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Rezensionen von yellowdog:

Gier nach Blut

BLUT - Der Vampirkiller von Wisconsin von Robert W. Walker

Blut (Originaltitel: Killing Instinct) von Robert W.Walker ist der erste Teil einer langlebigen US-amerikanischen Thrillerreihe, die sich stark an "Das Schweigen der Lämmer" anlehnt. Das ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass das Buch 1994 nur wenige Jahre nach dem Filmerfolg erschien und das Serienkiller-Genre sich am Beginn einer schnell steigenden Beliebtheit befand.

Dr.Jessica Coran, eine Gerichtsmedizinerin vom FBI steht im Mittelpunkt, es bleibt beim Lesen nicht aus, das man sie sich als Jodie Foster vorstellen kann. Gesucht wird ein Psychopath, der Frauen tötet und ihnen das gesamte Blut abzapft.

Zum FBI-Team gehören Chief Otto Boutine, J.T. und Teresa O`Rourke sowie einige Profiler.
Zwischen Jessica und Boutine besteht ein besonderes Vertrauensverhältnis, und etwas mehr.

Immer wieder gibt es Einblicke in die Gedankenwelt des Psychopathen, der sich selbst gerne Teacher nennt. Er ist vom Blut besessen, lebt in einem Machtwahn, obwohl es deutliche Anzeichen gibt, was für ein kleines Würstchen und gescheiterte Person er wirklich ist. Der Autor schafft eine stimmige Figur und ein passendes Portrait.

Der Schauplatz Wisconsin ist reizvoll, wird aber nach meinem Geschmack zu wenig eingesetzt. Es gibt auch andere Handlungsorte, z.B. Chicago. Der Plot selbst ist nicht so originell und etwas zu routiniert heruntergespult. Man muss den Roman nicht lesen, aber Thrillerfans werden die Lektüre auch nicht bereuen, da es ein wirklich dramatisches Finale gibt.

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Anspruchsvoller Unterhaltungsroman

Unter blutrotem Himmel von Mark Sullivan

Unter blutrotem Himmel ist eine Roman, dessen Handlung in der zeit des zweiten Weltkriegs in Mailand angesiedelt ist.
Der Italiener Pino Lella ist eine reale Person. Trotz jugendlichen Alters rettete er viele der verfolgten Juden, indem er sie über die Alpen in die Schweiz in Sicherheit brachte. Später wurde er Fahrer eines deutschen Generals und spionierte ihn aus.

Der Autor Mark Sullivan, der bisher als Thrillerautor, aber auch als Journalist in Erscheinung getreten war, recherchierte Pino Lellas Geschichte, traf ihn sogar persönlich und fand den Stoff seines Lebens. Mit seinen Mitteln gestaltete er die biographische Geschichte als sehr gut lesbaren Roman.

Anfangs dachte ich, dass er der Hauptfigur nicht genug Tiefe verleihen würde, aber später im umfangreichen Roman veränderte sich die Empfindung. Pino litt unter dem Umstand, dass er sich immer bedeckt halten musste, selbst seine Eltern oder sein Bruder wussten nichts von seiner Tätigkeit, nur als er das Dienstmädchen Anna traf, fand er jemanden den sich anvertrauen konnte. Zwischen Pino und Anna entsteht eine Liebesgeschichte, die auch einen wichtigen Anteil im Roman inne hat.

Der Titel Unter blutrotem Himmel entspricht dem Original Beneath a Scarlett sky. Das klingt schon ein wenig klischeehaft und würde die Handlung nicht auf wahren Ereignissen und Personen basieren, wären eine Reihe von Passagen und Dialogen als zu banal gestaltet und in den Schilderungen der Emotionen der Figuren ohne ausreichende Tiefe zu kritisieren. Das grenzt das Buch dann doch ab von reinen Biografien und Sachbücher über diese Zeit.

Mark Sullivan vermochte es hingegen, viele dramatische Szenen mit entsprechenden Drive detailliert zu schildern.
Das sind die besten Stellen im Buch.
Trotz des Umfangs des Buches liest sich der Roman schnell und trotz des Themas auch unterhaltsam.

