Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
Auftakt der Dorfschullehrerin-Reihe
Die Dorfschullehrerin von Eva Völler
1961. Die Berliner Lehrerin Helene tritt ihre neue Stelle in Kirchdorf an der deutsch-deutschen Grenze an. Die Einwohner freuen sich sehr über die engagierte Lehrerin, denn Lehrer sind Mangelware in der BRD, auch wenn sie es anfangs nicht leicht hat, da ihre lockeren Erziehungsmethoden nicht überall gut ankommen.
In der Hebamme Isabella findet sie eine Freundin und im Landarzt Tobias einen Verbündeten gegen die alten Erziehungsstile. Bald empfindet sie mehr für ihn als nur Freundschaft.
Doch was niemand weiß: es gibt einen besonderen Grund, warum Helene aus der DDR geflohen ist und ausgerechnet in dem kleinen Örtchen ihre Stellung angetreten hat...
Meine Meinung:
Der Auftakt der Reihe um die Lehrerin Helene Werner ist spannend, mitreißend und emotional geschrieben. Man kann sich gut in Helene hineinversetzen.
Auch das kleine Dorf und dessen Bewohner sind lebendig beschrieben, und der Zusammenhalt im Ort ist groß. Auch die Integration der amerikanischen Grenzsoldaten liest sich authentisch.
Viele historische Fakten über die beiden deutschen Länder, das sowjetisch bewachte Zonenrandgebiet, das Problem der Abwanderung aus der DDR sind spannend in der Geschichte integriert, und vor allem kommen Emotionen hoch, wenn man über die Zustände in der DDR liest, die Unterdrückung der Bewohner, die Wegnahme von Land und Häusern, wie man die Leute ausspioniert hat, und bei Fluchtversuchen bestraft und sogar getötet.
Auch die sozialen Konstrukte, Erziehungs- und Lehrmethoden und den Schulalltag allgemein konnte man sehr gut nachvollziehen.
Und mit dem Arzt Tobias ist auch eine schöne Liebesgeschichte gegeben.
Helene ist eine starke Frau mit dramatischer Vergangenheit; kein Wunder, dass sie sich niemandem anvertraut, nicht mal Isabella. Es muss einfach unfassbar schwer für sie gewesen sein (und das stellvertretend für sooo viele Leute damals), die geliebte Menschen im Sozialstaat zurücklassen mussten und am Kämpfen waren, diese zu sich in den Westen zu holen, was sehr gefährlich war.
Das Ende des Buches liefert einen mitreißenden Showdown und ein Happy-End, wie man es sich für alle gewünscht hat.
Ich bin jetzt schon sehr gespannt, wie Helenes Geschichte, die nun zu ihrer Tante nach Frankfurt zieht, weitergeht, und ob sie jemals wieder mit Tobias, der in Kirchdorf geblieben ist, zusammenkommen wird.
Fazit:
Eine emotionale und mitreißende fiktive Geschichte, eingebettet in historische Fakten. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
Pip, das kleine mutige Eichhörnchen
Pip rettet den Wald von Rebecca Reed
4,5 Sterne
Das junge Eichhörnchen Pip ist mutig und ein guter Springer.
Doch leider ist der Wald, in dem Pip mit seiner Kolonie lebt, in Gefahr: es gibt kaum Wasser, und die alte weise Eiche, die über den Wald wacht, ist am Sterben.
Pip hat jetzt die wichtige Aufgabe, die letzte Eichel der weisen Eiche zu retten, damit daraus wieder eine neue weise Eiche wachsen kann.
Wird er es schaffen? Denn auch die Tiere des Dunklen Volkes wollen an die Eichel, denn wer diese besitzt, ist der Herrscher des Waldes.
Doch Pip hat andere, wichtigere Pläne mit der Eichel...
Meine Meinung:
Die Themen Umwelt, Erwärmung und Waldsterben werden in diesem Kinderbuch eindrucksvoll als spannende Geschichte erzählt.
Man fiebert mit Pip mit, der so niedlich, sympathisch, wissbegierig und ehrlich ist, und der die Eichel nicht nur für sich oder sein Volk haben will, sondern damit das Leben aller Tiere retten will, und deshalb eine Entscheidung trifft, die von keinem Volk des Waldes gutgeheißen wird.
