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Rezensionen von rewareni:
Ein Lebenstraum wird wahr
Wiener Lebensspiel von Hubert Herzog
Der Justizpalast brennt und Eduard Tauber wird geboren. In einer Zeit des Krieges und vieler Entbehrungen wächst er mit seinen zwei Geschwistern auf und er entwickelt, so wie sein Vater, eine Leidenschaft, die ihn viele Jahre begleiten wird. Fußballspielen wird bald für ihn nicht nur ein Hobby, sondern auch in späteren Jahren sein Beruf.
Bis es aber soweit ist gibt es für ihn noch vieles zu sehen und auch zu erleben. Seine Bekanntschaft mit Herrn Alpi, der im Tiergarten arbeitet, lässt Eduard in eine neue Welt eintauchen, da er von nun an jederzeit die Tiere im Zoo besuchen darf und so manche schöne Stunden dabei verbringt. Doch der Krieg fordert seine Opfer und Eduard schafft es immer wieder, dass ihm jemand hilft und er vom Militärdienst verschont bleibt und er und seine Familie gut durch die Kriegsjahre kommen. Es folgen noch viele schöne Jahre, in denen er sich seine Lebenswünsche erfüllen und dankbar auf sein Leben zurückblicken kann.
Der Autor Hubert Herzog hat mit seinem Roman ,,Wiener Lebensspiel“ eine liebenswürdige Geschichte rund um den fußballbegeisterten Eduard Tauber geschrieben. Als engagierter Fußballhistoriker hat der Autor viel zu diesem Thema recherchiert und gewährt seinem Leser dazu einen interessanten Einblick. Tatsächliche Ereignisse, wie der Brand des Justizpalastes bis zu diversen Bombenangriffen auf Wien vermischt er gekonnt mit fiktiven Geschichten der Familie Tauber. Auf teils humorvoller, berührender und informativer Art und Weise erzählt er dabei eine Lebensgeschichte, in der es Eduard zwar nicht immer leicht gehabt hat, aber er seinen Lebenstraum Fußballer zu werden konsequent durchgezogen hat. Fußballfreunde werden sicher dabei ihre Freude haben wenn sie auf bekannte Namen wie Sindelar, Happel oder Hanappi treffen.
Hubert Herzog schafft es immer wieder in liebevollen kleinen Szenen die damalige Zeit mit all ihren Sorgen, Nöten, aber auch Glücksmomenten bildhaft darzustellen. Selbst die tatsächliche Begebenheit, dass im Zweiten Weltkrieg im Tiergarten Schönbrunn der Nashornbulle ,,Toni“ seinen Pfleger auf sich reiten ließ, hat der Autor emotional und schön beschrieben. Vom Schreibstil her kann man die Geschichte fast schon als ,,naiv“ bezeichnen, ohne das abwertend zu sehen. Es passt einfach zu der Zeit und den damaligen Verhältnissen dazu. Eduards Oma wird dabei als zwar einfache, aber kluge Frau mit vielen schönen Gedanken beschrieben, die ihrem Enkel viele Tugenden wie Bescheidenheit oder Hilfsbereitschaft mitgegeben hat, nach denen Eduard auch sein Leben ausgerichtet hat.
,,Wiener Lebensspiel“ bietet einen schönen Einblick in die Vergangenheit, wo sicher auch nicht Fußballfreunde gerne Eduard Tauber von der Geburt bis zu seinem Lebensende begleiten möchten.
Kasperl und Gretel
Wiener Lebensspiel von Hubert Herzog
Der ehemalige Kriminalbeamte Johann Rumpler genießt mit seiner alten Katze Rosamunde seine Pension, trotzdem kann er es nicht lassen wenn ihn sein ehemaliger Kollege Moser ihn bittet bei seinen ungeklärten Mordfällen an Obdachlosen zu unterstützen. Froh, wieder eine Aufgabe zu haben, stürzt sich Rumpler gleich in die Arbeit, die sich nicht gerade als leicht gestaltet.
Der bisher einzige Zeuge, der Obdachlose Rudi Schätter, befindet sich in einer Psychiatrie, der in seiner kindlichen Welt von Kasperl, Gretel und Teufel spricht. Als auch noch eine junge Frau verschwindet und ein Verdächtiger Selbstmord begeht spürt Johann, dass alle Fälle irgendwie zusammen hängen und so begibt er sich auf eine nicht ungefährliche Reise ins Waldviertel, wo menschliche Tragödien ans Licht kommen und noch viele Personen in Lebensgefahr geraten werden.
