Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tweedledee:
kein Bullerbü
Das Baumhaus von Vera Buck
Schauplatz Schweden. Als Henrik, seine Frau Nora und ihr kleiner Sohn Fynn im schwedischen Ferienhaus von Henriks verstorbenem Großvater ankommen, scheinen sie am Ziel angelangt. Der Traum von einem temporären Neuanfang, inmitten der Natur, auf einer Lichtung von Wald umgeben. Ein Traum wird wahr. Wenn da nicht nur das ungute Gefühl, beobachtet zu werden, wäre.
Als Fynn beim Spiel im Wald spurlos verschwindet, fängt der Alptraum an.
Parallel dazu findet Rosa die skelettierten Überreste eines Kindes vergraben im Wald. Gibt es Parallelen zu Fynns Verschwinden?
Ein zeitgemäßer flüssiger Schreibstil macht den Einstieg in die Geschichte leicht. Allerdings dauert es etwas, bis die Story an Fahrt gewinnt und die Spannung steigt. Aber ab dann entwickelt sich eine Sogwirkung und die Spannung lässt nicht mehr nach. Die gruselige, düstere, teils bedrohliche Atmosphäre dieses geheimnisvollen Waldes bringt die Autorin perfekt rüber. Die Handlung ist teils verstörend und nichts für schwache Nerven. Es gibt jede Menge Überraschungen und Twists bis zum finalen Ende.
Die Figurenzeichnung ist gut, am faszinierendsten fand ich die Figur von Rosa, sie ist der eigentliche Star der Geschichte.
Fazit: Ungewöhnlicher Thriller mit Gänsehautfaktor.
die perfekte Clique
Wenn sie lügt von Linus Geschke
Von Linus Geschke habe ich einige Bücher gelesen, auf "Wenn sie lügt" war ich deswegen sehr gespannt. Es geht um ein Geheimnis, das ca. 20 Jahre zurückliegt. Um eine Clique, die damals perfekt schien: Norah, Goran und die anderen haben zusammengehalten und hatten eine tolle Zeit. Doch dann geschah ein Doppelmord, der die Clique trennte.
Jetzt ist Goran wieder zurück in seiner alten Heimat, da Norah anonyme Drohbriefe erhält.
Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und kommt mit einer guten Handvoll Charakteren aus, die man sehr gut kennenlernt. Sie sind perfekt gezeichnet, haben Tiefe und Facetten. Goran kommt trotz seines zwielichtigen Jobs sehr sympathisch rüber. Figuren, mit denen man mitfiebern und mitleiden kann. Die Sicht des geheimnisvollen "Er" bleibt bis zum Schluss im Dunkeln.
Linus Geschke hat eine dichte Story gewoben, tolle Charaktere geschaffen, trotzdem hat mich die Geschichte nicht komplett überzeugt. Für einen Thriller war es für mich zu viel Lovestory und Beziehungs-"Kram", zu wenig Thrill trotz einiger spannender Momente. Nichts desto trotz war das Buch fesselnd, 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.
schaut nach oben
Krähentage von Benjamin Cors
"Krähentage" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe aus der Feder von Benjamin Cors, und dieser Thriller hat es in sich. Für mich jetzt schon ein Jahreshighlight 2024.
Schauplatz Norddeutschland: In der Siedlung "hinter dem Wald" wurde eine junge Frau in ihrer Wohnung überfallen und brutalst misshandelt, sie ist das mittlerweile dritte Opfer des Täters.
Ein Fall für die neue Einheit, der Jakob Krogh und Mila Weiss angehören. Parallel zu diesem Fall gilt es eine Reihe makaberer Morde aufzuklären. Menschen, die durch die Attacke von Krähen getötet wurden. Der Täter hinterließ jeweils eine Botschaft "schaut nach oben". Werden sie den Täter finden, bevor er wieder mordet?
Hier passt einfach alles. Angefangen bei dem genialen Schreibstil, bei dem ich das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein. Weiter mit dem neuen Ermittlerteam, das aus ganz unterschiedlichen Typen besteht. Jakob Krogh, der nach einer längeren Auszeit wieder im Dienst ist, Mila, die ein Geheimnis hat. Zum Team gehören noch Lucy, der Finne, Ludger Palm und Frauke. Sie müssen sich als Team erst mal formieren, doch die Zusammenarbeit scheint zu klappen.
