Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra Sch.:

Adventkrimi mit viel Lokalkolorit - leider einige unglaubwürdige Stellen

Perchtenjagd von Maja Brandstetter; Wolfgang Brandstetter

3,5 Sterne

Kurz zum Inhalt:
Auf dem Perchtenlauf am Adventmarkt in St. Wolfgang in Salzburg verschwindet die kleine Marie spurlos. Hat ein Perchtenläufer sie entführt?
Kurz darauf wird eine Leiche gefunden - mit dem Teddybären von Marie.
Für Gerichtspsychologe Meiberger beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: denn der Täter inszeniert ein perfides Krippenspiel mit mehreren Toten, dessen Höhepunkt am Heiligen Abend sein soll.

..
Kann die kleine Marie rechtzeitig gerettet werden? Und wie passt sie als Mädchen in das Krippenspiel?


Meine Meinung:
Der Schreibstil ist erfrischend anders, mit kurzen, einfachen Sätzen, und österreichischem morbidem Charme und Sprachgut. Muss man mögen - ich mag es!
Erzählt wird aus abwechselnden Perspektiven. So kann man sich somit noch besser v.a. in den Psychologen Thomas Meiberger hineinversetzen. Auch dessen Privatleben kommt nicht zu kurz - sehr speziell fand dich diese Dreiecksbeziehung zu Karo: zuerst war sie mit Meiberger verheiratet, dann mit dessen Freund, Oberstleutnant Nepomuk Wallner, mit dem sie einen 3jährigen Sohn hat, doch diesen hat sie verlassen, als der 17jährige gemeinsame Sohn mit Meiberger verschwunden ist und Wallner sich auf ein Gewaltverbrechen versteift hat und nicht an ein Davonlaufen des Jungen geglaubt hat.

Nun zum eigentlichen Fall: ich finde es äußerst spannend, dass der Täter ein Krippenspiel inszeniert. Was will er damit bezwecken? Obwohl man auch kurze Einblicke in die Psyche des Täters erhält, war mir dieser bis zum Schluss nicht klar.
Man fiebert mit Meiberger mit, ob die kleine Marie noch rechtzeitig gefunden werden kann - sie soll ja vermeintlich das Jesuskind darstellen.

Was mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat, ist, dass die Spannung teilweise vorweggenommen wird, indem schon einiges im Voraus verraten wird. Auch hätte einiges ruhig ausführlicher beschrieben werden können und das Buch somit etwas dicker als nur 256 Seiten (inkl. Nachwort und Danksagung) sein können.
Die Salzburger Polizeibeamten kommen in der Geschichte ein wenig "trottelig" rüber und es gab leider - vor allem gegen Schluss - einige unglaubwürdige Szenen und Zufälle. Das war mir zu viel und insgesamt zu unglaubwürdig.
Allerdings gefällt mir der leicht morbide Stil der beiden Autoren und Meiberger mag ich total gern, deshalb bin ich - natürlich auch wegen dem fiesen Cliffhanger - total neugierig auf den nächsten Fall für Meiberger!
Das Nachwort eines echten Gerichtspsychologen fand ich sehr interessant und informativ.

Zwei Zitate haben besonders herausgestochen und ich fand sie sehr witzig bzw. so richtig aus dem Leben gegriffen:
S. 42 "Aber Nepo war ein religiöser Mensch, und er glaubte an die heilende Kraft von "Scheiß drauf".
S. 245 "Das Leben war ein schlechter Witz, aber wie hatte Nepos Opa immer gesagt? Alle wollten ihn hören. Und dazu lachen. Je lauter, desto besser."