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Segel in Luv

Strandwölfe von Alexander Kent

Es ist erfreulich, dass der Refinery-Verlag eine Auswahl der Richard Bolitho-Romane von Alexander Kent als eBooks wiederveröffentlicht. Diese Reihe war früher mal sehr beliebt und ist auch heute noch lesbar.
Strandräuber gefällt mir noch besser als der erste Teil der Reihe. Der Serienheld Richard ist immer noch ein junger Mann, gerade mal 17 und hat als Fähnrich erste Erfahrungen in der Marine gesammelt.

Jetzt hat er nach 14 Monaten zum ersten Mal Heimaturlaub, der fällt jedoch ziemlich kurz aus, denn es kommt zu Auseinandersetzungen mit Strandräubern. Für die Marine ist dass das schlimmste Verbrechen, da die Seeleute hinterlistig angelockt und dann ermordet werden.

Es kommt zu gefährlichen Situationen. Wieder dabei ist Richards Freund und bewährter Sidekick Martyn Dancer. Sie kommen zufälligerweise auf das Schiff von Richards leichtfertigen älteren Bruder, der als Kommandant Risiken eingeht, doch Richard und Dancer können sich wieder bewähren.

Der Roman zeigt einen weiteren Schritt in der Entwicklung Richards vom Jungspund zur Führungspersönlichkeit.
Es gibt einige Szenen auf See, doch Alexander Kent macht nicht den Fehler, sich in Beschreibungen von schifffahrtstechnischen Details zu verlieren, er bleibt immer dicht am Plot, die Schiffspassagen sind perfekt integriert.

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eins der besseren Fussballbücher

Weltmeister ohne Talent von Per Mertesacker

Weltmeister ohne Talent. Dieser Titel fällt gleich auf, da Per Mertesacker doch einer der erfolgreichsten und auch besten Fußballprofi war. Er spielte immer geschickt und das gerade ihm in seiner Kindheit mal das Talent abgesprochen wurde, ist paradox.
Das Buch ist unterhaltsam, wenn auch nicht in einem außergewöhnlichen Stil geschrieben.

Mertesacker erzählt frei von den Stationen seiner Karriere, als Kind und Jugendlicher, seine Anfänge bei Hannover, seine gro0e Zeit bei Werder und schließlich FC Arsenal, die Krönung.
Viele der aufgeführten Episoden sind anektodengleich und unterhaltsam, erspart aber auch die Probleme nicht aus, z.B. die Verletzungen, die einen Fußballspieler, der sich überfordert, schnell passieren.
Als Werderfan ist mir vieles bekannt, und so wie das Buch gestaltet ist, wirkt es oft auch nur wie eine Zusammenfassung, die runtergerattert wird. Trotz der Kürze ist es aber auch detailliert und nie langweilig gehalten. Das lockerer Erzählen garantiert auch ein leichtes lesen!

Einen eigenen Abschnitt nimmt das Thema Nationalmannschaft ein. Für mich einer der Höhepunkte des Buches. Viele Details eröffnen einen neuen Blick auf das, was im Fußball passiert, dabei ist Mertesacker immer positiv und haut niemand in die Pfanne.

Ich halte das Buch wirklich für eins der besseren Fußballbücher, da es die Emotionen eines Topspielers mit hoher Intensität zeigt.

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eine gute Zusammenfassung

Anderland von Ingo Zamperoni

Ingo Zamperoni hat schon einmal ein Amerika-Buch geschrieben, doch ich finde er hat sich schriftstellerisch weiterentwickelt. Das Buch ist dichter und konzentrierter als das erste. Vielleicht liegt es auch am Thema Trump, dieses Enfant terrible, den man nicht verstehen kann und auch nicht, wie es dazu kam, dass ausgerechnet so ein inkompetenter Kotzbrocken Präsident wurde.