Und dabei entsteht eine Freundesgruppe aus einem Eichhörnchen, einem Dachs und einer Krähe, die so sonst nie miteinander ausgekommen wären, denn diese Tiere sind allesamt Feinde. - Hier kommt schön rüber, dass man sich auch gut verstehen kann, wenn man total unterschiedlich ist.
Die Geschichte ist mitreißend und spannend geschrieben, anspruchsvoll aber doch leicht zu lesen, auch für Kinder ab 8 Jahren.
Schön fand ich, wie die vier Völker des Waldes eingeteilt wurden in die Eichhörnchen des Baumvolkes, Füchse und Dachse des Dunklen Volkes, die Vögel des Himmelsvolkes und die Rehe des Erdvolkes.
Leider ist alles ein bisschen düster, da der Wald am Sterben ist und die Tiere untereinander Feinde sind und kämpfen.
Das offene Ende (Die Reihe um Pip soll ja 3 Bände umfassen) ist für Kinder sicher nicht zufriedenstellend, überhaupt da sie vorher so viel Aufregendes gelesen haben. Da das Buch nur aus ca. 150 Seiten besteht, hätte man zumindest zwei Bände gut zusammenfassen können.
Zu jeder Kapitelüberschrift gibt es eine wundervolle schwarz-weiß Zeichnung, die zum jeweiligen Kapitel passt.
Und am Ende gibt es noch wertvolle Informationen über das Leben von Eichhörnchen.
Fazit:
Ein spannendes Kinderbuch über ein wichtiges Thema, jedoch leider etwas düster und mit offenem Ende.
das Weihnachtsabenteuer der Familie Flickenteppich
Familie Flickenteppich 4. Wir freuen uns auf Weihnachten von Stefanie Taschinski
In der Hausnummer 11 sind die Vorbereitungen für Weihnachten in vollem Gange. Es wird gebacken, dekoriert und gesungen.
Ein heimlicher Weihnachtswichtel bringt Überraschungen für die Kinder, und Ben freut sich schon auf eine coole Spielekonsole, weil sein neuer Freund Lasse auch eine hat. Doch reicht das Geld dafür?
Meine Meinung:
Das vierte Abenteuer der Flickenteppichs ist wieder total liebevoll, warmherzig und lebendig geschrieben.
Aufgrund der 24 Kapitel kann es auch gut als Adventskalenderbuch gelesen werden.
Durch die vielen kleinen Rückblenden erfährt man alles wichtige aus der Vergangenheit der bunt zusammengewürfelten Hausbewohner und somit macht es auch nichts aus, wenn man die drei vorigen Bände nicht kennt.
Die Geschichte ist in ich-Form aus Sicht von Emma erzählt, somit kann man sich noch besser in das Mädchen hineinversetzten und alle Ereignisse noch intensiver mitfühlen.
Und es passiert wieder so viel: Oma Becker braucht Hilfe, Stella und Doris erwarten ein Baby, Emma und Aylin freuen sich auf die Adventskalender, es gibt geheime Kleinigkeiten für die Kinder, der Meerschweinchenstall muss winterfest gemacht werden, alle Großeltern haben sich für Weihnachten angesagt. Und dann ist da noch die Sache mit dem verschwundenen Klassengeld. Und Ben, der sich total verändert hat und nur mehr auf diese Spielekonsole giert.
Alle sind wieder so liebevoll umeinander bemüht, hilfsbereit und aufrichtig ehrlich (außer Ben). Vor allem war es so schön, wie alle Stella und Doris mit dem Babybettchen helfen... in der Nummer 11 halten wirklich alle soo toll zusammen! Auch als Oma Beckers Adventkranz gebrannt hat, puh das hätte böse ausgehen können. Man sieht: zusammen schaffen wir alles!
Viele bunte, wunderschöne Illustrationen untermalen das Gelesene. Wir lieben diese Zeichnungen und können gar nicht genug davon bekommen!