Fazit:
Weihnachtlicher Krimi mit viel Lokalkolorit, schwarzem Humor und einem sympathischen Protagonisten; mir waren dann leider doch zu viele Vorkommnisse unglaubwürdig. Ich wurde jedoch weihnachtlich in die Adventzeit versetzt und vergebe 3,5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

außergewöhnliches Leseabenteuer mit spannenden Mitmach-Elementen

Pepper Mint - und das verrückt fantastische Forscherbuch von Babette Pribbenow

Pepper Mint verbringt die Ferien bei ihrer Tante und ihrem Onkel auf der Forschungsstation im Dschungel.
Doch eines Tages ist Onkel Theo fast spurlos verschwunden - nur eine geheime Botschaft hat er für Pepper hinterlassen, in der Hoffnung, dass sie ihm folgen wird.

Die jungen Leser folgen Pepper bei ihrer Suche quer durch den Dschungel und sind immer live mit dabei.

Es ist total spannend, die vielen Rätsel, die Onkel Theo Pepper stellt, gemeinsam mit ihr zu lösen und Onkel Theos Spuren quer durch den Regenwald zu folgen.
Das außergewöhnliche dabei ist, dass es nach jedem Kapitel ein Rätsel oder Experiment gibt, welches man lösen muss, um zu wissen, wo es im Buch weitergeht. Dazu gibt es immer drei mögliche Lösungsvorschläge, die einen jeweils auf eine andere Seite im Buch führen. Somit liest man das Buch nicht von vorne bis hinten, sondern springt wild im Buch herum. Sollte man ein Rätsel mal nicht richtig gelöst haben, wird man auf den richtigen Weg gebracht.
Meiner Tochter und mir hat es total gut gefallen, das Kreuzworträtsel oder das Sudoku zu lösen; und am besten haben uns das Experiment mit dem Ei und das Experiment mit dem brodelnden Wasser gefallen!

Pepper Mint ist ein cleveres, mutiges, tierliebendes Mädchen, und als junge Leserin kann man sich sehr mit ihr identifizieren!
Das Buch ist aber auch was für Jungs, denn Pepper hat den guten Freund Raoni, der ihr dann auch bei der Suche nach Onkel Theo hilft.
Spannung ist auch gegeben, denn man möchte unbedingt wissen, welcher geheimnisvollen Sache Onkel Theo auf der Spur ist.

Und Pepper wird von dem süßen Seidenäffchen Lori und von Tukan Max begleitet. Der Flussdelfin Felix hat meiner Tochter auch sehr gut gefallen.
Und so ganz nebenbei lernt man spielerisch sehr viel über die Natur, den Dschungel, und die dort vorkommenden Tiere sowie ganz viel über Tier- und Artenschutz!
Natürlich gibt es ein Happy End, und wir sind schon sehr auf das nächste Abenteuer mit Pepper Mint gespannt!

Viele detailreiche schwarz-weiß Illustrationen, auf denen es viel zu entdecken gibt, peppen die Geschichte noch mal auf.
Am Ende gibt es noch wichtige Begriffe zum Regenwald und die Lösungen zu den Rätseln und Experimenten.


Fazit:
Daumen hoch für dieses außergewöhnliche, lehrreiche und spaßmachende Lese-Abenteuer!!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Der zweite Fall für Jan Grall und Rabea Wyler - kommt leider nicht an Teil 1 heran.

Rapunzel, mein von Lars Schütz

3,5 Sterne

Kurz zum Inhalt:
Nach dem Alphabet-Mörder-Fall ist Jan Grall aus dem Dienst entlassen und hat sich nach Italien an den Lago Maggiore zurückgezogen, um ein Buch zu schreiben.
Rabea Wyler arbeitet weiterhin als Fallanalytikerin für die Polizei und wird durch den neuesten Fall - ein blondes Mädchen, dem beide Hände amputiert wurden und welches mit seinen eigenen Haaren erdrosselt und in der nähe eines stillgelegten Märchenparks gefunden wurde - stark an die schreckliche Geschichte ihrer Schwester erinnert, die vor 20 Jahren vom Kindergarten entführt wurde und von der nur eine amputierte Hand gefunden wurde.

