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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von tweedledee:

Erinnerungen

Erinnere dich! von Max Reiter

Erinnere dich von Max Reiter wird aus der Perspektive von Arno Seitz erzählt, der in Berlin an der Uni lehrt. Als die Einladung zum 20er-Abitreffen bei im reinflattert, kommen die alten Erinnerungen an die damalige Zeit wieder hoch. Und die Erinnerung an seine erste Liebe Maja, die bei einer Bergwanderung damals spurlos verschwand.

Arno, Maja, Arnos bester Freund Lukas und dessen Freundin Ulrike übernachteten damals auf einer Berghütte, am nächsten Morgen war Maja verschwunden. Was mit Maja geschah konnte nie geklärt werden, für Arno brach eine Welt zusammen, er hat alle Brücken hinter sich abgerissen und ist nach Berlin gezogen.

Als Arno per Post von einem unbekannten Absender ein Handy erhält, gehen in den folgenden Tagen Nachrichten ein: Erinnere dich. Arno muss sich seinen Erinnerungen stellen, um wieder Frieden zu finden. Er erklärt sich bei der Abifeier bereit, mit seinen damaligen Freunden die Wanderung, auf der Maja verschwand, noch einmal zu unternehmen. Wird er sich erinnern?

Aus Arnos Perspektive wird die Geschichte erzählt und sie ist auf jeden Fall fesselnd. Es geht um Manipulation der Erinnerungen, was an sich schon erschreckend ist. Allerdings fand ich die Figurenzeichnung zu oberflächlich, Arno kommt nicht wirklich sympathisch rüber, bleibt zu blass. Er lässt sich auch zu leicht manipulieren, ich habe mich immer wieder gefragt, wo sein logisches Denken und der gesunde Menschenverstand bliebt. Die Idee zur Story hat viel Potential, das aber nicht ganz ausgeschöpft wurde. Teils zieht sich die Handlung auch zu sehr in die Länge. Trotzdem habe ich den Thriller gern gelesen und war gefesselt.

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abgründig

Diabolisch von Jonas Wagner

In einem beschaulichen Dorf geschieht ein Mord und eine Reihe tragischer Unfälle. Doch handelt es sich wirklich um Unfälle? Den Ermittlern rund um Larissa Flaucher wird bald klar, dass es sich um Morde handelt, nur wo ist der Zusammenhang? Um das herauszufinden, müssen die Ermittler tief in die Vergangenheit eintauchen zu einer Tat, die unfassbar grausam war und längst vergessen scheint.

Das Dorf hat ein Geheimnis.

Die Geschichte, die Jonas Wagner hier erzählt, ist böse, ja diabolisch. Der Plot wird in zwei Zeitebenen aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt: Die aktuellen Geschehnisse und was 1995 passiert ist. Ich muss gestehen, was damals passiert ist, ist so unfassbar grausam, es war schwer zu ertragen, das zu lesen. Lotte und Alex werden nach dem Turnunterricht am Nachmittag nicht wie versprochen von ihrem Vater abgeholt, denn an diesem Tag ist die Fastnachtsfeier im Ort und alle Dorfbewohner sind mit den Vorbereitungen beschäftigt. Alles ist wichtiger als dafür zu sorgen, dass die Kinder nach Hause kommen. Weder der Sportlehrer, noch andere Dorfbewohner, die die Kinder bitten, sie nach Hause zu fahren, helfen. Und damit haben viele der Einwohner eine Teilschuld an dem, was passiert ist.

Ich konnte gut in die Geschichte einsteigen, mit den vielen Namen hatte ich anfangs meine Probleme. Was sich dann im weiteren Verlauf gegeben hat. Eigentlich war von Anfang an klar, worum es geht: Rache. Doch ganz so einfach macht es sich der Autor nicht, ein Kniff liess mich rätseln, wer hinter den Morden steckt. Die Ermittler tappen lange Zeit im Dunkeln, bis sich ein erster Ansatz ergibt. Die Story ist fesselnd und spannend, ein richtiger Pageturner. Allerdings nichts für Leser mit schwachen Nerven.

