Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Spannende Mörderjagd
Mörderfinder – Stimme der Angst von Arno Strobel
Fallanalytiker Max Bischoff glaubt, seine große Liebe Jennifer gesehen zu haben. Nur ist sie schon seit Jahren tot. Wer ist die Unbekannte? Ab jetzt überschlagen sich die Ereignisse in Bischoffs Leben. Ein Freund wird zusammengeschlagen, eine Freundin verschwindet und eine höhere Polizeibeamtin macht ihm das Leben schwer.
Als ob das noch nicht reichen würde, spitzen sich die Dinge weiter zu. Ein Psychopath hat einen perfiden Plan ausgeheckt, Bischoff stellt sich untypisch naiv an … .
Arno Strobel hat erneut einen sich langsam steigernden packenden Thriller mit genau dem richtigen Gruselfaktor geschrieben, aufregend und undurchsichtig bis zuletzt, überraschende Wendungen inklusive.
Wieder ein spannender und nervenzerfetzender Fall für Max Bischoff!
Verlegt vom Fischer Taschenbuch Verlag.
Die Poesie des Lebens und der Liebe
Hallo, du Schöne von Ann Napolitano
William wird vorgestellt, seine Liebe Julia und deren Familie auch. Sehr gut vorstellbar, als besondere Menschen angelegt. Julias Familie ist voller Leben, voller Bewegung - all das, was William bisher fehlte.
Julia hat immer einen Plan. Sylvie sucht die wahre Liebe. Die Zwillingsmädchen stehen ein wenig im Schatten der älteren Schwestern.
Aber Pläne können sich ändern. Altmodische Ansichten und das Festhalten an überholten Konventionen machen allen das Leben schwer.
Die Gedanken der Protagonisten werden ausführlich dargelegt, nachvollziehbar geschildert. Tiefgründig geht Ann Napolitano auf verschiedene Befindlichkeiten ein, schafft Verständnis für nahezu jeden der doch so verschiedenen Charaktere. Egal, ob Charlie, den ich sehr mochte, oder für Sylvie, besonders für William.
Sehr feinfühlig, sehr emotional wird der Weg der Schwestern verfolgt, Williams Leben erzählt, die Freunde einbezogen, die Töchter beobachtet - ein ganz, ganz besonderes Buch über viele Facetten des Lebens.
Lesen!
Nicht lesen!
Lesen NERVT! - Bücher? Nein, danke! (Lesen nervt! 1) von Jens Schumacher
Karoline Kneberwecht ist eine ältere, stets genervte und resolute
Spinnendame. Mit Schürze, Brille, Dutt. Sie lebt in einem Buch und will ihre Ruuuuuhä! Also wird jeder, der das Buch in die Hand nimmt, von ihr genötigt, das Buch wieder wegzulegen. Ihre Argumente sollen überzeugen: „Lesen ist langweilig; es nervt; Wörter bringen Unruhe; Buchstaben sorgen für Verwechslungen; Gedichte sind schrecklich …“! All das < beweist> sie mit tollen Rätsel, witzige Texten, spannenden Spielen und vielem mehr.
Natürlich erreicht Spinne Karoline genau das Gegenteil, das Buch macht einfach Spaß, es ist unterhaltsam und spannend, bietet Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden und überzeugt Lesemuffel, dass Bücher toll sind! Eine entzückende Idee, gekonnt umgesetzt von Jens Schumacher. Ansprechend und phantasievoll illustriert von Steffen Winkler. Allerdings mochten wir nicht, dass der Seitenhintergrund oft in einem trüb-dunklen Ton gedruckt war.
Für Kinder und Lesenlerner ab sieben, 80 Seiten und mit 10€ jeden Cent wert.
Dunkle Zeiten
Sparks von J.R. Dawson
In den 20ern zieht eine sehr außergewöhnliche Artistentruppe durchs Land. Odette, Mauve und Rin können Verletzungen heilen, die Zukunft voraussagen oder durch die Zeit reisen. Ein „Spark“ ermöglicht ihnen diese Fähigkeiten, die allerdings durch Regierungsbeamte verfolgt werden.