Der Kriminalroman ,,Schutzpatrone“ ist der zweite Band aus der Reihe des pensionierten Kriminalisten Johann Rumpler, geschrieben vom Autor Rudolf Trink. Das Cover mit der Kasperlfigur, dem Stierschatten und der Patrone , wirkt sowohl unschuldig, als auch unheimlich und beide Komponenten findet man sehr gut umgesetzt in der Geschichte.
Der Autor erzählt in einer ruhigen und auch humorvollen Art und Weise eine spannende Geschichte, wo zwei verschiedene Fälle sich langsam, aber sicher wie ein Puzzle zusammen setzen. Er beschreibt viele Szenen sehr genau und man findet Handlungen, wie z.B das Füttern der Katze Rosamunde, immer wieder. Obwohl ich so genaue Beschreibungen nicht unbedingt mag und auch ähnliche Wiederholungen nicht sein müssen, haben mich diese in der Geschichte nicht gestört, weil sie einfach so liebevoll rüber gekommen sind.
Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil und die Sprache ist auch abwechslungsreich, wenn es Sätze im herrlichen wienerischen Dialekt gibt oder,,vornehme“ wo Rumpler von der netten Zimmerwirtin Frau Meier in der 3. Person angesprochen wird. Rudolf Trinkl hat auch sehr viel an Lokalkolorit mit einfließen lassen. Ist es die Wiener Kaffeehaus Atmosphäre , der Spatziergang durch den Volksgarten oder die Reise ins Waldviertel, man sieht die Landschaft vor sich und man spürt das Gefühl, das der Autor in seine Geschichte hinein gelegt hat. Nicht zu vergessen sind aber auch die kulinarischen Leckerbissen, die nicht nur Rumpler, sondern auch seine Katze präsentiert bekommen haben. Da hätte der Autor mit seinen Kochkünsten am Ende des Romanes mit den Rezepten dem Leser eine doppelte Freude machen können.
Ein spannender, humorvoller und auch emotionaler Roman, wo ich mich freuen würde, von Rumpler und Rosamunde wieder lesen zu dürfen.
Eine neue Zukunft beginnt
LORENA von Stefan Prebil
Es ist das Jahr 2032 als der fast 70 jährige Jacko Brevic unverhofft Besuch seiner schwangeren Enkelin Lorena erhält. Er ist darüber sehr erstaunt, da er bisher nur einmal Kontakt mir ihr hatte. Die junge Frau stellt nun sein bisher einsames Leben gehörig auf den Kopf, denn sie dringt in seine Vergangenheit und somit in sein langes Leben ein, wo viele Dinge bis heute unausgesprochen sind Seine Enkelin möchte mit ihren Fragen herausfinden, ob sie genauso wie Jacko seinen Sohn Rolf damals auch ihr Kind zur Adoption freigeben soll oder nicht.
Viele Erlebnisse von früher machen Jacko auch heute noch das Leben schwer und Loren lernt ihren Großvater mit all seinen Stärken und Schwächen kennen. Auch lernt Lorena Jackos alten Freund Chris kennen, der gemeinsam mit ihm vor langer Zeit einen nie dagewesenen Betrug angeleitet hat, der für die Schweiz und die Gesellschaft ungeahnte Folgen hatte.
In dem Roman ,,Lorena 2032- Die Zeit der Wahrheit“ lässt der Autor Stefan Prebil seine Leser in eine Zukunft blicken, wo man nicht sicher ist, ob oder wie weit Fantasie und Wirklichkeit noch voneinander entfernt sind. Technologische Fortschritte wie Roboter, die selbständig handeln oder Hochgeschwindigkeits U- Bahnen, die Städte miteinander verbinden sind ebenso zur Selbstverständlichkeit geworden wie computergesteuerte Armbänder, die bei Krankheiten den Arzt ersetzen und die richtige Medikation verschreiben. Der Autor hat eine Gesellschaft auferstehen lassen, die von Fortschritt und scheinbar ungeahnten Möglichkeiten erschaffen worden ist. Aktuelle Themen wie Manipulation bei Wahlen oder Experimente im Bereich der Kryonik hat er dabei in eine interessante Geschichte rund um Jacko und Lorena mit einfließen lassen. Jacko wird als Einzelgänger beschrieben, der nichts in seinem Leben anbrennen hat lassen. Er hat viel erlebt und viele Dinge aus seiner Vergangenheit lassen ihn auch noch heute zweifeln, ob er richtig gehandelt hat. Seine Enkelin Lorena ist bereit sich auf den für sie im Grunde fremden Menschen einzulassen um eine wichtige Entscheidung für ihr weiteres Leben zu fällen. Der Autor hat viel Gefühl in seine Protagonisten gesteckt, wo es auch tiefgründige und selber zum Nachdenken enthaltene Themen gibt.
