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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Vielfältig

Zweite Chance auf Eden von Peter F. Hamilton

Der britische Science Fiction-Autor Peter F. Hamilton hat zur Hochzeit des Genres in den neunziger Jahren ein umfangreiches Werk geschaffen, dass die Space Opera belebte.
Dieses Band des Armageddon-Zyklus beinhaltet mehrere Kurzgeschichten und wurde als Collection im Original 1999 veröffentlicht. Die einzelnen Stories erschienen noch früher in New Worlds, Interzone, New Moon, etc.

Gleich die erste Kurzgeschichte hat viel Action und zeigt Begegnungen zwischen Menschen und Aliens. Die Kaltschnäuzigkeit der Icherzählerin ist beachtlich, sie ist ein Kämpferin durch und durch. Dass die Seelen Toter eine bedeutende Rolle spielen, gibt dem Text sogar einen phantastischen Einschlag.
In der Summe finde ich das aber zu viel und übertrieben.

Die zweite lange Geschichte (Die zweite Chance, Second Chance at Eden) zeigt, dass Hamilton es auch ruhiger und tiefgründiger kann. Diese Story leitet dem Buch den Titel her.
Noch einmal ein anderes Gesicht zeigt der Autor mit der von mir am meisten geschätzten Kurzgeschichte “Zeiten ändern sich”, die auf einer Farm im Grenzland angesiedelt ist. Hamiltons Vielseitigkeit ist eine Stärke.

Candyknospen ist eine Story, die, unüblich für Peter F. Hamilton, mit wenig Dialog auskommt.

In “Die Leben und Lieben der Tiarella Rosa” steht ein Zeitspringer im Mittelpunkt. Auch diese Geschichte ist gut lesbar und gehört zu den Besten im Buch.

Das Band schließt mit “Fluchtwege”.

Mich überzeugt die literarische Qualität von Peter F. Hamilton nicht durchgehend, aber die Zusammensetzung der Collection halte ich für gelungen.

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Fallstudie

Die Liebe kennt keine Zeit von Brian L. Weiss

Durch Cover und Titel könnte man denken, das Buch wäre ein Roman, aber es ist ein esoterisches Sachbuch. Die Geschichte von Elizabeth und Pedro wird nur als Fallstudie anhand von Therapiesitzungen geschildert.

Wenn man fest an Reinkarnation, Seelenwanderung und die heilende Therapie von Rückführungen glaubt, ist dieses Buch sicher eins, dass die Erwartungen erfüllt.

Vielleicht ist bei Esoterikbüchern der Glaube auch eher ein Wünschen. Kritische Punkte von uns Skeptikern gibt es, z.B. die Frage der Wahrscheinlichkeit.
Brian L. Weiss ist als Anbieter dieser Rückführungstherapien erfolgreich, mit dem Erfolg seiner Bücher kann er auch zufrieden sein. Den literarischen Gehalt des Buches “Die Liebe kennt keine Zeit” würde ich nicht als hoch einschätzen. Es ist kein Roman, auch keine erzählende Biographie. Im Mittelpunkt stehen die Therapiesitzungen, bei denen Pedro und Elizabeth sich unter Hypnose ihrer diversen Widergeburten besinnen. Da wechseln auch die Geschlechter und oft sind sie besondere Menschen. Wunsch oder Fakt? Dass diese beiden Patienten dann auch noch eine gemeinsame Liebesgeschichte in ihren vergangenen Leben hatten, kommt mir als ein großer Zufall vor. Zu groß als das es wahrscheinlich ist.

Elisabeth und Pedro begegnen sich erst sehr spät im Buch und dann geht ihre Geschichte letztlich in den Passagen unter, in der der Autor sich selbst und seine Erfolge preist.

Aufgemotzt wird das buch durch zahlreiche, zum Teil umfangreiche Zitate, von Ghandi, Leonardo da Vinci, Voltaire etc., jeweils eins vor jedem Kapitel. Das halte ich für übertrieben.

Das Buch wurde 1997 zuerst veröffentlicht. Eigentlich erstaunlich, dass es jetzt wiederveröffentlicht wurde. Die Thesen von Brian L. Weiss sind seitdem nicht anerkannter und die Reinkarnationstherapie halten viele für riskant und gefährlich für die Patienten. Sicher zu Recht!
Ich hoffe, dass nicht zu viele Leser etwas anderes erwarten.

