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Rezensionen von rewareni:
Tod in der Bucht
Die Küstenkommissarin - Tod in der Bucht von Jonas Brandt
Die beiden Kommissare Frida Beck und Deniz Yilmaz werden in Niendorf zu einer besonderen Leiche gerufen. Ein toter Mann in einer Taucherausrüstung. Im mondänen Tauchclub scheint es obendrein nicht immer mit rechten Dingen zu zu gehen, da illegale Tauchtouren zu historischen Wracks angeboten werden.
Auch scheint die Familie Rautenberg, die Werftbesitzer, ein Geheimnis zu haben. Noch tappt die Polizei im Dunkeln, doch als noch eine zweite Leiche auftaucht und sich Frida immer mehr den Vorwurf anhören muss, dass sie nicht richtig ermittelt weiß sie, dass sie sich keinen Fehler mehr leisten darf und sie dringend Erfolge braucht.
,, Die Küsten- Kommissarin - Tod in der Bucht“ ist der zweite Teil des Ostseekrimi rund um die Kommissarin Frida Beck und ihrem Kollegen Deniz Yilmaz. Auch ohne den ersten Teil zu kennen, kann man problemlos den Roman lesen. Der Autor Jonas Brandt schickt dabei seine Protagonistin auf eine abenteuerliche Reise, wo sie von vielen Seiten auf Ablehnung und Misstrauen stößt.
Manchmal war es sogar ein wenig zu viel ,dass sie von der Presse in Misskredit gezogen wurde mit Anschuldigungen, die an den Haaren herbei gezogen waren. Aber auch in ihrer eigenen Familie ist nicht immer alles eitler Sonnenschein und nach dem Tod ihres Mannes und ihres Sohnes, gibt es auch polizeiintern immer wieder Stimmen, die daran zweifeln, ob sie für die Mordermittlungen überhaupt geeignet ist.
Es gibt viele Verdächtige und Spuren die zu verborgenen Kunstschätzen führen, aber auch in die unrühmliche Vergangenheit der SS Zeit.
Frida und Deniz werden viele Steine in den Weg gelegt, wo beide vollen Körpereinsatz zeigen müssen und sogar mit Kollegen aus Dänemark zusammen arbeiten müssen damit sie endlich den richtigen Täter zur Rechenschaft ziehen können.
Es ist eine rasante Geschichte, wo man zeitweise doch aufpassen muss, damit man die Personen und ihre Taten nicht ganz durcheinander bringt.
Die Küstenkommissarin lässt sich durch nichts und niemanden unterkriegen und wird bestimmt noch viele spannende Fälle lösen.
München
Isarrauschen von Diana Hillebrand
In dem Buch ,,Isarrauschen“ taucht der Leser in 18 Kurzgeschichten in das vielfältige Münchner Leben ein, wo die Autorin Diana Hillebrand von heiter bis skurril, von berührend bis zu emotional eine große Bandbreite an Geschichten liefert.
Man spürt dabei, wie ,,verliebt“ die ,,Zugereiste“ die bayerische Isarmetropole liebt.
Ihre Geschichten sind so liebevoll und herzlich geschrieben, dass es immer eine Freude war mit der nächsten zu beginnen.
Das Leben der Menschen, sowie viele Sehenswürdigkeiten und bekannte Orte und Plätze hat sie dabei gekonnt eingebaut und somit den Leser auf eine schöne Reise mit genommen.
Ihre Einfälle waren dabei immer wieder originell und erheiternd. Aber es finden sich auch Geschichten darin, wo man am Ende berührt ist und sich freut, dass sie doch noch gut ausgegangen sind.
Besonders nett war dabei auch, dass immer wieder die selben Protagonisten einen ,,Gastauftritt“ in einer anderen Geschichte erhalten haben und man sich gefreut hat, wenn man erfahren hat, wie es ihnen mittlerweile ergangen ist.
Ich kann die Autorin nur beglückwünschen zu ihren Geschichten weil sie mich gut unterhalten haben und jede für sich auf ihre eigene Art und Weise charmant war.
Verschwunden
Vermisst von Joseph Lemark
Die erfolgreiche Anwältin Rosaria Maci ist spurlos verschwunden. Da ihre Verteidigungsmethoden nicht jedermanns Sache sind ist anzunehmen, dass sich jemand an ihr gerächt hat. Josef Vierziger versucht nun herauszufinden, was mit ihr geschehen ist und schon bald gibt es mehrere Verdächtige. Ist ihre Freundin Bertini eifersüchtig auf Rosaria gewesen? Oder steckt doch die apulische Baufirma dahinter? Bald schon weiß Vierziger selbst nicht mehr so genau, welcher Spur er nun nachgehen soll.