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hatte mehr erwartet

Nachtjagd von Jan-Erik Fjell

In Norwegen wird eine junge Frau tot aufgefunden, sie hat unzählige Verletzungen. Alles deutet darauf hin, dass sie ein Opfer des flüchtigen Serienkillers Stig Hellum wurde. Kriminalkommissar Anton Brekke von der Polizei Oslo und sein Kollege Magnus Torp ermitteln in dem Fall.

Ich habe die vorigen Teile der Reihe nicht gelesen, eigentlich sollte das bei abgeschlossenen Fällen einer Reihe kein Problem sein.

Trotzdem hatte ich diesmal Anlaufschwierigkeiten, was vielleicht auch daran lag, dass die Geschichte mit drei Handlungssträngen beginnt, die in unterschiedlichen Ebenen spielen. Man lernt die Protagonisten kennen, für meinen Geschmack bleiben die wichtigen Ermittler leider viel zu blass. Hätte Anton nicht ein gesundheitliches Problem anhand dessen er im Gedächtnis bleibt, hätte ich Anton und Magnus kaum unterscheiden können. Mir fehlte der private Background, so dass beide Ermittler nicht wirklich greifbar waren.

Der Plot an sich ist nicht schlecht, allerdings fehlte mir die für einen Thriller typische Hochspannung. Es hat auch gut 100 Seiten gebraucht, bis mich die Handlung so leidlich fesseln konnte. Alles in allem habe ich hier deutlich mehr erwartet und bin etwas enttäuscht. Drei Sterne für einen an sich vielversprechenden Thriller, der meine Erwartungen nicht erfüllen konnte.

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spannender Küstenkrimi mit mystischem Touch

Dünenrache von Hendrik Berg

Theo Krumme ermittelt in seinem neunten Fall "Dünenrache" auf Sylt, der Insel der Schönen und Reichen. Er unterstützt die Kollegen bei den Ermittlungen in einem Mordfall, bei dem die Leiche noch fehlt.

Zum potentiellen Täter, Adrian Maurer, hat Krumme eine besondere Verbindung: Vor vielen Jahren war Maurer schon einmal des Mordes an einer Frau angeklagt, Krumme war als Frischling in Berlin Teil des Ermittlerteams und kennt ihn nur zu gut.

Maurer behauptet unschuldig zu sein, doch das viele Blut in seiner Küche lässt kaum Zweifel aufkommen. Was ist wirklich passiert?

Ich habe mich gefreut, Krumme und die alten Bekannten wiederzutreffen. Pat, Harke und der Familienhund Sunny, alle sind mit von der Partie wenn es darum geht, den Fall aufzuklären. Auch Marianne hilft tatkräftig mit.


Die Landschaft auf Sylt ist wunderbar beschrieben, ich hatte die Szenerie bildlich vor Augen. Die Atmosphäre ist wie bei jedem Krumme-Krimi ganz besonders eingefangen und der mystische Touch macht die Reihe für mich so besonders.


Ich habe mit Krumme mitgerätselt und ihm bei den Ermittlungen über die Schulter geschaut. Es blieb bis zum Ende spannend, die Auflösung war nicht vorhersehbar.


Fazit: Gelungener atmosphärischer Küstenkrimi, ich freue mich schon auf Krummes nächsten Fall.

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spannender Reihenauftakt

Die Schuld, die uns verfolgt von Alexander Oetker; Thi Linh Nguyen

Schauplatz Berlin/Brandenburg. In Berlin wird die kleine Emily aus der Kita entführt, Kriminalhauptkommissar Adam Schmidt übernimmt die Ermittlungen. Bei einer Entführung zählt jede Sekunde, wird es gelingen Emily rechtzeitig zu finden?

Seine Frau Linh-Thi Schmidt wird zu einem Banküberfall in Rheinsberg gerufen, es stellt sich heraus dass sich Geiseln in der kleinen Bankfiliale befinden.

