Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
Der Nachtmann kommt
Die Nacht Wirst du morgen noch leben? von Beck Jan
Als Hanna sich beim Joggens nachts im Wald verirrt, wird ihr größter Alptraum wahr.
Der Nachtmann überträgt live - er hält 5 Menschen in Glaszylindern gefangen, und jede Nacht wird einer von ihnen sterben, wenn die Zuschauer nicht die von ihm gestellten Forderungen erfüllen.
Meine Meinung:
"Die Nacht" ist der zweite Teil um die Ermittler Inga Björk und Christian Brand, kann aber problemlos eigenständig gelesen werden, da der Fall in sich abgeschlossen ist und einige Infos über die Vergangenheit der Ermittler in die Geschichte eingestreut sind.
Allerdings muss ich sagen, dass ich mit beiden Ermittlern nicht warm geworden bin, ich beide nicht sehr sympathisch finde und deren Verhalten und ihre Taten auch oft nicht nachvollziehen konnte.
Jan Beck weiß es mit einem fesselnden Schreibstil zu packen, man fliegt nur so durch die Seiten; allerdings fand ich es nach einiger Zeit schwer meine Konzentration beizubehalten, denn es gibt unendlich viele verschiedene Handlungsstränge, die jedoch hilfreicherweise mit dem jeweiligen Namen der handelnden Person gekennzeichnet sind, wo man jedoch anfangs keine Ahnung hat, ob und wie diese Handlungen etwas miteinander zu tun haben.
Vor allem die Szenen um den 7jährigen Benjamin Sommer sind überhaupt nicht zuordenbar und verwirren. - Doch nach und nach laufen alle Handlungsstränge zusammen und alles ergibt Sinn, sogar mit einem roten Faden.
Leider konnte ich die Art der Morde nicht nachvollziehen, und diese aufwändige Inszenierung. Das hätte es nicht gebraucht, und ich fand es übertrieben. Allerdings hat mich die Auflösung dann total überrascht!!
Fazit:
Sehr eigenwillige Ermittler, spannender Plot, überraschende Auflösung. Leider mit anfangs verwirrenden komplexen Handlungssträngen, die erst nach und nach zu einem Ganzen zusammenfließen.
Sie ist seine Nummer Neunzehn...
Nummer Neunzehn von Dennis Schulz
Larissa ist vor ihrem gewalttätigen Mann nach Hamburg in ein Frauenhaus geflüchtet und hat dort in Jessica eine gute Freundin gefunden. Nie wieder Gewalt, ist ihr Motto. Trotzdem hat sie noch immer Angst vor Männern.
Doch sie merkt nicht, dass sie monatelang genauestens beobachtet wird. Bis er sie eines Tages schnappt.
Sie wird seine Nummer Neunzehn.
Meine Meinung:
Die Spannung ist von der ersten Seite da! Zuerst lernt man den "Fleischer" kennen - Gänsehaut pur. Vor allem, als man liest, was er mit seinen Opfern anstellt: jede "spendet" ihm zwei Knochen, und das aus einem ganz speziellen Grund...
Larissas Angst vor Männern kann man aus den Seiten heraus fühlen und nachvollziehen. Jessica ist ihr eine gute Freundin und wichtige Stütze.
Man fiebert und trauert mit Larissa mit, denn ich fand - genauso wie sie - womit hat sie das verdient? Zuerst ein gewalttätiger Ehemann, vor dem sie endlich flüchten kann; und kaum hat sie ihr Leben und ihre Ängste wieder halbwegs im Griff, kommt sie in die Gewalt eines perfiden Entführers, der sie in eine kleine Zelle im Keller sperrt, ankettet, und dem sie alles nach dem Mund reden muss, weil er sonst austickt?! Einfach nur schrecklich. Sie entwickelt jedoch aus ihrer Angst heraus Kraft und Mut und das in einer glaubbaren Art und Weise, wofür ich sie bewundere.
