Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rewareni:
Wenn die Seele weint
Kendra versteht nicht mehr, was plötzlich mit ihr los ist. Ihr Mann Anton ist liebevoll und einfühlsam, ihre drei Kinder liebt sie über alles und auch ihr Beruf macht ihr immer noch Spaß. Doch ihre seltsamen Träume, die sie seit Jahren hat, werden immer intensiver und sie spürt in ihrem Inneren, dass diese Unruhe nicht nur ihr, sondern auch ihrer Familie Sorgen bereitet.
Gefühlsschwankungen und eine scheinbar unstillbare Sehnsucht nach einem anderen Zuhause lassen Kendra zu einem drastischen Mittel greifen. Nachdem ihr erster Psychotherapeut keinen plausiblen Grund für ihre seelischen Qualen findet, kommt Dr. Waller ins Spiel, der unkonventionelle Wege geht und Kendra mit Hypnose in eine Zeit zurückversetzt, in der sie ein besonderes Leben lebt. Bei vielen Sitzungen kommen unglaubliche Dinge ans Licht, wo Kendra vieles erleiden aber auch vieles lernen kann, dass ihr in der Vergangenheit und in der Gegenwart noch hilfreich sein wird.
,, Rionnag - Krieger meiner Seele´´ ist ein besonderer Roman der Autorin A.C. LoClair. Bevor man zu lesen beginnt, zieht einem bereits das Cover in seinen magischen Bann. Stahlblaue Augen blicken dem Leser sprichwörtlich tief in die Seele, Feuer und ein Schwert wirken bedrohlich und die Runenschrift zeigt an, wohin die Reise geht. So lässt die Autorin ihre Protagonistin Kendra in ihren Träumen nach Schottland reisen, wo fast 800 Jahre dazwischen liegen. Es ist auch für den Leser eine besondere Reise, weil die ,, Träume ´´ nicht chronologisch verlaufen und man genauso wie Kendra verwirrt ist, wenn man von Dingen erfährt die passiert sind, aber später dann noch nicht statt gefunden haben. Da leidet man mit Kendra mit, weil sie spürt, dass sie eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat, wo sie Dinge erlebt, die traurig und grausam sind und sie aber das Gefühl hat, nicht alles dafür getan zu haben, um die schlimmen Dinge zu verhindern. Der Roman geht schnell zu lesen, weil man in der Geschichte gleich gefangen ist. Was mich dabei aber gestört hat war, dass Kendra, auch wenn sie trauriges gespürt oder gesehen hat, dabei ständig in Tänen ausbricht und später aber dann wieder zu kichern beginnt und irgendwo an ihr herumzupft oder sich zu kratzen beginnt. Die Autorin fügt in ihrem Roman auch gälische Begriffe und auch ganze Sätze mit ein, die entweder gleich oder hinten in einem Glossar erklärt werden.
Schön beschrieben sind die Szenen, die in Kendras früherem Leben spielen, weil sie dabei alle Ereignisse selbst erzählt und man dabei intensiv alles miterlebt. Das Thema in dem Roman ist nicht alltäglich weil es sich unter anderem mit Wiedergeburt beschäftigt . Mir haben auch die Fragen und Gedanken gefallen, ob sich Seelen wieder erkennen können, ob Liebe über Raum und Zeit bestehen kann und was es bedeutet, wenn man Seelenqualen leidet und bestimmt hat sich auch der eine oder andere schon selbst gefragt, ob er nicht schon einmal gelebt hat oder man das Gefühl hat, jemanden zu kennen, obwohl man gar nicht genau weiß woher. Sehr interessant waren auch die Erklärungen bezüglich Kräuter und Heilkunst, wo die Autorin ihrer Protagonistin viel an Wissen ,,beigebracht´´ hat und so manches altes Hausmittel auch heute noch für diverse Krankheiten eingesetzt wird.
