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Rezensionen von rewareni:

Jo und seine Freunde

Wem Ehre gebührt von Rainer Kottke

Privatdetektiv Jo Buskohl und seine Partnerin Constanze können ihr Glück kaum fassen, ein wichtiger Auftrag führt sie an die französische Opalküste. Dort sollen sie den abgetauchten Schwiegersohn des Bürgermeisterkandidaten Siefken aufspüren, der komprimierende Fotos der bereits verstorbenen Tochter des Politikers ins Internet stellt.

Was die beiden aber über den Schwiegersohn herausfinden, erschüttert die jungen Leute.
Inzwischen hat der Hausherr des Modetempels, Walter Hundertmark, ganz andere Probleme. Während der Bestsellerautor Nikesch sein Buch präsentiert, versaut im wahrsten Sinne des Wortes eine unbekannte Tortenwerferin den Auftritt im Leeraner Modehaus Göttberg.
Bald gibt es auch Spuren zu der Prostituierten Miriam, die spurlos verschwunden ist und als Jo vom Zuhälter Eckart König erfährt, dass es vor Jahren bei seinem ,,Lovemobil´´ zwei Mal zu Brandanschlägen gekommen ist, wo sogar ein junger Mann dabei verbrannt ist, beginnt Jo nervös zu werden. Was hat der zu Beginn freundliche Pastor mit dem Fall zu tun, der nach der Befragung sogar handgreiflich gegenüber Jo und Constanze wird? Und wer trachtet Constanze nach dem Leben? Viele Spuren führen letztendlich Jo und seine Freunde zum wahren Täter, der nicht vor hat kampflos aufzugeben.
Der Autor Rainer Kottke schickt im zweiten Band ,, Wem Ehre gebührt´´ seinen Privatdetektiven, Jo Buskohl, wieder auf Verbrecherjagd. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Constanze und anderen liebgewonnenen Personen ist dem Autor ein toller und spannender Kriminalroman gelungen. War der erste Teil schon gut, so ist dieser sehr gut geworden. Sowohl der Autor, als auch seine Protagonisten haben an ,,Professionalität´´ gewonnen. Wenn man die Beziehungen der Personen untereinander besser verstehen möchte, würde ich empfehlen den ersten Teil ,, Dollart – Fuck. De´´ vor ab zu lesen und keine Angst ob des ungewöhnlichen Titels. Wem es aber rein um die Geschichte in dem neuen Roman geht, kann problemlos einsteigen.
Dem Autor ist es bravourös gelungen eine gute Mischung zwischen Spannung, Humor, menschlichen Schicksalen und Emotionen miteinander zu kombinieren. Sein Privatdetektiv ist an Erfahrungen gereift, lässt auch einmal einen etwas derberen Spruch los, kann stolz darauf sein gute Freunde zu haben, die ihn unterstützen und er versucht stets auf der Seite der Schwächeren zu stehen um ihnen zu helfen.
Es ist eine flott geschriebene Geschichte, wo mehrere Handlungsstränge geschickt in einander verwoben werden und der Leser stets die Möglichkeit hat mit zu kombinieren. Humorvolle und witzige Szenen lockern immer wieder den Roman auf. Es ist ein gut geschriebener Regionalkrimi rund um sympathische Protagonisten wo mit Herz, Hirn und Verstand ermittelt wird.
Eine Fortsetzung ist durch aus erwünscht!

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Mörderisches Mallorca

Der Ginkönig muss sterben von Jochen Bender

Ein furchtbarer Dreifachmord erschüttert Mallorca. Der bekannte Gin König Robert Breitner, sowie seine Schwiegermutter und die junge Tierpflegerin Julia, die sich um seine exotischen Papageien gekümmert hat, sind brutal in seiner Finca ermordet worden. Kommissar Jens Hurlebaus wird von Stuttgart als Verbindungsbeamter nach Mallorca geschickt.

