Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Gruselig
Der Salon der kühnen Frauen von Clare Pollard
Marie d’Aulnoy lädt monatlich in ihren Salon ein. Zu Gebäck und Naschereien gibt es märchenhafte Geschichten. Klingt ungefährlich! Nein, da die Frauen ihre Märchen wie Fabeln erzählen, fühlen sich die Männer am Hof von Ludwig dem XIV. bedroht, erkennt sich doch mancher als wenig schmeichelhafter Charakter wieder.
Für die Frauen jedoch sind sie Erleichterung, fördern ihren Zusammenhalt und geben ihnen Mut. Allen bekannte Märchen wie das von der Gänsemagd, Blaubart, Rotkäppchen oder vom gläsernen Pantoffel entstanden dort.
Clare Pollard erzählt detailreich, blumig, stattet ihre Geschichten mit viel Phantasie opulent aus. Mitunter geht ihr Sarkasmus ins Ordinäre, sie beschönigt die Zustände nicht. Eindrucksvolle Beschreibungen des Schlosses von Versailles, des Lebens des Königs gehören dazu. Bekannte Namen erkennt man. Ebenso die Entstehungsgeschichte der Salons. Sehr ausführlich. Und mit vieldeutigen, nein, eindeutigen Anspielungen gespickt. Das Leben der Frauen ist stets in Gefahr. Schreckliche Zeit.
Willkommen in Absurdistan
Long Live Evil von Sarah Rees Brennan
Rae ist todkrank, es gibt keine Hoffnung mehr. Ihre Schwester ist oft an ihrem Krankenbett zu finden, liest ihr eine phantasievolle Geschichte vor. Eine Tages steht eine Unbekannte im Klinikzimmer und macht Rae ein Angebot: Rae wird die zum Tode verurteilte Hauptfigur in einem Kitschroman und kann mit der Blume des Lebens ihr Leben retten ODER sie stirbt im real Life.
Natürlich nimmt Rae an und findet sich in der vorgelesenen Story als Schurkin wieder. Zu gern füllt sie diese Rolle aus, spinnt Intrigen und nutzt andere Figuren, um an die begehrte Blume zu gelangen.
Es folgt eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte. Abstruse Gedankenstränge verzweigen sich, es wird völlig verdreht. Rae arbeitet mit allerlei Tricks, findet Verbündete, trifft auf klischeehafte Charaktere. Die Sprache wechselt zwischen kitschigen und Seifenopern ähnelnden Beschreibungen und normalem Stil. Man erkennt immer wieder Raes Kampf gegen die Krankheit, sogar in den unglaublichsten Szenen. Mir ist die Story zu abgedreht, streckenweise zu albern, selten spannend. Es war mein Wunschbuch, mit Spannung erwartet. Jedoch dann doch nicht mein Geschmack.
Unerwartet
Letzte Lügen von Karin Slaughter
Der Rückblick enthüllt die Geschichte einer mehr als toxischen Familie. Despotismus, Brutalität, Duckmäusertum, Geldgier und Ungerechtigkeit sind an der Tagesordnung. Die Situation spitzt sich zu, es kommt zu einer Katastrophe, zu einem Mord. Macht absolut keinen Spaß zu lesen.
Gerichtsmedizinerin Sarah Linton und Ermittler Will Trent sind zufällig vor Ort und beginnen mit den Ermittlungen.
Das ist nicht ungefährlich; so hatten sich die frisch Verheirateten ihre Flitterwochen in einem idyllischen Ressort nicht vorgestellt.
Über die Familie des Opfers kommen immer mehr gräßliche Sachen ans Tageslicht. Motive gibt es mehrere. Können Sarah und Will rettend und aufklärend eingreifen? Das Ende ist unerwartet.
Karen Slaughter verfasst ihren Thriller gewohnt tiefgründig, beschreibt ihre Protagonisten ausführlich, verleiht ihnen gut vorstellbare Züge. Das ist nicht immer spannend, entstanden ist dennoch ein solider Krimi für ihre Fans.
Gegen Gewalt
Letzte Lügen von Karin Slaughter
Diese Ehemänner sind das Letzte! Herrschsüchtig, gewalttätig, bevormundend - sie erleiden einen Unfall. Einen tödlichen. Endlich keine Schläge, Tritte, Demütigungen mehr für ihre Frauen. Aber wohin mit den toten Kerlen? Austrocknen mit Katzenstreu? Verbrennen? Vergraben? Ist nicht so einfach. Sally trifft auf Ruth, die genau das gleiche Problem hat.