Fazit:
Wieder ein warmherziges und lebendiges Abenteuer bei den Flickenteppichs, diesmal in der wunderschönen Weihnachtszeit, in dem die Werte Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und Unterstützung großgeschrieben werden.
gelungener und fesselnder zweiter Teil der Amissa-Trilogie
Amissa. Die Vermissten von Frank Kodiak
Der zweite Teil der Amissa-Trilogie geht gleich total spannend los, als man das Leben von David Stoll verfolgt, der beim Pizzaausliefern verschwindet.
Danach ist man bei Jan Kantzius, der mit seiner Frau Ricarda für die Organisation Amissa arbeitet, die verschwundene Menschen sucht, über die es jedoch Gerüchte über dubiose Machenschaften gibt.
Da er mit Infos über Amissa gelockt wurde, trifft er sich mit einer jungen Frau an der Ostsee, doch diese wird hinterrücks erschossen, nachdem sie ihm das Stichwort "Missing Order" genannt hat. Jan kann gerade noch fliehen, doch endlich wieder daheim, findet er seinen Hund ermordet vor und seine Frau ist verschwunden.
Auf der Suche nach Ricarda erfährt er einiges über "Missing Order", was man gar nicht glauben kann: Menschen auf Bestellung gegen genug Geld. Jeder, den du willst, wird diskret geliefert.
Ein Wettlauf gegen die Zeit und auf Leben und Tod beginnt, und endet in einem fulminanten Showdown.
Anfangs war es für mich gedanklich ein bisschen schwierig, zwischen diesen beiden Handlungssträngen zu switchen, denn der Teil von David passiert im Oktober, und der Faden von Jan spielt erst im Jänner danach.
So erfährt man Stück für Stück, was passiert ist, und im nächsten Atemzug, wie Jan diese Dinge aufdeckt, was anfangs für mich schwierig schwierig zu koordinieren war.
Doch die Geschichte um "Missing Order" ist unfassbar, man ist geschockt, und vom hohen Spannungsbogen von Anfang bis Ende gefesselt.
Die beiden Handlungsstränge nähern sich immer mehr an, und es gibt eine überraschende Wendung sowie einen fulminanten Showdown.
Und jetzt bin ich schon sooo auf den Abschlussband der Trilogie gespannt und kann es kaum noch erwarten.
Fazit:
Zweiter Teil der Amissa-Trilogie, die unfassbar fesselnd, schockierend und mitreißend ist. Ich freue mich schon sehr auf den Abschlussband!
Kurz-Krimis über die Eifersucht
Eifersucht von Jo Nesbø
In diesem Buch vereinen sich sieben Kurzgeschichten unterschiedlicher Länge, die alle (bis auf eine) das Thema "Eifersucht" als Grundlage haben. Darauf bauen sich die Krimis auf.
Mit viel Sprachgewalt, philosophischen Überlegungen und Wendungen (die ich leider jedoch oft schon voraussehen konnte) wird das wohl stärkste der menschlichen Gefühle in Kurzkrimis gepackt.
Dieses Gefühl ist auch der am öftesten vorkommende Grund für Morde, daher ergeben sich natürlich viele Geschichten, die man darüber erzählen kann.
Der Kurzkrimi mit dem Titel "Eifersucht" ist der längste und war deshalb wohl namensgebend für den Titel des gesamten Buchs. Hier kommt dieses Gefühl auch am stärksten rüber, hätte jedoch trotzdem noch mehr ausgebaut werden können.
Mir hat "London" am besten gefallen, da dies eine wirklich außergewöhnliche Geschichte ist, die einen von Anfang an fesselt.
Bis auf "Odd" sind alle Geschichten in ich-Form geschrieben, wodurch man sich besser in den jeweiligen Protagonisten einfühlen kann, jedoch auch nicht zu sehr aufgrund der Kürze der Storys.
Manchmal wurde mir auch zu ausschweifend erzählt.
Leider geht aus dem Klappentext nicht so ganz eindeutig hervor, dass das Buch keine zusammenhängende Geschichte beinhaltet, sondern sieben verschiedene Kurzkrimis, was nicht so ganz mein Fall ist.