Die drei helfen Menschen, die in schwierigen Situationen stecken.
Dabei haben sie es selbst nicht leicht. Düstere Visionen, Bedrohungen durch den Nachtzirkus, der die Zeit des Faschismus darstellt und mehr verdunkeln ihre Tage. Im Hintergrund droht Krieg. Zeitsprünge, Rückblenden und Zukunftsgeschehen vermischen sich. Breiten Raum nimmt die Verfolgung andersdenkender und andersgläubiger Menschen ein.
Könnte spannend und interessant sein, enthält aber viel Politik, die in die angekündigte Handlung hineingepfropft wurde - das passt nicht in den angekündigten Plot hinein, das geht nicht zusammen. Deprimierend.
Söldner im Krieg
Essex Dogs von Dan Jones
Söldner im Krieg
Es ist während des 100-jährigen Krieges, 1346, an der Küste der Normandie gehen zehn englische Söldner an Land. Eine gemischte Truppe, sehr verschiedene Charaktere. Anführer Loveday und seine Mannen sichern die Flotte des englischen Königs.
Es folgen historische Fakten und blutige Metzeleien.
Einigen der „Essex Dogs“ merkt man die Freude am Töten, Abschlachten, Brandschatzen und Foltern deutlich an. Söldner gab es immer, wird es immer geben. Deren vielfach geschilderte, abgestumpfte Geisteshaltung, die hier sehr ausführlich beschrieben wird, brauche ich nicht. Ebenso wenig die späte Läuterung von Loveday. Meine Vorstellungen gingen in Richtung Historie und Zusammenhalt einer Kämpfergruppe. Gibt es hier auch, der Zusammenhalt ist trotz unterschiedlicher Meinungen gegeben, aber die gesamte Geschichte konnte mich nicht erreichen. Die Charaktere bleiben flach, die Historie wird zu Kapitelbeginn stets lehrbuchhaft und vorwegnehmend aufgezeigt und langweilig und abstoßend im Text der Erzählung ausgebaut.
Nicht wirklich meins.
Oscars Truhe
Der Wortschatz von Rebecca Gugger
Oscars Truhe
Was ist in der Truhe? Nur olle zerknüllte Worte, och!
Erst durch einen Zufall erfährt Oscar, dass er mit diesen Worten Dinge verändern kann. Ob der quietschbunte Igel erzürnt ist, der Baum mit lila Perücke schick aussieht, der Käfer plötzlich monströs geworden ist, der Bagger federleicht oder das Krokodil handzahm, Wörter sind wichtig.
Jetzt hat Oscar Spaß daran, mit Wörtern Dinge zu gestalten, sucht neue, bildet selber welche, z.B. pinkflossig, sauergurkig oder blubberweich. Das ganze Geschehen wird phantasievoll und witzig illustriert, tolle Zeichnungen bringen zum Staunen und gefallen gut. Das Buch macht Lust, selber Neues zu kreieren, Sprachspielereien zu veranstalten und überhaupt der Sprache mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Natürlich kann man so auch den Wortschatz erweitern, Wortarten üben, Synonyme finden, Gegenteilpaare bilden usw.
Schöne Idee!
KI kanns
Die Burg von Ursula Poznanski
Eine gut durchmischte Truppe wird eingeladen, eine neue Spieleherausforderung kennenzulernen. Alle sollen später darüber - natürlich positiv- berichten. Man hofft auf leicht verdientes Geld. KIs sind schließlich so programmiert, dass sie das Leben erleichtern oder bei Escape Games leichten Grusel und viel Unterhaltung generieren.
Genau das macht KIsmet in der aufwändig hergerichteten Burg. Nur: wer spielt hier mit wem?
Geschickt, dass zwischen der Escape- Truppe und den Burgmitarbeitern hin- und hergewechselt wird. Die anfangs aufgeschlossene Stimmung wandelt sich.
Ursula Poznanski beschreibt ausgesprochen kreativ und fantasievoll, was KI einst können könnte. Sehr abenteuerlich und spannend gestaltet, gespickt mit Horrorszenarien, liest sich dieser Thriller extrem schnell weg, packende Unterhaltung ist garantiert.
