Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Tricks und Illusionen
Schwarzlicht von Camilla Läckberg; Henrik Fexeus
Die Stockholmer Kommissarin Mina Dabiri bittet den Mentalisten Vincent Walder um Hilfe. Er soll helfen, den Mann, der eine Leiche in einem Zauberkasten hinterließ, aufzuspüren. Will er aber zunächst nicht. Weitere, bizarre Morde geschehen.
Camilla Läckberg und Henrik Fexeus geben den Problemen ihrer Protagonisten viel Raum, besonders Minas Keim- und Bakterienphobie wird ausführlich beschrieben.
Vincent hat es auch nicht leicht, seine Gedanken kreisen kontinuierlich um mathematische Gleichungen. Abgehoben. Vieles Unbewusste wird erklärt, einige psychologische Tricks offengelegt. Vincent ist als sehr clever beschrieben, erkennt unmögliche Zusammenhänge, braucht aber trotzdem erstaunlich lange, bis er auf der richtigen Spur ist. Die Sondereinheit der Polizei ist recht speziell, eine Ermittlertruppe, deren Mitglieder nahbar charakterisiert werden. Nicht jeder ist sympathisch. Aber alle sind so verständnisvoll ...
Nur zum Teil spannend, die Lösung ist keine Überraschung, ein Rätsel bleibt ungelöst. Nun, es ist der erste Teil einer Trilogie.
Kriminalroman aus dem Schwedischen von Katrin Frey.
Vernetzungen
Oxen. Noctis von Jens Henrik Jensen
Niels Oxen ist Mentor für dänische Kriegsveteranen, die mit dem zivilen Leben Probleme haben. Solch eine Gruppe Männer ist unterwegs und gerät ins Fadenkreuz eines Snipers. Warum und für wen soll diese anscheinend harmlose Truppe getötet werden? Kann der Heckenschütze enttarnt und gestoppt werden?
Es geht von der ersten Minute an spannend zu.
Jens Henrik Jensen baut seine packende Story rund um vier sehr verschiedene Protagonisten auf. Jede/r auf eigene Art kompetent, kompromisslos und engagiert. Ihr Einsatz ist bewundernswert.
Die Handlung bewegt sich zwischen Action, Abenteuern und Geheimdienstaktivitäten in äußerst faszinierender Art. Menschliche Abgründe werden beleuchtet, niedere Charaktere entlarvt.
Metaphern und bildhafte Sprache machen die Handlung lebendig, anschaulich. Dadurch verzeiht man einige Längen.
Ein Pageturner und geschickt aufgebauter Thriller, übersetzt aus dem Dänischen von Friederike Buchinger, verlegt von dtv.
MacBharrais kämpft wieder
Papier & Blut von Kevin Hearne
Al MacBharrais, der gern einen Nachfolger ausbilden möchte, hat schon sieben Schüler verloren. Sogar ein 2. Fluch lastet auf ihm. Sind die Flüche von CLÍODHNA, der Königin der Bean Sídhe? Das muss er herausfinden. Wichtiger aber ist die Rettung einiger Kollegen. Mit
Hobgoblin Buck zieht Al los.
Buck ist besonders gelungen. Frech, schlagfertig, zu jeder Schandtat bereit und mit natürlichem Witz ausgestattet ist er der passende Sidekick zu MacBharrais.
Mr Hearne stattet seine Helden ( ja, sogar dem Eisernen Druiden und Gladys begegnen wir) wieder mit mächtigen Siegeln aus, die wohl Jedem nützlich wären und auch mir gefallen würden. Kreativ erdacht. Auch Monster und andere übernatürliche Wesen, Feen, Schimären und weitere bösartige Geschöpfe tauchen auf, Blut wird reichlich vergossen. Alles kräftig gewürzt mit rabenschwarzem Humor.
Nicht ganz so spannend sind die Exkurse ins Philosophische.
Fazit: wieder ein originelles, spannendes und unterhaltsames Abenteuer des schottischen Siegelmagiers und seiner Gefährten. Liest sich super!
Plaudertasche in Gefahr
Papier & Blut von Kevin Hearne
Im schönsten Plauderton, noch dazu im bayerischen Dialekt, erzählt die Vikki über sich. Ungefiltert und in einer Art Sprechdiarrhöe. Man darf herrliche Wortschöpfungen wie: „Regionalmedien-Kasper“, „Gscheidhaferl“ oder „Marianne »Kehlkopfknarzi« kennenlernen. Aber jetzt kommts - Sie wird bedroht! Vom Toni, der meint, sie hätte ihn verpfiffen.
