Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
Grandiose Fortsetzung des Troubadour: Auf der Suche nach dem Heiligen Gral
Reliquiae von Christoph Görg
Kurz zum Inhalt:
Niki Wolff ist wieder im Mittelalter im Jahr 1193 angelangt: Nach der Gefangennahme von Richard Löwenherz werden Ritter Hadmar von Kuenring und Herzog Leopold von Österreich vom Papst exkommuniziert.
Um diese Exkommunikation aufheben zu lassen, sollen die Ritter Nikolaus von Dürnstein (besser bekannt als "Blondie", der Troubadour), Ritter Joachim von Senftenberg, und der junge Hadmar von Kuenring samt Gefolge sowie Ottokar von Pressburg, im Auftrag von Herzog Leopold, nach Konstantinopel reisen, um eine würdige Reliquie für den Papst zu finden.
Und Niki hat natürlich eine tolle Idee: es soll nicht irgendetwas sein - nein, es soll der Heilige Gral sein!
Wird es den Freunden gelingen, die Reliquie zu finden und sicher nach Dürnstein zu bringen?
Meine Meinung:
"Reliquiae - Die Konstantinopel-Mission" ist die Fortsetzung von "Troubadour - Die Löwenherz-Verschwörung", in der Niki Wolff aus Dürnstein der Gegenwart wieder im Mittelalter landet, im Sommer 1193.
Und ich bin wieder genauso begeistert! Obwohl es schon etwas länger her ist, dass ich den Troubadour gelesen habe, war ich sofort wieder mitten drin in der Geschichte und es war schön, alle alten Bekannten wiederzutreffen: Niki, seine Freundin Edeltrud (genannt Engel) und deren Bruder Bertram, Nikis Erzfeind Bertram von Kuenring, Ritter Joachim von Senftenberg, Bruder Severinus und die Söhne des Schmieds, Gottfried und Gerwald, die sich alle gemeinsam auf die gefährliche Mission aufmachen.
Ein mitreißender und humorvoller Schreibstil zieht den Leser von der ersten Seite in den Bann. Die Figuren sind authentisch gezeichnet, deren Gefühle sind gut dargestellt und nachvollziehbar, und die Beschreibungen der Landschaft, der damaligen Kleidung sowie Sitten und Gebräuche waren so lebendig, dass man das Gefühl hatte, bei der Reise dabei gewesen zu sein!
Die bunt zusammengewürfelte Reisegruppe erlebt jede Menge Abenteuer; und obwohl die Männer Engel eigentlich nicht mitnehmen wollten, waren sie später doch froh, dass sie die junge Frau (die sich als Mann verkleidet hatte) mit dabei hatten - sie war oftmals die einzige Rettung!
Ausgesprochen gut haben mir der Ausflug in das alte Wien und die Vergleiche zur Jetztzeit gefallen. Und dabei natürlich der Stephansdom - denn diesen kannte ich besonders gut aufgrund einer Führung mit der Klasse meiner Tochter.
Man hat mit den Freunden mitgefiebert, vor allem bei der Durchquerung des Räuberwaldes, bei den beiden Kämpfen darin, bei der anschließenden Überquerung des Balkantors, bei der Suche nach der Reliquie (dabei musste ich an Indiana Jones denken ;) und dann natürlich die wilde und gefährliche Verfolgung durch die Kriegsmönche.
Es gab natürlich auch ein Happy-End, aber anders als erwartet.
Viele Zitate aus Filmen und österreichischen Liedern peppen die Geschichte nochmals auf.
Besonders hervorheben möchte ich auch die beiden Karten im Inneren der Buchrücken: einmal die Karte, auf der man den Reiseweg durch Europa nachvollziehen kann; und eine Stadtkarte des damaligen Konstantinopel, auf der man die Abenteuer der Freunde im ehemaligen Byzanz verfolgen konnte.
Ich musste sehr viel lachen bei diesem Buch; ich habe mit Niki und seinen Freunden mitgefiebert, habe mit ihnen gelitten, mich mit ihnen gefreut; kurz - dieses Buch hat mich sehr gut unterhalten und ich habe Niki, Engeltrud und Bertram immer noch sehr ins Herz geschlossen und freue mich schon sehr auf den geplanten dritten Teil der Reihe!
Fazit:
Der etwas andere historische Roman: Fakten und Fiktion mit viel Humor, Liebe, Erotik und ein spannendes Abenteuer. Ich freue mich auf die Fortsetzung und vergebe sehr gerne wieder 5 Sterne!