,, Rionnag´´ ist ein Roman zum Träumen, die Seele baumeln lassen und sich in eine vergangene Zeit entführen zu lassen, wo Dinge zwischen Himmel und Erde passieren, die mit dem menschlichen Verstand nicht zu begreifen sind. Einfach ein ,,kitschig´´ schöner, spannender, lehrreicher und emotionaler Roman.
Gänsehautgefühl
In Zwielicht Classic 5, hat der Herausgeber Michael Schmidt wieder einmal eine interessante Mischung aus 11 verschiedenen horrorverdächtigen Geschichten dem Leser bereitgestellt.
Manche Geschichten beginnen scheinbar ganz harmlos wie bei Regina Schleheck ,, Hackfleisch´´, wo man in einer alltäglich erscheinende Handlung spürt, dass es am Ende nicht gut ausgehen wird.
,,Wolfsfreiheiten´´ von Utz Anhalt, ist eine blutige, traurige und emotionale Geschichte. Aber auch geisterhafte Erzählungen wie ,,Anna´´, von Andreas Flögel zeigen, wie man mit einem ruhigen und berührenden Schreibstil den Leser für sich gewinnen kann.
Wer einen zombiehaften Western oder eine SF Geschichte rund ums klonen genießen möchte, bekommt auch dies in dieser Ausgabe präsentiert.
Zu erwähnen sind auch zwei Geistergeschichten aus dem Jahre 1811 von Friedrich Laun, wo der Herausgeber diese im Originaltext beibehalten hat, was für den Leser sicher eine Herausforderung ist, da die Schreibweise nicht einfach zu lesen ist. Trotzdem habe ich beide auf ihre eigene Art und Weise interessant gefunden.
Am Ende findet man wieder einige interessante Artikel über andere Autoren und ihre Werke.
Diese Ausgabe deckt eine große Bandbreite verschiedener Genre ab, was mir sehr gut gefallen hat und es hat Spaß gemacht, wieder einmal in die Welt des Horrors einzutauchen.
Der Todesfotograf
Truman Andersson ist nicht nur Fotograf, sondern auch ein mehrfacher Mörder. Jedes Jahr verspürt er den Drang jemanden zu töten, den er im Todeskampf mit seiner Kamera festhält und dieses besondere Bildnis in einem Spiegel verarbeitet. Die Polizei hat den Fall des letzten Opfers Vera Deger bereits zu den Akten gelegt, aber ihr bester Freund Wolfram, kann sich damit nicht abfinden und so engagiert er von seinem letzten Geld den nicht gerade erfolgreichen Detektiven Bernd Stecker.
Zuerst laufen seine Ermittlungen langsam an und er zweifelt selbst daran, ob er erfolgreich sein wird. Doch plötzlich kommt er einer Mordserie auf die Spur die interessant zu sein scheint. Denn sowohl die weiblichen als auch die männlichen Opfer sehen sich alle ähnlich und schon bald findet Bernd die Personen, die der Auslöser für die Mordserie sind. Aber er trifft auch auf Truman und es wird ein Kampf um Leben und Tod.
,, Göttin im Spiegel´´ aus dem Verlag edition oberkassel, von Georgia Fröhling ist ein Krimi, der von Beginn an den Leser in seinen Bann zieht. Alleine die originelle und auch gruselige Idee, die Fotos der Opfer in einer besonderen Technik hinter einen Spiegel zu verstecken, die man nur bei einem besonderen Lichteinfall sieht, war schon beeindruckend. Die beiden Protagonisten Truman und Bernd sind zwei geniale Gegenspieler, wo man als Leser immer wieder schwankt wem von den beiden man gerade hassen oder bemitleiden soll.