Optisch wunderschön ist der blitzblaue Buchschnitt, der die gleiche Farbe der Schrift auf dem Cover hat. Die Optik reißt's jedoch auch nicht heraus, für mich waren die Geschichten leider nur durchschnittlich und werden wohl auch nicht länger im Gedächtnis bleiben.
Fazit:
Sieben Kurzkrimis mit dem gleichen Thema "Eifersucht", mehr oder weniger spannend, aber oft sehr ausschweifend erzählt. Konnte mich leider nicht so ganz überzeugen.
"Fegefeuer". Der 3. Teil der Cold Case Reihe
COLD CASE - Das gebrannte Kind von Tina Frennstedt
3,5 Sterne
Eine Brandstifter geht in Schonen um, bereits 4 Menschen sind in den Flammen gestorben. Der Täter hat zuvor die Brandmelder entfernt und die Häuser nummeriert.
Bis Tess Hjalmarsson aufgrund der Zeugenaussage einer Überlebenden erkennt, dass diese Fälle mit einem alten Fall aus der Vergangenheit zusammenhängen, denn auch damals wurde bei einem Brand, in dem die Mutter des 5jährigen Tim starb, dieselbe Musik gehört.
Der damalige Täter wurde nie gefasst.
Tess und ihr Cold Case Team ermitteln unter Hochdruck bis Tess erkennt, dass auch sie im Visier des Täters steht...
Meine Meinung:
"Das gebrannte Kind" ist der dritte Teil der Cold Case Reihe um Tess Hjalmarsson, in dem man wieder viele bekannte Personen trifft. Der Fall ist jedoch in sich abgeschlossen und kann daher eigenständig gelesen werden. Alles wichtige aus Tess' privatem Leben sowie ihrer bisherigen Fälle werden kurz angeschnitten.
Tess ist wieder sehr nahbar beschrieben, sie ist nicht nur ein Super-Cop, sondern ein Mensch mit Fehlern und Ängsten, wodurch man sich gut in sie hineinversetzen kann. Die Polizeiarbeit, das Zusammentragen von Fakten und Beweisen, ist wieder sehr interessant und authentisch dargestellt.
Tina Frennstedt fesselt wieder mit einem packenden Schreibstil und hohem Spannungsbogen, auch wenn recht bald vorhersehbar war, wer der Täter ist; jedoch gibt es diesmal einige Dinge, die nicht so gut ausgearbeitet waren.
Es gab lose Enden, und es blieben einige Fragen offen, nicht nur, was die Motivation des Täters betrifft, sondern auch andere Dinge, Kleinigkeiten, die eigentlich gar nicht hätten erwähnt werden müssen. Auch wurde einiges nicht aufgelöst, das einem im Verlauf der Geschichte wichtig erschien. Und auch das Motiv des Täters, und dass sich ein 5jähriges Kind an so viele Dinge erinnern kann, war für mich nicht nachvollziehbar. Und bzgl. der Morde auch einige Logikfehler.
Auch über den deutschen Titel bin ich nicht glücklich, der Originaltitel "Fegefeuer" hätte viel besser gepasst und nicht zu viel verraten.
Weiters wurde der "Fall Jenny" anfangs angesprochen, in dem Tess eigentlich ermitteln sollte und wo man dachte, um diesen Fall geht es in diesem Buch, welcher jedoch bald in Vergessenheit geriet und erst am ende wieder - als Cliffhanger für nächsten Band - angeschnitten wurde.
Und Tess sowie ihre Partnerin Sandra verhielten sich manchmal total unverständlich, zum Beispiel als der Hund einen Giftköder gefressen hat oder ein unbekannter Bauarbeiter auf dem Grundstück war. Das war ihnen quasi total egal, und das konnte ich absolut nicht nachvollziehen.
Aber alles in allem wieder ein spannender Cold Case aus der Feder von Tina Frennstedt.
Hilfreich ist wie bei den Vorgängerbänden der Plan von Schonen in der vorderen Klappe, in dem ich sehr gerne Tess Einsatzorte nachschlage. Leider sind diesmal viele Handlungsorte, die in diesem Band vorkommen, nicht eingezeichnet.