Sowohl er, als auch der dortige Commisionado Amengual, sind von einer übergreifenden Zusammenarbeit alles andere als begeistert. Gemeinsam versuchen sie nun das beste daraus zu machen und schon bald merken sie, dass es viele Spuren und ebenso viele Verdächtige gibt. Militante Tierschützer bereiten ihnen genauso viel Kopfzerbrechen, wie der undurchsichtige Baron von Helfenstein, der ein interessierter Kunstsammler zu sein scheint. Aber auch die Ehefrau des Ermordeten scheint ein Motiv zu haben. Jens kämpft inzwischen auch noch mit privaten Problemen, die seine Ex Frau Sonja betreffen und die dynamische und attraktive Reporterin Cora lenkt ihn auch immer wieder von dem Fall ab.
Wichtige Spuren und Hinweise findet Jens Kollegin Bianca Walter sogar in Deutschland und als auf Mallorca ein weiterer Mord passiert wissen sie, dass sie nun alle fehlenden Puzzleteile schnellstens zusammenfügen müssen.

Der Autor Jochen Bender hat in dem Roman ,,Der Ginkönig muss sterben´´ erstmals ein neues Ermittlerteam ins Rennen geschickt. Der Kommissar Jens Hurlebaus und seine Kollegin Bianca Walter dürfen gleich in ihrem ersten gemeinsamen Fall zwischen Stuttgart und Mallorca ermitteln. Zu Beginn wird Bianca von Jens zwar noch ein wenig despektierlich als ,,Muttertier´´ bezeichnet, aber im Laufe der Zeit lernt er sie doch noch zu schätzen. Der Autor lässt seinen Hauptprotagonisten in der ICH – Form berichten und man ist als Leser hautnah dabei, wenn er sympathisch, aber auch manchmal ein wenig unsicher seine Ermittlungen anstellt. Jochen Bender hat einen realen Kriminalfall herangenommen und eine ähnliche fiktive Geschichte darübergeschrieben. Die Geschichte ist spannend geschrieben und man kann selbst bis zum Schluss mit raten. Der Autor hat dabei versucht viele falsche Fährten zu legen um den Leser dabei zu verwirren, was ihm manchmal ein wenig zu gut gelungen ist.
Jochen Bender zeigt aber auch in seinem Roman gesellschaftskritische Aspekte auf und greift Themen auf, die nicht so gerne in der Öffentlichkeit gesehen werden. Sind es militante Tierschützer, die mit ihren Aktionen Aufsehen erregen oder auch wie von den mallorquinischen Beamten die unschöne Bezeichnung ,,menschliches Strandgut``. Es kommt bei der Geschichte gut heraus, dass für den Tourismus alles getan werden muss, damit man nur die schönen Seiten von Mallorca kennen lernt.
Der Kommissar wirkt sensibel und kommt sehr menschlich rüber. Geschickt hat der Autor gleich zu Beginn einen Kriminalfall eingebaut, der zwar am Anfang noch etwas verloren wirkt, aber im Laufe des Romanes noch wichtig sein wird.
Ein gut zu lesender Krimi mit einem neuen Ermittlerteam, das dem Leser sicher noch Freude bereiten wird.

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Gin trinken ist auch nicht immer die Lösung

Der Ginkönig muss sterben von Jochen Bender

Bis auf die Studentin Susanne, sind die Mitglieder der Verbrecherorganisation bereits alle im vorgeschrittenen Alter. Der selbsternannte Professor Hasso von Lohbergen hat mit Otto, dem Geldschrankknacker, Hans- Dieter, dem Waffennarr und Jürgen, der ebenfalls eine kriminelle Vergangenheit hat, eine Killerorganisation gegründet.