Als auch noch seine junge Nachbarin Loredana einen zwielichtig erscheinenden jungen Mann kennen lernt der offensichtlich in krumme Geschäfte verwickelt ist muss Vierziger seinen ganzen Spürsinn einsetzen und erkennen, dass nicht immer alles so ist, wie es im ersten Moment erscheint.
Der Apulienkrimi ,, Vermisst- Das Verschwinden der Signora Maci“ entführt den Leser wieder einmal nach Italien, wo der pensionierte Kommissar Josef Vierziger ermitteln darf. Er ist schon das 5. Mal unterwegs und zum zweiten Mal finden seine Ermittlungen in Apulien statt. Der Autor Joseph Lemark fängt dabei das Leben und das Flair der Umgebung auf seine gewohnt gemütliche und vor allem genussvolle Weise ein. Es passiert alles ohne Stress oder Hektik und was heute nicht erledigt wird, passiert eben morgen.
Dass der Ex Kommissar ein Genießer was Essen und Trinken betrifft ist merkt man sehr oft, was mir dieses Mal ein wenig zu viel an Raum eingenommen hat. Da man ihm ständig beim Kaffeetrinken oder Essen zubereiten über die Schulter blickt. Das beginnt bei jedem Aufstehen und endet bei jedem Beenden des Tages.
Der Fall der verschwundenen Anwältin fordert ihn heraus, da er recht mysteriös ist und es anscheinend viele Menschen gibt, die eine Rechnung mit ihr offen hatten. Schön sind dabei immer wieder die Szenen wenn er mit seiner verstorbenen Freundin redet, das macht ihn nicht nur sympathisch sondern es zeigt auch in Szenen, wo er anderen Personen helfen will, dass er ein sehr empathischer Mensch ist.
Es gibt viele Spuren, wo man als Leser selbst nur raten kann, ob oder wer der Täter sein könnte. Bis zum Schluss wird man dabei an der Nase herumgeführt, bis man zum überraschenden Ende kommt. Es ist schön Josef Vierziger bei seinen Ermittlungen zu begleiten und ich freue mich schon auf weitere Abenteuer mit ihm.
Tierschutz
Tödlicher Taunus von Petra Spielberg
Für die Landestierschutzbeauftragte Hella Ohlsen ist es furchtbar, dass der aus einem Zirkus ausgebrochene Elefant einen Menschen getötet hat. Auch wenn es nicht ihr Aufgabenbereich ist möchte sie der Kriminalpolizei bei den Ermittlungen helfen. Schon bald merkt sie, dass es auch in höheren Kreisen Personen gibt, die dabei etwas zu vertuschen haben und militante Tierschützer erweisen sich dabei leider auch nicht als wirkliche Hilfe.
Mit Unterstützung der engagierten Journalistin Friederike Roth versucht Hella und auch manchmal zum Leidwesen von Hauptkommissar Bernd Lohmann, der es nicht immer gerne sieht, dass sich die beiden in seine Arbeit einmischen, dem Hintergrund dieses Todesfalles näher zu kommen. Noch dazu wo es anscheinend jemand auf Hella abgesehen hat und sie bedroht.
,,Tödlicher Taunus“ ist der interessante und auch sehr emotionale Roman von Petra Spielberg, wo sie ihre Protagonistin Hella Ohlsen auf Verbrecherjagd schickt. Obwohl sie nicht die klassische Ermittlerin ist, so zeigt sie doch immer wieder den richtigen Spürsinn und tritt, dort wo es nötig ist, Menschen auf den Fuß, die etwas zu verbergen haben. Ihr Aufgabenbereich wird von der Autorin gut beschrieben und zeigt dabei, wie viel an mangelhaften Tierschutz immer noch vorhanden ist.
Aber auch die Kompetenzstreitigkeiten zwischen den einzelnen Verwaltungsbereichen und der Regierung, wo keiner wirklich Verantwortung übernehmen möchte, kommt gut zur Geltung. Die drei Protagonisten, Hella, Bernd und Friederike, arbeiten gut zusammen. Dass es Zirkusse, hier ein Wanderzirkus , nicht immer leicht dabei haben hat die Autorin ebenfalls gut geschildert, da es doch ein schwerer Beruf ist und es dabei viel an Verantwortung zu tragen gibt. Eine wichtige Rolle spielen in dem Roman auch die Tierschützer wo man erkennt, dass sie dabei ob ihres gut gemeinten Ansinnen die Tierhaltung aus einem Zirkus zu verbannen, oft auch übers Ziel hinaus schießen und dabei großen Schaden anrichten.
