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Rezensionen von rewareni:

Ein aufregendes Parasitenleben

Parasit ToGo von Claudia Klingenschmid

Er lebt schon seit hunderten von Jahren. Sein Zuhause waren Menschen, aber auch alle Arten von Tieren. Damit er leben konnte, mussten seine Wirte sterben. Die Rede ist von einem Parasit namens Toxoplasma gondii (ToGo), der sich im Nervensystem seiner menschlichen und tierischen Wirte einnistet und sie von dort aus manipuliert.

Doch er spürt nun, dass es Zeit ist selbst zu sterben, da er schon alles gesehen und jede Freude und Tragödie miterlebt hat. Gerne erinnert er sich an Damian, mit dem er sinnliche und sexuelle Freuden erleben durfte. Aber auch die Zeit im Schwein namens Sam bleibt ihm in Erinnerung, weil er zeigen konnte, wie klug und treu so ein Tier doch sein kann. Sein erstes Erlebnis unter Wasser, wo er in Oma Orca die Schönheiten der Unterwasserwelt kennen lernen durfte, haben großen Eindruck auf ihn gemacht. Doch erst als er sich in der alten Japanerin Miyuki einnistet beginnt er sein Leben zu hinterfragen und spürt Empfindungen in sich, die ihm bisher fremd waren.

,,Parasit ToGo - Die geheimen Wirtschaften eines Urtierchens´´ ist das originelle, spannende und vor allem gut unterhaltende Buch der Autorin Claudia Klingenschmid. Auf die Idee eine skurrile Geschichte über einen Parasiten zu schreiben wird noch keiner gehabt haben. Deshalb war ich schon sehr gespannt, was mich erwarten würde und ich kann sagen, dass ich es nicht bereut habe.
In 8 Kapiteln darf ,,ToGo´´ selbst über seine Erlebnisse berichten und er kommt weit in der Welt herum. Sei es in Wien, wo er hofft, dass die Katze endlich sein totes Frauchen anknabbert, oder in Chicago, wo er sich in einem Frettchen namens Ashes, todesmutig Einbrechern stellt, immer muss er es schaffen rechtzeitig einen neuen Wirt zu finden, damit sein Überleben gesichert ist. Auf humorvolle Art und Weise beschreibt die Autorin viele witzige und slapstick artige Szenen, wo man als Leser immer wieder ob der Originalität schmunzeln muss. Ihr frecher Parasit manipuliert und steuert seine Wirte, wo er aber auch immer wieder seinen Ehrgeiz zeigt, wenn er spürt, dass jemanden Unrecht geschieht oder Hilfe braucht. Aber es geht nicht immer alles gut aus, denn dass die Tiere jedesmal sterben, muss man dabei in Kauf nehmen. Trotz der humorvollen Geschichten, gibt es aber vieles das zum Nachdenken anregt und berührend ist. Der Parasit stellt sich letztendlich die Frage nach dem Sinn des Lebens. War es für ihn wichtig, dass er jedes sexuelle Erlebnis miterleben konnte, dass gefeiert wurde bis zum Umfallen und immer das Streben nach mehr die Erfüllung war, war es zum Schluss ausgerechnet eine alte Frau, die ihm gezeigt hat, dass man auch mit wenig zufrieden sein kann, wenn man bereit ist sich auch an kleinen Dingen zu erfreuen. Sehr schön hat hier die Autorin einen ruhigen und berührenden Abschluss für ihren Roman gefunden.
Ein witziges und schönes Leseerlebnis, wo man nun endlich weiß, wem man die Schuld geben kann, wenn man manchmal dumme Dinge tut, die man eigentlich nicht tun wollte.

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Albrecht Dürer und seine Venus

Parasit ToGo von Claudia Klingenschmid

Der berühmte und für seine Perfektion bekannte Albrecht Dürer kann es nicht fassen, als er bemerkt, dass sein Kollege Lucas Cranach seine Venus Skizze gestohlen hat. Als er zwei Jahre später mit seiner Frau Agnes zu einer Ehrung von Cranach nach Wittenberg fährt passiert das Unglaubliche. Ein heller Lichtstrahl scheint Dürer zu umhüllen und er landet im Jahr 2019 in Berlin, vor den Füßen der Doktorandin Nele Rosenbach.