Gerne sitzt man am Abend bei einem Glas Gin beisammen und denkt an die gute alte Zeit, wo Banküberfälle und Auftragsmorde noch gewinnbringend waren.
Da viele ihrer kriminellen Aktionen nicht immer von Erfolg gekrönt sind, muss ein neuer Plan her. Da erinnert sich der Professor an den geheimnisvollen ,,King of Crime´´, der angeblich einen totsicheren Plan für ein großartiges Verbrechen hat. Das einzige Problem besteht nur darin, dass er irgendwo in einem Altersheim lebt. Also beginnt eine lange Suche, wo das kriminelle Quartett noch einige Banken ausrauben wird und noch so manche Leiche mehr oder weniger erfolgreich verschwinden lässt.
Dass der berüchtigte King of Crime, aber schlussendlich doch nicht der Hauptgewinn sein wird, damit hätte wohl niemand gedacht.

Der Autor Jürgen Ehlers hat mit dem Roman ,,Abmurksen und Gin trinken´´ eine humorvolle und aberwitzige Geschichte rund um vier ,,Möchtegern´´ Ganoven geschrieben.
Einen wirklichen roten Faden, der sich durch das Buch zieht, findet man nicht unbedingt und bis man endlich auf den langersehnten,, King of Crime´´ trifft, ist das Buch schon fast zu Ende.
Eine richtige durchgehende Handlung sucht man auch vergeblich, denn es werden im Grunde verschiedene Kurzgeschichten aneinander gereiht.

Was man aber bekommt ist ein flüssiger und humorvoller Schreibstil, wo man die Geschichte von dem Protagonisten ,,Jürgen Ehlers´´ selbst erzählt bekommt. Es gibt viele Szenen die so abgefahren und witzig beschrieben werden, dass man einfach nur den Kopf schütteln kann und man diese Slapstick artigen Bilder, nicht mehr aus den Kopf bekommt. Originelle Geschichten wie ein schokoladengefüllter Osterhase, der als Geld und Schmuck Versteck herhalten muss oder wie man eine Bank mit einer Schubkarre ausrauben kann, lassen schon erahnen, in welche Richtung Humor der Roman geht.

Eingefügt in die Geschichte sind auch drei ,,Märchen´´ die im Grunde kaum etwas mit der Handlung zu tun haben. Sie sind eher gedankliche Einwürfe des Autors die sich hauptsächlich damit beschäftigen, wie die Presse ihre Meldungen an die Menschen weitergibt und wie nahe oder fern sie dabei an der Wahrheit liegen und ob der Leser bereit ist alles was er liest ohne Hinterfragen zu glauben. Dass der Autor aber sehr wohl auch mit ernste Gedanken in dem Buch aufwarten kann zeigt dieser schöne Satz: Wer will die Wahrheit wissen, wenn doch die Lüge so perfekt ist?

Es ist ein Roman mit einem teilweise sehr schrägen Humor, wo man sich einfach darauf einlassen muss.

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Blutige Rose

Der Ginkönig muss sterben von Jochen Bender

Man schreibt das Jahr 1371. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Fleischer Hartmuth hat alles erreicht, was er wollte. Seine Ehe mit der wohlhabenden, aber ungeliebten Kaufmannstochter Margarethe, ermöglichte ihm aus dem Armutsviertel zu entfliehen. Nebenbei sieht er es als einen Wink des Schicksals an, dass er in der jungen Elsslin eine willige, junge und schöne Geliebte gefunden hat.

Doch dunkle und düstere Wolken ziehen über das Liebesglück hinweg und dass die weiße Rose, die stets als Zeichen für ein geheimes Treffen mit ihr auf dem Fensterbrett gelegen hat, schon bald eine Rose des Todes werden würde, damit hat Hartmuth zu dem Zeitpunkt, als es Elsslin getötet hat, nicht geahnt.