Grandiose und spannende Fortsetzung der Bildermacherin-Reihe!
Die Bildermacherin und der böse Wolf von Christiane Omasreiter; Kathrin Scheck
Kurz zum Inhalt:
Die Fotografin Amalia Engl zieht nun endgültig zurück nach Pfunders im Pustertal in das Haus ihrer kürzlich verstorbenen Großmutter Zille.
Ihr Freund Felix hat sich mittlerweile von ihr getrennt, da es so lange gedauert hat, bis sie sich zu einem fixen Umzug nach Pfunders entschließen konnte und ist nun mit der Wolfs-Forscherin Dr.
Bettina Sommer zusammen, die sich gemeinsam mit ihrer Kollegin Celina Uhlig für das Wiederansiedeln der Wölfe und deren Schutz einsetzt. Was nicht leicht ist bei der eingeschworenen Dorfgemeinschaft, die die Wölfe als große Gefahr ansehen.
Als dann auch noch Celina von Amalia auf einer Skitour zerfleischt im Schnee aufgefunden wird, ist den Bewohnern klar: die Wölfe müssen weg!
Doch bald stellt sich heraus: die Wölfe waren nicht der Grund für den Tod der jungen Biologin und bald stößt Amalia bei ihren Nachforschungen im Ort auf Feindseligkeiten, Geheimnisse und unschöne Liebschaften. Wer hat Celina ermordet und warum?
Meine Meinung:
"Die Bildermacherin und der böse Wolf" ist der zweite Teil um die Fotografin Amalia Engl, der in Südtirol spielt. Die Geschichte ist in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden; alle wichtigen Vorkommnisse aus Band 1 sind geschickt in die Geschichte integriert.
Der Schreibstil von Christiane Omasreiter und Kathrin Scheck ist so lebendig und mitreißend, und sämtliche handelnden Personen und vor allem das Pustertal, Pfunders und die ganze Gegend dort sind so anschaulich beschrieben, dass ich sofort wieder in Südtirol war!
Auch das Einfließen von typischen Südtiroler Ausdrücken (inklusive Glossar im Anhang; auch mit Erklärungen zu Landschaft und Orten), der Lokalkolorit, die äußerst sympathische Protagonistin und die authentische Geschichte, der Verlauf und die glaubhafte Auflösung machen das Buch zu einem Leseerlebnis!
Die beiden Autorinnen schaffen es wie kaum ein/e andere/r Autor/in, die Figuren lebendig werden zu lassen bzw. Figuren zu erschaffen, die polarisieren. Und was mir besonders gut gefällt und ich erst selten erlebt habe: wie lebensecht und glaubhaft nicht nur die Personen, sondern v.a. auch die Fälle sind! Direkt aus dem Leben gegriffen mit echten Gefühlen und nachvollziehbaren Taten und Handlungen (und nicht irgendein abstruses Konstrukt für die Motive des Täters...).
Den Autorinnen ist es auch wunderbar gelungen, mich bis kurz vor Schluss im Dunklen tappen zu lassen, immer wieder tippt man auf eine andere Person als Mörder; wirklich erst kurz vor Ende war mir dann klar, wer der Täter war!
Das Cover zeigt die wunderschöne Landschaft Südtirols, allerdings in düsteren Farben, mit einem edlen wilden Wolf im Vordergrund.
Fazit:
Spannender und authentischer Krimi mit einem wunderschönen Setting in Südtirol, einer sympathischen Protagonistin und einer nachvollziehbaren Auflösung. Ich vergebe sehr gerne wieder 5 Sterne und freue mich schon auf die Fortsetzung!
Weihnachts-Wohlfühl-Roman mit einem zuckersüßen Protagonisten
Kater Anton und der Weihnachtsengel von Angela Troni
Kurz zum Inhalt:
Ella und ihr Kater Anton sind zurück aus Frankreich - doch Ella hat Liebeskummer, da ihre Beziehung mit Xavier erstmal auf Eis gelegt ist.
Stattdessen stürzt sie sich mit einer Vehemenz in die Arbeit: ihr neu gegründetes Geschäftsmodell, mit dem sie die berühmten Honigkuchen von Madame Bernard aus Dijon in Deutschland zur Weihnachtszeit verkaufen will.
Doch als Jungunternehmerin hat sie es schwieriger als gedacht, und die Arbeit nimmt sie voll in Anspruch. Anton fühlt sich natürlich vernachlässigt und streift umso mehr in der Gegend herum. Dabei lernt er den Jungen Samuel kennen, der in Schwierigkeiten steckt. Dem will Anton natürlich helfen.
