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Rezensionen von rewareni:

Was damals geschah

Der Auftrag von Silvia Roth

Die junge Helena Steen, die gerade als Beste ihres Ausbildungsjahrgangs als Personenschützerin bei der Bundespolizei arbeitet, bekommt überraschender Weise von höchster Stelle den Auftrag die Nachwuchspolitikerin Lorna Hoogstraat zu beschützen, als in ihrem Wahlkampfbüro eine Bombe explodiert ist.

Gemeinsam mit ihrem autistischen Kollegen Leo und ihrem Partner Paul versucht sie nun alles damit sie die Politikerin vor möglichen weiteren Anschlägen schützen zu können. Doch diese Aufgabe ist alles andere als leicht und es werden Hel viele Steine in den Weg gelegt.
,,Der Auftrag“ ist der Beginn der Reihe rund um die ehrgeizige und kluge Helena Steen, die ihre Aufgabe sehr ernst nimmt und mit ihrer eher unkonventionellen Art, die Dinge zumeist von ihrer schlimmsten Seite her zu sehen, nicht immer auf Gegenliebe stößt. Dadurch kann sie besser verschiedene Optionen bei ihrem Fall durchspielen und so einen besseren Zugang zu ihren Gegnern finden. Die Autorin Silvia Roth lässt ihre Protagonistin in ihrer Freizeit als Klinik Clown arbeiten, wo diese einen empathischen Eindruck bei ihren kleinen Patienten hinterlässt.
Die Geschichte ist gerade zu Beginn ein wenig schwer zu durchschauen, da es immer wieder Rückblenden gibt zu Personen und Ereignisse, die scheinbar mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben. Es gibt dabei auch viele Namen, die man dabei richtig zu ordnen muss.
Erst gegen Ende hin bekommt man einen besseren Überblick, wie alles zusammen hängt. Bis dahin war es aber für mich nicht immer leicht den Überblick zu behalten.
Hel und ihr Kollege Leo passen gut zusammen und seine unnahbare und nüchterne Art zu handeln erlauben es sogar, dass man immer wieder einmal schmunzeln muss.
Das offene Ende lässt einige Fragen offen, wo es für Hel und ihre Vergangenheit noch interessant werden wird.

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Ben und Liam

Risse im Asphalt von Josi Copper

Ben ist mit Begeisterung Lehrer und das spüren seine Schüler auch. Als ihm Liam, als Integrationsassistent für Isabell, einem Kind mit Down- Syndrom, zur Seite gestellt wird, ist es mit Bens Seelenheil vorbei. Denn was niemand weiß ist, dass Ben schwul ist und er seine Gefühle seit vielen Jahren unterdrückt.

Aber auch Liam spürt, dass Ben etwas Besonderes ist und er für ihn mehr empfindet als für andere Kollegen.
,,Risse im Asphalt“ ist ein Roman, der sich mit dem Thema Homosexualität beschäftigt im Kontext von Religion und Kirche. Die Autorin Josi Copper hat dabei die Geschichte sehr einfühlsam geschrieben und zeigt dabei ein unfassbar trauriges Bild auf, wie Ben unter seiner Familie und dem Leben in einer freikirchlichen Gemeinde gelitten hat.
Es war als Leser immer erschütternd wenn man in Rückblenden erfahren hat, wie sehr Bens Leben geprägt war von seiner Angst und seiner Verzweiflung gegenüber Gott, der ihn bestrafen wird, falls er nicht auf den ,,richtigen“ Weg zurückkehrt.
Aber auch das herzlose Verhalten seiner eigenen Familie gegenüber Ben, die ihn als Schande und Abschaum angesehen haben, haben mich als Leser sprachlos gemacht. Interessant war dabei auch wie man Ben mit der Konversionstherapie versucht hat zu ,,heilen“.
Die Autorin hat einen wunderschönen und tiefgehenden Schreibstil, wo man die seelischen Qualen von Ben sehr intensiv mitverfolgen konnte. Dabei hat sie es aber auch geschafft mit humorvollen und teils auch Slapstick artigen Szenen die Geschichte wunderbar auf zu lockern.
Liam wird von ihr als gefühlvollen und sehr empathischen Mann dargestellt, dem es gelingt zu Ben vorzudringen, auch wenn es ein langer und steiniger Weg ist.
Es gibt einige wirklich sympathische Protagonisten in dem Roman, die für Ben sehr wichtig sind und die ihm gezeigt haben, dass er so wie er ist ,,richtig“ ist.
Schuld, Angst und Verzweiflung haben Ben lange begleitet und erst als er bemerkt hat, wie es einem seiner Schüler ergeht, der offensichtlich so wie er damals seine sexuelle Neigung noch nicht richtig einordnen kann, ist ihm bewusst geworden, dass er nicht nur dem Jungen, sondern auch sich selbst helfen muss, damit er ein erfülltes Leben leben kann.
Ein wunderschöner Roman der einfühlsam, humorvoll und angenehm zu lesen war.

