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Rezensionen von rewareni:
Spannende Gedanken
Der digitale Tod von Tobias Schrödel
Der Autor Tobias Schrödel, der als Fachinformatiker tätig ist und als ,,Deutschlands erster IT- Comedian´´ bekannt ist, lässt in seinem neuesten Werk ,,Der digitale Tod´´ den Leser an einer Geschichte teilhaben, über dessen Thematik sicher so gut wie keiner noch darüber nachgedacht hat.
Er, der es gewohnt ist anderen Menschen zu helfen, wenn sie Probleme mit dem Computer oder dem Handy haben, bekommt eines Tages den Hilferuf einer Mutter, das Handy ihrer toten Tochter zu knacken.
Nach der anfänglichen Zusage beginnt er sich aber die Frage zu stellen, ob er moralisch und juristisch dazu eigentlich befugt ist.
Was nun folgt ist für den Leser eine spannende und interessante Gedankenreise. Der Autor hat sich für sein Lesebuch mit Menschen in Verbindung gesetzt, von denen er immer wieder interessante Meinungen, Tipps und neue Perspektiven hören durfte.
Er lässt den Leser aber auch an seinen vielen Versuchen teilhaben wie er versucht hat das Handy zu knacken, daran merkt man, dass er wirklich ein Spezialist ist, der es versteht selbst komplizierte Vorgänge auch für einen Laien verständlich zu machen.
Auszüge aus diversen Gesprächen:
Christian Solmecke, Jurist: ,, Man erbt ja nicht nur Gegenstände, sondern auch Rechte und Pflichten´´.
Bernhard Götz, evangelische Pfarrer: ,, Wenn das Bild langsam vergilbt, ist das wie, wenn ein Mensch oder eine Seele langsam aus dem Haus verschwindet´´.
Bernd Tiggemann, Theologe: ,, Die Hemmschwelle in sozialen Netzen ist einfach niedriger. Digitale Beileidsbekundungen sind einfacher und haben dann noch eine größere Reichweite.´´
Birgit Aurelia Janetzky, Trauerrednerin: ,,Junge Menschen trauern aber nicht weniger als frühere Generationen. Nur die Ausdrucksweise ist anders.´´
Professor Tom Knieper: ,, Jeder gibt seinen Hinterbliebenen durch sein Verhalten im Leben einen Interpretationsspielraum vor, wie die eigenen Daten behandelt und bewertet werden sollen.´´
Man findet viele Sätze, wo man selber beginnt zu überlegen, weil diese Gedanken bisher unwichtig waren oder weil sich kaum jemand freiwillig über den Tod und seine Folgen bezüglich Daten, Fotos…..Gedanken machen möchte. Es ist ein ständiges Für und Wider, wo man selber nicht weiß, welche Entscheidung die richtige sein kann und wird. Am 12.07.18 wird der BGH sein Urteil sprechen, ob Eltern den Facebook Account ihres verstorbenen Kindes erben.
Ich kann das Buch wirklich empfehlen und es als Denkanstoß zu nehmen, wie freizügig wir heutzutage mit unseren Daten umgehen ohne zu überlegen, welch weitreichende Folgen diese haben können.
Ein verzwickter Fall
Agamemnon von Wolfgang Glagla
In Hannover wird auf der Alten Bult ein toter Mann entdeckt und Kommissar Tackert und sein Team können sehr schnell die Identität feststellen. Der Tote ist Clemens Hinrichs, der den Nachforschungen zufolge kein einfacher Zeitgenosse gewesen sein dürfte. Er hat keine Freunde, seine Ex- Frau ist froh, dass er tot ist und auch seine Halbschwester findet keine freundliche Worte über ihn.
Tackert und seine Kollegen haben das Gefühl sich im Kreis zu drehen, denn es gibt scheinbar kein Motiv für den Mord. Doch wie es der Zufall so will tauchen plötzlich verschiedene Verbrechen auf, die miteinander in Verbindung zu stehen scheinen und immer haben sie einen gemeinsamen Nenner- Clemens Hinrichs. Bis eine Augenzeugin auftaucht, die eine wichtige Beobachtung zu melden hat und Kommissar Tackert dem Tatmotiv immer näher kommt.
