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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Georgie und Laura

Eine unbeugsame Frau Hardcover. von Simons J. David

Das Buch erzählt das ereignisreiche Leben einer starken Frau, die 1900 geboren wurde und einiges in der Welt des Films, der Flugzeuge und der Fotografie leistete. Die Engländerin Georgie Hepburn war Schauspielerin in der Stummfilmzeit, Pilotin im Krieg und später erfolgreiche Fotografin. Und natürlich waren auch die Männer Teil ihres Lebens, doch sie blieb immer auch unabhängig.

Das ganze ist reflektiert durch eine Schauspielerin der heutigen Zeit, die Georgies Rolle in einem Film spielen will.

Die Georgie Passagen werden in einen Rahmen gelegt, der als Der Hepburn-Nachlass von Laura gelesen werden. Originellerweise gibt es darin sogar Interviews mit Georgie. Nach udn nach entbergen sih auch einige Geheimnisse,

Dem schottischen Autor J.David Simons gelingt es, die zwei Handlungsebenen so zueinander zu setzen, dass sie sich gegenseitig befruchten. Die Handlung bleibt bei aller Komplexität durchgehend stimmig und durchweg packend zu lesen. Ein wirklich gutes Buch!

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kein konventioneller Krimi

Der Unfall auf der A35 von Burnet Graeme Macrae

Wer Burnets großartigen Roman „Sein blutiges Projekt“ kennt, weiß, dass ungewöhnliche Stilmittel zu erwarten sind und kein konventioneller Krimi.

Der eigenbrötlerische Kommissar Georges Gorski passt jedoch bestens ins typische Krimibild, genau wie seine verhaltene Ermittlungsarbeit.
Der Unfall mit einem toten Autofahrer, den er untersucht, führt ihn auf die Spuren des Toten und dessen Geheimnisse.

Der Sohn des Toten, Raymond, steht ebenfalls oft im Mittelpunkt des Geschehens.

Kommissar Gorskis Privatleben ist aus der Spur, seine Frau hat ihn mit Tochter verlassen, ob sie zurückkehrt ist ungewiss.

Mich begeistern die Beschreibungen des Alltags der Menschen und wie sich der Autor hierfür viel Zeit lässt. Sie sind detailreich, aber nicht übertrieben.
Burnet lässt den Leser oft in die Gedanken seiner Figuren blickén. Auch die Dialoge funktionieren gut.
Die erzeugten Stimmungen sorgen dafür, dass man einen wirklich spannenden Plot nicht vermisst.

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Ein Held dunkler Zeit

Der Unfall auf der A35 von Burnet Graeme Macrae

Bei der Thematik ist der Heldenbegriff natürlich diskutabel, was das Buch umso interessanter macht und Denkprozesse anstößt.
Geschickt beginnt der Autor Christian Hardinghaus damit, der eigentlichen Handlung eine Klammer zu geben, indem er einen 95jährigen Erzähler namens Friedrich Tönnes schafft, der in einem Buch seine Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg niederschreibt.

Er war damals Sanitäter und der Arzt Wilhelm, dem er folgte, war ein Held für ihn.
Das Wilhelm nicht nur Arzt sondern auch Mensch war und durch die Liebe motiviert wurde, lässt ihn in einem neuen Licht erscheinen. Zunächst war er als junger Arzt vielleicht auch gefährdet und verführbar, aber als er eine Halbjüdin traf und heiratetet, war seine einzige Sorge die Sicherheit seiner Familie.
Es beginnt eine umfassende, durchaus packende Handlung. Man kann das Buch lange nicht aus der Hand legen.

Wer wie ich schon viele Romane und Sachbücher über die Zeit 1933 – 1945 in Deutschland gelesen hat, der weiß, diesen Roman gut einzuschätzen und ich halte „Ein Held dunkler Zeit“ für ein gutes Buch.

