Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
gute Grundidee; aber unausgereifte Umsetzung
Acht perfekte Morde von Peter Swanson
Der Krimi-Buchhändler Malcolm Kershaw aus Boston hat vor einigen Jahren auf einem Blog eine Liste von Büchern veröffentlicht, die acht perfekte Morde beinhalten.
Und plötzlich sterben Menschen genau nach diesen Vorlagen.
Die FBI-Agentin Gwen Mulvey bittet Malcolm um Mithilfe, denn es ist seine Liste und er kennt die Bücher.
Und sie ist sich sicher: der Mörder muss Malcolm kennen.
Doch Malcolm fischt im Trüben, der Kommentar zu seinem Blogeintrag bringt ihn auch nicht weiter, und der Täter ist ihm immer eine Spur voraus.
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist gefällig, aber man kann nur teilweise in die Geschichte abtauchen, die sich anfangs jedoch eher nicht wie ein Thriller, sondern mehr wie ein Krimi anfühlt, da sich kaum Spannung aufbaut. Der Buchhändler Malcolm Kershaw erzählt dem Leser seine Geschichte, verliert sich aber oft in vielen Details.
Die winterliche Atmosphäre kommt gut rüber, es ist alles gleich viel trüber, gedrückter und düsterer.
Leider kann ich nicht so genau auf meine Eindrücke eingehen, da sonst zu viel gespoilert würde. So, wie in diesem Buch zu viel über die angeführten 8 'perfekten Mord'-Bücher gespoilert wird. Wer vorhat, noch eins dieser Bücher zu lesen, sollte DIESES Buch also definitiv nicht lesen. Und diese Stories werden auch immer wieder wiederholt und zu Tode seziert. Besser wäre, man würde die angeführten Bücher zuvor alle lesen ;)
Leider gibt es auch einige Logiklücken, zB die allein (!) agierende FBI-Agentin, die Malcolm alles (!!) über die laufende Ermittlung erzählt. Man ist unsicher: braucht sie wirklich seine Hilfe, da die Morde nach seiner Liste der Bücher mit den aus seiner Sicht perfekten acht Morden getätigt wurden und er alle Inhalte kennt (bzw kennen sollte). Oder hat sie die Hoffnung, dass er sich verplappert?
Auch wurde lange Zeit kein möglicher Täter präsentiert, sodass man sich fragt: ist Malcolms Geschichte wahr oder ist sie wie einer der Romane seiner Liste aufgebaut: ist Mal ein unglaubwürdiger Erzähler? Warum werden die Morde genau nach dieser Liste getätigt? Der Psycho-Aspekt ist faszinierend, aber nicht eindeutig.
Interessant fand ich, wie sich die Handlungsstränge aus der Vergangenheit (der Unfalltod seiner Frau) und die aktuellen Geschehnisse verweben.
Mit dem Schluss war ich leider nicht zufrieden. Ich möchte, dass am Ende alles unmissverständlich aufgeklärt und aufgelöst wird. Deshalb und aufgrund der Logikfehler kann ich leider nur 3 Sterne vergeben.
Fazit:
Eine interessante Grundidee, jemanden nach Kriminalromanen morden zu lassen. Leider jedoch manchmal zäh, einige Logiklücken, alle genannten Krimis wurden gespoilert, und die Auflösung hat mich verwirrt und fragend zurückgelassen. Mein Favorit aller handelnden Personen war der Buchhandlungskater Nero ;)
15 spannende Baupläne für die beiden Gravitrax-Starter-Sets
GraviTrax - Das Pro-Buch für Fans und Profis von Rina Gregor; BlueBlizzard; Luke Jordan
Da wir große Gravitrax-Fans sind, es aber mit dem Selber-Bauen nicht so gut klappt, und die Anleitungen aus den beiden Starter-Sets uns nun schon zu wenig geworden sind, haben wir uns schon sehr auf das Gravitrax-Pro-Buch gefreut!
