Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Wunderschön
Spellshop von Sarah Beth Durst
Kiela, Bibliothekarin mit blauer Haut, muss vor Revolutionären aus Alyssium flüchten und kann nur wenig mitnehmen. Ihr neues Heim finden sie und ihr Freund, eine bewegliche und sprechende Pflanze (phantastisch), auf der winzigen Insel Caltrey mit geflügelten Katzen, vierarmigen Harfenistinnen, Zentauren, humorvollen Seepferden… Aber es fehlt an Magie für das Pflanzenwachstum.
Der Kaiser hat alles abgezogen. Und Magieausübung strengstens verboten.
Es fällt leicht, sich in die Geschichte einzulesen. Kiela ist genial geschildert, sie ist liebenswert und gern für sich. Auf ihren Abenteuern begleitet man sie gern. Und es geht sehr abenteuerlich zu. Ihre ungewöhnlichen Gefährten sind ausgesprochen sympathisch. Zauberei, Erfolg, Liebe, Missgunst, Gefahr - alles ist dabei.
Der Schreibstil von Sarah Beth Durst ist flüssig, anschaulich, fantasievoll und sehr angenehm zu lesen. Tolle Lektüre, die ein zufriedenes Gefühl hinterlässt.
Töte mich …
Spellshop von Sarah Beth Durst
Hannah ist so ausgehungert nach Zuneigung, dass sie für ein bisschen davon alles tut. Immer wieder enttäuscht, sucht sie in Online-Foren nach Ablenkung. True Crime hat es ihr angetan. So stößt sie auf William Thompson, einen potentiellen Frauenmörder. Ihren ersten Brief an ihn schreibt sie aus Frust, aber nach und nach glaubt sie, ihn kennenzulernen.
Sie vernachlässigt ihre Arbeit, benutzt William als Kummerkasten und beschwört damit eine Entwicklung herauf, die sie nicht erwartet hat.
Natürlich geschieht etwas. Ausführlich beschreibt Tasha Corryell, wie es dazu kam. Es wird eine extreme Geschichte erzählt. Die Protagonistin ist unsympathisch, exzentrisch und ein Stück weit naiv. Sehr fixiert auf William. Was anfangs spannend erschien, zog sich hin. Einige Personen bieten viel Potenzial, bleiben aber blass.
Das Ende ist erwartbar, hätte aber kaum anders sein können.
Durchwachsen.
Hurra, der Pumuckl ist da!
Pumuckl, Tiergeschichten von Uli Leistenschneider; Ellis Kaut
Pumuckl, der kleine rothaarige Kobold, langweilt sich ganz schnell und dann ganz fürchterlich. Aber - pfiffig wie er ist, fällt ihm immer etwas ein. Oft allerdings irgendein Unfug oder Schabernack. Für ihn ist das leicht, er ist für andere Leute unsichtbar. Nun also soll ein Haustier her.
Wer ihn noch kennt, weiß um seine originellen Ideen, lustigen Einfälle und seine Reimereien.
Ganz in dieser Tradition hat Uli Leistenschneider neue Pumuckl-Abenteuer erdacht und aufgeschrieben. Pumuckl hinterfragt ihm seltsam erscheinende Begriffe und freut sich - ebenso wie die Leser- an der entsprechenden Erklärung. Meister Eder und sein Pumuckl durchleben wieder viele peinliche Situationen, aber Spaß haben beide. Nataša Kaiser hat die dazu passenden Illustrationen dem Original stilecht nachempfunden, sie sind anschaulich, farbig und passend wie eh und je. Und ganz nebenbei lernen Kinder viel über den Umgang mit Haus- und Zootieren, Pflanzen und einiges mehr.
Das Buch orientiert sich am Original von Ellis Kaut und bietet kindgerechte und unterhaltsame Geschichten für junge Leser ab fünf.
Bücher überall
Maggie Bell und die tödlichen Seiten von Harper Lin
Joshua Whitfield, der Sohn des verstorbenen Besitzers der Buchhandlung, in der Maggie arbeitet. Er will den alten Buchladen rentabel gestalten und möchte ein Café integrieren sowie Bestseller über Vampire und Liebesromane verkaufen. Sehr zu Maggies Entsetzen. Sie mag weder neue Bücher noch störende Kunden.
