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Rezensionen von Petra Sch.:

Am Ende kommt doch noch das Glück...

Das Glück auf der letzten Seite von Cathy Bonidan

3,5 Sterne

April 2016: Anne-Lise findet in einem kleinen Hotel in der Bretagne ein Manuskript im Nachtkasten. Sie schickt es an die Adresse, die im Mittelteil des Textes angegeben ist, und so entspinnt sich ein reger Briefwechsel mit Sylvestre, dem Autor des ersten Teils des Textes. Doch wie kam das Manuskript, das Sylvestre vor ca.

30 Jahren verfasst hat, in das Hotel und wer hat die Geschichte zu Ende geschrieben sowie die Gedichte am Schluss verfasst?
Fast schon manisch macht sich Anne-Lise auf die Suche und verfolgt so die Reise des Manuskripts bis zu seinem Beginn.
Dabei lernt sie nicht nur jede Menge interessanter und wunderbarer Menschen kennen, sondern es entspinnen sich Liebesgeschichten und ein ganz neues Leben für den eigenbrötlerischen Sylvestre.


Meine Meinung:
Der Roman ist besteht nur aus Brief-Kommunikation (und fünf E-Mail-Korrespondenzen). Den Aufbau als reinen Brief-Roman fand ich total interessant. Die Geschichte beginnt mit Anne-Lises erstem Brief vom April 2016 und endet mit der gemeinsamen Silvesterfeier aller beteiligten Personen am 31.12.2016.
Anne-Lise ist altmodisch und möchte nur per Brief kommunizieren. Anne-Lises Freundin Maggy ist sogar noch altmodischer: sie hat nicht mal ein Handy, auch keinen PC.
Auch die Sprache ist etwas altmodisch, was das Lesen für mich anfangs etwas anstrengend machte, aber man gewöhnt sich daran. Nach einiger Zeit wurde es dann aber langatmig.

Anne-Lises übertriebener Bezug zu diesem Manuskript fand ich anfangs - genauso wie Sylvestre - etwas befremdlich.
Aber es ist eine wunderschöne Liebeserklärung zu einem Buch und wie es Anne-Lise beeindruckt hat. Und mir gefiel, wie der Weg des Manuskripts von hinten aufgerollt wird und man nach und nach in kleinen Stückchen den Weg nachvollziehen kann. Als man einmal kurzzeitig dachte, der Weg sei aus, da es keine weiteren Hinweise mehr gab, blieb mir schon das Herz stehen. Denn ich war schon so mittendrin und wollte natürlich auch unbedingt wissen, wer Sylvestres Geschichte zu Ende geschrieben hat.

Die handelnden Personen sind allesamt unterschiedlich und authentisch, alle sympathisch - nur Maggy fand ich zu stur, manchmal mit Scheuklappen behaftet und viel zu nachtragend. Das Leben ist viel zu kurz, um wegen Missverständnissen sich komplett abzuschotten und seine Fehler/Sturheit danach auch nicht einzusehen.
Sylvestre war anfangs nicht so greifbar, er lebt wegen einiger Schicksalsschläge einsam und zurückgezogen; und Anne-Lise mischt sich gern ins Leben anderer ein, da sie empathisch ist und das Leben aller immer verbessern möchte.

Super schön fand ich die Freundschaften, die sich entsponnen haben, und dass Sylvestres Geschichte so viele Leute berührt und deren Leben zum Besseren verändert hat.
Hier fand ich sehr schade, dass man als Leser überhaupt nichts von der Geschichte erfahren hat. Nur ein kurzer Auszug daraus wird einmal genannt. Deshalb konnte ich dessen positive Wirkung auf Menschen auch leider überhaupt nicht nachvollziehen.

Die Auflösung über den mysteriösen zu-Ende-Schreiber fand ich hingegen dann total nachvollziehbar und auch sehr emotional. Und dass dieses Manuskript doch noch das Leben nicht nur von Sylvestre in glückliche Bahnen gelenkt hat, fand ich wunderschön.


Fazit:
Ein Briefroman, der die Liebe zu Büchern, dem Lesen, dem Briefeschreiben aufzeigt, jedoch manchmal ein bisschen schwerfällig zu lesen war.

