Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tweedledee:
softer Mystery-Thriller
Der flüsternde Abgrund von Veronica Lando
Schauplatz ist der kleine Ort Granite Creek, nahe dem australischen Regenwald. Callum Haffenden hat den Ort nach seinem Unfall, bei dem er ein Bein verlor, als Teenager verlassen. 30 Jahre sind vergangen, jetzt ist er zurück. Ein Mann ist im Regenwald verschwunden, wie schon vor Jahren zwei Mädchen.
Eine Legende rankt sich um den Flüsterwald.
Callum befürchtet, dass der Mann sein Sohn ist und will bei der Suche helfen. Doch alle Hilfe kommt zu spät, der Mann kann nur noch tot geborgen werden. Callum stellt zusammen mit seinem ehemaligen Schulfreund, der inzwischen Polizist ist, eigene Ermittlungen an, denn an einen Unfall will er nicht glauben.
Mich hatte nach dem Klappentext vor allem der Schauplatz im Regenwald fasziniert. Die Autorin bringt die Atmosphäre auch sehr gut rüber. Der ständige Regen, der undurchdringliche Regenwald, die Natur, das alles hatte ich bildlich vor Augen.
Allerdings hat die Geschichte meine Erwartungen nicht erfüllt. Zum einen bin ich mit Callum nicht warm geworden. Er ist zwar gut skizziert, aber mir fehlte der Draht zu ihm.
Zudem hat es gefühlt ewig gedauert bist klar war, wie die Beziehungen zu den einzelnen Personen sind und was damals bei Callums Unfall genau passiert ist. Das hätte ich gern schon viel früher erfahren, um die Personen besser einordnen zu können.
Der nächste Punkt ist die Spannung, die für mich für einen Thriller nicht ausreichend vorhanden war. Ja, es war zeitweise fesselnd, auch ein wenig spannend, aber nicht so, wie ich es von einem Thriller erwarte.
Fazit: Softer Mystery-Thriller, der mit Atmosphäre punktet, aber wenig Spannung bietet.
mystische Grenzerfahrungen
Himmelfahrt von Nicholas Binge
"Himmelfahrt" von Nicholas Binge ist kein gewöhnlicher Thriller, sondern ein interessanter Mix aus Scifi, Mystik und Grusel. Themen, auf die man sich einlassen muss. Hier wäre ein kleiner Hinweis im Klappentext hilfreich gewesen, um den Thriller als solchen zu kennzeichnen.
Die Story wird nach einer kurzen Einführung aus der Ich-Perspektive von Harold Tunmores Briefen erzählt.
Harold ist ein brillanter Physiker, der schon in seiner Kindheit ungewöhnlich war. Als er eine Einladung erhält, zu einer Expedition aufzubrechen, sagt er nur zu, um seiner Exfrau zu helfen, die als einzige Überlebende der vorherigen Expedition zurückgekehrt ist. Er weiß nicht was ihn erwartet: Ein mysteriöser Berg, der plötzlich im Pazifik aufgetaucht ist. Eigentlich unmöglich....
Die bunt gewürfelte Expedition aus Wissenschaftlern verschiedener Fachgebiete sowie Security macht sich auf eine Bergtour, die alle an ihre Grenzen bringt.
Die Sprache ist sensationell, teils philosophisch angehaucht, bildgewaltig. Sie bringt die eisige Atmosphäre perfekt rüber, genauso wie die Veränderungen, die unmerklich stattfinden. Ich hatte beim lesen das Gefühl hautnah dabei zu sein. Die Protagonisten sind gut beschrieben, die Spannung ist hoch. Auch weil man erst nicht weiß, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird.
Auf die mystischen Themen muss man sich einlassen, sie versuchen nachzuvollziehen, zu verstehen, auch wenn es komplex und schwierig ist. Andernfalls könnte man enttäuscht werden.
Fazit: Bildgewaltiger, mystischer Scifi-Thriller mit Grusel- und Horroreffekten. Mal was anderes abseits des Mainstreams.
perfides Spiel
Der Mentor von Svenja Diel
Schauplatz Heidelberg: Durch anhaltenden Regen werden die vergrabenen Leichen zweier Frauen aus der Erde gespült. Im Wald verscharrt, um niemals gefunden zu werden. Beide Frauen wurden brutal abgeschlachtet, in den Nacken wurden ihnen Zahlen eingeritzt. Schnell wird klar, dass es noch weitere Opfer geben muss.
Die Ermittler aus Heidelberg bekommen Unterstützung von einer Sondereinheit des LKA München um diesen brisanten Fall so schnell wie möglich aufzuklären.
