Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Die Wölfe kamen
Die blaue Stunde von Paula Hawkins
Die verstorbene Künstlerin Vanessa Chapman hat ihre Werke einer Stiftung vermacht. Obwohl sie mit deren Kurator Streit hatte, soll der ihr Erbe verwalten. Zweifel an einer Skulptur tauchen auf: ist ein Menschenknochen, ein Knochen ihres verschwundenen Mannes, eingearbeitet?
Stiftungsmitarbeiter James Becker möchte dazu die Nachlassverwalterin befragen, auch besitzt sie noch einige der zugesagten Gemälde und Tagebücher.
Der Einstieg in die Handlung zieht sich.
Aber: Paula Hawkins zeichnet ihre Charaktere gut vorstellbar. Egal, ob skrupellose Geschäftsmänner, verletzte Frauen und Kunstbegeisterte dazwischen, man sieht sie vor sich. Beckers Konflikt ist verständlich, gut ausgearbeitet.
Die Tagebuchauszüge von Chapman offerieren das Bild einer emotionalen, sensiblen Künstlerin. Sie zeigen eine kreative Malerin, die unter einem geldgierigen Mann, machohafter Presse und anderen Schwierigkeiten gelitten hat.
Die Autorin hat eine faszinierende Geschichte mit unglaublichen Twists geschrieben. Einsamkeit, exzessive Leidenschaft, Enttäuschungen, Liebe können miterlebt werden. Der Leser wird immer wieder überrascht. Langsam enthüllen sich die wahren Geschehnisse auf der einsamen irischen Insel Enis. Allerdings verbirgt ihre wilde und raue Schönheit Unheimliches.
Beeindruckende Charakterstudie.
Schulvorbereitung
Wieso? Weshalb? Warum? aktiv-Heft - Schule von
Das Aktiv-Heft „Schule“ aus der Reihe Wieso-Weshalb-Warum ist für die Altersgruppe von vier bis sieben Jahren gedacht.
Es gibt sehr viel Anregungen zum Ausmalen, Farben werden geübt, das Nachziehen von Wellen und Linien soll die Feinmotorik schulen.
Genau wie das Basteln, z.B. eines Mini-Schulranzens.
Das ist schon schwieriger, wird aber gut beschrieben und eventuell kann ein größerer Betreuer helfen. Lesezeichen anzufertigen geht leichter, der schnelle Erfolg begeistert.
Sticker müssen zugeordnet werden, Worte zusammengesetzt und Rätsel gelöst werden. Sogar einige Übungen aus dem Sportunterricht sorgen für Aktivität. Gern mehr davon.
Alle diese vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten sind dem Thema Schule zugeordnet. Sachwissen über Schulfächer, Klassenzimmer, Schulweg und mehr wird den Kindern nahegebracht.
Alles interessant, abwechslungsreich und kindgerecht.
Eigentlich findet meine Kleine das Heft mit dem bunten Softcoverumschlag schön, mag aber das raue Papier innen nicht so gern.
Stitch geht zur Schule
Leselernstars: Disney - Lustige Geschichten von Sarah Dalitz
Die Kleine liebt das blaue Tier, Stitch mit Namen. Freundin Lilo auch. Das Thema Schule ist aktuell, also trifft das Buch genau ihr Interesse. Neugierig machen und damit Lesefreude fördern gelingt mit diesem Disney inspirierten Buch aus dem Ravensburger Verlag hervorragend.
Lilo nimmt also Stitch mit in die Schule.
Am Haustiertag sind nicht nur er und andere Tiere dort, sondern auch ein Frosch! Was der so macht und wie Stitch die Schule erlebt - das ist so spannend!
Didaktisch klug aufgebaut: die Buchstaben sind groß, immer wiederkehrende Namen und Worte sind farbig gedruckt, einfache Worte sollen gelesen werden. Motivierende Aufgaben gibt es auch, fehlende oder „undeutliche“ Buchstaben sollen eingesetzt werden. Bei Quaks Schulbesichtigung werden die Räume vorgestellt, aufregend wird es bei der Essenschlacht. Super!
Die Zeichnungen sind in kräftigen Farben gehalten und kindgerecht gestaltet.
Auch die zweite Geschichte motiviert. Rätsel sind eingebaut, das ganze Buch macht einfach Spaß!
Empfohlenes Alter für Leselerner: sechs Jahre.
Märchenwahrheiten
Ever & After, Band 2 - Die dunkle Hochzeit von Stella Tack
Schon der erste Teil der Geschichte um Rain, die eine Märchengestalt- Nachfahrin ist, hat mir gut gefallen. Hat sie doch - obwohl nicht vorgesehen- den schwarzen Prinzen erweckt. Nun, es hat ihr kein Glück gebracht. Jetzt, in Teil zwei, kann sich alles ändern. Schon zwei Wochen ist Rain im Carneval de Masquerade gefangen.