,,Agamemnon´´ ist der dritte Hannover Krimi von Wolfgang Glagla aus der Richard Tackert Reihe, wo der Leser auch ohne Vorkenntnisse schnell in die Geschichte hinein kommt. Der Kommissar und sein Team sind keine Überbeamte, die entweder sehr hart oder unsympathisch sind, nein, sie sind Menschen wie du und ich. Besonders Tackert hat seine kleinen Schwächen und seine frische Liebe zu seiner Freundin, stellt ihn öfters auf die Probe. Es sind immer wieder die kleinen und unscheinbaren Szenen, die ihn liebenswürdig machen. Dabei ist ein feiner Humor zu spüren, wo man als Leser gerne schmunzeln muss.
Man bekommt zu Beginn ein Verbrechen präsentiert, wo man sehr lange rätseln muss, wer der Schuldige sein kann. Bis zum Schluss reihen sich Stück für Stück die Puzzleteile aneinander. Es ist ein eher ruhiger und gemächlicher Krimi wo Spannung, menschliche Schicksale und traumatische Erlebnisse im Vordergrund stehen.
Auch in diesem Band gibt es wieder einiges an Lokalkolorit. Ein schnell zu lesender Roman mit 180 Seiten, wo es einige überraschende Wendungen gibt.
Mallorca einmal anders
Blutspuren auf Mallorca von Brigitte Lamberts; Ursula Schmid-Spreer; Jan Lammers; Anne Grießer; Kerstin Lange; Bruno Woda; Tatjana Flade; Sabine Giesen; Anette Schwohl; Mark Jischinski; Hedy Loewe; Fenna Williams; Petra Scheuermann
Wer denkt bei Mallorca nicht an Sonnenschein, gutes Essen oder sanftes Meeresrauschen?
Brigitte Lamberts, Ursula Schmid- Spreer und der Herausgeber Jan Lammers, sowie etliche andere Autoren und Autorinnen haben bei ihren 18 historischen Krimis von der Insel garantiert nicht daran gedacht.
Ihre Geschichten handeln von der grausamen Judenverfolgung, von Epidemien, von Kriegen und Morden.
Man lernt als Leser viele Seiten dieser Insel kennen, die vor dieser Lektüre unbekannt waren. Man findet gefühlvolle und intensiv beschriebene Liebesgeschichten, die grausam für die Protagonisten enden und man trifft auf Menschen, die alles für ihre Lieben tun und bis in den Tod hinein sich selbst treu bleiben.
Jeder der Autoren hat für seine Geschichte in der Vergangenheit recherchiert und tatsächliche Ereignisse und Begebenheiten wunderbar eingebaut. So findet man am Ende eines Krimis eine kurze Zusammenfassung des historischen Hintergrundes.
Es ist wirklich ein Lesevergnügen von Arabern und Mauren zu lesen, die auf der Insel gelebt haben, aber auch z.B von den Kapuzinern, deren gute Taten bis in die Gegenwart reichen und sogar noch heute Notleidende und Bedürftige täglich mit Bocadillos versorgen.
,,Blutspuren auf Mallorca´´ kann ich mit gutem Gewissen empfehlen, der Spannung und große Emotionen erleben möchte. Aber auch Liebhaber der geschichtlichen Ereignisse kommen ganz auf ihre Rechnung. Eine wunderbare Symbiose, die perfekt umgesetzt wurde.
Unheimliche Geschichten
Zwielicht 11 von Michael Schmidt
Auch in der 11 Ausgabe von ,,Zwielicht´´ finden Freunde des Horrors und der Unheimliche Phantastik wieder diverse Erstveröffentlichungen und Artikel über Autoren und Werke.
Auf dem Cover von Björn Ian Craig ist auch ein Gimmick versteckt, das man beim Bild zoomen entdecken kann.
Wie immer ist die Bandbreite der Geschichten breit gefächert.
Wird man bei ,,Adze´´ von Lea Reiff nach Afrika entführt, wo die Eingeborenen wissen, dass das Böse nur darauf wartet ein Menschenopfer zu holen, so wird man in der Geschichte von David Wright O´Brien ,, Ausstrahlung´´ einem verzweifelten Mann begegnen, der sich nicht mehr sicher ist, ob er überhaupt noch vorhanden ist.
