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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Daffodil:

Cosy Crime mit Humor

Kommissar Jennerwein darf nicht sterben von Jörg Maurer

Auch ein Kommissar Hubertus Jennerwein braucht mal Urlaub. In einem Sporthotel (!) sollte das klappen … . Oder doch nicht? Ein von 12 Knastis angeheuerter Superkiller soll ihn für immer am Ermitteln hindern. Genau das möchte aber ein aufdringlicher Asiate nicht.
Wer die vorangegangenen 14 Jennerwein-Fälle verfolgt hat ( oder auch nur einige davon) kennt Jörg Maurers hintergründigen Humor ebenso wie seine eigenwilligen Wortschöpfungen.

Einen Ganoven in der Hotelküche stundenlang Zwiebeln schälen lassen, also bitte. Nicht das einzige unterhaltsame Missgeschick. Auch angedachte Team-Arbeit einer Buffetschmarotzerin mit dem Ermittler bietet Potenzial.
Nicht durchgängig spannend ( Technikkram und Künstliche Intelligenz nehmen zu breiten Raum ein), mit vielerlei Twists und satirischen Überspitzungen schreitet die Handlung voran. Zielstrebig agiert der clevere Kriminalhauptkommissar, Wellness und Kräuterspaziergänge weitgehend ignorierend. Aber ob er trotzdem Erfolgt hat?
Gut zu lesen, gute Unterhaltung.

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Die Mona Lisa ist weg

Die Erfindung des Lächelns von Tom Hillenbrand

Der Louvre. Die Mona Lisa. Was geschieht, wenn dieses Gemälde gestohlen wird?
Paris wird zu einem Wespennest. Berühmtheiten dieser Zeit (1911)
Pablo Picasso, Isadora Duncan, Modigliani, Chagall, Singer kommen ins Bild.
Tom Hillenbrand zeichnet kein vorteilhaftes Bild von Paris. Die Stadt ist voller Möchtegerns, erfolgloser Künstler, Gauner, Egoisten und gieriger Menschen, Anarchisten, skrupelloser Revoluzzer, die doch bloß sich selbst bereichern.

Zeithistorie wird eingeflochten, ebenso Modeerscheinungen, wie Kartenlegerei mit Tarotkarten, neue Strömungen in Malerei und Tanz. Im Mittelpunkt jedoch steht die Suche nach dem Dieb der Mona Lisa. Akribisch und kleinteilig, ziemlich unspannend erzählt. Eine Reihe dummer Gedanken wird geschildert, die Joconde soll im revolutionären Kampf eingesetzt werden … Manches ist wohl wahr, manches nicht.
Nein, dieses Buch konnte mich so gar nicht mitnehmen. Meine Erwartungen nach der Ankündigung waren doch ganz anders.

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Wahnsinnsspannend

Plötzlich wach! 1: Mit der Queen ne Kutsche kapern von Maja von Vogel

Ein interessanter Einband mit Guckloch weckt Neugier. Sie wird nicht enttäuscht, das Buch beginnt mit einem Knaller: die Queen büxt aus!
Zunächst bekommt Annemie das gar nicht mit. Nach einem Umzug muss sie sich in Omas Haus erst einleben und fürchtet sich vor gräßlicher Langeweile. Die berühmten Bewohner hören ihr immer zwar zu, antworten jedoch nie - es sind Wachsfiguren.

Aber: eine davon ist verschwunden!
Maja von Vogel hat ein wunderbar spannendes Buch mit vielen Abenteuern, Überraschungen und einem unglaublichen und nicht ungefährlichen Familiengeheimnis geschrieben. Anne-Kathrin Behl steuerte anschauliche und lustige, auf dem Umschlag farbige, sonst schwarz-grau-weiße gelungene Illustrationen bei. Nicht nur Kinder werden begeistert sein und wollen unbedingt wissen, ob auch andere Figuren auf Abenteuersuche gehen können. Gut, dass es schon ein Fortsetzungsbuch gibt.