Alexia Vasale schildert eindringlich, was sich viele Frauen von manchen Männern antun lassen. Aus welchen Gründen auch immer. Gefängnis droht. Sie sind nicht allein in der Situation. Was wird geschehen? Gibt es vielleicht doch eine Lösung, die im Guten endet?
Die Frauen sind gut beschrieben, sind individuell verschieden; als sehr interessant empfinde ich die Figur der Edwina. Aus den zu Beginn eingeschüchterten und ängstlichen Personen werden geschickt agierende Figuren. Der Zufälle sind mir ein wenig zu viele, allerdings wird die Botschaft klar und anschaulich vermittelt.
Einzig das Anliegen der Autorin, mit Humor Aufmerksamkeit zu erringen, verstehe ich nicht. Humorvoll finde ich bei diesem Thema gar nichts.
Auf der Suche
Wolke Sieben ganz nah von Kirsty Greenwood
Delphie ist tot! Mit siebenundzwanzig an einem Burger erstickt. Das Jenseits ist unerwartet skurril, sogar mit Partnervermittlung. Da ist er, der Seelengefährte! Leider ist der aber noch nicht tot. Delphie darf weiterleben, wenn sie ihn in London findet und er sie küsst. Zehn Tage hat sie Zeit, aber kennt nicht einmal seinen vollen Namen.
Daniel, ja, aber wie weiter? Na denn, viel Glück!
Eine abenteuerliche Suche beginnt. Delphie gerät in einige peinliche Situationen, man könnte direkt Mitleid mit ihr haben. Und natürlich wünscht man ihr Glück, hängt doch einiges davon für sie ab.
KIrsty Greenwood schreibt locker und unterhaltsam. Ihre Heldin kann man gut verstehen, auch die anderen Figuren sind überwiegend sympathisch. Manchmal erst auf den zweiten Blick.
Schöner Wohlfühlroman mit ganz viel Liebe. Gern mehr davon.
Männer vom Dachboden
Ehemänner von Holly Gramazio
So witzig! Würde mir das passieren - ich würde durchdrehen! Ein völlig Fremder ist plötzlich der eigene Ehemann, kennt alle Eigenheiten. Wie geht das? Lauren (eigentlich Single) versucht zu ergründen, wer er ist, was geschehen ist. Ganz pragmatisch und darum für den Leser umso amüsanter. Ihr Mann ist also Architekt.
Guter Beruf. Ein Gemüsebeet? Vielleicht hat er das ja mitgebracht. Ihr Verhalten: Na gut, dann ist das so. Herrlich!
Aber: das war nur der erste fremde Mann. Nach dem Dachbodenbesuch kommt der zweite Fremde die Treppe herab, der erste ist weg. Huch! Dann der dritte. Und noch einer. Es wird immer bizarrer. Die Männer sind jeweils in der Situation, Lauren muss erst einmal herausfinden, wer/was/wie sie und der Mann sind.
Nach dem sechsten oder siebenten fängt sie an, auszusortieren.
Holly Gramazio schreibt genial, die Situationen sind ungewöhnlich, das Sujet ist originell - mir gefällt das Buch gut. Die Vorstellungskraft wird angeheizt; ein amüsantes Gedankenspiel wird in Gang gesetzt. Anschaulich werden Laurens Gedanken geschildert, sie selbst ist ein interessanter Charakter.
Holly Gramazio schreibt mit viel Humor und noch mehr Phantasie von Ehemännern und was-wäre-wenn Situationen. Hat mich gut unterhalten!
Im Schlaf
Anna O. von Matthew Blake
Die Idee: „Wenn jemand beim Schlafwandeln einen Mord begeht, ist er dann schuldig oder unschuldig?“, ist spannend und gibt die Ausgangssituation dieses Thrillers von Matthew Blake vor. Ja, wie ist das denn nun?
Dr. Prince, forensischer Psychologe und auf Straftaten spezialisiert, die im Zusammenhang mit Schlaf begangen werden, soll die eines Doppelmordes verdächtige Anna O.
nach vierjährigem Koma aufwecken. Nur im Wachzustand kann sie vor Gericht gestellt werden. Alles bis dahin streng geheim. Vielleicht gelingt das Aufwecken mit einem neuen, anderen Ansatz. Sieht gut aus. Allerdings gibt es eine anonyme Influencerin, die vertrauliches Insiderwissen hat. Und kräftig mitmischt.