Truman, der früher Jan Ehlert geheißen hat, ist ein Einzelgänger und Sonderling. Er wächst mit seiner Mutter auf, hat keine Freunde und ein übler Scherz auf seine Kosten, hat weitreichende und mörderische Folgen. Bernd, ebenfalls ein Einzelgänger, der sich seit seiner Kindheit lieber mit Comic Figuren unterhält als mit Menschen, ist nicht gerade von Erfolg gekrönt und zweifelt stets an sich selbst. Diese beiden Männer hat die Autorin gekonnt langsam miteinander verknüpft und man hat gespürt, wie Truman endlich frei sein und mit dem Morden aufhören wollte und Bernd auf der Suche nach Selbstbestätigung und Erfolg, über sich hinaus gewachsen ist. Die kurzen Kapitel wechseln schnell ab und man taucht immer wieder die Vergangenheit ein, wo man auch den Vater von Truman kennen lernt, dessen Leben ebenfalls unglücklich verlaufen ist. Die Autorin hat einen flüssigen und angenehmen Schreibstil, wo jede Seite spannend war. Die menschlichen Schicksale hat sie gut beschrieben, wo man selbst hin und wieder mit dem Mörder mitfühlen konnte und das Ende war total rührend, überraschend und einfühlsam.
Familiengeheimnisse
Kieloben von Karin Nohr
Inga und ihre Zwillingsbrüder Matthias und Markus, erfahren durch Zufall, dass sie eine Halbschwester haben, die in Norwegen lebt. Es beginnt eine Reise in die Vergangenheit, wo die Geschwister in Berlin und Mette versuchen heraus zu finden, was ihr gemeinsamer Vater Richard Niemann im Krieg erlebt hat und wie es kommen konnte, dass sich ihre Wege nach vielen Jahren nun kreuzen.
,,Kieloben´´ von Karin Nohr ist ein sehr anspruchsvoller und nicht immer leicht zu lesender Roman. Alle ihre Protagonisten kämpfen mit der Vergangenheit und ihren Erinnerungen an ihre Kindheit. Jeder hat die Familie und die einzelnen Mitglieder anders gesehen und auch erlebt. Da bekommt man immer wieder von der Autorin in Email Form geschrieben die Dialoge zu lesen, die die Geschwister Inga, Matthias und Markus führen. Während für Inga ihr Vater ein Held war, der furchtbares im Krieg miterleben musste, war es für Markus ein humorvoller Ausflug in die Vergangenheit, wo er nicht mehr genau wusste, was ihm sein Vater erzählt hat. Für Matthias aber war ihr Vater ein Versager, der Schuld daran war, dass viele Menschen wegen ihm gestorben sind. Bei diesen ,, Gesprächen´´ war viel an Gefühl und an Emotionen zu spüren. Jeder der Geschwister ist auf seine eigene Art und Weise mit den Erlebnissen an früher umgegangen. Da hat man gespürt, dass die Autorin, die Psychologie studiert hat, sich gut in die menschliche Seele hinein versetzen kann. Man wird mit Schuld, Hass und Verzweiflung konfrontiert. Ebenso zeigt sie auch immer wieder in unterschiedlichen Empfindungen das Verhältnis der Geschwister untereinander und auch gegenüber ihren Eltern auf. Gut und interessant beschrieben waren die Kriegserlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg, wo Richard Niemann auf dem Schlachtschiff Tirpitz der Kapitän war. Im Laufe der Geschichte gibt es auch Szenen ,die sich mit dem Segeln beschäftigen, wo die Autorin auch einige Begriffe aus der Segelsprache verwendet, die mir aber leider völlig unbekannt waren.
Es ist ein eigenwilliger Roman, der zwar auf der einen Seite interessant ist, weil es um viele Familiengeheimnisse geht, die nicht wirklich ausgesprochen werden und man als Leser nur ahnen kann, was wirklich passiert ist, aber auf der anderen Seite hat mir dann doch der richtige Zugang zu der Geschichte gefehlt. Der ständige Wechsel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hat für mich zu viel Unruhe hereingebracht. Auch wenn es dazwischen kleine humorvolle, bisweilen sogar zynische Gespräche gegeben hat, sind mir die Protagonisten irgendwie unnahbar erschienen und ich konnte keinen richtigen Zugang zu ihnen finden.
