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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Das richtige tun

Zum Glück fehlt nur die Liebe – Lisa Tucker

Der Roman mit dem etwas interessanten Originaltitel „The Cure for modern life“ stellt einige interessante Frage des gesellschaftspolitischen Lebens.
Insbesondere wie wir miteinander umgehen und wie schwer es für manche Kinder in Not sein kann.
Der 10jährige Danny sorgt aufopfernd für seine 3jährige Schwester Isabelle.

Doch durch die häufig abwesende, drogensüchtige Mutter muss er auf der Straße betteln. Schließlich gelingt es Danny sich mit seiner Schwester bei dem Geschäftsmann Matthew in dessen Wohnung einzunisten, anfangs zu Matthews Unwillen. Doch mit der Zeit verstehen sie sich gut. Dann gibt es auch noch Amelia, die Exfreundin von Matthew, die sich um die Kinder kümmert. Eine Moderne Beziehungsgeschichte.
Schauplatz ist Philadelphia, eine liebenswerte Stadt mit Historie und Familiensinn. Hier ist die Handlung besser aufgehoben als etwa in New York.

Stilistisch ist der Roman solide gemacht, jedenfalls durchgängig gut lesbar. Der Roman hat etwas von einem Pageturner.
Die Motivationen der Figuren sind verständlich, von der praktischen Durchführung her mangelt es an Glaubwürdigkeit, z.B. wieso 2 kleine Kinder so lange bei einem alleinstehenden Mann bleiben können, ohne dass es Nachbarn oder ein Jugendamt interessiert.
Aber solche Fragestellungen sollte man nicht stellen, das würde nur den Fluß der Handlung aufhalten und das ist bei dem hohen Tempo nicht sinnvoll.
Außerdem ist es sehr schön zu lesen, wie die Hauptfiguren langsam zu einer kleinen Familie werden und zueinander stehen.

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Taube und Falke

Eine Liebe in Manhattan von Kate Dakota

Kate Dakota verfügt über einen kraftvolle Stil und eine große Stärke an ihr sind die Dialoge und das Schaffen eindrucksvoller Figuren. Echte Charaktere, das gilt sowohl für sympathsiche Nebenfiguren wie Eb und Ivo als auch für die Hauptprotagonisten Emma und Floyd. Emma, geboren in New York, lebte lange in Deutschland und kehrte jetzt zum ersten mal zurück.

Floyd ist Hubschrauberpiltot in der Firma seine Vaters und manchmal etwas unstet.
Emma und Floyd schleppen Probleme aus der Vergangenheit mit sich rum. Gemeinsam ist ihnen eine schwierige Beziehung zu ihren jeweiligen Vätern.
Sie werden nach einer anfänglichen Auseinandersetzung schnell Freunde und mehr.
Kate Dakota kann auch dramtische Szene, wie z.B. die Notwasserung eines Helikopters.
Die Spannungen und Probleme der Charaktere werden bis zum Ende hin auserzählt, manches ist nicht leicht. Dazu gehört auch ein Nebenplot von Floyds Eltern Jeremny und Conny, die auch nach Jahren noch den Tod ihres erstgeborenen Sohns Jack betrauern.
Ich persönlich halte diesen Roman sogar für noch stärker als Kate Dakotas letztes Buch „Der Klang eines Augenblicks“ und das will immerhin etwas heißen.

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Ein durchwachsener Sommernachtsblues

Eine Liebe in Manhattan von Kate Dakota

Sommernachtsblues ist sicher kein schlechtes Buch, aber streckenweise ziemlich chaotisch. Das gilt auch für die Figuren, die oftmals überstürzt und unvorhersehbar handeln.
Das liegt zum Teil an der Situation, in der sie sich befinden.
Eden leidet unter ihrem gewalttätigen Freund Jordan, der sie schlecht behandelt.

Dabei arbeitet sie auch noch für ihn und soll im Auftrag das Haus einer Verstorbenen in Vermont für den Verkauf fotografieren. Da trifft sie aber unerwartet auf den Enkel der Toten. Sein Name ist Noe, er ist auch spontan und lebhaft, aber doch ein ganz anderer Typ als Jordan. Noe hat seine Frau durch einen Flugzeugabsturz verloren.

Manche Passagen kommen fast aus dem Nichts. Dazu gehören auch plötzliche explizite Szene, die übertrieben wirken.
Die Figuren schwanken zwischen emotional am Rande des Nervenzusammenbruches und Anteilnahme aneinander.
Viele gute Ansätze werden aber nicht folgelogisch weitergeführt.
Man muss sich fragen, ob der Roman wirklich komplett fertig ist.

