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Rezensionen von rewareni:

Freunde fürs Leben

,,Grashüpfer´´ und ,, Schmetterling´´, so bezeichnen sich die 8 jährigen Mädchen Nina und Jenny. Sie fühlen sich als ,,Blutsschwestern´´, die einen Lebenstraum haben: Jenny wird Desingnerin und Nina ihr Model. Jahre vergehen und ihre Freundschaft wird auf die erste große Probe gestellt, als mit 17 Jahren Nina von Charly schwanger wird.

Ausgerechnet von dem Jungen, in den Jenny heimlich verliebt ist. Doch wirklich glücklich ist Nina nicht. Ihre Eltern halten nicht viel von Charly, der ständig betrunken ist und es auch mit der ehelichen Treue nicht ernst nimmt. Einziger Lichtblick ist ihr Sohn Tommy, den sie abgöttisch liebt. Von Nina belogen und enttäuscht, lässt sich Jenny in Wien heimlich mit Robert ein, der als ehemaliger ,,Knacki´´ Geldschulden hat und sich mit zwielichtigen Gestalten eigelassen hat. Doch kaum haben sich Nina und Jenny wieder angenähert, passiert das große Unglück. Ninas Kind stirbt bei einem tragischen Unfall, für den sie Jenny verantwortlich macht und diese von nun an jahrelang mit Schuldgefühlen hadert. Nach vielen schlimmen Dingen, die Nina und Jenny erleben und erdulden mussten, hätte sie nie gedacht, dass in Südfrankreich ihr großer Traum in Erfüllung gehen würde – Jenny hat sich als Desingnerin einen Namen gemacht und Nina präsentiert stolz ihre Kreationen. Doch die Schatten der Vergangenheit finden sie auch hier und wieder einmal ist ihre Freundschaft in Gefahr.

Die Autorinnen Victoria Suffrage und Elsa Rieger nehmen den Leser in dem Roman
,, Ohne Schuld´´, auf eine Achterbahn der Gefühle mit. Die Geschichte beginnt in den 60igern und endet 20 Jahre später. Abwechselnd lässt Victoria Suffrage ihre ,, Nina´´ zu Wort kommen und danach Elsa Rieger ihre ,,Jenny´´. Dadurch ist man stets hautnah am Geschehen und erlebt oft eine Situation, aus zwei verschiedenen Perspektiven. Beide Autorinnen sind in ihren Worten, die sie den Protagonisten in den Mund legen nicht zimperlich und man darf sich von derben Ausdrücken wie Arschloch, ficken…...nicht abschrecken lassen. Die Geschichte zwischen Nina und Jenny ist eine besondere, eine Freundschaft, die scheinbar alle Hürden des Weges überdauert. Man spürt in dem Roman alle Gefühle der beiden, egal ob es Verzweiflung, Hilflosigkeit, Wut oder Trauer ist. Aufgewachesen in einem kleinen Ort, wo jeder sein ,,Heile- Welt- Bild´´ pflegt und hinter verschlossen Türen nicht fähig ist dem anderen Zuneigung, Verständnis und Liebe zu geben, sind die beiden Mädchen von Beginn an auf sich alleine gestellt. Sehr schön wird dabei die Entwicklung von Nina und Jenny dargestellt. War am Anfang Nina die lebensfrohe und taffe Rebellin und Jenny, die unscheinbare und unsichere, die Nina stets bewundert hat, so wird sich spätestens nach dem Tod von Tommy, das Verhalten ändern. Man erlebt Schritt für Schritt, wie Nina am Verlust ihres Kindes zerbricht und ihr Leben sprichwörtlich den Bach runter geht. Während Jenny endlich ihre unsichtbaren Ketten sprengt und einen zwar steinigen, aber neuen Lebensweg einschlägt.
Man fliegt förmlich durch das Buch, das auch einen eigenwilligen Schreibstil aufweist, weil viele Sätze kurz und knackig sind, aber das hat auch seinen besonderen Reiz.
Seite 253: ,,Ich versuche, ihn wegzustoßen, mich loszumachen. Irgendwas. Er drückt weiter und weiter. Ein Knall. Bersten. Kann es nicht unterscheiden, schon zu dunkel in mir. Rutsche in ein schwarzes Loch, tiefer und tiefer.´´
Viele Szenen sind sehr berührend, vorallem, wenn man die Ohnmacht der Protagonisten spürt wenn sie einfach nur glücklich sein wollen. Doch die beiden Autorinnen lassen ihre Protagonisten nie aufgeben und zeigen, was wahre Freundschaft ausmacht.