Für Nele wird es eine besondere Nacht mit ihm, da sie die Möglichkeit bekommt viele Fragen an den großen Künstler zu stellen und ihm verspricht, dass sie ihm hilft, seine Signatur in das Venusbild zu ritzen, das Lucas Cranach als sein Werk ausgegeben hat. Es folgen sinnliche und gesprächsintensive Stunden, wo sowohl Nele als auch Albrecht viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel sehen werden.

,,Venus AD´´ ist das literarische Debüt der Autorin Gabriele Borgmann. Ihre Novelle berichtet über das Zusammentreffen und den philosophischen Gedankenaustauch zwischen dem Künstler Albrecht Dürer und der jungen Nele. Man wechselt als Leser immer wieder zwischen den Zeiten als Dürer gelebt und gearbeitet hat und seinem ,,Zeitsprung´´ wo er die Möglichkeit bekommen soll, das berühmte Venusbild mit seinem Monogramm zu kennzeichnen.
Die Autorin bedient sich dabei eines angenehmen und ruhigen Schreibstils, wo man bildhaft Dürer vor sich sehen kann, wie er in seiner Malerei aufgeht und was es ihm bedeutet, die Frauenbilder mit einer mathematischen Genauigkeit darzustellen. Es ist ein Roman, der poetisch und auch ein wenig skurril ist. Auch wenn unter anderem politische Themen angesprochen werden oder die Eitelkeit der Menschen einen Teil der Geschichte ausmacht, hat mich der Roman leider nicht wirklich begeistern können. Kunstliebhaber werden aber sicher ihre Freude an dem Roman haben, wenn sie Eintauchen können in die Welt der Farben und der Begeisterung Albrecht Dürers lauschen können, wenn er von seinen Werken schwärmt.

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Mein Dirndl und ich

Parasit ToGo von Claudia Klingenschmid

Die junge Tschechin Bea verliebt sich in Armin und heiratet ihn und somit wird 1975 Österreich ihre neue Heimat. Doch woran erkennt man, ob man die neue Heimat auch tief im Herzen spürt? Bea braucht viele Jahre, die sie in ein Tal der Tränen, der Verzweiflung und der Depression führt. Aber sie ist bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Was sie sehr schnell merkt ist, dass man zwar in einem neuen Land, noch dazu so eines wie in Österreich, wo es den Menschen gut geht, sich eigentlich wohl fühlen könnte, aber wenn man die Sprache nicht spricht, wird man immer ein Außenseiter sein und Freunde werden sich ebenfalls nicht einstellen. Selbst nach der Geburt ihres ersten Kindes, plagt sie immer wieder das Heimweh, an ihre Erinnerungen an früher oder einfach nur an ihre Lieblingsspeise. Frustrierend für Bea ist auch, dass ihr Diplom der tschechischen Wirtschaftsuniversität in Bratislava nicht anerkannt wird. Wieder einmal muss sie wegen ihrer Angstzustände und Schwindelanfälle einen Thearpeuten aufsuchen , aber sie ist bereit zu kämpfen, da sie doch endlich eine ,,richtige´´ Österreicherin werden möchte. Womit sie schlussendlich nie gerechnet hätte ist, dass ausgerechnet sie , die ,,Zugroaste´´, Deutschunterricht für Flüchtlinge abhalten soll. Zuerst als willkommene Abwechslung gedacht, spürt sie schon bald, dass die harten und tragischen Schicksale ihrer Schüler ein wichtiger Bestandteil in ihrem Leben werden würden. 40 Jahre lang hat sich Bea gefragt, ob, oder wann sie in Österreich integriert ist und wann sich echtes Heimatgefühl bei ihr einstellt, bis ihr ein hellblaues Dirndl, die Antwort auf ihre Fragen gibt.
,, Ein fesches Dirndl´´ von Zdenka Becker, ist ein sehr persönlicher Roman der Autorin. Sie lässt den Leser teilhaben an ihrer Lebens- und auch Leidensgeschichte. Viele emotionale Momente aus ihrer Kindheit, der schwierige Start in ein neues Leben, aber auch die vielen Steine, die einem die Bürokratie immer wieder in den Weg legt, beschreibt sie einfühlsam und bildhaft.
Schön finde ich , dass sie Szenen, die sensibel sind, immer wieder auch mit einem feinen Humor ausstattet , wo man als Leser zum Nachdenken angeregt wird.
Die Geschichte der Autorin wechselt dabei zwischen den Erinnerungen an ihr Geburtsland Tschechien und der Slowakei, wo sie aufgewachsen ist und ihr neues Leben mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Österreich. Sie zeigt dabei immer wieder auf wie wichtig es für die Integration ist , das Erlernen der Landessprache. Ihre Hilflosigkeit, das Gefühl des nicht dazugehörens und auch der Verzweiflung beschreibt Zdenka Becker sehr intensiv. Wie schwer man es als Mensch hat mit Vorurteilen umgehen zu müssen, zeigt sie immer wieder an Beispielen, mit denen auch noch heute viele Flüchlinge oder Migranten zu kämpfen haben. Wenn man bedenkt, dass es sehr viele Menschen in Österreich gibt, deren Vorfahren nicht von hier stammen und dass es unter anderem jugoslawische und türkische Gastarbeiter waren, die vor Jahrzehnten in Österreich oder Deutschland gearbeitet haben, dann fällt es vielleicht etwas leichter, sensibler und toleranter mit seinen Mitmenschen umzugehen.
Zdenka Becker und ,,ihr´´Dirndl als Metapher für eine Haut, in der sie sich endlich wohl und geborgen fühlt.