Ein Schelmenroman
Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge von Anja Tsokos; Michael Tsokos
Wer ist dieser Heinz? Seine Autoren äußern sich zunächst abschätzig über ihn und sein Leben. Grau, ohne Schulabschluss, weil förderungsunfähig, alt. Sie beschreiben seine Jugend und versuchen, die Sprache der späten Fünfziger und Sechziger zu treffen. Nun, es gelingt ihnen nicht wirklich. Gewollt ironisch, leider aber ziemlich verbittert, wird das Leben in „… einem Land, das es nicht mehr gibt…“ erklärt.
Und zwar zwei Kindern, einem 10- und einer 13-Jährigen. Nicht sehr plausibel, genau so wenig wie der Fakt, dass Labensky halber Analphabet ist, aber Akten voller komplizierter Begriffe lesen und verstehen kann.
Gelegentlich sind die Sprüche witzig, aber authentisch? Sehr zweifelhaft.
Aber: ein erster Eindruck täuscht.
Das Autorenpaar Tsokos und Tsokos begleitet Heinzi durch sein Leben, ähnlich wie Forrest Gump erlebt der Unglaubliches. Respekt, das alles in eine zusammenhängende Story einzubinden.
Viele historische Ereignisse sind also in diesen Busfahrt- Kontext eingebettet worden, Etliches an fleißiger Recherchearbeit steckt dahinter.
Nach Startschwierigkeiten kann man diesem Buch doch Vieles abgewinnen, eine recht spezielle, sehr originelle Geschichte ist entstanden.
Geschichte eines Mörders
Notizen zu einer Hinrichtung von Danya Kukafka
Ansel Packer wird heute hingerichtet. Ansel ist ein Mädchenmörder.
In Abschnitten wird sein Leben aufgezeigt. Seine Kindheit, sein Verhältnis zu anderen Menschen. Es kommen mehrere Mädchen oder Frauen zu Wort, streiflichtartig, alle von diesem toxischen Mann fasziniert. Was hatte er so Besonderes an sich? Seine sehr speziellen philosophischen Ideen vielleicht? Seine Gedanken 12 Stunden vor der geplanten Hinrichtung kann der Leser fast minutiös miterleben.
Nicht seine Opfer kommen zu Wort, sondern die, die sich durch seine Taten verändert oder etwas verloren haben. Die Mutter, die sich erst spät selbst gefunden hat. Auch ihre Gedanken werden dargelegt, verworren und unentschlossen geschildert. Captain Saffy, ehrgeizig, klug, aber auch von Gefühlen gebeutelt, von Schatten ungelebter Möglichkeiten verfolgt. Die den Verlust der Zwillingsschwester nur schwer ertragende Schwester. Was hätte nicht alles sein können, wenn …
Verstörend und beeindruckend beschreibt Danya Kukafka aus den Fugen geratene Leben.
Romantische Fantasy
Lodernde Flammen von Aimie May
Arianna, früh Waise geworden, lernt auf die harte Tour, sich durchzusetzen. Das hilft ihr sehr, als sie in einer geheimen Regierungseinrichtung landet. Was sie dort erfährt, ist einfach unglaublich. Wesen, die man eigentlich nur aus Märchen kennt, setzen Städte und Dörfer in Brand und wollen die Menschen vernichten.
Nach einem hatten Training wird sie gegen sie in den Kampf geschickt. Dabei erlebt sie einige Überraschungen.
Aimie May hat eine sehr phantasievolle und spannende Geschichte geschrieben. Ihre Heldin ist eine Frau, die langsam ihre wirkliche Bestimmung erkennt und zu eigener Stärke findet. Magie, Verrat, Freundschaft und Romantik spielen eine Rolle.
Manches aus Ariannas Vergangenheit bleibt im Dunklen, könnte unbedingt ausgebaut werden, vielleicht wird das in einer hoffentlich erscheinenden Fortsetzung geklärt.
Fazit: ein unterhaltsame und gelungenes Debüt!