Sie ist wirklich in Gefahr und begibt sich auf eine abenteuerliche Flucht.
Gloria Gray plaudert amüsant vor sich hin, streift die Münchner Schickeria, lässt kein Fettnäpfchen aus, schreckt nicht davor zurück, bekannte Personen zu brüskieren, verbreitet Halbwahrheiten, ein echtes Gossip Girl eben. Eine Dampfplaudermaschine vom Feinsten. Kein Tratschthema ist tabu, kein Klatsch zu unfein. Eine Abneigung Polizisten gegenüber ist häufig und direkt spürbar. Dramatisch wird es auch: Bombenanschlag, Entführungen, Bikerjagden. Alle gegen alle. Viel Action ... . Mir gefällt der oft ironische und häufig sarkastische Stil. Alltagssprüche werden abgewandelt und zielsicher eingesetzt.
Meist unterhaltsam und gut zu lesen. Netter Cosy Crime von dtv.
Goldene Zwanziger?
Polizeiärztin Magda Fuchs - Das Leben, ein wilder Tanz von Helene Sommerfeld
1924, Berlin. Der Leser begegnet erneut der sympathischen Magda Fuchs, jetzt verehelichte Mehring. Ihre Arbeit verrichtet sie nach wie vor engagiert, auch eine eigene Praxis kann sie eröffnen. Erfolgreich, wenn die wohlhabenden Frauen neben den Ärmsten sitzen müssen? Vielleicht gibt es sogar die Möglichkeit, Otto wiederzufinden? Ein neues Verfahren, die Daktyloskopie, könnte helfen.
Auch Doris Kaufmann hat eine rasante Karriere hingelegt. Richtig berühmt ist sie geworden! Celia Hinnes-Fahrland bleibt eine spannende Figur. Wird sie weiter studieren? Wird sie ihre oder die Lebensziele ihre Mannes umsetzen? Von den anderen Frauen gibt es ebenfalls Neues zu erfahren. Oft werden ihnen Steine in den Weg gelegt. Wie gehen sie damit um?
Wieder ein interessantes Stück Geschichte, wieder ein unterhaltsamer
Roman von Helene Sommerfeld, gut und unterhaltsam zu lesen, verlegt von dtv.
Er kann es einfach!
Noch ein Mord, Mylord von Ralf Kramp
Lord Merridew ermittelt, stets nach gutem Essen in Bestform und mit messerscharfem Verstand. Er beobachtet genau, bemerkt kleinste Details und löst elegant die kompliziertesten Fälle. Dass er dabei berühmten Personen begegnet - Marilyn Monroe oder Lord Fauntleroy zum Beispiel - gibt den Geschichten eine besondere Würze.
Sehr spannend, wie winzige Spuren bemerkt, verfolgt und gewertet werden. Merridews Begleiter Nigel Bates ist eine gute Ergänzung zum selbstbewussten Detektiv. Alle handelnden Personen sind gut vorstellbar beschrieben, man folgt den Ermittlern gern und erfährt interessante Fakten über Land und Leute. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, es darf öfter mal gelacht werden.
Ralf Kramp schreibt unterhaltsam, baut geschickt kleinere und größere Überraschungen ein und sorgt für einige Aha-Erlebnisse. Bestens zu lesen!
Die Stärke einer Mutter
Das Fundbüro der verlorenen Träume von Helen Frances Paris
Etwas sonderbar ist sie schon. Die Erste im Büro, die Gründlichste, die Engagierteste und die am wenigsten Beachtete. Überkorrekt. Sie sorgt sich um die Besitzer verlorener Gegenstände, möchte gern helfen.
Sorgfältig registriert sie Abgegebenes und macht sich dazu ihre Gedanken. Unglaublich, was alles abgegeben wird: Beinprothesen, Kleidung, Champagner, Harpunen .
.. .
Helen Francis Paris‘ Schreibstil ist fließend, blumig, vergleichend. Farben spielen eine große Rolle. Ihre Heldin ist gut als verschrobene, sich in Fantasien verlierende Frau gezeichnet. Deren Ausblendung von Realitäten, ihre duldende Haltung und ihre Vermeidungstaktik machen sie mir nicht unbedingt sympathisch.