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Ein brutaler Mörder

Parasit ToGo von Claudia Klingenschmid

Hauptkommissar Sören Falk und seine Kollegin Anna müssen im Mordfall eines Gelegenheitsstrichers ermitteln, den man nackt und offensichtlich vergewaltigt auffindet. Schlimme Erinnerungen an einen früheren Mordfall kommen daraufhin bei Sören hoch. Dabei kommt es ihm gelegen, dass er ein wenig Abwechlslung bei dem attraktiven Mehmet findet, der so wie er schwul ist.

Doch nach einer Enttäuschung mit Mehmet lernt er den transsexuellen Sally kennen und erlebt dabei neue sexuelle Erfahrungen, so wie seine Kollegin Anna, mit einer Frau. Doch die Glücksgefühle halten nicht lange an, als man einen brutal ermordeten Callboy entdeckt und Mehmet plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist. Sören und sein Team versuchen alles, um den Täter zu finden, noch dazu, wo es auch Hinweise gibt, die in die High Society führen. Die Puzzleteile setzen sich immer mehr zusammen und wieder einmal kann es Sören nicht lassen und begibt sich alleine auf Spurensuche, nichts ahnend, dass der brutale Mörder bereits in seiner Nähe ist.
,,Sören Falk und der Harem des Grauen´´ ist der zweite Fall rund um den homosexuellen Kommissar Sören Falk, den der Autor Lennart Larson auf Verbrecherjagd schickt. Man kann aber ohne, den vorherigen Band zu kennen, die Geschichte lesen und verstehen. Man bekommt eine Mischung aus Krimi, Spannung , Humor, Gänsehautgefühl und Erotik geboten.
Schön beschreibt dabei der Autor die freundschaftliche Beziehung zwischen Sören und Anna, die sich in jeder Lebenslage aufeinander verlassen können. Humorvolle Dialoge runden die Szenen zwischen den beiden ab.
Die Geschichte, die Lennart Larson erzählt, ist nichts für schwache Nerven, weil brutale und blutige Szenen sicherlich nicht jedermans Geschmack sind. Hier finde ich, dass sie passen, da der Täter, den man zwar sehr schnell kennt, aber das tut der Spannung überhaupt keinen Abruch, als Psychopath dargestellt wird, von dem man keinen klaren Gedanken erwarten kann. Schön lässt hier der Autor seine Kommissare viele Indizien zusammen suchen, bis sie am Ende beim Täter angelangt sind. Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat waren einige sehr detaillierte und auch hart beschriebene Sexszenen, die ich so ausfühlich nicht gebraucht hätte.
Ansonsten ist es ein gut geschriebener Roman, der tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt. Sören Falk ist ein Sympathieträger, der mit seiner lockeren und auch manchmal unkonventionellen Ermittlermethode sicher noch mehrere Fälle lösen wird.