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Brot, Gebäck und Snacks für alle Anlässe

Das große Brotbackbuch von Christina Bauer

Christina Bauers Brotbackbuch ist auch für (Brot)Back-Anfänger wie mich geeignet. Denn zu Beginn wird ausgiebig beschrieben, was man fürs Brotbacken braucht, die besten Knet-Techniken, alles zum Raten des Teigs sowie Tipps und Tricks für einen guten Teig und Variationsmöglichkeiten.
Auch werden die verschiedenen Getreide-/Mehlarten und sämtliche Zutaten und Zubehör sowie das richtige Formen von Brot und Gebäck und das richtige Lagern genau erklärt.

Und dann gehts auch schon los mit einem einfachen Teig sowie sämtliche Arten von Brotteig, natürlich auch der Sauerteig (den ich persönlich auslasse; denn es gibt genug Möglichkeiten ohne Sauerteig ;)
Mehr als 120 Rezepte für verschiedene Brote, Weckerl und Kleingebäck, natürlich auch Vollkorn, sowie Gebäck aus süßem Germteig und Snacks bieten Ideen für jeden Anlass.
Sämtliche Rezepte sind detailliert erklärt, inkl. Zutatenliste und wie die Zubereitung funktioniert, teilweise auch mit Bild-für-Bild-Anleitungen und Tipps. Das bedeutet ein Gelingen auch für Brotbackanfänger! :D
Für einige Rezepte gibt es auch einen QR-Code zu einem Video-Tutorial.

Besonders toll finde ich, dass es im Anschluss an die Rezepte auch ein eigenes Kapitel für Brotverwertung gibt, denn Lebensmittel wegwerfen finde ich nicht gut und man kann auch mit altem Brot noch was Leckeres zaubern!
Zum Schluss werden noch Fragen beantwortet, wie zB: 'Was machen, wenn ein Teig nicht gelingt?' und ein hilfreiches Glossar.


Fazit:
Viele tolle Rezepte für Brote und Gebäck, einfach erklärt und leicht nachzubacken. Mit vielen Tipps und Tricks, auch zur Brot-Reste-Verwertung. Gutes Gelingen auch für Anfänger garantiert!

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ein blutig-grausamer Thriller für starke Nerven

Schmerzwinter von Aaron Sander

Der aus Schweden stammende Hamburger Ermittler Jan Nygård bekommt aufgrund seiner Probleme die Polizeipsychiaterin Anna Wasmuth an seine Seite gestellt; und in ihrem ersten gemeinsamen Fall haben sie den Mord an zwei jungen Frauen aufzuklären, die im Schnee gefunden wurden, mit Ösen an den durchbohrten Händen und implantierte Uhren beim Herzen.

Das erinnert Jan an den langen zurückliegenden Fall des Puppenmachers, der junge Frauen zu Marionetten gemacht hat - doch der sitzt immer noch im Gefängnis. Ist ein Nachahmer unterwegs? Oder hat der Puppenmacher einen Schüler gefunden?


Meine Meinung:
Der Schreibstil von Aaron Sander ist rasant und schnell, und auch ein konstant hoher Spannungsbogen peitscht einen durch die Geschichte. Man wird sofort ins Geschehen geworfen, indem man live bei der Entführung von Mareike mit dabei ist und was der Täter dann mit ihr anstellt. Gänsehautfeeling pur!

Die Protagonisten Jan und Anna sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht, und genau deshalb ergänzen sie sich so gut. Allerdings ging mir Jan mit seinem Verhalten, dass er einfach immer drauflosprescht und sich nicht an Regeln hält, mit der Zeit auf die Nerven. Doch das musste wohl so sein, denn ansonsten wäre der Fall wohl nicht gelöst worden. Jan hat nämlich auch eine perfekte Kombinationsgabe. Dies, und auch die authentisch dargestellte Polizei- und Ermittlungsarbeit, gefielen mir sehr gut.