Ein Roman der sich um wahre Freundschaft, Betrug an einer ganzen Nation und um Zukunftsvisionen dreht, die vielleicht bald schon einmal wahr werden können.
Eine Reise mit Hindernissen
LORENA von Stefan Prebil
Der im Immobilien Geschäft tätige Horst-Frank Demmler, von seiner Frau Gitti liebevoll Franki genannt, wird von seinem Chef am 24. Dezember zu einer großen Feier auf der Insel Hiddensee eingeladen. Da er sich erhofft der neue ,,Deichgraf“ zu werden wird die Reise für ihn und seine Familie zu einem großen Ereignis, wo Franki schon bald merken muss, dass es gar nicht so einfach ist sicher und wohlbehalten bei seinem Chef anzukommen.
In ,,Franki goes Hiddensee“ beschreibt der Autor Bernd Mannhardt einen humoristischen Insel- Winter – Trip der Familie Demmler, wo Vater Franki, Mutter Gitti, Sohn Leon, genannt Engelchen und Hund Trixi, den Leser und vor allem seine Lachmuskeln gehörig auf die Probe stellt.
Der Autor lässt seine Protagonisten von einem Schlamassel in den anderen gleiten und man erhält Szenen, die zwar manchmal übertrieben wirken, aber herrlich zu dieser slapstikartigen Komödie passen. Franki, der zu allem bereit ist im Immo- Geschäft aufzusteigen und so manche Katastrophe auf sich nimmt und teuer für eine Kutschenfahrt bezahlt, die im Grunde gar nicht notwendig gewesen wäre oder sich in Boxershorts auf der Fähre vor fremden Menschen zeigt, immer macht er gute Miene zum bösen Spiel. Oder seine Frau Gitti, die auf Hansi Hinterseer steht und stets vermittelt zwischen ihrem Mann und ihrem Sohn, wenn jeder der Meinung ist etwas besser zu wissen. Sowie mein heimlicher Held der Geschichte nämlich Leon, der zwar schon 10 Jahre alt ist, aber immer noch ,,Engelchen“ genannt wird, der jede Katastrophe mit seinem Tablet filmt und seine Eltern gerne nervt mit seinen Fragen, vor allem mit seinem Lieblingssatz ,,Das verstehe ich nicht“.
Aber auch das Hündchen Trixi, das gerne in der Handtasche verschwindet und Schutz sucht, denn bei Familie Demmler ist man nie sicher, was als nächstes passiert. Obwohl es eine herrliche Komödie ist, muss ich einen Stern abziehen, weil mich der ständige Ausspruch von Franki ,, Ja, nee- klar“, der fast auf jeder Seite vorkommt, mit der Zeit tierisch genervt hat.
Die Dialoge sind humorvoll und der ständige Schlagabtausch zwischen den Familienmitgliedern waren wirklich witzig zu lesen. Vor allem wenn Franki stets seinen Sohn ermahnt hat nicht zu schimpfen und er dann von ,,Engelchen“ aber darauf hingewiesen wurde, wenn er etwas gesagt hat, was eigentlich nicht erlaubt war. Ich konnte mir bildhaft vorstellen, wie Leon mit Begeisterung
alles mitgefilmt hat, denn passiert ist in dem Roman ständig etwas. Der Autor hat auch den rauen Charme der Inselbewohner herrlich beschrieben und ein einfaches ,,Jo“ hat sehr vielmehr ausgesagt, als ein ganzer Satz.
Wer sich also auf einen Roman mit humorvollen Dialogen und witzigen Szenen einlassen möchte, kommt hier voll auf seine Kosten.