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geschmeidiger Stil

Als die Tage nach Zimt schmeckten von Donia Bijan

Als die Tage nach Zimt schmeckten ist ein Buch der amerikanischen Autorin Donia Bijan, die im Iran geboren wurde. Nach 32 Jahren Exil kehrte sie für einen kurzen Besuch nach Iran zurück. Das inspirierte sie zu diesem Roman, bei dem von Anfang an ein geschmeidiger Stil zu genießen und ein warmherziger Ton zu spüren ist.

Der 75jährige Iraner Zod leitet sein Cafe in Teheran, seine Kinder leben in den USA. Als seine Tochter Noor sich von ihrem untreuen Ehemann trennt, kommt sie auf Besuch mit ihrer Teenagertochter Lily zurück in den Iran.

Dann werden in Teil 2 mehr Hintergründe erzählt und es gibt einen Rückblick in Zods Jugend, sein Beginn als Student 1964 in Paris, aber er kehrt schnell zurück und ist glücklich verheiratet, bis politische Wechsel und Gewalt das Leben verdüstern.
Dieser Abschnitt zeigt Leid und Unglück, aber auch Liebe.

Teil 3 ist auch Rückblick und zeigt Noors Zeit, als sie von ihrem Vater aus Sicherheitsgründen in die USA geschickt wurde und wie sie da nach langer Eingewöhnungszeit schließlich Krankenschwester wurde und heiratete.

Dann sind wir wieder in der Gegenwart im Iran und es geht weiter mit vielen Emotionen, auch dramatischen Passagen und der Entwicklung der Figuren zu neuer Stärke.

“The last Days of Cafe Leila” wurde geschmeidig ins Deutsch übersetzt, wie man es von Übersetzerin Susanne Goga-Klingenberg gewohnt ist. So überzeugt der emotionale Roman, dessen Leitmotiv raffiniertes Kochen und leckeres Essen ist.

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In einer Wiener Sommernacht

Sommernachtsreigen von Anna Herzig

Anna Herzig baut ihren kleinen Reigen in erster Linie auf Gespräche zwischen Bertl und Pawel in einer Sommernacht auf. Das Buch ist sehr dialogbetont!

Die Figuren sind sehr präsent. Der eher gemütliche Bertl, der eigentlich Albert heißt,, ist ein Gegensatz zu den nüchternen Fotografen Pawel.

Trotzdem verstehen sich die beiden von Anfang an gut!
Bertl ist mit Johanna verheiratet, doch nachdem die Leidenschaft nach Jahren eingeschlafen ist, steht ihre Beziehung vor dem Aus. Doch manchmal kann eine einzige Nacht entscheidend sein.

Schauplatz ist Wien, daher sind auch die Gespräche durchdrungen von der Wiener Lebensart und dem wienerischen Dialekt. Dadurch entsteht ein dichter, atmosphärischer Sound, bei dem man sich wünscht, man würde den Roman hören.

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Sparrow Ahoi!

Klar Schiff zum Gefecht von Alexander Kent

Ein Richard-Bolitho-Roman: „Richard Bolitho - Kapitän des Königs“, so der Untertitel
Die Romane um die frühen Jahre Richard Bolithos sind so interessant, weil sie im Prinzip einem Entwicklungsroman in mehreren Teilen gleichen. In diesem Buch erhält er erstmals ein Schiff, auf dem er Kapitän sein wird.

Das heißt, sich neu zu orientieren, sich kontinuierlich korrekt zu verhalten. Bolitho muss sich immer unter Kontrolle haben.
Die Mannschaft muss er erst kennen- und einschätzen lernen. Da ist z.B. Jethro Tyrell sein Erster Offizier. Zwischen Bolitho und Tyrell wird es nach Anfangsschwierigkeiten ein großes Vertrauensverhältnis geben.

Die Originalausgabe erschienen 1972 unter dem Titel „Sloop of War“, aber das vorliegende Buch ist anscheinend nur die erste Hälfte des Originals. Irritierend!

Davon abgesehen, spürt man bei jedem Teil kontinuierlich eine Steigerung, mit mehr Verfeinerung und größerer Handlungsdichte.