Die Buchankündigung fand ich spannend, das Buch nur streckenweise. Annas Tagebuch wirkt authentisch, auch die Bloggerin - diese Stellen sind interessant. Ben ist zunächst verwirrend… . Einige Twists bringen Abwechslung, insgesamt aber ist viel, für mich zu viel, ausschweifend, krampfhaft Zusammenhänge herstellen wollend. Versteckte Andeutungen zielen auf das Ende hin, keine große Überraschung.
Gelungenes Lern- und Beschäftigungsbuch
Das dicke Quatsch-Rätselbuch von Isabel Große Holtforth
Das Rätselbuch umfasst 150 Rätsel und Lösungen auf 112 stabilen Seiten im Din A4 Format. Die Farben sind kräftig bunt, die Zeichnungen niedlich, gut erkennbar. Einfache Aufgaben wechseln sich mit anspruchsvolleren Arbeiten ab. Gern verbindet meine Kleine Farben und entsprechendeGegenstände, kreist bestimmte Themengebiete ein, fährt Linien nach, erkennt Schatten oder beendet angefangene Skizzen.
Schwungübungen, vergleichendes Beobachten und Bilder- Sudoku machen uns allen Spaß. Lustiges findet sich ( Augen bei Nacht, Spinnenbeine), Quatschfehler (Pferd mit Lockenwicklern, Mäuse als Katzenjockey), vielfältige Sprech- und Erzählanlässe gibt es. Zahlen werden geübt, der Wortschatz wird spielerisch erweitert, ungewöhnliche Begriffe werden bei der Bearbeitung verdeutlicht.
Gelungenes Lern- und Beschäftigungsbuch für Kinder ab vier Jahren, aber auch für ältere.
In einem japanischen Dorf
Das Dorf der acht Gräber von Seishi Yokomizo
Über dem Dorf der acht Gräber soll ein schrecklicher Fluch liegen. Acht schuldlose Samurai wurden hier getötet.
Später richtete hier ein Vorfahr der Familie Tajimi das erste Blutbad an, dessen Sohn Yozo das zweite; das dritte scheint bevorzustehen. 1946 passiert genau das: rätselhafte Verbrechen häufen sich.
Könnte Yozos verschwundener Sohn Tatsuya ein ebenso wahnsinniger Mörder sein wie sein Vater?
Er selbst erzählt, wie sich sein Leben nach diesen Enthüllungen entwickelt. 27 Jahre in der Fremde und in Unwissenheit, dann der Schock. Er soll in das Dorf der Acht Gräber zurückkehren, aber es gibt Einwohner, die das unbedingt verhindern wollen. Komplizierte Familienbande stellen ihn vor Probleme. Sein Großvater und sein Bruder werden vergiftet …
Seishi Yokomizo berichtet über japanische Sitten, Generationsprobleme, Alltagssorgen, Unterschiede zwischen moderner Stadt und traditionellem Dorf. Sein Krimi besticht durch Detailvielfalt. Die Spannung wird durch langsames Heranarbeiten an bedrohliche Ereignisse gehalten, die Atmosphäre ist bedrohlich. Ermittler Kosuke Kindaichi, der mich irgendwie an Inspektor Columbo erinnert, gibt wieder sein bestes, dieses Puzzle aus Aberglauben und wirklichen Geschehnissen zu lösen. Verwirrend, aber spannend mit überraschender Auflösung.
Auch so sein!
Disney Prinzessinnen - Starke Heldinnen - Volle Girl Power. Erstleseabenteuer von Anne Scheller
Disney Filme werden geliebt, die Prinzessinnen sind schön. Dass sie auch tapfer und erfindungsreich sind, kann man in diesem Buch wunderbar erkennen.
Das Thema spricht Erstleserinnen an: Prinzessin und Heldin - wären sie auch gern. Das motiviert zum Lesen, auch wenn man Bücher sonst nicht so gern selber liest.
In der ersten Geschichte geht es um Belle. Liebenswert, hübsch, liest gern! Dann Tiana, ebenso. Rapunzel auch. Gute Vorbilder.
Der Text bietet Gesprächsanlässe, die Bilder sind in Disneymanier sehr nett anzuschauen, alles ansprechend für kleine Ladies. Die Farben sind kräftig und bunt, die Untergründe abwechslungsreich farbig gestaltet.
Schön, dass auch die Aussprache erklärt wird. Schwierige Wörter werden im Anhang erläutert.
Die Schrift ist schön groß, gut leserlich. Uns gefällt, dass die Seiten nicht textlastig aufgebaut sind.
Der Nachwuchs mag es, mir gefällt es auch.










