Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petra Sch.:

ein liebenswertes, aber etwas anderes Zimmermädchen

The Maid von Nita Prose

Die 25-jährige Molly Gray ist Zimmermädchen im Regency Grand Hotel, und sie liebt ihre Arbeit über alles.
Vor 9 Monaten ist ihre Gran gestorben, mit der sie zusammengelebt hat, und seitdem muss sie sich alleine durchs Leben schlagen, was ihr leider nicht so leicht fällt.
Doch als sie eines Tages den (einfluss-)reichen Mr Black tot in seiner Suite findet, gerät sie aufgrund ihrer speziellen Art und ihres eigenartigen Verhaltens schnell selbst ins Visier der Polizei.

..


Meine Meinung:
Wer es spannend möchte und nichts übers Putzen lesen möchte, ist hier falsch ;) Denn Molly schildert in ich-Form ausführlich, wie sie was putzt (keine runden Ecken) - was ich jedoch unterhaltsam fand. Ihr höchstes Ziel ist es, die Hotelzimmer in einen Zustand der Perfektion zurückzuversetzen.
Auch erfährt man viel über ihr Leben, und es wiederholt sich Vieles öfters, eben auch aufgrund ihrer anderen Art, und weil sie ja selbst das Geschehene und ihren Alltag schildert. Das muss man mögen. Es ist somit kein klassischer Crime, sondern eher die Lebensgeschichte von Molly, die halt zufällig einen Toten im Hotelzimmer findet.

Molly ist 25 und ein besonders Mädchen mit autistischen Zügen, sie tut sich schwer im Kontakt mit anderen, versteht die sozialen Regeln und vor allem die unausgesprochenen oder nur angedeuteten Dinge des zwischenmenschlichen Miteinanders nicht. Bisher hat sie mit ihrer Gran zusammengelebt, doch die ist leider vor 9 Monaten gestorben, und Molly kommt nun eher schlecht alleine durchs Leben. Sie fällt deshalb leider auch immer wieder auf die falschen Männer herein.
Zum Glück gibt es Mr Preston, einen alten Bekannten ihrer Gran, der als Portier im Hotel arbeitet und Molly auch zu ihrem Job verholfen hat, der ein bisschen auf sie schaut. Die anderen Mitarbeiter halten sich jedoch von ihr fern, tuscheln über sie, weil sie sie seltsam finden und vor allem zu pedantisch. Molly braucht eben klare Regeln und Strukturen und hält sich auch genau daran.

Was man jedoch definitiv erwähnen muss, sind der irreführende Untertitel und Klapptext, denn daraus schlussfolgert man, dass Molly ermittelt. Das tut sie jedoch nicht, weil sie eben vieles aufgrund ihrer naiven Art gar nicht versteht. Gegen Schluss fügt sie zwar einige Puzzleteile nach und nach zusammen, weil sie gerne puzzelt und wegen ihres Faibles für Inspector Columbo und der Lebensweisheitssprüche ihrer Gran; und natürlich, weil sie sich detailliert an Dinge erinnern kann. Sie kann nur leider das große Ganze gar nicht erkennen. Nur der Hilfe ihres Freundes, des Küchenjungen Juan Manuel, und Mr Preston und seiner Tochter, die Rechtsanwältin ist und Molly vertritt, nachdem sie festgenommen wurde, ist es zu verdanken, dass sich alle Geheimnisse aufdecken, Molly nicht angeklagt und der wahre Mörder gefasst wird.
Die Auflösung ist schlüssig, und nachdem man viele Spuren und einige Verdächtige geliefert bekommt, hätte man eigentlich auch von alleine draufkommen können ;)
Leider hat mich Mollys Verhalten manchmal genervt, da hätte ich sie am liebsten schütteln können, und auch ihr Verhalten am Schluss hat mich nicht so richtig überzeugt.
Aber andererseits haben mich genau ihre Art und die daraus entstehenden humorvollen Szenen sehr gut unterhalten!