Dieses Buch beinhaltet 15 Pläne aus 3 Kategorien ("Special Effect", "Race" und "Challenge") für das Gravitrax-Vertical und das Starter-Set, teilweise mit Erweiterungen.
Die Anleitungen sind wie bei den Plänen aus den Sets Step für Step mit passenden Bildern und den Teilen, die man für den jeweiligen Schritt braucht, angegeben. Zu Beginn sieht man immer die fertige Bahn und es ist angeführt, welches Set und welche Teile benötigt werden.
Für mich wäre es oft zu kompliziert ;), aber meine Tochter ist schon Profi und das geht ruck-zuck bei ihr! :D (ich darf immer die Teile für den jeweils nächsten Schritt reichen ;)
Weiters gibt es viele Tipps und Tricks, die wirklich hilfreich sind (zB die Zahlen der Löcher in den Wänden). Und die Erweiterungen sowie deren Funktionsweisen werden ausführlich beschrieben.
Viele Bahnen haben wir schon nachgebaut, aber noch nicht alle, da wir nicht alle der Erweiterungen haben.
Leider sind nicht alle Anleitungen korrekt dargestellt; es fehlt zB mal ein Teil der benötigen Bauteile, oder es wird mal etwas angegeben, das aber schon ein paar Schritte zuvor verbaut wurde. Und bei der Bahn Nr. 2 ist die fertige Bahn zu Beginn nur halb fertig abgebildet.
Natürlich ist das Bauen trotzdem kein Problem, aber ich finde es schade, dass nicht darauf geachtet wurde, dass auch alle Pläne korrekt dargestellt werden.
Ansonsten macht das Nachbauen und Spielen riesigen Spaß, und auch unser Kater beobachtet die Kugeln fasziniert :D
Fazit:
Tolle Baupläne für die beiden Gravitrax-Starter-Sets, die einfach umzusetzen sind und Ideen für eigene Bahnen liefert. Schade, dass nicht alle Baupläne korrekt dargestellt sind.
düstere Zukunftsperspektive
Die Stadt, die es nicht gibt von Franziska Ways
Ca. im Jahr 2500 gibt es nur noch eine einzige Stadt: Medina, die an der Küste liegt, und in der nur mehr wenige Menschen leben, da keine Babys mehr geboren werden.
Doch Anouk wurde als kleines Kind in der Wüste gefunden - wo kam sie her? Sie hatte damals immer behauptet, aus "Ozea" zu stammen, doch dies ist angeblich nur ein Märchen - oder?
Als fast alle Generatoren nach einem Hurrikan ausfallen, und die Frischwasserzufuhr und somit das Überleben der Bevölkerung in Gefahr gerät, da es niemanden mehr gibt, der das Wissen über die Reparatur hat bzw.
auch niemand mehr lesen kann, machen sich Anouk, ihre Stiefschwester Freya und ihr bester Freund Helios auf die gefährliche Suche nach Ozea, der Stadt, die es nicht gibt.
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist eindringlich, bedrückend, aber auch berührend-emotional, man ist völlig in dieser unfassbaren Welt von Medina gefangen und kann kaum glauben, wie sehr sich die Menschheit selbst in ihren Untergang getrieben hat. Die Entscheidung, dass nur mehr die männlichen Nachkommen der ranghöchsten Familien lesen lernen dürfen, fand ich echt bescheuert und auch nicht nachvollziehbar, denn WAS ist an Lesen schlecht oder gefährlich? Aber ansonsten hätten sich die Jugendlichen ja nicht auf die beschwerliche Reise machen müssen. Das war der einzige inhaltliche Kritikpunkt, denn sonst war ich total von der Story gefesselt.
Anouk ist als Protagonistin sympathisch und sehr schlau, sie weiß sich (und den anderen) zu helfen und ist sehr empathisch. Das positive Leseerlebnis ist sehr von Anouk abhängig, denn die Welt in dieser Zukunft ist sehr düster.