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Eine gefährliche Liebe

Parasit ToGo von Claudia Klingenschmid

Es ist schlimm, wenn man ein 15 jähriges, unsicheres Mädchen ist, das am liebsten unsichtbar wäre. So ergeht es Caro, die zwar Lara als beste Freundin hat und sich mit ihr gut versteht, aber trotzdem fühlt sie sich einfach unwohl in ihrer Haut und beneidet so manch andere selbstbewusste und attraktive Mädchen aus ihrer Klasse.

Deshalb kann es Caro kaum glauben, als plötzlich Nick auftaucht und ihr nicht nur Komplimente, sondern auch Geschenke macht. Sie, die bisher keiner beachtet hat, ist seine ,,Prinzessin´´, die schnell ihr Herz an ihn verliert. Bis zu dem Moment, wo er ihre Hilfe braucht und Caro ihn von einer anderen Seite kennen lernt. Auf einmal gibt es keine Liebe mehr, sondern nur mehr Gewalt. Immer tiefer schlittert Caro in einen Strudel aus Schmerzen, Ekel und Hass. Dass sie sich immer mehr von ihrer Familie und ihrer Freudin entfremdet und in eine Abhängigkeit zu Nick schlittert, in der es kein Entkommen mehr gibt, nimmt sie dabei in Kauf . Als ihr Bruder Jonas dahinter kommt, was mit Caro passiert ist, ahnt er noch nicht, dass diese Erkenntnis auch sein Leben verändern wird. Während die Eltern zwar merken, dass mit Caro und Jonas etwas nicht stimmt, hat das Schicksal bereits gnadenlos zugeschlagen und es wird nichts mehr so sein, wie früher.
Der Roman ,, Ich gehöre ihm´´von Angela Gilges, beschreibt ein Thema, das einfach nur betroffen macht. Das erste Mal habe ich hier den Begriff ,, Loverboy´´ kennen gelernt und ich muss sagen, dass Caros Geschichte mich sehr betroffen gemacht hat. Die Autorin hat im Zusammenarbeit mit der Ex-Polizistin und Schulreferentin Bärbel Kannemann (www.no-loverboys.de) aus mehreren verschiedenen Fällen, in denen junge Mädchen sexueller Gewalt ausgesetzt waren, abhängig von ,,ihrem Loverboy´´ waren und auch schamlos manipuliert wurden, eine Geschichte rund um Caro geschrieben. Besonders intensiv erlebt man als Leser das Geschehen, weil sowohl Caro, als auch ihr Bruder als ICH- Erzähler fungieren und man dadurch tief in die Gedanken- und Gefühlswelt eintaucht. Die Autorin hat einen fesselnden Schreibstil, wo man sofort in der Geschichte gefangen ist. Man leidet mit, man möchte Caro, ob ihrer Naiviät wachrütteln und man würde gerne die Personen, die es als ,,normal´´ ansehen, sich an jungen hilflosen Mädchen zu vergehen, an den Pranger stellen. Es ist ein Roman der aufzeigt, wie leicht es sein kann jemanden durch eine emotionale Bindung und einer totalen sozialer Isolation aus dem früheren Umfeld, gefügig zu machen. Besonders erschütternd ist es natürlich wenn man bedenkt, wie viele Väter, die wahrscheinlich selber Kinder in dem Alter haben, sich dieses ,,Vergnügen´´ gönnen und dass es auch angesehene Männer sind, denen man es nie zutrauen würde, dass sie sich auf diese abscheuliche Art und Weise sich sexuell befriedigen lassen. Dieser Roman ist nichts für schwache Nerven, aber es ist wichtig, dass viele Menschen ihn lesen und dabei vielleicht noch sensibler reagieren können, wenn sich in ihrem Umfeld junge Mädchen verändern, wo es scheinbar keinen richtigen Grund dafür gibt. Da sie leider oft aus Scham und Schuldgefühlen sich in ein Schneckenhaus zurück ziehen, wo es kaum noch ein Entkommen gibt.