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Filomenas Geschichte

Die Farben meines Herzens von Noa C. Walker

“Die Farben meines Herzens” erzählt die Geschichte von Filomena, die alleine und zurückgezogen an den Südtiroler Bergen lebt. Die Umgebung und ihre Einwohner prägen den Roman. Neu in diese Gegend kommt der Förster Mika.

Filomena leidet an Angstattacken, Platzangst und hat eine Sozialphobie.

Den Grund dafür erfährt man erst Mitte des Buches, als sie Mika erzählt, was vor 10 Jahren vorgefallen ist.

Das Thema des Romans ist Leben mit Beeinträchtigungen und Überwinden von Phobien und depressiven Phasen, gepaart mit einer leisen Liebesgeschichte.

Stilistisch hatte eigentlich mehr erwartet, da Noa C.Walker aka Elisabeth Büchle eine so berühmte Autorin ist. Bei den Figuren gibt es einige Klischees, die es nicht unbedingt gebraucht hätte.

Insgesamt würde ich das Buch als mittelmäßig bewerten. Positiv ist aber zu bewerten, das nicht versucht wird, zu behaupten, solche Zustände, an denen die Hauptfigur leidet, wären einfach und schnell oder etwa nur durch Liebe zu lösen.

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Hardboiled

RUN - Sein letzter Deal von Douglas E. Winter

Wer wie ich in den 90ziger Jahren viele US-amerikanische Crime/Horror-Anthologien gelesen hat, dem wird Douglas E. Winter ein Begriff sein.
Das sein einziger Roman aus dem Jahr 2000 jetzt in Deutsch erscheint ist sehr erfreulich und zeigt den guten Riecher des findigen Luziferverlags, denn Run ist wirklich eine Perle des Genres!

Burdon Lane ist Waffenhändler.

Bei einem Deal jedoch eskaliert alles, er wurde reingelegt und er muss sehen, wie er überlebt. Dazu schließt er sich sogar mit Jinx zusammen, einem schwarzen Gangster, der eigentlich zur Konkurrenz gehört, sich aber in derselben Situation befindet. Bald wird es noch mehr Überraschungen geben, der Roman wird nie langweilig.

Die Stimme des Icherzählers prägt den Roman stark. Sein Erzählstil ist beeinflusst von einem Philipp Marlowe. Markig, spöttisch, illusionslos, manchmal selbstgerecht und zynisch.
Was für eine Litanei! Was für ein Antiheld!
Für den Leser ist das natürlich ein Genuß!

Der Roman hat einen druckvollen Drive, nimmt immer mehr Tempo auf. Im Verlaufe der Handlung wird mehr geballert als in 10 anderen Krimis zusammen. Es steuert auf ein grandioses Finale zu!

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November 1938 in einem deutschen Dorf

Ein ganz normales Pogrom von Sven Felix Kellerhoff

Ein Sachbuch mit wichtigen Thema.
Das ein Dorf in Deutschland in jener schlimmen Zeit genauer betrachtet wird, funktioniert, weil es stellvertretend für nahezu alle in Deutschland steht und somit exemplarisch ist.
Es ist deutlich ein Sachbuch, nicht erzählend. Dabei ist schade, dass man die Täter und die 1938 wenigen im Dorf verbliebenden Juden über die Fakten hinaus nicht besser als Menschen kennen lernt.

Das wäre mir wichtiger gewesen als die Klärung von Begriffen und ihre Anwendbarkeit oder irgendwelche Zahlen.
Davon abgesehen ist das Buch gut gemacht, wird mit zunehmender Lesedauer immer packender, obwohl die Schilderungen der Greueltaten stellenweise nur schwer erträglich sind.

Im Mittelpunkt steht der Demütigungsmarsch, zu den die Juden 1938 in Guntersblum getrieben werden. Dabei werden sie geschlagen und verhöhnt. Erschreckend, dass dabei so viele Kinder anwesend waren, die für dieses Spektakel sogar Schulfrei hatten und sich offensichtlich prächtig dabei amüsierten. Das zeigt besonders deutlich, die Verrohung der Gesellschaft. Krasse Minderheit war ein Ehepaar, dass sich später wegen ihren aggressiven Söhnen entschuldigte.