Besonders gut hat mir gefallen, dass der Autor es geschafft hat, die kranke Psyche des Bösewichts gut auszuarbeiten; dessen Ringen als Jugendlicher zwischen seinem Drang zu töten und seiner Scham, da er weiß, dass er etwas Verbotenes begehen will. Hennings Innenleben ist so zwiegespalten dargestellt, dass man über die Gefühle zu ihm ständig schwankt. Einerseits hasst man ihn aufgrund seiner blutigen Taten und seiner Aggressivität, andererseits kommt er einem (später) so lieb und hilflos vor, dass man das Gefühl hat, ihn umarmen und beschützen zu müssen.
Perfide ist jedoch, wie er seinen Hund als Waffe einsetzt und ein grausames Spiel aus Belohnen und Bestrafen mit seinen Knochenspenderinnen spielt.
Mithilfe von falscher Freundlichkeit erkauft er sich das Vertrauen seiner Opfer, um ihnen so viele Infos wie möglich zu entlocken, um seine Entscheidung treffen zu können.
Als Henning endlich aus Larissa alle Infos rausholt, erfährt er jedoch etwas, das alles verändert; das hat mich ebenso wie ihn überrascht!
Das einzige, was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war der Showdown am Schluss, denn ich finde es etwas unglaubwürdig, wenn ein Halbtoter plötzlich so schnell rennen kann... ;)
Ansonsten war ich positiv überrascht, wie es gelingen kann, den Spannungsbogen trotz nur drei handelnder Personen und weniger Tage Handlungszeit konstant aufrecht zu halten.
Fazit:
Ein fesselnder, mitreißender, blutig-psycho-Thriller, der Gänsehautfeeling verursacht und dem ich spannungsgeladene 4,5 Sterne gebe.
ein chaotischer Hexenmeister aus dem finsteren Mittelalter erobert das 21. Jahrhundert
Merdyns magische Missgeschicke - Zaubern will gelernt sein! von Simon Farnaby
"Merdyn der Mächtige", der größte Hexenmeister (KEIN Zauberer!!) aller Zeiten, wird aus dem Mittelalter verbannt - sein Erzfeind Jeremiah Jerabo schickt ihn aber nicht für 7 Jahre in den Fluss der Verdammnis, sondern - weil er ihn loswerden will - in den Fluss der Zeit, wo er im 21. Jahrhundert landet.
Und zwar im Wald beim englischen Örtchen Mountford, wo er auf Rosie und ihr Meerschweinchen Pupsie (der Name ist Programm!! ;) trifft.
Merdyn hat es in dieser komischen Neuzeit nicht leicht, denn es gibt unsichtbare Wände, Schadfons, Trinkschüsseln im Bad und sonstige seltsame Eigenheiten.
Und Rosie muss mit der wundersamen Sprache, dem schmuddeligen Äußeren und strengen Geruch von Merdyn zurechtkommen.
Doch Merdyn verspricht ihr, sie mit einem Sangeszauber zu belegen, der aus ihr die beste Sängerin der Welt macht, wenn er bei ihr unterkommen darf und sie ihm hilft, seinen größten Feind zu besiegen, um wieder ins Mittelalter zurückkehren zu können.
Der viele Wortwitz und überzogene Situationskomik im Monty Pyton Stil; das Chaos, das Merdyn verursacht; die Missverständnisse und Merdyns altertümliche Sprache machen dieses Buch zu einem humorigen Leseerlebnis!
Besonders witzig fand ich, als Merdyn Pupsies Gedanken mittels eines verzauberten Tannenzapfens hörbar machte. Pupsie ist einfach genial!!
Das Buch beinhaltet jedoch wichtige Botschaften: Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Zusammenhalt - auch bzw. gerade als Familie!! Dass man sich so akzeptieren soll, wie man ist; seinem Herzen folgen und nicht nur auf sich selbst schauen soll. Und vor allem sich nicht nur ständig süchtig mit dem Handy beschäftigen, sondern seine Mitmenschen aktiv wahrnehmen!
Und natürlich, dass das Böse niemals siegen wird!!
Einige detailreiche schwarz-weiß Illustrationen peppen die Geschichte auf und bringen einen nochmals zum Lachen.