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Lieben und töten

Parasit ToGo von Claudia Klingenschmid

In den Jahren zwischen 1914 bis 1920, herrscht Krieg im Süden Afrikas. Die Armee des Deutschen Reiches steht der Südafrikanischen Allianz gegenüber. Der deutsche Soldat Georg Hassler, der das Kommando für einen Anschlag hatte muss mitansehen, wie viele junge Burschen sterben und sie in Kriegsgefangenschaft geraten.

Zum Glück zeigen sich die feindlichen Soldaten trotz allem human gegen über den Gefangenen, doch an der Ruhr müssen viele sterben. Als Hassler auch hier Zeuge wird, wie bereits zum zweiten Mal ein Kamerad auf ungewöhnliche brutale Art und Weise stirbt, ist es sein Ziel, den oder die Täter zu finden. Dass es aber auch Liebe im Krieg geben kann, erfahren zwei junge Soldaten, die sich heimlich ihre Zuneigung gestehen.
Jeroen Hertje und Maarten Blankers, die gemeinsam im Waisenhaus aufgewachsen und froh sind den Krieg heil überstanden zu haben, lernen Georg Hassler kennen ohne zu ahnen, dass er heimlich ihrer Spur und deren Freunde gefolgt ist. Als Hassler eine Zeitungsnachricht sieht, in der die Meldung vom Tod einer jungen Frau berichtet wird, finden sich immer mehr Puzzleteile für ihn zusammen und er beginnt Zusammenhänge zu begreifen, die ihn immer mehr schockieren und Dinge tun lässt, wo er nie gedacht hätte, dass er dazu fähig ist. Doch zu spät merkt er, wie alle Morde zusammenhängen und dass keiner wirklich erkennen konnte, wer Feind oder Freund war.
Der Autor, Uwe Strauß, hat mit dem Roman ,,In Feindesland´´ eine spannende, sehr emotionale und zum Nachdenken anregende Geschichte geschrieben.
Seine Beschreibungen der Kriegsgeschehnisse, was die Soldaten denken und fühlen sind sehr intensiv und bildhaft dargestellt. Erschütternd und auch emotional erzählt er auch, wie Kinder im Waisenhaus Opfer der Betreuerinnen wurden und man ihre Hilflosigkeit und Verzweiflung gut spüren konnte. Uwe Straß hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil und seine Geschichten, die er erzählt hat, haben fast schon philosophische Gedankeninhalte. Man findet immer wieder ,,Was- Wäre- Wenn´´ Szenarien, wo man sich als Leser wirklich schwer tut, eine richtige Antwort zu finden. Speziell bei den Szenen, wo Menschen einen anderen getötet haben, sei es aus Mitleid, aus Rache oder sonstiger Beweggründe, war es nicht immer leicht, den Mörder als ,,Monster´´ zu sehen. Der Autor lässt viele seiner Protagonisten leiden, wo man als Leser mit ihnen fühlt. Er zeigt aber auch auf, dass man nie in einen Menschen hineinblicken kann und man sich leicht täuschen lassen kann.
Es gibt mehrere Handlungstränge, die auch zeitmäßig immer wieder wechseln, was aber kein Problem ist, da sich alles langsam, aber sicher zu einem überraschenden und erschütternden Ende zusammen fügt.
Ein ungewöhnlicher und spannender Roman, den ich gerne gelesen habe.

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Österreichische Humor

Marillen & Sauerkraut von Harald Jöllinger

,, Marillen und Sauerkraut´´- Gschupfte und grantige Geschichten, findet man bei Harald Jöllingers Debüt Roman. Darin sind 26 Kurzgeschichten enthalten, die die verführerische und köstliche Süße der Marille enthalten, sowie die sauren und grausigen des Sauerkrautes.
Der Autor hat sich nicht gescheut, alles und jeden auf die Schaufel zu nehmen und zeigt dabei immer wieder, seinen bissigen und auch zynischen Humor.