Bei den grausamen Quälereien hat der Autor viel Fantasie bewiesen, denn aus jungen Frauen Marionetten zu machen, sie an den Körper geschraubte Ösen aufzuhängen und ihnen auch eine Uhr zu implantieren, ist einfach nur unheimlich. Die Taten sind brutal und gruselig, und der Autor hat es (leider ;) geschafft, dass man alles genau vor Augen hat, auch die Umgebung des winterlichen Hamburgs und man spürt die Eiseskälte beim Lesen.

Den Täter hat man meiner Meinung nach schon relativ früh kennengelernt und hat sich dann gedacht: war das schon alles? Was kommt jetzt noch? Doch der Autor kann mit einer gelungenen Wendung überraschen.
Der Showdown ist rasant, mir ging es jedoch teilweise zu schnell und daher waren auch einiges für mich unlogisch und nicht nachvollziehbar. Die Auflösung gefiel mir gut, die genauen Details sind mir selbst erst kurz vor Schluss klar geworden.
Ich fand nicht alles in der Story wirklich authentisch, trotzdem wurde ich großartig unterhalten und freue mich auf eine Fortsetzung.


Fazit:
Ein brutaler Thriller mit hohem Tempo im eiskalten Hamburg. Überraschende Auflösung; durch die Schnelligkeit waren einige Dinge für mich nicht ganz nachvollziehbar; und Jan ging mir manchmal echt auf die Neven ;) Dennoch spannend von der ersten bis zur letzten Seite!

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eine wunderbar humorvolle Gruselgeschichte; nicht nur zu Halloween

Amalia von Flatter. Vampire tanzen nicht mit Feen (Band 1) von Laura Ellen Anderson

Das Vampirmädchen Amalia von Flatter lebt in Nokturnia und hat als Haustier einen Kürbis namens Kürbinian. Ihre besten Freunde sind das riesige Yeti-Mädchen Flora und der kleine Todd.
Alle Einwohner des Königreichs der Nacht haben große Angst vor den Wesen des Lichts, wie zB Feen und Einhörner, denn diese sind total gefährlich!
Dieses Jahr haben sich zum alljährlichen Barbarischen Ball der König und sein Sohn, Prinz Marillo, angesagt!
Doch die beiden sind weniger königlich als gedacht; im Gegenteil, Marillos Fiesheiten steigern sich so weit, dass er Amalia ihren geliebten Kürbinian wegnimmt.

Bei der Rettungsmission mit ihren Freunden entdeckt Amalie ein schrecklich-trauriges königliches Geheimnis...


Meine Meinung:
Die Geschichte ist skurril und humorvoll; besonders witzig sind etliche Ausdrücke, v.a. die Kosenamen. Gräfin von Flatter nennt Amalia zB 'mein kleiner Garstling' und ihren Gatten 'mein müffelnder Komposthaufen'. ;)
Die Wesen sind voller Fantasie dargestellt, Todd ist zB für den Tod von kleinen Lebewesen zuständig; und wenn er einen Auftrag erhält, dann läutet sein schreiPhon. Flora gehört zu einer ganz seltenen, riesengroßen Yeti-Art. Weil sie so groß ist, kann sie nur sehr laut reden, was im Buch durch Großbuchstaben dargestellt ist. Außerdem hat sie einen Sprachfehler und kann statt 's' nur 'f' sagen. Leider wurde das nicht durchgängig eingehalten.
Witzig ist auch, dass alle so große Angst vor funkelnden Feen, glitzernden Einhörnern und anderen Wesen des Lichts haben, weil diese angeblich so gefährlich sind und den Nokturnianern nur Böses wollen.
Man kann auch die Gefühle von allen, besonders natürlich von Amalia, so gut nachvollziehen. Aber auch, warum Marillo so gemein und fies ist (was aber natürlich trotzdem nicht in Ordnung ist).
Flora und Todd helfen Amalia natürlich dabei, ihren geliebten Kürbinian zu retten, obwohl sie große Angst haben.
So lernt man spielerisch in diesem Buch über die Wichtigkeit von Familie, Freunde, Liebe (in allen Arten), Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und natürlich Freundlichkeit.
Natürlich gibt es ein Happy-End; und einen Cliffhanger, der neugierig auf den nächsten Band macht! :D

Auf fast jeder Doppelseite findet man wundervolle schwarz-weiß Zeichnungen, die sehr detailliert sind und auf denen es viel zu entdecken gibt.
Sehr hilfreich sind die illustrierten Übersichtsseiten von Nokturnia und den wichtigsten Einwohnern zu Beginn der Geschichte.