Es ist immer interessant Werke von zeitgenössischen Autoren und Übersetzungen von ,,Altmeistern´´ wie Algernon Blackwood zu lesen.
Unheimliche, berührende aber auch nachdenklich machende Geschichten wird man in Zwielicht finden. Dass nicht jede gefallen kann ist klar, aber da es eine vielfältige Mischung ist, kann sich jeder seine Lieblingsstory heraussuchen.
Opfer und Täter
Gleis der Vergeltung von Astrid Korten
Was passiert, wenn der schönste Tag im Leben in einem Albtraum endet? Für Lynn bricht eine Welt zusammen, als am Tag ihrer Hochzeit mit Benedikt dieser bei einem Autounfall stirbt. Jahrelange Isolation und einfach nur dahinleben bestimmen das Leben von Lynn. Mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern hat sie kaum Kontakt, nur ihr an Demenz erkrankter Vater, den sie immer wieder im Pflegeheim besucht, lässt sie für kurze Zeit ihre Trauer vergessen.
Als aber eines Tages die geheimnisvolle Tilda auftaucht und ihr einen ungewöhnlichen Vorschlag macht ist Lynn zu allem bereit und sie merkt erst viel zu spät, worauf sie sich eingelassen hat.
Die drei Freunde Maarten, Hendrik und Annabelle, die alle Probleme mit ihren Partnern haben, müssen mit einem Geheimnis leben, das sie noch in große Schwierigkeiten bringen wird.
,,Sie´´ beginnen in den 60iger Jahren mit ihren ,,besonderen´´ Aktivitäten, deren Folgen bis ins Jahr 2017 reichen, wo es mit Lynn enden wird.
,,Gleis der Vergeltung´´ von Astrid Korten ist ein Psychothriller, der sprichwörtlich unter die Haut geht. Die Autorin hat sich eines sehr sensiblen und erschreckenden Themas angenommen, das aufgrund von wahren Begebenheiten und der Recherche mit Betroffenen, noch intensiver empfunden wird.
Wörter wie Fassungslosigkeit, Wut oder Gleichgültigkeit werden einem als Leser nach dem Roman in den Sinn kommen. Astrid Korten hat eine Geschichte erzählt, wo auch die Protagonistin Lynn auf manchmal emotionsloser und gleichgültig scheinender Art und Weise ihre Gedanken und Gefühle beschreibt. Wenn man aber zwischen den Zeilen liest sieht man eine vom Leben enttäuschten Frau vor sich. Der Glaube an alles, was man von einer liebevollen Familie erwartet, wird mit Füßen getreten und zurück bleibt ein Mensch , dessen Herz in Stücke zerbrochen ist und die Seele für immer verletzt ist.
Die Kapitel bestehen oft nur aus zwei Seiten, die aber so intensiv sind, dass man gar nicht mehr lesen braucht. Es ist ein berührender und spannender Roman, wo es die Autorin schafft, von Beginn an den Leser in Atem zu halten. Zu erwähnen ist aber, dass es unmöglich ist herauszufinden, wie der rote Faden sich durch die drei Erzählstränge zieht. Man braucht fast bis zum Schluss, bis man versteht wie Lynn, Maarten, Hendrik, Annabelle und ,,Sie´´ mit einander verbunden sind. Immer wenn man denkt, dass man eine Spur hat, kommt eine neue Überraschung, mit der man nicht gerechnet hat.
Da der Autorin das Thema in dem Roman sehr am Herzen liegt, spendet sie den Gewinn des Verkaufserlös. Wer also seinen Beitrag dazu leisten möchte und sich nicht scheut darüber zu lesen, wie Täter ihre Opfer brechen und manipulieren können und wie Menschen hilflos mit ihrem Schicksal zurecht kommen müssen, dem kann ich ,, Gleis der Vergeltung´´ nur ans Herz legen.