Fazit:
Das Leben einer etwas anderen, teilweise skurrilen Protagonistin humorvoll verpackt in einen Kriminalfall. Man muss sich darauf einlassen können und über einige Schwächen hinwegsehen, dann wird man gut unterhalten!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Daisy Dollinger ermittelt wieder undercover mit Dackel Wastl

Der depperte Hund von Isolde Peter

Im beschaulichen Sankt Aloisius am Starnberger See wird ein einflussreicher Immobilienmakler erschossen aufgefunden.
Und der neue Pfarrer wird auch vermisst - er ist nie im Dorf angekommen.
Wie gut, dass Daisy sowieso mit ihrem jungen Hund zum Welpentraining muss und ihr Exfreund Sigi Heinzlmeier genau dort eine Hundeschule betreibt.

Ihre Chefin, die Staatsanwältin Dr. Liane von Papenberg, beauftragt sie, dort gleich auch undercover zu ermitteln, ihre Ohren zu spitzen und Kontakte zu knüpfen.
Doch dann findet Wastl bei einem Spaziergang eine Leiche...


Meine Meinung:
"Der depperte Hund" ist der zweite Fall für Daisy Dollinger und ihren Dackel Wastl. Der übrigens eine DIE Wastl ist, wie sich nun herausgestellt hat. Aber passt doch auch ;)
Durch die ich-Erzählweise aus Sicht von Daisy ist man noch intensiver bei ihren Ermittlungen dabei. Daisy ist vif, wortgewandt und ideenreich, doch in Sachen Männern gefällt mir ihr Verhalten immer noch nicht. Schon wieder hat sie ein Pantscherl mit einer ehemaligen Jugendliebe, während sie am Starnberger See ermittelt, und ihr amerikanischer Ehemann sich derweil aus beruflichen Gründen in Amerika aufhält.

Man trifft wieder auf viele alte Bekannte, allen voran natürlich Daisys Chefin, die Staatsanwältin Dr. Liane von Papenberg, den Ermittler Sepp Leutner, der diesmal leider etwas untergeht, Daisys nervigen Cousin Traugott, Cousine Immy, und Daisys Ehemann Adrian, der mir irgendwie leid tut, andererseits kann ich sein Verhalten auch nicht nachvollziehen, denn das Ehepaar ist noch nicht so lange verheiratet und wollte jetzt eigentlich die Hochzeitsreise antreten, als Adrian geschäftlich nach Amerika muss. Und so nutzt Daisy die Gelegenheit, mit Wastl in die Hundeschule zu gehen und gleichzeitig undercover im aktuellen Fall des toten Immobilienmaklers zu ermitteln.
In diesem kleinen Ort gibt es viele Personen, die im Laufe der Zeit verdächtig erscheinen, oder Hinweise geben, um die Ermittlungen in eine andere Richtung zu lenken.
Leider geht am Anfang irgendwie nichts weiter, Daisy tritt auf der Stelle und es dauert einige Zeit, bis Fahrt in die Sache kommt.
Ausschlaggebend ist natürlich auch der überraschende Fund von Wastl im Wald. Wer ist bloß die verbuddelte Leiche ohne Kleidung und Ausweis? Hängt das mit dem Fall des erschossenen Immobilienmaklers zusammen?
Ich mochte es, mit Daisy gemeinsam zu ermitteln und ein Puzzlestück ans andere zu reihen.
Die Auflösungen haben mir gut gefallen, waren nachvollziehbar und authentisch.
Und Wastl war wieder einfach göttlich und zum Knuddeln!!


Fazit:
Der zweite Undercover-Einsatz für Daisy Dollinger und ihrem Dackel Wastl. Humoriger Bayern-Krimi mit einem niedlichen vierbeinigen Protagonisten (sorry, Protagonistin ;) Leider dauert es ein bisschen, bis die Ermittlungen Fahrt aufnehmen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Auftakt einer bewegenden Jugendbuch-Reihe

Ballet School - Der Tanz deines Lebens von Gina Mayer

April hat - im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Mimi - mit Ballett nichts am Hund. Denn ihre Mutter, die berühmte Primaballerina Lara O'Neill, ist auf dem Weg zu einem Vortanzen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, als April erst 1 Jahr alt war. Seither lebt sie bei ihren Großeltern, und vom Ballett wird nicht gesprochen, schließlich war dies Schuld am Tod ihrer Mutter.