Man findet Geschichten, die herrlich amüsant sind, wo man wirklich lachen muss, wenn sich Schnecken darüber unterhalten, dass sie vom Wurstsalat fressen ,,blad´´ werden. Oder ein genervter Stadtführer, der nicht verstehen kann, wie man drei Mal in eine Hundesch.....steigen kann. Er legt seinen Protagonisten viele im Österreichischen Dialekt gesprochene Wörter in den Mund, die seine Geschichten sehr lebendig machen. Aber keine Angst, am Ende des Buches gibt es ein hilfreiches Glossar dazu.
Der Autor ist ein guter Beobachter und es gibt auch berührende Geschichten wie ,, Endlich schneit´s´´, wo aus der Sicht eines Obdachlosen berichtet wird, der sein Leben, so hart es auch ist, selbst bestimmen möchte und auf jede Hilfe verzichtet.
Immer wieder kommt auch das Thema Demenz darin vor, wo man als Leser sehr berührt ist.
Einsamkeit, Mordgedanken, Weltuntergangsstimmung oder Erinnerungen an früher werden vom Autor manchmal feinfühlig und dann wieder mit brutaler Offenheit erzählt. Die meisten Geschichte haben mir gut gefallen, weil sie zum Nachdenken anregen oder witzig originell sind, wie ,, Die Gelse´´, die lieber nicht zwischen den Zehen sticht, weil es dort stinkt.
Manche seiner Geschichten erzählt er auf seine eigene Art, wo es mir leider nicht klar war, was er damit sagen wollte.
Ansonsten ist es ein Buch, wo man einfach ein Auge zudrücken muss, wenn man über Trotteln, Blade und sonstige spezielle Menschen liest.

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Wer ist der Mörder?

Endstation Herkules von Heike Susanne Rogg

Busfahrer Hannes hat sich den Ausflug mit dem saarländischen Kegelverein ,,Gut Holz´´ nach Kassel eigentlich anders vorgestellt. Aus einer gemütlichen Fahrt, wo Kunst und Kultur und natürlich kulinarische Leckerbissen auf dem Programm gestanden wären, muss es ausgerechnet er sein, der bei dem berühmten Wahrzeichen der Stadt Kassel dem Herkules, auf eine Leiche stößt und noch dazu ist es einer seiner Fahrgäste.

Gut, dass der saarländische Kriminalkommissar Klaus Robeneker Hannes beisteht, denn die Kasseler Polizei, allen voran Kriminalhauptkommissar Faubel, hat sich mit seiner ,, Soko Herkules´´, sofort auf Hannes als Täter eingeschossen. Faubel ist alles andere als begeistert, dass es mit dem Fall doch nicht so voran geht wie er gehofft hat, noch dazu, wo er es gar nicht leiden kann, dass der ,,ausländische´´ Kollege sich in seinen Ermittlungen einmischt. Bald stellt sich heraus, dass der Tote bei niemanden so wirklich beliebt war und er auch mit windigen Geschäften, einige Menschen finanziell ruiniert hat. Hannes und Klaus ermitteln heimlich weiter, bis es ihnen gelingt, die wahren Hintergründe des Mordes heraus zu finden.
,, Endstation Herkules´´ von Heike Susanne Rogg ist eine Mischung aus Krimi und Reiseführer. Auf eine humorvolle Art und Weise lässt die Autorin Busfahrer Hannes einen Mordfall aufklären, wo man nebenbei als Leser über Sehenswürdigkeiten der Stadt Kassel etwas erfährt, wo kleine geschichtliche Ausflüge Land und Leute näher bringen. Dabei wird man auch mit dem saarländischen Dialekt konfrontiert, wo man genau lesen muss um ihn zu verstehen. Teilweise bekommt man von Klaus eine Übersetzung geliefert, wenn Kommissar Faubel so gar nicht versteht, was die Fahrgäste erzählen. Witzig hat dabei die Autorin, die beiden Mentalitäten zwischen den Saarländern und den Nordhessen gegenübergestellt, wo Kommissar Faubel nicht nur einmal knapp am Rande eines Nervenzusammenbruches gestanden ist. Es ist ein eher ruhiger Krimi, wo die Autorin viele Szenen und Handlungen sehr genau beschreibt, wo ich mir denke, dass es nicht so wichtig ist ob jetzt jemand aufs WC geht oder sich die Zähne putzt.
Besonders witzig sind die Protagonisten aus dem Kegelverein dargestellt, die sich herrlich über alles und jeden aufregen können. Wenn sie ihren saarländischen Dialekt auspacken, dann ist Chaos vorprogrammiert. Bis zum Schluss kann man miträtseln und man wird am Ende sogar überrscht von der Lösung des Falles.