Blutige Diamanten
Höllgrotten von Monika Mansour
Was hat es mit dem mysteriösen Tod der jungen Kongolesin Emeline auf sich, die tot unter der Lorzentobelbrücke gefunden wurde und zwischen ihren Zehen das Wort ,, Kipekapeka´´ geschrieben hat. Die Kommissarin Sara Jung wird mit dem Fall betreut und sie stößt bald auf Natalie Krieger, die als sogenanntes ,,Schmetterlingskind´´ nicht nur ob ihrer schweren Krankheit ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Der vor kurzem eingestellte Tom Engels, der als Bodyguard fungieren soll, merkt auch nach kurzer Zeit, dass Natalie nicht nur die scheinbar hilflose, kranke Frau ist, sondern auch ihre Geheimnisse hat. Was folgt sind Einbrüche, eine Entführung und auch noch ein Mord. Sara weiß mittlerweile, dass Natalie eine geheime Organisation gegründet hat, die sich auf soziale und politische Missstände spezialisiert hat und dass sie dabei sogar im Darknet operiert. Dass Emeline freiwillig von der Brücke gesprungen ist und ihr gerade erst geborenes Baby so einfach in Stich lässt, daran will niemand glauben. Nun gilt es für alle schnellstens das Baby zu finden und die Verbrecher, die auf die geschmuggelten Blutdiamanten aus sind, dingfest zu machen.
Die aus der Schweiz stammende Autorin Monika Mansour hat mit dem Kriminalroman ,,Höllgrotten´´ eine spannende, berührende und sehr interessante Geschichte geschrieben. Spannend, weil die Auflösung des Todes der jungen Emeline sehr intensiv und auch tragisch beschrieben wurden. Es gibt viele vermeintliche Täter und Verdächtige und man wird immer mehr in das Geschehen hinein gezogen. Berührend, weil die Autorin schonungslos und oft auch für den Leser ,,schmerzhaft´´ über den Leidensweg der kranken Natalie schreibt. Die Krankheit EB- Schmetterlingskinder- hat sie aufgrund ihrer Recherchen bei einer Betroffenen sehr bildhaft und authentisch beschrieben. Interessant ist der Roman auch deswegen, weil sie mit dem Urner Carlos Schuler im intensiven Kontakt war, der seit vielen Jahren im Kongo lebt und drei Kriege mit erlebt hat und sich für den Naturschutz und für die Berggorillas einsetzt. Als Leser ist man dabei tief in tragische Familiengeschichten eingetaucht, sowie in die herrschenden Zustände im Kongo, wo es scheinbar keine Skrupel gibt aus Profit Gold und Diamanten zu schürfen und auch zu schmuggeln.
Besonders schön waren dabei die ,,Tagebucheintragungen´´ von Emeline, die für ihr damals noch ungeborenes Kind bis zu ihrer Geburt ihren Leidensweg, ihre Misshandlungen, ihre Flucht, aber auch die Hoffnung und den Wunsch aufgeschrieben hat, dass es ihrem Kind einmal besser gehen soll.
Der Schreibstil ist sehr flott und besonders Natalie, die kaum Lebenserfahrung hat und sich in ihrem ,, Papiliorama´´ sicher und geborgen fühlt, bekommt manchmal recht flapsige Wörter in den Mund gelegt, die zeigen, dass sie im Grunde noch wie ein Kind ist und einfach nur ihre Leben genießen möchte, es aber nicht kann. Manche Szenen mit ihr scheinen aber aufgrund ihrer Krankheit nicht recht glaubwürdig, da sie sich selbst zwar als ,,Wonder Woman´´ bezeichnet, es aber so nicht sein kann. Die Charaktere sind gut beschrieben und ich kann mir vorstellen, dass man den einen oder den anderen in einem weiteren Roman wieder trifft.
Ein wenig verwirrt war ich zu Beginn wegen der schweizerischen Rechtschreibung, da es hier kein ,,ß´´ gibt, sondern nur ,,ss´´. Sehr viel Lokalkolorit, besonders die Szenen in der ,,Höllgrotte´´ lassen das Geschehen sehr bildhaft erscheinen.
Eine manchmal zu actionreiche aber sehr intensive Geschichte, wo einige Fragen noch offen sind und auf eine Fortsetzung hoffen lässt.