Fazit:
Eine zauberhaft humorvolle Gruselgeschichte mit witzigen Wortkreationen und vielen tollen schwarz-weiß Illustrationen. Lustig für Groß und Klein; und nicht nur zu Halloween.

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wundervolle Fortsetzung von Kappi und Skoppa

Doppel-Galoppel 2. Zwei und das Wassergespenst von Chantal Schreiber

Die beiden Geschwister Fanndis und Jon sind noch immer bei Opa Valdi in Island und wollen diesmal Geysire anschauen.
Anlässlich eines Streits, ob es Gespenster gibt oder nicht, erzählt Opa Valdi ihnen wieder eine Geschichte über die beiden total unterschiedlichen Islandfohlen Kappi und Skoppa, die diesmal einen Geysir finden und ein Lämmchen nicht nur vor einem Wassergespenst beschützen müssen; und wie Kappi dabei über sich hinauswächst.

Meine Meinung:
"Zwei und das Wassergespenst" ist die Fortsetzung der DoppelGaloppel-Reihe um die beiden niedlichen Islandfohlen Kappi und Skoppa.
Die Erzählweise ist wieder total liebenswert, kindgerecht und auch humorvoll (wir lieben den blökenden Lämmchen-Dialekt, der ist einfach zu süß! Kappbääääääh... Skoppbääääh *gg)

Schön ist wieder die Einteilung der Kapitel, abwechselnd zwischen "Fanndis & Jon" und den Kapiteln, in denen der Großvater die Geschichte über die beiden Islandfohlen erzählt. Also quasi eine Geschichte-in-der-Geschichte.
Die Kapitel haben eine gute Länge zum Vorlesen, aber auch zum Selberlesen für Leseanfänger; und die Schrift ist recht groß.

Man lernt in dieser Geschichte, dass man nicht der körperlich größte sein muss, um charakterlich ganz groß zu sein. Und dass man unbewusst auch über sich hinauswachsen und mutiger sein kann, als man glaubt. Freundschaft, Zusammenhalt und vor allem Hilfsbereitschaft sind wieder wichtige Werte.
Toll ist auch, dass man immer etwas über Island lernt, hier sind es die Geysire.

Besonders schön und warmherzig sind die Illustrationen auf jeder Doppelseite; die Fohlen sind sooo herzallerliebst gezeichnet und man kann visuell die Abenteuer der Fohlen (und der Kinder) miterleben.


Fazit:
Ein wundervolles Islandmärchen über zwei ganz unterschiedliche Protagonisten, die sich genau deshalb perfekt ergänzen. Und dass man nicht der größte sein muss, um ganz groß zu sein!

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in Band 6 geht Familie Brix zelten und muss den Fabelbaum retten

Emmi & Einschwein 6. Fabelwesen zelten selten von Anna Böhm

Familie Brix plant Urlaub am Meer! Doch nachdem sie erfährt, dass der Fabelbaum der Familie gefällt werden soll, muss dieser natürlich beschützt werden! Und zwar mit Zelten auf der Fabellichtung. Nicht alle sind davon begeistert, das Meer wäre doch so schön gewesen!
Und dann ist da noch Einschweins Problem, dass es plötzlich nur noch saure Gurken zaubern kann!?
Können der Fabelbaum gerettet und Einschweins kulinarische Magie wiederhergestellt werden?


Meine Meinung:
"Fabelwesen zelten selten" ist der 6.

Teil der Emmi&Einschwein-Reihe, kann aber eigenständig gelesen werden. Natürlich empfiehlt es sich, die vorigen Bände zu lesen, denn da erfährt man nicht nur, wie Einschwein zu Emmi gekommen ist, was es mit den Fabelwesen und besonders mit Einhorn Holly auf sich hat, sondern man würde sonst auch ganz großartigen Lesegenuss verpassen!