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Ursachenforschung

Bei euch ist es immer so unheimlich still von Alena Schröder

Das ist die Geschichte von Evelyn und Silvia Borowski.
Evelyn, junge Frau, Waise, wurzellos, findet Aufnahme in eine alteingesessene Familie in einem kleinen Örtchen. In den 50-er Jahren. Jeder kennt jeden, sie bleibt die Fremde. Auch als Ärztin im Krankenhaus. Töchterchen Silvia wächst in kalter Atmosphäre auf, kommt ins Internat, flüchtet kaum volljährig ins trubelige Berlin.

Und kehrt 1989 mit ihrer Tochter zurück.
Die Vergangenheit beider wird aufgeräufelt, Wünsche, Hoffnungen und gegenseitige Enttäuschungen werden beschrieben. Anschaulich und glaubhaft, mit viel Verständnis schildert die Autorin die Geschehnisse in Ildingen. Die miefige Atmosphäre weht den Leser an, Silvias Flucht ist verständlich. Einzig Tante Betti ist ein farbiger und wohltuender Kontrapunkt zu allen anderen. Was wird sich nach 18 Jahren dort verändert haben?
Alena Schröder beschreibt gekonnt die Atmosphäre beider Welten. Ihre Figuren könnten Menschen aus dem eigenen Bekanntenkreis sein, alles wirkt authentisch, auch ein wenig Zeitgeschichte kommt vor.
Gern von mir gelesen, gern von mir empfohlen.

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Oberflächlichkeiten

Cleopatra und Frankenstein von Coco Mellors

New York: Cleo, Mitte zwanzig, britische Kunststudentin, trifft Frank, Mitte vierzig, Amerikaner, Inhaber einer Werbeagentur.
Ihre erste Begegnung wird ausführlich geschildert. Cleo ist nicht nur sexuell recht freizügig und stößt damit bei Frank auf großes Interesse.
Coco Mellors beschreibt eine ungewöhnliche Liaison zwischen zwei eigentlich gegensätzlichen Charakteren.

Verrückte Einfälle, Mutproben und absurde Ideen bringen sie zueinander. Sie agieren teils kompliziert, teils oberflächlich, genau wie viele der anderen Figuren. Warm werden konnte ich mit ihnen nicht. Genervt haben Drogenmissbrauch und andere unschöne Schilderungen.
Über weite Teile ist das Buch ausgesprochen dialogbasiert, gewollt schlagfertig und gekünstelt. Eine Handlung ist kaum vorhanden. Auch das Ende war keine Überraschung, war vorhersehbar. Einzig Santiago brachte Abwechslung, war eine akzeptable Figur.
Der Hype um diesen Roman ist mir unverständlich, keine Leseempfehlung von mir.

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Enthüllungen

Die letzte Nacht von Karin Slaughter

Dr. Sara Linton verspricht sich, das 19-jährige Vergewaltigungsopfer zu rehabilitieren. Der vermeintliche Täter probiert durch Anwälte, ihre Glaubwürdigkeit zu erschüttern. Die Mutter des Täters macht Andeutungen, dass Sara durch ihren Mann Mac wiederholt betrogen und übervorteilt wurde.
Gut, dass Saras Verlobter Will Trent und seine dienstliche Partnerin Faith ihr zur Seite stehen.

Beides tolle Charaktere, gut vorstellbar geschildert.
Nachdem ich das Buch atemlos beendet habe, musste ich den Schock erst einmal verdauen: wozu sind Menschen fähig?
Karin Slaughter beschreibt wirklich schlimme Geschehnisse, eine Steigerung von Grausamkeit und Menschenverachtung scheint nicht möglich. Doch, das geht!
Erschreckend, erschütternd und mitnehmend, genial aufgezeigter Horror.
Nichts für schwache Nerven, desillusionierend und trotzdem wichtig. Dieses Thema anzusprechen ist mutig und nötig.
Eindeutige Leseempfehlung!

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Der besondere Fotoladen

Die Erinnerungsfotografen von Sanaka Hiiragi

Hirasaka wartet in einem besonderen Fotoatelier auf seine Gäste. Keine normalen Kunden, sondern Übergehende. Sie sind gestorben, aber ein letzter Blick auf ihr Leben wird ihnen noch gewährt. Für jedes Lebensjahr gibt es dreihundertfünfundsechzig Fotos, eins davon wird in eine Art Drehlaterne gesteckt.