Die Reise geht weiter
Die geheime Blutreliquie von Elisabeth Heiß
Templer werden zur Zeit verhaftet und gefangen genommen, so auch sein Mentor und Meister des Geheimordens, Pierre Borgandion, dem es sogar in seiner Gefangenschaft gelingt, mit seinen Visionen Kontakt zu den beiden auf zu nehmen. Für Henri ist es eine sehr abenteuerliche Reise- er wird in die Kunst der Alchemie eingeweiht, er darf nun in den Inneren Kreis als vollwertiges Mitglied eintreten und er erfährt auch, was es mit dem Code auf seinem Schwert auf sich hat.
Inzwischen ist das Salzburger Forscherpärchen Elisabeth und Herbert wieder fleißig auf ihren Entdeckungsreisen. Sei es in Südfrankreich, wo sie ihre geheimnisvolle Kiste mit den alten Papierrollen in einem Militärischen Sperrgebiet vergraben oder ob sie ihren Freund Luigi nach Rom begleiten, der ein wichtiges Beweismittel an den Vatikan überbringen soll, immer erleben die beiden Abendteuer und entdecken sehr oft für Außenstehende kaum erkennbar, geheime Zeichen und Hinweise, die auf die Templer hinweisen.
In dem Tatsachenroman ,,Die geheime Blutreliquie´´ von Elisabeth Heiß, entführt die Autorin den Leser zum zweiten Mal in die geheimnisvolle Welt der Templer. Man kann den Roman ohne Vorkenntnisse lesen, für genauere Zusammenhänge, wie auch Elisabeth mit dem Templer Henri in Verbindung steht, würde ich trotzdem den ersten Band ,, Die Pyramide des Templers´´ empfehlen.
Der Roman gliedert sich wieder in zwei Teilen auf. Die eine Geschichte berichtet von den Erlebnissen des Templer´s Henri. Dabei hat die Autorin viel recherchiert über Themen wie die Alchemie oder über die interessante Tatsache, dass alle Figuren der Steinmetze eine bestimmte Bedeutung hatten. Sie lässt dabei den Leser wieder in eine unbekannte und auch geheimnisvolle Welt eintauchen, wo man nie genau weiß ob oder welche Geschehnisse oder Ereignisse auch noch heute mit dem Templerorden in Verbindung gebracht werden können.
Die Leidenschaft zu den Templern verbinden die Autorin und ihr Mann stets mit Reisen, wo sie auf Zeichen und Hinweisen hoffen. So findet man auch in diesem Roman wieder viele Berichte und Bilder ihrer Reisen, wo die Autorin auch von ihren Visionen und Empfindungen berichtet. Man merkt dabei, wie wichtig Elisabeth Heiß diese Erlebnisse sind und dass sie auch gerne immer wieder Themen aufgreift, die zum Nachdenken anregen. So stellt sie die berechtigte Frage ob man z.B in Gesundheitsfragen den Ärzten, Wissenschaftlern… blind vertrauen soll oder die Tatsache, dass immer wieder gefälschte Beweise oder Fehlinformationen an die Öffentlichkeit dringen, die Menschen beeinflussbar machen.
Leider bleibt dem Leser verwehrt, wie es mit Henri und der geheimen Blutreliquie weitergeht und ich kann nur hoffen, dass die Autorin bald an dem dritten Teil schreibt.
Der Tote am Teich
Anthropogen von Wolfgang Glagla
Kommissar Tackert und seine Kollegen bekommen es mit einem besonderen Fall zu tun. Am Ufer des Döhrener Teichs wird ein erschlagener Mann gefunden. Nicht weit entfernt hat man ein Kleinkalibergewehr entdeckt, das wie sich später herausstellt aus dem Schützenverein gestohlen wurde. Der Tote Arne Bloch, ist aber nicht an seiner Schädelverletzung gestorben, sondern er ist auch noch erwürgt worden.
Bei Tacker´s Recherchen am Teich lernt er den sympathischen Obdachlosen , genannt ,,der Franzose´´, kennen, der interessante Hinweise zu dem Fall liefern kann. Auch die Betreiber eines geplanten Windpark´s geraten immer wieder in´s Visier der Ermittlungen. Dass auch noch ein Vogelkundler wichtige Entdeckungen macht, die für den Fall von Bedeutung sind, hätte keiner vermutet. Ein weiterer Mord, der besonders Tackert zu Herzen geht, wirft neue Fragen für das gesamte Team auf. Es gibt viele Spuren, die sich langsam, aber sicher zusammenfügen müssen, damit die Morde aufgeklärt werden können.