Kann sie sich und ihre Freunde, andere Nachfahren, befreien? Was ist mit Cousin Avery? Ein sehr sympathischer Charakter, loyal und humorvoll. Andere sind es nicht, durchaus nicht. Es geht also wieder spannend zu. Verrat und Liebe, Intrigen und Versöhnungen - all das und so viel mehr hat Stella Tack in eine romantische Abenteuer - Fantasy gepackt. Zudem enthüllt sie schwarze Wahrheiten über vielerzählte Volksmärchen, die man sich nie hätte träumen lassen. Wenn das Böse siegt, wird sich die Welt verändern, apokalyptische Verhältnisse brechen an … .
Märchen, Mythen und Unerwartetes in spannender Abfolge finden sich in dieser Story. Aber: es geht ausgesprochen brutal zu. Eine Welt aus Verderben, Lug und Trug tut sich auf.
Ich werde nie wieder unbeschwert Märchen lesen oder hören können.
Eine wahnsinnige, süchtig machende Storyline mit unzähligen Spannungsmomenten. Sehr erfreulich, dass die Autorin doch noch einen dritten Teil schreiben möchte.
Die 68er
Blutrotes Karma von Jean-Christophe Grangé
Paris, die 68er. Studentenunruhen mit blutigen Straßenschlachten, Angriffen auf Ämter und Behörden, Forderungen, die keiner versteht. Grangè schildert die Zeit mit wenig Verständnis für die unreifen Randalierer. Mittendrin Hervé. Er weiß nicht, warum er Steine schmeißt, liebt aber den Kick. Kein Erfolg bei den Mädchen, Erfüllung in harter Musik.
Das wird sehr ausführlich, sehr langweilig beschrieben.
Beschrieben wird auch das Ausmaß der Gewalt durch die Halbbrüder Mersch( der in Algerien unvorstellbare Gräuel erlebte) und Hervé in aller Brutalität. Langweilige Beschreibungen, dumme Unruhestifter und viel sinnlose Gewalt - nein, das ist eigentlich nicht meins. Die Ankündigung versprach einen Thriller; nur deshalb hielt ich durch.
Die Handlung entwickelt sich. Drei Studentinnen namens Suzanne, Cécile und Nicole beteiligen sich mehr oder weniger engagiert an den Unruhen. Von Hervé werden sie seine drei Protestfeen genannt, er himmelt sie an. Doch dann findet er Suzanne ermordet vor, in einer eigenartigen Yogapose arrangiert. Nicht der einzige Mord. Hervé wird entführt, nach Indien. Das Leben, die Ereignisse und die Religiosität dort werden thematisiert. Auch hier geht es brutal zu, Grangès Schilderungen sind drastisch, aber wichtige Erkenntnisse treten zutage. Hervé, Mersch und Nicole finden Spuren, die nach Rom führen.
Nach mauem Anfang wurde es tatsächlich spannend. Irrwitzige Verschwörungen, bizarre Charaktere, unglaubliche Begebenheiten - all das verknüpft der Autor. Zieht es aber leider viel zu lang in der ersten Hälfte.
Fazit: bedingt zu empfehlen.
Das muss so
Mordscoach von Lilli Pabst
Sophie Stach, Coachin und Psychoanalytische Supervisorin, kommt mit ihren Klienten gut klar. Eigentlich. Nils Bergmann ist einer davon, Amelie auch. Bis zu einem verhängnisvollen Moment. Dann ist Amelie tot. Ein Unfall. Kann ja mal passieren, vor allem, wenn es die Geliebte des eigenen Mannes ist. Bis hier ok, entwicklungsfähig.
Dann erfährt man viel über Sophies Gedanken, ihre unschöne Kindheit, ihre Selbstanalysen. Ab jetzt häufen sich die <Unglücksfälle>. Irgendwie folgerichtig, zumindest für Sophie.
Erinnert an „Achtsam morden“, allerdings aus weiblicher Sicht.
Unterschwelliger Sarkasmus blitzt durch. Die Kirsche auf der Torte ist der Umgang mit dem Kommissar. Wo findet der seinen Platz - als Flirt oder als Alibi?
Lilli Pabst hat eine Frauenfigur geschaffen, die aus der Spur gerät. Warum, wird etwas langatmig erklärt, analysiert, ergründet, gerechtfertigt. Und offenbar wird diese Sophie auch weiterhin dafür sorgen, dass ihr innerer Monk befriedigt wird.
Wenn man sich darauf einlassen kann, eine unterhaltsame Entwicklung einer Psychoanalytikerin.
Psycho
The Killer Profile von Helen Fields
Ein horrormäßiger Anfang, ein brutaler Mord.
Szenenwechsel: Midnight erstellt Profile von Studien- oder Jobbewerbern. Ein normaler Job, bis ein sehr merkwürdiges Ergebnis aufploppt. Ein potenzieller Mörder könnte dahinter stecken. Der ahnt, dass er schon fast enttarnt wurde. Er geht auf die Suche …
Sehr spannendes Szenario.
Helen Fields erzählt abwechselnd aus Midnights Sicht und der des Mannes mit einem Profil K wie Killer.