Die Fantasie, mit der die Autorin diese Welten - Medina und Ozea - aufgebaut hat, ist einfach nur unglaublich toll und kreativ. Die Bedrohungen von außerhalb Medinas, aber auch die Angst der Bewohner gegenüber Anouk, da sie fremd ist und auch total anders aussieht, hat einen mitgerissen. Über so viel Aberglauben und Borniertheit der Einwohner kann man nur den Kopf schütteln und man fühlte sich ins Mittelalter zurückversetzt.
Bei der beschwerlichen und gefährlichen Reise der Jugendlichen, inkl. Abstecher in die verwüstete Stadt Jacksonville, hat man richtig mitgefiebert. Auch, als die Kids entdeckt hatten, dass sie auf dem falschen Kurs waren, weil sie aufgrund einer alten Karte eigentlich dachten, dass Medina etwa auf Höhe von Charleston sei (da dies ja an der Küste lag) - doch die Erkenntnis, dass Medina eher in Höhe Charlotte liegt - 300 km nördlicher!! - war erschreckend! Sooo viel Erde wurde vom Meer aufgrund der geschmolzenen Eismassen eingenommen... Und ansonsten gibt es nur noch Wüste. Leider sehr beängstigend, aber wenn wir Menschen so weitermachen wie bisher, kann dieses Zukunftsszenario wohl wirklich wahr werden. :(
Die Stadt Ozea mit ihrem Untergrund und v.a. das (soziale) Leben in Ozea ist erschreckend gezeichnet. Und hier stimmt die Erkenntnis: Man soll gut aufpassen, was man sich wünscht, denn nicht immer ist es gut oder eine Verbesserung...
Die Auflösung und Wahrheit über Medina und Ozea hat mich überrascht und traurig gestimmt.
Das Ende war zwar nicht ganz so happy-end, wie ich mir das gewünscht hätte, hat aber genau richtig und authentisch zur bisherigen Geschichte und dem Zustand der Welt in dieser Zukunft gepasst.
Leider gab es wohl kein Korrektorat, das hat den Lesefluss bedauerlicherweise total beeinträchtigt - irgendwann hab ich aufgehört, die Grammatik- und (Tipp-)Fehler zu notieren. Echt schade, das hat diese Story nicht verdient und wird für die nächste Auflage hoffentlich verbessert.
Fazit:
Eine emotionale Jugenddystopie, die durch einen tollen Plot und durch eine glaubwürdige Entwicklung der Welt überzeugt. Düster, dramatisch, aber doch voller Hoffnung. Leider gab es wohl kein Korrektorat, das hat den Lesefluss leider total beeinträchtigt.
die Toten im Fass; der 20. Fall für Tempe Brennan
Der Code der Knochen von Reichs Kathy
4,5 Sterne
Als ein Hurricane das Ferienhaus von Anne, der besten Freundin der forensischen Anthropologin Temperance Brennan, stark verwüstet hat, reist diese von Charlotte nach Charleston, um Anne beizustehen. Doch dort hat der Sturm ein Fass mit zwei Leichen angeschwemmt, was Tempe stark an einen Cold Case vor 15 Jahren in Montreal erinnert.
Tempe ist fest überzeugt, dass die Fälle zusammenhängen.
Als eine nicht-übertragbare Seuche in Charlotte ausbricht und die Leute in Panik versetzt, bringt das Tempe auf die Spur von zwei Pharma-Experten, die mit dubiosen Gen-Analysen zu dieser Krankheit das große Geld wittern.
Als Tempe und Ryan fast einem Mordanschlag zum Opfer fallen, ist klar: jemand will verhindern, dass die Fälle der Leichen in den Fässern gelöst werden.
Meine Meinung:
"Der Code der Knochen" ist der 20. Fall für Tempe Brennan, den man auch ohne Vorkenntnisse lesen kann, denn der Fall ist in sich abgeschlossen und Infos aus dem Privatleben von Tempe sind genügend vorhanden.