Der Roman ist eher von der ,,ruhigen“ Art, wo man vieles bildhaft geschildert bekommt. Der Tierschutz wird dabei immer wieder eindringlich hervorgehoben und es wird dabei gezeigt, dass es noch ein langer Weg ist bis Tiere die artgerechte Haltung bekommen, die ihnen zusteht.
Da besonders Hella und der Kommissar gerne zusammenarbeiten und sie sich offensichtlich gut verstehen, könnte ich mir eine Fortsetzung auf jeden Fall vorstellen.
Magische Welt
Kriegsheim von Medra Yawa
In dem Roman ,,Kriegsheim: Die verdrängte Verantwortung“ entführt die Autorin Medra Yawa den Leser in eine magische Welt in der es unterschiedliche Personengruppen gibt. Die Hutan sind als unmagische Menschen unterwegs umgeben von Hushen, die die Magie durch ihre Chakren wirken lassen und deren Initialen abgekürzt werden wie z.
b. TJ, RS, RT.
Die Magie der Macian wird hingegen geprägt von den Unterschieden ihrer Seelen. Wobei die Umwelt von der Magie der Macian beeinflusst werden kann wie z.B. Wind, Erde, Wasser...
Die Geschichte spielt im fiktiven Ort Kriegsheim, wo die Macian Maggie mit ihren beiden Seelen Valerie und Alice sowie ihrem Desson Yuki, ihrer Vertrauten lebt. Ihr gegenüber steht der Hushen TJ der Maggie als sein ,,Experiment“ ansieht, da er bereits seit Jahren auf sie aufpasst obwohl die Macian als ,,Monster“ gelten und normalerweise von den Hushen getötet werden, beschützt er sie. Die jahrelange Feindschaft zwischen den beiden Gruppen, hat schon viele Todesopfer gefordert und viele Dinge sind dabei speziell bei Maggie verdrängt worden. Sie spürt zwar immer wieder, dass es Erinnerungen an früher gibt, aber sie schafft es nicht, diese hervor zu holen.
Der Roman bietet viele originelle Ideen und es ist auch spannend, wie die beiden Seelen ständig im Kampf miteinander stehen und Maggie versuchen zu beeinflussen. Jeder in der Geschichte versucht zu überleben und so mancher trägt eine große Verantwortung, die nicht immer leicht zu tragen ist.
Obwohl die Geschichte spannend ist, habe ich mir immer wieder schwer getan der Handlung zu folgen. Es kommen sehr viele Protagonisten vor und die verschiedenen Seelennamen und ihre Eigenschaften muss man auch gut auseinander halten. Gut 25 Namen dabei richtig zu zu ordnen fällt dabei nicht immer leicht.
Bewundernswert finde ich dabei auch die Fantasie der Autorin die eine magische Welt erschaffen hat mit vielen erfundenen Begriffen die mich als Leser immer wieder auf eine harte Probe gestellt haben, da es nicht leicht war ihre Gedanken dazu richtig zu folgen. Da hätte ich mir in einem Glossar gewünscht, dass nicht nur die Personen und ihre Eigenheiten und Eigenschaften beschrieben werden, sondern auch die anderen Begriffe erklärt werden.
Es wird viel in der Geschichte erzählt und gegen Ende lichten sich zum Glück einige Fragen, die man sich mittendrin immer wieder gestellt hat.
Es ist somit ein sehr umfangreicher Roman, wo viel passiert und wo man Ende schon gespannt ist auf die Fortsetzung.
Gefühlschaos
Kriegsheim von Medra Yawa
Der biedere und unscheinbare Angestellte Hinnerk Thies, der sich bisher mehr für seine Leidenschaft für Schwebefliegen, als für Frauen interessiert hat, steht eines Tages durch einen seltsamen Zufall seiner ehemaligen Freundin Tatjana und ihrem jetzigen Lebensgefährten und gleichzeitig ihrem Zuhälter, Aribert Klabunde gegenüber.
