Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Mittelmaß
Du bist mein Licht von Sarah Kleck
June ist verlobt, freut sich auf die Hochzeit mizt ihrem langjährigen Freund Casper. Aber es gibt auch Momente, in denen sie Panikattacken bekommt und die Vergangenhiet sie quält. Das liebt vor allem an einem Verlust. Ihre Schwester mit 19 Jahren gestorben, wahrscheinlich Suizid.
Die Handlung springt ständig vor und zurück.
Das ist natürlich eine geeignete Erzählmethode für einen anspruchsvollen Roman, aber man sollte auch die dazu passende Sprache haben. Mit diesem permanenten Betroffenheitston wird es anstrengend.
Nach einem Unfall liegt June im Koma, erlebt aber im geistigen Zustand mit, was ihre Familie und Casper bewegt.
Solche Außerkörper-Erfahrungen waren schon oft Gegenstand von Romanen und Filmen, und meist wurde es besser umgesetzt als hier.
schwach
Du bist mein Licht von Sarah Kleck
In Das Verbotene Zimmer nutzt die englische Autorin Sam Hayes drei zeitlich versetzte Handlungsebenen, die offenbar etwas miteinander zu tun haben, ohne das zuerst klar wird, was. Erzählt wird mal in erster Person, mal in dritter.
Diese verwirrend eingesetzten, stark konstruierten Schreibtechniken irritieren.
Ich halte das für eine schriftstellerische Schwäche. Auch bei der Charakterisierung der Figuren kann man nicht ganz zufrieden sein.
Nina, Ava, Frankie hätten das Potential als interessante Figuren gehabt, aber es dauert ziemlich lange, bis man mit ihr warm wird.
Der Plot ist letztlich konventionelle Thrillerkost. Hinzu kommt, dass der Roman anfangs wenig Schwung hat und sich streckenweise zieht, man könnte auch sagen, es dümpelt vor sich hin. Hart für ungeduldige Leser. Später nimmt die Handlung glücklicherweise an Tempo zu. Am Ende gibt es sogar Dramatik. Das ändert nichts daran, dass der durchschnittliche Roman einfach zu lang ist.
Wohlfühlbuch
Der Winter der Wunder von Debbie Macomber
Katherine, durchgängig von ihren Freunden K.O. genannt, ist eine temperamentvolle Frau, die nicht zögert, deutlich ihre Meinung zu sagen. Besonders zu dem Kinderpsychologen Wynn Jeffries, Er betont in seinem Buch die Freiheit des Kindes und lehnt es ab, den Kindern vorzumachen, es gäbe den Weihnachtsmann.
Für Katherine ist das nicht akzeptabel. Die beiden prallen in einem heftigen Wortgefecht aufeinander, aber dann entsteht auch eine Anziehungskraft zwischen ihnen.
Der Konflikt pro- oder Anti-Weihnachten bleibt aber zunächst.
Dann gibt es noch den Aspekt, dass Katherine für ihre Freunde oder auch gegen Bezahlung Weihnachtsbriefe schreibt, wobei sie die Realität ganz schön zusammenbiegt und beschönigt. Leider wird dieses Thema später im Roman zugunsten der Beziehungsgeschichte vernachlässigt, dabei hätte es da noch einiges an Potential für die Geschichte gegeben.
Debbie Macomber schreibt schon lange romantische Romane, die nebenbei einen kleinen Einblick in den gesellschaftlichen Zustand der USA zeigen. Einigermaßen konservativ, aber gemäßigt. Manchmal erinnern mich Passagen an die Serie Gilmore Girls, insbesondere beim Einsatz skuriller Nebenfiguren, z.B. Katherines Nachbarin LaVonne, die glaubt das zweite Gesicht zu haben und im Katzenstreu gesehen hat, dass Katherine und Wynn ein Paar werden.
Einige Szenen wirken aber auch überzogen und reichen ins Comichafte.
Debbie Macomber wurde auch bereits verfilmt, z.B. mit ihrer Cedar Cove-Serie.
Der Winter der Wunder, im Original Christmas Letters, ist aber der Blossom Street-Serie zuzuordnen.
Der Winter der Wunder ist sicher ein geeigneter Roman, sich auf Weihnachten einzustimmen. Er hat einen originelle Grundidee. Er ist einfach geschrieben, besitzt aber Humor, liebenswerte Charaktere und einen geschmeidigen Stil.
Klare Worte
Haymatland von Hayali Dunja
Dunja Hayali, bekannt durch Moma und ihre eigene Talkshow, zuletzt auch Moderation im Sportstudio, schreibt über ein wichtiges Thema in großer Klarheit. Dem Heimatbegriff, die Integration und die Frage, die den Untertitek des Buches ergab: Wie wollen wir zusammenleben?