Rabea kann den Mörder bald überführen, doch schnell wird ihr klar: Kris ist nur eine Marionette in diesem Spiel! Sie muss den wahren Täter ausfindig machen, und dafür braucht sie die Hilfe ihres ehemaligen Kollegen Jan...


Meine Meinung:
"Rapunzel, mein" ist der zweite Fall für Rabea Wyler und Jan Grall. Der Spannungsbogen wird durch die kurzen Kapitel und die Orts-Sprünge zwar nicht sehr hoch, dafür konstant aufrecht gehalten.
Der Fall mit der Rapunzel-Toten und die private Geschichte von Rabeas Schwester, die eigentlich im Vordergrund stand, haben mir sehr gut gefallen.
Dass David, der neue Freund von Jans Ziehtochter Miri (die man aus dem Alphabetmörder-Fall kennt) ein genialer Hacker ist, ist natürlich sehr hilfreich.
Doch leider erscheint Vieles - vor allem gegen Ende - ZU konstruiert und ZU gewollt. Viele glückliche Zufälle reihen sich aneinander. Und das macht die Geschichte dann leider unglaubwürdig, denn im echten Leben kommt so eine Zufalls-Glückssträhne auch nur äußerst selten vor.
Das Ende - also die Zukunftspläne von Jan und Rabea - haben mir gut gefallen, und ich bin schon sehr gespannt, was da noch auf uns zukommen wird.


Fazit:
Guter Plot, aber mit verbesserungswürdiger Ausführung. ZU viele glückliche Zufälle machen einen Thriller dann leider unglaubwürdig. Daher diesmal nur 3,5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

monstermöhrrübenstarker Haferhorden-Hörspaß - Toni auf der Suche nach seiner Heimat

Die Haferhorde - Huf über Kopf,2 Audio-CDs von Suza Kolb

Kurz zum Inhalt:
Lotte hat zum Geburtstag ein Fahrrad bekommen und macht daraufhin eine Radtour in die Berge.
Shetlandpony Schoko ist sauer, denn ein Rad ist doch NIE so toll, wie mit ihm im Galopp abzupesen.
Und Haflinger Toni ist ebenfalls sauer, denn ER wollte doch schon lange mal in die Berge - denn die sind seine Heimat!
Als die Ponys Schoko und Keks kurz darauf feststellen, dass Toni verschwunden ist, machen sie sich gemeinsam mit Hund Bruno auf die Suche nach ihrem Haflinger-Freund, denn die Haferhorde vom Blümchenhof muss wieder vereint werden! Und immerhin sind sie ja die weltbesten TOFI-Agenten! Chaos vorprogrammiert.

..


Meine Meinung:
"Huf über Kopf" ist der 7. Teil der genial-witzigen Haferhorde vom Blümchenhof.
Man trifft wieder alle alten Bekannten - die Shetlandponys Schoko, der immer viele Flausen im Kopf hat, und Keks, Haflinger Toni, den Hund Bruno und alle anderen Zwei-und Vierbeiner.
Die Vierbeiner sind wieder witzig wie eh und je, und man lauscht den Hoppalas und Chaos-Geschichten einfach immer wieder gerne! Besonders toll sind natürlich die ausgefallenen Pony-Wortschöpfungen, wie zB monstermohrrübenstark.
Und natürlich Schokos Bezeichnung für ihn, Keks und Bruno: TOFI-Agenten. Denn dies ist die coole Kurzbezeichnung für Toni-Finde-Agenten.
Die Tiere erleben einige Abenteuer auf ihrem Weg in die Berge, und es gibt natürlich ein Happy-End.
Trotzdem hat die Geschichte auch einen Lehrwert über Freundschaft, Mut und Zusammenhalt.