Auch Plünderungen und Verwüstungen waren eine Selbstverständlichkeit. Der Autor schildert das detailliert.
Und im ganzen Lande wurden die Synagogen abgebrannt.

Deutlich wird auch die staatliche Steuerung der Pogrome, die das ganze förderten und den Tätern praktisch frei Hand gaben. Den traumatisierten Opfern drohte noch Flucht oder die Deportation.

Wenn man das alles so liest, fragt man sich auch, ob vergleichbares heute möglich wäre und man kommt zu dem Schluß, dass es nicht unmöglich ist, da das Klima deutlich antisemitische und fremdenfeindliche Züge trägt und Hetzer gibt es genug!

Das Buch schließt noch mit einem Ausblick auf die Zeit nach 1945.
Fazit: Ein wirklich lesenswertes Buch!

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Setzt Fock und Großsegel!

Kanonenfutter von Alexander Kent

Kanonenfutter ist ein weiterer und vielleicht der bisher beste aus der Reihe um den jungen Richard Bolitho, der im 18.Jahrhundert für die englische Admiralität zur See fährt. Er ist 17 und inzwischen Leutnant.
Auf der “Destiny” wird er dritter Offizier. Durch seine Verschlossenheit hat er es zunächst nicht leicht, doch der Kapitän ist ihm zugeneigt.

Durch Richards Geradlinigkeit gewinnt er bald auch die bedingungslose Treue der Seemänner. Ein paar von ihnen stechen da besonders vor. Der bullenstarke Stockdale, ein ehemaliger Preisboxer, dem Bolitho geholfen hatte.. Oder der erfahrene Josh Little und der 14jährige Midshipman Jury. Sie sind loyal ohne unterwürfig zu sein und das macht sie zu wertvollen Gefährten bei den kommenden Gefahren.
Die Handlung umfasst die Reise der Destiny zunächst nach Madeira, später nach Rio de Janeiro. Der Grund für die Reise bleibt zunächst ein Geheimnis.

Kanonenfutter halte ich für einen wenig passenden Titel, der Originaltitel “Stand into Danger” ist besser. Erschienen ist das Buch im Original 1980. Es hat viele Stärken, zu denen überraschenderweise auch mehrere Beschreibungen von Seeschlachten mit direkten Kämpfen mit Säbeln gehören, wie man sie eigentlich nur aus Piratenfilmen kennt.
Auch einen romantischen Einschlag gibt es, als Richard Bolitho von der schönen Aurora fasziniert ist, aber sie ist verheiratet.

Der Roman überzeugt durch seine konzentrierte Art, bei der überflüssiges ausgespart wird und dabei doch nicht an Lesbarkeit einbüsst.
Kanonenfutter ist komplexer angelegt als die direkten Vorgänger und überzeugt deswegen bisher am meisten.

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Ein tolles Team

Tage der Hoffnung von Catherine Ryan Hyde

Der Roman erzählt von 2 Frauen, mit denen es das Schicksal nicht gut meinte. Die Witwe Bea wurde von einem Trickbetrüger um ihr ganzes Geld gebracht. Sie lebt jetzt obdachlos alleine mit ihrer Katze in einem Lieferwagen.
Die 16jährige Allie hat es auch schwer. Ihre Eltern wurde überraschend wegen Steuerhinterziehung verhaftet und sie wird in einem Jugendheim untergebracht.

Da geht es gefährlich zu, ein kriminelles Mädchen bedroht sie und Allie flieht. Fast wäre sie auch noch missbraucht worden, doch sie kann sich in Beas Lieferwagen retten. Eine Freundschaft entsteht, obwohl Bea zuerst noch versucht, das schutzbedürftige Mädchen loszuwerden.
Die Erzählstruktur ist so aufgebaut, das immer abwechselnd aus Sicht von Bea und aus Sicht von Allie erzählt wird.
Dadurch werden die Beiden sowohl von innen als auch von außen betrachtet und der Leser lernt sie dadurch gut kennen. Es ist interessant, ihre gemeinsamen Fahrten durch Teile der USA mitzuerleben. Der Roman liest sich gut und fesselnd. Er ist wirklich ein Pageturner!

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