Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tweedledee:
fesselnd
Der Trip - Du hast dich frei gefühlt. Bis er dich fand. von Arno Strobel
Zwei Jahre ist es her, dass Evelyn Janckes Bruder Fabian zusammen mit seiner Frau von einem Wohnmobil-Trip nicht mehr nach Hause gekommen ist. Seinen Zielort hat er nie erreicht, nach einer Autopanne in Frankreich verliert sich jede Spur von ihm. Evelyn stand ihrem Bruder sehr nahe, seit seinem Verschwinden ist die forensische Psychologin wie gelähmt und quält sich durch die Tage.
Das ändert sich, als ein Serienkiller in Norddeutschland auf Campingplätzen brutal mordet und die Polizei sie um ihre Hilfe bittet. Der Schock: das Phantombild, das nach der Beschreibung des einzigen Zeugen erstellt wird, sieht Fabian zum Verwechseln ähnlich. Für Evelyn ist klar, dass sie Fabian unbedingt finden muss. Mit Hilfe ihres Kollegen Tillmann begibt sie sich auf eine gefährliche Suche...
Der Thriller hat mich gut unterhalten, er ist flüssig zu lesen und absolut spannend. Evelyns Zerrissenheit kommt glaubhaft rüber, sie weiß nicht wem oder was sie glauben soll und schwankt immer wieder in ihrer Meinung, ob der Mörder tatsächlich ihr Bruder sein könnte oder nicht. Auch wenn die Taten des Serienkillers grausam sind, werden sie nicht allzu deutlich beschrieben. Ich konnte miträtseln und habe je nach Wendung auch geschwankt, ob Fabian der Mörder ist oder nicht. Spannende Thrillerkost.
fesselnder Auftakt
Schwarzvogel von Frida Skybäck
Die Kommissarin Fredrika Storm wird nach einem missglückten Einsatz in Stockholm nach Lund versetzt, in die Region in der sie aufgewachsen ist. Kaum angekommen, hat sie mit ihren neuen Kollegen den ersten Fall. Es ist Winter, das Eis auf den Seen trägt noch nicht. Tragisch für eine junge Frau, die panisch auf das Eis läuft, einbricht und ertrinkt.
Fredrikas Großmutter hat den Unfall beobachtet und ist die einzige Zeugin. Für Fredrika stellt sich die Frage, ob es sich wirklich nur um einen tragischen Unfall handelt, oder ob ein Verbrechen dahinter steckt.
Mir hat Fredrikas erster Fall richtig gut gefallen, Fredrika und ihr Kollege Henry Calment sind interessante Figuren. Beide sind sympathisch, so dass ich mit ihnen mitfiebern konnte. Spannend auch, wie die Autorin Fredrikas Familie in den Fall einbindet. Welches Geheimnis steckt hinter dem Verschwinden von Fredrikas Mutter, als sie noch ein Kind war? So ist der Plot dicht gewebt und man wird mit so mancher Wendung überrascht.
Fazit: Fesselnder Auftakt einer neuen Reihe, ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
spannende Thematik
KRYO - Die Verheißung von Petra Ivanov
"Kryo - Die Verheißung" ist der erste Teil einer Trilogie. Im Mittelpunkt steht Julia, deren Sohn Michael Wild plötzlich verschwindet. Das Verhältnis zu ihrem Sohn war seit einiger Zeit schwierig, doch Julia macht sich sofort auf die Suche nach Michael. Dabei wird sie mit dem Thema der Optimierung des Menschen konfrontiert.
Ihr Sohn hatte seinen Beruf als Chirurg aufgegeben und war zuletzt als freischaffender Journalist angestellt, er wollte die Inhaber verschiedener Firmen zu diesem Thema interviewen.
Ein Unternehmen bietet die Möglichkeit, den Körper nach dem Tot zu konservieren, eine andere preist Verjüngungen mittels Blutplasma an. Und letztlich wird dran geforscht, das menschliche Bewusstsein digital zu speichern. Julias Recherchen bringen sie in Gefahr.