Die Geschichte wird von Bürger Lars Dietrich mit viel Witz und Humor gesprochen, der den einzelnen Charakteren mit unterschiedlichen Stimmen Leben einhaucht. Man erkennt an seiner Stimmlage sofort, welches Tier gerade spricht. Witzig wie immer ist Tonis Bayrischer Dialekt.
Das Cover entspricht jenem der Printausgabe und zeigt den Haflinger Toni auf einem Berg weit weg im Hintergrund und davor die TOFI-Agenten auf der Suche nach ihm.


Fazit:
Wieder ein unterhaltsames und humorvolles Haferhorden-Abenteuer auf der Suche nach Toni. Ein Muss für alle Haferhorden-Fans und ein Hörspaß für Groß und Klein! Wir vergeben 5 subba-Pony-starke Sterne!!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

grandios gelungene Fortsetzung

Die Haferhorde - Huf über Kopf,2 Audio-CDs von Suza Kolb

Kurz zum Inhalt:
Berlin, in den 1950ern. Silvie Thalheim ist ganz anders als ihre ältere Schwester Rike - diese leitet das Familienunternehmen Modekaufhaus Thalheim, doch Silvie will unabhängig sein und beginnt eine Karriere als Rundfunkredakteurin und später auch Sprecherin beim Radiosender RIAS.

Doch es gibt Unstimmigkeiten in der Familie. Vater Fritz möchte die Leitung des Unternehmens an den aus dem Krieg heimgekehrten Sohn Oskar, Silvies Zwillingsbruder, übertragen, was Rike sauer aufstößt. Doch Oskar ist traumatisiert und genießt sowieso lieber den Rausch von schnellen Autos und Alkohol.
Als ein Konkurrent die Geschäfte des Kaufhauses torpediert, und dieses daraufhin finanziell ins Straucheln gerät, müssen alle zusammenhalten, um das Modekaufhaus Thalheim zu retten.
Und dann erleidet die Familie einen schweren Schicksalsschlag...


Meine Meinung:
"Wunderbare Zeiten" schließt direkt an "Jahre des Aufbaus" an. In dieser Geschichte, die von 1952 bis 1957 spielt, steht Silvie im Mittelpunkt.
Man kann Silvies Entwicklung hautnah miterleben - war sie mir im ersten Teil noch eher unsympathisch, mochte ich sie hier immer lieber und sie ist mir schließlich sehr ans Herz gewachsen. Auch wenn sie immer noch das Leben eher locker nimmt, ist sie doch erwachsen geworden und übernimmt auch Verantwortung. Und merkt dann doch, dass sie eine Thalheim ist, und der Mittelpunkt der Thalheims ist nun mal das Modekaufhaus.

Die Autorin schafft es wieder wunderbar, historische Details in die Geschichte zu verweben, auch die tolle damalige Mode der Petticoats und Nylonstrümpfe. Die Atmosphäre der damaligen Zeit kommt gut rüber.
Die Schreibweise ist wieder genauso angenehm zu lesen, mit viel direkter Rede. Man fiebert mit den Figuren mit, über ihr Schicksal, und hofft, dass sie alle Probleme gut lösen können. Man leidet mit Silvie und ihrem Herzschmerz und Liebeskummer, von dem sie leider viel erdulden muss, und freut sich über alle positiven Ereignisse.
Silvie ist eine starke Frau, und ihre Radiosendung "Stimmen" ist ein voller Erfolg.
Es gibt aber auch wieder etliche Schicksalsschläge, die die Familie und einzelne Figuren erleiden müssen.