Die Autorin Aikaterini Maria Schlösser hat mit,, Dornengrab´´ eine historische Mystery Novelle geschrieben und auf gerade einmal 104 Seiten eine düstere, traurige und spannende Geschichte erzählt.
Der Leser wird von Beginn an Zeuge davon, wie sich eine Liebe in Hass verwandelt und wie die getötete Geliebte selbst aus ihrem Dornengrab heraus noch Rache schwört.
Man begleitet Hartmuth von seinem Aufstieg bis zu seinem Fall. Sehr intensiv und bildhaft beschreibt dabei die Autorin sein Leben. Man sieht die Ratten, die durch die schmutzigen Gassen laufen, man riecht den Unrat und den Müll, der sich in den Hinterhöfen ansammelt und man dringt in Hartmuth´s Gedanken ein, die immer wieder in kursiver Schrift hervorgehoben werden. Obwohl die Novelle kurz ist hätte ich auch noch dazwischen seine Frau Margarethe mit Andeutungen oder unscheinbaren Handlungen mit einbezogen um die Spannung zu erhöhen, denn Hartmuth ist sich nie sicher, ob nicht sie hinter den merkwürdigen Vorfällen steckt.
Hartmuth in ob seines Egoismus und seiner Selbstgefälligkeit alles andere sympathisch, trotzdem kommt mit der Zeit ein wenig Mitleid auf. Die Autorin lässt gekonnt ein Katz und Maus Spiel aufleben, wo sich die vormals unschuldige weiße Rose immer mehr in eine blutige und faulige Rose entwickelt, bis sie schließlich die todbringenden Dornen zeigt.
Als Leser spürt man immer mehr die Verzweiflung von Hartmuth, der Stück für Stück in den Wahnsinn getrieben wird und der selbst nicht mehr weiß, was Einbildung und was Wirklichkeit ist.
Der Schluss erscheint wohl als gerechte Strafe für Hartmuth´s schändliches Verhalten und bis dahin bekommt man ein mystisches Lesevergnügen.

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Wo ist Janina?

Der Ginkönig muss sterben von Jochen Bender

Galerist Gregor Offergeld hätte sich den Besuch der Jahresausstellung der Künstlerriege Moosburg auch anders vorgestellt. Auf einem Bild glaubt er seine blutjunge, verschollene Geliebte Janina wieder zu erkennen. Das Bild einer Toten. Nach seiner Ohnmacht muss er erfahren, dass sowohl das Bild , als auch der Maler verschwunden sind.

Mit Hilfe seines Cousins Amadeus Freiherr von Waldenbruck, der als ehemaliger Ermittler nun mit seiner Geliebten Dana auf der Insel Krk lebt, versuchen sie dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Obwohl sich Amadeus nicht in die Ermittlungen einmischen darf, drückt seine ehemalige Kollegin und jetzige Ermittlerin bei der Polizeiinspektion Erding, Edeltraud Wenger, immer wieder ein Auge zu. Gemeinsam führ sie ihr Weg auf Schloss Pitzing, wo die seltsamen Schlossbewohner alles andere als einen unschuldigen Eindruck machen. Als sie hier auf den verschollenen Maler Roderich treffen, ahnt noch niemand, dass es bald zu einem weiteren Mord kommen wird.

Die Autorin B.S. Rutel hat mit dem Kunst- Krimi ,, AB Rhesus negativ´´ den zweiten Roman rund um Amadeus von Waldenbruck geschrieben. Wer den ersten Teil nicht kennt, kann aber problemlos mit dem neuen Roman einsteigen.
Da die Autorin eng mit dem Kunstbetrieb verbunden ist, ist es ihr leicht gefallen dem Leser tiefere Einblicke in die Kunstszene zu bieten. Dass nicht jedes Geschäft seriös abläuft beschreibt sie ebenso, wie Künstler, die ihre eigene Art der Inspirationen haben.
Zu Beginn gibt es ein Glossar mit einer Personenbeschreibung, da sehr viele Protagonisten vorkommen, war es mir trotzdem am Anfang einfach zu viel die Personen zu zu ordnen.
Die Autorin benutzt einen eher kurzen und einfachen Schreibstil, der sich auf das Wesentliche konzentriert und dabei kaum ausschweift. Im Präsens geschrieben wirkt die Geschichte tagesaktuell und man ist als Leser live dabei.
Es ist eine spannende und interessante Geschichte, die manchmal mit Nebenhandlungen aufwartet, die eher belanglos sind. Obwohl es viele unterschiedliche Charaktere gibt, habe ich mich leider nicht wirklich in die Gedanken und Handlungen der Personen einfühlen können.
Wer Einblicke in das Milieu der Künstler bekommen möchte, der wird sicher mit dem Roman seine Freude haben.