Die Story hat mich von Anfang an gepackt, da mich die Thematik interessiert. Der Schreibstil ist für einen Thriller anspruchsvoll und doch flüssig zu lesen, die Seiten fliegen nur so dahin. Julia ist sehr gut gezeichnet, ich konnte mit ihr mitfühlen und war bei ihren Recherchen hautnah dabei.
Man erlebt die Geschichte zumeist aus Julilas Perspektive, es gibt aber noch andere Stränge, so dass es abwechslungsreich bleibt.
Fazit: Ich fand den ersten Teil absolut spannend und freue mich schon auf die Fortsetzung.
politischer Thriller
Skorpion von Matt Basanisi; Gerd Schneider
Ich lese gerne Polit- und Wirtschaftsthriller. Das Thema war für mich interessant, ich habe mich auf das Buch gefreut und Punkte eingelöst. Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen.
Angefangen bei den vielen Zeitenwechseln und Rückblicken. Normalerweise kein Problem für mich, im Gegenteil.
Verschiedene Zeitebenen machen eine Story erst richtig interessant. In diesem Fall haben die Rückblicke meinen Lesefluss gestört, es fiel mir schwer, mich in der Geschichte einzufinden. Viele, für mich zu viele Details, zu viele Personen, Ortswechsel, die Rückblenden. Ich musste mich zwingen, das Buch zu Ende zu lesen.
Und das obwohl das Thema wirklich interessant ist, zumal das Autorenduo auch reale Figuren und Begebenheiten einfließen lässt.
Die Charakterzeichnung war in Ordnung, allerdings hatte ich keinen, mit dem ich richtig mitfiebern konnte. Auch spannungstechnisch wurden meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Schade.
eine Nacht, die alles verändert
Die letzte Nacht von Karin Slaughter
Im elften Teil der Georgia-Reihe geht es um ein brisantes Thema, ein Thema das Sara Linton ganz persönlich betrifft. Während Saras Dienst in der Notaufnahme behandelt sie eine junge Frau, die missbraucht wurde. Sara versucht alles, um Danis Leben zu retten, leider ohne Erfolg. Dani Cooper stirbt, doch Sara hat sich geschworen, den Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.
Die eigentliche Handlung findet drei Jahre später statt, als der Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger läuft und Sara mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert wird.
Für mich war es der erste Teil der Reihe. Ich habe zwar einige Bücher der Autorin gelesen, aber noch keinen Teil der Georgia-Reihe. Der Einstieg war flüssig, die Charaktere werden eingeführt, ich hatte keinerlei Schwierigkeiten, in die Geschichte einzusteigen. Sara wirkt sympathisch, ich konnte mit ihr fühlen und ihre Reaktionen verstehen. Auch die anderen Figuren sind sehr gut gezeichnet, so dass ich ein gutes Bild von ihnen hatte.
Die Thematik geht nahe, Karin Slaughter packt das Thema feinfühlig an, so dass ich mich in die Protagonisten hinein versetzen konnte. Die Story ist packend und auf subtile Weise spannend. Für mich zwar kein typischer Thriller, dennoch so fesselnd, dass ich am liebsten ohne Pause gelesen hätte. Verdiente 5 Sterne.
Satire?
Blue Skies von T.C. Boyle
Mein erster Boyle, so viel schon von seinen Büchern gehört, das Thema brandaktuell, insofern war ich ziemlich gespannt.
Positiv: Boyles Schreibstil ist gewaltig, er zeichnet Bilder mit Worten, man fühlt sich in der Szenerie zu Hause. Nimmt die Umgebung, die Wetterlagen wahr, fühlt sich als Teil der Geschichte.
Großartige Atmosphäre mit zwei Schauplätzen in den USA. Florida und Kalifornien. Wobei Florida im Wasser zu versinken scheint, während Kalifornien austrocknet und brennt.