Fazit:
Ein humorvolles, magisches und chaotisches Abenteuer mit einem mittelalterlichen Hexenmeister, einem schüchternen Mädchen und dessen redseligem Meerschweinchen im 21. Jahrhundert auf der Mission, den Erzfeind des Hexenmeisters zu besiegen, damit dieser wieder ins Mittelalter zurückkann.
ein traumhaftes Island-Märchen
Doppel-Galoppel 1. Zwei wie Sonne und Wind von Chantal Schreiber
Die Geschwister Fanndis und Jon besuchen Opa Valdis auf seinem Bauernhof in Island.
Opa Valdis erzählt den oft streitenden Geschwistern die Geschichte der beiden Islandpferde-Fohlen Kappi und Skoppa, die trotz - oder gerade wegen - ihrer Unterschiede beste Freunde werden, sich gegenseitig unterstützen und das Beste im jeweils anderen hervorholen.
Und das Abenteuer der beiden Fohlen ist so spannend, dass Fanndis und Jon sogar vergessen zu streiten...
Meine Meinung:
"Zwei wie Sonne und Wind" ist der Auftakt der Reihe um die beiden süßen Islandfohlen Kappi und Skoppa, die beide total unterschiedliche Charaktere haben. Der Hengst Kappi ist das kleinste Fohlen und sehr ruhig und wird deshalb von den anderen Fohlen gehänselt; und Skoppa ist ein stürmisches, wildes Stutfohlen, das Kappi sofort unter ihre Fittiche nimmt. Die beiden ergänzen sich toll, Kappi bremst Skoppas stürmische Art etwas, und Skoppa bringt Kappi Selbstvertrauen bei. Somit lernt Kappi über sich hinauszuwachsen und entwickelt zur richtigen Zeit jede Menge Mut.
Durch die unterschiedlichen Eigenschaften der beiden kann man sich gut in einen der Charaktere hineinversetzen.
Ganz besonders gefällt uns die Einteilung der Kapitel, abwechselnd zwischen "Fanndis & Jon" und den Kapiteln, in denen der Großvater die Geschichte über die beiden Islandfohlen erzählt. Also quasi eine Geschichte-in-der-Geschichte.
Die Kapitel haben eine gute Länge zum Vorlesen, und die Sprache ist manchmal etwas anspruchsvoll für Kinder ab 4, für die das Buch gedacht ist. Auch gibt es echt witzige Wortkreationen - zB "Vogelfohlen" (für ein Küken) - wie süß ist das denn bitte?! :D
Das Buch ist auch perfekt für Erstleser geeignet, denn die Schrift ist recht groß, und die Kapitel haben eine gute Länge für Leseanfänger.
Das Buch beinhaltet die wichtigen Themen Freundschaft, sich füreinander einsetzen, und ganz besonders Hilfsbereitschaft; weiters sich so zu akzeptieren wie man ist; und auch eine Prise Wohlfühlen, denn wie Opa Valdis die Geschichte erzählt, im Stall, und dazwischen mal Zimtschnecken essen.... einfach nur gemütlich.
Schön ist auch die Botschaft, dass die Geschwister von der spannenden Geschichte (und der Stallarbeit) so abgelenkt sind, dass sie aufs Streiten vergessen - und dass es sowieso vieeel schöner ist, wenn man sich gut versteht!
Und man lernt auch viel über andere Tierarten und Islands wunderschöne Natur.
Besonders schön und warmherzig sind die Illustrationen auf jeder Doppelseite; die Fohlen sind sooo niedlich gezeichnet, meine Tochter musste bei jedem Bild quieken und man kann nochmal visuell die Abenteuer der Fohlen nacherleben.
Fazit:
Ein wunderschönes isländisches Märchen über zwei Freunde, die unterschiedlicher nicht sein können, sich aber genau deshalb so gut ergänzen, über sich hinauswachsen und die Welt entdecken.
Teil 1 der Schule für Tag- und Nachtmagie: Noras Nachtmagie
Die Schule für Tag- und Nachtmagie, Band 1 - Zauberunterricht auf Probe von Gina Mayer
Die Zwillingsschwestern Nora und Lucy Lichtblau sind ganz unterschiedlich: Lucy hat helle Locken, dunkle Haut und ist tagsüber putzmunter. Nora hingegen hat dunkle, glatte Haare, eine helle Haut und kann tagsüber kaum die Augen offenhalten, ist dafür des nachts total fit.