Gut fand ich, obwohl Silvie im Mittelpunkt steht, dass man viel über alle anderen Familienmitglieder liest. So trifft man auch Onkel Carl und die beiden Cousins wieder.
Rike ist nun verheiratet und hat ein Kind und muss sich die Leitung des Kaufhauses mit ihrem Bruder Oskar teilen, der eigentlich kein wirkliches Interesse daran hat. Obwohl Rike ihr Geschick und Talent lange schon unter Beweis gestellt hat, waren damals Söhne einfach mehr wert. Einfach nur schlimm diese veralteten Ansichten.
Diesmal stand auch Miri Sternberg etwas mehr im Mittelpunkt, was mir sehr gut gefiel, denn Miri ist einfach eine total sympathische Figur und ich mag sie immer noch sehr gerne.
Nun bin ich sehr auf den letzten Teil gespannt, in dem Florentine, die in diesem Band eine sehr aufmüpfige Rolle hatte, im Fokus stehen wird.

Sehr interessant und lehrreich ist auch die ausführliche chronologische Zeittafel am Ende des Buches, in der sämtliche historischen Ereignisse aus dieser Zeit detailliert aufgezählt sind.


Fazit:
Großartige Fortsetzung der Familiensaga im Berlin der 1950er mit vielen geschichtlichen Details, die geschickt in die Handlung verwoben sind. Nun bin ich schon sehr auf Floris Geschichte gespannt!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Auftakt der Reihe um die Schwestern vom Ku'damm

Die Schwestern vom Ku'damm: Jahre des Aufbaus von Brigitte Riebe

Kurz zum Inhalt:
Berlin, 1945. Das Kaufhaus Thalheim am Ku'damm liegt in Trümmern. Die Familie, allen voran Familienvater Fritz, seine neue Frau Claire, und die Töchter Ulrike, Silvie und Florentine sind fassungslos. Und Sohn Oskar ist immer noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrt.
Rike, die Älteste, will das Kaufhaus um jeden Preis wieder aufbauen, doch es ist ein beschwerlicher Weg.

Und bevor das Kaufhaus an alter Stelle im neuen Glanz erstrahlen kann, muss erstmals in einem anderen Gebäude ein Ausweichquartier eingerichtet werden.
Rike ist eine gewiefte Geschäftsfrau und lässt sich mit neuen bunten Stoffen und einer Modenschau auf den Trümmern der Stadt neue Ideen zur Geschäftsbelebung einfallen.
Doch der Weg ist beschwerlich, und der Erfolg nicht immer so wie erhofft, und als Rike dann auch noch ein Familiengeheimnis erfährt, scheint nichts mehr so wie früher...


Meine Meinung:
"Jahre des Aufbaus" ist der erste Teil der Trilogie um die Thalheim-Schwestern. In diesem Teil steht Rike, die Älteste, im Fokus.
Die Familiengeschichte ist unheimlich spannend zu verfolgen, und es passiert immer etwas Neues.
Gespickt ist das ganze mit historischen Details, zB die Trümmerfrauen, die Besatzungszonen, die neue Währung und die Gründung der DDR. Historische Details sind geschickt ins Geschehen verwoben, die detaillierte Beschreibung des damaligen Berlins und des beschwerlichen Lebens der Menschen in der Nachkriegszeit ließen das Gefühl entstehen, mitten dabei zu sein.

Im Prolog erfährt man über das Kaufhaus Thalheim im Jahr 1932, als es noch ein florierender Betrieb war. Fritz betrieb das Kaufhaus mit seinem Partner Markus Weißgerber, einem Juden. Dieser konnte Deutschland später noch rechtzeitig verlassen.
Die eigentliche Geschichte spielt in den Jahren 1945 bis 1951.
Die Schreibweise ist angenehm zu lesen, mit viel direkter Rede. Man fiebert mit den Figuren mit, über ihr Schicksal, und hofft, dass sie alle Probleme gut lösen können. Man leidet mit Rike, hat mit ihr Liebeskummer, und freut sich über jeden positiven Fortschritt.
Gut fand ich, obwohl Rike im Mittelpunkt steht, dass man immer über alle Familienmitglieder, auch über Onkel Carl und die Cousins gelesen hat, so dass der Fokus nicht zu sehr auf Rike liegt.
Die drei Schwestern sind komplett unterschiedliche Charaktere - Silvie fand ich zu oberflächlich, und Florentine geht leider ein bisschen unter. Das ist wahrscheinlich so gewollt, denn in den anderen beiden Bänden ist jeweils eine andere Schwester die Hauptfigur.
Eine Lieblingsfigur von mir war auch Miri Sternberg, eine Jüdin, die während des Krieges untertauchen konnte und eine begnadete Designerin und gute Freundin von Rike ist und ohne die das Modekaufhaus Thalheim bestimmt nie zu solchem Glanz gekommen wäre.
Das Familiengeheimnis ist auch sehr schwerwiegend, und nur der Großvater, der in der Schweiz lebte und das Tagebuch von Rikes und Silvies verstorbener Mutter Alma aufbewahrt hat, wusste Bescheid.