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New York Love-Stories

New York Pretty - Ein Bild von Dir von Eva Pfeiffer

Ein Bild von dir ist der Nachfolger von Nur wir beide aus der New York Pretty-Reihe. Die Hauptfiguren des ersten Romans sind diesmal nur Nebenfiguren,aber sie haben viel mit dem Liebespaar Alex und Rebecca zu tun.
Die Fotografin Taylor ist die Halbschwester von Rebecca. Taylor musste aus ihrer WG raus und sie kommt vorübergehend bei den Brüdern Alex und Jeremy unter.

Jeremy ist ein schwieriger Typ, aber mit Taylor fühlt er sich wohl. Die Beziehung zwischen den beiden ist ganz interessant zu lesen, aber es bleibt auch das Gefühl dass Rebecca und Alex die stärkeren Figuren waren.
Der Schauplatz New York, hauptsächlich Manhattan, ein wenig Brooklyn, wird gut eungesetzt. Aber wie von echten New Yorker Schriftstellern, wie Paul Auster ist es auch nicht. Es bleibt ein wenig der Eindruck der Eindrücke einer Touristin.
Aus dem Fotografen-Genre hätte man auch mehr machen können, ein paar gute Momente gibt es aber. Überhaupt gibt es wirklich schwächere Romane. Ganz leicht erinnert es mich an die Edinburgh Lovestory-Reihe von Samantha Young.
Dazu gehören die realistischen Beschreibungen der Probleme, die die Protagonisten aus der Vergangenheit mit sich herumschleppen und mögliche Lösungen, die angeboten werden.

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Rudere nie zurück

Herz über Bord- Rudere nie zurück von Nadine Gerber

Herz über Bord – Rudere nie zurück
Der erste Teil des Titel gefällt mir nicht. Das Buch ist kein Kitsch sondern ein Roman über eine schwierige Beziehung, angesiedelt im Rudersportmilieu.
Hanna war 4 Jahre in den USA und kommt als 20jährige zurück in ihre Heimat in der Schweiz, um die Chance zu haben, für ihr Land bei einer WM oder sogar bei den olympischen Spielen anzutreten.

Sie ist eine begabte Ruderin. Um aber auch studieren zu können, muss sie noch für ein Jahr zur Schule um ihre Matura zu machen.
Hier muss sie sich erst wieder einfinden. Ein guter Freund wird ihr Mathelehrer Simon, der auch beim Rudern ein Partner wird. Beide entwickeln Gefühle füreinander. Aber obwohl sie beide erwachsen sind, ist es doch eine Lehrer-Schüler-Beziehung und Simon hat zudem eine Freundin.
Erzählt wird überwiegend aus Hannas Perspektive, man ist als Leser daher nahe an der Figur und ihren Emotionen dran.
Hann erhält auch deswegen Glaubwürdigkeit, weil die Schweizer Autorin Nadine Gerber selbst begeisterte Sportlerin und über Ausdauersport bescheid weiß.

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Subtile, ambitionierte Erzählungen

Ihr Körper und andere Teilhaber von Carmen Maria Machado

Das Buch Ihr Körper und andere Teilhaber (OT: Her Body and other parties) versammelt Erzählungen der Autorin Carmen Maria Machado, die bereits vorher in Zeitungen und Magazines erschienen sind.
Die Geschichten sind teilweise sehr unterschiedlich und bilden doch in der Summe eine Geschlossenheit. Es gibt Erzählungen, die mich nicht erreichten, zum Beispiel die (zu) lange Law&Order-Story, aber ich habe auch keinen Bezug zu der TV-Serie.

Am besten hat mir die erste Erzählung Der Extrastich gefallen, da sie eine überraschende und originelle Erzählhaltung an den Tag legt, dabei zusätzlich zum Hauptplot auch noch viele kleine, originelle Geschichten enthält. Man erfährt von der Erzählerin ihr Leben von Jugend an, wie sie sich verliebt, heiratet und ein Kind bekommt. Eine innige Beziehung, doch es gibt eine Komponente, die sie für sich behält. Niemand darf ihr grünes Band berühren, das sie schon immer trägt. Was gegen Ende passiert, wenn ihr Mann ihr dieses Band nach 20 Jahren doch abnimmt, sollte jeder selbst lesen.
Manche Passagen erinnern an Kristin Roupenian, die mit Cat Person ebenfalls vor kurzen ein Erzählungsband veröffentlicht hatte. Hier wie da sind die Geschichten von expliziten Szenen durchzogen, die teilweise sehr weit gehen. Das ist auch Geschmackssache.
Davon abgesehen überzeugt Carmen Maria Machado mit ihrem Einfallsreichtum, der erzählerischen Dichte und manchmal sogar surrealen Momenten, die den Geschichten etwas bizarres verleihen.