Überhaupt kümmert sie sich eigentlich um … nichts. Aber dieser Joshua, der nicht einmal liest, interessiert sie unlogischerweise doch. Er gerät unter Mordverdacht.
Maggie und Joshua könnten ein gefälliges Liebespaar in einem netten Cosy Crime abgeben. Schade, dass es viele Klischees - bebrillte und altbacken gekleidete Maggie … - und ein vorhersehbarer Kriminalfall abwerten. Da wäre mehr drin, denn der Schreibstil von Harper Lin ist locker und flüssig.
Wo sind die Kinder?
Mit kaltem Kalkül von Prof. Dr. Michael Tsokos
Dr. Sabine Yao, Deutsch-Chinesin, ist Rechtsmedizinerin beim BKA. Neben ihrer anstrengenden Arbeit in der Spezialeinheit „Extremdelikte“ kümmert sie sich aufopfernd um ihre labile Schwester und deren Kinder, eins davon halbseitig gelähmt. Das ist nicht nur physisch, sondern auch finanziell hart.
Ein unmittelbar zugehöriger Erzählstrang befasst sich mit Khalaf. Sehr spannend ist der Job des libanesischen Ex-Geheimdienstlers, der immer wieder von sich illegal in Deutschland aufhaltenden Personen um Hilfe angebettelt wird. Er hat sich in Berlin ein perfekt funktionierendes Netzwerk aufgebaut und scheut auch vor brutalen Taten nicht zurück. Gut beschriebene interessante Person.
Prof. Dr. Michael Tsokos erklärt allgemein verständlich Routineabläufe in Gerichtsmedizin und Pathologie. Überhaupt schildert er die Arbeit der Ermittler vorstellbar, spannend und interessant.
Faszinierender Thriller über verschiedenartige Kriminalfälle im Berliner Milieu mit außerordentlich ehrlicher Haltung des renommierten Rechtsmediziners und Autors Tsokos.
Die Mystery-Bos
Invictum von Danielle Trussoni
Seit Jahrhunderten hat es noch nie jemand geschafft, die mysteriöse Drachenbox zu öffnen. Einige Versuche endeten tödlich.
2024: Mike, nach einem Unfall in der Lage, jedes Rätsel zu lösen, soll helfen. Die Einladung zum entsprechenden Wettbewerb kommt vom japanischen Kaiser. Mike selbst hat geniale Züge, ein fotografisches Gedächtnis, ist aber im praktischen Leben recht hilflos.
Zudem illoyal.
Nicht nur er ist am geheimnisvollen Inhalt interessiert, auch eine japanische Samurei will das Geheimnis lüften. Bestens ausgebildete Kriegerinnen unterstützen sie dabei und gehen skrupellos vor.
Das Kästchen selbst ist nicht nur rätselhaft, sondern auch so konstruiert, dass bei dem Versuch, es zu öffnen, schon viele Menschen verletzt wurden oder gestorben sind.
Danielle Trussoni beschreibt durchaus spannende Ereignisse, flicht Lügen und Intrigen ein, schiebt aber auch langatmige Passagen und eigenartige Zufälle oder Unlogisches dazwischen. Fragen bleiben offen, warum nutzt Mike keine … Stopp, sonst Spoiler.
Viel erfährt der Leser über japanische Traditionen und gegenwärtige Verhältnisse. Interessant für Japanliebhaber. Einige Begriffserklärungen hätten auch anderen weitergeholfen.
Entstanden ist eine Mischung aus komplizierten Vorgängen, fantasievollen technischen Möglichkeiten, Verschwörungen, Abenteuern, Mystery und einer langwierigen Schatzsuche.
Verworrene Fantasy
Ich fürchte, Ihr habt Drachen von Peter S. Beagle
Beagles Stil ist blumig, romantisch, märchenhaft und zielgenau.
Die Idee ist originell: Drachenbefall im Schloß, wie fantastisch! Aber zuerst geht es um die eigentlichen Schlossbewohner, Königs als Erziehungsberechtigte für die zu verheiratende Prinzessin. Alles mit ein wenig Zuckerguss überzogen, allerdings mit versteckter, unterschwelliger Kritik an adeligem Benehmen.