Und als dann auch noch Antons Liebste, Siamkatzendame Lissy, zu ihm und Ella zieht, weil Oma Gerda sich das Bein gebrochen hat, scheint sein Leben perfekt zu sein...
Meine Meinung:
"Kater Anton und der Weihnachtsengel" ist der zweite Teil um den liebenswürdigen Kater und sein Frauchen Ella. Die Geschichte kann jedoch eigenständig gelesen werden; alle wichtigen Vorkommnisse aus dem Vorgängerband werden hinlänglich erklärt und in die Geschichte verwoben.
Der Schreibstil von Angela Troni ist flott, humorvoll, kurzweilig. Es ist eine weihnachtliche Wohlfühl-Lektüre, die gute Laune macht, mit einem zuckersüßen kätzischen Protagonisten, den man einfach ins Herz schließen muss.
Die Szenen sind abwechselnd aus Sicht von Anton, bei der man toll in dessen Gedankenwelt abtauchen kann, bzw. im Erzähl-Stil geschrieben.
Selbstverständlich gibt es - wie es sich für einen Weihnachts-Wohlfühl-Roman gehört - ein Happy End in allen Bereichen.
Von den Nebenfiguren möchte ich noch Isi, Ellas beste Freundin erwähnen - denn so eine Freundin wünscht sich jede Frau! Extrem hilfsbereit, und immer ein offenes Ohr und gute Ratschläge-aber nicht aufdringlich!
Und natürlich Oma Gerda mit ihrer Lissy. So eine Nachbarin hätte sicher auch jeder (und jede Katze-ich sag nur: Leckerlis) gern :)
Besonders hervorheben möchte ich den Humor, wenn Kater Anton die Menschen aus seiner Sicht betrachtet. Dabei war natürlich am witzigsten sein Vergleich von Ella mit einer rolligen Katze - ich musste so viel lachen! :) und folgende Zitate:
S. 204 "Nein danke, es muss nicht besonders schön sein. Es ist für meine Schwiegermutter."
S. 205 "Und Gott am sechsten Tag so: 'Ach komm, scheiß drauf! Morgen ist Abgabe, ich lass das jetzt so'"
Und ein schöner, wahrer Satz:
S. 249 "Freiheit ist, etwas zu dürfen. Freiheit ist aber auch, etwas nicht zu müssen."
Das Cover passt auch sehr gut zur Geschichte und in die Weihnachtszeit: Ein extrem süßer Kater (auch wenn Anton schon erwachsen ist ;) schaut den Leser mit großen Augen direkt an, dahinter die Winterlandschaft, und das ganze in weihnachtlichen Farben.
Fazit:
Ein winterlicher Weihnachts-Wohlfühl-Roman mit einem zuckersüßen Protagonisten, den man nicht nur zu Weihnachten lesen kann. Ich wurde sehr gut unterhalten und vergebe 5 Sterne!
Auftakt einer schwedischen Polit-Thriller-Trilogie
Blutblume von Boije af Gennäs Louise
3,5 Sterne
Kurz zum Inhalt:
Die 24jährige Sara aus der Kleinstadt Örebro hatte es in letzter Zeit nicht leicht im Leben - sie wurde vergewaltigt, und etwa ein halbes Jahr später kam ihr Vater unter mysteriösen Umständen beim Brand des Ferienhauses der Familie ums Leben.
Daraufhin zieht sie nach Stockholm, um dort auf andere Gedanken zu kommen.
Sie arbeitet in einem kleinen Imbiss, bis sie dort Bella kennenlernt, die ihr nicht nur einen Job in der PR-Agentur anbietet, in der sie arbeitet, sondern Sara darf auch von ihrer schäbigen Vorstadtwohnung zu Bella in ihr luxuriöses Apartment ziehen.
Doch es geschehen immer mehr seltsame Dinge, die Sara an ihrem Verstand zweifeln lassen. Passieren diese Geschehnisse tatsächlich, oder bildet sie sich alles nur ein aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung? Bald weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann; nichts scheint, wie es ist.
Und sie findet in ihrem Elternhaus viele Ordner ihres Vater, in denen er Zeitungsausschnitte zu politischen Skandalen in Schweden seit den 70er Jahren gesammelt hat. Ob und wie hängen diese Ordner mit den seltsamen Vorkommnissen in Zusammenhang?