Fazit:
Der dritte Teil der Cold Case-Reihe. Wieder spannend und lebendig geschrieben; doch war der Täter schnell klar, und es gab einige losen Enden und Fragen, die offen blieben, daher diesmal nur 3,5 Sterne. Ich bin trotzdem schon sehr auf den nächsten Band gespannt, in dem diesmal hoffentlich der "Fall Jenny" aufgeklärt wird!
wichtige Botschaft in witzigem Comic-Stil verfasst
nICHt genug (nICHt genug-Reihe - Band 1) von Maria Scrivan
Als Natalie auf die neue Schule kommt, freut sie sich schon, ihre beste Freundin Lily wiederzusehen. Die ist in den Ferien nämlich ans andere Ende der Stadt gezogen und hatte keine Zeit mehr für sie.
Doch gleich am ersten Schultag wird Natalie enttäuscht, sie sieht Lily mit einem anderen, stylischen Mädchen.
Ein Mädchen, das all das ist, was Natalie nicht ist: cool, talentiert, sportlich.
Wie kann sie ihre beste Freundin wieder zurückgewinnen?
Das Buch spricht viele Dinge an, die Kinder beschäftigen: Schule, Freunde, Alltag. Aber vor allem: nicht "genug" zu sein.
Verpackt ist die Story in einem farbenfrohen Comic, in dem Natalie ihre Geschichte erzählt.
Durch diesen Comic-Stil ist das Buch auch sehr gut für Lesemuffel geeignet.
Zuerst lernt man Natalie kennen, sie beschreibt sich, ihre Familie und Haustiere, Hobbys und ihre beste Freundin Lily.
Und dann beobachtet man Natalie dabei, wie sie verzweifelt versucht, Lily mit allen möglichen Mitteln zurückzugewinnen, doch alles geht schief. Und sie bemerkt nicht einmal, wie sie dabei neue Freunde findet.
Zoe tat mir sogar richtig leid, denn alles, woran Natalie denken kann, ist, wie sie Lily zurückgewinnen kann und merkt dabei nicht einmal, dass sie Zoe weh tut. Obwohl die ihr immer wieder sagt, dass Natalie doch genau so, wie sie ist, gut ist, und dass Lily sie gar nicht verdient hat.
Jedenfalls ist es, wie immer in Büchern, doch eher "einfach", glücklich zu werden; das reale Leben sieht oft leider anders aus. Aber Kinderbücher brauchen auf jeden Fall ein Happy End und dieses hier war besonders schön!
Aufgelockert wird die Geschichte mit den Einschüben über Natalies Hund und Katze, die wir sehr witzig fanden! Überhaupt den Tagesablauf einer Katze ;)
Und am Schluss darf man Natalies Comic-Buch lesen, in dem sie eine Geschichte über einen Frosch schreibt-quasi über sich selbst, ihre Nerdigkeit, Tollpatschigkeit. Und dass sie dann irgendwann doch gemerkt hat: sie ist froh, sie selbst zu sein! Einfach nur toll!
Fazit:
Die wichtige Botschaft "Du bist so, wie du bist, genau richtig" wird hier in einem Comic-Buch mit viel Humor, aber auch viel Ernst in witzigen Illustrationen interessant und spannend dargestellt.
Zusammen sein macht eindeutig am meisten Freude!
Zwei Schnäuzchen und vier Weihnachtswünsche,1 Audio-CD von Karen Christine Angermayer
Kurz vor Weihnachten liegt Hund Bruno faul unter dem Weihnachtsbaum, während Soja lieber Abenteuer erleben möchte. In einer Schneekugel sieht Soja eine Weihnachtsfee und schwupps, sind die beiden in einer magischen Weihnachtswelt. Die Fee will ihnen drei Wünsche erfüllen, und jeder wünscht sich andere Dinge.
Das klappt jedoch nicht so wie erwartet und natürlich endet alles im Chaos...
Bis die beiden merken, dass sie es nur gemeinsam schaffen, wieder in die richtige Welt zu kommen, und dass Zusammensein doch am allerschönsten ist! :D
Die Kapitel werden abwechselnd aus Sicht von Soja und Bruno erzählt, wobei man jeweils herrliche Einblicke in die beiden charmanten Charaktere bekommt.