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Was wäre wenn?

Frankfurter Schattenjagd von Dieter Aurass

1986 beginnt die Katastrophe mit Tschernobyl und plötzlich sind auch viele andere Reaktoren im Osten betroffen. Ein riesiger Flüchtlingsstrom breitet sich von der Sowjetunion über ganz Asien und den arabischen Raum aus – 500 Millionen Menschen suchen Zuflucht in Mittel- und Westeuropa. Hunger, Verzweiflung, Vergewaltigungen und Mord stehen auf der Tagesordnung.

Es ist das Jahr 2006 - nach dem Atomdesaster ist Europa als föderaler Staat hervorgegangen. In Frankfurt am Main, der Hauptstadt der "Vereinigten Föderation von Europa", hat sich ein international besetztes Polizeiteam unter der Führung des jungen deutsch-chinesischen Kommissars Xaver Xiang, genannt Dex, gegen das organisierte Verbrechen, gebildet. Seine Kollegen und er müssen grausame Morde aufklären, wo man nur mehr die zerstückelten Teile von Mongolen findet, die genauso wie die japanischen Yakuza und die chinesischen Triaden, sowie die Russen Mafia zu den gefürchtetsten Verbrecherbanden zählen. Als plötzlich auch noch die geheimnisvolle Computer -Hackerin Lilith auftaucht und Dex gehörig den Kopf verdreht, gerät seine Professionalität ins Schwanken. Doch was sie über den Fall schließlich herausfindet, erschüttert sein ganzes Team.
Der Autor Dieter Aurass hat mit seinem Kriminalroman ,, Frankfurter Schattenjagd´´ eine beängstigende ,,Was-wäre- wenn´´ Geschichte geschrieben. Er entführt den Leser in ein dystopisches Szenario, wo man Menschen einen Identitäts- Chip implantieren lässt, wo sie eine Tätowierung am Handrücken tragen, der einen Barcode darstellt um dessen Identität einer Person feststellen zu können oder wo sich Menschen auf einem beengten Raum eine Wohnung teilen müssen.
Wenn man das Buch zu lesen beginnt, ist es im Grunde kaum möglich, es wieder aus der Hand zu legen. Der Autor nimmt einen sofort mit seiner Geschichte gefangen und die dargestellten Szenen sind so glaubwürdig und intensiv beschrieben, sodass ich oft nachdenken musste, ob nicht eine Handlung tatsächlich so passiert ist. Er vermischt gekonnt tatsächliche Ereignisse, wie Tschernobyl oder der große Flüchtlingsstrom nach Europa, mit fiktiven Geschichten, wo man sich durchaus vorstellen kann, dass Ereignisse dieser oder ähnlicher Art nicht doch einmal so passieren könnten. Seine Hauptprotagonisten sind ein bunt zusammen gewürfelter Haufen aus Menschen, verschiedener Nationalitäten, wo jeder seine Stärken und Schwächen besitzt und wo jeder eine persönliche Geschichte hat. Der Schreibstil ist flüssig und intensiv und jede Szene ist gut beschrieben, sodass man oft das Gefühl hat mitten drin zu sein. Obwohl es oft dramatischen Szenen gibt, lässt der Autor immer einen Hauch von positiven Gedanken zu, dass man selbst in schwierigen Situationen einen gemeinsamen Weg finden kann, wenn man nur will. Man findet in der Geschichte stets den Kampf zwischen Gut und Böse und seine Ansätze über gewisse Dinge wie z.B das Zusammenleben zwischen den Religionen nachzudenken, lässt der Autor gut einfließen in seinem Roman.
Ein gut durchdachter, mit vielen originellen Spannungselementen gespickter ,,Was – wäre- wenn´´ Roman, der mich überzeugt hat und förmlich nach einer Fortsetzung schreit.