Doch als sie eine Wette gegen Mimi verliert und zur Ballettstunde mitkommen muss, lernt sie ihre Liebe zu diesem Tanz und der dazugehörigen Musik kennen. Und da ihr das Tanzen im Blut liegt, wird sie auch tatsächlich in der Ballettschule aufgenommen. Doch kann Talent viele Jahre harten Trainings aufwiegen?
Und als Mimi ihr sogar ihren Platz beim Vortanzen für die Royal Ballet School in London überlässt, ist ihr großer Traum zum Greifen nahe. Kann sie an der Royal Ballet School bestehen?


Meine Meinung:
Obwohl ich kein Ballett-Fan bin, hat mich diese Geschichte von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Die Autorin schafft es so wunderbar, einen mit emotionalen Beschreibungen in diese Welt eintauchen zu lassen.
Das Leben und vor allem die Gefühlswelt von April sind so lebendig dargestellt, dass man mit ihr mitfühlen kann. Man weiß genau, warum ihre Großmutter und sie Ballett bisher verteufelt haben. Aber man kann genauso gut verstehen, wie sie plötzlich eintaucht in diese Welt und nicht mehr davon loskommt.
Mit viel Ehrgeiz versucht April nun - gegen den Willen ihrer Großmutter - die Jahre versäumten Trainings aufzuholen. Und sie ist erfolgreich damit, denn sie hat nicht nur das große Talent ihrer Mutter geerbt, sondern auch großen Ehrgeiz, Willenskraft, Stärke, Gefühl und Liebe zum Tanz.
Ein bisschen unrealistisch kam mir jedoch vor, dass April in eineinhalb bis maximal zwei Jahren so viel aufgeholt hat, dass sie sogar - zwar nur durch viel Glück - aber trotzdem an der Royal Ballet School aufgenommen wird, wo nur die Besten der Besten, die schon seit frühester Kindheit trainieren, aufgenommen werden. Und April hat erst mit 11 Jahren begonnen zu tanzen!?

Das Buch beinhaltet nicht nur viele Details des Balletts (die trotz der Ausführlichkeit absolut nicht langatmig haben), sondern auch das Heranwachsen von Kind zur Jugendlichen mit allen dazugehörigen Problemen, Freundschaften, die erste Liebe, und vor allem auch die Suche nach Aprils Herkunft, denn sie hat ihre Mutter nie wirklich kennengelernt und alles, was mit dem Ballett zusammenhängt von ihrer Großmutter bisher verschwiegen wurde. In der Royal Ballet School, in die auch ihre Mutter ging und wo alle diese kennen, fühlt sie sich ihr dort erstmals nahe...

Das Buch hat nur knapp 200 Seiten, davon leider 13 Leerseiten - gerade bei einem Jugendbuch könnte man hier zwei Bände locker zu einem zusammenfassen.
Betonen möchte ich das wunderschöne, pastell-metallisch schimmernde Cover. Ein absoluter Traum.


Fazit:
Eine emotionale und mitreißende Suche einer Jugendlichen nach sich selbst, ihren Träumen und ihrer Herkunft. Nicht nur für Ballett-Fans geeignet! Mit Spannung erwarte ich die Fortsetzung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Gelungener magischer Auftakt über ein starkes Mädchen in einer außergewöhnlichen Fantasywelt

Feuerblut - Teil 1: Der Schwur der Jagdlinge Die Feuerblut-Trilogie von Aisling Fowler

Zwölf hat mit einen Schwur ihr altes Leben hinter sich gelassen, um vom Clan der Jäger als Jagdling ausgebildet zu werden.
Doch was niemand weiß: Zwölf verfolgt damit ganz eigene Absichten. In ihr lodert der Hass auf jenen Clan, der ihre Familie ausgelöscht hat.
Als eines Tages plötzlich Kobolde die Loge überfallen, Zwölfs Mentorin Silber töten und das Mädchen Sieben entführen, macht sich Zwölf gemeinsam mit Fünf, Sechs und dem magischen Wächter Hund auf den Weg, um sie zu retten.