Diesmal will Familie Brix auf Urlaub ans Meer, doch als sie erfährt, dass "ihr" Fabelbaum auf der Lichtung im Wald gefällt werden soll, weil dort ein Schwimmbad für kleine Fabelwesen errichtet werden soll, muss dies natürlich verhindert werden!! Denn: WAS soll ein Schwimmbad mitten im Wald??
Nachdem jedoch alle am Amt nicht wollen und keine Lust haben zu helfen und niemanden irgendwas interessiert bzw. zuständig ist und Familie Brix also gegen Wände rennt, geht das Fabelbaum-Retten natürlich am besten, indem man davor protestiert. Und so wird der Urlaub kurzerhand in einen Camping-Urlaub umgewandelt. Drache Henk ist davon natürlich nicht begeistert, aber auch er sieht ein, dass die Fabel-Lichtung gerettet werden muss, denn dort gibt es noch viel mehr Fabelorte von anderen Familien.
Der Grund für die Zerstörung der Lichtung ist einfach unfassbar. Aber das Buch spiegelt gut wider, dass es eben überall böse und gierige Menschen gibt, leider.

Die Geschichte ist wieder nicht nur super humorig (ich mochte zB auch besonders die "Drautos"), auch werden viele Werte und Dinge des alltäglichen Lebens vermittelt, zB das Miteinander-Auskommen, Kompromisse finden, über alles reden, zuhören, einander helfen. Und dass die Familie an erster Stelle steht.
Toll ist auch der "wollen-Urlaub", in dem alle Familienmitglieder nur das machen, was sie auch wirklich wollen. Ist ein bisschen schwer, sowas für 5 Menschen und 5 Fabelwesen unter einen Hut zu bekommen, aber Familie Brix schafft alles! :D
Und natürlich Einschweins Problem, dass es nur noch Saure Gurken zaubern kann - dass man niemanden zu etwas zwingen soll, was man eigentlich nicht will, denn dann funktioniert gar nix. Wobei: Saure Gurken können manchmal auch für was gut sein *hihi*

Viele wundervolle schwarz-weiß Illustrationen lassen Familie Brix und alles rund um Wichtelstadt zum Leben erwachen!
Toll ist, dass diesmal zu Beginn des Buches alle Mitglieder der Familie Brix, also die Menschen mit ihren jeweiligen Fabeltieren, genau vorgestellt werden.


Fazit:
Wieder ein wunderbar-magisches, liebevolles und witziges Abenteuer von Emmi & Einschwein! Die Reihe möge bitte immer weitergehen!!

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Die Krähe ermittelt in ihrem 6. Fall

Sterbende Seelen von Leo Born

Die Kommissarin Mara Billinsky, die von allen nur die Krähe genannt wird, hat die interimistische Dezernatsleitung übertragen bekommen, was ihren Kollegen nicht gefällt - außer natürlich Jan Rosen, ihren Partner.
Als eine brutale Mordserie Frankfurt in Atem hält, dringt Mara in die Tiefen von Zwangsprostitution von afrikanischen Frauen und dem zugehörigen Aberglauben ein.

Ihre Ermittlungen führen sie auch nach Sizilien, wo sie Hilfe von Commissario Domenico Manzoni erhält, der als Tipp die Prostituiere Joy angibt, die als Einzige Licht ins Dunkel bringen kann. Doch Joy flieht nach Hamburg, wo sie von ihren Peinigern gejagt wird. Kann Mara sie zuerst finden?


Meine Meinung:
"Sterbende Seelen" ist der 6. Teil der Reihe um die "Krähe" Mara Billinsky, die sie diesmal in die Abgründe von Zwangsprostitution von afrikanischen Frauen in Hamburg führt; und sogar nach Sizilien.
Der Fall ist wie immer in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Wichtige Vorkommnisse aus den vorigen Bänden werden geschickt in die Geschichte integriert.
Der Schreibstil von Leo Born ist wie gewohnt packend, spannend und die Szenensprünge sowie Cliffhanger an den Kapitelenden lassen einen nur so durch das Buch fliegen, weil man immer wissen will, wie es weitergeht.