Man trifft wieder auf alte Bekannte, zB Tempes Freund, den ehemaligen Montrealer Polizisten Andrew Ryan sowie ihre Tochter Katy. Und natürlich - nicht zu vergessen!! - der eigenwillige, aber liebenswerte Kater Birdie, der schon immer mein Liebling war.
Ich mag den Schreibstil sehr - kurz und nüchtern erzählt Tempe in ich-Form ihre Erlebnisse bzw. über ihre Gefühle und Gedanken. Kurz, prägnant, und oft nur in ein-Wort-Sätzen. Obwohl sie mMn eher wenig Humor hat, kommt gerade diese nüchterne Erzählweise sehr humorvoll rüber.
Die Spannung wird steigernd aufgebaut, und die Kapitel enden oft mit einem Cliffhanger, sodass man unbedingt weiterlesen will.
Ich kenne schon aus früheren Temperance Brennan-Thrillern, dass die Autorin, die ja selbst forensische Anthropologin ist, den Sachverhalt erklärend schildert, damit auch wir Laien-Leser verstehen, wie eine Untersuchung von Knochen vor sich geht. Finde ich total spannend!
Doch in diesem Buch geht es sehr viel um Genetik und die Herstellung von Impfstoffen, was auch noch öfters wiederholt wird - das fand ich dann etwas trocken und langatmig. Doch durchaus nicht uninteressant (v.a. was die mRNA-Impfstoffe in aktuellen Corona-Zeiten betrifft).
Auch wenn der Täter für mich schon recht früh feststand, war es dennoch total spannend zu verfolgen, wie genau Tempe ihm auf die Schliche kommt bzw. was überhaupt sein genaues Motiv war. Das erfährt man erst nach und nach - gleichzeitig mit Tempe deckt man alle Puzzlestücke auf und verbindet sich nach und nach zu einem Ganzen.
Erwähnen möchte ich auch die beiden hilfreiche Karten von Charleston und Montreal zu Beginn des Buches, wo man Tempes Wege nachverfolgen kann.
Fazit:
Bisschen weniger packend als die Vorgänger, und etliche trockene Passagen über Genetik und Impfstoffherstellung, doch ein spannender Fall und der trockene Humor konnte mich wieder überzeugen!
leicht überzogenes, aber humorvoll-ulkiges Ferienabenteuer mit einem Dodo
Der Dodo in Oma Floras Garten von Jo Simmons
Der 10-jährige Danny soll in den Ferien schon wieder zu seiner Oma nach Schottland, wo es sterbenslangweilig ist. Es gibt nichtmal Kinder dort, nur die gleich alte Susie, die jedoch nur ihre Sachbücher im Kopf hat.
Bis er eines Tages einen Schatz von der nahe gelegenen kleinen Insel bergen will, und dort auf ein angeblich ausgestorbenes Tier trifft.
Nun sind Abenteuer und Aufregung programmiert!
Meine Meinung:
Das superniedliche Cover mit dem Dodo und natürlich der Reiz eines ausgestorbenen Tieres UND die Aussicht auf ein spannendes Ferienabenteuer lassen einen sofort zu diesem Buch greifen!
Anfangs erfährt man einiges aus Dannys Leben, dass seine Eltern in den Ferien arbeiten müssen und er deshalb wieder einmal zu seiner Oma Flora muss - und warum er dort nicht hinwill (nur alte Leute! Es passiert NIE was! Sterbenslangweilig!). Alles in leicht verständlicher, humorvoller Erzählweise geschrieben.
Auch die Annäherung an den Dodo ist äußerst niedlich und gefühlvoll beschrieben. Man hätte den Dodo am liebsten selbst als Haustier!