Es ist sehr humorvoll, kindgerecht und spannend geschrieben und vor allem die Charakterdifferenzen der beiden Tiere und die damit einhergehenden Missverständnisse und das Chaos machen den Charme dieser Geschichte aus.
Der Part der Katzendame Soja wird von Andrea Sawatzki gesprochen, die wir bereits aus etlichen Hörbüchern bzw. Filmen kennen und mögen, und die mit einer aufgeregt hibbeligen Stimme Soja Leben einhaucht. Hund Bruno wird von Christian Berkel gesprochen, der dem Hund seine mürrische Stimme verleiht, was perfekt zu diesem Charakter passt.
Die Geschichte ist sehr winterlich, da Katzendame Soja zum Beispiel Eislaufen lernen möchte, und auch der Geist der Weihnacht kommt sehr gut heraus, indem die beiden trotz aller anfangs egoistischen Wünsche merken, dass allein sein nicht schön ist und dass sie zusammenhalten müssen. Und dass - auch wenn sie sich manchmal auf die Nerven gehen - sie einander mögen, ohne einander nicht glücklich sind und Zusammensein sowieso am allerschönsten ist! :D
Fazit:
Katze Soja und Hund Bruno bekommen Wünsche erfüllt, was im Chaos endet - humorvoll erzählt mit schönem Weihnachtsfeeling und der Betonung darauf, wie wichtig Freundschaft ist, und dass man trotz aller Differenzen zusammen eben doch glücklicher ist.
Der Mörder in der Jury. Ein Gerichtsthriller.
Thirteen von Steve Cavanagh
4,5 Sterne
Der aufstrebende Schauspieler Bobby Solomon ist wegen Mordes an seiner Frau und seinem Leibwächter angeklagt; angeblich hat er beide im Bett überrascht und aus Eifersucht getötet. Doch er beteuert seine Unschuld.
Der Promi-Anwalt Rudy Carp bittet den gerissenen Strafverteidiger Eddie Flynn um Mithilfe.
Doch was niemand weiß: der Mörder sitzt in der Jury...
Meine Meinung:
Steve Cavanagh weiß es gekonnt, von der ersten Seite an mit einer mitreißenden und lebendigen Schreibweise zu fesseln.
Als Leser weiß man von Anfang an, dass der eigentliche Mörder alles versucht, in die Jury zu gelangen, um einen Schuldspruch zu erwirken.
Die Story wird einerseits aus Sicht des Mörders Joshua Kane in der dritten Person erzählt, andererseits verfolgt man alle Ermittlungen und das Gerichtsverfahren hautnah in ich-Form aus Sicht von Eddie Flynn, der total sympathisch ist.
Und obwohl man von Anfang an ja weiß, wer der Mörder ist und was er für ein perfides Spiel spielt - oder vielleicht gerade deswegen - ist man von Anfang an gefesselt und von der Geschichte in den Bann gezogen und rätselt mit, welcher der Geschworenen nun unser Mörder ist.
Besonders authentisch macht die Geschichte die Ermittlungen von Eddie, der seine anfängliche Intuition bzgl. der Unschuld von Bobby Solomon auch mit Fakten zu unterlegen versucht. Es gibt Erfolge, aber auch viele Rückschläge, wie im echten Leben. Ebenso der Rückzug des Promianwalts, als sich das Filmstudio, das ja sein eigentlicher Auftraggeber ist, von Bobby distanziert und die Kosten nicht mehr übernimmt.
Doch Eddie ist ein Mann, der zu seinen Prinzipien steht, und nachdem er sicher ist, dass Bobby unschuldig ist, will er das unbedingt beweisen. Denn er ist Bobbys einzige Chance.
Man muss sich jedoch bewusst sein, dass dies ein Gerichtsthriller ist: man fiebert zuerst bei der Auswahl der Jury mit, danach beim Verfahren selbst, hört Zeugenaussagen und lauscht den Experten, und kann nur immer wieder den Kopf schütteln, wie der Ankläger auf Bobbys Schuld pocht, obwohl die Beweise mMn ja eindeutig gegen ihn als Mörder sprechen.