Das Thema dieses Buches hat mich sehr berührt, das Schicksal der afrikanischen Frauen, die eigentlich für ein besseres Leben nach Europa kommen und dann die Hölle erleben, ist einfach nur unfassbar traurig. Der Aberglaube der afrikanischen Frauen und der Druck, der auf sie ausgeübt wird, wenn sie nicht spuren (Bedrohung der Familien), macht einen großen Teil deren Gehorsams aus.
Und ganz besonders schlimm finde ich das System mit den Mesdames, also weibliche Zuhälterinnen, die früher auch mal Prostituierte waren, und trotz ihres eigenen Schicksals dies nun auch anderen Mädchen antun.

Mara ist für mich diesmal etwas braver bzw. nicht ganz so aggressiv in ihrem Vorgehen, und Jan hadert mich sich selbst. Ich mag beide immer noch sehr, doch haben sie diesmal ein bisschen Pepp verloren.
Die Verwicklungen, deren Aufklärung und die Auflösung am Schluss haben mich überzeugt.

Leider hatte dieser Band kleine Längen, die Ermittlungen kamen nicht richtig in Gang, und auch der Part von Manzoni konnte mich nicht so ganz überzeugen; trotzdem hat mich das Thema und der Spannungsaufbau gefesselt und ich freue mich schon auf den nächsten Band mit der Krähe!


Fazit:
Ein nahegehendes Thema im 6. Fall der Krähe, packend umgesetzt, leider jedoch kleine Längen.

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wenn ein berühmtes Insta-Kind entführt wird...

Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. von Kristine Getz

Lotte Wiig und ihr Mann Jens fahren anlässlich Lottes Geburtstag in ein Spa. Die 2jährige Tochter Poppy ist einstweilen bei Jens' Eltern. Doch Poppy ist keine normale 2jährige, sie sieht aus wie eine Puppe und ist ein berühmtes Insta-Kind mit Millionen von Followern auf der ganzen Welt.
Und als Jens kurz darauf den schockierenden Anruf erhält, dass Poppy spurlos verschwunden ist, nehmen alle an, dass es mit einem kürzlich passierten Ereignis zusammenhängt, bei dem auch ein Kind verschwunden ist, das jedoch nach einigen Stunden wieder unversehrt aufgetaucht ist.

Als Poppy jedoch nicht wieder zurückkommt, stürzt sich die Kommissarin Emer Murphy trotz ihrer psychischen Erkrankung in die Ermittlungen.


Meine Meinung:
Der Schreibstil ist flott, lebendig und abwechslungsreich. Zeitungsartikel, Darknet-Chats und E-Mailverkehr peppen die Story auf.
Abwechselnd liest man aus Sicht von Lotte, Jens, Marie oder Emer, und deckt nach und nach die Puzzleteilchen auf, was zu dem Zeitpunkt des Verschwindens von Poppy passiert ist. Manchmal war dies etwas zäh, da man nichts Neues erfährt bzw. einiges wiederholt wird.

Die Protagonistin ist Emer Murphy, eine leicht übernatürlich begabte Ermittlerin, die aufgrund eines Anfalls in psychiatrischer Behandlung ist. Doch genau diese Anfälle sind ihre Gabe, sie hat einfach ein natürliches Empfinden für die Gründe und Handlungen von Personen, und dies kombiniert mit ihrer perfekten Beobachtungsgabe ist ausschlaggebend für die Lösung des Falls - der mich wirklich nach vielen Wendungen total überrascht und überzeugt hat.
Emer wäre eigentlich noch krankgeschrieben, doch sie muss einfach das kleine Kind finden. Sie ist trotz ihre Probleme eine taffe Frau, deren Selbstbewusstsein und Kraft durch die Medikamente leider in den Hintergrund getreten sind. Ich mochte ihre Hartnäckigkeit, ihre Achtsamkeit und vor allem ihre tolle Kombinationsgabe.
Auch ihr Partner Mons Tidemand war dahingehend sympathisch, da er es Emer ermöglicht hat, bei den Ermittlungen dabei zu sein und zu helfen.
Nach und nach decken sich die wahren Beweggründe der Familienmitglieder auf, deren man etliche kennenlernt, und man ist fassungslos vor so viel Falschheit und Egoismus.