Aber ich bin sicher, dass dieser gefühlvolle und tiefgründige Roman seine Leserschaft findet.
Wer war der Tote wirklich?
Algorithmus von Wolfgang Glagla
Hauptkommissar Richard Tackert und sein Team bekommen es wieder einmal mit einem Mordfall zu tun. Die Wohnung, in der Dieter Kunze gefunden wurde, gehört der Immobilienfirma WOMOVA, die wiederum froh ist, dass es einen Mieter weniger gibt. Denn die versuchen bereits seit längere Zeit mit unlauteren Mitteln, die noch in dem Haus verbliebenen Mieter, zu vertreiben.
Natürlich kann niemand einen wirklichen Beweis dafür bringen, dass die WOMOVA tatsächlich darin verwickelt ist. Tackert und seine Kollegen sind auch verwirrt, warum der Tote eine Menge Geld und eine Waffe in seinem Safe hatte. Als sie aber dann noch vom BKA aufgefordert werden, nicht zu tief in der Vergangenheit von Dieter Kunze nachzuforschen, werden Tackert und seine Mitarbeiter hellhörig. Und schon bald gibt es im Grunde drei Fälle, bei denen Tackert und seine Kollegen auf Spurensuche gehen.
,, Algorithmus´´ ist bereits der 8. Band aus der Richard Tackert Reihe, in der der Autor Wolfgang Glagla, den nun mehr fast 60 jährigen Hauptkommissar gemeinsam mit seinen Kollegen wieder auf Mördersuche schickt. Die Hauptprotagonisten sind ja schon gut bekannt und sie sind wie immer sympathisch und haben auch immer wieder einen kleinen Scherz auf den Lippen. Dieses Mal erscheint Richard, vielleicht ob seines baldigen runden Geburtstages, ungewohnt nachdenklich und er beschäftigt sich mit vielen Dingen wie den Klimawandel oder der Freitags Demonstration. Auch bekommen seine Goldfische neue Fische dazu, weil man dabei gut meditieren kann. Trotzdem ist er, so wie sein Team sehr fokussiert, wenn es um die Aufklärung eines Falles geht und selbst wenn es Widerstände gibt, versucht er diese zu überwinden. In dem Roman hat der Autor mehrere, auch sehr sensible Themen zu einer Geschichte verarbeitet. Aber auch aktuelle Ereignisse finden in der Geschichte immer wieder eine Erwähnung. Trotz Spannung gibt es immer wieder auch recht humorvolle und witzige Szenen, die man gerne mit einem Augenzwinkern betrachtet. Mir gefällt die Reihe rund um Richard Tackert, weil sich der Autor immer wieder interessante Geschichten einfallen lässt, weil es menschliche Geschicksale gibt, die nicht aus der Luft gegriffen sind und weil auch der Humor nicht zu kurz kommt. Und weil die Kommissare sympathisch sind und man sich als Leser freut , wenn es mit ihnen weitergeht.
Wo ist der Comisario?
Wegkreuz in den Anden von Kerstin Westerbeck
Das kleine kolumbianische Dorf Callin wird durch grausame Morde erschüttert. Dass ein Mafia Anwalt ermordet wird können die Dorfbewohner ja noch verstehen. Aber die anderen Morde an ehrbaren Bürgern, passt so gar nicht in ihr Weltbild. Als auch noch die deutsche Journalistin Judith Rauschenberg einem Autounfall zum Opfer fällt und Comisario Sergio Fabulos unheimliche Drohungen erhält, ist nicht nur er beunruhigt.