Meine Meinung:
"Blutblume" ist der erste Teil einer Trilogie, was mir erst nicht so ganz bewusst war. Leider ist dies in der Inhaltsangabe nur einmal kurz erwähnt, was ich wohl übersehen hatte. Direkt am Cover ist auch nichts vermerkt.
Die Geschichte ist aber in sich geschlossen. Mehr oder weniger - natürlich wurde eine entscheidende Sache für die Folgebände offen gelassen.
Die Geschichte ist in ich-Form von Sara geschrieben, somit kann man als Leser noch tiefer in die Gedanken- und Gefühlswelt von Sara eindringen und nimmt alles noch intensiver wahr.
Louise Boije af Gennäs hat mit ihrer Widerstandstrilogie eine Geschichte politischer Verschwörungen unerklärlichen Ausmaßes geschrieben: wie viel Macht hat der Staat? Bzw. wieviel vertuschen die Obrigkeiten, um sich und ihresgleichen zu schützen? Glauben Menschen mit Geld und an der Macht tatsächlich, dass Gesetze für sie nicht gelten und sie mit allem durchkommen?
Sehr befremdlich und vor allem angsteinflößend finde ich, dass diese Zeitungsartikel und diese unaufgeklärten Affären echt sind. Mich überkommt es kalt, wenn ich daran denke, dass dies alles Realität ist. Intrigen, Täuschungen, Manipulation und Menschenhandel in einem Land, das als eines der sichersten, fortschrittlichsten und sozialsten (!!) Europas gilt.
Meine Meinung zu dem Buch ist zwiegespalten: einerseits fand ich es extrem spannend, was Sara zugestoßen ist und wie mit ihrer Psyche gespielt wird. Nichts ist, wie es scheint. Ich jedoch habe zu keiner Zeit an Saras Verstand gezweifelt.
Doch manchmal war es etwas langatmig - vor allem die trockenen (aber dennoch höchst interessanten) Zeitungsausschnitte haben den Lesefluss immer wieder etwas unterbrochen. Und auch das Wer und Warum, was Sara passiert ist, hat sich nur ganz langsam aufgebaut, und der Schluss hingegen wurde viel zu schnell abgehandelt.
Auch ist mir überhaupt nicht klar, warum Sara derart gejagt und mit ihrem Verstand gespielt wird. Ist in ihrer Vergangenheit noch etwas passiert, das sie aus ihrem Gedächtnis verdrängt hat? Denn sonst hätte 'man' einfach die Akten von ihrem Vater stehlen und entsorgen können, denn dann wäre sie diesen verschwiegenen Affären nie auf die Spur gekommen... Aber das wird sich wohl auch erst in den Folgebänden auflösen.
Ich bin neugierig, wie sich die ganze Geschichte (fiktiv) aufklären wird.
Die Bedeutung des Käfers auf dem Cover erschließt sich erst beim Lesen, doch leider ist der falsche Käfer abgebildet. Darauf hätte man eigentlich achten können.
Fazit:
Auftakt einer Widerstands-Trilogie, bei der eine taffe junge Frau gegen die Machtkämpfe und Verwirrspiele der Reichen und Mächtigen kämpft. Ich vergebe 3,5 Sterne.
Wie aus vielen einzelnen Bewohnern eine Gemeinschaft wird. Gelungener Auftakt einer Reihe um die Familie Flickenteppich
Familie Flickenteppich 1. Wir ziehen ein von Stefanie Taschinski
Kurz zum Inhalt:
Die 8 jährige Emma zieht mit ihren Geschwistern Ben und Jojo und Papa in das Haus mit der Nummer 11 ein. Dort gibt es viele neue Mitbewohner - wie werden sie wohl sein?
Die Kinder freunden sich schnell mit den Geschwistern Tarek und Aylin an. Nur die Neumanns aus dem Erdgeschoß sind leider nicht so leicht freundlich zu stimmen.
Und die alte Frau Becker wird von allen Kindern einfach Oma Becker genannt. Die Bewohner der Nummer 11 sind somit eine große Familie - wie ein Flickenteppich!
Nur der mysteriöse Graf aus dem Erdgeschoß, den noch niemand zu Gesicht bekommen hat, will da nicht mitmachen. Doch es wäre gelacht, wenn die Familie Flickenteppich dem Geheimnis des Grafen nicht auf die Spur kommen würde...
Meine Meinung:
"Familie Flickenteppich - Wir ziehen ein" ist der erste Band um die bunt zusammengewürfelten Bewohner des Hauses mit der Nummer 11.