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Der Albtraum beginnt in Curacao

Das Curaçao-Komplott - Hinter Gittern im Paradies - Autobiografischer Roman von Frank Pulina

Der deutsche Pilot Jo, der immer wieder für verschiedene Auftraggeber arbeitet, hätte sich nie gedacht, dass das Angebot eines türkischen Luftfrachtunternehmers einen Job auf die Karibikinsel Curacao anzunehmen, ihn ins Gefängnis bringen würde. Obwohl Jo von Beginn an ein ungutes Gefühl dabei hat ist er froh, dass er endlich wieder einmal fliegen und Geld verdienen kann.

Doch plötzlich wird er als vermeintlicher Drogenschmuggler verhaftet und der Albtraum beginnt. Unverschuldet landet er im Gefängnis, wo er tagelang zwischen hoffen und bangen lebt. Ein gelangweilter Pflichtverteidiger, der nicht deutsch kann, keine deutsche Botschaft, an die er sich wenden kann und immer zu wissen, dass er unschuldig ist. Einzig seine Gedanken an seine Frau Belinda und die moralische Unterstützung der Mitgefangenen halten ihn am Leben und an den Glauben, dass sich alles zum Guten wenden wird.

Der Autor Frank Pulina hat mit der Geschichte ,,Das Curacao- Komplott´´ - Hinter Gittern im Paradies, einen autobiografischen Roman geschrieben. Er erzählt darin in einfacher und eindringlicher Weise seine Erlebnisse im Gefängnis.
Zu Beginn liest sich die Geschichte in eher kurzen Sätze wie eine Art Aufzählung von Erlebnissen aus seiner wohlbehüteten Kindheit und seine Beziehung zu Belinda. Da merkt man, dass es dem Autor einfach darum gegangen ist dem Leser seine Empfindungen und Gedanken an schöne Zeiten und Erinnerungen näher zu bringen. Diese Gedanken haben ihm immer wieder geholfen durchzuhalten, wenn es ihm schlecht ging.
Im Laufe der Zeit nimmt die Geschichte Fahrt auf und man wird immer tiefer in Geschehnissen hineingezogen, die den seelischen Leidensweg von Jo beschreiben. Man spürt seine zunehmende Verzweiflung als man ihm ein Verbrechen vorwirft, das er nie begangen hat.
Seite 129: Sonst ist der Raum leer. Keine Bettwäsche, keine Kissen oder Decken, keine Seife oder Handtücher. Einfach nichts. Nur ich.

Man fühlt mit ihm mit, wenn er Angst hat, was der nächste Tag bringt und man blickt ungläubig auf die Zeilen, die von Armut und Korruption in Curacao berichten. Obwohl zu den Niederlanden gehörend und somit Schengen Gebiet ist, wird Jo schnell klar, dass er sich von öffentlicher Seite keine Hilfe erwarten kann.
Seite 253: Aber auf dieser ,,Ferieninsel´´ scheinen alle Gesetzmäßigkeiten aufgehoben. Es existiert kein verlässliches Recht, auf das ich mich berufen könnte. Es gibt nicht einmal einen Anwalt, der meine Sprache spricht.

Schön beschrieben sind auch die Szenen im Gefängnis, wo die Zusammengehörigkeit der Mithäftlinge ihn am Leben erhalten haben. Hier hat man gespürt, wie sich die Personen, denen oft selbst jahrelange Haft drohen, Jo für unschuldig halten und ihm immer wieder Mut gemacht haben.
Ein berührender Roman der zeigt, wie schnell von einem Moment auf den anderen das Leben aus den Fugen geraten kann.