Bedrückende Stille
Stille von Lyl Boyd
Tommys Eltern sind verzweifelt, da ihr geliebter Sohn einfach nicht reden will. Selbst Logopäden und Psychologen dringen nicht durch die Mauer des Schweigens. Nur die Musik schafft es, dass Tommy sogar in verschiedenen Sprachen mitsingt und dabei glücklich ist.
Die Short Story ,, Stille“ vom Autor Lyl Boyd hält auf eindringliche Art und Weise unserer heutigen digitalen Gesellschaft einen Spiegel vor, in dem man besser nicht hinein blicken möchte.
Der Autor hat in seiner Geschichte ein erschreckendes Szenario dargestellt, wo man als Leser merkt, dass er sich große Gedanken um die Zukunft der Menschen gemacht hat. Unsere digitale Revolution bestimmt schon jetzt einen Großteil unseres Lebens, sei es der Computer, das Smartphone ..... und nimmt uns Menschen immer mehr die Möglichkeit einer echten und persönlichen Kommunikation. Die Geschichte regt sehr zum Nachdenken an und auch zum Überdenken seiner eigenen täglichen Handlungen, wo man sich selbst immer wieder ertappt schnell ein paar Kürzeln oder Smileys zu verschicken und somit das wertvolle Gespräch mit seinem Gegenüber wegfällt.
Eine schöne, berührende aber auch etwas düstere Geschichte, wo man sich wirklich um die Zukunft speziell der Jugend Sorgen und Gedanken machen muss. Toll, wie der Autor immer wieder spannende Themen aufgreift und seine Leser dabei überrascht.
Ein gefährlicher Gegner
Schonungslos offen von Irene Matt
Kommissarin Alexandra Rau und ihr Kollege Isidor Rugg werden schneller als gedacht in Fälle von Morden und Entführungen hinein gezogen, wo sie bis an ihre Grenzen gehen werden. Zuerst wird der junge Sinti Gitano Patelli ermordet aufgefunden und dann verschwinden nach und nach weitere junge Menschen.
Obwohl die Polizei mit allen erdenklichen Mitteln arbeitet und sogar im Fernsehen die Fälle zu sehen sind, scheint es so als ob sie keinen Schritt weiterkommen. Dass es Alexandra auch noch privat mit Stress und Problemen zu tun bekommt, erschwert es ihr sich auf ihre Fälle zu konzentrieren, vor allem weil sie merkt, dass sie selbst schon psychisch angeschlagen ist. Doch erst als sie das Gefühl hat langsam verrückt zu werden und sich seltsame Vorfälle in ihrem Umfeld mehren, spürt sie, dass sie der Lösung der Fälle gefährlich näher gekommen ist.
In ,,Schonungslos offen...“ von Irene Matt, schickt die Autorin ihre Protagonistin Alexandra Rau bereits zum dritten Mal auf Verbrecherjagd. Doch dieses Mal zeigt sich die Autorin von einer sehr extremen Seite, wo sie kein Mitleid mit der Kommissarin und den Opfern zeigt. Ihr Psychopath, der sich gleich bei seiner ersten eigen einberufenen privaten Therapiesitzung vorstellt, zeigt sich im Laufe der Geschichte von einer sadistischen und narzisstischen Seite, wo man als Leser nicht nur einmal die Luft anhalten muss um weiter lesen zu können. ,,Schonungslos offen“ erklärt er selbst, warum er so geworden ist, wie er nun ist. Seine Kindheitserinnerungen kommen dabei immer wieder zum Vorschein, wo er sowohl psychische, als auch physische Gewalt kennen lernen musste. Sein Mitleid mit anderen hält sich dabei in Grenzen und wenn er brutal jemanden verletzen kann, dann erhält er für kurze Zeit seine Befriedigung. Es war total spannend und interessant zu Lesen, welche Gefühle und Gedanken er dabei hatte, weil man gemerkt hat, dass er mittlerweile in seiner eigenen Welt lebt, wo es nur ein Gesetz zum Überleben gibt, nämlich sein eigenes. Obwohl man gleich zu Beginn ahnt, wer für alle Fälle verantwortlich ist, ist der Roman trotzdem spannend bis zum Schluss. Sehr geschickt hat die Autorin mit den beiden Protagonisten ein ,,Katz und Maus Spiel“ gespielt, wo es immer den Anschein hatte, dass der Täter den Kommissaren einen Schritt voraus war. Sehr interessant waren dabei immer die abwechselnden Kapiteln zwischen der ,, Sitzung“ des Täters und den Fällen der Polizei. Sympathisch dargestellt ist dabei Alexandras Kollege Isidor, der ein extrem sensibler und empathischer Mann ist, der selbst in schwierigen Situationen den Überblick behält und so immer wieder seiner Chefin den Rücken frei hält. Er spürt sowohl bei ihr, als auch bei anderen Menschen, was sie brauchen und Alexandra kann sich in jeder Situation auf ihn verlassen. Das macht auch den Roman zu einem Lesevergnügen, weil die Polizeiarbeit von der Autorin sehr professionell und menschlich wieder gegeben wird. Es ist jeder im Team wichtig, jeder verdient die Achtung für seine Leistung und jeder kann sich auf den anderen verlassen.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, auch wenn manche Schilderungen nicht leicht zu verdauen waren. Ich bin sicher, dass es noch weitere Fälle von den beiden Kommissaren geben wird, denn die beiden sind ein ,,Dreamteam“ - sympathisch, empathisch und professionell.