Die Verstärkung lässt auf sich warten, so dass Linh-Thi und ihr Kollege auf sich gestellt sind. Die Situation droht zu eskalieren...

Ein Krimi, der es in sich hat mit einem erfrischend anderen Ermittlerpaar. Ich habe viele Jahre in Berlin gelebt und habe jede Seite genossen. Viele Schauplätze kenne ich, hatte Kopfkino vom Feinsten und die passende Szenerie vor Augen.

Der Schreibstil ist locker mit eingestreutem Slang, so dass jede Menge Berlin-Feeling aufkommt.

Die Figurenzeichnung ist gelungen, Linh-Thi wirkt sympathisch, mit ihr konnte ich gut mitfiebern. Sie ist eine starke Frau, deren Kindheit als Kind von vietnamesischen Einwanderern nicht einfach war. Adam wirkt irgendwie unnahbar, er bleibt im Vergleich mit Linh blasser. Bei ihm wird deutlich, dass er mit der Vergangenheit noch nicht abgeschlossen hat, seine Entwicklung ist teilweise beunruhigend. Die Ermittlungen führen auch ins Clan-Milieu, hier zeigt Adam eine andere (dunkle?) Seite.

In Rückblicken erfahren wir mehr zum Background der beiden Protagonisten, wie sie sich kennengelernt haben und welches Geheimnis sie teilen.

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen, er ist fesselnd und bietet eine große Portion Spannung.
Der Plot ist gut durchdacht und bringt einige Wendungen, die mich überrascht haben. Gegen Ende zeigt auch Linh eine andere Facette ihres Charakters. Man darf gespannt sein wie es im nächsten Teil weiter geht.

Fazit: Fesselnder Krimi mit überraschenden Wendungen. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Agenten-Thriller

Seventeen von John Brownlow

Als ich den Klappentext gelesen hatte war klar, dass das Buch in mein Beuteschema passt. Und ich wurde nicht enttäuscht, "Seventeen" ist ein Agententhriller im Movie-Format der mich auf ganzer Linie überzeugt hat.

Seventeen, DER Auftragskiller schlechthin, auf der Spitze seiner Karriere, bekommt einen Auftrag, der ihn an seine Grenzen bringt.

Er soll seinen verschwunden Vorgänger, 16, aufspüren und ausschalten. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn 16 hat sich vor Jahren abgesetzt, ist untergetaucht, keiner weiß, wo er steckt. Ein Auftrag wie gemacht für Seventeen, der allerdings auch in einem Fiasko enden könnte, denn insgeheim ist Seventeen klar, dass er 16 nicht das Wasser reichen kann.

An diesem Thriller hat mich alles überzeugt: Der prägnante Schreibstil in kurzen Sätzen, die Figuren, die Story und das Tempo. Aus der Sicht von Seventeen rollt sich die Geschichte auf, aus seinen Erinnerungen erfährt man wie er zu seinem Job kam, wie seine Kindheit verlief. Trotzdem er ein Killer ist, wirkt er sympathisch, eigentlich unglaublich.

Die Story bietet einiges an Actionszenen, sie ist temporeich und lässt keine Langeweile aufkommen. Bei mir lief der Plot wie ein Film ab, ich hatte das Gefühl hautnah dabei zu sein. Deshalb gibt es von mir eine klare Leseempfehlung. 5 verdiente Sterne.

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Cozy-Crime

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss von Amy Achterop

Schauplatz Amsterdam: Auf seinem Hausboot gründet Arie die Hausboot-Detektei mit handverlesenen Menschen, deren Situation momentan aus dem Ruder gelaufen ist. Arie, Maddie, Jan, Jack und Elin bilden das Ermittlerteam, das noch auf seinen ersten Fall wartet. Unterstützt werden sie von "Hund", einem Neufundländer der auf dem Hausboot ein neues Zuhause gefunden hat und dem aus dem Nest gefallenen Eichhörnchen "Fru Gunilla".