Da unsere Hausnummer auch die Elf ist, mussten wir dieses Buch natürlich unbedingt lesen! Und wir waren total bezaubert von dieser fantasiereichen und wunderschönen Geschichte. Es ist spannend, aufregend und lehrreich: eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft. Gemeinsam kann man alle Probleme lösen!
Wir haben mit den Kindern mitgefiebert, als sie ins neue Haus gezogen und die anderen Bewohner kennengelernt haben; als sie in die neue Schule mit den neuen Mitschülern kamen; und natürlich als sie sich auf die Lauer gelegt haben, um endlich diesen mysteriösen Grafen aufzuspüren.
Es gibt viele liebevolle Details; zB Jojo mit ihrer Stoffschildkröte Gerti; oder Oma Becker mit ihrem Sittich namens Darling, der immer in der Zimmerlinde auf dem Gang sitzt.
Die Schreibweise ist so mitreißend und lebendig, sodass man das Gefühl hat, mittendrin im Haus Nummer 11 zu sein!
Auch das farbenfrohe Cover und die vielen färbigen Illustrationen im Buch peppen die Geschichte nochmal auf.
Fazit:
Aufregendes Abenteuer um einen Neuanfang: Neue Wohnung, neue Mitbewohner, neue Schule, neue Freunde. Und das Lösen eines Geheimnisses. Spannend und unterhaltsam - sowohl für Buben als auch Mädchen! Wir vergeben 5 flickenteppichstarke Sterne!
Wieder grandios! Der zweite Teil der Reihe um die Anwältin Linn Geller
Familie Flickenteppich 1. Wir ziehen ein von Stefanie Taschinski
Kurz zum Inhalt:
Kurz vor Weihnachten wird "Jo" Johannes Haug, der erwachsene Pflegesohn von Ines Schneider beschuldigt, seine Pflegemutter getötet zu haben. Für alle aus dem kleinen Dorf in der Schwäbischen Alb ist er eindeutig der Täter, denn er "trägt ein Gewalttäter-Gen in sich", und außerdem hat er angeblich vor 20 Jahren seine Jungendfreundin Vanessa grausam getötet und ausgeweidet.
Nur konnte man ihm die Tat damals nicht nachweisen.
Als dann auch noch plötzlich der Hammer auftaucht, mit dem Jo Vanessa vor vielen Jahren erschlagen haben soll, werden die Ermittlungen in dem alten Fall wieder aufgenommen.
Jos Pflichtverteidigerin Linn Geller hält allerdings nichts von diesen Vorurteilen und geht jeden Hinweisen akribisch nach - doch das gefällt der Dorfgemeinschaft überhaupt nicht und sie kommt dabei gefährlichen Geheimnissen auf die Spur...
Meine Meinung:
"Nebeljagd" ist der zweite Teil um die Stuttgarter Rechtsanwältin Linn Geller und ihrem Kanzleipartner Götz Nowak. Der Fall ist jedoch in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden.
Alle Charaktere sind detailliert ausgearbeitet, mit eigenen Charakterzügen und Ecken und Kanten. Linn ist eine äußerst sympathische und authentische Frau, in die man sich hineinversetzen kann. Auch ihr innerer Zwist ist gut dargestellt - einerseits möchte sie den Wünschen ihres Mandanten nachkommen, immerhin hat juristisch jeder Mensch das Recht auf bestmögliche Verteidigung, andererseits ist sie von den Taten abgeschreckt und glaubt immer wieder aufgrund der Beweise und Haugs Verhalten, dass dieser der Täter ist. Natürlich will sie nicht dazu beitragen, dass ein Täter freikommt und möglicherweise wieder mordet. Deshalb ermittelt sie mit einer Vehemenz und verbeißt sich in den Fall.
Die Geschichte hat eine tolle Dynamik; die Szenen sind spannend, man kann toll mit Linn mitermitteln (und rätseln) aufgrund der vielen vorkommenden (tatverdächtigen) Personen; und immer wieder tauchen neue Spuren auf, die Zweifel an Haugs Schuld oder Unschuld aufkommen lassen.
Auch der Zusammenhalt der eingeschworenen kleinen Dorfgemeinschaft und die "Hexenjagd" auf einen ungeliebten Mitbewohner lassen einen den Kopf schütteln - ein ehemaliger Polizist, die Jäger aus dem Dorf... Doch so ist es wohl tatsächlich in kleinen abgelegenen Ortschaften.