Von Anfang an bietet der Thriller viel Spannung, ist aber auch ziemlich brutal und blutig. Die Verletzungen, die den Frauen zugefügt werden, die körperliche und psychische Gewalt ist schwer zu ertragen und definitiv nichts für zarte Gemüter.
Die Ermittler sind vier ganz unterschiedliche Typen, die sich zusammenraufen müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass Nova Winter gerne Alleingänge macht. Ich fand die Protagonisten sehr gut gezeichnet, sowohl die Ermittler, als auch die anderen Beteiligten.
Der Plot ist so konstruiert, dass man sich bis zum Ende nicht sicher sein kann, wer als Drahtzieher infrage kommt. Ich konnte miträtseln und wurde immer wieder durch Wendungen überrascht.
Fazit: Fesselnder Thriller mit viel Spannung, ich freue mich auf eine Fortsetzung.
eiskalter Krimi
Im Herzen so kalt von Sandra Åslund
"Im Herzen so kalt" von Sandra Åslund spielt im schwedischen, eiskalten Winter. Die Atmosphäre ist perfekt eingefangen, die Kälte im Winterwald ist spürbar. Die Stockholmer Ermittler Maya Topelius und Pär Stenqvist werden nach Östersund beordert, wo sie ihren Kollegen bei der Aurklärung eines Mordfalls helfen sollen.
Ein nicht unumstrittener Umweltaktivist wurde ermordet. Er ist mit einer Aktivistenorganisation der hiesigen Waldwirtschaft ein Dorn im Auge. Ist unter ihnen der Mörder zu finden? Oder war es doch nur ein unglücklicher Jagdunfall, wie die hiesigen Kollegen vermuten?
Maya Topelius und Pär Stenqvist geben ihr Bestes, doch die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist ruckelig, denn diese sind von der städtischen Unterstützung erst mal nicht begeistert. Die Ermittlungen laufen an, kommen aber nur ganz langsam in Schwung.
Dieser Krimi hat mir sehr gut gefallen, denn die Atmosphäre ist stimmig. Man bekommt einen guten Eindruck von Land und Leuten, die Ermittler sind sympathisch. Ich fand es klasse, dass ein kleines Mädchen eine wichtige Rolle im Fall spielt. Umweltthemen und sexueller Missbrauch sind unter anderem Themen, die die Autorin in ihrer Handlung einbaut.
Fazit: Der Auftakt zur neuen Reihe hat mich überzeugt. Bitte weiter so!
Rätsel
Ingenium von Danielle Trussoni
"Ingenium - Das erste Rätsel" lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Im Mittelpunkt steht der 28-jährige Mike Brink, der nach einem Sportunfall mit einem Schädel-Hirn-Trauma eine besonderes Fähigkeit hat: Er sieht Muster, durchschaut die komplexesten Rätsel fast auf den ersten Blick.
Eine Begabung, die ihn in seinem Leben einschränkt und belastet. Er hat sich einigermaßen damit arrangiert, seine Hündin Connie hilft im sehr im täglichen Leben. Als er von der Gefängnispsychologin Dr. Thessaly Moses gebeten wird, ein seltsames Rätsel einer Insassin zu entschlüsseln, gerät sein Leben aus den Fugen.
Hätte ich das Alter von Mike Brink nicht gewusst, hätte ich ihn gut 10 Jahre älter geschätzt, das nur am Rande.
Die Geschichte fängt wirklich fesselnd an, was auch am sensationellen Schreibstil liegt, der mir sehr zusagt. Rätsel, Geheimnisse, ein sympathischer Protagonist, alles Zutaten für einen spannenden Thriller.
Die Spannung kommt auch nicht zu kurz. Allerdings hat mich die Geschichte nach ca. 2/3 verloren, es wurde zu mystisch, zu religiös, zu viele, teils verwirrende Details. Es wurde für mich zunehmend zäh zu lesen. Bis auf das Ende, das dann wieder an Fahrt und Spannung aufnimmt.
Sehr schade, da die Geschichte an sich ein interessantes Thema behandelt und mich wirklich angesprochen hat. Für meinen Geschmack wurde das Potential nicht ganz ausgeschöpft. Nichts desto trotz würde ich einre Fortsetzung eine Chance geben.
gelungener Auftak
Deep Sleep, Band 1 - Codename: White Knight von Chris Morton
Eine Reihe von blutigen Anschlägen, von jugendlichen Attentätern begangen, schockiert die Welt. Was veranlasst die Jugendlichen, solche Taten zu begeht? Was außer einigen eingeweihten niemand weiß: Die Jugendlichen gehören zu einem geheimen Programm, in dem sie zu Killermaschinen gezüchtet wurden.