Der erste Fall lässt nicht lange auf sich warten, sie sollen bei einem kulinarischen Wettstreit das Rezept des Konkurrenten ausspionieren. Dabei stellen sich die Detektive kreativ an und lösen ihren Fall. Und so lässt der nächste auch nicht lange auf sich warten, denn es wird eine Leiche gefunden, die Verbindung zu ihren Ermittlungen hat.

Die Hausboot-Detektei ist ein unterhaltsamer Cozy-Crime mit schrulligen, liebenswerten Charakteren. Von den Protagonisten ist jeder einzelne liebevoll gezeichnet und auf seine Art einzigartig. Typen, die unverwechselbar sind und mit ihrer Vorgeschichte oder ihren Problemen authentisch wirken. Besonders gut gefallen haben mir die beiden tierischen Mitbewohner, die die Handlung wunderbar auflockern.

Das Leben in Amsterdam, speziell auf dem Hausboot kommt gut rüber. Es gibt einige amüsante Szenen, als z.B. bei einem Sturm der Liegestuhl von Deck geweht wird und von einem Hausboot-Nachbarn einige Boote weiter aus dem Wasser gefischt wird.

Der Fall ist fesselnd und unterhaltsam, löst sich dann ganz anders als gedacht und bietet einige Überraschungen.

Fazit: Unterhaltsamer Krimi mit liebenswerten Charakteren. Auf die Fortsetzung bin ich gespannt.

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Desert Rogue

Das Spiel - Desert Rogue von Julia Hense

Schauplatz Berlin: Spieleprogrammierer Tim Richter ist tief geschockt als er vom Tod seines Mitbewohners erfährt. Navid Nazari, ein Journalist, der nicht nur sein Mitbewohner, sondern auch sein bester Freund war, soll sich in der Nähe von Kabul selbst in die Luft gesprengt haben. Tim fällt es schwer zu glauben, dass Navid ein Selbstmordattentäter sein soll.

Als er realisiert, dass Navid ihm kurz vor seinem Tod eine email mit brisanten Informationen geschickt hat, wird er in einen Strudel der Ereignisse gezogen und selbst zur Zielscheibe von Polizei und Geheimdiensten.

Wow, mit diesem spannenden Thriller hat mich die Autorin abgeholt. Die Idee, Menschen mittels Drohnen zu töten, die von harmlosen Spielern gesteuert werden, die keine Ahnung haben, welche Mission sie wirklich ausführen, ist brutal. Unvorstellbar oder doch im Bereich des Möglichen? Das Szenario, das die Autorin beschreibt wirkt jedenfalls wahnsinnig authentisch. Wie ein harmloser Programmierer plötzlich zum potentiellen Mitwisser und Gejagten wird, ist schockierend, aber nicht abwegig.

Wir verfolgen Tims verzweifelte Flucht durch Berlin, Unterstützung erhält er von Bahar Rawath, Ex-Agentin und Freundin von Navid. Als Whistleblowerin. die Navid mit Daten versorgte, wird sie vom amerikanischen Geheimdienst gesucht. Sie will nur eines: Das Drohnen-Programm öffentlich machen und beenden sowie Navids Ruf reinwaschen.

Tim ist als Haupcharakter sehr gut gezeichnet, aber auch die anderen Beteiligten sind sehr gut beschreiben und wirken authentisch.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass eine ganz eigene Dynamik entsteht. Das Tempo ist von Anfang an hoch, der Plot fesselnd und absolut spannend, die Seiten fliegen nur so dahin. Am liebsten hätte ich das Buch am Stück gelesen.

Nachdenklich stimmen die Reaktionen von Politik und Geheimdiensten, die die Fakten verdrehen und vertuschen, wo es nur geht. Leider nur allzu realistisch.

Fazit: Fesselnd, spannend und absolut realistisch. Für mich jetzt schon ein Jahreshighlight, ich bin auf die Fortsetzung schon mächtig gespannt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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der zweite Fall für Franka und Alpay

Die Klinik von Hubertus Borck

Im zweiten Teil um das Hamburger Ermittlerduo Franka Erdmann und Alpay Eloğlu geht es um ein brisantes Thema, das mich mitgenommen hat.