,, Anthropogen´´ ist bereits der vierte Hannover-Krimi aus der Richard Tackert Reihe, den man ohne Vorkenntnisse problemlos lesen kann.
Der Autor Wolfgang Glagla wartet in dem Roman mit spannenden, humorvollen und unerwarteten Szenen auf. Er hat einen flüssigen Schreibstil und seine Geschichte wird ohne unnötigen Umschreibungen erzählt. Selbst witzige und slapstickartige Handlungen passen irgendwie dazu und sind eine nette Abwechslung. Der Kommissar kommt sehr sympathisch rüber und er ist kein Übermensch, sondern zeigt Gefühle und Schwächen, die ihn liebenswürdig machen. Die weiteren Kollegen passen ebenfalls gut zusammen und bilden ein homogenes Team. Auch wenn ich offene Enden nicht so ganz mag, ist es in diesem Fall passend, weil es zeigt, dass auch in Wirklichkeit gewisse Personen oder Firmen nicht immer belangt werden können und manche Dinge nie aufgeklärt werden können.
Ein gut geschriebener Roman mit Lokalkolorit, Spannung, unerwarteten Wendungen und mit raten bis zum Schluss, wo man einfach nicht drauf kommt wie die Fälle zusammenhängen.
Tödliches Rezept
Jenseits auf Rezept von Lisa Lercher-Schenk
Major Paul Eigner hat gerade bei der Kremser Kriminalpolizei seine Arbeit beim Beratungsdienst angetreten, schon bekommt er es mit einem Todesfall zu tun. Doch es soll nicht nur bei dem einen bleiben. Bei seinen Ermittlungen zieht es ihn immer wieder ins Therapiezentrum, welches von Dr.Donabaumer und seiner resoluten Mutter Elisabeth geleitet wird.
Als die junge und attraktive Therapeutin Sonja König tot aus der Donau gefischt wird, ist Paul Eigner auf jede noch so kleine Spur angewiesen. Dass seine Schwester Hanni mit ihrem Hallodri von Ehemann Roman, große Eheprobleme hat, belastet Paul ebenfalls, noch dazu, wo es nicht sicher ist, ob nicht Roman etwas mit dem Tod von Sonja König zu tun hat.
Gemeinsam mit seinen Kollegen geht Paul jeder Spur nach und dass es dabei zu menschlichen Tragödien kommt sind zwar nicht immer schön, aber bei Mord kann es kein Mitleid geben.
Die Autorin Lisa Lercher hat in ihrem Kriminalroman ,,Jenseits auf Rezept´´ Major Paul Eigner zum zweiten Mal auf Verbrecherjagd geschickt. Auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, kann man problemlos einsteigen.
Es ist ein humorvoller, spannender und gut durchdachter Krimi. Die Autorin schafft es mit ihrem lockeren Schreibstil und vor allem mit herrlich im Dialekt gesprochenen Wörtern eine intensive Stimmung herauf zu beschwören, wo man als Leser jede dieser Szenen bildhaft vor Augen hat. Für ,,Nicht- Österreicher´´ gibt es am Ende ein hilfreiches Glossar, mit den wichtigsten Ausdrücken.
Ihre Protagonisten decken eine große Breite an verschiedenen Charakteren ab. Paul Eigner ist der sympathische, gemütliche und hilfsbereite Polizist, der mit seiner eigenen Vergangenheit zu kämpfen hat und stets versucht das Gute in einem Menschen zu sehen. Seine Schwester Hanni, die mit ihren Eheproblemen nicht weiß, wie sie ihre Arbeit mit ihren Marillen Gärten schaffen soll oder die hochmütige und kalte Elisabeth Donabaumer, die Paul einiges an Kopfzerbrechen bereitet.
Gekonnt hat die Autorin auch die Schönheiten der Wachau mit viel Lokalkolorit dem Leser nähergebracht, wer die Landschaft nicht kennt, bekommt nach dem Leser sicher Lust darauf, diese kennen zu lernen.