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Romantic thrill

Tödliche Wahrheiten von Elisabeth Naughton

Tödliche Wahrheiten, Originaltitel: Gone, ist der zweite Teil der Deadly-Secrets-Reihe von Elisabeth Naughton.
Die Protagonisten des ersten Teils spielen hier aber nur Nebenrollen

.Als Mischung aus Romance und Suspense ist der Roman nahezu perfekt gemacht, den die Elemente beider genre ergänzen sich hier gut.

Alec McClane und Raegan Deveraux haben sich getrennt, nachdem ihre 1jährige Tochter getrennt wurde. Raegan glaubt fest daran, das Emma noch lent. Alec hingegen glaubt, dass sein Vater, der im Gefängnis sitzt, Schuld an ihrer Entführung hat.
Nach 3 Jahren ergibt sich eine Spur und das Paar rauft sich wieder zusammen, die Anziehungskraft zwischen beiden ist immer noch groß, doch Alec muss gegen seine Schuldgefühle ankämpfen.
Elisabeth Naughton lässt ihren Figuren Zeit, wieder zu sich und zueinander zu finden. Vor allen Alec muss sich seiner schwierigen Vergangenheit erst noch so richtig stellen. Es wird als langer, schwieriger und sehr emotionaler Prozess gezeigt. Damit erweist sich dieser Roman als realistischer und tiefergehend als vergleichbare Bücher des Genres.

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Der Junge, der zu viel fühlte

Der Junge, der zu viel fühlte von Lorenz Wagner

Es gibt im Unterhaltungsfernsehen/Kino viele Klischees über Autisten, die offensichtlich der Realität nicht genügen. Das Buch „Der Junge, der zu viel fühlte“ ist mit das erste, was ich über Autismus lese, dass die emotionale Lage der Betroffenen deutlich macht.Und es enthält auch noch relativ neue Erkenntnisse.

Basierend auf seiner Reportage über Henry Markram und seinen autistischen Sohn Kai gestaltet Lorenz Wagner dieses Buch. Man lernt Henry und Kai und Kamilla gut kennen, sie sind sympathisch und man muss froh sein, dass sie sich haben.

Das Verdienstvolle an dem Buch ist die Form, wie das vermittelt wird. Es ist ein biographisches Buch, aber teilweise auch erzählerisch ausgestaltet. Zudem werden die Figuren respektvoll und liebevoll behandelt.

Autismus hat viele Ausprägungen, die Diagnose ist nicht einfach.
Wenn man bedenkt, wie wenig über Autismus früher bekannt war bzw. wie viel Fehlbeurteilungen es darüber gab, kann man hoffen, das neue Erkenntnisstände die Einschätzung der Gesellschaft weiter verändern werden.
Ein lehrreiches Buch, das Menschen vorstellt, die man nicht so schnell vergisst.

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Literarischer Thriller aus Südkorea

Die Plotter von Un-Su Kim

Die Plotter ist ein spannender Roman aus Südkorea.
Die ausdrucksvolle bildliche Sprache des koreanischen Autors erinnert mich weniger an die Filme von Kim Ki-Duk, die ich auch sehr schätze als an die Wucht des frühen John Woo (Bullet in the Head, Hardboiled).
Die mafiösen Kreise, die das Leben des 32jährigen Auftragskillers Raeseng bestimmen, waren immer Teil seines Lebens.

Raeseng wurde als Baby in einer Mülltonne gefunden und dann von Old Raccoon adoptiert. So war sein Leben vorbestimmt. Er führt die Befehle aus. Die Auftragskiller sind seine einzige Familie.
Der Autor macht aber auch deutlich, dass gesellschaftliche Misstände mitverantwortlich sind, die als Überbleibsel der südkoreanischen Militärdiktatur entstanden.

Die Tatsache, dass Raeseng sich sein Leben nicht selbst ausgesucht hat, lässt den Leser mit der Figur fühlen. Ein mal als er Anfang Zwanzig war, versuchte er auszubrechen und als Fabrikarbeiter ein bürgerliches Leben zu führen, doch letztlich konnte er seiner Bestimmung nicht entkommen und kehrte zurück.