Die den Kapiteln vorangestellten Notizen sind es, die mein Interesse geweckt haben. Über verlorengegangene und zurückgegebene Gegenstände hätte ich gern mehr erfahren. Der Buchtitel hatte mich darauf hoffen lassen. Sehr gut gefallen haben mir allerdings die Sequenzen, die die Stärke einer Mutter aufzeigen. Sie haben mich mit dem Buch versöhnt. Ein gelungenes Finale.
Freunde: solche und solche
The Maid von Nita Prose
Die 25-jährige Molly Gray liebt ihren Job als Zimmermädchen im altehrwürdigen Londoner Regency Grand Hotel. Einiges versteht sie nicht, sie ist schlichten Gemütes und hat viele Fragen, die bisher von ihrer geduldigen Großmutter liebevoll beantwortet wurden. Leider ist die verstorben.
Genau wie der Gast in einer teuren Suite, Mr Black.
Molly findet seine Leiche. Das hat ungeahnte Folgen.
Molly denkt in einfachen Kategorien, lebt nach besonderen Prinzipien, braucht Regeln, an die sie sich halten kann. Ihr Gerechtigkeitssinn ist stark ausgeprägt, aber sie ist sehr gutgläubig und mitunter haarsträubend naiv.
Nita Prose bringt ihre Heldin in unglaubliche Situationen. Man bangt und leidet mit Molly. Raffiniert wird der Leser bei der Stange gehalten, immer in Erwartung schrecklicher Konsequenzen für das Zimmermädchen. Es gibt einige Überraschungen ... .
Emotional ansprechend, gut und spannend zu lesen ist dieser Roman ein Schätzchen. Nur das Titelbild passt für mich nicht, vermittelt eine unpassende Leichtigkeit. Ansonsten: klare Leseempfehlung!
Aus dem Englischen von Alice Jakubeit, ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur.
Durchhalten
Ballet School - Der Tanz deines Lebens von Gina Mayer
Mimi ist beim Ballett. Pech für April. Aufgrund einer verlorenen Wette muss sie auch hin. Wider Erwarten gefällt es ihr, sie macht weiter, sie will tanzen. Ihre Großeltern sind dagegen, haben ihre Gründe.
Harte Zeiten folgen. Ein genau getakteter und anstrengender Stundenplan fordert viel Kraft und Durchhaltevermögen.
April tritt in große Fußstapfen. Reichen Ehrgeiz und Talent, um eine an der Schule zu bestehen, vielleicht sogar eine Primaballerina zu werden?
Obwohl ich kaum Ahnung von Ballettschritten habe, sind die Übungen so gut beschrieben, dass ich die Eleven vor mir sehen kann. Man erfährt eine Menge über die Ausbildung, eine Vielzahl von Übungen, Problemen und Aufgaben wird aufgezählt.
So lebendig, so anschaulich, so nachvollziehbar werden Aprils Stimmungen und Emotionen von Gina Mayer geschildert, dass man mit ihr mitleidet, mitfiebert. Eine Achterbahn der Gefühle, die ausgesprochen gut nachzuvollziehen ist.
Schönes Jugendbuch aus dem HarperCollins Verlag.
Das größte Tier der Welt
Der Blauwal von Andreas Tjernshaugen
Wenn ein Buch „Der Blauwal“ heißt, muss es natürlich blau daherkommen. Die ersten Seiten sehen so aus, als ob man ins Meer steigt. Das Inhaltsverzeichnis ist wellenförmig angelegt, der Untertitel < ...größtes Tier, das je gelebt hat > weckt Interesse. Wenn eine Mutter 27 Meter lang ist, sind das mehr als zwei Buslängen! Ein Baby ist immerhin noch sieben Meter, es trinkt täglich 200 Liter Milch.
Wale pusten ihre Atemluft bis 10 Meter hoch. Noch viele weitere Informationen gibt Andreas Tjernshaugen.
Wir begleiten das Waljunge ein Weilchen und erfahren in kurzen, altersgerecht aufbereitete Kapiteln etwas über Nahrung, Jagd, andere Walarten ( Delfine, Buckelwale), Forschung, Atmung, Entwicklungsgeschichte und mehr. Auch der Wal als Nutztier spielt eine Rolle. Wichtig und richtig ist der Hinweis auf dieSchäden, die die Meeresverschmutzung verursacht. Illustrationen von Line Renslebråten sind interessant und anschaulich. Eine Übersetzung aus dem Norwegischen, informativ und unterhaltsam für Kinder ab 8 Jahren. Verlegt von dtv, 96 Seiten.