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Utopische Geschichten

Die letzte Fahrt der Enora Time von Andreas Gruber

,, Die letzte Fahrt der Enora Time´´ bietet uns 11 utopische Kurzgeschichten, geschrieben von dem phantasievollen Autor Andreas Gruber. Der mit seinem seltsamen Vorwort gleich eine Schockstarre bei seinen Lesern auslöst und dafür aber im Nachwort dafür büßen muss!!!!
In seinen Geschichten kann man eintauchen in die Weiten des Weltraumes und hautnah dabei sein wenn der Bordcomputer mit seinem Raumschiff etwas anderes vor hat, als die Crewmitglieder.

Da bekommt man SF in seiner Reinkultur und Erinnerungen an ,,Raumschiff Enterprice´´ werden dabei wach.

Aber auch humorvoll gelingt es Andreas Gruber in der Geschichte ,, Heimkehr nach Algata´´ mit originellen Wortschöpfungen und Situationskomik eine SF Story seinen Lesern näher zu bringen.

Dass er aber auch düstere Dystopien auf Lager hat beschreibt er in der Geschichte
,, Ecke 57th Street´´, wo Kabeln, Datenleitungen, Glasfaserstränge… sich nicht mehr dort befinden, wo man sie eigentlich vermuten würde.

Schön ist wie immer bei seinen Erzählbänden, dass man vor jeder Geschichte eine kurze Einleitung findet, wo der Autor über die Entstehungsgeschichte, persönliche Erinnerungen…. berichtet.

So ist ,, Joyce´´ eine ,,zeitreisende´´ Liebesgeschichte, an deren Entstehung seine Frau nicht ganz unbeteiligt war.

Eine bunte Mischung also, wo man zu den Geschichten einmal mehr und einmal weniger Zugang findet, aber trotzdem gut unterhalten wird. Für Andreas Gruber Fans wieder ein weiterer Erzählband aus dem Luzifer Verlag.

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Ein Kampf, um Leben und Tod

Amurante von Rico Forwerk

Kayleigh ist froh, ihre furchtbaren Erlebnisse, die sie vor Monaten in der Waldhütte erleben musste, so halbwegs verarbeitet zu haben. Ihre Sitzungen bei einem Psychotherapeuten helfen ihr dabei und ihr Arbeitskollege Max, der sich auffallend um sie bemüht, lassen sie endlich so etwas wie Normalität verspüren.

Doch plötzlich hat sie seltsame Träume, in der auch wieder der Vogelmann auftaucht, der ihr damals geholfen hat und ihre Traumreise führt sie in die Vergangenheit zu ihrem Vorfahren, der Andeutungen macht über schreckliche Dinge, die unterhalb in den Gänge von London passieren. Als Kayleigh erfährt, dass gerade in dieser Stadt plötzlich Menschen verschwinden, die sich zuvor krankhaft verändert haben, weiß sie, dass sie eine Aufgabe bekommen hat, die nur sie erfüllen kann. In London trifft sie auf ihre früheren Freunde Ben und Miranda und als diese ebenfalls verschwindet macht sie sich auf die Suche nach ihr. Das Tagebuch ihres Vorfahrens, das sie heimlich aus einem Grab gestohlen hatte, macht ihr nicht viel Mut, denn die Geschehnisse unterhalb Londons, sind für den normalen Verstand kaum greifbar. Aber Kayleigh ist bereit den Kampf aufzunehmen und sie erlebt Dinge, die keinem Menschen zu wünschen sind.