Sehr interessant und lehrreich ist auch die Zeittafel am Ende des Buches, in der die historischen Ereignisse detailliert aufgezählt sind.


Fazit:
Kurzweiliger Auftakt einer Familiensaga im Berlin der Nachkriegszeit mit vielen geschichtlichen Details, die geschickt in die Geschichte verwoben sind.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Die Haferhorde - wie alles begann

Die Haferhorde - Vorlesegeschichten mit Schoko und Keks,2 Audio-CDs von Suza Kolb

Kurz zum Inhalt:
Die beiden Shetland-Ponys Schoko und Keks leben auf Gut Dammbüll mit ihren beiden Shetland-Freunden Wotan und Lasse. Die Pferde Ole und Gräfin sind auch noch mit dabei und natürlich die Zweibeiner Lotte und Frau Blümchen.
Zehn eigenständige Geschichten berichten aus der Zeit, bevor Schoko und Keks auf den Blümchenhof kamen.

Eine Geschichte erzählt, wie Schoko und Keks zu Kutschenponys werden.
In einer anderen Geschichte nehmen die Ponys an der Wattmatscholympiade teil.
Und dann erfährt man noch, wie der Haflinger Toni und der Hund Bruno zu ihnen auf den Hof kommen.
Ganz besonders toll ist die Geschichte von Schokos und Lottes erstem Schultag!


Meine Meinung:
Die Haferhorde Vorlesegeschichten sind Geschichten aus der Zeit, bevor Schoko und Keks auf den Blümchenhof kamen.
Es sind einzelne kurze Episoden; uns wäre eine zusammenhängende Geschichte, wie bei den anderen Haferhorde-Abenteuern irgendwie lieber gewesen.
Aber da die Vorlesegeschichten für Kinder ab5 Jahren gedacht sind, sind in sich geschlossene kürzere Geschichten sicherlich besser, um 'dran zu bleiben'.

Die Vierbeiner sind wieder witzig wie eh und je, und man lauscht den Hoppalas und Chaos-Geschichten einfach immer wieder gerne! Besonders toll sind natürlich die ausgefallenen Pony-Wortschöpfungen, wie zB monstermohrrübenstark.
Trotzdem haben die Geschichten auch einen Lehrwert über Freundschaft und Zusammenhalt. Es ist immer was los, und Schoko stellt so viele Dinge an - es wird nie langweilig, seinen Abenteuern zuzuhören.
Meine Tochter kennt alle Hörbücher von der Haferhorde und da waren die Vorlesegeschichten über Schokos und Keks' Zeit, bevor sie auf den Blümchenhof gekommen sind, natürlich ein Muss!

Bürger Lars Dietrich spricht die Geschichten in gewohnter Weise mit viel Witz und Humor, guten Betonungen und natürlich mit einer für jeden Charakter anderen Stimme. So erkennt man sofort, wer gerade spricht.
Das Cover entspricht jenem der Printausgabe und zeigt Schoko und Keks in den Dünen - früher lebten sie ja am Meer.