Von dem Moment an ist sein bis dahin ruhiges und geordnetes Leben vorbei. Plötzlich ist er mittendrin in einem Milieu das beherrscht wird von brutalen Schlägern, Prostituierten und sonstigen zwielichtigen Gestalten. Als auch noch Cindy, Tatjanas Freundin und Kollegin seine Wege kreuzt und sie bei ihm Gefühle erweckt, die er sich eigentlich nicht eingestehen möchte, gerät Hinnerk immer mehr in einen gefährlichen Strudel aus Lügen, falschen Spielen und jede Menge Ärger mit skrupellosen Menschen.
,, Die Schwebefliege- Eine schmutzige Geschichte“ ist der 436 Seiten starke sozialkritische Roman der Autorin Anja Gust, wo der Leser in die brutale und unmenschliche Welt der Prostitution eintauchen wird und gleichzeitig Zeuge davon wird, wie unter anderem korrupte Politiker sich in dubiose Geschäfte verwickeln lassen, damit es für ihre Karriere dienlich ist.
Wie gewohnt hat dabei die Autorin sich vorab von diversen Experten wie z.B einem Ermittler beim BKA oder eines Privatdetektivs beraten lassen und sich Informationen eingeholt, damit sie diesen Roman mit einem doch aufwühlenden Thema, so glaubwürdig und realitätsnah wie möglich zu schreiben.
Der Schreibstil ist dabei eine Mischung zwischen einer eher gehobenen Ausdrucksweise und immer wieder einmal kehrenden sogenannten ,,Kietzsprache“ . Was man aber auch dabei findet ist ein feiner, gezielt eingesetzter Humor, der Stellenweise aufblitzt und somit die Geschichte auflockert.
Die Protagonisten Hinnerk, Tatjana und Cindy durchleben ein Wechselbad der Gefühle, wo es als Leser, speziell bei Tatjana, wo ich oftmals dachte, dass sie schizophrene Züge aufweist, nicht immer leicht ist den Durchblick zu bewahren. Da war ich dann stellenweise doch ein wenig überfordert, weil die ,,Beziehung“ zwischen Tatjana und Hinnerk dadurch geprägt ist, dass man nie genau weiß, wann sie es ehrlich mit ihm meint und wann nicht.
Die Autorin zeichnet dabei ein gutes Bild davon, wie die Prostitution aufgezogen wird und in welchem Abhängigkeitsverhältnis die Frauen und Mädchen ihren Zuhältern gegenüber stehen. Selbst wenn man es als Leser nicht glauben will oder kann, so wird man in dem Roman immer wieder Zeuge davon wie brutal dieser ,,Menschenhandel“ abläuft.
Es ist eine Geschichte die auch die Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit, aber auch die scheinbare seelische Kälte der Frauen aufzeigt und es dabei nicht verwundert, wenn sie es selbst nicht glauben können oder wollen, dass sie überhaupt für echte Gefühle noch fähig sind. Hinnerk hat in dem Roman die größte Wandlung durch gemacht, wo er aber auch immer wieder mehr Glück als Verstand gehabt hat.
So tun als ob und falsche Spuren auslegen und schon werden die Gegner nervös. Es ist ein ständiges Katz- und Mausspiel wo man aufpassen muss, damit man nicht ganz den Überblick verliert, wer nun bei wem echte Gefühle oder nur vorgetäuschte seinem Gegenüber vermittelt.
,, Die Schwebefliege“ lädt also alle Leser ein in die Hamburger Halbwelt einzutauchen und einen Blick ,,hinter die Kulissen“ der Prostitution zu werfen.
Die schwarze Flamme
AETERNA von Mikael Lundt
Der Teilchenforscher Dr. Daniel Slovak ist beunruhigt als er erkennt, dass der aufgefangene Neutrinosturm nicht wie üblich aus dem All, sondern von der Erde kommt und dies würde einer Katastrophe gleich kommen. Gemeinsam mit Isabella Cassini, die bei Interpol arbeitet und die gerade ihren Informanten verloren hat, muss nun Daniel gegen eine gefährliche Gemeinschaft kämpfen, die seit Jahrtausenden das Geheimnis der schwarzen Flamme bewachen.
Ihre Gegner sind alles andere als zimperlich und als sie in deren Gefangenschaft
geraten bleibt ihnen wenig Zeit um das Ritual zu verhindern, dass das Ende der Menschheit bedeuten würde.
Der Roman ,,AETERNA“ lässt den Leser nicht nur eintauchen in eine geheimnisvolle und unheimliche Welt der Teilchenphysik sondern auch in die eines Geheimbundes,der nicht nur gefährlich, sondern auch äußerst skrupellos ist.