,, Amurante- Die Krankheit´´ ist ein 582 Seiten starker Wälzer aus der Feder von Rico Forwerk. Es handelt sie hierbei um den 2. Teil der Amurante Reihe. Man kann der Handlung problem folgen, auch ohne den ersten Teil gelesen zu haben. Wer sich natürlich für die voran gegangene Entführung von Kayleigh interessiert, dem kann ich den 1. Band ,, Amurante- Der Wald´´ auch empfehlen.
Der Autor schafft es mit seiner spannenden, unheimlichen und bildgewaltigen Geschichte den Leser von Beginn weg in Atem zu halten. Er hat einen angenehmen Schreibstil und verwendet oft auch Wörter, die im Sprachgebrauch selten vorkommen wie z.B. invatierend, erratisch, Invasor… Dadurch erzeugt er immer wieder eine ,,vornehme´´ und besondere Stimmung.
Seiner Protagonistin macht er wie schon im ersten Band, das Leben sehr schwer. Als Leser leidet man mit ihr, man begibt sich auf spannende Reisen in die Vergangenheit oder in die grauenvolle Unterwelt. Kaum denkt man, dass Kayleigh einen Schritt nach vorne geschafft hat, fällt sie schon wieder zwei Schritte zurück. Der Autor lässt seine Leser mit seiner detailierten Bildbeschreibung ein Kopfkino erleben, wo man sowohl die gruseligen Szenen, als auch die farbenprächtigen Bilder vor sich sieht.
Eine spannende Geschichte, die immer wieder mit Überraschungen aufwartet und ein Ende, mit dem man als Leser nicht rechnet.
Rico Forwerk hat sich schreibtechnisch gut weiter entwickelt und ich bin schon neugierig, wie die ,,Amurante Reihe´´ weitergeht.

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Mord oder Unfall

Tote Bosse singen nicht von Vera Nentwich

Sabine Hagen, genannt Biene, wird immer noch nicht von allen ernst genommen, wenn es um ihre Arbeit in der Detektei geht. Umso begeisterter nimmt sie den Auftrag des Geschäftsmannes Herrn Gerhard an. Als bei einem Geschäftstreffen ein gewisser Herr Lehmann seltsame Andeutungen macht, dass der Tod ihrer Eltern doch kein Unfall war, ist bei Biene ihr detektivischer Spürsinn erwacht.

Noch dazu, als der plötzliche Selbstmord von Herrn Lehmann viele Fragen aufkommen lässt. Aber auch privat gibt es einiges zu klären. Ihre Oma weigert sich standhaft mit ihrer
,, Bettgeschichte´´ Karl eine Kreuzfahrt zu machen, mit ihrem Freund Jochen gibt es auch immer wieder Streit, weil er mit ihrer Arbeit nicht klar kommt und sich ständig vor seinen Kollegen rechtfertigen muss und Jagos Schwester Isabella möchte ihn nach Argentinien mitnehmen, da ihr Vater im Sterben liegt. Aber wer Biene kennt weiß, dass sie immer mit dem Kopf durch die Wand möchte und selbst Einbrüche, Unfälle und sogar ein weiterer Mord schrecken sie nicht ab weiter zu ermitteln. Dass sie und Jochen dabei selbst Zielscheibe eines Mordversuches werden, zeigt ihr, dass sie auf der richtigen Spur ist.
Die Autorin Vera Nentwich hat mit dem 4. Band ,, Tote Bosse singen nicht´´ eine spannende und humorvolle Geschichte rund um Sabine ,, Biene´´ Hagen und ihrer Oma und liebgewordenen Freunden geschrieben. Auch wenn man die Vorgänger Bände nicht kennt, kann man problemlos den Roman lesen, obwohl es natürlich interessant ist, wenn man die Entwicklung und Beziehungen der Personen untereinander kennt.
Man darf Biene wieder in ihrer unverkennbaren Art begleiten. Sie lässt sich von niemanden aufhalten, wenn sie einen interessanten Fall wittert. Dass sie dabei sehr oft von einer komischen oder gefährlichen Situation in die andere gerät, ist man als Leser schon gewohnt. Die Autorin beschreibt dabei die Szenen so bildhaft und lebendig, dass man beim Lesen einfach schmunzeln muss, weil man Biene und ihre Kamikaze Aktionen wie einen Kinofilm vor sich sieht. Ebenso werden für mich etwas zu viel, in jedem Kapitel Essenssituationen beschrieben und dass sich die Protagonisten immer wieder gegenseitig die Zunge zeigen, ermüdet auch ein wenig.
Ein flotter und spritziger Schreibstil lässt einem die spannende Geschichte angenehm lesen. Schön ist auch, dass nicht immer alles sofort klappt und es durchaus auch ernste Gespräche gibt, wo die Protagonisten mit ihren Alltagsproblemen oder mit schwierigen Beziehungen zu kämpfen haben.
Ein humorvoller Roman wo man sicher weiß, dass man von Biene und ihren detektivischen Geschichten sicher noch einiges zu lesen bekommt.