Die unterschiedlichen Jugendlichen wachsen dabei zusammen und müssen vielen Gefahren trotzen. Und Zwölf muss sich ihrer Vergangenheit stellen.


Meine Meinung:
Der Auftakt dieser Fantasy-Reihe ist gelungen; die handelnden Personen sind detailliert ausgearbeitet und facettenreich. Besonders gut gefällt mir, wie die drei unterschiedlichen Jugendlichen sich auf ihrer Reise zusammenfinden und zu Freunden werden, wie sie sich entwickeln und wie sich nach und nach die Geheimnisse eines jeden einzelnen herauskristallisiert.
Protagonistin Zwölf ist manchmal widersprüchlich: sie ist hart, will von den anderen eigentlich nichts wissen; aber dennoch will sie Sieben unbedingt retten, denn sie ist auch mitfühlend. Meine Sympathie hat sie jedenfalls von Anfang an gewonnen. Von ihrer Vergangenheit erfährt man immer wieder in kleinen Häppchen, bis man endlich den wahren Grund kennt, warum sie sich der Jägerloge angeschlossen hat.

Die Geschichte ist sehr düster gehalten, vor allem auch der Kampf gegen die vielen unterschiedlichen bösen Kreaturen.
Ich mochte die phantasievolle Darstellung der vielen magischen Wesen, allen voran den Wächter "Hund", der unfreiwillig humorvoll ist, den Todesspinner (brrr besonders gruselig), der Eichenhammer, die Kobolde.
Die Szenen, vor allem beim Kampf gegen die Bösewichte, sind sehr actionreich und teilweise auch brutal, deshalb finde ich persönlich die Geschichte für 12 Jahre noch eher zu früh.

Die überraschende Wendung gegen Schluss, als Zwölf endlich die ganze Wahrheit über den Überfall auf die Loge erfährt, hat mich verblüfft, damit hätte ich nicht gerechnet.
Das Schöne ist, dass die Geschichte abgeschlossen ist und ich freue mich schon sehr auf das nächste Abenteuer von Zwölf und den Jägern!

Den Sprecher muss ich besonders hervorheben, er hat eine angenehme Stimme, gute Intonation und Sprechgeschwindigkeit, und verleiht den wichtigsten handelnden Personen unterschiedliche Stimmen.


Fazit:
Jugend-Fantasy mit vielen magischen Kreaturen, einer starken Protagonistin, Action, Spannung; jedoch teilweise sehr brutal; aber immer fesselnd und mitreißend - und der Sprecher macht dieses Buch zu einem Hörerlebnis.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

grandioser Auftakt der Schönbrunn-Saga

Die Frauen von Schönbrunn von Beate Maly

Wien, 1914-1918: Im Sommer 1914 erfüllt sich der größte Traum von Emma Moser: sie darf als Tierpflegerin im Tiergarten Schönbrunn zu arbeiten beginnen, wo ihr Vater als Tierarzt tätig ist.
Doch mit Kriegsbeginn werden ihr Vater und der Ehemann ihrer Schwester Greta eingezogen und auch das männliche Pflegepersonal im Zoo fehlt, wodurch sich Emma und die anderen Frauen noch mehr Verantwortung übernehmen.

Tierarzt Julius Winter, der körperlich und seelisch verletzt aus dem Krieg zurückkommt, unterstützt Emma bei der Pflege bei der Orang-Utan-Dame Fanny und hilft ihr, diese vor den Machenschaften des stellvertretenden Zoodirektors Hubert von Kochauf zu beschützen.
Als die hungernde Bevölkerung die Schließung des Tiergartens fordert und der Eisbär sogar heimtückisch erschossen wird, wird es für Emma und die Zoobelegschaft immer schwieriger, die Tiere durchzubringen. Werden sie es schaffen, den Tiergarten und dessen Bewohner zu retten?