Wo bin ich?
Schonungslos offen von Irene Matt
Die junge Ärztin Dr. Sarah Berger lebt glücklich und zufrieden mit ihrem Mann Nikolai in Hills View. Bis zu dem Tag, als sie wie jeden Morgen Nikolai neben sich im Bett erwartet, er aber plötzlich verschwunden ist. Aber nicht nur das ist seltsam, denn ihre Umgebung scheint auf einmal in einem unheimliche Nebel gefangen zu sein, wo Sarah es nur kurz wagt ihr Haus zu verlassen.
Weder Menschen noch Tiere begegnen ihr und es scheint, als ob die Zeit still zu stehen scheint. Für Sarah steht fest, dass sie alles tun wird um diesen seltsamen Ereignissen auf den Grund zu gehen. Einzig ihr Laptop scheint noch zu funktionieren und eine Mail von Econ Labs einem medizinischen Forschungskonzern, lässt Sarah langsam aber sicher an ihrem Verstand zweifeln. Dass sie sich in einem Ewigkeitsprojekt befinden soll, wo man mit wissenschaftlicher Logik nicht mehr weiterkommt, muss sie bald am eigenen Leib verspüren. Sarah wird in einem unerbittlichen Kampf um Leben und Tod hineingezogen, wo sie nie weiß, wer Freund und wer Feind ist.
,, Das Ewigkeitsprojekt“ von Caroline Hofstätter ist ein Science Fiction Thriller, der von Beginn weg den Leser in Atem hält. Man begibt sich gleich mit Sarah in den unheimlichen und undurchdringlichen Nebel, wo man jederzeit darauf wartet, dass etwas schreckliches passiert. Die Autorin nimmt dabei den Leser geschickt ,,an die Hand“ und man kommt nicht mehr von der Geschichte los. Die Protagonistin ist eine taffe, kluge und mutige Frau, die sich durch nichts erschüttern lässt. Ich war von der Geschichte so begeistert, dass ich kaum aufhören konnte mit dem Lesen. Caroline Hofstätter hat es geschafft einen Roman zu schreiben der nicht nur sehr spannend, sondern auch originell ist. Das Thema ,, Ewigkeitsprojekt“ wartet mit einigen Überraschungen und unerwarteten Wendungen auf. Beim Lesen hatte ich das Gefühl stets live dabei zu sein und ich habe immer gehofft, dass es Sarah schafft, der Lösung auf die Spur zu kommen. Dabei hat sich die Autorin vieles einfallen lassen, sodass man als Leser immer neugierig geblieben ist, wie es wohl weitergeht und immer wenn man denkt, jetzt kommt man der Sache näher, kommt schon wieder der nächste Dämpfer und Sarah muss wieder von vorne beginnen. Die Personen im Roman sind geheimnisvolle und interessante Charaktere, wo man nie so genau weiß, welche Schritte diese als nächstes vorhaben. Das Cover von Timo Kümmel wirkt kunstvoll und lässt den Leser vorab in die Welt der künstlichen Intelligenz eintauchen.
Es hat großen Spaß gemacht den SF Roman zu lesen, weil er spannend geschrieben ist, weil originelle Einfälle immer wieder Überraschungen zulassen und weil die Autorin einen flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil hat, wo man einfach weiterlesen muss.