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Herz oder Verstand

Tote Bosse singen nicht von Vera Nentwich

Die junge Studentin Esther, lernt den charmanten Lysander, genannt Lys, kennen und beginnt sich in ihn zu verlieben. Der sportbegeisterte Lys merkt auch sehr schnell, dass er sich zu ihr mehr hingezogen fühlt, als es für ihn gut ist. Unbeschwerte Tage und Wochen vergehen, wo aber Esther merkt, dass Lys ein Geheimnis hat und seine ständigen Ausreden, dass er weg muss, weil sein Mitbewohner Jörg ihn braucht, machen sie mit der Zeit misstrauisch.

Auch wenn sie sich deswegen immer wieder streiten, so kommen sie doch voneinander nicht los. Als ein Bombenanschlag auf einen rechtsradikalen Verein auch unschuldige Opfer fordert, beginnt Lys ernsthaft über das, was er und Jörg getan haben, nach zu denken. Esther spürt immer mehr, dass Lys eine schwere Last mit sich trägt, aber aus Angst vor der Wahrheit, traut sie sich nicht mit ihm zu reden. Als er ihr sogar verbietet auf das Volksfest "Pützchens Markt" in Bonn zu gehen und sie diese Aufforderung aber negiert, ahnt sie noch nicht, welche weitreichende Folgen diese für ihre Zukunft haben wird.

Die Autorin Tatjana Flade hat mit dem Roman ,,Herz im Fadenkreuz´´ eine beängstigende Geschichte geschrieben, die aktueller nicht sein kann. Der Leser wird in dem Roman Zeuge, wie eine scheinbar heile Welt, wo jeder seine alltäglichen Dinge erledigt, plötzlich und unvermutet aus den Angeln bricht. Unschuldige Menschen, die man einfach unter Kollateralschaden abhacken muss, geraten zwischen terroristische Fronten. Sehr gut kommt bei der Geschichte heraus, dass es bei diesem Kampf niemals einen Sieger geben kann, denn Gewalt, erzeugt immer wieder Gegengewalt. Die Protagonistin Esther ist eine junge, naive Frau, die entscheiden muss, zwischen Herz und Verstand. Man merkt ständig, wie sie Angst vor der Wahrheit hat und hofft, dass das was sie befürchtet einfach nicht sein kann.
Lys, ist der nette junge Mann von neben an, der gerne sprtlich tätig ist und für seinen Kampfsport lebt. Hierbei muss ich sagen, dass die sportlichen Tätigkeiten viel Raum in den Roman eingenommen haben, was mich mit der Zeit schon gestört hat.

Die Autorin zeigt mit ihren ,,Attentätern´´ dass im Grunde niemand erahnen kann, welche Gedanken in diesen freundlichen, unscheinbaren Menschen schlummern und dass keiner weiß, wann die tickende Zeitbombe explodiert.
Der Roman ist leider sehr nahe an der Wirklichkeit, wo Terroristen alles daran setzen Menschen zu verunsichern und Angst zu erzeugen. ,, Herz im Fadenkreuz´´ ist aber auch eine Liebesgeschichte, wo die Vernuft der Liebe weicht und die Geschichte zwischen Esther und Lys im nächsten Band ,, Hass im Fadenkreuz´´ weitergeht.

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Mord in Mainz

Im Schatten der Arena von Mara Pfeiffer

Für die Journalistin Jo bricht eine Welt zusammen, als ihr Freund und Kollege Jonas plötzlich bei einem Autounfall stirbt. Ihr einziger Halt ist dabei ihr kleiner Sohn Luca und der Kater Obama. Dass ihre Oma Nonna ihr auch noch Vorwürfe macht, weil sie zu oft trinkt, hilft ihr auch nicht weiter. Zum Glück hat sie ihre Freundin Anda, die auch gleichzeitige ihre Chefin ist und die ihr immer wieder den Rücken freihält, wenn sie nicht zur Arbeit erscheint.