Und: mit einem ganz besonderen darf man an den betreffenden Tag zurückreisen ….
Was für eine schöne Idee! Kein Knall und aus, sondern phantasievolles Erinnern. Das Leben noch einmal an sich vorbeiziehen lassen.
Sehr interessant, welche Reisen unternommen werden und was passiert ist. Geschichten in der Geschichte! Anrührend, witzig, fantasievoll, ungewöhnlich - ich bin beeindruckt. Genial erzählt, originell ausgedacht. Sehr zu empfehlen. Geschrieben von Sanaka Hiiragi, herausgegeben von Hoffmann und Campe.

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Lebensgeschichten

Das Glück der Geschichtensammlerin von Sally Page

Janices Bezeichnung ist Putzfrau, aber sie ist viel mehr als das: sie sammelt außergewöhnliche Geschichten. Das ist interessant, lernt sie doch durch ihre Tätigkeit die verschiedensten Menschen kennen. Berühmtheiten, Wohlhabende, vom Schicksal Gebeutelte. Alle haben ihre Eigenheiten und Erfahrungen, die Janice anhört und überdenkt.

Sie hat keine eigene Geschichte - meint sie. Stimmt nicht. Ein zunächst unerwünschter Auftrag entwickelt sich zu einer spannenden Sache.
Sally Page erzählt gefühlvoll von Janices Leben. Engagiert, hilfsbereit und emphatisch meistert Janice ihre Aufgaben. Selbstlos, zunächst ohne für sich einzustehen. Sie wird oft ausgenutzt. Aber da gibt es noch ihre Geschichten! Es gibt viele davon und dazu noch eine Geschichte in der Geschichte.
Die beschriebenen Personen sind gut vorstellbar, werden treffend charakterisiert. Ihre Entwicklungen sind spannend.
Wunderbar geschrieben, emotional ansprechend, mitfühlend geschrieben - einfach lesenswert.

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Streng geheim

Die Gesellschaft der geheimen Tiere von Luke Gamble

Ediths Eltern sind wieder einmal auf einer furchtbar wichtigen Expedition und können sie in den Internatsferien nicht betreuen. Also ab zum Onkel, der die verborgen liegende Pilgrims Tierklinik leitet. Dort geht Merkwürdiges vor, Edie trifft ganz besondere Wesen. Das Geheimnis um ihre Kopfschmerzen wird gelüftet.

Fantasievoll, märchenhaft und packend liest sich dieses Buch von Luke Gamble.
Ein spannender Sommer voller Überraschungen, vielfältiger Arbeiten, seltsamer Begegnungen und gefährlicher Expeditionen wird beschrieben. Die Heldin ist supersympathisch, sie ist hilfsbereit und mutig, wird sogar zur Lebensretterin!
Kleine Grafiken zu Beginn jedes Kapitels geben ein Bild der besonderen Tiere, dadurch werden sie vorstellbarer. Für uns hätten es auch gern mehr, verschiedene und größere Zeichnungen sein dürfen.
Ein tolles Buch für Kinder ab zehn, gut zu lesen, bis auf kleine Längen im letzten Teil durchgehend spannend!
Übersetzt aus dem Englischen, herausgegeben vom dtv Verlag, Reihe Hanser.

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Zweifel

Der Lehrmeister: Thriller von Catherine Shepherd

Wenn auf eine ermordete Frau schnell eine weitere folgt, die Spannung kontinuierlich steigt und permanent gehalten wird, hält man mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Krimi von Catherine Shepherd in der Hand. Genauso ist es hier mit dem „Lehrmeister“. Ermittlerin Laura Kern muss einen raffinierten Mörder finden.

Mehrere Spuren erweisen sich als vielversprechend, dann wieder nicht, dann wieder doch … Ein packendes Verwirrspiel. Und dazu kommen persönliche Probleme, die Lara Kern dünnhäutig werden lassen.
Bestens zu lesender Krimi aus bewährter Feder.

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