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Räubergeschichten

Der Galgentänzer von Thomas Binder

Johann Baptist Herrenberger im Volksmund und Räuberkreisen Konstanzer Hans genannt, ist im Raum Württemberg bereits in jungen Jahren eine Legende. Seine Eltern waren arme Leute und so musste Hans diese bereits früh durch Bettelei unterstützen. Enttäuscht von seinem Vater, dass er nicht in einem Kloster arbeiten darf gerät Hans immer mehr in die Versuchung sich mit Diebstählen ein wenig Geld dazu zu verdienen.

Und so beginnen viele Jahre, wo Hans immer wieder auf der Flucht ist und auch die Zeiten im Gefängnis halten ihn nicht davon ab immer gewagtere Einbrüche und Diebstähle mit seinen anderen Komplizen durch zu führen. Auch wenn er versucht als Soldat oder Händler ein neues und anständigeres Leben zu beginnen, erliegt er doch immer wieder Versuchung an Raubzügen teil zu nehmen.
,, Der Galgentänzer“ ist die spannende und interessante Romanbiografie rund um den Räuber Konstanzer Hans, der im 18.Jahrhundert im Schwarzwald zur Berühmtheit wurde.
Der Autor Thomas Binder hat dabei sehr intensiv recherchiert und hat dadurch ein sehr realitätsnahes Bild der damaligen Zeit geschaffen. Armut, Intrigen, falsche Freunde und seine Familie haben das Leben von Hans maßgeblich beeinflusst.
Sehr anschaulich hat dabei der Autor die einzelnen Stationen von Hans und seinen Abenteuern dargestellt.
In vier extra Kapiteln beschäftigt sich Thomas Binder mit dem Leben im Schwarzwald zur damaligen Zeit wo es um Armut, Strafe, Gauner und Strafverfolgung geht. Dabei erfährt man als Leser vieles an spannenden Geschichten und auch wie die Menschen damals gelebt und gelitten haben.
Eine tolle Romanbiografie die interessant war zu lesen.

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Schwer zu verstehen

In einer einzigen Welt von Benjamin von Wyl

Andreu Stuppa ist der persönliche Betreuer einer betagten Frau, die er auf einem Kreuzfahrtschiff betreut und begleitet. Nebenbei verfolgt er in den sozialen Netzen die ehemalige Influencerin Nora Savannah, die nunmehr zurückgezogen in einem alten Kino lebt und nicht weiß, dass darunter ein Pilz lebt, der ein Bewusstsein entwickelt hat und mit Hilfe des Internets Andreu zu ihr lockt.

