Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Zauberhaft
SAMi - dein Lesebär - Wie pflanze ich ein Einhorn? von Rachel Morrisroe
Was ist das denn? Ein süßes kleines Mädchen, Sally, will Oma zum 88. Geburtstag eine Freude machen. Ab in den Blumenladen und dort … wird es verrückt. Dort gibt es ausgesprochen eigenartige Pflanzen! Laufböhnchen, boxende Füchslinge, tropfende Butterblumen oder bissige Tigerpflanzen und mehr kann man bewundern.
Noch besser sind die Samentütchen: Einhornsamen! Gedeiht nicht bei Jedem, also streut Sally 24 aus. Ratet, was passiert?
Eine sehr, sehr fantasievolle Geschichte, die Lesebär Sami oder Jemand Anderes vorlesen kann. Mit Sami klingt es natürlich besser, auch das Sami-Lied am Buchende ist wieder schön.
Die Bilder von Steven Lenton sind quietschebunt, detailreich, originell und bieten viele Sprechanlässe.
Ein leicht verrücktes Kinderbuch mit lieber Oma, nettem Mädchen und cleverer Idee. Und natürlich mit Einhörnern!
Selbständiges Lesen mit Sami
SAMi - dein Lesebär - Wie pflanze ich ein Einhorn? von Rachel Morrisroe
Die Einrichtung ist gut erklärt und schnell erledigt. WLAN ist dafür nötig, geladen wird über ein Ladekabel. Viel praktischer, als ständig Batterien wechseln zu müssen.
Der Lesebär Sami erkennt die Bücher, wird an den Buchrand geklemmt und beginnt mit dem Vorlesen. Sami weiß, auf welche Seite das Kind blättert und liest den entsprechenden Text vor.
Gern kann eine Seite mehrmals gelesen werden, wie oft, entscheidet das Kind. An den Bärenöhrchen wird die Lautstärke geregelt. Der Bär selbst ist robust, übersteht auch etwas derbere Behandlung gut.
Die Sprecherstimme ist angenehm, die Tonqualität gut. Belebt werden die Geschichten durch angepasste Hintergrundgeräusche.
Das Tempo können die Zuhörer selbst bestimmen, rasante Actionszenen oder schnelle Schnitte sind glücklicherweise nicht vorhanden. Die Lieder am Ende des Buches gefallen den Jüngsten, aber auch den Eltern.
Im Starterset ist auch das Buch „Der größte Schatz der Welt“ enthalten. Eine liebenswerte Geschichte um den Affenjungen Mono ist in einem stabilen Pappbilderbuch zu lesen. Mono möchte seine Mama überraschen, ihr den größten Schatz der Welt bringen. Als er keinen findet, sollen andere Tiere helfen, doch die haben ihren eigenen Schatz, z.B. können sie ihre Farbe ändern, Stimmen imitieren, prächtige Netze weben oder haben einen Leuchtpopo. Traurig kehrt Mono zurück zur Mama. Die beweist ihm aber, dass er ihr gerade ihren größten Schatz gebracht hat.
Toll gemacht, detailreich bebildert und der Text birgt eine wertvolle Erkenntnis.
Die Zwanziger in Baden-Baden
Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders von Charlotte Blum
1922, Alma, Fräulein vom Amt, hört unfreiwillig, wie ein Unbekannter den Mord an einer jungen Frau bestätigt. Als dann wirklich eine Leiche gefunden wird, informiert sie die Polizei. Dort nimmt Niemand sie ernst. Sie beschließt, selbst zu ermitteln.
Charlotte Blum legt ihre Alma sehr sympathisch an: mutig, modern, schlagfertig.
Gut vorstellbar ist auch ihre lebenslustige Freundin Emmi beschrieben. Interessante historische Hintergründe bezüglich gerichtsmedizinischer Untersuchungen geben einen Einblick in den Stand der Wissenschaft in den 20ern. Auch Wettbüros, illegale Casinos, Stadtgeschichte und moderne Automobile spielen in der feinen und weniger feinen Badener Gesellschaft eine Rolle. Auch wenn technische Details ein wenig ermüdend zur Kenntnis gegeben werden.
Alma erweist sich als kriminalistisches Talent. Einige ihrer Aktionen erscheinen überzogen, aber insgesamt ist hier ein Krimi bzw. eine Liebesgeschichte erschienen, der sich überwiegend gut wegliest.