Wer steckt hinter all dem? Da bekommt Sergio unerwartet Hilfe von der jungen Touristin Billa, die ihm mit einem Brief, den die verschwundene Judith Rauschenberg an ihren Sohn Marcel geschrieben hat, bei der Übersetzung hilft. Da taucht plötzlich ein Fremder namens Arturo Angeles auf, der nicht nur auf der Suche nach Marcel, sondern auch nach Judith ist. Ohne es zu ahnen, begibt sich Sergio in Lebensgefahr und plötzlich sind es seine Freunde und Arturo, die sich nach dem Mörder auf die Suche machen.
,, Wegkreuz in den Anden´´ist der erste Band der Krimireihe rund um Comisario Sergio Fabulos. Die Autorin Kerstin Westerbeck nimmt den Leser auf eine abenteurliche Reise in das fiktive kolumbianische Dorf Callin mit. Und hinterlässt dabei einen bildhaften Eindruck wie das Leben zwischen Bürgerkrieg, Morden, Entführungen und der ersten Hoffnung nach dem langersehnten Friedensabschluss, aussehen könnte. Die Geschichte beginnt gleich spannend und man bekommt brutale Morde, verschlüsselte Hinweise und eine Menge an menschlichen Schicksalen präsentiert.
Die Dorfbewohner haben alle ihre großen oder kleinen Geheimnisse. Was sie aber alle gemeinsam haben ist der Wunsch nach Frieden und Freiheit, da sie von dem jahrelangen Bürgerkrieg mit all seinen Brutalitäten genug haben. Die Autorin zeigt aber auch, wie der Aberglaube in Form der toten Mulattin Amelie- Ines, die als ,,Dämonin´´ immer wieder dem einen oder anderen Dorfbewohner erscheint, die Menschen in ihren Bann zieht. Kerstin Westerbeck hat rund um das Verschwinden der Journalistin mehrere Mordfälle konstruiert, die es nun gilt aufzuklären. Ihr Protagonist Serge ist dabei nicht zu beneiden, da er zwar viele Hinweise hat, die ihn nicht unbedingt ans Ziel führen. Er ist eher ein Einzelgänger dem es schwer fällt Gefühle zu zeigen und nach persönlichen Schicksalsschlägen hält sich sein Ehrgeiz manchmal in Grenzen. Er hat zwar kaum Freunde, aber die wenigen sind für ihn da, wenn er sie braucht. In diesem Roman findet man mehrere ,,Ermittler´´die gemeinsam die Verbrechen aufklären. Die Autorin überrascht immer wieder mit neuen und unerwarteten Wendungen, wo ihre Protagonisten oft emotional reagieren und einen tiefen Einblick in ihre Seele geben. Mit Sergio Fabulos ist ein sympathischer, eigenwilliger und manchmal etwas ruppiger, aber immer für Gerechtigkeit kämpfender Comisario gelungen, wo ich mich schon auf seinen nächsten Einsatz freue.
Brutale Morde
Guerilleras von K. Westerbeck
Furchtbare Morde erschüttern das kleine Dorf Callin. Besonders die grausam zerstückelte Leiche des Musterschülers Edwin Gallo, entsetzt die Dorfbewohner. Die Frauen sind ob dieses Ereignisses nicht mehr gewillt einfach tatenlos zuzusehen. Nach vielen Jahres des Bürgerkrieges soll endlich der langersehnte Friedensvertrag geschlossen werden und alte Vorurteile und Leitbilder werden hinterfragt.
Dass Comisario Sergio Fabulos der Richtige für die Klärung der Morde sein soll, wird besonders von den Frauen bezweifelt und ihre Versammlungen richten sich immer öfters gegen die Männer. Selbst er hadert immer wieder mit sich selbst und seine Besuche bei der Prostituierten Flora bieten ihm hin und wieder eine willkommene Abwechslung. Da kommt die junge Jurastudentin Amanda gerade zur rechten Zeit, die ihm tatkräftig bei seinen Ermittlungen unterstützt, obwohl er von ihrem selbstbewussten Auftreten alles andere als begeistert ist. Der Mörder hinterlässt immer wieder eine blutige Spur nach der anderen und keiner kann einen Zusammenhang erkennen. Als dann die Witwe Marie zu einer Wohltätigkeitsfeier in ihrer Villa einlädt ahnt noch keiner, welch menschliche Abgründe sich dabei auftun werden.