Somit ist die Story authentisch, realitätsnah und lebendig.
Auch die (private) Entwicklung der Beziehung zwischen Linn und Götz bzw. Linns Bekanntschaft aus dem ersten Teil, Marc Harris aus England, hat mich überrascht und hat mir gefallen - ebenso wie die Auflösung um den Täter am Mord von Ines und Vanessa.
Ich bin wieder (fast) genauso begeistert wie vom ersten Band "Totwasser", denn Julia Hofelich schafft es wie kaum ein/e andere/r Autor/in, die Figuren lebendig werden zu lassen bzw. Figuren zu erschaffen, die polarisieren. Und was mir besonders gut gefällt und ich erst selten erlebt habe: wie lebensecht und glaubhaft nicht nur die Personen, sondern v.a. auch die Fälle sind! Direkt aus dem Leben gegriffen mit echten Gefühlen und nachvollziehbaren Taten und Handlungen (und nicht irgendein abstruses Konstrukt für die Motive des Täters...).
Fazit:
Gelungener und spannender zweiter Teil um die Rechtsanwältin Linn Geller. Der erste Band hat mir jedoch um einen Ticken besser gefallen, daher vergebe ich diesmal 'nur' 4,5 Sterne ;)
Skurriler kindgerechter Katzen-Krimi
Ferris Ein Kater sieht rot. von Zimmermann Irene
Kurz zum Inhalt:
Kater Ferris hat es sich in einem verlassenen Haus gemütlich gemacht: die Waschmaschine ist sein Schlafplatz, Eichhörnchen Uwe ist sein Sicherheitsmann und Waschbär Rüdiger der Hausmeister.
Und das wichtigste: Im Keller lagern 46 Kartons Hering in Tomatensoße - zum Öffnen hat er die zwei Mäusedamen Marlene und Alice.
Doch diese sind eines Tages plötzlich verschwunden!?! Niemand sonst kann die Heringsdosen öffnen. Ferris muss so lange hungern, bis er die beiden findet. Doch wo können sie bloß sein?
Meine Meinung:
"Ferris - Ein Kater sieht rot" ist eine humorvolle tierische Krimigeschichte über die chaotische Suche nach den beiden Mäusedamen. Und was anfangs wie ein harmloser Spaß der Mäuse ausgesehen hat, entpuppt sich bald als Entführungs- und Erpressungsfall! Denn die garstige Katzendame Queen, die neu ernannte Chefin des Viertels, hat die Mäuse entführt und will nun viele Dosen Hering als Lösegeld von Ferris haben.
Das lässt dieser sich jedoch nicht gefallen - doch viele Pannen geschehen, und so ist es für Ferris, Rüdiger und Uwe nicht einfach, die beiden Mäusedamen zu retten.
Witzig war die Disco-Ratte Jenny-Lou und Ferris' Nachbar Otti Knirschke (übrigens der einzige vorkommende Mensch), der zwar Ferris in sein Herz geschlossen hat, nicht jedoch Waschbär Rüdiger.
Die Illustrationen sind in schwarz/blau/rot gehalten und untermalen das Gelesene nochmals. Allerdings sagt der Zeichenstil meiner Tochter und mir nicht so ganz zu - Ferris sieht mehr aus wie eine haarige Kugel als wie eine Katze ;)
Ganz toll ist die Vorstellung aller handelnden Tiere (und Otti Knirschke ;) mit Abbildungen ganz zu Beginn des Buches, das erleichtert das Verständnis.
Fazit:
Ein skurriler witziger Katzen-Krimi über die chaotische Rettung zweier Mäusedamen. Wir vergeben 4 tierische Sterne.
Spannender Cold Case - was geschah vor 30 Jahren?
Bis ihr sie findet von Lodge Gytha
3,5 Sterne
Kurz zum Inhalt:
Bei einem Zeltausflug im Wald mit ihrer Schwester Topaz und deren fünf Freunden im Alter zwischen 15 und 18 verschwindet die 14jährige Aurora spurlos. Keiner der anderen hat sie gesehen, und auch die Suche verläuft ergebnislos.
Dreißig Jahre später wird ihre Leiche in einem Versteck in der Wurzelhöhle eines Baumes gefunden.
Mit einem kleinen Vorrat an gut verpackten Drogen. Nur die sechs Jugendlichen können von diesem Versteck gewusst haben - warum wurde Aurora trotzdem nicht gefunden?
Detective Chief Inspector Johan Sheens ist fest entschlossen, diesen Cold Case neu aufzurollen und zu lösen.
