph Langroths eingängiger Schreibstil sorgt dafür, dass man zügig liest, es gibt viele spannende Szenen, und die Atmosphäre der damaligen Zeit spiegelt sich in vielem wieder. Sicher kann man den Roman auch unabhängig von den Vorgängern lesen, mehr Spaß macht es aber, wenn man diese kennt.

Im Anhang findet sich ein lesenswertes Nachwort – gehört für mich zu einem guten historischen Roman unbedingt dazu – und eine Zeittafel. In der vorderen Umschlagklappe gibt es zudem eine Karte des Frankfurt/Main jener Zeit.

Auch Band 3 der Reihe, in deren Zentrum „Skandale“ der frühen BRD stehen, konnte mich wieder gut unterhalten und hatte einen interessanten Fall zu bieten. Ich empfehle die gesamte Reihe sehr gerne weiter.

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Für mich nur zum Teil lesenswert

Mademoiselle Eiffel und der Turm der Liebe von Sophie Villard

Der Roman erzählt die Geschichte des Baus des womöglich berühmtesten Turms der Welt, des Eiffelturms. Im Mittelpunkt steht die Tochter Gustave Eiffels, Claire, verheiratet mit Adolphe Salles, einem Mitarbeiter ihres Vaters, und Mutter eines kleinen Sohnes. Claire arbeitete als Privatsekretärin ihres Vaters.

Leider konnte mich die Autorin mit diesem Roman nicht so packen wie gewohnt. Claire kommt mir einfach nicht näher, sie wird nicht richtig lebendig für mich. Erzählt wird aus Claires Perspektive, allerdings nicht in Ich-Form, und eigentlich könnte sie eine faszinierende Frau sein, selbstbewusst, stark und eigenständig im Denken, doch leider stellt Sophie Villard sie mit recht altmodischem Denken und zudem übertrieben eifersüchtig dar. Anscheinend musste unbedingt das Thema Liebe mit in den Roman, was ich nur bedauern kann.

So kommt mit einem Subunternehmen eine Frau ins Spiel, die sich um Adolphe zu bemühen scheint. Claire reagiert darauf sehr übertrieben, überhaupt wirkt das Ganze sehr aufgesetzt, zumal es offensichtlich reine Fiktion ist. Berührt hat mich das nicht, sondern eher genervt. Auch andere Dinge im Roman wirken auf mich aufgesetzt bzw. unnötig, und geben dem Roman leider viel Vorhersehbarkeit (abseits des allgemein Bekannten) und Klischée.

Neben den Eiffels/Salles spielt Gordon Bennett eine größere Rolle, er ist Herausgeber des Pariser Ablegers der us-amerikanischen Zeitung The Herald, und dem Eiffelturm sehr zugeneigt, ganz im Gegensatz zu den französischen Zeitungen, die, wie auch viele Künstler, den Bau regelrecht verteufeln. Der Bau des Eiffelturms stand zeitweise unter keinem guten Stern, und da die Eiffels viel Privatvermögen investiert hatten, drohte ihnen ein Bankrott, sollte sich der Bau nicht verwirklichen lassen. Auch wenn man heute weiß, wie bedeutend der Turm ist, ist es interessant und spannend dies mitzuverfolgen. Gordon Bennett wird übrigens als eine Art Pendant zur o. g. Frau dargestellt, denn er scheint an Claire interessiert. Ich fand ihn übrigens viel interessanter und sympathischer als Claire.

Eine weitere Rolle spielt Valentine, Claires Schwester. Leider werden die weiteren Kinder Gustave Eiffels nur in wenigen Nebensätzen, und dann auch nur als „Geschwister“ erwähnt. Ich finde das sehr schade, spielt doch das Privatleben der Familie eine zentrale Rolle.

Sehr gut gefallen haben mir die Begegnungen mit historischen Persönlichkeiten, so u. a. Henri de Toulouse-Lautrec, Jules Verne und Annie Oakley, das macht den Roman authentischer und gibt ihm mehr Atmosphäre. Auch die Einbeziehung der, vor allem italienischen, Arbeiter, und deren Leben im Umfeld des Turms, fand ich interessant.

Lesenswert ist auch das Nachwort, hier erfährt man manches über Fakten und Fiktion – für mich in einem guten historischen Roman unbedingt notwendig. Der Roman ist gut lesbar, man fliegt nur so durch die Seiten, auch habe ich einiges gegoogelt und auch Neues gelernt.

Leider ist mir der Roman zu liebeslastig, zumal vieles davon aufgesetzt wirkt, und Claire in meinen Augen in kein gutes Licht setzt, sie kam mir auch leider von Anfang an nicht nahe. Die Hintergründe rund um den Bau des Eiffelturms dagegen sind interessant und spannend.

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