,,In einer einzigen Welt“ präsentiert der Autor Benjamin von Wyl eine Mischung aus Utopie und Dystopie, wo ich leider nie mit der Geschichte warm werden konnte. Ein extrem unsympathischer Andreu der als Stalker ordinäre und abwertende Nachrichten schreibt und in der Weltgeschichte herum irrt und Nora, die immer wieder einmal erwähnt wird bleibt als Figur unsichtbar und blass.
Das ständige Gendern von Kreuzfahrer:innen, Bewohner:innen.... waren mehr als nervig.
Der Schreibstil ist schwer zu beschreiben denn viele Sätze waren so ,,verschwurbelt“, dass es kaum möglich war diese zu verstehen. Einzel aneinander gereihte Wörter oder Bezeichnungen wie ,, Individududus“ , haben nicht dazu beigetragen, die Geschichte zu genießen oder auch wirklich zu verstehen.
Die Abhängigkeit von sozialen Netzwerken und ihre Folgen für den Einzelnen und der Gesellschaft dürfte wohl der Inhalt der Geschichte gewesen sein.

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Tödliches Schweigen

Wenn der Nebel schweigt von Roman Klementovic

Nach dem brutalen Mord an ihrer Mutter vor 13 Jahren kehrt Jana widerwillig zurück in ihre alte Heimat. Kurt, ein alter Freund ihres Vaters hat sie gebeten zu kommen, da es ihrem Vater sehr schlecht geht. Obwohl der Mord damals nie aufgeklärt wurde und Jana nicht sicher ist, ob ihr Vater der Täter ist, kommt sie Kurts Bitte nach und ist entsetzt als sie sieht, dass ihr Vater ein Messie geworden ist, wo sich der Müll im ganzen Haus ausgebreitet hat.

Jana wird immer öfter mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und es passieren Dinge die sie verwirren. Ihr alter Freund Chris taucht dabei immer wieder auf, wenn sie Hilfe braucht und wo ist Franziska, ihre frühere Freundin, die plötzlich verschwunden ist? Als sie auch noch Liebesbriefe ihrer Mutter findet und ihre Großmutter sie aus dem Haus wirft, wird Jana klar, dass es viele Fragen gibt, die aber anscheinen niemand wirklich beantworten möchte und so beginnt sie nach zu forschen und ahnt dabei nicht, dass sie in einem perfiden Katz- und Mausspiel gelandet ist.
Der Thriller ,,Wenn der Nebel schweigt“ ist nichts für schwache Nerven. Der Autor Roman Klementovic schickt dabei seine Protagonistin Jana auf eine abenteuerliche und sehr gefährliche Reise in ihre alte Heimat.
Er beschreibt dabei viele Szenen sehr bildhaft und ist dabei auch nicht zimperlich mit den Beschreibungen. Besonders düster kommt dabei immer wieder der Nebel daher, der eine tödliche Bedrohung darstellt aus der Sicht der Menschen in dem Tal.
Aber auch die oftmals brutalen Szenen in denen Jana mit jemanden kämpfen muss sind dabei recht heftig dargestellt.
Ihre größte Schwäche ist dabei der Alkohol, wo sie oft zur Flasche greift, aber zum Glück sieht sie irgendwann einmal ein, dass sie davon besser die Finger lassen sollte.
Es ist eine tragische Familiengeschichte, wo es der Autor geschafft hat bis zum Schluss den Leser nicht auf die Lösung kommen zu lassen. Es gibt viele Puzzleteile, die nie zusammen passen, weil es immer wieder eine Wendung gibt, mit der man nicht gerechnet hat.
Schön und spannend waren dabei auch die eingefügten Kapitel, wo man wie bei einem Countdown mitverfolgen konnte wie es zu dem Mord an Janas Mutter gekommen ist.
Ein unheimlicher und auch emotionaler Thriller, der Spannung bis zum Schluss verspricht.

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SF Geschichten

(No) more Future! von Olaf Lahayne

In der Science- Fiction Anthologie ,,( No) more Future!“ lässt der Autor Olaf Lahayne in 24 Geschichten in der nahen und fernen Zukunft den Leser schmunzeln, rätseln und auch nachdenken.
Man findet dabei eine Vielzahl an verschiedenen Geschichten, die auf der Erde, auf dem Mond oder in einem Raumschiff spielen.