Seine Taten werden natürlich von der Polizei untersucht, allerdings tappen sie auf der Tätersuche im Dunklen. Er selbst geht seinen Fantasien nach, macht genaue Pläne. Seine Taten werden detailliert beschrieben, schon die Vorbereitungen sind grausam.
Rein zufällig (?) bekommt Midnight näheren Kontakt zum ermittelnden Kommissar Ruskin, einem engagierten Beamten.
Langsam, aber sicher steuert die Handlung auf einen makabren Höhepunkt zu. Kann der Killer gestoppt werden?
Der Spannungsbogen wird konstant gehalten, eine sehr interessante Person taucht auf. Connie Woolwine ist einfach klasse!
Die Lösung werde ich natürlich nicht verraten, allerdings hat sie mich schon erschreckt.
Fazit: packender Psycho-Thriller, nimmt immer ganz logisch, aber einer, der für absolut spannende Lektüre sorgt.
Cosy Crime mit Humor
Mord im Himmelreich von Andreas Winkelmann
So ein idyllisches Campingleben mit Badesee und exquisitem Kaffee … wäre schön für Kupernikus, einem Mann in den besten Jahren. Es ist ihm nicht vergönnt. Zuerst wird er genötigt, einen Hund von einem SUP zu retten, dann findet er darunter eine Leiche und zu guter Letzt trinkt ihm ein Kommissar den Edel-Kaffee weg.
All das passiert vor dem Herbstfest. „Da kommt so eine Leiche echt ungelegen“, findet Kolki, ehemaliger Müllmann. Ein brasilianischer Finne ist als Beach-Cleaner mit dabei, Hundedame Pinguin macht, was solcherart Vierbeiner eben machen, Kommissar Fass macht gern ein solches auf, Gottesbscheißerle werden aufgetischt, die Luzie-Ralle-Biowaffe taucht auf, der Buschfunk treibt wilde Blüten - Serienmörder und so. Nicht nur himmlisch im Himmelreich.
Andreas Winkelmann beschreibt den Campingurlaub mit Leiche und zugehörigem Mörder ganz entspannt, unterhaltsam und sehr gut lesbar. Auch seine Hauptfiguren Kupernikus und Annabelle zeichnet er gut vorstellbar und vor allem clever und sympathisch.
Cosy Crime kann der Autor also auch! Hat Spaß gemacht, den zu lesen.
Nur eine Sekunde
Vielleicht hat das Leben Besseres vor von Anne Gesthuysen
Anna, evangelische Pastorin und Notfallseelsorgerin in einer Gemeinde, hat Probleme: Mutter und Tante wollen sie verkuppeln, der Teenie-Sohn ihrer Schwester wird von ihr erzogen, ein Kind liegt im Koma … . Gut, dass sie außerdem viele Freunde hat.
Anne Gesthuysen erzählt behutsam und in anrührenden Worten die Geschichte von Menschen wie du und ich.
Neugier und Hilfsbereitschaft, Anteilnahme und Hilfe sowie ausufernde Gerüchte wie in Alpen gibt es dort wie überall.
Als Raffaela, nach einem Unfall im Babyalter in ihrer Entwicklung eingeschränkt, in einen Graben stürzt und ins Koma fällt, tauchen Fragen auf. War es ein Unfall oder Absicht? Die Geschichte von Heike, ihrer Mutter, wird vorgestellt. Berührend: die ihres zweiten Kindes, das ständig zurück stehen muss. Besonders ihm gilt mein Mitgefühl . Aber auch Annas Vita hat es in sich. Ach ja, natürlich darf auch die Problematik der Political Correctness nicht fehlen.
Vielfältige Themen, authentisch beschrieben, regen zum Nachdenken an. Der Leser ist sofort in der Geschichte, jedes Wort ist in klarer und präziser Sprache gesetzt. Leiser Humor blitzt mitunter auf, das macht das Thema etwas leichter.
Verständnis und Mitgefühl als die wichtigste aller Eigenschaften sprechen aus Anna, ein Plädoyer für Menschlichkeit.
Sehr gefühlvoller Roman, herzerwärmend und anrührend geschrieben.
Was wäre, könnte man …
Das kleine Café der zweiten Chancen von Shiori Ota
Himari ist neu in der Stadt, hat Angst vor dem ersten Schultag. Dank einer freundlichen älteren Dame besiegt sie ihre Angst, beginnt zu lächeln und findet Freunde. Die nette Dame aber ist verschwunden.
Damit beginnen merkwürdige Begegnungen. Himari äussert sich, als ob sie schon älter ist und erklärt dem Leser noch einmal das, was im Café geschehen ist.
Unnötig, man versteht auch so, dass Wunderbares passiert: lebensverändernde Minuten werden durchlebt, eine weit reichende Veränderung findet statt. Die Zukunft wird neu gestaltet. Solch eine Chance zu bekommen!
Allerdings ist das nicht ungefährlich…
Shiori Ota schreibt flüssig, versucht, altersgerechte Sprache einzupflegen. Die Reisen in die Vergangenheit sind interessant, es hätten mehr sein dürfen.
Vielleicht gibt es weitere in einem Folgeband.