Meine Meinung:
Der Auftakt dieser Reihe ist mit einer Mischung aus Spannung, historischen Fakten und viel Emotionen gekonnt gelungen. Der Schreibstil ist flüssig, interessant, spannend und mitreißend, daher fliegt man nur so durch die Seiten und nimmt an Emmas Leben teil, freut sich mit ihr, trauert mit ihr und natürlich kommen auch Liebesgefühle nicht zu kurz.
Die Figuren sind detailliert ausgearbeitet und polarisieren.
Was mir besonders gefallen hat ist natürlich, dass die Geschichte im historischen Wien spielt und v.a. die Beschreibung des Zoos, den ich gut kenne, wie er dazumals war. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass der Kaiserpavillon, von dem sternförmig Weg durch den Zoo führen und der jetzt ein Café ist, früher Tiere beherbergt hatte.
Ganz besonders ist mir natürlich die Orang-Utan Dame Fanny ans Herz gewachsen, denn Menschenaffen sind solch intelligente Lebewesen; und früher war man einfach so borniert und hat das nicht bemerkt bzw. wollte es auch nicht wahrhaben. Und hier hat man richtig mitgefühlt und mitgefiebert, als Emma einen artgerechteren Lebensraum für Fanny erkämpfen will und vor allem mitgelitten, als das Tier vergiftet wurde.
Auch die Leiden der Wiener Bevölkerung aufgrund des Kriegs, die große Hungersnot aufgrund der Lebensmittelknappheit und die Kälte, die man erleiden musste, weil es kein Brennmaterial gab und man auch keines aus den kaiserlichen Wäldern holen durfte, hat einen sehr ergriffen.
Das Ende der Geschichte macht Hoffnung - darauf, dass Emma eine glückliche Zukunft und ein große Liebe haben kann, dass der Krieg bald vorbei ist und dass Frauen in Wien endlich studieren dürfen.


Fazit:
Ein gelungener Auftakt und eine großartige Mischung aus Emotion, Liebe, Spannung und Historie, verwoben in einer Geschichte rund um die vielfältigen Geschöpfe der Erde, die es zu schützen gilt - besonders, wenn sie in Gefangenschaft leben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde...

In ewiger Freundschaft (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 10) von Neuhaus Nele

Die ehemalige Programmleiterin des Winterscheid-Verlags, Heike Wersch, wird von ihrer Freundin, der Literaturagentin Maria Hauschild vermisst. Die Ermittler Oliver von Bodenstein und Pia Sander finden im Haus nur den dehydrierten dementen Vater. Und auch aufgrund von Blutspuren, die versucht wurden zu entfernen, schließen sie ein freiwilliges Verschwinden aus.

Wurde sie von ihrem ehemaligen Autor Severin Veltin, den sie nach ihrer Kündigung des Plagiats bezichtigte, umgebracht?
Nachdem ihre Leiche gefunden wird, stirbt ein weiterer Mitarbeiter des Verlags und nach und nach deckt sich die Vergangenheit und das Geheimnis von ehemaligen Freunden auf, die der Grund für den Tod der beiden war. Muss noch jemand sterben, der das Geheimnis kennt?


Meine Meinung:
"In ewiger Freundschaft" ist der 10. Fall von Oliver von Bodenstein und Pia Sander. Für mich war es der erste, was aber überhaupt kein Problem war, denn es wird alles aus der privaten Vergangenheit der beiden Ermittler genauestens im Laufe der Geschichte erzählt. Auch verschiedene alte Fälle werden kurz erwähnt, das spricht aber eher nur Kenner der Reihe an, denn ich konnte damit natürlich nichts anfangen ;)
Die vielen handelnden Personen haben mich anfangs etwas überfordert, aber es gibt zu Beginn ein ausführliches Personenverzeichnis und die vielen Personen sind notwendig - und mit der Zeit kann man alle gut zuordnen aufgrund von sehr unterschiedlichen Namen und detailliert ausgearbeiteten Charakteren.
Auch die Geschichte der Freunde in der Vergangenheit ist spannend zu lesen, denn es decken sich nach und nach immer kleine Details und Lügen auf, die sich bis in die Gegenwart auswirken; unbedeutende Dinge entwickeln sich zu ausschlaggebenden Punkten und ein schreckliches Geheimnis ist der Auslöser für die Taten.