Der Fall hat eine morbide Faszination, die armen Krähen, von einem gestörten Täter missbraucht. Die Story ist von Anfang an fesselnd und super spannend, die Spannungskurve flacht nicht mal zum Ende hin ab. Jakob Kroghs Geheimnis war die Überraschung schlechthin, damit hätte ich nie gerechnet.
Fazit: Ich bin froh diesen Thriller entdeckt zu haben, einer der besten Thriller die ich dieses Jahr gelesen habe. Ich freue mich auf den nächsten Teil.
Kraken
Die Stimme der Kraken von Ray Nayler
Zugegeben, ich habe einen Öko-Thriller erwartet, bekommen habe ich eher einen philosophischen Science Fiction Roman, der nachdenklich macht. Das Buch ist nicht einfach zu lesen, man muss sich konzentrieren, ich konnte immer nur wenige Seiten lesen, um das Gelesene auch verarbeiten zu können.
Wir verfolgen verschiedene Erzählperspektiven, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, und die erst gegen Ende der Handlung zusammenlaufen.
Im Mittelpunkt steht die Wissenschaftlerin Dr. Ha Nguyen, die in Con Dao ankommt, einer unter Naturschutz gestellten Insel bei Vietnam. Überraschend für sie ist die Begegnung mit dem weltweit einzigen Androiden Evrim, der ebenfalls auf der Insel ist, sozusagen im Exil unter Aufsicht. Für den Schutz sorgt die weibliche "Kampfmaschine", Altantsetseg. Sie trägt unzählige Narben aus vielen Kämpfen und schützt die Insel gegen unbefugte Eindringlinge. Denn in den überfischten Meeren finden die Sklavenschiffe kaum noch Fang, was sie zu Con Dao treibt. Auf einem dieser Sklavenschiffe befindet sich Eiko. Er erzählt seine Geschichte.
Ich fand die Informationen zu Kraken im Allgemeinen total faszinierend, so dass ich einiges recherchiert habe. Oktopusse sehe ich jetzt mit anderen Augen, finde die Vorstellung von Lebewesen, die der menschlichen Intelligenz fast ebenbürtig sind, spannend. Schwierigkeiten hatte ich eher, mich in diese KI-lastige zukünftige Welt einzufinden, die düstere, dystopische Züge aufweist. Das Buch macht sehr nachdenklich, die zentrale Frage ist: Was ist Bewusstsein? Zu erwähnen ist noch der brillante Schreibstil des Autors, der seinesgleichen sucht.
Fazit: Man muss sich auf das Thema einlassen, dann wird man mit einer außergewöhnlich tiefgründigen Geschichte belohnt.
saisonale Rezepte
Das Lebensfreude-Kochbuch von GRÄFE UND UNZER Verlag
Ich liebe es, mich durch Kochbücher zu kochen, das Lebensfreude-Kochbuch ist mir sofort durch sein schönes Cover aufgefallen. Hell, bunt, auf den ersten Blick ansprechend. Zudem gefällt mir die Idee, die Rezepte nach Jahreszeiten zu sortieren und saisonale Lebensmittel zu verwenden.
Genauso ist das Buch auch aufgebaut.
Nach einem Vorwort der Autorinnen beginnt der Rezeptteil mit "Loslegen im Frühling", gefolgt von "Das Leben genießen im Sommer", "Loslassen im Herbst" und "Zur Ruhe kommen im Winter". Bevor die einzelnen Rezepte beginnen, werden die jeweiligen Obst- und Gemüsesorten in einem kurzen Steckbrief vorgestellt.
Die Rezepte sind klar strukturiert mit Angaben der Personenzahl, Zubereitungszeit und Kalorien. Die einzelnen Schritte sind verständlich und die ansprechenden Fotos laden zum nachkochen ein.
Perfekt für die Jahreszeit werde ich das Sekt-Holunderblüten-Sorbet ausprobieren und freue mich schon auf den Winter, um das Grünkohl-Cashew-Korma nachzukochen.
Fazit: Ein absolut gelungenes Kochbuch mit einem stimmigen Konzept.
solider Thriller
Mörderfinder - Stimme der Angst von Arno Strobel
"Mörderfinder - Stimme der Angst" ist der vierte Teil der Reihe. Ich bin in die Reihe mit diesem Teil eingestiegen und hatte keinerlei Anlaufschwierigkeiten oder das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt, da der Autor die wichtigsten Fakten aus der Vergangenheit in die Handlung integriert.