Robert, ein einfacher Bauernsohn, ist Drachenbekämpfer wider Willen. Der hochverehrte Königssohn Reginald ist ein zunächst eher ein Schöngeist und soll nach Vater Königs Wunsch ein echter Ritter werden und Heldentaten vollbringen. Die Prinzessin fällt total aus dem Rahmen. Adlige sind immer Analphabeten. ? Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Das zeigt sich auf der „Bewährungsprobe“.
In Art von Fabeln werden Taten gewollt zu Analogien, die Geschichte auf andere Art und Weise aufarbeiten.
Eine fantastische Story mit vielen Twists ist entstanden. Ein wenig Humor, romantische Liebe, Mut und der Willen, Vorherbestimmtes nicht immer zu akzeptieren, bestimmen die Handlung. Die Story wirkt auf mich konfus ( mal sind Drachen nette Haustiere, mal werden sie getötet - warum?), inkonsequent, auf keinen Fall so witzig und unterhaltsam, wie erwartet. Nicht wirklich meins, aber interessant. 3,5 Sterne von mir.
Spannend
Five Broken Blades von Mai Corland
Fünf Klingen sollen Gottkönig Joon zur Strecke bringen: ein Leibwächter, eine Diebin, eine Meuchelmörderin, ein Fürst ohne Königreich und der Geheimdienstchef des Königs selbst. Alle haben sehr, sehr gute Gründe für diesen Auftrag.
Die Protagonisten wechseln sich ab mit ihren Geschichten. Die sind gut erzählt, der Schreibstil ist spannend und unterhaltsam.
Allerdings ist das ständige Umschwenken mühsam, der Lesefluss wird gestört. Wer war das nochmal …? Aber man liest sich ein. Die Vorbereitung auf den Anschlag sind aufwändig, gefährlich, geprägt von Vorsicht und Misstrauen. Drei Paare finden sich als Gefährten, alle sympathisch mit nachvollziehbaren Absichten. Aber sind auch alle ehrlich?
Durchgängig packend, abwechslungsreich, man fiebert mit den Helden mit. Phantasievolle und sehr unterhaltsame Lektüre von Mai Corland. Leseempfehlung!
Bemerkenswertes Quartett
Five Broken Blades von Mai Corland
Vier tolle Frauen, die aus dem Leben gegriffen scheinen, finden gemeinsame Interessen. Sie haben sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht, sind jetzt auf der Suche: nach Erfüllung, nach etwas Glück, nach sich selbst. Sehr verständlich nach all ihren Enttäuschungen. Darunter treulose Partner, unverschämte Anbieter, betrügerische Ehemänner, nervige und/ oder nassauernde Verwandte.
Auch Verlust durch Tod muss verarbeitet werden. Bei verschiedenen Anlässen fallen durchaus kritische Worte. Bewundernswerte Ehrlichkeit hilft allen weiter.
Ellen Martin hat einen angenehmen Schreibstil, flüssig, unterhaltsam, lebendig.
Geschickt steuert sie ihre Truppe durch Höhen und Tiefen, der Leser freut sich oder leidet mit. Die Autorin erzählt mit viel Feingefühl, glaubhaft, lösungsorientiert. Wie geht es weiter? Ich hoffe auf „Fortsetzung folgt“.
Schimmerhorns Problem
Sternenschweif, Wimmelbuch, Abenteuer im Einhornland von Linda Chapman
Wunderschöne Einhörner in zarten, pastelligen Farben begegnen uns auf der ersten Seite. Blumenelfen, schimmerndes Wasser, ein Regenbogen und … . Hier und auf den folgenden Zeichnungen gibt es viel zu entdecken. Fohlen Schimmerhorn aber hat ein Problem. Jetzt darf gerätselt werden: was könnte es sein? Kann man eine Lösung finden? Laura und ihr Pony Sternenschweif, welches in Wahrheit ein verzaubertes Einhorn ist, helfen gern.
Es wird spannend, eine Reise durch ein Zauberland beginnt. Die Behausung der Trolle ist in kräftigen Farben, man kann sich ganz toll über Wohnbedingungen unterhalten. Zauberblumen, fliegende Drachen und andere magische Dinge regen die Phantasie an, bieten Sprechanlässe. Auch eine Erweiterung des Wortschatzes ist möglich.
Laura Chapmann hat eine fantasievolle Geschichte in schönen Bildern verfasst, geeignet für Leserinnen ab vier.