,,Guerilleras´´ ist der zweite Fall des Comisarios Sergio Fabulos, den die Autorin Kerstin Westerbeck im fiktiven kolumbianischen Callin ermitteln lässt. Als Leser dringt man dabei schnell in die geheimnisvolle Welt des Regenwaldes und seine Dorfbewohner ein. Die Autorin schafft es von Beginn weg Spannung auf zu bauen und hält diese auch bis zum Ende durch. Mit dem Protagonisten Sergio Fabulos hat sie einen für mich sehr sympathischen Comisario erschaffen, weil er einfach ein Mensch mit vielen Schwächen ist und seine Stärken unter einer harten Schale verborgen sind. Die Autorin lässt ihn auf der einen Seite hart, stur und unsensibel sein, aber auf der anderen Seite ist er verletzlich, unsicher und einsam. Bei den Dorfbewohnern hat er nicht immer seine Fans, aber die Menschen, die ihn mögen, halten in jeder Lebenslage zu ihm.
Die Geschichte ist auch ein kleiner Ausflug in die kolumbianische Vergangenheit, wo die Autorin über die Schwierigkeiten und Probleme anschaulich berichtet. Bürgerkrieg, Entführungen, Morde und Korruption, werden von ihr immer wieder geschickt in den Roman eingefügt, wo man als Leser einen kleinen Einblich in das Leben der Dorfbewohner bekommt. Vor allem die Frauen dürfen sich nun von der jahrelangen Unterdrückung der Männer lösen und ihre neu gewonnene Freiheit ausleben. Die Autorin greift viele Themen auf, die sensibel sind wie Homosexualität, Aberglaube,körperliche Gewalt... Um all diese Themen hat sie eine spannende Geschichte konstruiert, wo es zwar viele, teils auch recht blutige Leichen gibt, aber auch viele menschliche Schicksale, die einem als Leser berühren. Dass es in dem Krimi aber auch immer wieder zu kleinen, humorvollen Szenen kommt, gefällt mir gut.
Die Seiten fliegen nur so dahin und man muss sich wirklich bis zum Schluss gedulden um zu erfahren wer der Mörder ist. Ein toll geschriebener und sehr spannender Krimi.
Der Kampf mit der Waage
Guerilleras von K. Westerbeck
Die Autorin Bianca Schmidl nimmt den Leser in ihrem Roman ,,Frau Bodenschlampe- Abnehmen ist nichts für Mädchen´´ auf eine rasante und humorvolle Geschichte mit, wo sie ihren jahrelangen Kampf mit dem Übergewicht selbstironisch und mit einem Augenzwinkern beschreibt. Ein besonderer Eyecatcher ist dabei das witzig gestaltete Cover, das einem sofort ins Auge springt.
Die Autorin beschreibt in ihrem Roman alle Höhen und Tiefen, die sie auf dem Weg zum erfolgreichen Abnehmen erlebt hat. Sie geht dabei offen und ehrlich auch mit nicht so angenehmen Themen, wie ihre eigene Bulimie und diversen anderen Krankheiten, um.
Sie beschreibt den langen und harten Weg den sie bereits von Kindheit an gegangen ist und ihre daraus resultierenden körperlichen und seelischen Probleme.
Bianca Schmidl nimmt sich dabei eines ernsten Themas an und versucht aber trotzdem dabei ihre Erlebnisse auf ironische Art und Weise darzustellen.
Als Leser habe ich aber dabei sehr oft das Gefühl gehabt, dass es eher eine Art Fachlektüre über Ernährungswissenschaften ist. Da sich ein Großteil der Geschichte mit Kohlenhydraten, Zuckerkrankheiten, Kalorien ..... beschäftigt hat. Auch wird immer wieder erwähnt, wie oft sie zu - und wieder abgenommen hat und welche Sport- oder Fitnessprogramme dabei zum Einsatz gekommen sind.