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Ein neues Leben

Ein anderer Morgen von Hagebölling Carolin


Eigentlich könnte Eva glücklich sein. Ihr Mann Peter, mit dem sie seit 13 Jahre verheiratet ist und ihre beiden Kinder Laura und der sensible Jonas, bestimmten bisher ihr Leben. Aber mit der Zeit merkt Eva, dass ihr harmonisches Familienleben und ihre Arbeit in einer Markendingabteilung, wo ihr Chef Carsten mit ihrem Mann befreundet ist, sie nicht mehr zufrieden stellt.

Verwirrende und teilweise beängstigende Gefühle kommen in ihr hoch. Statt Liebe zu ihrem Mann verspürt sie plötzlich nur mehr Hass und Ekelgefühle, wenn er sie berührt. Auch ihre Beziehung zu ihren Kindern wird für Eva immer mühsamer. Sie fühlt sich gefangen, wie in einem Hamsterrad, aus dem es kein Entkommen gibt. Sie kennt sich selbst nicht mehr und dass sie Gefallen daran findet anderen sowohl körperlich als auch seelisch weh zu tun, kann sie selbst nicht wirklich verstehen. Bis zu dem Tag als sie Anna, die Freundin von Carsten kennen lernt und sich von einer Sekunde auf die andere in sie verliebt. Auch Anna ergeht es so wie ihr. Auf einmal beginnt für Eva ein neues Leben. Ihre Lebensfreude kommt zurück, sie erkennt Veränderungen an ihren Kindern, die ihr vorher nicht aufgefallen sind. Doch eine schwere Entscheidung muss Eva noch treffen – entweder zurückkehren zu ihrer Familie oder ein neues Leben beginnen mit ihrer Geliebten Anna.

Der Roman ,,Ein anderer Morgen´´ von Carolin Hagebölling greift ein sensibles Thema auf. Der erste Teil trägt den Titel ,,DU´´, wo die ungewöhnliche Schreibweise die Gedanken und Erlebnisse von Eva in der Du- Form wieder gibt. In diesem Abschnitt wird Eva als frustriert, verzweifelt, aber auch als boshaft dargestellt, wo ich immer wieder meine Probleme hatte, mit ihr mit zu fühlen.
Seite 26: Du weißt, was er meint. Aber du hast nicht vor, Verständnis zu zeigen. Er nervt dich. Er nervt dich ganz fürchterlich. Dich packt die Lust, ihm einen Kugelschreiber ins rechte Auge zu stoßen´´. Solche Szenen haben bei mir schon ein wenig entsetzen ausgelöst und mich erschüttert.

Im zweiten Teil mit dem Titel ,,ICH´´ wird eine ganz andere Eva dargestellt, die in der ICH- Form von ihrer Beziehung zu Anna erzählt. Hier spürt man plötzlich, wie die Liebe zu Anna aus Eva einen anderen Menschen macht. Sie weiß zwar, dass sie ihrer Familie damit weh tun wird aber die Gefühle zu Anna sind stärker. Hier beschreibt die Autorin sehr behutsam, wie von einem Tag auf den anderen das Leben auf dem Kopf stehen kann. Die Liebe zwischen den beiden Frauen schildert sie sehr intensiv und zeigt dabei auf, wie schwer es auch heute noch sein kann, sich zu einer gleichgeschlechtlichen Liebe zu bekennen. Mit welchen Vorurteilen zu rechnen ist, wie schwer es sein kann, sein Lebensglück auf Kosten der Familie zu stellen und wie das Leben manchmal eigene Wege geht, wo man nie weiß, wo diese hinführen.
Das einfach gehaltene Cover, das zwei Frauen im Einklang mit sich selbst und ihrer Liebe zeigt, passt zu diesem emotionalen und tiefgründigen Roman.

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