Besonders spannend fand ich als Leseratte natürlich, dass die Geschichte am Buchmarkt spielt, dass man detaillierte Einblicke ins Verlagswesen bekommt und mit welchen Schwierigkeiten die Buchbranche zu kämpfen hat.
Auch die eingeschobenen kurzen Tagebucheinträge bauen Spannung auf und man ist immer am Miträtseln, wer der Täter ist und vor allem: was ist das Motiv?


Fazit:
Der 10. Fall für Bodenstein und Sander war für mich der erste und hat mich, nachdem ich mich mit den vielen Personen zurechtgefunden habe, total begeistert. Eine fesselnde Schreibweise, die spannende Geschichte der Freunde in der Vergangenheit und der daraus resultierende komplexe Fall in der Gegenwart haben mich überzeugt!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

außerirdisch-geniales, turbulentes Riesenechsen-Abenteuer!

In ewiger Freundschaft (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 10) von Neuhaus Nele

Ellis Bartagame Griselda bricht aus dem Forschungslabor aus und alle machen sich auf die Suche nach ihr, denn seit sie den Supermatsch vom Planeten Tmllp gefressen hat, hat sie Superkräfte.
Tom kann seinen außerirdischen Freund Frrk überreden, auf die Erde zurückzukommen und ihm und Elli bei der Suche nach Griselda beizustehen und die Bartagame einzufangen.

Kann Frrk helfen, das Chaos in den Griff zu kriegen und seine Freunde vor einer Katastrophe zu bewahren?


Meine Meinung:
"Echsen-Alarm" ist der 3. Teil um Tom und seinen außerirdischen Freund Frrk vom Planeten Tmllp, der aber eigenständig gelesen/gehört werden kann, auch wenn diese Geschichte an den vorigen Band anschließt, in dem Ellis Bartagame Griselda den außerirdischen Supermatsch gefressen hat. Denn alle wichtigen Infos aus dem vorigen Band sind geschickt in der Geschichte integriert. Und nun mutiert Griselda zu einer Riesen-Echse, die Feuer spucken kann und ein riesiges Chaos verursacht.

Die Geschichte ist humorvoll und sehr phantasievoll, auch was den Körpertausch betrifft, der in dieser Folge wieder zum Einsatz kommt. Und eben auch die Verwandlung von Griselda aufgrund des Supermatsches, das Chaos, das diese versursacht, und das Militär, das Griselda und den Supermatsch unbedingt in seine Hände bekommen will.
Und es werden auch typische Probleme von Kindern und Jugendlichen in der Geschichte verarbeitet: Schule, Mitschüler, Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Mobbing und die erste Liebe.

Der Sprecher Julian Greis schafft es hervorragend, mit verschiedenen Stimmen, Betonungen und Lautstärken den unterschiedlichen Personen Leben einzuhauchen und man erkennt sofort, welche Person gerade spricht.
Besonders die tiefe, langsame und gutturale Stimme von Frrk ist außerordentlich gut gelungen.
Das Hörbuch hat eine Länge von ca. 3,5 Stunden.


Fazit:
Außerirdisch-geniales Riesenechsen-Abenteuer, ein niedlich-sympathisch-cooler Alien, vife Kids, viel Humor und ein toller Sprecher.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

britischer Cosy Crime; teilweise jedoch zu überzogen

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar von Robert Thorogood

3,5 Sterne

In Marlow, direkt an der Themse, in einem verfallenen Herrenhaus, lebt die 77jährige Judith Potts, die gern nackt in der Themse schwimmt. Und dabei hört sie eines Tages, wie ihr Nachbar am anderen Themseufer erschossen wird.
Doch als die Polizei eintrifft, ist keine Leiche zu finden.