Fazit:
Witzige Geschichten aus der Zeit vor dem Blümchenhof. Ein Muss für alle Fans von Schoko und der Haferhorde! Monstermohrrübenstark!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

das etwas andere Kritzel-und-Mitmach-Buch

Leles Geheimclub, Band 1: Keine Kings im Hauptquartier von Gröner Sabina

Leles Geheimclub ist für meine Tochter und mich ein ganz neues Konzept des Kinderbuchs (zumindest kennen wir bisher kein Buch in dieser Art): ein Mitmach-und-Kritzel-Buch. Somit kann man dem Buch seine persönliche Note aufdrücken.
Es gibt immer wieder Seiten, die die Geschehnisse der Geschichte aufgreifen und wo die Leserinnen dann selbst Listen erstellen, Dinge eintragen oder rumkritzeln und malen können.

Auch die Geschichte selbst ist dem Zielgruppenalter angepasst: zwei verfeindete Gruppen (Mädels und Jungs), die sich gegenseitig Streiche spielen.
Die Queens, das sind die Listenschreiberin Lele, Skateboarderin Cleo und das 'lebende Wörterbuch' Elif.
Die Kings bestehen aus Elifs Bruder Devin, Kolja und dem Parkour-Meister Loris.
Jede Bande hat ein eigenes Quartier, doch die Jungs wollen lieber die luftige Dachterrasse der Mädchen als das finstere Kellerloch, in dem sie derzeit ihr Clubquartier haben.
Es gibt natürlich viele Streitereien; es werden einem die Gedanken der Kids nähergebracht - man fühlt sich mittendrin im Geschehen.

Doch es ist auch ein Lehrwert gegeben: Als der Yorkshire-Terrier des Hausmeister-Paares namens Tiffi plötzlich verschwindet, auf den Lele aufpassen sollte, halten die verfeindeten Banden zusammen und gehen auf gemeinsame Rettungsmission.
Somit vereint das Buch das Aufzeigen und die Klärung von Jugendproblemen, Freundschaft, Zusammenhalt, das Finden von Lösungsmöglichkeiten, Kreativität und man kann seine künstlerische Ader ausleben.

Die Geschichte ist schön und leicht verständlich zu lesen, die vorkommenden Fremdwörter (Elif ist ja das "wandelnde Wörterbuch") werden natürlich erklärt und man freut sich natürlich über das Happy-End. Leider waren die vielen Seiten mit Listen und auch die Kritzel-Seiten meiner Tochter dann irgendwann zu viel; wir vergeben 4 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Emotionaler und fesselnder Roman über die Zeit um den Ersten Weltkrieg aus Sicht von zwei starken Frauen

Die Charité: Aufbruch und Entscheidung von Ulrike Schweikert

Kurz zum Inhalt:
Dr. Rahel Hirsch kommt 1903 nach Berlin, um als erste Frau an der Charité als Ärztin zu arbeiten. Sie musste in der Schweiz studieren, da es diese Möglichkeit für Frauen in Deutschland noch nicht gab. Doch als einzige Frau hat sie es dort nicht leicht.
Die 21jährige Barbara Schubert ist indes nach Berlin gekommen, um bei ihrer Tante Marlene und ihrem Cousin Franz zu wohnen, und um endlich Geld verdienen zu können.

Doch aufgrund der vielen Arbeitssuchenden ist die Lage nicht leicht, und sie landet schließlich in der Wäscherei der Charité, wo sie bis zum Umfallen schuften muss.
Der Weg der beiden Frauen kreuzt sich, und obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, entwickelt sich schnell eine Freundschaft zwischen den beiden.
Barbara kämpft für die Rechte der Frauen in allen Belangen, und Rahel in ihrem Bereich. Doch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verändert nicht nur für die beiden Frauen das Leben für immer...