Max Bischoff ist auf der Beerdigung seines Mentors, als er unter den Trauergästen eine Frau sieht, die der Zwilling seiner verstorbenen großen Liebe Jennifer Sommer sein könnte.
Noch immer plagen Max Schuldgefühle, dass er Jennifer vor fünf Jahren nicht retten konnte. Kurzentschlossen spricht er die Frau auf die Ähnlichkeit zu Jennifer an, doch die beiden sind nicht verwandt. Sein Gefühl sagt ihm, dass die Unbekannte Probleme hat, sie wirkt traurig. Bei Max wird durch die Begegnung die Vergangenheit wieder lebendig, er hatte sich geschworen, dass nie wieder jemand wegen ihm leiden muss. Dann verschwindet die Frau, die Max liebt und sein Ex-Kollege wird angegriffen...
Ich habe mich von dem Thriller super unterhalten gefühlt, er bietet jede Menge Spannung und einen fesselnden Plot. Auch wenn einiges wenig realistisch erscheint und schwer vorstellbar ist. Von den Figuren hat mir Dr. Marvin Wagner am besten gefallen, ein ungewöhnlicher Typ, der schon durch seine Wortwahl auffällt. Er ist clever und gewitzt, neben ihm wirkt Max blass und schwerfällig. Entschuldigend kann man sagen, dass Max durch seine Gefühle vermutlich nicht klar sehen kann.
Fazit: Thriller mit gutem Unterhaltungswert, ich werde die Fortsetzung definitiv lesen.
feine Stoffe
Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Stoff von Amy Achterop
Es geht weiter mit den sympathischen und außergewöhnlichen Hausboot-Detektiven. Schon der erste Teil hatte mir gut gut gefallen, weil die Charaktere einzigartig sind. Schrullig und in jeder Hinsicht ungewöhnliche Hobbydetektive. In diesem Teil wird Arie am frühen Morgen Zeuge, wie ein Mann vor einen Müllwagen läuft, angefahren wird und stirbt.
Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus, doch die Tochter des Unfallopfers vermutet Mord und engagiert die Detektive. Diese decken nach und nach unglaubliche Machenschaften auf.
"Die Hausboot-Detektei: Tödlicher Stoff" ist wirklich ein Wohlfühlkrimi. Er punktet vor allem mit den liebevoll detailliert gezeichneten Figuren und den tierischen Mitbewohnern. Figuren, die mir inzwischen ans Herz gewachsen sind. Der Fall ist verzwickt und nimmt eine ganz andere Wendung als erwartet. Es geht in die Welt der Mode mit interessanten Details zu feinen Stoffen, die ein Vermögen kosten. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht eines Detektivs erzählt, das bring Abwechslung. Noch etwas mehr Spannung, dann hätte der Krimi 5 Sterne verdient. Mir hat die Lektüre Spaß gemacht, ich freue mich schon auf den nächsten Teil.
konnte meine Erwartungen nicht erfüllen
Die Verlierer von Petra Hammesfahr
Ich habe von Frau Hammesfahr schon einige Bücher gelesen, war auf ihr neuestes Werk gespannt, da sich der Plot spannend anhörte. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt.
Es geht um die Ermittlerin Rita Voss, die im Fall einer verschwundenen Frau ermittelt. Wie sich herausstellt gab es in der Vergangenheit vergleichbare Fälle, die Ermittlungen laufen aber nicht recht an, es dauert bis Rita Voss endlich eine heiße Spur hat.
Für mich war das Buch eher enttäuschend, angefangen bei der Figur der Rita Voss, die für mich unnahbar blieb, mit der ich nicht warm geworden bin. Sie wirkt kühl, zeigt wenig Emotionen. Ganz anders Carli, ein anderer Handlungsstrang, der in der Vergangenheit beginnt. Carli hat Tiefe, mit ihm konnte ich mitfühlen, war an seinem Schicksal ganz nah dran.
Der Schreibstil ist anspruchsvoll, ich habe allerdings die Dialoge vermisst. Viele Gespräche werden nur indirekt wiedergegeben aus Sicht von Rita Voss. Dialoge beleben die Handlung und lockern sie auf, das blieb hier leider aus.