Da die Polizei nicht von einem Verbrechen ausgeht, macht sich Judith also allein auf die Suche nach Antworten und trifft bei ihren Recherchen auf die Pfarrersfrau Becks und die Hundesitterin Suzie, die ihr bei ihren Ermittlungen - mehr oder weniger freiwillig - zur Seite stehen.
Als kurz darauf ein weiterer Mord geschieht, und später noch einer, erscheint alles immer rätselhafter: hängen die Fälle zusammen?


Meine Meinung:
Ich mag ja schrullige alte Damen, die es aufgrund ihrer großen Neugierde nicht lassen können, ihre Nase in Dinge zu stecken, die sie nichts angehen, und sich so selbst in Gefahr bringen - weil mich das natürlich sehr an die legendäre Miss Marple erinnert.
Nach einer anfänglich tollen und vifen Judith, die Becks gegen deren Willen gekonnt für die Ermittlungen einspannt, und einer nicht ganz so vifen Suzie, die aber mit ganzem Herzen und Elan bei der Sache dabei ist, driftet mir das ganze leider ein bisschen ins Lächerliche ab. Die Polizistin Tanika kommt dümmlich und inkompetent rüber, und Judith geht unnötig zu hohe Risiken ein. Auch der Einbruch beim Anwalt ist für mich übertrieben und nicht realistisch. Schade, denn diese Überzogenheiten hätte dieser Cosy Crime wirklich nicht gebraucht.
Die Beschreibungen des Ortes und der Gegebenheiten sowie der handelnden Personen sind detailliert und lebendig, der britische Humor ist ansatzweise zu erkennen, und auch der Schreibstil ist angenehm und spannend zu lesen.
Gut und treffend gefiel mir die Beschreibung der drei Ladies: "die exzentrische Adelige, kaum höher als breit, die wie immer ihren grauen Umhang trug; die perfekte Hausfrau mit locker fliegenden Haaren, Jeggings und Steppweste; und die Hundefrau, gebaut wie eine Eiche und gekleidet, als wollte sie gleich mit Long John Silver in See stechen."

Die Auflösung des Falles hat mir aufgrund der Komplexität gefallen - es gab drei Opfer, mehrere Verdächtige, die jeweils ein Motiv hatten, jedoch ein wasserdichtes Alibi - konnte mich jedoch nur zu einem Teil überraschen, weil ich den Großteil recht schnell enträtselt hatte.


Fazit:
Netter englischer Landhauskrimi mit schrulligen Ermittlerinnen, lebendigen Beschreibungen, einem komplexen Fall, jedoch mit einigen Schwächen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

menschliche Abgründe...

Perfect Day von Romy Hausmann

3,5 Sterne

Ann fällt aus allen Wolken: ihr Vater, der Professor Walter Lesniak, wird festgenommen, da er angeblich der Schleifenmörder ist, der seit 14 Jahren junge Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren tötet; rote Schleifenbänder kennzeichnen den Weg zu ihren Leichen.
Doch Ann ist fest davon überzeugt, dass ihr Vater nicht "Professor Tod" ist, und macht sich auf eigene Faust auf den Weg, um seine Unschuld zu beweisen.

..


Meine Meinung:
Nachdem mir die ersten beiden Thriller von Romy Hausmann sehr gut gefallen haben, war ich auch von diesem anfangs total begeistert. Man fiebert und leidet mit Ann mit, denn niemand kann sich vorstellen, wie es ist, wenn der eigene Vater als Mörder festgenommen wird. Noch dazu ein angesehener, renommierter Akademiker.
Wir-Einschübe aus Sicht einer psychisch kranken Person peppen das Ganze auf, man meint, die Gedanken des Mörders/der Mörderin zu lesen. Und die kurzen Auszüge eines Interviews mit dem Täter, 5 Jahre nach der Verhaftung von Anns Vater, lassen einen grübeln. Ist dies dieselbe Person? Und wer ist der Interviewer?
Man begleitet Ann auf eine spannende Reise auf der Jagd nach dem ihrer Meinung nach wahren Täter, was oftmals sehr actionreich ist.
Trotzdem immer wieder Spannung aufkam, fand ich das Buch im Mittelteil etwas langatmig; die Einschübe waren dann schon nervig, da man diese erst gegen Schluss richtig zuordnen konnte; und die Auflösung hat mich persönlich enttäuscht, denn ich hätte etwas anderes erwartet.
Nichts desto trotz zeigt dieses Buch gekonnt die tiefsten menschlichen Abgründe auf, die der Grund für schreckliche Taten sind, und die Aufarbeitung der tiefsten Gefühle, Sehnsüchte und Zwänge.
Romy Hausmann hat es geschafft, das Motiv, das ich zuerst nicht verstehen konnte, so aufzubereiten, dass ich es dann total nachvollziehbar fand, auch wenn mich die Auflösung trotzdem nicht glücklich gemacht hat.