Sie leben bei Pflegefamilien und warten auf den Tag X, am dem sie reaktiviert werden und ihre Mission erfüllen. Das Programm sollte eigentlich nie umgesetzt werden, doch skrupellose Menschen haben sich darüber hinweggesetzt und Deep Sleep ausgeführt.
Ian Brown ist bei einer Adoptivfamilie aufgewachsen, führt das Leben eines unbeschwerten Teenagers mit seinen 17 Jahren. Von einem Tag auf den anderen ändert sich alles, denn auch er gehört zu den Sleepern.
Was für ein spannender Thriller. Ich habe nicht erwartet, von der Handlung so gefesselt zu sein. Der Schreibstil ist locker, lässt sich flüssig lesen. Man verfolgt verschiedene Perspektiven, so dass die Handlung abwechslungsreich und fesselnd ist. Sowohl die jugendlichen Protagonisten als auch die Erwachsenen sind gut beschrieben, ich hatte ein gutes Bild vor Augen. Es gibt viel Action, viel Spannung, so dass der Thriller auch erwachsene Leser überzeugen kann. Ich freue mich auf die Fortsetzung.
viel Spannung und Gänsehautmomente
Hope's End von Riley Sager
Hope's End, ein altes, baufälliges Herrenhaus, gelegen in Maine, direkt an der Steilküste des Meeres, war 1929 Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. Drei Menschen wurden brutal ermordet: Lenoras Eltern und ihre Schwester. Obwohl Lenora als einzige Überlebende nie angeklagt wurde, ging die Öffentlichkeit davon aus, dass sie die Morde verübt hat.
Fünfzig Jahre später tritt die junge Pflegerin Kit ihre Stelle in Hope's End an, als Pflegerin von Lenora, die seit den damaligen Vorkommnissen an den Rollstuhl gefesselt ist. Lenora kann nur mit Hilfe ihrer Schreibmaschine kommunizieren und gibt der neugierigen Kit nach und nach Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit preis.
Die Mischung aus Thriller und atmosphärischem Gruselroman hat mich total gefesselt. Allein schon die Kulisse des alten Herrenhauses, dessen Terrasse nur mit einem halbhohen Geländer zur Meeresseite gesichert ist, das sich mit den Jahren immer mehr neigt und dessen Böden so schief sind, dass sich Kit wie auf einem Schiff vorkommt, ist grandios. Blutflecken auf einigen Böden zeugen von den Bluttaten, die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Diese Atmosphäre ist greifbar, gruselig und nostalgisch.
Die wenigen Protagonisten sind perfekt skizziert, genauso wie die Beziehung zwischen Kit und Lenora, die sich im Lauf der Zeit entwickelt. Die Handlung wird ergänzt durch Lenoras Erzählungen, eine Art Beichte, die sie mühsam auf der Schreibmaschine tippt. Ein jeder in diesem Haus scheint seine Geheimnisse zu haben. Doch was ist wahr, was Lüge?
Ich hatte einen Verdacht und war damit fast auf der richtigen Fährte, doch der Autor bringt noch Twists, mit denen ich nie gerechnet hätte.
Fazit: Ziemlich genialer Plot mit viel Spannung und Gänsehautmomenten, vor einer atmosphärischen Kulisse. Kann ich nur empfehlen.
pure Magie
Threads of Power von V. E. Schwab
Im roten London plant eine mysteriöse Gruppe, die sich die "Hand" nennt, ein Attentat auf den König. Lila Bard macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Gruppe.
Tes kann die Fäden der Magie nicht nur sehen, mit ihrer seltenen Gabe kann sie die Fäden sowohl reparieren als auch neu verknüpfen.
Im weißen London lebt die junge Kosika, die noch nicht ahnt, dass sich ihr Leben bald drastisch verändern wird.
Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen, zuletzt die Vicious-Reihe und "das unsichtbare Leben der Addie LaRue". Jedes mal war ich begeistert. So auch diesmal, "Threads of Power - Die feinen Fäden der Magie" hat mich richtiggehend geflasht. Und das obwohl ich die Weltenwanderer-Trilogie noch nicht gelesen habe. Das werde ich aber schleunigst nachholen. So waren die Figuren und auch die vier Londons für mich komplett neu.
Was mich bei V.E. Schwab am meisten beeindruckt ist ihr wunderbar detaillierter, manchmal poetisch anmutender Schreibstil. Vor meinem inneren Auge erwacht die Szenerie zum Leben, die Handlung läuft wie ein Film ab. Allein das Lesen macht so viel Spaß, so dass ich mir für die Lektüre Zeit genommen habe, nicht wie so oft durch ein Buch gerauscht bin. Im Gegenteil, ich habe es hinausgezögert, um möglichst lange in diese phantastische Welt eintauchen zu können.