Ein Desaster! Zamperoni kann die Gefühle, die hierzulande die meisten gegen Trump empfinden, gut ausdrücken. Außerdem bringt er viele beispiele für mögliche Gründe der Trumpwähler. Es ist die Wut einer weißen Mittelschicht, die sich gegen eine politische Elite wendet. So ist Trumps Erfolg auch durch die Schwäche einer Hilary Clinton oder bei den Vorwahlen der republikanischen Kandidaten möglich geworden.
Leider gibt es inzwischen auch kaum noch eine politische Persönlichkeit, der die Möglichkeit und die Kraft hat, gegen Trump gegenzuhalten.
Vieles von dem, was Zamperoni aufzählt, sind Lesern, die die Situation aufmerksam verfolgten, sicher schon bekannt, aber das Buch ist eine gute Zusammenfassung, die interessant und leicht zugänglich zu lesen ist.

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etwas konstruiert, aber gut zu lesen

Das Grab unter Zedern von Eyssen Remy

Das Grab unter Zedern ist dank der starken Hauptfigur, dem Rechtsmediziner Leon Ritter, ein ordentlicher Krimi. Schauplatz ist Lavandou in der Provence. Der Plot ist zwar nichts Besonderes, aber Leon Ritter ist eine interessante Figur. Als Deutscher in Frankreich tritt er dennoch stets selbstbewusst und klug auf.

Er lebt mit der Polizistin Isabella und deren 15jähriger Tochter zusammen und die Passagen, die ihr Familienleben zeigen, sind in den Dialogen humorvoll und insgesamt warmherzig gehalten.
Es gibt einige dramatische Passagen, aber mehr erst zum Ende hin. Bis dahin liegen die Schwerpunkte auf die Verhaltensweisen der Bewohner des Städtchens, z.B. gegen einen angeblichen Kindermörder, der freigesprochen wurde und dennoch von der Bevölkerung schikaniert wird oder gegen einen geistig behinderten Mann, der in Verdacht gerät. Leon versucht hier zu helfen.
Das ist viel spannender als der eigentliche Fall, der mir zu konstruiert ist und dessen Auflösung mir persönlich nicht gut gefällt.
Der Roman liest sich schnell weg, vielleicht lese ich einen der 3 vorherigen Teile der Serie bei Gelegenheit auch noch.

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Bolitho als Fähnrich

Die Feuertaufe von Alexander Kent

Ein gutes Vorhaben vom e-Book-Verlag Refinery die Richard Bolitho-Reihe von Alexander Kent wieder zu veröffentlichen. Die Feuertaufe ist Teil 1 der Reihe, aber nicht der erste Bolitho-Roman von Kent. In der Handlungsabfolge ist es aber tatsächlich der Start. Der spätere Seestratege Richard Bolitho ist hier noch ein junger Fähnrich, fast ganz unten in der Hierarchie, aber dank seiner Persönlichkeit und Fähigkeiten besteht er gut.

Dieser Start zeigt aber auch gut, wie hart das Leben für die Seeleute und Soldaten auch in Nichtkriegszeiten auf See war. Auch wenn gerade kein krieg ist, gibt es mehrere kleine und große Konflikte, in der die englische Marine eingreifen muss.
Letztlich bedient Alexander Kent natürlich das Hohelied auf die britischen Helden, aber das war nicht anders zu erwarten. Wenn man darüber hinwegsieht ist Die Feuertaufe bei aller Kürze ein detailreicher Abenteuer-Seeroman. Der geneigte Leser bekommt, was er erwartet.

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Kraftvoll und poetisch

Himmel und Hölle von Jón Kalman Stefánsson

Eine isländische Geschichte über Fischer und das Meer, kraftvoll, sehr dicht und poetisch geschrieben. Dabei relativ unspektakulär, angesiedelt wahrscheinlich anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts in Island.
Im Mittelpunkt stehen Bardur und der Junge, zwei die nicht so ganz sind wie die anderen Fischer, zum Beispiel lesen sie viel und zitieren aus Miltons Das verlorene Paradies.