Im Reihenauftakt der Schule für Tag- und Nachtmagie stehen Nora und ihre Nachtmagie im Mittelpunkt.
Man erfährt alles über die Schwestern, dass ihre Eltern vor einigen Jahren verschwunden sind und sie seitdem bei Tante, Onkel und den Cousins wohnen; von den Eltern aber zu jedem Geburtstag eine Karte erhalten - und zwar punkt Mitternacht.
An ihrem 10. Geburtstag erhalten sie noch zusätzlich eine seltsame Einladung: zur Schule für Tag- und Nachtmagie. Lucy soll um 12 Uhr mittags kommen, Nora um 12 Uhr Mitternacht.
Die Geschichte beinhaltet natürlich viel Magie, denn Noras Unterrichtsfächer in der Schule für Nachtmagie sind (außer Mathe natürlich ;) ganz besondere: Schattenkunde, Sterndeuten, Traummagie, Duftkunde oder Schwarzsehen, das die Kinder mithilfe von Fledermäusen erlernen.
Es geht auch überall anders magisch zu: die Gegenstände im Zimmer der Direktorin schweben an der Decke, die Tische und Stühle in der Kantine schweben auf Wolken, und die Hängematten schweben ebenfalls unter der Decke.
Nora muss jedoch mithilfe von Lucy und zwei Mitschülern einige Probleme überwinden; hier ist besonders Tarek ein sympathischer, liebevoller und hilfsbereiter Freund, den muss man sofort ins Herz schließen.
In Noras Probezeit geht nämlich etliches schief; und wenn das so weitergeht, wird sie nicht an der Schule für Tag- und Nachtmagie aufgenommen. Wer ist da bloß Schuld daran und warum? Die Auflösung war für mich überraschend anders als gedacht.
Viele schöne schwarz-weiß Illustrationen untermalen das Gelesene; und besonders toll finde ich, dass das erste Nacht-Kapitel auf schwarze Seiten gedruckt ist.
Nun bin ich auf Lucys Geschichte in Band 2 gespannt und dass man hoffentlich erfährt, was mit den verschollenen Eltern der Zwillinge geschehen ist.
Fazit:
Magischer Reihenauftakt über zwei Schwestern und eine besondere Schule mit viel Geschwisterliebe, Freundschaft und Hilfsbereitschaft.
leichte Lektüre mit überzogen-nerviger Protagonistin
Erobere mich im Sturm von Sophie Kinsella
3,5 Sterne
Ava hat genug vom Online-Dating und will bei einem Schreibworkshop in Italien abschalten, bei dem die Teilnehmer sich nur bei ihren Decknamen kennen, nichts Privates reden sollen und sich nur auf sich selbst und das Schreiben konzentrieren sollen.
Doch genau dort lernt sie "Dutch" kennen, der ihr Herz im Sturm erobert, obwohl sie nichts von ihm weiß, nicht mal seinen richtigen Namen.
Wieder zurück in London merken die beiden jedoch, dass sie im Alltag ganz anders leben und agieren. Ava will unbedingt am romantischen Italien-Gefühl zwischen "Aria" und "Dutch" festhalten, doch passen sie wirklich zusammen?
Meine Meinung:
Die Geschichte ist ein typischer Chick-lit-Roman, in dem es natürlich viel um Liebesgefühle geht und wo sich die Protagonisten über Missverständnisse und Probleme hinweg finden müssen.
Doch konnte ich über Ava anfangs nur den Kopf schütteln, sie machte mich verrückt und ich fragte mich oft: ist das tatsächlich eine Frau in den 30ern? Sie verhält sich nämlich wie ein Teenager. Ich konnte ihr Verhalten die meiste Zeit nicht nachvollziehen und fand es leider sehr überzogen.
Auch Matt (so heißt "Dutch" in echt) habe ich oft nicht verstanden. Warum lässt er sein Leben von seinen Eltern bestimmen und lebt er es nicht so, dass er auch glücklich ist?
Erst gegen Ende war die Geschichte für mich gefühlvoll und warmherzig, denn durch Ava lernt Matt, mehr auf sich selbst zu schauen und somit auch seine Liebsten glücklicher zu machen; und Ava lernt von Matt, auch mal ihren Kopf zu benutzen und nicht immer gleich ohne nachzudenken los zu preschen.