Da Jo nicht an einen Unfall glaubt, beginnt sie selbst Nachforschungen anzustellen. Sie stößt dabei auf Jonas´ Recherchen, die sich rund um den Verein und die Spieler von Mainz 05 beziehen. Dass dabei auch immer wieder der Name des Beraters Claus Hopfen auftaucht, macht sie mit der Zeit stutzig. Jo lernt auch den sympathischen Hauptkommissar Hans Ostermann kennen, der sich auffallend um ihre Nähe bemüht. Immer tiefer dringt Jo in interne Belange des Fussballvereins´ ein und als auch noch ihr kleiner Sohn Bekanntschaft mit einem Unbekannten macht, merkt sie, dass es nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis sie die wahren Hintergründe für den angeblichen Autounfall herausgefunden hat. Fast zu spät muss sie aber erkennen, dass die verantwortliche Person alles daransetzt, sie von ihren Nachforschungen abzuhalten.
Die Autorin Mara Pfeiffer hat mit ihrem Roman ,, Im Schatten der Arena´´ einen Mainz 05 Krimi geschrieben, der viel an Lokalkolorit zu bieten hat. Die ,,Wortpiratin´´ beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem 1. FSV Mainz und hat dadurch viel an Herzblut und an Hintergrundinformationen mit einfließen lassen. Kenner der Materie werden dabei einige reale Namen von Spielern etc. wiederfinden. Mara Pfeiffer hat sich in ihrem Roman der Homophobie im Profi-Fußball angenommen und daraus eine spannende und humorvolle Geschichte gemacht. Mit ihrer Protagonistin Jo ist ihr eine Person gelungen, die es mir nicht immer leicht gemacht hat sie zu sympathisch zu finden. Auf der einen Seite ist sie sehr stur und stößt oft Menschen, die sie mögen vor den Kopf. Sie hat ihre eigenen Vorstellungen und handelt auch danach, ohne nachzudenken, ob sie nicht vielleicht jemanden damit schadet oder verletzt. Dass sie dabei auch manchmal zu tief ins Glas schaut, bekommt ihr auch nicht immer gut. Auf der anderen Seite lernt man aber Jo als liebevolle Mutter kennen, die eine besonders intensive Beziehung zu ihrem Sohn hat. Diese Szenen und Dialoge, die die beiden führen sind so herzlich, emotional und wunderschön, dass einem wirklich dabei das Herz aufgeht.
Mara Pfeiffer hat einen angenehmen und erfrischenden Schreibstil, sodass man schnell und gut die Geschichte lesen kann. Eine angenehme Mischung zwischen Spannung und Humor lassen keine Langeweile aufkommen. Dass man auch ein heikles Thema, das gerne unter den Teppich gekehrt wird sehr wohl ansprechen kann und soll, zeigt sie in ihrer Geschichte.
Auch wenn man kein Fußballfan ist, kann man sich mit dem Roman gut unterhalten. Da es ein eher offenes Ende gibt würde ich mich freuen von Jo, Luca, Obama und Co. wieder einmal etwas zu lesen.

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Der Tod als Begleiter

Im Schatten der Arena von Mara Pfeiffer

Der Autor Ludwig Demar, entführt den Leser in dem Buch ,, Des Todes Kern´´ in eine düstere Welt des Todes. In 13 Kurzgeschichte und zwei Gedichten, die den Prolog und den Epilog bilden, bekommt man es mit gruseligen, geheimnisvollen, brutalen, aber auch berührenden Erzählungen zu tun.
Es hat mich angenehm überrascht, die vielfallt an originellen Ideen, wie der Autor an das Thema Tod herangegangen ist.