Hayali bringt es messerscharf auf den Punkt.
Sie erläutert auch das Dilemma, in dem die Journalisten stehen.
Doch zunächst erfährt man ein wenig von ihren Wurzeln, wie ihre Eltern, die aus dem Irak stammen, über Wien nach Deutschland kommen.Auch ihren Werdegang schildert sie.
Man erfährt von den krassen Hassbrefen und Beleidgungen sogar Bedrohungen gegen sie. Hayali wird sehr deutlich, ihre Antwort ist die Bereitschaft zum Dialog.
misslungen
Haymatland von Hayali Dunja
Es handelt sich um einen Roman um eine schwierige Liebesbeziehung, die ihren Anfang in der Schule zwischen zwei Jugendlichen nahm und abrupt endete und erst 15 Jahre später fortgesetzt wurde. Warum Stella den egoistischen Max liebt bleibt im Dunkeln, er behandelt sie jedenfalls nicht gerade gut. An eine wertvolle, dauerhafte Beziehung kann man nicht glauben.
Die Handlung ist leider sehr wirr strukturiert, mit Rückblicken, die die Geschichte nicht weiter bringen. Manche wichtige Passagen werden beiläufig geschildert und nicht groß weiter ausgebaut.
Zwischendurch gibt es tagebuchähnliche Eintragungen auf Zetteln, die die Protagonistin in einer Box sammelt. Diese Eintragungen sind von einer Naivität geprägt, die störend auf den Leser wirkt. Auch sind die Figuren und ihre Emotionen manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Stella ist für mich keine glaubwürdige Ärztin, sie hat immer noch etwas unreifes an sich.
Das Thema alte Schuld und wie damit umgehen, hätte interessant sein können, wird jedoch überraschenderweise kaum logisch umgesetzt.
All die schönen Tage von Julia Kaufhold ist leider ein völlig verunglücktes Buch!
Debüt
Nach mir die Flut von Sarah Perry
Nach mir die Flut von Sarah Perry hat ein ansprechendes Cover und einen einladenden Klappentext. Das Buch ist in der Tradition englischer Schauergeschichten geschrieben, genauso geheimnisvoll, aber im modernen Gewand. Dabei hat man manchmal das Gefühl, dass die Figuren aus der Zeit gefallen sind. Auch das obligatorische Herrenhaus wird natürlich genutzt.
Solche Motive gab es schon öfter und eigentlich müsste man sich etwas besonders originelles einfallen lassen, um mit dieser Masche noch zu punkten. Bei Sarah Perry ist es vielleicht der geschmeidige Schreibstil und die Dialoge, weniger aber die Charakterisierung der Figuren. Manche, einschließlich der Hauptfigur John Cole, erscheinen profillos.
Es ist die Frage, ob der Debütroman in Deutschland vermarktbar gewesen wäre, wenn Sarah Perry nicht den großen Erfolg mit Die Schlange von Essex gehabt hätte. Mit kommt das Buch überwiegend belanglos vor.
Tag des Verstehens
Das reife Mädchen von Anna Giurickovic Dato
Das reife Mädchen ist eine traurige Geschichte, die die Folgen von Missbrauch von Kindern zeigt.
Während im Mittelpunkt ein Abendessen einer Frau mit ihrem neuen Freund Antonio steht, der dabei ihre13jährigen Tochter Maria kennenlernt, erfährt man zwischendurch viel von den vergangenen Ereignissen.
Das gipfelt darin, dass sich ein Vater an seiner 6jährigen Tochter vergangen hat. Maria gilt aufgrund ihres Verhaltens daher als verhaltensgestört, ihre Mutter will nichts davon wahrhaben. Erst Jahre später beobachtet sie Marias Wirkung auf Antonio und versteht.
Die italienische Autorin Anna Giurickovic Dato zeigt diesen Prozess eindringlich und und mit scharfsinnigen stilistischen Mitteln.
Raus aus Trumpworld
Entgleisung von Omarosa Manigault Newman; Karsten Petersen; Thomas Pfeiffer
Omarosa Manigault war ehemals im Showgeschäft und erlanget mit der Reality Show The Apprentice von Donald Trump Bekanntheit. Später wurde sie Kommunikationsdirektorin unter Trump im Weißen Haus.
Später wurde sie gefeuert. Als Rache schrieb sie dieses Buch, in dem sie ihre Karriere unter Trump beschreibt und Trumps Frauenhass und Rassismus „enthüllt“.