Und der Dodo verhält sich auch irgendwie wie ein Haustier-Baby. Macht viel Unsinn, viel kaputt, und macht es Danny superschwer, ihn zu verheimlichen (denn es kann ihn ja eigentlich gar nicht geben!) Auch Susie wird nie müde zu betonen, dass Dodos ausgestorben sind.
Herauszufinden, warum sich der Dodo immer unausstehlicher und wilder verhält, und ihn gleichzeitig geheim zu halten - denn es droht ihm Gefahr - wird zur großen Aufgabe der Kinder. Bis sie dann merken, was mit dem Dodo los ist, und sie ihm helfen müssen und wollen...
Mit der Zeit wurde es mir etwas zu überzogen, da der Dodo in meinen Augen zu menschlich dargestellt wird (obwohl er nicht spricht) - er frisst Cracker und Chips, versteht Danny, kann Karten lesen und obwohl er nicht fliegen kann, fliegt er plötzlich - mit einem Rucksack, in dem der Plan ist, auf dem er seine Flugroute nachsehen kann.
Wenn man darüber hinwegsieht, ist es ein ulkig-unterhaltsamer und spannender Ferienroman über Freundschaft, Familie und Hilfsbereitschaft. Auch der Tierschutz bzw. die richtige Haltung von Tieren wird einem nähergebracht, denn das Fazit hier ist: wilde Tiere sind KEINE Haustiere und müssen in Freiheit leben!
Und auch ein kleiner Krimi ist inkludiert.
Viele schwarz-weiß Illustrationen, v.a. die des Dodos sind besonders toll, peppen die Geschichte auf.
Fazit:
Ein leicht überzogenes, aber humorvoll-ulkiges und turbulentes Ferienabenteuer mit einem eigentlich ausgestorbenen Dodo.
aktueller Klima-Thriller
Schmelzpunkt von Wolf Harlander
Während in Deutschland Regenstürme wüten, ist in der Arktis T-Shirt-Wetter an der Tagesordnung. Nicht nur die Gletscher schmelzen schneller als normalerweise, auch große Mengen toter Fische geben Rätsel auf: Woran sind diese Tiere verendet? Und wieso sind diese kurz darauf immer verschwunden?
Meine Meinung:
Wolf Harlander hat wieder einen topaktuellen Klima- und Polit-Thriller geschaffen, der einen aufgrund seiner angstmachenden Aktualität in seinen Bann zieht.
Die handelnden Personensind detailreich und polarisierend gezeichnet. Vor allem der junge Inuk Nanoq Egede und die Biologin Hanna Jordan überzeugen durch ihre Empathie und Tatkraft.
Man trifft auch wieder auf die alten Bekannten aus "Systemfehler", Nelson Carius und Diana Winkels vom BND, die aufgrund von politischen Machtkämpfen in die Arktis reisen, denn dieses Gebiet ist schon lange global umkämpft.
Und als Hanna dann die schreckliche Wahrheit für das Fischsterben herausfindet, ist ihr Leben mehrmals in Gefahr. Ebenso jenes der beiden BND-Agenten aufgrund deren Aufklärungsarbeit.
Die wundervollen Beschreibungen der Arktis haben mich in ihren Bann gezogen; auch die authentische Beschreibung des Lebens der Inuk konnte überzeugen.
Für meinen Geschmack gab es jedoch zu viele actiongeladene Szenen und die mehrmaligen Angriffe auf Nelson und Diana bzw. Hanna waren mir etwas zu viel und nicht ganz glaubwürdig.
Wie sich jedoch alle Fäden am Ende zu einem großen Ganzen verschmelzen, ist dem Autor gut gelungen. Und auch die Aufklärung für das Fischsterben war sehr glaubhaft und man kann nur fest hoffen, dass so etwas nie im echten Leben passieren wird.