Meine Meinung:
Der Schreibstil von Gytha Logde ist gefällig und lässt sich schnell weglesen - gut gefallen mir die Zeitsprünge zwischen den aktuellen Ermittlungen in der Gegenwart und den Rückblenden auf den 22. Juli 1983, an dem die Gruppe Jugendliche Zelten waren.
Auch die Beschreibungen von Örtlichkeiten und Personen geben genau so viele Informationen, dass man sich alles genau vorstellen kann.
Durch die Zeitsprünge ins Jahr 1983 ist man als Leser den Ermittlern immer eine kleine Spur voraus, da man direkt mitbekommt, was damals vor 30 Jahren geschehen ist.
Mir gefällt das Unaufgeregte des Buches und die viele Ermittlungsarbeit. Dabei kann man selbst gut Miträtseln.
Doch irgendwie bekommt man keinen richtigen Zugang zu den Protagonisten, man kann keine richtige Beziehung zu den einzelnen Personen aufbauen, leider auch nicht zu Chief Jonah Sheens, was ich sehr schade fand. Die Kids haben sich auch sehr seltsam verhalten und es kam einem so vor, als wollte kein einziger mithelfen, den Fall aufzuklären, nicht einmal Auroras Schwester.
Einzig DI Hanson fand ich in ihrem Verhalten irgendwie greifbar und sympathisch, sie ist taff, intelligent, gewissenhaft und geht jeder Spur nach.
Leider war ich - nachdem mir der Anfang des Buches supergut gefallen hat, gegen Ende von den Rückblenden etwas genervt, denn es gab auch keinerlei neue Erkenntnisse dadurch.
Und die Auflösung war für mich nicht wirklich nachvollziehbar und daher auch nicht authentisch.
Im Buchdeckel vorne und hinten gibt es jeweils einen hilfreichen Steckbrief der Jugendlichen.
Das Cover ist wunderschön-düster und passend mit dem Baum im dunklen Wald.
Fazit:
Stark angefangen, leider gegen Ende nachgelassen und eine für mich nicht ganz schlüssige Auflösung. Trotzdem spannende Unterhaltung und gut zum Miträtseln. Ich vergebe 3,5 Sterne.
Leider der schwächste Teil der Reihe
Die perfekte Strafe von Fields Helen
3,5 Sterne
Kurz zum Inhalt:
Die Leiche einer jungen Frau wird allein auf einer Anhöhe nähe Edinburgh gefunden. Zuerst geht man von einem natürlichen Tod aus, doch bald stellt sich heraus, dass es ein Giftmord war. Kurz darauf gibt es eine weitere Tote - die Chefin einer Wohltätigkeitsorganisation, die durch eine zu hohe Dosierung von Abnahmepillen gestorben ist.
War hier der gleiche Täter am Werk? Und kann er gestoppt werden, bevor es weitere Opfer gibt?
Meine Meinung:
"Die perfekte Strafe" ist der dritte Teil der Reihe um Luc Callanach und Ava Turner. Die Geschichte/der Kriminalfall ist jedoch in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Nur für das Verständnis des Privatlebens der Protagonisten wäre es von Vorteil, die Reihe chronologisch zu lesen.
Der Schreibstil von Helen Fields ist angenehm und schnell zu lesen, und obwohl das Buch extrem spannend losgeht, als eine weibliche Leiche allein auf einer Anhöhe nähe Edinburgh gefunden wird und man auch immer wieder in die Gedankenwelt des Täter eindringen darf, waren für meinen Geschmack diesmal ein paar zähe Stellen dabei. Einige Handlungsstränge wurden mir schnell abgehandelt, zB die Sache mit Lucs Mutter, warum sie ihn bei der falschen Vergewaltigungs-Anschuldigung allein gelassen hat, und plötzlich wieder in seinem Leben aufgetaucht ist. Auch Avas Alleingänge haben mich teilweise etwas genervt und diese sind nicht nur für sie gefährlich.
Ein zweiter Handlungsstrang handelt vom ehemaligen Chief Begbie, der vermeintlich Selbstmord in seinem Auto begangen hat sowie der Freilassung des Verbrechers Ramon Trescoe, woraufhin kurz darauf der ehemalige Polizeiinformant Louis Jones umkam.
Leider blieb die für mich spannende und interessante Ermittlungsarbeit diesmal auf der Strecke - dafür gab es viel zu viele glückliche Zufälle. Nicht nur für die Ermittler, auch für den Täter. Es ist nicht authentisch, dass alles klappt, was man sich vornimmt.