Dabei werden seine Protagonisten immer wieder auf eine mehr oder weniger harte Probe gestellt, wo auch so mancher sein Leben dabei verliert.
Es gibt tragische Helden, die versuchen die Menschheit zu retten, aber auch solche, denen der finanzielle Gewinn wichtiger ist als das gute Gewissen.
Egal ob man Aliens trifft oder ferngesteuerte Autos, man wird immer gut unterhalten.
Die eine oder andere Geschichte war zwar für mich nicht immer gleich zu durchschauen, aber der Großteil war interessant und hat auch immer wieder einen Überraschungsfaktor geboten.
Für den Autor hat dabei auch immer wieder der Klimaschutz und der Gedanke, wie es mit unserem Planeten weitergehen könnte, eine Rolle gespielt wo es spannende und auch witzige Geschichten gegeben hat.
Eine bunte Mischung wird dem Leser dabei geboten, wo man Eintauchen kann in eine spannende Science Fiction Welt und man dabei gut unterhalten wird.

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Hass

In der Schlinge des Hasses von Herbert Dutzler

Bereits als Kind muss Leo schmerzhaft erfahren wie es ist, wenn sein Vater wütend auf ihn ist und er nicht so ist, wie ein Junge zu sein hat. Nämlich hart, selbstbewusst und nicht so verweichlicht. Seine Mutter versucht zwar ihn zu schützen, aber mit der Zeit merkt Leo, dass er von ihr auch keine Hilfe zu erwarten hat.

Als Student ist es Leo, der oft wütend ist. Nicht nur auf seine ständig betrunkene Mutter, sondern auch auf die vielen Ausländer, die seiner Meinung nach an allem Schuld sind und es endlich jemanden geben muss der dafür sorgt, dass sie wieder dorthin kehren, wo sie her kommen. So wird sein Hass immer stärker und seine Verbindung in einer rechtsradikalen Gruppe verstärkt diese Abneigung.
Da lernt er die aus Kroatien stammende Marinca kennen, die sich für ihn und seine Ansichten interessiert und dabei versucht seine Meinung zu ändern. Leo ist verwirrt ob seiner Gefühle zu ihr. Trotzdem muss er ein Zeichen setzen und zeigen, dass jemand für seine Überzeugung bereit ist alles zu tun.
,, In der Schlinge des Hasses“ befindet sich in diesem erschütternden und aufwühlenden Roman der junge Protagonist Leo, der von Kindheit an mit physischer und psychischer Gewalt aufgewachsen ist.
Der Autor Herbert Dutzler hat dabei ein Szenario beschrieben, das keinen Leser kalt lässt und man gleich von Beginn weg in der Geschichte gefangen ist.
In abwechselnden Kapiteln begleitet man Leo als Kind und dann als jungen Studenten.
Die Kindheit wird dabei drastisch dargestellt, wo der Vater nichts als Verachtung für seinen schwächlichen Jungen hat und dieser ständig in Angst leben muss, wenn er wieder einmal etwas tut, was seinem Vater nicht gefällt. Dass dabei die Mutter immer mehr dem Alkohol verfällt zeigt, dass auch sie es nie geschafft hat sich ihrem Mann entgegen zu stellen.
Erschütternd sind die Gedanken von Leo als jungen Mann, der von seinem Hass auf Ausländer richtig zerfressen wird. Dabei hat der Autor sehr gut die Wandlung beschrieben wo man merkt, dass Leo immer mehr in seinem Wahn, von anderen beobachtet oder verfolgt zu werden, gefangen wird.
Man fiebert ständig mit und man wird Zeuge davon, wie selbstverständlich es für Leo immer mehr wird, wenn er eine Gewalttat nach der anderen beginnt.
In seinem Wahn merkt Leo schon gar nicht mehr, dass sich die Schlinge um seinen Hals immer mehr zusammen zieht und es nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis es zu seinem eigenen Untergang kommt.
Ein toll geschriebener Roman mit einem ernsten Hintergrund, den der Autor hervorragend umgesetzt hat.