Un-Su Kim schafft es auf verschiedene Art, Atmosphäre aufzubauen, zum Beispiel mit sparsam verteilten effektvollen Action-Szenen, aber auch mit ungewöhnlichen Schauplätzen wie das Dog House, die Bibliothek von Old Raccoon, in der sich Raeseng gerne zurückzieht. Eine große Stärke sind auch die intensiv ausgestalteten Dialoge, die von Ironie und Fatalismus geprägt sind. Keine der Figuren glaubt, seinem Schicksal entgehen zu können.
Es ist ebenfalls beeindruckend, was für eine komplexe Geschichte sich schließlich entwickelt.

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Sehnsucht nach Kanada

Die Plotter von Un-Su Kim

Aus den Briefen ihrer gerade verstorbenen Großmutter erfährt die Protagonistin Christine, und mit ihr der Leser, von einer großen Liebe, die sich nicht erfüllt hat. Pflichtbewusstsein verhinderte sie und Elisabeth und Wilhelm blieben letztlich getrennt.
Die Frage der Gegenwart ist, ob sich das Schicksal wiederholen wird.

Christine ist gelernte Bankangestellte, obwohl ihre Leidenschaft eigentlich die Poesie und das Schreiben sind. Doch das Beispiel ihrer unsteten Mutter, lässt sie zurückhalten, was in in ihr steckt.
Christine möchte ihren Verlobten Stefan heiraten, aber es gibt auch die Freiheit Kanadas und Wilhelms Enkel Robert, der ihre Leidenschaft fürs Schreiben und die Kunst teilt.

Die Briefe werden sehr wichtig für Christine. Je mehr man von den Briefen liest umso intensiver wird die Geschichte der Vergangenheit und Christine lässt sich von ihnen leiten. Es ist schön zu lesen, wie sie dadurch ihre Unsicherheit verliert, selbstbestimmter wird und in einer einsamen Hütte im Yukon ganz zu sich selbst findet.

Der Roman leidet an der Vorhersehbarkeit, aber der Prozess, zu sich selbst zu finden ist interessant genug. Reizvoll auch der Schauplatz Kanada mit Montreal, dem Yukon und Vancouver. Wer Kanada liebt, bekommt Sehnsucht danach.

Joanna Martin hat einen ganz angenehmen Roman geschrieben.

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Die Entwicklung einer populistischen Partei

Inside AfD von Franziska Schreiber

Franziska Schreiber schafft es zu erläutern, wie jemand sich für die AfD engagieren konnte. Das sektenhafte dieser populistischen Partei vermittelt sie nachvollziehbar.
Entscheidend dafür, dass das Buch funktioniert ist, dass sie von sich selbst erzählt. Wie sie, 1990 im Osten geboren und ganz normal aufgewachsen, von einer Partei (der FDP) enttäuscht wurde und sich einer anderen zuwandte.

Der AfD von Bernd Lucke 2013. Einerseits war sie fehlgeleitet, andererseits war die AFD in ihrer Anfangszeit zwar auch schon populistisch, aber noch nicht so ausländerfeindlich und extrem wie heutzutage.
Franziska Schreiber war insbesondere von der Parteivorsitzenden Frauke Petry fasziniert.
Sie wurde zur Vorsitzenden der sächsischen Jungen Alternativen (JA) und steigerte sich imemr mehr rein. Tatsächlich war sie schon sehr verblendet, beteiligte sich an den Montagsmärschen, Geert Wilders war für sie ein Held, Le Pen eine tolle Frau.
Erst nach Frauke Petrys Absetzung verlässt sie die Partei als entschiedene Gegnerin.

Man erfährt viele Details, die interessant sind, z.B. über die Pegida-Nähe der Partei, Höcke, Kubitschek, Weidel, Storch, Gauland und deren Weltbild. Vieles erreicht einen durch Schreibers Emotionen, die sie jeweils schildert.