Der einsame Jäger
Schonungslos offen von Irene Matt
Der ehemalige Elitesoldat Simon Harper, der in Afghanistan die britische Spezialeinheit SAS geleitet hat, verdient nun seinen Lebensunterhalt mit besonderen Aufträgen. Als sogenannter
,,Troubleshooter" löst er Probleme seiner Klienten auf seine eigene Art und Weise. Emmy Schreiber, die Frau eines Revisors einer Düsseldorfer Privatbank, wendet sich an ihn, damit er den angeblichen Unfalltod ihres Mannes untersuchen soll.
Schneller als gedacht steckt Harper in einem Geflecht aus Lügen und falschen Spuren, wo er merkt, dass er niemanden trauen kann. Selbst die dubiose Sekte ,,Church of Inner Freedom“, scheint darin involviert zu sein und schon bald ist es Harper selbst, der um sein Leben fürchten muss, denn seine Gegner sind überall und zu allen Mitteln bereit, damit er ihren geheimen Machenschaften nicht in die Quere kommt.
,,Harper- Jäger und Gejagter“ von Stephan Michels, ist ein rasant geschriebener Krimi, der jeden Krimifan begeistern wird. Der Autor lässt seine Leser kaum eine Minute Zeit zum Durchatmen, weil es Schlag auf Schlag mit spannenden Szenen weitergeht. Sein Protagonist ist ein einsamer Jäger, der schreckliches als Soldat in Afghanistan erlebt hat, wo er eine Schuld auf sich geladen hat, mit der er bis heute nicht zurecht kommt. Selbst wenn er nach besten Wissen und Gewissen gehandelt hat und in einer Extremsituation menschlich handeln wollte, ist dieser Wunsch nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Dass selbst seine Familie nicht vom Unglück verschont worden ist, lässt ihn zu einem Kämpfer für Gerechtigkeit werden, selbst wenn sein eigenes Leben ständig in Gefahr ist. Sehr gut und interessant hat dabei der Autor die Gedanken von Simon Harper zusammen gefasst, der ständig versucht hat, seinen Gegnern einen Schritt voraus zu sein. Die Geschichte ist spannend geschrieben und es gibt dabei immer wieder Personen, bei denen man nie so genau weiß, auf welcher Seite sie stehen. Die Kämpfe mit seinen Gegnern sind jetzt nicht immer sanft beschrieben, sondern auch manchmal etwas brutal, was aber zu der Geschichte dazu passt. Die Handlung ist gut konstruiert, da sich mehrere Fäden langsam miteinander verbinden. Es ist ein spannendes Katz und Maus Spiel, das sich Harper mit seinen Gegnern liefert. Neben der actionreichen Handlung in Düsseldorf fließen auch immer wieder kurze Erlebnisse zu seiner Zeit als Elitesoldat mit ein, wo man vieles über ihn erfährt und auch wie es ihm danach mit seiner Familie ergangen ist.
Ich kann den Roman wirklich empfehlen für alle, die eine spannende Geschichte lesen wollen, die eine interessante Handlung lieben und die einen besonderen ,,Jäger“ kennen lernen wollen, der mit allen Mitteln versucht, die Menschen zu beschützen, die ihm am Herzen liegen.
Danke auch an den Verlag edition oberkassel für das persönliche Leseexemplar.
110 Jahre
Dreistellig von Lyl Boyd
Der 50 jährige Vincent hat nur mehr ein Ziel in seinem Leben, nämlich 110 Jahre alt zu werden. Dafür hat er eine geniale Strategie entwickelt, die ihn bis ans Ende der Welt führen soll, selbst wenn er dafür sein bisheriges Leben aufgeben muss.
Die Kurzgeschichte ,, Dreistellig“ , mit 12 Seiten, vom Autor Lyl Boyd, bietet dem Leser wieder einmal eine kurzweilige Unterhaltung, die zum Nachdenken anregt.