Sie sind eigentlich nicht dafür geschaffen zur See zu fahren. Dennoch sind sie ganz im Geschehen verankert.
Doch das Leben auf dem Meer ist rau und gefährlich und als schließlich nur einer der beiden lebend zurückkehrt ist er wie betäubt und allein. Wie der Junge allmählich Teil des Dorfes wird, in das er geht, bestimmt die zweite Hälfte des Romans.

Ein guter Roman von 2009, dem noch zwei Teile rund um das Leben des Jungen folgte.
Diese Buch beweist, Jon Kalman Stefansson ist einer der großen Stimmen Islands!

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Hohe Komplexität

Die Reise der Scythe: Aszendenz von Dirk van den Boom

Die Reise der Scythe ist der erste Teil einer Reihe. Dirk van den Booms Wurzeln liegen in der Trivialliteratur. Daran gemessen ist das Buch wirklich ein ordentlicher Science Fiction-Roman.
Durch mehrere Handlungsstränge und viele Figuren entsteht eine hohe Komplexität.

Neben der Mannschaft der Scythe sind vielleicht die beiden Astronomiestudenten Jordan und Elissi wichtigste Figuren, jedenfalls meine Lieblingsfiguren.

Jordan und Elissi ist ein interessantes Paar, da die intelligente Elissi sehr verschlossen ist, Jordan sich aber liebevoll um sie kümmert.
Manche Klischees werden nicht vermieden. Schwachpunkt bei der Figurengestaltung ist der sadistische Superschurke Joaquim Gracen, der wie aus einem James Bond-Film entsprungen wirkt.
Auch einige der positiv besetzten Figuren überzeugen nicht vollumfänglich.
Wie die vielen Plots letztlich zusammengeführt werden, erschließt sich noch nicht und man muss fürchten, dass das dem Autor nicht komplett gelingen wird. Aber wirklich sagen kann man das erst später und vielleicht erhalten einige Figuren, die zunächst überflüssig zu sein scheinen, später doch noch Bedeutung.

Der Roman Spaß gemacht und ich gebe 3,5 von 5 Sternen! Es endet vollkommen offen und es bleibt ein latentes Interesse daran, wie es weitergehen wird. Bei Gelegenheit werde ich vielleicht weitere Teile lesen.

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Charakter-driven

Die Reise der Scythe: Aszendenz von Dirk van den Boom

Alles begehren ist in erster Linie ein Roman über Beziehungen, dazu über einen langen Zeitraum angelegt und vollkommen unkitschig.
Mit Kate ist eine realistische Hauptfigur vorhanden. Sie ist Schauspielerin, eine europäische, damit entfallen die Klischees, die man sich über Hollywoodschauspieler macht.

Schließlich ist auch die Autorin Ruth Jones selbst Schauspielerin und erstellt in ihrem Debütroman ein stimmiges Bild.

Kate ist selbstbewusst, sie wurde bei einem One-Night-Stand als 22jährige Studentin von einem verheirateten Mann schwanger und diesen Mann trifft sie jetzt nach fast 20 Jahren in Edinburgh, Schottland wieder. Eigentlich dachten sie, die Vergangenheit läge hinter ihnen, aber die erneute Begegnung lässt alte Gefühle wieder aufbrechen.
Das ist problematisch, da Callum immer noch verheiratet ist, ebenso wie Kate inzwischen auch, sie hat sogar noch eine kleine Tochter. Wenn die Situation eskaliert wird das für alle Beteiligten sehr schmerzhaft. Hier stellt sich auch die Frage, ob große Leidenschaft es wert ist, alles andere zu opfern.

Ob Kate und Callum wirklich gut füreinander sind, sei dahingestellt. Kate kann sehr rücksichtslos sein, wenn es darum geht, das zu bekommen, was sie will. Und Callum ist oft willensschwach.

Der relativ ruhig geschriebene Roman braucht lange, um in Fahrt zu kommen. Erst in den letzten 100 Seiten kommt richtig Tempo auf.

Ruth Jones große Fähigkeit ist es, ihre Figuren mit allen Fehlern und Schwächen zu entwerfen und doch den Leser stark für sie fühlen zu lassen.

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