Diese Geschichte behandelt das Leben von Social Media Stars, besonders der Kinder, die sich dagegen nicht wehren können, was ich besonders schockierend finde. Sie müssen funktionieren, sie müssen immer lächeln, sie müssen diverse Dinge präsentieren - und sind von dem Ganzen gestresst (nicht umsonst kann Poppy noch nicht sprechen), sie machen den Eltern zuliebe alles (wiederwillig) mit und haben keine normale, private Kindheit. Schrecklich, dass sogar 2-Jährige gestalked werden, weil deren Leben minutiös im Internet ausgebreitet wird.


Fazit:
Das öffentliche Leben von Social Media-Kids eindrücklich dargestellt. Die Wendungen und die Auflösung des Falls haben mich überrascht und überzeugt.

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ein wunderbar magisches Detektivabenteuer

Detektei für magisches Unwesen - Drei Helden für ein Honigbrot von Lotte Schweizer

Der 9jährige Jannik und seine Freundinnen Pola und Lulu sind eine Detektivbande in Kiesbach. Eher unfreiwillig, denn die Mädels haben so gar keine Lust, Janniks Leidenschaft für Detektivarbeit zu teilen.
Sie möchten auch nicht mit ihm ermitteln, als im Ort zuerst aus dem Feinkostladen etliche Gläser mit vergoldetem Honig gestohlen wurden, danach das Honigbrot von Oma Ilse, und danach der Honig aus den Bienenstöcken von Imker Thorsten.

Erst als Jannik durch Zufall die Leseratte Marianne sowie Peggory Jones, Geheimdienst für streng geheime Angelegenheiten, kennenlernt, die einem schrecklichen Verbrechen auf der Spur sind-überall verschwinden Fabelwesen-finden auch die Mädchen Gefallen am Ermitteln. Dem Honigdieb muss eine Falle gestellt werden!
Und dann ist da noch der neue Nachbar von Jannik, Herr Grauenmeier, der sich sehr verdächtig verhält.


Meine Meinung:
"Drei Helden für ein Honigbrot" ist der Auftakt der Reihe um eine neue Detektivbande, die es mit magischen Wesen zu tun hat.
Die phantasievolle Gestaltung der einzelnen Wesen ist liebevoll, alle sind unterschiedlich (zB Gurkentrolle, Wiesenschrate, Irrlichter, Ulkelfen), und so kann sich jedes Kind einen Favoriten herauspicken. Ganz vorne mit dabei ist bestimmt der Unsichtbär, der wirklich herzallerliebst ist (wenn er denn zu sehen ist ;)

Diese Geschichte ist eine 'typische' Detektivgeschichte, die in einer magischen Welt mit vielen Fabelwesen und Magie angesiedelt ist.
Die einfache, kindgerechte und leicht verständliche Schreibweise sowie die kurzen Kapitel regen auch Lesemuffel an, dranzubleiben.
Es gibt natürlich einen Bösewicht, der recht schnell klar ist und der seine fiesen Gedanken in die Tat umsetzten will, doch von den Kindern durch ihre Cleverness und ihren Mut überführt wird. Und selbstverständlich gibt es auch einen dümmlichen Polizisten, der durch seine Faulheit und seine Scheuklappen nie den Täter hätte ermitteln können und der ohne die Kinder aufgeschmissen gewesen wäre. Ist zwar etwas klischeebehaftet, sorgt aber für lustige Unterhaltung.

Besonders gut hat mir gefallen, dass Modernes (die Kids besitzen Handys) mit Altmodischem (Zaubersprüche in dicken alten Wälzern) verbunden ist.
Etliche detailreiche schwarz-weiß Illustrationen peppen die Geschichte auf und untermalen das Gelesene.


Fazit:
Eine 'typische' Detektivgeschichte phantasievoll umgesiedelt in eine magische Welt. Kindgerecht, lustig, modern, und natürlich spannend. Ein magisches Lesevergnügen.