Vincent lebt nur mehr dafür, dass er so alt als möglich werden möchte. Was er aber dabei vergisst ist, dass er im Hier und Jetzt lebt und nicht in der Zukunft. Sehr schön zeigt dabei der Autor, dass es Menschen gibt, die gar nicht zu schätzen wissen, was sie jetzt gerade erleben und sie nach Zielen streben die so weit entfernt sind, dass sie auf das jetzige Leben ganz vergessen. Man hat als Leser gut gespürt wie der Protagonist verzweifelt danach getrebt hat, alles zu tun, damit er sein Ziel mit dem Alt werden erreichen kann. Doch wie das Sprichwort heißt ,,Der Mensch denkt und Gott lenkt" und somit ist es nicht gut, das Schicksal heraus zu fordern. Die Kurzgeschichte ist kurz und knackig, ein wenig zynisch und im Grunde auch aktuell, da die Wissenschaft und diverse Schönheits- und Gesundheitsprodukte vieles versprechen, damit wir lange am Leben bleiben. Lyl Boyd hat die Geschichte gut dem Leser rüber gebracht und es ist immer eine Freude, seine interessanten Ideen mitzuverfolgen, da es bei ihm immer ein besonderes Ende gibt.
Ava und der Tatzelwurm
Zauberschön von Irene Matt
Bisher war das Königreich Florapis ein Ort, wo die Menschen in Frieden und Einklang mit der Natur und den Tieren gelebt haben. Jeder war glücklich und hat seine Arbeit mit Freude erledigt. Leider ist aber eines Tages der Prinz als Baby von einer Biene gestochen worden und das sollte das Leben in Florapis in Zukunft verändern.
Denn von nun an hatte der Prinz ständig Angst vor allem und jeden und als sein Vater abdanken will und die Amtsgeschäfte seinem mittlerweile erwachsenen Sohn übergeben will, fasst dieser einen Schicksals schweren Plan. Rund um die Stadt Florapis soll eine Mauer gebaut werden, sehr zum Missfallen der Bürger. Aber auch Pankratz, der hungrige Tatzelwurm, der heimlich in der Stadt aufgetaucht ist, ist von dem Baulärm alles andere als begeistert. Seine Lieblingsspeise sind menschliche Ideen, die er mit Freuden anzapft und die bereits missmutigen und unglücklichen Menschen, werden dadurch immer mutlosiger und verzweifelter. Gut, dass der eigentlich unsichtbare Pankratz auf die junge Ava trifft, denn diese kann ihn sehen und geimsam versuchen sie Florapis wieder zu einem Ort des Friedens zu machen und vielleicht sogar den Prinz, von seiner Angst zu befreien.
,,Zauberschön“ von Irene Matt ist ein Märchenroman, nicht nur für Kinder, sonderen auch für Erwachsene, wo man für einige Zeit in eine Fantasiewelt eintauchen kann und man sich in seine eigene Kindheit zurückversetzt fühlt. Liebevoll wird der Tatzelwurm Pankratz beschrieben, der immer auf der Suche nach Idee ist, die er fressen kann, weil er doch soooo hungrig ist. Dabei kann man dem frechen Kerl nie böse sein, weil er einfach ein süßer Vielfraß ist. Ihm gegenüber stellt die Autorin die junge und kluge Ava, die sich durch ihre Herzensgüte auszeichnet und jedem helfen möchte. Irene Matt hat in ihrem Roman viele Tugende eingebaut, wo sich die Kinder unbewusst sicher einiges abschauen können. Sie zeigt in ihrem Märchenroman auf, dass Freundschaft, Verständnis gegenüber dem Anderssein oder Hilfsbereitschaft vieles bewirken kann.
Ihre Figuren haben alle ihre Stärken und Schwächen und wirken dabei sympathisch.
Der Roman lässt sich gut lesen und bietet nicht nur humorvolle Szenen, sondern auch ein paar spannende Ereignisse. Die Mischung zwischen allem und dass es auch zu schönen emotionalen Handlungen kommt, runden den Roman gut ab. Die märchenhaften Szenen hat die Autorin gut umgesetzt, wo man erkennt, dass es eine ausgedachte und neue Geschichte ist, die nicht von anderen Märchen abgeschaut oder einfach übernommen worden sind.
Die Illustratorin Silvia Paparella hat ein paar Bilder dazu beigesteuert. Wobei ich sagen muss, dass mir die bunten Zeichnungen besser gefallen haben als die in schwarz/weiß gehaltenen. Auch könnte ich mir vorstellen, dass es bei einer Neuauflage, noch mehr Bilder geben könnte, da diese gut zu dem Märchenroman dazu passen.
Es ist ein hochwertiger Hardcoverroman, der sehr schön aussieht und gut zum Verschenken geeignet ist.