Die Mischung zwischen Humor und Spannung macht einen Teil des Romanes aus. Der andere Teil besteht daraus, dass Lisa Lercher auch hinter das Leben der Protagonisten blicken lässt und zeigt, wie Eifersucht, Hass, Hochmut aber auch Liebe zu einer Tragödie führen kann.
Ein wirklich gut geschriebener Krimi, den ich guten Gewissens empfehlen kann.
Dreh dich nicht um, die Erlkönigin geht um
Der Fluch des Erlkönigs von Carola Wolff
Eigentlich hat sich der 17 jährige Finn auf seine Sommerferien gefreut, doch als sein Vater Harry Kaiser, seine Familie in ein kleines Dorf verschleppt um hier sein Bauprojekt eines Luxus Wellnesshotels zu verwirklichen, ahnt noch niemand, welch seltsame Dinge sie hier noch erleben werden. Nicht nur, dass Finn von seiner Stiefmutter Vanessa genervt wird und sie nie Zeit für seinen kleinen Stiefbruder JoJo hat, zeigt ihm auch sein Vater, dass er von seinem Wunsch ein Kunststudium zu beginnen, nicht viel hält.
Finn freundet sich inzwischen mit der netten Gudrun und ihrer Enkelin Tonia an. Doch dass diese sich als Umweltschützerin entpuppt, die sich mit ihren Freunden gegen das geplante Bauprojekt stellt, macht es Finn auch nicht gerade leicht, noch dazu wo er Tonia mag und sie nicht weiß, wer er eigentlich ist. Als Finn eine Einladung von zwei seltsamen Mädchen zu einem Fest erhält, zögert er nicht lange und landet in einem Haus mitten im Wald auf einer seltsamen Feier. Elfen und Gnome sowie eine Frau, die sich als Erlkönigin ausgibt, lassen Finn in eine geheimnisvolle Welt eintauchen, wo er das Gefühl hat, in einem Märchen gelandet zu sein. Es geschehen viele seltsame Dinge um ihn herum und er findet nicht nur Freunde, sondern er lernt auch Tyndt kennen, der seiner Königin gegenüber nicht freundlich gesinnt ist. Als ein Streit mit Finn´s Vater eskaliert, beschließt dieser für immer bei den Elfen und der Erlkönigin zu bleiben. Doch auch hier kann er nicht glücklich werden und als noch sein kleiner Bruder entführt und in ein Verlies gesteckt wird, muss sich Finn entscheiden, wo er hingehört. Es kommt zu einem erbitterten Kampf zwischen den Elfen und den Menschen, wo keiner weiß, wie es enden wird.
Die Autorin Carola Wolff hat mit dem Roman ,,Der Fluch des Erlkönigs´´ eine schöne und fantasievolle Märchen Erzählung geschrieben.
Auch wenn die Altersfreigabe mit 11 Jahren angegeben ist, kann ich durchaus sagen, dass man sich sehr wohl auch als Erwachsener gut dabei unterhalten fühlt. Es ist eine spannende, flott geschriebene und märchenhafte Geschichte. Man erfährt auch, mit einem Augenzwinkern versehen, wie Goethe zu seiner Ballade ,,Erlkönig´´ gekommen ist. Die Autorin entführt den Leser in das Reich von Elfen, Gnomen und geheimnisvollen Szenen, die es eben nur in einem Märchen gibt. Die Geschichte erlaubt kaum eine Atempause, weil die Handlungen schnell passieren und Finn immer wieder sprichwörtlich von einem Abenteuer ins nächste stolpert. Man findet nicht nur ernstere Themen wie z.B der Erhalt der Umwelt, sondern auch immer wieder kleine humorvolle Einwürfe, wo man schmunzeln kann. Zu erwähnen ist auch das gruselig anmutende in blau und schwarz gehaltene Cover, das einen düster dreinblickenden Erlkönig zeigt. Der haptische Eindruck entsteht auch wegen des erhabenen Titels und da es ein Hardcover Buch ist, wirkt die gesamte Aufmachung sehr edel.
Ein Roman, der sowohl jugendliche, als auch ältere Leser begeistern wird.