Malte Ostersetzer, ein junger Familienvater kommt nach einem schweren Fahrradunfall ins Krankenhaus, Intensivstation. Als er nach zwei Wochen aus dem künstlichen Koma geholt wird, scheint er auf dem Weg der Besserung.

Doch dann stirbt er plötzlich. In der Klinik ist das Alltag, doch seine Frau ist sich sicher, er wurde ermordet.

In einem anderen Strang lernen wir die Krankenschwester Marion "Mecki" Kramer kennen, die Krankenschwester mit Leib und Seele ist. Doch manchmal erlöst sie ihre todgeweihten Patienten, um ihnen das Leid eines langen Siechtums zu ersparen. Ist sie auch für den Tod von Malte verantwortlich?

Sterbehilfe, heimlich im Krankenhaus, ein heftiges Thema. Franka und Alpay ermitteln, auch wenn sie die Anschuldigung von Maltes Witwe zuerst nicht ernst nehmen. Doch die Klinikleitung verhält sich merkwürdig, gibt es etwas zu verbergen?

Der Thriller hat mich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen, die Spannung ist greifbar und permanent vorhanden. Irgendwann ist klar, dass es ein Wettlauf mit der Zeit ist. Doch ganz so eindeutig liegt der Fall nicht.
Immer wieder wird die Story aus Sicht von Mecki geschildert, man erfährt ihre Geschichte. Ihre Entwicklung und ihre Taten sind erschreckend.

Franka und Alpay sind ein klasse Team, tolle Charaktere die im zweiten Teil an Tiefe gewinnen. Ich habe diesmal vor allem mit Alpay mitgefiebert, die Spannung war zum Schluss kaum mehr auszuhalten.

Fazit: Geniale Fortsetzung, für mich ein Highlight des Jahres 2023.

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die Adlondamen

Die marmornen Träume von Jean-Christophe Grangé

Berlin im Jahre 1939: Im Hotel Adlon treffen sich regelmäßig die Ehefrauen der Nazi-Elite. Reich, jung, schön, die Haute­vo­lee dieser Zeit. Doch dann werden die Damen nach und nach ermordet, auf bestialische Weise verstümmelt.


Die Ermittlungen leitet SS-Offizier Franz Beewen, im Zuge der Nachforschungen trifft er auf Simon Kraus, einen Psychoanalytiker mit Nebengeschäft.

Bei Kraus waren alle Mordopfer Patientinnen, sie redeten mit ihm über ihre Geheimnisse und Träume. Alle Frauen träumten vom Marmormann, ist er der Täter?


Simon Kraus stellt eigene Nachforschungen an, kommt dabei selbst in den Fokus der Ermittlungen. Doch Beewen sieht Kraus nicht als Täter, die beiden stimmen ihre Ermittlungen ab. Ergänzt wird das Duo durch die Psychiaterin Minna von Hassel, die beruflich alles verloren hat und mit ihrer Alkoholsucht kämpft. Das ungleiche Trio ermittelt auf eigene Faust, muss aber viele Fehlschläge einstecken. Nicht zuletzt noch die Bedrohung durch das Regime.


Jean-Christophe-Grangé schreibt anspruchsvoll, lässt die Nazizeit auferstehen und vermittelt den Zeitgeist perfekt.


Schonungslos, brutal, düster, die Atmosphäre nimmt den Leser gefangen. Viele Szenen sind beklemmend und brutal, so dass ich immer wieder Pausen einlegen musste. Doch nicht lange, denn die Handlung ist fesselnd, mit spannenden Wendungen und einem Zwist, den ich nicht erwartet habe.


Die drei Protagonisten sind gekonnt gezeichnet, interessante, wenn auch nicht sympathische Charaktere.


Fazit: Thriller mit historischem Hintergrund, der zum nachdenken anregt. Perfekt für eine Verfilmung.

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