Die Figurenzeichnung ist grandios, so liebevoll und detailliert. Jeder Charakter wirkt authentisch und ist unverwechselbar. Ich konnte mit allen Charakteren mit fiebern, jeder hat seine starken Seiten. Am meisten war ich an Lila und Tes dran, die so unterschiedlich sind. Wobei Tes mein Favorit ist, sie ist mir mit ihrer kleinen Eule richtig ans Herz gewachsen.
Ich fand die Handlung fesselnd und spannend, vor allem im letzten Drittel nimmt die Spannung rasant zu. Das Ende lässt auf eine ebenso spannende Fortsetzung hoffen.
Fazit: Grandioses Fantasy-Abenteuer, die pure Magie. Ich kann das Buch jedem Fantasy-Fan wärmstens empfehlen, würde mir wünschen, dass es davon eine Verfilmung gibt.
Erinnerungen
Memoria von Zoë Beck
"Memoria" spielt in der nahen Zukunft, das Cover passt zur Handlung in diesem heißen Sommer, in dem es so viele Brände gibt.
Worum geht es? Harriets Traum, Konzertpianistin zu werden, wurde durch eine Operation an ihrer Hand zunichte gemacht. Dabei schien ihr eine große Karriere vorausbestimmt, schon als 6-jährige gab das talentierte Mädchen öffentlich Konzerte.
Doch die Operation, bei der ihr Ringfinger gefühllos blieb und der Unfalltod ihrer Mutter machten alles zunichte. Jetzt schlägt sie sich mit einem Türsteherjob in einem Edelkaufhaus durchs Leben, lebt am Existenzminimum.
Als sie während eines Brandes das Leben einer Frau rettet und mit deren Auto zum Krankenhaus fährt wird ihr klar. dass mit ihren Erinnerungen etwas nicht stimmt. Sie konnte das Auto problemlos bedienen, obwohl sie nie einen Führerschein gemacht hat. Zudem wird sie von Alpträumen geplagt. Sind es wirklich Alpträume oder verschüttete Erinnerungen? Harriet macht sich auf die Suche nach Antworten.
Ich habe von der Autorin schon einige Bücher gelesen, ich mag ihren Schreibstil und die Figurenzeichnung. Genauso die dystopischen Elemente, die sich auch in diesem Buch finden. Die Handlung ist spannend, fesselnd, auch wenn von Anfang an ziemlich klar ist, dass Harriet ein Teil ihrer Erinnerungen fehlt. Es gibt einige kleinere Wendungen, aber eine wirklich große Überraschung nicht. Verdiente 4 Sterne.
Intrigen
Die gute Schwester von Sarah Bonner
"Die gute Schwester", der englische Originaltitel "The perfect twin" passt hier viel besser und ist aussagekräftiger.
Im Fokus der Story steht Megan, deren Ehe mit Chris nicht wirklich gut läuft. Schon kurz nach der Heirat hat Chris sein wahres Gesicht gezeigt, die Ehe besteht nur aus Kontrolle und eigentlich würde Megan am liebsten verschwinden.
Wenn ihre Angst vor Chris nicht zu groß wäre.
Ein Foto auf Chris Handy stachelt ihre Wut auf ihre Zwillingsschwester Leah an, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt hat. Schon in der Kindheit hat Leah jede Gelegenheit genutzt, um Megan zu schaden. Genug ist genug und Megan stattet Leah einen Besuch ab, der mit Leahs Tod endet.
Was für ein genialer Thriller! Die Story wird zuerst aus Megans Sicht erzählt, in der Ich-Perspektive. Man lernt sie kennen, fühlt mit ihr mit und erfährt, was für ein mieser Typ Chris ist. Erfährt von Megans Plan. Megan war mir schnell sympathisch, sie ist klug und empathisch.
Als im nächsten Teil die Geschichte aus der Sicht von Chris erzählt wird, dachte ich nur "what?". Ich war total geschockt, die Wendung ist sensationell. Weiter geht es mit der Sicht von Leah und später eines Anwalts.
Ich bin begeistert, wie wendungsreich die Story ist, war total gefesselt und habe mitgefiebert. Intrigen, ein fesselndes Katz-und-Maus-Spiel mit immer wieder neuen Überraschungen. Meine Erwartungen wurden definitiv übertroffen. Ich kann den Thriller wärmstens empfehlen.