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Gelungener 2. Teil der Ravna-Jugendthriller-Reihe

RAVNA – Die Tote in den Nachtbergen von Elisabeth Herrmann

4,5 Sterne

Mittsommer, 24. Juni 2021: Ravna Persen, die mittlerweile Polizeistudentin in Oslo ist, ist für die alljährliche Kälberzählung zu den Sommerweiden gekommen, um zu helfen. Zu diesem Pflichttermin finden sich alle samischen Familienangehörigen der Rentierzüchterfamilien ein.
Als Ravna beim Einfangen von verstreuten Tieren in die Bärenschlucht stürzt, muss sie sich mühsam befreien und entdeckt beim Rausklettern ein Skelett, welches sie sofort als die vor 10 Jahren zur Mittsommernacht verschwundene Linnéa Berger, die Tochter des norwegischen Tierarztes, erkennt.

Für Ravna ist klar: der Täter kann nur einer von ihnen gewesen sein.


Meine Meinung:
"Die Tote in den Nachtbergen" ist der zweite Teil um die junge Samin Ravna, die Polizistin werden will.
Die Autorin hat es wieder hervorragend geschafft, die samische Kultur darzustellen. Dass die Clans es nicht gut finden, dass die Kinder in die Zivilisation ziehen. Und vor allem etwas dagegen haben, dass Ravna zur Polizei gegangen ist, denn die Samen regeln alles unter sich und akzeptieren keine Norwegische Obrigkeit. Maximal die Rentierpolizei, die jedoch nur mit Samen besetzt ist.
Die Atmosphäre ist sehr düster, obwohl es zu Mittsommer ständig hell ist.

Natürlich kommt auch wieder der spezielle Ermittler Rune Thor vor, den alle durch seine dunkle, dürre Gestalt für einen 'Gand' halten (ein Zauberer). Diesmal fand ich dessen Rolle nicht so präsent, und Ravna nimmt sich nicht mehr so viel heraus wie im vorigen Band. Trotzdem spürt man immer noch sehr deutlich ihre Zerrissenheit zwischen ihrer samischen Abstammung und dem Wunsch, Polizistin zu werden.
Die Geschichte spielt diesmal nur in der Sommersiedlung am Fuße des Falkfjellet, wo alle Ermittlungen stattfinden und sogar die Gerichtsmedizinerin die Knochen in einem Zelt untersuchen muss.
Rune Thor spannt Ravna natürlich wieder als 'Laufbursche' für die Ermittlungen ein, doch das hat natürlich Vorteile: nicht nur, dass sie eher Antworten bekommt; sondern auch, dass sie vor 10 Jahren als 9jähriges Kind ebenfalls dabei war und im Unterbewusstsein mehr mitbekommen hat, als ihr klar ist.
Zeitlich ist es aufgeteilt in kurze Rückblicke zum 24. Juni 2011, in dem man häppchenweise die damaligen Geschehnisse präsentiert bekommt; der Großteil spielt 10 Jahre später, wo man bei den Ermittlungen dabei ist. Stück für Stück decken sich immer mehr Details auf und man kann diese zu einem ganzen Bild zusammensetzen.
Die Auflösung hat mich dann ein bisschen enttäuscht, ich hätte mir eine etwas 'aufregendere' Erklärung gewünscht. Außerdem ist eine Frage für mich offen geblieben.

Die Hintergründe und Infos zur samischen Kultur, und welche Arten von Samen es überhaupt gibt, fand ich sehr interessant; und die Details zur Rentierzucht waren für mich sehr spannend und lebendig in die Geschichte integriert.
Sehr deprimierend wurde die soziale Lage für die jungen Samen dargestellt: kaum Aussicht auf Jobs; aber zu stolz, um Sozialhilfe zu empfangen; aber auch zu modern, um noch auf die alte Art zu leben (ohne Strom und Komfort, nur in Zelten (sogenannten Lavvus).
Sehr hilfreich fand ich die Karte im Buchdeckel, an der ich den Handlungsort und alle weiteren erwähnten Orte nachvollziehen konnte.


Fazit:
Gelungene Fortsetzung der Jugendthriller-Reihe um eine zwiegespaltene, aber vife Samin. Mit viel Natur, samischer Kultur und einem packenden Fall.

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