Und nach einem rasanten Finale kann man leider grob sagen: die Bösewichte sind tot, die Guten überleben. Da hat es sich die Autorin zu leicht gemacht, und gleicht eher dem Ende eines Fernsehkrimis.
Auch erschließen sich mir der Titel nicht und leider auch das Motiv des Täters nicht ganz, da ich es diesmal nicht wirklich nachvollziehen kann.
Der zweite Strang um Chief Begbie nimmt das wichtige Thema Korruption bei der Polizei auf und fand ich fast interessanter als das eigentliche Thema des Buches, da es für mich glaubwürdiger war.
Ich fand diesmal die Nebenfigur DC Tripp ganz toll, denn er hat gute Ideen und zeigt Initiative. Genauso wie die schwangere und neu ins Team gekommene DC Janet Monroe.
Und die persönliche Entwicklung von DS Lively, den ich bisher überhaupt nicht mochte, hat mich positiv überrascht.
Fazit:
Für mich leider der schwächste Teil der Reihe, aber aufgrund Helen Fields' rasanten und spannenden Schreibstils und der für mich interessanten (privaten) Ver- und Entwicklungen der Haupt-Protagonisten freue ich mich schon auf die Fortsetzung. Ich vergebe diesmal 3,5 Sterne.
Ein folgenschwerer Fund kann dein Leben verändern...
Der Fund von Aichner Bernhard
Kurz zum Inhalt:
Das Buch handelt von der 53jährigen Supermarktverkäuferin Rita Dalek, die kein Glück im Leben hat. Ihre Eltern hat sie in jungen Jahren verloren, danach hat sie eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und nach dem Tod ihres Sohnes einen Job als Lebensmittelverkäuferin in einem Supermarkt angenommen.
Ihr Mann ist ein Säufer. Und sie ist nicht glücklich. Und eben jene Rita ist in einem Auto verbrannt. Angeblich. Weil sie etwas aus dem Supermarkt mitgehen hat lassen, was sie besser nicht getan hätte. Denn der Polizist, der den bereits abgeschlossenen Fall nach Ritas Beerdigung weiter bearbeitet, will nicht aufgeben. Er geht allen Spuren wie besessen nach und will unbedingt wissen: Ist Rita tatsächlich gestorben?
Meine Meinung:
Der Schreibstil von Bernhard Aichner ist wie gewohnt anders - die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Rita über das passierte Geschehen in der Gegenwarts-Form erzählt, und die Befragungen der vielen Verdächtigen und Zeugen der Gegenwart im Interview-Aufzählungs-Stil.
Gleich im ersten Kapitel erfährt man, dass Rita sterben wird, weil sie diesen Karton aus dem Supermarkt heimlich und illegal mitgenommen hat.
So weiß der Leser zwar immer etwas mehr als der Ermittler, die Fäden laufen aber erst nach und nach zusammen und das gesamte Bild ergibt sich erst mit der Zeit. Wie ein Puzzle. Und Aichner überrascht oft mit Taten der handelnden Personen, mit denen man nicht gerechnet hätte.
Vom Ermittler selbst erfährt man nur ein einziges Detail und keinen Namen; das ist aber für die Geschichte nicht wichtig. Nur dieses eine Detail ist für den Ausgang von Bedeutung.
Öfters konnte ich Ritas Verhalten nicht nachvollziehen. Auch, dass sie keine Bemühungen machte, einen Käufer oder Vermittler für das Kokain zu finden. Und so reitet sie sich in eine schlimme Sache nach der anderen rein...
Toll, stark und mutig fand ich ihre 70jährige Freundin Gerda Danner, die Gehirntumor im Endstadion hat und Rita bei allem mit Rat und Tat zur Seite steht und ihr helfen will, dass sie auch endlich etwas vom Glück abbekommt.
Auch, wenn ich recht schnell wusste, wie die Auflösung sein würde, las ich das Buch in einem durch und war gefesselt von Anfang bis zum Ende.
Ich mag Aichners außergewöhnlichen Schreibstil und seine ausgefallenen Geschichten und freue mich schon auf sein nächstes Highlight!
Fazit:
Das Leben einer gewöhnlichen Supermarktverkäuferin, die einmal etwas Glück im Leben möchte und dafür viel riskiert. Extravaganter Schreibstil, außergewöhnlicher Plot, spannende Unterhaltung. 5 Sterne von mir!