Der Plot hat eigentlich die beste Voraussetzung zu einem spannenden Krimi. Viele verschiedene Personen und Stränge machen die Handlung unübersichtlich, die Spannung verpufft. Ich empfand die Handlung teils langatmig, um nicht zu sagen langweilig.
Fazit: Schade, das Buch konnte mich leider nicht überzeugen.
großartiges Debüt
Das Schweigen des Wassers von Susanne Tägder
"Das Schweigen des Wassers" war für mich eine großartige Entdeckung! Susanne Tägder schreibt meisterhaft, sie zeichnet mit Worten Szenen, mit einer Leichtigkeit, die doch anspruchsvoll ist. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, in die Jahre nach dem Fall der Mauer.
Hauptkommissar Groth kehrt ins Mecklenburgische Wechtershagen zurück, den Ort, an dem er aufgewachsen ist.
Die Jahre dazwischen hat er in Hamburg verbracht, bis zu seinem beruflichen Fehltritt und dem Unfalltod seiner Tochter. Ein Neuanfang musste her.
Als aus dem örtlichen See die Leiche des Bootsverleihers Siegmar Eck geborgen wird, ergeben die Untersuchungen kein Fremdverschulden, Eck ist bei einem tragischen Unfall um Leben gekommen. Wenige Tage vor seinem Tod hatte Eck mit Groth gesprochen, ihm erklärt dass er verfolgt wird. So kommen Groth große Zweifel an einem Unfalltod, er ermittelt weiter und die Spuren führen ihn Jahre zurück, zu einem Mordfall, der nie gelöst wurde.
Ich bin beeindruckt vom Plot, der Figurenzeichnung und der leicht melancholischen Stimmung, die sich durch die ganze Geschichte zieht. Tragische Gestalten, die vor dem inneren Auge lebendig werden, dazu das Retrofeeling in einer Zeit, in der es noch keine Handys gab und das Leben etwas geruhsamer als heute ablief. Der Krimi war für mich ganz großes Kino, mit Überraschungen bis zum Schluss. Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung!
der Nachtläufer
Der Nachtläufer von Karin Fossum
Schauplatz Norwegen. In einer Kleinstadt dringt ein Unbekannter mit leuchtendem Gesicht nachts in fremde Häuser ein, stellt sich neben das Bett eines schlafenden Menschen und bedroht ihn mit einer Waffe. Die Bewohner kommen mit dem Schrecken davon, doch was passiert beim nächsten mal? Kommissar Eddie Feber ermittelt, aber so richtig kommen die Ermittlungen nicht in Schwung.
Wer ist der mysteriöse Nachtläufer und wieso hinterlässt er jedes mal einen Zettel mit einer Nummer?
Parallel wird die Geschichte von Meidel Jonsson erzählt, dessen Großvater gerade gestorben ist. Er hatte eine verkorkste Kindheit, der Vater im Knast, die Mutter in Therapie, einzig sein Großvater war seine Bezugsperson. Meidel weiß nicht, wie es weitergehen soll, in wenigen Tagen wird sein gewalttätiger Vater aus dem Knast entlassen...
Was eigentlich ganz fesselnd anfängt, verliert leider zunehmend an Drive. Angefangen bei den Figuren: ich bin mit keiner wirklich warm geworden, einzig Eddie Feber kommt noch ganz gut weg. Ich fand es sympathisch, wie er seine vielen Kinder und seine Frau mit in die Ermittlungen einbindet. Er selbst bleibt trotz seines Backgrounds zu blass, genauso wie die anderen Figuren.
Meidl Jonsson steht eigentlich im Mittelpunkt, über ihn erfährt man am meisten. Ganz großes Manko: Meidel ist angeblich 18 Jahre alt, doch dazu passt weder seine Denkweise noch seine Ausdrucksweise, er wirkt auf mich wie ein Mann weit über 50. Das passt einfach nicht und hat mich sehr gestört.
Die Taten des Nachtläufers sind nicht wirklich nachzuvollziehen. Müssen sie bei einem gestörten Täter wohl auch nicht, aber ich hätte mir doch gewünscht zu erfahren, wieso er so agiert. Insgesamt blieb der Krimi weit unter meinen Erwartungen. Zu wenig Emotionen, zu wenig Spannung, zu konfus, zu wenig nachvollziehbar. Und auch der Twist am Ende konnte die Story nicht retten.
Schade, hier hätte ich deutlich mehr erwartet.