Immer mit dem Hintergrund als Gedanken, ob der Tod ein Gewinn oder ein Verlust ist.
Ein angenehmer Schreibstil erzeugt bei jeder Geschichte die passende Stimmung. Bei manchen findet man auch einen roten Faden, wo Protagonisten noch einmal auftauchen.
Bei vielen Geschichten ist auch immer wieder eine kleine Botschaft versteckt nämlich darüber nachzudenken, wie man sein Leben bestmöglich leben kann. Die Personen in den Geschichten merken oft zu spät, was sie falsch gemacht haben oder was durch ihre eigene Schuld schief gelaufen ist und manche bekommen sogar im letzten Augenblick noch eine Chance in Frieden zu sterben. Der Autor lässt immer wieder poetische Gedankengänge einfließen, die recht angenehm sind.
Man darf sich auf einen interessanten Mix freuen, wenn man einem Haus begegnet, das eine Seele besitzt und mit aller Macht seine ,,Menschen´´ beschützen möchte.
Oder wenn Weine so gut schmecken, dass sie jeder probieren möchte ohne zu ahnen, welch besondere Zutat diesen Genuss bereitet.
Aber auch ein kniffliges Ratespiel, das einen jungen Studenten zu einer besonderen Melodie führt, die besser niemand hören sollte, findet man in diesem Buch.
Ein düster gestaltetes Cover macht schon Lust das Buch in die Hand zu nehmen und besonders gut gefallen hat mir, dass die die einzelnen Buchseiten an den vier Ecken eine Art Zierleiste aufweisen.
Ich kann das Buch gerne empfehlen für die Leser, die Kurzgeschichten mögen, die gerne eintauchen in eine geheimnisvolle und unheimliche Welt und die sich auch ein wenig gruseln möchten.

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Spannende Gedanken

Der digitale Tod von Tobias Schrödel

Der Autor Tobias Schrödel, der als Fachinformatiker tätig ist und als ,,Deutschlands erster IT- Comedian´´ bekannt ist, lässt in seinem neuesten Werk ,,Der digitale Tod´´ den Leser an einer Geschichte teilhaben, über dessen Thematik sicher so gut wie keiner noch darüber nachgedacht hat.
Er, der es gewohnt ist anderen Menschen zu helfen, wenn sie Probleme mit dem Computer oder dem Handy haben, bekommt eines Tages den Hilferuf einer Mutter, das Handy ihrer toten Tochter zu knacken.

Nach der anfänglichen Zusage beginnt er sich aber die Frage zu stellen, ob er moralisch und juristisch dazu eigentlich befugt ist.
Was nun folgt ist für den Leser eine spannende und interessante Gedankenreise. Der Autor hat sich für sein Lesebuch mit Menschen in Verbindung gesetzt, von denen er immer wieder interessante Meinungen, Tipps und neue Perspektiven hören durfte.
Er lässt den Leser aber auch an seinen vielen Versuchen teilhaben wie er versucht hat das Handy zu knacken, daran merkt man, dass er wirklich ein Spezialist ist, der es versteht selbst komplizierte Vorgänge auch für einen Laien verständlich zu machen.
Auszüge aus diversen Gesprächen:
Christian Solmecke, Jurist: ,, Man erbt ja nicht nur Gegenstände, sondern auch Rechte und Pflichten´´.
Bernhard Götz, evangelische Pfarrer: ,, Wenn das Bild langsam vergilbt, ist das wie, wenn ein Mensch oder eine Seele langsam aus dem Haus verschwindet´´.
Bernd Tiggemann, Theologe: ,, Die Hemmschwelle in sozialen Netzen ist einfach niedriger. Digitale Beileidsbekundungen sind einfacher und haben dann noch eine größere Reichweite.´´
Birgit Aurelia Janetzky, Trauerrednerin: ,,Junge Menschen trauern aber nicht weniger als frühere Generationen. Nur die Ausdrucksweise ist anders.´´
Professor Tom Knieper: ,, Jeder gibt seinen Hinterbliebenen durch sein Verhalten im Leben einen Interpretationsspielraum vor, wie die eigenen Daten behandelt und bewertet werden sollen.´´
Man findet viele Sätze, wo man selber beginnt zu überlegen, weil diese Gedanken bisher unwichtig waren oder weil sich kaum jemand freiwillig über den Tod und seine Folgen bezüglich Daten, Fotos…..Gedanken machen möchte. Es ist ein ständiges Für und Wider, wo man selber nicht weiß, welche Entscheidung die richtige sein kann und wird. Am 12.07.18 wird der BGH sein Urteil sprechen, ob Eltern den Facebook Account ihres verstorbenen Kindes erben.
Ich kann das Buch wirklich empfehlen und es als Denkanstoß zu nehmen, wie freizügig wir heutzutage mit unseren Daten umgehen ohne zu überlegen, welch weitreichende Folgen diese haben können.