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Maine, 1947

Wenn die Nacht in Flammen steht von Shreve Anita

Von der leider letztes Jahr verstorbenen US-amerikanischen Schriftstellerin Anita Shreve ist jetzt ihr letzter Roman auch auf Deutsch erschienen: (OT: The Stars Are Fire).
Anita Shreve hat es vermocht, gut lesbare Romane zu schreiben und dabei doch mit großer Genauigkeit ein amerikanisches Gesellschaftsbild zu zeigen.

Die Handlung ist 1947 in Maine angesiedelt. Hauptfigur ist Grace Holland, verheiratet und Mutter zweier kleiner Kinder.
Ihre Ehe ist nicht sehr stabil und bei einem großen Brand gelingt es Grace zwar, sich und die Kinder zu retten, aber von ihrem Mann Gene ist keine Spur mehr. Ob er beim Brand gestorben ist oder nur die Gelegenheit genutzt hat, die Familie zu verlassen ist unklar.

Sie haben alles verloren, aber die Notlage ist vielleicht auch eine Chance für Grace. Es ist interessant, ihre Entwicklung zu verfolgen, wie sie selbstbewusster und sebstbestimmter wird. Dabeii ist es nicht leicht, doch sie wird immer entschlossener.

Anita Shreves Stil ist sehr amerikanisch, dabei angenehm zu lesen und elegant. Sie vermeidet Klischees und Übertreibungen. Man muss es wirklich als Verlust der US-amerikanischen Literatur sehen, dass es keine weiteren Romane von ihr geben wird.

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Wild und ungezähmt

Blut auf dem Mond von James Ellroy

Blut auf dem Mond ist der erste Teil der Lloyd Hopkins-Reihe von James Ellroy, entstanden 1984. Es ist ein typisches Produkt der Achtziger Jahre. Das ist nicht abwertend gemeint. Ellroys Prosa wirkt wild und ungezähmt, manchmal scheint er es ein wenig zu sehr zu genießen. Manchmal wirkt es, als würde er den Dichter verherrlichen, wie es Thomas Harris mit seinem Hannibal gemacht hat.

Manche überzogen beschriebene Gewaltszene hätte man sich gerne erspart.
Der Roman ist ein typischer Serienkiller-Thriller, hat aber viele originelle Details und einen eigenständigen, grimmigen Humor. Sergant Lloyd Hopkins ist ein extremer Typ. Weitere Teile der Reihe zu lesen ist vorstellbar, aber besser nur gut dosiert.

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Cat Person

Cat Person von Kristen Roupenian

In den Erzählungen von Kristen Roupenian geht es intensiv vor. Die Schwierigkeiten menschlicher Beziehungen in unterschiedlichen Varianten werden gezeigt. Das die Autorin so tief in die Psyche ihrer Figuren dringt, verstärkt die Intensität der Stories.
Manchmal erscheint mir die Autorin etwas zu genüsslich dabei.

Das verleiht den beklemmenden Geschichten den Hauch Voyerismus, der beim Lesen schmerzhaft sein kann.
Ob die Autorin zu weit geht, liegt sicher in der Entscheidung des einzelnen Lesers.

Die Titelstory Cat Person ist die herausragende. Für mich klar die Beste.

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Zeitportrait

Schokolade bei Hanselmann von Rosetta Loy

Rosetta Loy schreibt in ihrem von Maja Pflug aus dem Italienischen übersetzten, preisgekrönten Roman von einer römischen Familie vor und im zweiten Weltkrieg.
Enrico und seine Frau Isabella haben zwei Kinder (Marta, Lorenza) und sind mit Arturo befreundet, der schließlich Isbellas Schwester Margot heiratet.

Rosetta Loy wählt einen Beginn in der Vorkriegszeit, in der Enrico von seinem Kollegen Arturo besucht wird. Sowohl Isabella als auch die Kinder sind verzaubert von ihm. Arturo hat viel Charme und Eigenarten, vielleicht auch Geheimnisse. Es ist eine sorgenfreie Zeit, dominierend die Eindrücke der Kinder. Überwiegend ist die Handlung undramatisch. Aber Arturo ist Jude und bald wird es gefährlich für ihn. Denunzation und Deportation droht. Mit gefälschten Ausweis lebt er unentdeckt und sucht schließlich Zuflucht in der Schweiz.

Sprachlich ist das Buch sehr sorgfältig und effektiv gestaltet, ein Genuß!
Diesem Zauber wird aber auch die dunkle Zeit voller Bedrohung entgegengestellt. Die 1931 geborene Autorin hat die Zeit des Faschismus als Kind erlebt. Vielleicht gelingt ihr deswegen das Zeitportrait so gut.

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