Fazit:
Actiongeladener, realitätsnaher und nachdenklich machender Umwelt- und Politthriller mit wunderschönen und authentischen Beschreibungen von Natur und Einwohnern der Arktis.
ein toter Archäologe in der Tongrube
Affenhitze von Volker Klüpfel; Michael Kobr
Kommissar Kluftinger muss während der extremen Allgäuer Hitze in die Tongrube bei Pforzen, in der das Skelett des Urzeitaffen "Udo" gefunden wurde, um den Mord am Archäologen Prof. Brunner aufzuklären. Der Wissenschaftler, der die Wiege der Menschheit im Allgäu sieht, hatte etliche Feinde aus verschiedenen Gründen.
Und dann ist da noch eine dubiose Aussteiger-Sekte im direkten Umfeld der Tongrube - hat die etwas mit dem Tod des Wissenschaftlers zu tun?
Meine Meinung:
"Affenhitze" ist der 12. Fall für Kluftinger, der immer noch seine einengenden Scheuklappen aufhat, diese aber auch mal zur Seite schiebt.
Man trifft wieder auf alle alten Bekannten und auch auf 'die Neue' im Team, die mir sehr sympathisch ist.
Der Fall selbst zieht sich zu Beginn etwas, und Kluftingers Verhalten war anfangs langatmig. Auch die Observation der neuen Tagesmutter seiner kleinen Enkelin ist etwas over the top. Ebenso das Klischee der Aussteiger-Sekte, das bis aufs Äußerste ausgereizt wird.
Trotzdem ist wieder sehr viel typischer Kluftinger-Humor enthalten. Vor allem Klufti und die Technik - besonders natürlich, als er die teure Hightech-Drohne seines "Freundes" Doktor Langhammer steuert.
Ebenso Kluftingers interims-Tätigkeit als Polizeipräsident und der Assistent, den er zur Seite gestellt bekommt und den alle Mitarbeiter aber als Kaffee-Lieferant missbrauchen, haben mich sehr amüsiert ;)
Und die vielen Infos über die Archäologie und die Ausgrabungen fand ich extrem spannend!
Fazit:
Die Ausgrabungen waren für mich interessant und spannend; jedoch gab es Längen und Kluftinger ging mir anfangs öfter mal auf die Nerven. Gegen Ende war er wieder sympathischer, weil offener, und humorig wie eh und je.
unfassbar packendes Thrillerdebüt, jedoch mit einigen Schwächen
Als das Böse kam von Ivar Leon Menger
Die 16jähirge Juno lebt mit ihrem 12jährigen Bruder Boy und ihren Eltern abgeschottet auf einer einsamen kleinen Insel in einer Blockhütte. Niemals haben sie bis jetzt diese Insel verlassen, denn sie werden von Fremdlingen bedroht und dürfen nicht gefunden werden. Deshalb müssen die Kinder sich auch verstecken, wenn montags Onkel Ole die Post bringt und es gibt auch einen geheimen Schutzraum, in den sie sich bei Gefahr retten können.
Meine Meinung:
Dieses Thriller-Debüt hat es in sich! Man ist von der ersten Seite an gepackt und von der beklemmenden Stimmung in den Bann gezogen.
Mir gefällt besonders gut, dass man aus Sicht von Juno in ich-Form ihre Erlebnisse erzählt bekommt - genau so, wie sie es empfindet. Deshalb ist man sich anfangs auch überhaupt nicht sicher: WER sind diese dubiosen Fremdlinge, die die Familie bedrohen? Was ist Nord- und Südland? Warum verlangen die Eltern vollkommenen Gehorsam ("7 Gebote") und reagieren jedoch nur ausweichend auf Fragen der Kinder zur Welt außerhalb der Insel?
Man kann total Junos Drang, von der Insel wegzukommen, nachvollziehen. Das ist ja wirklich wie eingesperrt sein. Zur Unterhaltung hat sie nur ihre Eltern und ihren Bruder Boy. Und im Laufe des Erwachsenwerdens wächst auch der Freiheitsdrang. Durch diese ich-Erzählweise kann man noch tiefer in Junos Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen.