In seiner gewohnten Art schafft es der Autor Mikael Lundt ein Szenario herauf zu beschwören, wo man von der Geschichte von Beginn weg gefangen ist, wo man in einen Strudel aus Spannung, Mystik und interessanten wissenschaftlichen Erklärungen gerät, aus dem es schwer ist wieder heraus zu kommen.
Ich bin jetzt kein Profi auf dem Gebiet der Neutrinoexperimente oder der Gammablitze, sodass ich zwar manches nicht ganz verstanden habe, aber trotzdem haben mir seine Erklärungen gefallen und ich konnte mir vorstellen, dass es gefährliche Auswirkungen haben könnte, wenn Daniel und Isabella dem gefährlichen Geheimbund nicht Einhalt gebieten können.
Der Roman bietet eine gute Mischung an Verfolgungsjagden, wo es auch immer wieder Tote gibt, unheimliche Szenen, wo die Protagonisten oft selbst nicht mehr wissen ob sie glauben können, was sie gerade sehen und fanatische Menschen, die aus Habgier und Besessenheit zu allem bereit sind. ,,AETERNA“ ist also etwas für Leser, die in die Welt der Teilchenforschung eintauchen möchten und sich verzaubern lassen möchten von einer geheimnisvollen Macht die nur darauf wartet, endlich befreit zu werden.
Gefährliche Gegner
AETERNA von Mikael Lundt
Die florierende Hafenstadt Tansapur ist die neue Heimat von Narugar und Hok geworden, wo sie immer wieder für die Gilde der Wiederbeschaffer kleine Aufträge erledigen und dabei mehr schlecht als recht über die Runden kommen. Doch bei ihrem letzten Auftrag,eine Skulptur aus einem Schiffswrack zu bergen, haben sie sich übertölpeln lassen und ihr Auftraggeber ist alles andere als erfreut, dass sie nun mit leeren Händen zurück kommen.
Ärger ist nun vorprogrammiert und so versuchen die beiden ihren Widersacher zu finden. Als sie im Tempel auf ihren alten Freund Tark treffen und ein Einbrecher für Unruhe sorgt, wissen Nar und Hok, dass sie ihrem Feind immer näher kommen. Die mächtige Handelsgesellschaft rund um den Gouverneur Van Holm scheint ebenfalls in kriminelle Machenschaften verstrickt zu sein und als Nar entdeckt, dass unter der Stadt in der Kanalisation geheime Arbeiten statt finden weiß er, dass es nur ein Frage der Zeit ist, bis es zu einer Katastrophe kommt.
,, Die Schätze von Cencho – Das Buch der Bänder 2“ ist der toll gelungene zweite Teil rund um den Pantherchimären Narugar und seinem Freund, dem Eisbärchimär Hok. Der Autor Raphael Lang hat hierbei eine Fortsetzung geschrieben, die sich ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes problemlos lesen lässt.
Als Einstiegshilfe für neue Leser gibt es zu Beginn eine kurze Zusammenfassung was bisher geschehen ist, was auch für Leser, die den ersten Teil kennen, eine gute Auffrischung ist.
Der Autor schafft es mit einem tollen und leichten Schreibstil, den Leser gleich für sich zu gewinnen und er bietet dabei immer wieder originelle Überraschungen.
Das Kopfkino erzeugt dabei schöne Bilder, wo man das Gefühl hat das Meer rauschen zu hören, die Düfte der Gewürze zu riechen, aber auch die Not der armen Menschen, die beim Tempel auf eine Essensspende hoffen , mit zu fühlen.
In dem Roman findet man alles was man sich wünscht. Spannung und unsympathische und gefährliche Gegner, die scheinbar immer einen Schritt voraus sind. Emotionale Momente wenn Menschen aus Habgier einfach getötet werden. Oder aber witzige und slapstickartige Szenen wenn der etwas tollpatschige, aber äußerst liebenswürdige Hok besondere Einfälle hat, die nicht immer so gelingen , wie er es sich gedacht hat.
Die Geschichte ist von Beginn weg spannend und die Nebenprotagonisten wie der Schildkrötenmann Tark oder die Novizin Dava passen wunderbar dazu und sind wertvolle Freunde für Narugar, der es als Panthermann nicht immer leicht unter den Menschen hat. Bis zum Schluss wird mit gefiebert und mit gezittert, ob es Nar und Hok gelingen wird ihre Gegner unschädlich zu machen. Das Ende ist überraschend und auch emotional und ich bin gespannt, wie es der Autor wieder schaffen wird den Leser auch im 3. Band für sich zu gewinnen.