Ich hätte mir so wie zu Beginn und am Ende mehr Anekdoten erwartet, da die Autorin dabei einen herrlichen Wortwitz besitzt und Szenen bildhaft darstellen kann.
Wer also einen Motivationsschub zum Abnehmen sucht und sich dabei auch noch gut unterhalten möchte, der wird bei ,,Frau Bodenschlampe´´sicher auf seine Kosten kommen.
Ein Cowboy im Dorf
Guerilleras von K. Westerbeck
Im Grunde liebt Laura den Cowboy Jase, den sie in Nevada kennen und lieben gelernt hat, doch sie lebt in Bayern mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder Tim, wo sie einen Hof bewirtschaften. Also beschließt sie per Skype Schluss zu machen. Doch sie hätte nie mit der Reaktion von Jase gedacht, der nicht bereit ist, ihre Liebe so einfach aufzugeben.
Denn er tut alles um ihr Herz zurück zu erobern und so ist nicht nur sie überrascht, als er bei ihr im Dorf auftaucht, sondern auch die Dörfler, die mit seiner Erscheinung ein wenig überfordert sind und es nicht fassen können, dass Jase anscheinend für länger bleiben möchte.
,,Ein Cowboy im Dörfle´´ ist eine booksnaks Kurzgeschichte der Autorin Maria Appenzeller. Sehr schön beschreibt sie dabei das Aufeinandertreffen zwischen zwei verschiedenen Kulturen und die Vorurteile, die die Menschen im Dorf gegenüber dem Amerikaner Jase haben. Auf der einen Seite ist Laura, die ihn zwar liebt, aber keine Zukunft für sie beide sieht, da sie mit dem Hof und der damit verbundenen Arbeit, voll ausgelastet ist. Auf der anderen Seite ist Jase, der bereit ist, sein bisheriges Leben der Liebe wegen aufzugeben und auch bereit ist, gegen die Vorurteile und die Abneigungen gegen ihn anzukämpfen. Es ist eine amüsante und längere Geschichte, die zum Nachdenken anregt, wo man aber auch noch mehr an humorvolle Szenen einbauen hätte können, z.B wenn die ,,Einheimischen´´ auf Jase treffen oder wie Lauras Familie mit ihm zurecht kommt. Ansonsten ist es eine nette Liebesgeschichte, die angenehm zu lesen ist.
Der Hauptgewinn
Guerilleras von K. Westerbeck
Nina liebt Frank über alles und sie findet, dass es endlich an der Zeit ist, ihm das zu gestehen. Nur dumm, dass er gerade überhaupt keine Zeit für sie hat, denn er liebt es bei Gewinnspielen jeder Art mit zu machen. Leider kommt es für ihn zu einer furchtbaren Pechsträhne und als auch noch seine Mutter Nina mit einem ungeheurlichen Angebot konfrontiert, weiß diese endlich was zu tun ist.
,, Hauptgewinn´´von Susanne Benk ist eine humorvolle und bitterböse Kurzgeschichte aus der booksnacks Reihe. Mit Nina und Frank hat die Autorin zwei witzige Protagonisten hervorgebracht, wo im Grunde jeder an dem anderen vorbei redet. Nina, die zu Beginn unsicher ist, wie sie ihre Gefühle anbringen soll und Frank, der ganz wild auf seine Gewinnspiele ist und gar nicht mit bekommt, dass seine Freundin ihm etwas wichtiges sagen will. Tja und dann kommt die böse ,,Schwiegermutter´´, die ihrem Ruf fast gerecht wird, doch Nina dreht den Spieß um und der Leser kann sich beim offenen Ende schon denken, was passiert. Ich habe die Geschichte mit einem Schmunzeln gelesen und habe die Pointe zum Schluss toll gefunden.