Da Juno allerdings noch nichts von der Welt mitbekommen hat, ist die Sprache eher einfach, die Kinder wissen zwar Vieles, v.a. über die Natur, aber nichts vom Leben. Sie sind naiv und nehmen alles wörtlich. Man hat das Gefühl, einen Jugendthriller zu lesen. Doch diese Story ist viel mehr.
Man ist froh, als Juno endlich nach und nach hinter die Lügen der Eltern blickt und auch endlich den Mut findet, um Antworten auf ihre vielen Fragen zu suchen; auch wenn das meiner Meinung nach etwas ZU schnell vonstatten ging.
Und man merkt dann wieder: jemanden anzulügen (zumindest mit so an den Haaren herbeigeführten Geschichten) ist nicht gut.
Was mir nicht so gefallen hat, war Junos Lügen-Finger. Den fand ich etwas unglaubwürdig. Dass man Augenzucken beim Lügen bekommt, okay. Oder rot wird. Aber dass ein einzelner Finger zu zucken beginnt? Doch leider ist dieser Finger ein wesentlicher Bestandteil der Story, der mich dann jedoch irgendwann genervt hat.
Weiters ergeben sich im Laufe der Geschichte leider auch einige Dinge, die unlogisch sind oder die nicht aufgeklärt werden. Doch nichts desto trotz ist die Geschichte einfach derart spannend, dass man sie am liebsten in einem Rutsch durchlesen will.
Die düstere und bedrückende Stimmung hat der Autor einfach so toll rübergebracht, man fühlt sich selbst wie gefangen. Besonders schlimm fand ich die "Trostpillen", brrr Gänsehaut.
Fazit:
Alles in allem ein echt spannender, beklemmender und gänsehaut-bescherender Pageturner, jedoch leider mit etlichen Ungereimtheiten und Logikfehlern, der mich trotzdem von Anfang bis Ende gefesselt hat.
Weihnachten auf Island, ein großer Streit und eine aufregende Fohlengeburt
Mein Feuerpferd - Sturmfohlen von Chantal Schreiber
Die 10-jährige Eva verbringt Weihnachten und Neujahr bei ihrem Vater, dessen neuer Frau Hrönn und ihrem Babybruder Björn in Island, weil ihre Mutter, eine Seriendarstellerin, drehen muss und nicht auf sie aufpassen kann.
Eva liebt ihre Zweitfamilie, sie liebt Island; und natürlich ganz besonders ihr Islandpferd Eldur.
In Aron vom Nachbarhof findet sie einen neuen Freund.
Doch dann kommt Emma, die 13-jährige Nichte von Hrönn, und plötzlich ist alles anders: denn Emma verhält sich fies und hinterhältig und macht Evas schönes Leben auf Island zur Hölle.
Ausgerechnet in einer schlimmen Schneesturmnacht, als die Mädchen alleine sind, bekommt Gusta ihr Fohlen, doch sie hat sich schwer verletzt. Können die Mädchen Mutterstute und Fohlen retten?
Meine Meinung:
"Sturmfohlen" ist der zweite Teil der "Mein Feuerpferd"-Reihe, der aber problemlos ohne Vorkenntnisse des ersten Bandes gelesen werden kann, denn alles wichtige aus Teil eins ist in kleinen Häppchen in der Geschichte integriert.
Die Schreibweise ist so toll und lebendig, man fiebert richtig mit Eva mit. Vor allem, weil Eva ihre Erlebnisse aus ich-Sicht erzählt, sodass man noch tiefer in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen kann und so richtig mit ihr mitfühlen kann. Verstärkt wird das ganze noch durch kurze Tagebucheinträge.