Das Thema Online-Dating wurde hier sehr gut verarbeitet: man erleidet viele Fehlschläge bzw. kann man wirklich jemanden kennenlernen, der zu einem passt, wenn man sämtliche "Ausschlusskriterien" eingibt?
Auch der Vergleich, dass es wie die Reise in ein fremdes Land ist, wenn man jemanden kennenlernt, fand ich sehr gelungen. Und so haben die beiden Matt- bzw. Ava-Land erforscht, kennengelernt und sich darauf eingelassen.
Der Schluss war schön und sehr emotional, ich musste doch tatsächlich ein Tränchen verdrücken, und auch die Botschaft ist gut und wichtig: man soll seine Scheuklappen mal ablegen, sein Leben und Verhalten überfragen und überlegen, ob man nicht etwas besser machen könnte. Und dass es sich lohnt, für seine Gefühle und Überzeugungen zu kämpfen.
Ein wunderschönes Zitat von Ava: "Liebe ist die unbeschreibliche, geheimnisvolle Verbindung, die sich zwischen zwei Menschen einstellt, wenn sie sich aufeinander einlassen und es sich richtig anfühlt und ... sie es einfach wissen."
Fazit:
Kurzweiliger Roman über das Finden der Wahren Liebe; leider mit einer anfangs sehr nervigen Protagonistin.
eine humorige Weihnachtsgeschichte in 24 Katastrophen
Morgen, Klufti, wird's was geben von Volker Klüpfel; Michael Kobr
Zwei Tage vor Heiligabend bei den Kluftingers: Erika stürzt von der Leiter und zieht sich eine Zerrung zu, für die der von Klufti verhasste Doktor Langhammer sie zur Schonung und Ruhe ins Spital einweist.
So muss Kluftinger nun alleine den Baum dekorieren, sich ums Essen und um den Schwiegervater seines Sohnes aus Japan kümmern, der sich kurzfristig angesagt hat, und den von Erika vorbereiteten Glühwein vom Frauenverein am Weihnachtsmarkt verkaufen.
Da der japanische Gast ein typisches Allgäuer Weihnachten erwartet, und Klufti ja nun alles alleine schupfen muss, nimmt die Katastrophe ihren Lauf...
Meine Meinung:
"Morgen, Klufti, wird's was geben" ist die Geschichte über Kommissar Kluftingers Weihnachtschaos, der sehr gut im Improvisieren und Finden von alternativen Lösungen ist. Heitere Unterhaltung, diesmal ganz ohne Kriminalfall.
Auch Joschi aus Japan lässt durch seine Verständigungsprobleme und vor allem seine falschen Erwartungen an ein typisches Allgäuer Weihnachten viel Spaß aufkommen.
Kluftingers Verhalten ist diesmal sehr oft sehr überzogen - was zwar typisch für Klufti ist, diesmal aber zu viel des Guten für mich war. Ansonsten hat man mit den kurzen Kapiteln in 24 Akten, äh Katastrophen (wodurch das Buch sich auch als Adventkalender-Lektüre lesen lässt), viel Spaß, denn es ist lustig, chaotisch, unterhaltsam und macht auch tatsächlich Vorfreude auf Weihnachten! Joschis Erwartungen wurden jedenfalls mehr als übertroffen! :D
Leider ist die Geschichte sehr kurz und das Büchlein sehr klein. Hätte man ausbauen können.
Fazit:
Humoriges Weihnachtschaos ganz nach Kluftinger-Manier in 24 Katastrophen; ganz ohne Kriminalfall. Humorig aber etwas zu überzogen.
Die Queen ermittelt wieder!
Die unhöfliche Tote von S J Bennett
Oktober 2016: Im Buckingham Palace wird die Leiche einer langjährigen Haushälterin gefunden. Wie wenn das Brexit-Referendum und Wahlen in den USA nicht schon genug Sorgen für Queen Elizabeth bereiten, entdeckt sie auch noch ein Bild wieder, das Mitte der 80er aus ihren Privaträumen verschwundenes ist.