Wie sehr dieses Buch die AfD trifft, zeigt sich daran, dass sie versuchen, Passagen oder das ganze Buch verbieten zu lassen. Die Autorin wird außerdem massiv angefeindet, eine beliebte Methode der AfD-Anhänger, die längst jeden Anstand verloren haben.

Es dürfte interessant sein, zu verfolgen, was Franziska Schreiber künftig machen wird und ob noch weitere Bücher von ihr folgen.

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Episch und wuchtig

Der Wilde von Arriaga Guillermo

Der Wilde ist ein imposanter, bemerkenswerter Koloss von Roman, der mich sofort gepackt hat, wie lange kein Buch mehr. Der Roman lässt sich gut lesen, enthält aber ab und zu auch einmal sprachliche Spielereien und kulturwissenschaftlich Ausflüge (z.B. einmal über den Schriftsteller Martin Luis Guzmann und Pancho Villa), die als Gleichnisse für die Romanhandlungen dienen.

Icherzähler und Protagonist ist der junge Juan, der das Pech hat, sowohl seinen Bruder zu verlieren, der ermordet wurde, als auch seine Eltern, die tödlich verunglücken. Das sind zu viele Schicksalsschläge auf einmal.
Er ist als 17jähriger alleine mit den verbleibenden Haustieren und seiner Wut und Hass auf den Mörder seines Bruders. Gleichzeitig quält ihn Eifersucht, da seine Freundin auch mit anderen Männern schläft. Perfekt ist in diesem Buch niemand, auch Juan schleppt Schuld mit sich.
Juan erzählt seine Kindheit und Jugend in den sechziger/siebziger Jahren ausführlich. Ein Wendepunkt erfolgt, als er einen aggressiven Wolfshund aufnimmt, der sich dann sogar als reinrassiger Wolf entpuppt. Ihn zu zähmen ist ein schwieriger Akt, der auch zu einem Kampf mit seinem eigenen Inneren wird. Es wird eine Geschichte von Rache und Überwindung!
Seine Emotionen sind zwingend geschildert, man kann sich ihnen als Leser nur schwer entziehen.

Eine schöne Idee des Autors ist es, zwischendurch eine Parallelhandlung um einen weiteren Wolf zu erzählen. Da geht es dann auch um die Menschen, die sich mit diesem Wolf auseinandersetzen, zuerst der Inuit Amaruq, später Robert und seine Familie. Schließlich werden beide Handlungsstränge geschickt zusammengeführt.

Guillermo Arriaga ist ein Filmschaffender, der als Drehbuchautor und Regisseur Erfolge hatte. Da wundert es nicht, dass seine wuchtige Sprache bildhaft und eindrucksvoll wirkt.

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Ein ganzes, langes Leben

Der Klang eines ganzen Lebens von Vidotto Francesco

Der Originaltitel lautet schlicht Fabro und stellt somit die Hauptfigur namens Fabro in den Mittelpunkt. Es ist ein einfach gehaltener Stil, den der italienische Autor bwusst anwendet. Dadurch wird die Sprache noch nicht schlicht, im Gegenteil. Da Emotionen das Buch durchziehen und da Fabro eine so gefühlvolle Figur ist, wirkt die Sprache reichhaltig.

Es gibt auch bildhaft starke Beschreibungen.
Passend zm deutschen Titel wird tatsächlich das ganze, langes Leben eines Mannes in einem Bergdorf in den Dolomiten gezeigt. Ein Schmied, weil sein Vater einer war, aber auch künstlerisch veranlagt und sehr musikalisch.
Fabro, 1925 geboren, durchlebt auch schwere Zeiten, z.B. in den Kriegsjahren, als sein Vater starb, wofür er sich schuldig fühlt. Es gibt einiges tragisches ins einem Leben.Doch die Liebe zu Rina ist sein Lichtblick.
Es gibt weitere, noch nicht ins Deutsche übersetzte Romane von Francesco Vidotto auf die man hoffen kann. Ich werde dann bedenkenlos wieder zugreifen.

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