Vor diesem Hintergrund leben die Protagonisten ihr Leben, und hier wird es grotesk. Eine Familie, von Schicksalsschlägen gebeutelt, die man sich nicht ausdenken kann. Ich wusste teils nicht, ob ich lachen oder heulen sollte, aber so ganz erst konnte ich die Figuren nicht nehmen, die ziemlich überzeichnet sind. Ottilie und Frank haben zwei Kinder hervorgebracht: Cooper, der Insekten erforscht, immer noch an seiner Dissertation feilt, die wohl nie fertig werden wird. Und Cat, die berufsmäßig "Influencerin" werden will. Hat sie überhaupt etwas gelernt? Geht nicht hervor, es sei denn, ich habe es überlesen. Cat ist so herrlich naiv (um nicht zu schreiben blöd) und weltfremd, ich kam aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Ihr Lover und Ehemann Todd veranstaltet für Bacardi Partys, er ist so oberflächlich, dass man sich fragt ob es solche Menschen im real life wirklich gibt. Cooper wird nach seinem Schicksalsschlag verbittert, wo er zuvor verbissen war. Seine Beziehungen wechseln immer wieder. Ottilie folgt den Empfehlungen ihre Sohnes akribisch, ohne zu hinterfragen. Sie will krampfhaft das Richtige tun.
Und ganz nebenbei spielt der böse Klimawandel eine Rolle. Der Autor malt ein Weltuntergangszenario, das sich gewaschen hat. Meine Güte! Hier wird dick aufgetragen und kein Punkt ausgelassen. Sintflutartige Regenfälle, Fäule und Moder auf der einen Seite, Trockenheit, Dürre und Waldbrände die andere. Die Familie isst Insekten, betreibt eine Zucht um immer frisch an die leckeren Proteine zu gelangen. Fleisch aus dem Reagenzglas, Covid-Impfungen, Elektroautos, die Familie tut alles, um die Welt zu retten. Hilft nur nicht.
Aber was immer zu helfen scheint, ist Alkohol, der in rauen Mengen fließt. Prost!
Fazit: Der wirklich wunderbare Schreibstil hat mich bewogen, das Buch zu Ende zu lesen. Allerdings wirkt die Story wie Satire, ernst nehmen kann ich die Handlung nicht.
super spannend
Nicht ein Wort zu viel von Andreas Winkelmann
Andreas Winkelmanns neuester Thriller "Nicht ein Wort zu viel" führt in die Buchbloggerszene. Die Buchbloggerin Faja sieht einen Clip ihres Bloggerkollegen: Claas sitzt nur mit Unterwäsche bekleidet auf einem Stuhl, in Frischhaltefolie an einem Stuhl fixiert, um den Hals ein Schild: „Erzähle mir eine spannende Geschichte.
Sie darf fünf Wörter haben. Sonst muss dein Freund sterben.“ Da Claas für seine manchmal merkwürdigen Humor bekannt ist, denkst sich Faja nichts dabei, antwortet lapidar. Wenig später ist Claas tot. Handelt es sich um die Rache eines Autors, den Claas mit seinen Kommentaren gekränkt hat? Die Polizei ermittelt, gleichzeitig versucht Faja mit den anderen Bloggern der Gruppe Nachforschungen anzustellen.
Der Thriller hat mich von Anfang an gefesselt, locker leicht geschrieben lesen sich die Seiten im Nu weg.
Winkelmann hat seine Charaktere sehr gut gezeichnet, ich konnte sowohl mit den Ermittlern als auch mit den Bloggern mit fiebern, auch weil die Figuren überwiegend sympathisch rüberkommen.
Das Setting im Buchbloggerbereich hat mir sehr gut gefallen, die Spannung ist hoch und die Story bietet einige Twists. Daumen hoch und 5 Sterne.
ein Thriller-Highlight
Refugium von John Ajvide Lindqvist
In den Schären wird beim Mitsommerfest ein kaltblütiger Mordanschlag verübt, nur die Tochter der Familie reagiert geistesgegenwärtig und kann sich retten. Wer sind die Täter, was ist das Motiv für den Anschlag? Neben den offiziellen polizeilichen Ermittlungen stellen Kim Ribbing und Julia Malmros ihre eigenen Ermittlungen an.
Was für ein Thriller! Mein erstes Buch von Herrn Lindqvist, aber definitiv nicht mein letztes. Die Story lebt von den Figuren, die alles andere als gewöhnlich sind. Kim mit seiner Vergangenheit ist ein eigenwilliger und starker Charakter. Julia wächst über sich hinaus, zusammen mit Kim sind die beiden ein unschlagbares Team. Fesselnd zu erleben, wie sich die beiden kennenlernen und annähern, wie sich ihre Beziehung entwickelt. Beide sind sympathisch, wobei Kim mein Favorit ist.