Natürlich ist Evas Beziehung zu Eldur ganz wichtig und wunderbar, aber mehr noch fiebert man bei den Streitigkeiten zwischen Emma und Eva mit. Warum Emma so fies zu Eva ist, war schnell und eindeutig klar - doch erst als man die genauen Gründe erfahren hat, die logisch und nachvollziehbar sind, kann man Sympathie mit Emma empfinden. Die Art und Weise, wie sich Emmas Verhalten gewandelt hat, waren sehr authentisch.
Ebenso, wie diese dramatische Fohlengeburt alles wieder ins Lot gebracht hat: die Beziehung zwischen Emma und Eva, und zwischen Eldur und Vindur. Weil allen plötzlich nur mehr die Sicherheit von Fohlen und Mutterstute wichtig war, und alle zusammengeholfen haben!! Sehr schön!
Somit lernt man hier viel über soziales Miteinander.
In diesem Buch kommt ganz viel Islandfeeling rüber, die raue Landschaft ist eindrücklich beschrieben; ebenso wie die Wetterlage. Sturm und Schnee, brrr, man bibbert richtig beim Lesen.
Besonders toll und spannend fand ich, dass man auch viel über isländische Weihnachtsbräuche erfährt, die so ganz anders sind als die unsrigen.
Fazit:
Ein warmherziges und mitreißendes Kinderbuch, in dem es nicht nur um Islandpferde geht, sondern um Familie, Freundschaft, erste Verliebtheit, Streitigkeiten und Verzeihen. Ich freue mich schon sehr auf den Abschlussband!
wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr
Freunde. Für immer. von Kimberly McCreight
4,5 Sterne
10 Jahre nach dem Selbstmord von Alice aufgrund einer unaussprechlichen Tat ihrer Clique, treffen sich die anderen Collegefreunde, Jonathan, Derrick, Keith, Stephanie und Maeve, in Jonathans Wochenendhaus in den Catskill Mountains.
Doch dann verschwinden Derrick und Keith plötzlich - nur der Wagen wird gefunden, darin ein Toter mit zertrümmertem Gesicht.
Ist die schreckliche Tat der Clique von vor 10 Jahren Schuld am Tod des einen und dem Verschwinden des anderen? Werden die anderen auch noch ihre Strafe erhalten?
Meine Meinung:
Es wird abwechselnd aus Sicht von Detective Julia Scutt, die am Sonntag ermittelt, sowie der Freunde von Freitag bis Samstag zuvor berichtet. Dazwischen gibt es Einschübe von Alice aus der Vergangenheit.
Da jeweils in ich-Form berichtet wird, kann man sich noch besser in die jeweiligen Figuren hineinversetzen und tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt abtauchen.
Die Figuren sind alle detailliert und charakterlich total unterschiedlich ausgearbeitet, haben Ecken und Kanten, und man kann sich mit ihnen identifizieren, ihr Handeln nachvollziehen oder findet sie unsympathisch. Sie polarisieren.
Was man aber allen vorhalten kann und ich nicht verstanden habe: dass sie ihre Tat von damals verheimlicht haben.
Anfangs liest es sich nicht soo spannend, eher wie eine Erzählung. Man bekommt immer nur kleine Puzzlesteine hingeworfen, die sich nach und nach zusammensetzen.
Weiters decken sich im Laufe der Geschichte auch immer mehr Geheimnisse und Lügen auf, und man weiß nicht mehr, wem man trauen kann: wer sagt die Wahrheit? Wie viel Freundschaft verbindet sie tatsächlich? Auch tauchen plötzlich weitere Personen auf, die in die Handlung eingreifen.
Anfangs verwirrend war die Vergangenheit von Julia, deren Schwester verschwunden ist. Man wusste nicht, warum man diese Infos erhält und konnte sie nicht einordnen. Die Autorin hat es perfekt geschafft, diesen Faden langsam mit der Haupthandlung zu verweben, sodass man über die Auflösung total überrascht war.
Fazit:
Fesselnder (Psycho-)Thriller mit polarisierenden Charakteren und überraschenden Wendungen.