Kurzgeschichten
Drei Worte weiter von Silke Matthaei; Johanna Schließer; Sabine Wälz
In der Anthologie ,, 3 Worte weiter“ haben sich vier Autorinnen zusammengefunden, die aus vorgegebenen Wörtern eine Kurzgeschichte geschrieben haben. Anna Leyk und Johanna Schließer haben dabei zu allen Wörtern eine Geschichte geschrieben, während Silke Matthaei und Sabine Wälz erst im Laufe der Anthologie dazu gestoßen sind.
Etwas verwirrend war dabei, dass es während der Geschichten aus 3, dann 4 Wörter und zum Schluss noch 5 vorgegebene Wörter geworden sind, sowie zwei Weihnachtsgeschichten einfach so zu lesen waren.
Es sind viele abwechslungsreiche Geschichten, wo man schmunzeln kann, wo es berührende Szenen gibt, aber auch Geschichten, wo mir der Inhalt nicht wirklich zugesagt hat.
Es ist immer schwer in einer Anthologie die Kurzgeschichten dem Leser schmackhaft zu machen. Normalerweise gefallen sie mir gut, hier hatte ich aber manchmal das Gefühl, dass die vorgegebenen Worte einfach in eine Geschichte hinein gepackt wurden, wo es dann nicht immer leicht war den Sinn der Geschichte wirklich heraus zu finden.
In 41 Kurzgeschichten wird dabei gemordet, geliebt und so manche verzwickte Situation humorvoll oder emotional erzählt. Eine bunte Mischung also, wo sich jeder seine Lieblingsgeschichten herauspicken kann.
Griechenland
Hundstage in Anafiotika von Karin Fruth
Die Kölnerin Laura begleitet ihre kranke Freundin Fofo nach Griechenland. In Anafiotika, einem alten Stadtviertel unterhalb der Akropolis will Fofo mit ihr ihre letzten Tage verbringen. Der Schock ist groß, als Fofo stirbt und zur Lauras Überraschung sie ihr kleines Häuschen vererbt hat. Als auch noch ein verwilderter Hund auftaucht und fortan nicht mehr von ihrer Seite weicht ist Laura überhaupt nicht begeistert.
Doch kaum gewöhnt sie sich an ihn und das ihr doch unbekannte griechische Leben taucht Fofos Sohn auf, der ihr das Erbe streitig macht und so beschließt sie kurzer Hand ihr Leben mit dem Hund neu zu beginnen und so begeben sich beide auf eine Reise zu der Insel Salamis.
,, Hundstage in Anafiotika“ ist der Roman der Autorin Karin Fruth, wo sie den Leser in die Welt eines griechischen Straßenhundes und dem geschichtsträchtigen Leben in Griechenland einlädt. Da der Klappentext im Grunde bereits die ganze Geschichte enthält, bleibt für den Leser nicht mehr viel an Neuem übrig. Ein wenig irreführend finde ich dabei auch, dass dieser aus der Sicht des Hundes beschrieben wird, sodass der Eindruck entstehen kann, dass in dem Roman er die ,,Person“ ist, die die Handlung ,,erzählt“. Ein wenig schade finde ich auch, dass der Buchrücken nur weiß ist und weder Name noch Titel darauf zu lesen ist.
Die Handlung ist eigentlich schnell erzählt und man taucht ein in die Sonnen- und auch in die Schattenseite von Griechenland. Da die Autorin schon oft dort war hat sie versucht viele verschiedene Gesichter des Landes zu zeigen. So werden die Bootsflüchtlinge aus Afrika genauso erwähnt wie Waldbrände oder einem politischen System gegen das die Jugend versucht anzukämpfen. Es kommt aber auch die Gelassenheit, die Ruhe und auch die geschichtliche Seite von Griechenland in dem Roman vor.
Es gibt ein paar Fehler und Wortwiederholungen in der Geschichte, die überarbeitet gehören.
Was mich als Tierfreundin gestört hat war, wie lieblos und herzlos Laura immer wieder mit dem Hund umgegangen ist, auch wenn sie ihn zum Schluss vermisst hat. Sie war in ihrem Verhalten auch oft widersprüchlich wo sie von einem Moment zum anderen ihre Meinung geändert hat und so konnte ich nicht wirklich warm werden mit ihr.
Es ist ein leicht zu lesender Roman mit griechischem Flair wo man merkt, dass die Autorin gute Kenntnisse von Land und Leute besitzt.