Pageturner
Blutige Stufen von Chris Carter
Detective Robert Hunter von der Ultra Violent Crimes Unit des LAPD und Detective Carlos Garcia, Hunters Partner in der UV-Einheit, werden zu einer besonders brutal ermordeten jungen Frau gerufen. Die Spannung wird durch Andeutungen gesteigert, langsam und raffiniert. Hunter und García werden zu weiteren, immer brutaleren Morden gerufen.
Nicht nur die Opfer, auch die Hinterbliebenen werden sadistisch gequält.
Chris Cartier hat von Morden geschrieben, deren Grausamkeiten sogar bei hartgesottenen Ermittlern Übelkeit erregen, beim Leser sowieso. Jedes Verbrechen ist sorgfältig geplant, besteht aus mehreren Stufen. Das ist neu und überraschend. Genauso überraschend ist der Weg zur Aufklärung. Hunters psychologische Kenntnisse spielen dabei eine wichtige Rolle.
Ein genial konstruierter Thriller, der wieder einmal meisterhaft Spannung, Horror und Grusel erzeugt.
Pageturner aus dem Ullstein Verlag.
Gruselig und spannend
Tot ist sie dein von Ilana Casoy; Raphael Montes
Brasilien. Macholand. Hier muss Polizistin Verô einem egoistischen Chef zuarbeiten, alles Unangenehme abwehren, seine Fehler ausbügeln. Und sein Ego streicheln. Ohne selbst ermitteln zu dürfen. Tut sie aber doch. Dabei unterlaufen ihr eklatante Fehler oder sie scheitert an ungünstigen Gegebenheiten.
Zudem wird sie von ihren Pflichten als Ehefrau und Mutter ausgebremst. Ständig hat sie ein schlechtes Gewissen, ihre Kinder und ihr Mann kommen viel zu kurz. Aber sie macht weiter, sind doch die Verbrecher, die sie jagt, die reinsten Psychopathen. Unvorstellbare Grausamkeiten werden anschaulich, sehr anschaulich, geschildert.
Gruselig, spannend, gleichzeitig abstoßend und faszinierend ist dieser Pageturner.
Geschrieben von Ilana Casoy und Raphael Montes, verlegt vom S. Fischer Verlag.
Fantasievolles Abenteuer
Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1) von Christopher Buehlman
Was fällt auf: viele, zu viele, offenbar selbst kreierte Worte versetzen den Leser in eine Fantasiewelt. Merkwürdige Berufe, Bezeichnungen, Fähigkeiten wie Stimmenwerfen, Weben von Lügen und Ähnliches sind hier ganz normal.
Die Diebesgilde ist eine mächtige Organisation, die Schüler in kriminellen oder seltsamen Bereichen ausbildet und dafür ordentlich kassiert.
Beispielsweise von Kinsch. Bezahlt wird u.a. durch die Erledigung spezieller Aufträge. Kinsch lässt sich gezwungenermaßen darauf ein.
Fantasievolle Begegnungen, eine gefährliche Reise und satirisch-bissige Bemerkungen sowie viele Kraftausdrücke begleiten die drei Reisenden Kinsch, Ritterin Galva, eine Hexe in Ausbildung und Kater Karl. Zunächst eine Zweckgemeinschaft, wird aus der Truppe ein eingeschworene Gemeinschaft. Sie begegnen merkwürdigen Gestalten, bestehen bizarre Abenteuer und sind mehrfach dem Tode nah. Doch was ist ihr Ziel? Werden ihre zahlreichen Götter ihnen beistehen? Welche Rolle spielt das Glück?
Christopher Buehlmann hat eine fantasievolle, verdrehte und spannende Fantasystory verfasst, unterhaltsam zu lesen und originell gestaltet.
Pageturner
Elternhaus von Jennifer Mentges
Geld ist nicht alles. Das muss auch Yvette Winkler erfahren. Dabei könnte es so schön sein nach dem Umzug aus den Bergen mit Schwiegermutterbevormundung ins geliebte Hamburg. Prächtige Villa, vier gesunde Kinder, wohlhabender und erfolgreicher Ehemann, hilfreiche Putzfrau.
Nur: in dem alten Haus stecken böse Erinnerungen.
Das weiß Barpianist und Klavierlehrer Tobias Hansen nur zu genau.
Jennifer Mentges beschreibt das sich anschleichende Unheil in langer Vorbereitung. Die Familien werden vorgestellt, auch Haushilfe Consuelo bekommt breiten Raum. Ihre Beschreibung ist am detailliertesten, ihre Gedanken sind gut vorstellbar.