Als sich herausstellt, dass ebenjene Haushälterin sowie weitere weibliche Hausangestellte Drohbriefe erhalten haben, lässt sie offiziell die Polizei ermitteln, stellt aber im Hintergrund mit Hilfe ihrer persönlichen Assistentin Rozie Oshodie geheime Nachforschungen an, die diese bald selbst in Gefahr bringen...
Meine Meinung:
"Die unhöfliche Tote" ist der zweite Teil um die ermittelnde Queen Elizabeth, die man wie im ersten Band einfach nur ins Herz schließen kann mit ihrer niedlichen Art. Besonders gefiel mir wieder die spezielle Form des Pluralis Majestatis, in der die Queen über sich selbst als "man" denkt.
Den Kriminalfall selbst fand ich diesmal fesselnder und interessanter als im ersten Band, überhaupt da es ja eigentlich zwei Fälle sind. Genau genommen sogar drei: der Mord an der Haushälterin; das in den 80ern verschwundene Bild; und eben die Drohbriefe.
Der Schreibstil ist wieder sehr 'royal', man erfährt viel über das offizielle und private Leben der Queen und ihre Gedanken.
Rozie sticht auch wieder heraus mit ihrer offenen, freundlichen, hilfsbereiten und intelligenten Art. Sie ist quasi die zweite Protagonistin in dieser Reihe, denn ohne sie könnte die Queen nicht (heimlich) ermitteln. Und dass sie Detektiv spielt, darf ja niemand erfahren.
Die Geschichte ist ein typischer whodunit-Krimi, wo aus der Liste der handelnden Personen der Täter ausgeforscht wird - leider waren mir die vielen Personen, v.a. die unzähligen Angestellten der Queen, die diesmal "zum Einsatz kamen", fast zu viel und ich brachte öfter etwas durcheinander und wusste teilweise nicht, welche der vielen Figuren nun noch wichtig werden könnten für die Auflösung des Falles und welche nur zur Ablenkung dienen.
Es gab verschiedene Vorschläge und Ideen für das Motiv, es wird sich oft im Kreis gedreht, immer konnte ich den Gedanken der Queen nicht ganz folgen. Auch wenn der Fall und die Zusammenhänge aller Stränge sehr komplex waren, fand ich die Auflösung authentisch, nachvollziehbar und die Geschichte hat mich gut unterhalten.
Fazit:
Humorvolle Fortsetzung der royalen Cosy-Crime-Reihe mit einer sympathischen Queen als heimlicher Ermittlerin.
eine geniale Gruselgeschichte; nicht nur zu Halloween
Die Geister der Pandora Pickwick von Wolff Christina
Die 12jährige Fanny Jones darf ihre Ferien bei ihrer Tante Harriet in deren Antiquitätenladen "Pandora's Antiques" verbringen, in dessen Chaos sich Fanny total wohlfühlt. Pandora Pickwick war ihre Großmutter und die Gründerin des Antiquitätenladens.
Doch im Laden geschehen plötzlich merkwürdige Dinge, saubere Truhen stauben kurzerhand wieder ein, und in der Nacht hört sie Geräusche; ein Rumpeln und Poltern.
Doch Fannys Tante tut dies immer mit Ausflüchten ab - aber hier stimmt doch etwas nicht?
Und warum verschweigen ihr alle, wer Fannys tatsächliche Eltern sind?
Meine Meinung:
Der Schreibstil ist ausdrucksstark und humorvoll; alle Personen (und Geister) sind detailreich gezeichnet, sodass man alles genau vor Augen hat und gleich mitten in der Geschichte ist. Man kann sich durch die lebendige Sprache gut in Fanny hineinversetzen.
Unterstützend dazu gibt es ganz tolle, sehr detailreiche schwarz-weiß Illustrationen, auf denen es sooo viel zu entdecken gibt!!
Auch die Arten der Geister finde ich spannend und einfallsreich - Poltergeister, Plagegeister, Luftgeister und von einem Verschwindegeist (Vanisher) hab ich noch nie gehört...