Fazit:
Dieser Thriller hat mich zwiegespalten zurückgelassen; einerseits war es teilweise total spannend, zwischendurch jedoch langatmig, und die Auflösung hat mich nicht ganz glücklich gemacht. Aber eine super Aufbereiten eines psychischen Profils, das noch lange in einem nachhallt: wozu sind wir Menschen fähig?

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.

Auftakt der Dorfschullehrerin-Reihe

Die Dorfschullehrerin von Eva Völler

1961. Die Berliner Lehrerin Helene tritt ihre neue Stelle in Kirchdorf an der deutsch-deutschen Grenze an. Die Einwohner freuen sich sehr über die engagierte Lehrerin, denn Lehrer sind Mangelware in der BRD, auch wenn sie es anfangs nicht leicht hat, da ihre lockeren Erziehungsmethoden nicht überall gut ankommen.

In der Hebamme Isabella findet sie eine Freundin und im Landarzt Tobias einen Verbündeten gegen die alten Erziehungsstile. Bald empfindet sie mehr für ihn als nur Freundschaft.
Doch was niemand weiß: es gibt einen besonderen Grund, warum Helene aus der DDR geflohen ist und ausgerechnet in dem kleinen Örtchen ihre Stellung angetreten hat...


Meine Meinung:
Der Auftakt der Reihe um die Lehrerin Helene Werner ist spannend, mitreißend und emotional geschrieben. Man kann sich gut in Helene hineinversetzen.
Auch das kleine Dorf und dessen Bewohner sind lebendig beschrieben, und der Zusammenhalt im Ort ist groß. Auch die Integration der amerikanischen Grenzsoldaten liest sich authentisch.
Viele historische Fakten über die beiden deutschen Länder, das sowjetisch bewachte Zonenrandgebiet, das Problem der Abwanderung aus der DDR sind spannend in der Geschichte integriert, und vor allem kommen Emotionen hoch, wenn man über die Zustände in der DDR liest, die Unterdrückung der Bewohner, die Wegnahme von Land und Häusern, wie man die Leute ausspioniert hat, und bei Fluchtversuchen bestraft und sogar getötet.
Auch die sozialen Konstrukte, Erziehungs- und Lehrmethoden und den Schulalltag allgemein konnte man sehr gut nachvollziehen.
Und mit dem Arzt Tobias ist auch eine schöne Liebesgeschichte gegeben.

Helene ist eine starke Frau mit dramatischer Vergangenheit; kein Wunder, dass sie sich niemandem anvertraut, nicht mal Isabella. Es muss einfach unfassbar schwer für sie gewesen sein (und das stellvertretend für sooo viele Leute damals), die geliebte Menschen im Sozialstaat zurücklassen mussten und am Kämpfen waren, diese zu sich in den Westen zu holen, was sehr gefährlich war.
Das Ende des Buches liefert einen mitreißenden Showdown und ein Happy-End, wie man es sich für alle gewünscht hat.
Ich bin jetzt schon sehr gespannt, wie Helenes Geschichte, die nun zu ihrer Tante nach Frankfurt zieht, weitergeht, und ob sie jemals wieder mit Tobias, der in Kirchdorf geblieben ist, zusammenkommen wird.


Fazit:
Eine emotionale und mitreißende fiktive Geschichte, eingebettet in historische Fakten. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Sch.