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Eine schicksalhafte Begegnung

Untermieter im Kopf von Angela Suter-Lattmann

Wieder einmal ist es für Emma so weit, dass sie ihren halbjährlichen Kontrolltermin in der Neurochirurgie hat. Obwohl ihre Zyste im Gehirn gutartig ist, hasst sie es, dass sie beim MRT still liegen muss, denn dieses Gefühl des Gefangenseins, kann die quirlige Emma gar nicht leiden. Doch dieses Mal passiert danach etwas, dass sie und ihr Leben verändern wird.

Der charmante Tim, der ebenfalls seinen Kontrolltermin hinter sich gebracht hat, begleitet Emma bei einem Spaziergang durch die Stadt und obwohl er ein Fremder ist, fühlt sie sich auf eigentümliche Weise zu ihm hingezogen und der Vorschlag, dass sie sich in einem halben Jahr hier wieder treffen um sich gegenseitig zu unterstützen, lässt beide mit einem angenehmen Gefühl zurück. Doch was dann beim neuerlichen Treffen passiert, damit hätte Emma nie gerechnet.
Die Autorin Angela Suter, hat mit ihrer Novelle ,, Untermieter im Kopf´´ eine berührende, traurige, aber auch hoffnungsvolle Geschichte geschrieben. Auf 94 Seiten taucht der Leser in das Leben von Emma und Tim ein, die beide ein ähnliches Schicksal teilen. Emma wird als witzige, sich selbst auf den Arm nehmende und kluge Frau beschrieben. Viele ihrer Gedanken sind es Wert über sein eigenes Leben nachzudenken. Oft hat man Wünsche und Sehnsüchte, die man immer auf später verschiebt, so wie Emma, die erkennt, dass sie im Hier und Jetzt lebt und nicht darauf warten sollte, wenn sie krank ist, eine ,, Wünscheliste´´ abzuarbeiten, denn irgendwann kann es dafür zu spät sein. Tim hingegen ist der stille Beobachter, der zuhört und spürt, dass hinter der manchmal herben Schale von Emma ein zutiefst sensibler Mensch steckt.Er zeigt eine unglaubliche Menschenkenntnis und setzt alles daran, dass es Emma gut geht. Die Autorin lässt den Leser teilhaben an vergnüglichen und humorvollen Momenten zwischen den beiden, bis es am Ende so emotional wird, dass sogar Tränen fließen. Was mir gefehlt hat war, dass es bei der wörtlichen Rede keine Satzzeichen gegeben hat und es so für mich nicht immer gleich zu erkennen war, ob geredet wird oder nicht.
Die Handlung ist geradlinig, schweift nie ab und hält eine gute Balance zwischen feinem und wohldosierten Humor und emotionalen Gedanken. Eine zu Herzen gehende Geschichte, die zeigt, dass man jede Minute seines Lebens genießen und vor allem leben sollte.

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Unheimliche Geschichten

Untermieter im Kopf von Angela Suter-Lattmann

Der 7 Band der Zwielicht Classic Reihe beschert dem Leser 8 Geschichten aus dem Bereich des Horrors, des Übersinnlichen und diverse Artikel über für mich unbekannte Autoren und ihre Werke.
Wie immer gibt es verschiedene Geschichten die sich mit Horror, mysteriösen Zufällen oder wandelnden Toten beschäftigt.

Die Mischung zwischen sanften Humor bis unheimlichen Erscheinungen macht die Geschichten interessant.
Jeder Autor geht mit seinem eigenen Stil vor, wo sich der Leser seine Lieblingsgeschichte heraus suchen kann.
Während Andreas Gruber in ,, Ristorante Mystico´´seinen Protagonisten mit unglaublichen Zufällen konfrontiert, begleitet man in der Geschichte von Christian Weis
,, Die andere Seite´´ einen Wiedergänger in die Totenstadt, wo nicht einmal die Verstorbenen sich wohl fühlen.
Bis auf eine Geschichte haben mir alle recht gut gefallen und auch das Cover passt gut zu dem Horrormagazin.

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