Die Handlung wir aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, auch in Rückblenden, so dass eine ganz eigene Dynamik entsteht. Das Buch hatte für mich eine Sogwirkung, es ist fast unmöglich, eine Pause einzulegen. Der Schreibstil ist locker und doch anspruchsvoll, so dass die Seiten nur so dahin fliegen.
Fazit: Mein Jahreshighlight, ist eigentlich nicht mehr zu toppen. Ich bin schon so gespannt, wie es im nächsten Teil weiter geht.
fesselnder Thriller um eine außer Kontrolle geratene KI
Redemptio von Volker Gerling
In seinem neuen Thriller "Redemptio" thematisiert Volker Gerling künstliche Intelligenz. Eine neue Software soll die Verbrechensbekämpfung auf eine neue Ebene bringen. Das Programm "Redemptio" errechnet mit Algorithmen die Wahrscheinlichkeit einer Straftat und bevor sie begangen werden kann, wird eine eigens dafür geschaffene spezielle Eingreiftruppe aktiv, die sie verhindert.
So weit so gut, bis Redemptio außer Kontrolle gerät. Kann Redemptio noch gestoppt werden?
Aus unterschiedlichen Perspektiven rollt sich die Handlung auf. Anabel Plate, eine Polizisten, eine ehemalige Innenministerin und einige Mitstreiter wissen mehr über Redemptio und wollen es stoppen. Es gibt eine Vielzahl an Akteuren, die mal mehr, mal weniger detailliert beschrieben sind. Die Figurenzeichnung der wichtigsten Protagonisten ist gelungen, ich konnte mitfiebern und war von der Handlung gefesselt.
Das Thema KI ist brandaktuell, der Autor vermittelt dazu interessante Fakten, auch welche Gefahren Deep Learning birgt. Eine KI, die selbst Entscheidungen treffen kann, der keine Grenzen auferlegt wurden. Und die sich über Vorgaben der Entwickler hinwegsetzt und lernfähig ist. Erschreckend realistisch, man kann sich fragen was Fiktion und was tatsächlich schon Realität ist.
Der Plot ist dicht und absolut spannend, das Ende hält noch eine Überraschung bereit. Der Thriller hat mich von Anfang bis Ende gefesselt.
die Kindsmörderin
Mutterliebe von Kim Selvig
Im Mittelpunkt der Story steht die Journalistin Kiki Holland, die für ihre Zeitung einen Artikel bei dem Prozess im Fall einer Kindesmörderin schreiben soll. Sie ist eine erfahrene Gerichtsreporterin, die sich abseits der bekannten Fakten eine eigene Meinung bildet. In diesem Fall sagt ihr Instinkt, dass es sich lohnt selbst zu recherchieren, um alle Fakten auf den Tisch zu bekommen.
Bei ihren Nachforschungen ist sie sehr kreativ und bringt sich damit selbst in Gefahr.
Der Schreibstil ist locker leicht und flapsig, lässt sich flüssig lesen. Die Figurenzeichnung ist gut, einige Personen wirken sehr lebensnah. Kiki ist eine eigenwillige, vielschichtige Persönlichkeit. Auf der einen Seite eine knallharte Gerichtsreporterin, im Privatleben unkonventionell. So richtig warm geworden bin ich mit Kiki leider nicht, man muss sie nehmen, wie sie ist.
Die Story dagegen ist nicht so einfach gestrickt, wie ich erwartet habe. Es gibt tatsächlich Wendungen, die mich überrascht haben. Kiki ist als Journalistin auf sich selbst gestellt, keine Frage. Trotz all ihrer Erfahrung verhält sie sich leichtsinnig und bringt sich in große Gefahr. Hier hätte ich erwartet, dass sie vorsichtiger agiert. So ganz habe ich ihr die knallharte Gerichtsreporterin dann nicht so ganz abgenommen. Einige Zufälle zu viel machen die Story teils nicht ganz glaubhaft, nichts desto trotz hat mich der Krimi gut unterhalten. Die Story bot mehr, als ich erwartet hatte.