Über allem liegt ein Schatten düsterer Vorahnung. Passend mit nebligem Hamburger Elbflair ergänzt. Was will und wie wird der Beobachter sein Ziel erreichen? Welche Schatten aus der Vergangenheit trüben das Leben der Personen?
Spannend und geschickt aufgebaut wird der Weg eines skrupellosen Psychopathen beschrieben.
Packender Thriller aus dem Fischer Scherz Verlag.
Aufschlussreich
Matrix von Groff Lauren
Marie, Tochter einer von einem Plantagenet vergewaltigten Amazone, wird in ein ärmliches, abgelegenes Kloster verbannt. Von Eleonore von Aquitanien, die sie bewundert und liebt. Riesig, unschön, grobschlächtig hat sie es zunächst schwer, sich durchzusetzen. Mutig und kämpferisch schafft sie es, dem Kloster zu Anerkennung und Wohlstand zu verhelfen.
Lauren Groff hat einen eigenwilligen Stil. Historische Begebenheiten werden eingefügt, aber nicht nur die Kreuzzüge und Politik spielen eine Rolle, sondern auch Frauenleiden, gleichgeschlechtliche Beziehungen, Visionen. Die Marie geschickt einsetzt.
Ich bin schwer in diese Geschichte hineingekommen, streckenweise war sehr viel Mystisches zu verarbeiten, aber dennoch liegt hier eine durchaus interessante Darstellung des Klosterlebens vor, eine Schilderung der Probleme und Ungerechtigkeiten des beschriebenen Zeitraumes. Marie ist eine bemerkenswerte Frauengestalt, der es gelang, ihren eigenen Weg zu finden und ihren Mitschwestern eine gute Äbtissin zu sein.
Herausgegeben vom Claassen Verlag, 32 0 Seiten, 24 Euro.
Bääh!
Pipi, Popel, Pups und Kacka von Pauline Dalheim
Drei-, Vier- und Fünfjährige kreischen gern begeistert- angeekelt auf, wenn es um das Thema Popel und Kacka geht. In diesem Zusammenhang bietet es sich naturgemäß an, auch über Pipi, Pups, Speichel, Schimmel und mehr zu sprechen. Genau das hat Pauline Dalheim kindgerecht und trotzdem sachlich und informativ in ihrem tollen Buch beschrieben.
Warum produziert der Körper diese Dinge, warum ekeln wir uns, warum sind manche Absonderungen nützlich; das und viel mehr können nicht nur Kinder hier erfahren. Auch dank der originellen Idee, Doktor Ekel einzubeziehen und ein Ekelfaktormessgerät einzufügen, ist dieses Buch unterhaltsam. Wie unterscheiden sich Bakterien von Viren? Was sind Mikroben? Woraus besteht … . Nein, selber lesen!
Zum Abschluss gibt es Hygiene-Regeln und für ganz schlaue Kids ein Ekel-Diplom. Schöne Idee.
Die anschaulichen Illustrationen von Nora Fuchs sind witzig und gut erkennbar.
Ein rundum gelungenes Werk aus dem Carlsen Verlag.
Empfohlen ab vier Jahren, 48 Seiten, 12 Euro.
Eine besondere Frau
Violeta von Isabel Allende
Hineingeboren in eine wohlhabende südamerikanische Familie erlebt Violeta ereignisreiche erste Jahre. Die Familie übersteht die Spanische Grippe, engagiert für sie ein irisches Kindermädchen und verliert ihr Vermögen während der Weltwirtschaftskrise in den Zwanzigern. Ohne den Vater zieht sie ins Hinterland, lernt die Natur schätzen, die Menschen dort näher kennen.
Pragmatisch und klug nimmt sie ihr Schicksal in die Hand, passt sich den Gegebenheiten an und geht doch ihren Weg.
Isabell Allende schreibt anschaulich, erzählt wunderbar, bestens vorstellbar. Ihre Heldin hat eine bewegte Geschichte: „In einem so langen Leben wie dem meinem gibt es so viele unvergessliche Geschehnisse … .“
Ebendiese kann der Leser gespannt verfolgen, historische Hintergründe werden einbezogen, der Kampf um Selbstverwirklichung wird glaubhaft geschildert. Violeta ist eine starke Persönlichkeit, über die man gern etwas erfahren hat.
Ein neues Meisterwerk aus berühmter Feder, verlegt von Suhrkamp.