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Ein verzwickter Fall

Agamemnon von Wolfgang Glagla

In Hannover wird auf der Alten Bult ein toter Mann entdeckt und Kommissar Tackert und sein Team können sehr schnell die Identität feststellen. Der Tote ist Clemens Hinrichs, der den Nachforschungen zufolge kein einfacher Zeitgenosse gewesen sein dürfte. Er hat keine Freunde, seine Ex- Frau ist froh, dass er tot ist und auch seine Halbschwester findet keine freundliche Worte über ihn.

Tackert und seine Kollegen haben das Gefühl sich im Kreis zu drehen, denn es gibt scheinbar kein Motiv für den Mord. Doch wie es der Zufall so will tauchen plötzlich verschiedene Verbrechen auf, die miteinander in Verbindung zu stehen scheinen und immer haben sie einen gemeinsamen Nenner- Clemens Hinrichs. Bis eine Augenzeugin auftaucht, die eine wichtige Beobachtung zu melden hat und Kommissar Tackert dem Tatmotiv immer näher kommt.
,,Agamemnon´´ ist der dritte Hannover Krimi von Wolfgang Glagla aus der Richard Tackert Reihe, wo der Leser auch ohne Vorkenntnisse schnell in die Geschichte hinein kommt. Der Kommissar und sein Team sind keine Überbeamte, die entweder sehr hart oder unsympathisch sind, nein, sie sind Menschen wie du und ich. Besonders Tackert hat seine kleinen Schwächen und seine frische Liebe zu seiner Freundin, stellt ihn öfters auf die Probe. Es sind immer wieder die kleinen und unscheinbaren Szenen, die ihn liebenswürdig machen. Dabei ist ein feiner Humor zu spüren, wo man als Leser gerne schmunzeln muss.
Man bekommt zu Beginn ein Verbrechen präsentiert, wo man sehr lange rätseln muss, wer der Schuldige sein kann. Bis zum Schluss reihen sich Stück für Stück die Puzzleteile aneinander. Es ist ein eher ruhiger und gemächlicher Krimi wo Spannung, menschliche Schicksale und traumatische Erlebnisse im Vordergrund stehen.
Auch in diesem Band gibt es wieder einiges an Lokalkolorit. Ein schnell zu lesender Roman mit 180 Seiten, wo es einige überraschende Wendungen gibt.

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Mallorca einmal anders

Blutspuren auf Mallorca von Brigitte Lamberts; Ursula Schmid-Spreer; Jan Lammers; Anne Grießer; Kerstin Lange; Bruno Woda; Tatjana Flade; Sabine Giesen; Anette Schwohl; Mark Jischinski; Hedy Loewe; Fenna Williams; Petra Scheuermann

Wer denkt bei Mallorca nicht an Sonnenschein, gutes Essen oder sanftes Meeresrauschen?
Brigitte Lamberts, Ursula Schmid- Spreer und der Herausgeber Jan Lammers, sowie etliche andere Autoren und Autorinnen haben bei ihren 18 historischen Krimis von der Insel garantiert nicht daran gedacht.
Ihre Geschichten handeln von der grausamen Judenverfolgung, von Epidemien, von Kriegen und Morden.

Man lernt als Leser viele Seiten dieser Insel kennen, die vor dieser Lektüre unbekannt waren. Man findet gefühlvolle und intensiv beschriebene Liebesgeschichten, die grausam für die Protagonisten enden und man trifft auf Menschen, die alles für ihre Lieben tun und bis in den Tod hinein sich selbst treu bleiben.
Jeder der Autoren hat für seine Geschichte in der Vergangenheit recherchiert und tatsächliche Ereignisse und Begebenheiten wunderbar eingebaut. So findet man am Ende eines Krimis eine kurze Zusammenfassung des historischen Hintergrundes.
Es ist wirklich ein Lesevergnügen von Arabern und Mauren zu lesen, die auf der Insel gelebt haben, aber auch z.B von den Kapuzinern, deren gute Taten bis in die Gegenwart reichen und sogar noch heute Notleidende und Bedürftige täglich mit Bocadillos versorgen.
,,Blutspuren auf Mallorca´´ kann ich mit gutem Gewissen empfehlen, der Spannung und große Emotionen erleben möchte. Aber auch Liebhaber der geschichtlichen Ereignisse kommen ganz auf ihre Rechnung. Eine wunderbare Symbiose, die perfekt umgesetzt wurde.

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