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Auf der Suche

Ankunft von Beatrice Spahni

Obwohl sich die 56 jährige Lucy vor spontanen Entscheidungen fürchtet, lässt sie sich von ihrer Freundin Elsa zu einer Kreuzfahrt überreden. Nie hätte sie gedacht, dass es ihr gefallen könnte und sie sogar einige Freundinnen von früher trifft, die auf der ganzen Welt verstreut sind. Ihre Begegnung mit Roy bringt ihr bisheriges Leben durcheinander, denn sie verliebt sich in ihn und es beginnt für beide eine romantische Zeit.

Doch dann merken beide, dass ihre Lebensanschauungen und ihre Bedürfnisse doch nicht immer zusammen passen und nach Lucys Heimkehr in die Schweiz müssen sich beide entscheiden, ob oder wie sie zusammen leben wollen.
In dem Roman ,, Ankunft“ begleitet der Leser Lucy, die nach der Kreuzfahrt merkt, dass sie ihr Leben ändern muss um wirklich glücklich zu werden. Die Autorin Beatrice Spahni hat dabei einige schöne und emotionale Gedanken über das Leben, dem Verzeihen und der Liebe zu sich selbst beschrieben.
Trotzdem war für mich die Geschichte zu sehr auf der meditativen Ebene aufgebaut. Lucy war mir dabei auch nicht wirklich sympathisch weil sie sehr widersprüchlich in ihren Empfindungen war. Sie ist schnell beleidigt, erwartet immer wieder von anderen, dass sie sie verstehen....
Es dauert sehr lange bis sie mit sich ins Reine kommt und ihr ,,inneres Kind“ ihren Frieden findet.
Auch waren mir die ,,Nachstellungen“ zu Roy etwas zu viel wo ich das Gefühl hatte, dass sie ihn zu sehr bedrängt. Es wird dabei oft über negative Gefühle und Empfindungen geredet bis Lucy dann in der Natur oder beim Lied texten wieder zur Ruhe und zur Einsicht kommt, was sie an sich ändern müsste.
Der Roman hat dabei nicht wirklich eine fortlaufende Handlung, sondern es sind fast wie Tagebuch ähnliche Geschichten die einmal früher und dann später passiert sind.
Wer also einen Roman lesen möchte der von einer Reise zu sich selbst erzählt ohne einer wirklichen Rahmenhandlung wird hierbei sicher fündig und kann eintauchen in eine Welt in der es gilt sich selbst lieben zu lernen, damit man auch andere lieben kann.

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Was damals geschah

Elbpakt von Nicole Wollschlaeger

Der Kommissar Philip Goldberg und sein Kollege Hauke Thomsen sind verwirrt, als die alte Frau Neumann einen Einbruch meldet und bei ihrer Ankunft sehr unfreundlich reagiert und alles als Irrtum hinstellt. Mysteriös und gruselig wird es aber spätestens dann, als man Grabkreuze findet und in den Behältnissen die dort vergraben sind Dinge findet, die man lieber nicht sehen möchte.