Meine Meinung:
"Die Charité - Aufbruch und Entscheidung" ist der zweite Teil um die Berliner Charité, allerdings ist es ein komplett eigenständiger Band.
Ulrike Schweikert ist es wunderbar gelungen, die Leser in den Bann der damaligen Zeit zu ziehen: die Ungleichbehandlung und Unterdrückung der Frauen, die sich endlich Gleichberechtigung in allen Bereichen erkämpfen wollen; politisches Zeitgeschehen; Kriegshandlungen; und medizinische Forschungen, Entwicklungen und Fortschritte.
Es steckt viel Recherche in dem Buch, und die erwähnten Ärzte, Wissenschaftler und Pioniere gab es tatsächlich - ebenso ist Rahel Hirsch eine historische Figur, über deren Privatleben jedoch kaum etwas bekannt ist, daher hat die Autorin eine Geschichte drumherum gesponnen und Figuren dazu erdacht.
Es passiert so viel in der damaligen Zeit, vor allem auf dem medizinischen Sektor; man hat das Gefühl, direkt dabei gewesen zu sein, als zB das Serum gegen Syphilis entdeckt wurde.
Man leidet mit den Frauen mit, die für harte Arbeit viel weniger bezahlt bekamen und abends dann auch noch die Hausarbeit erledigen mussten. Doch als dann der Krieg ausbrach, waren sie plötzlich gut genug, um in typischen Männerbereichen zu arbeiten.
Man lernt auch viel über die politischen Hintergründe des Krieges und über die Schlachten, jedoch alles so fesselnd verpackt, dass man auch das Gefühl hatte, mittendrin im Schützengraben zu liegen.
Das Buch hat mich sehr berührt und zum Nachdenken gebracht.
Das Cover ähnelt jenem des ersten Teils und ist somit als zusammengehörig erkennbar.


Fazit:
Mitreißendes historisches Dokument in einem spannenden Roman verpackt mit zwei starken Protagonistinnen in einer schweren Zeit.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Eine aufregende Rettungsaktion

CanGu und das Vogeldesaster von Audrey Harings

Kurz zum Inhalt:
Kater Canelo und Katze Simba retten ein Vogeljunges auf einer Müllkippe und bringen es zur Pflege zu den befreundeten Ratten in den Kanal.
Doch als das Vogeljunge die Ratten angreift, muss es in einen Käfig gesperrt werden.
Als dann ein Küken vom Bauernhof abhaut und sich in den Kanal verirrt, wird es gefährlich für das Küken, denn das Vogeljunge konnte sich aus dem Käfig befreien!
Das ist eine Mission für das CanGu-Team: kann das kleine Küken gerettet werden?


Meine Meinung:
"CanGu und das Vogeldesaster" ist der 4.

Teil der Reihe um Kater Canelo und Hündin Gucci (daher auch der Name "CanGu").
Die Geschichte ist in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Zu Beginn gibt es ein Vorwort, erzählt vom jungen Kater Saphir, in dem er alle Protagonisten vorstellt und die Geschichte des CanGu-Teams erklärt. Das ist informativ für alle CanGu-Neulinge aber auch nochmal eine gute Zusammenfassung für alle, die das CanGu Team bereits kennen.
Die Schreibeweise ist für Kinder leicht verständlich und mit viel direkter Rede, was die Geschichte noch lebendiger macht. Die Handlung lässt sich gut verfolgen, und detailreiche schwarz-weiß Illustrationen untermalen das Gelesene. Es gibt natürlich ein Happy End.
Die Geschichte ist sowohl witzig (meine Tochter und ich lieben das niedliche Küken!) als auch lehrreich (es wird auf die schlimme Umweltverschmutzung durch die Menschen hingewiesen), man lernt auch viel über Freundschaft, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Tierrettung.
Wir haben mit den Tieren mitgefiebert und wurden wieder sehr gut unterhalten.


Fazit:
"CanGu und das Vogeldesaster" ist eine wundervolle Geschichte über eine Tierrettung, über Freundschaft, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft; mit vielen schönen schwarz-weiß Illustrationen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.