Zum Glück hat er den vifsten Anwalt von ganz New York, der mit Intuition und gutem Riecher weiß, wie er die Unschuld seines Mandanten beweisen kann - als Eddie nämlich auf ein außergewöhnliches Merkmal an einem Beweisstück aufmerksam wird, schaltet sich plötzlich das FBI ein, und die Sache wird viel größer als gedacht.
Leider gibt es ein Detail, was mir überhaupt nicht gefallen hat und weshalb ich einen halben Stern abziehen muss. Ich fand den “Gendefekt” des Killers total übertrieben. Das hätte es mMn absolut nicht gebraucht.
Fazit:
Überraschend anderer Thriller-Plot in fesselnder Schreibweise und zwei Erzählperspektiven. Mega spannend, mitreißend und außergewöhnlich.
Tod in Eis und Schnee
Das Chalet von Ruth Ware
Die Mitarbeiter eines britischen Start-Ups treffen sich in einem französischen Chalet, um über die Zukunft der Firma zu sprechen. Soll das Übernahmeangebot angenommen werden oder die App doch ausgebaut werden?
Alle haben etwas zu verlieren bzw. zu gewinnen, die Stimmung ist angespannt... bis die Chefin beim Schifahren verunglückt.
Und kurz darauf weitere Mitarbeiter sterben.
Da das Chalet aufgrund eines Schneesturms und Lawinenabgangs eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten ist, muss der Mörder unter ihnen sein...
Meine Meinung:
Die Geschichte fesselt von Anfang an durch eine atmosphärische, beklemmende Schreibweise und einem von Beginn an hohen Spannungsbogen, der einen mitreißt. Man kann sich sowohl den Handlungsort, als auch die Personen alle genau vor seinem inneren Auge vorstellen.
Zuerst muss man sich aber erstmal in die vielen Personen einfinden. Eine hilfreiche Übersicht der acht Mitarbeiter und Geschäftspartner der App "Snoop" findet man zu Beginn; doch man muss erst herausfinden, wer die beiden Ich-Erzählerinnen sind, aus deren Sicht man häppchenweise die Geschehnisse präsentiert bekommt.
Es wird nämlich einerseits aus Sicht von Erin berichtet; sie ist die Angestellte und Gastgeberin im Chalet, gemeinsam mit Danny, dem Koch.
Und dann ist da Liz, die ebenfalls dem Leser über die Geschehnisse berichtet. Liz ist eine ehemalige Mitarbeiterin von Snoop, die aber 2% der Anteile besitzt und somit ausschlaggebend ist für die Abstimmung über den Verkauf oder nicht.
Die Autorin schafft es hervorragend, dass man die Beklemmung und Angst nach dem Verschwinden von Eva und der darauffolgenden Erkenntnis eines Schiunfalls nachvollziehen kann. Und als dann auch noch 2 andere Mitarbeiter sterben und ein weiterer verschwindet und ein Schreiben hinterlässt, in dem er den anderen mitteilt, dass es ihm leid tut, ist man mittendrin im Rätseln, wer wohl der Mörder ist und warum.
Nach einem Lawinenabgang, der die Seilbahn zerstört, und auch noch Stromausfall ist, machen sich die übriggebliebenen Sechs auf den Weg, um Hilfe zu holen.
Dass ausgerechnet die beiden ich-Erzählerinnen, die verletzt im Chalet zurückbleiben, macht es noch spannender, weil man auch nicht weiß, wie die beiden Gruppen vorankommen. Und der Stromausfall und die Kälte macht alles nochmal beklemmender.
Nur die Erzählungen am Schluss waren mir etwas zu viel und zu langatmig; nach dem Showdown hätte man die Zukunft der Personen für meinen Geschmack auch einkürzen können.
Dass ich schon recht bald wusste, wer der Mörder war, hat dem Lesespaß keinen Abbruch getan, weil ich immer noch am Motiv rätseln musste.
Fazit:
Zu Beginn ein klassischer Whodunit-Krimi mit beklemmender Atmosphäre, polarisierenden Persönlichkeiten und einem rasanten Showdown.