Auch das Zahlungsmittel in der Geisterwelt finde ich sehr fantasievoll: Gerüche!! Wie langweilig muss so ein Geisterleben ohne Farben, Geschmack und Gerüche sein :(
Eigentlich überzeugen alle Charaktere, sowohl die lebendigen als auch die bereits verstorbenen durch ihre Unterschiedlichkeit, Ecken und Kanten. Fanny ist natürlich total sympathisch, geradlinig, hilfsbereit und magisch begabt, Tante Harriet ist schusselig, Fannys Mutter konservativ und dann ist da noch der Antiquitätenhändler Mr. Pennyhold, der sich seltsam verhält.
Besonders die Geister im Antiquitätenladen schließt man in sein Herz, den herzenswarmen Alastair Blake, den hilfsbereiten Jim Stevenson und den schüchternen Mr. Tremble.
Die wichtigsten handelnden Personen sind zur besseren Orientierung im Buchdeckel abgebildet und man erkennt auch gleich, wer davon ein Geist ist ;)
Ach ja, die Wendung am Schluss hat mich total überrascht!
Die Geschichte regt auch zum Nachdenken an, dass man immer ehrlich seinen Liebsten gegenüber sein soll, denn Heimlichkeiten oder Lügen führen nie zu etwas Gutem.
Fazit:
Ein toller Mix aus Grusel, Spannung und Humor mit wunderschönen detailreichen Illustrationen. - Passt jetzt ganz toll zu Halloween, kann man aber auch perfekt zu JEDER Jahreszeit lesen! :D
Rosa und Bibber erforschen die Welt
Die Yetis sind los! - Verflixt und zugeschneit (Band 1) von Stefan Gemmel
Die beiden Yeti-Freunde Rosa und Bibber machen sich auf den Weg um herauszufinden, ob es Menschen tatsächlich gibt.
Denn niemand glaubt Opa Yeti, der diese angeblich schon mal gesehen hat.
Auf ihrem Abenteuer werden sie von Polarfuchs Piko begleitet, der sehr ängstlich ist und immer ein Auge auf sie hat.
Und sie eigentlich zur Rückkehr drängen will.
Werden sie tatsächlich Menschen sehen?
Meine Meinung:
Eine weitere besondere Geschichte aus der "Vorlesen!"-Reihe des Baumhaus-Verlags, die kindgerecht und einfach verständlich geschrieben ist.
Ganz am südlichsten Zipfel des Südpols leben die Yetis, die dort glücklich sind in den weißen Massen von Eis und Schnee.
Nur Yeti-Mädchen Rosa ist unglücklich, denn sie ist die einzige, deren Fell nicht weiß ist. Obwohl ihr Freund Bibber immer betont, dass sie genau so, wie sie ist, ganz toll ist! Und genauso ein Yeti wie alle anderen.
Doch Rosa möchte wissen, warum sie anders ist. Und ob es woanders noch andere Farben gibt außer weiß (und rosa). - Eventuell bei den Menschen, von denen Opa Yeti erzählt hat, dem die anderen Yetis aber nicht glauben? Denn alle Yetis sind doch gleich, und die Menschen sind nur ein Märchen.
Liebevoll erzählt die Geschichte von dem Mut und der Neugierde des Yeti-Mädchens, der Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Und dabei geht es über seine Grenzen hinaus und lernt gleichzeitig neue Freunde und neue Dinge kennen. Und dass es in anderen Kulturen ebenso Vorurteile und Ammenmärchen gibt.
Natürlich richten die drei in der Menschenwelt ein witziges Chaos an.
Auch der ängstliche Piko hatte eine wichtige Funktion, denn trotz aller Neugierde soll man auch immer vorsichtig und mit Bedacht vorgehen.
Untermalt wird die Geschichte von wundervollen färbigen Illustrationen, auf denen es viel zu entdecken gibt.
Am Ende des Buches gibt es noch coole Faken über Eis und Schnee, eine Anleitung zum Schneeflocken basteln sowie lustige Sticker mit den Motiven von Rosa, Bibber und Piko, die man im vorderen Buchdeckel einkleben kann, sobald man ein Kapitel gelesen hat.
Fazit:
Ein wunderbares, liebevoll illustriertes Kinderbuch mit wichtigen Botschaften über Freundschaft, Mut, Zusammenhalt, Toleranz/Mobbing; sich selbst so akzeptieren, wie man ist und die Neugierde, Neues kennenzulernen, offen zu sein und seine Ängste zu überwinden.