Als dann noch Frau Neumann verschwindet und es jemand anscheinend auch auf die Familie von Hauke abgesehen hat wissen alle, dass sie schnellstens den unbekannten Täter finden müssen, wenn nicht noch mehr Unheil geschehen soll.
In dem Kriminalroman ,, Elbschuld“ schickt die Autorin Nicole Wollschlaeger ihr Dreamteam, die Kommissare Philip, Hauke und Peter, zum unglaublichen 7. Mal auf Verbrecherjagd.
Wie jedes Mal hat es die Autorin geschafft den Leser von Beginn weg mit ihrer Geschichte in den Bann zu ziehen und man wird unaufhaltsam in einen Strudel gerissen, aus dem man bis zum Schluss nicht heraus kommt.
Sie hat dabei ein sensibles und auch grausames Thema angeschnitten, wo das ganze Unheil in der Vergangenheit liegt und jetzt erst zum ,,Ausbruch“ kommt.
Die Geschichte ist so spannend geschrieben, dass man auf jeder Seite mit fiebert, sich auch gruseln kann und vor allem und dass macht diese Krimireihe auch aus, dass es menschlich und humorvoll zu geht.
Die drei Kommissare sind bereits liebgewonnene Protagonisten, die sich immer wieder in das Leserherz einschleichen und man sie gerne begleitet.
Auch die Nebenhandlung, wo sich Peter für seinen manchmal etwas cholerischen, aber zum Knuddeln liebgewonnenen Hauke , etwas besonderes einfallen lässt, lässt dem Leser immer wieder ein Schmunzeln auf das Gesicht zaubern.
Mich hat die Geschichte wieder begeistert und es ist immer wieder wie ein ,,Heimkommen“ zu sympathischen Protagonisten, die hoffentlich noch lange ihr ,,Unwesen“ in Kophusen treiben dürfen.

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Ohne Hoffnung

Ein einsamer Ort von Dorothy B. Hughes

Der ehemalige Jagdflieger Dix Steel trifft in Los Angeles seinen früheren Kameraden Brub wieder. Der mittlerweile mit der schönen und unnahbar scheinenden Sylvia verheiratet ist. Dix ist fasziniert von ihr, obwohl er sich immer wieder unwohl in ihrer Nähe fühlt. Was Brub, der mittlerweile als Detective bei der Mordkommission arbeitet nicht ahnt ist, dass sein Freund in der Nacht immer wieder Frauen verfolgt.

Als Brub mit Mordfällen an junge Frauen beauftragt wird ist es Dix, der fasziniert seine Arbeit verfolgt und so aus erster Hand immer wieder erfährt, wo die Ermittlungen gerade stehen. Als sich Dix in die geheimnisvolle Laurel verliebt ahnt er noch nicht, dass sich sein Leben von nun an ändern wird.
Der Roman ,, Ein einsamer Ort“ der sogar 1950 mit Humphrey Bogart verfilmt wurde ist ein wieder entdeckter Kriminalroman von Dorothy B. Hughes.
Der Autorin ist es dabei gelungen einen ,,leisen“ Roman zu schreiben, wo ohne Blutvergießen oder brutalen Szenen eine Spannung erzeugt wird die einfach dadurch entsteht, dass man auf emotionaler Ebene das Katz-und Mausspiel zwischen Dix und Brub miterleben kann.
Dix ist dabei eine eher tragische Figur, die es nicht geschafft hat nach dem Krieg ins echte Leben zurück zu finden. Er ist ständig auf der Suche nach einem Ort der Zufriedenheit, nach einem Ort wo er angekommen ist. Sein Frauenbild ist dabei getrübt wo er es nicht verkraften kann, dass es auch starke und selbstbewusste Frauen gibt. Die beiden Protagonistinnen Sylvia und Laurel machen ihm Angst, obwohl er denkt, dass er mit Laurel ein Leben in Liebe und Zufriedenheit leben kann. Er sieht sich auch immer wieder als Opfer der Gesellschaft wo er denkt, dass nur das Geld, das er nicht besitzt, schuld daran ist, dass es in seinem Leben nicht so läuft, wie er sich das vorstellt.
Gut beschrieben werden dabei immer wieder die Gedanken und Gefühle von Dix die von Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt reichen. Man bekommt als Leser sogar ein wenig Angst, wenn er in tiefes Loch fällt und plötzlich alle Freuen von ihm als Lügnerinnen und als Huren bezeichnet werden.
Brub ist dabei auch nicht zu beneiden, weil er in Dix einfach einen alten Freund sieht und nicht merkt, welch dunkles Geheimnis er in sich trägt.
Ein toller Roman, der berührend und spannend zu lesen ist.

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