Als ob das nicht bekannt wäre.
Omarosa ist eine äußerst ambivalente Figur, deren Wirken die fatale Vermischung von Politik und Show verstärkte. Einst stand sie den Demokraten nahe, bewundert sogar Hilary Clinton, doch unter Trump konnte sie mehr für sich erreichen.
Im Buch nimmt sie durchgehend eine Opferrolle ein. Das hindert sie aber nicht, selbst gehässig gegen andere auszuteilen, wobei ihre Glaubwürdigkeit oft fragwürdig ist. Sie zeigt immer nur ihre subjektiven und emotionalen Eindrücke bei diversen Vorkommnissen. Was Trump halt dauernd so anstellt. Wieso hat sie ihn dann so lange unterstützt. Es will erscheinen, dass ihr Entsetzen nur dann einsetzt, wenn sie selber betroffen ist, ob direkt oder indirekt.
Ein paar interessante Passagen gibt es, z.B. die Wahlkampfnacht, deren Ausgang auch die Trump-Mannschaft überraschte sowie der Einzug ins Weiße Haus, was sie fast überforderte. Chaos und Streit prägte die erste Amtszeit, personelle Entscheidungen wurden spontan und planlos getroffen und schnell wieder geändert. Auch Omarosa beherrscht ihren Job anscheinend nicht.
Das Buch hat mit dem deutschen Titel Die Entgleisung einen passenden Titel. Als Leser fühlt man sich, als wäre man durch den Schlamm gerobbt. Für 3 Sterne reicht es dennoch wegen der etwas besseren zweiten Hälfte des Buches.
Türkei der Gegenwart
Entgleisung von Omarosa Manigault Newman; Karsten Petersen; Thomas Pfeiffer
Die Zähmung der Tiere ist ein neuer Roman von Ada Dorian, die mit ihrem Erstling Die betrunkenen Bäume aufgefallen war und das neue Buch zeigt deutlich eine literarische Weiterentwicklung. Die Zähmung der Tiere thematisiert die Türkei und den momentanen Zustand dort nach dem Putsch. Es ist ein komplexer roman mit vielen Figuren, die kapitelweise wechseln.
Nicht allen Figuren kommt man als Lesre nahe, wenn sei nur kurz auftreten, aber alle tragen mit ihren Eindrücken dazu bei, ein umfassendes Bild der Türkei zu zeigen.Im Mittelpunkt unter anderen ein Mann, dessen Schwester am Tag des Putsches verschwunden ist, vermutlich verhaftet. Dann gibt es noch eine Modedesignerin, die in der Türkei fertigen lässt und eine Frau, die jedes Jahr in die Türkei in Urlaub fuhr und jetzt enttäuscht andere Ziele sucht, udn tatsächlich neue Perspektiven findet.
Ada Dorian geht sorgfältig vor, um ein realistisches Bild der Türkei zu zeigen, unvoreingenommen, aber in aller Deutlichkeit.
Es ist ein ernstes Buch, dass die Sehnsucht der Menschen zeigt, aber wenig Hoffnung gibt.
Geboren als Trump
Entgleisung von Omarosa Manigault Newman; Karsten Petersen; Thomas Pfeiffer
Donald Trump polarisiert, aber das ist auch der Grund, warum ich kein weiteres Anti-Trump-Buch brauche, das sich nur hähmisch ausdrückt. Wem nützt das schon? Also bin ich sehr froh über dieses relativ sachliche, aber keineswegs trocken erzählte Buch über wichtige Abschnitte über Trump und seine Familie.
Es beginnt zielgerichtet nach Trumps Wahlerfolg, um dann kurze Zeit später auf die Wahlkampfzeit zu blicken und schließlich komplett die Familiengeschichte Trump zu zeigen, mit all den Scheidungsskandalen.
Man erfährt auch, wie die Kinder aufwachsen. Ivanka nimmt viel Raum ein. Auch ihre Geschwister werden zum Ende hin noch ausführlich vorgestellt.
Erstaunlich ist, dass Trump eigentlich nicht nur im Leben seiner Kinder häufig abwesend ist sondern auch hier im Buch.
Prägend für das Buch ist, dass die junge Autorin Emily Jane Fox keine Politexpertin ist sondern für Vanity Fair schreibt und dass sich ihr Wissen über Trumps Family auf viele Interviews stützt.
Mir kommt beim Lesen diese Kombination entgegen. Wer ein politisches Sachbuch sucht, dem fehlt hier sicherlich einiges. Für mich war das Buch 3,5 Sterne wert.







