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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Daffodil:

Aktuell und erschreckend

Die Kinder sind Könige von Delphine Vigan

Mélanie liebte Formate wie ›Big Brother‹. Später ist sie selbst erfolgreiche Youtuberin mit Videos und Posts über ihre Kinder. Die wollen das nicht, müssen aber.
Darf man so über Kinder verfügen? Ihre Privatsphäre und Würde grob verletzen, ihren Willen missachten? Mit ihnen Geld verdienen?
Delphine de Vigan zeigt Hintergründe auf.

Schonungslos, entlarvend. Jeder Leser kann sich selbst ein Urteil über diese Influencer- und Youtube-Gesellschaft und die Folgen für die Kinder und Eltern bilden. Erschreckend, dass Real-Life Kanäle, Podcasts, scripted Reality-Shows und ähnliche Trash-Formate boomen. Solche werden von der Autorin gekonnt in die Handlung eingebaut.
Ein bisher viel zu wenig beachtetes Thema, das unübersehbare Folgen prophezeit und sehr aktuell ist. Ein dankenswerter Anstoß, manche Dinge kritischer zu sehen.
Gelungene Mischung von Roman, Krimi und Sachbuch.
Aus dem Französischen von Doris Heinemann, verlegt von Dumont.

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Kuscheltiere unterwegs

Die Stoffis - Auf plüschigen Sohlen (Band 1) von Sabine Städing

Was so alles passieren kann ... Das Lieblingskuscheltier kann verloren, aber auch verschenkt werden. Oder weggeworfen! Dann beginnt Abenteuerliches. Kater und Einhorn passiert genau das. Wen sie wohl unterwegs treffen? Hoffentlich nicht den gefährlichen Plüschfetz! Sabine Ständig schildert spannende Begegnungen, erzählt kindgerecht und liebevoll von den Begegnungen mit anderen Reisenden.

Jedes Tier bekommt interessante Eigenschaften, solche, die die Kinder aus eigenem Erleben gut kennen. Klug, eingebildet, hilfsbereit, mutig und abwartend - so meistern die Helden ihren Weg. Rücksichtnahme und Achtsamkeit werden betont. Alltagsgeschehnisse werden geschickt eingebunden, man lernt und hat Spaß.
All das wurde liebevoll und in kräftigen Farben von Nadine Reitz illustriert, anschauliche Zeichnungen komplettieren das Buch für Kinder ab fünf perfekt. Eine schöne Idee sind die beigelegten Sticker, die nach jedem gelesenen Kapitel in eine Zahlenschlange eingeklebt werden können. Praktisch: das Lesebändchen.
Uns hat das Buch sehr gut gefallen.

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Tricks und Illusionen

Schwarzlicht von Camilla Läckberg; Henrik Fexeus

Die Stockholmer Kommissarin Mina Dabiri bittet den Mentalisten Vincent Walder um Hilfe. Er soll helfen, den Mann, der eine Leiche in einem Zauberkasten hinterließ, aufzuspüren. Will er aber zunächst nicht. Weitere, bizarre Morde geschehen.
Camilla Läckberg und Henrik Fexeus geben den Problemen ihrer Protagonisten viel Raum, besonders Minas Keim- und Bakterienphobie wird ausführlich beschrieben.

Vincent hat es auch nicht leicht, seine Gedanken kreisen kontinuierlich um mathematische Gleichungen. Abgehoben. Vieles Unbewusste wird erklärt, einige psychologische Tricks offengelegt. Vincent ist als sehr clever beschrieben, erkennt unmögliche Zusammenhänge, braucht aber trotzdem erstaunlich lange, bis er auf der richtigen Spur ist. Die Sondereinheit der Polizei ist recht speziell, eine Ermittlertruppe, deren Mitglieder nahbar charakterisiert werden. Nicht jeder ist sympathisch. Aber alle sind so verständnisvoll ...
Nur zum Teil spannend, die Lösung ist keine Überraschung, ein Rätsel bleibt ungelöst. Nun, es ist der erste Teil einer Trilogie.
Kriminalroman aus dem Schwedischen von Katrin Frey.

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Vernetzungen

Oxen. Noctis von Jens Henrik Jensen

Niels Oxen ist Mentor für dänische Kriegsveteranen, die mit dem zivilen Leben Probleme haben. Solch eine Gruppe Männer ist unterwegs und gerät ins Fadenkreuz eines Snipers. Warum und für wen soll diese anscheinend harmlose Truppe getötet werden? Kann der Heckenschütze enttarnt und gestoppt werden?
Es geht von der ersten Minute an spannend zu.

Jens Henrik Jensen baut seine packende Story rund um vier sehr verschiedene Protagonisten auf. Jede/r auf eigene Art kompetent, kompromisslos und engagiert. Ihr Einsatz ist bewundernswert.
Die Handlung bewegt sich zwischen Action, Abenteuern und Geheimdienstaktivitäten in äußerst faszinierender Art. Menschliche Abgründe werden beleuchtet, niedere Charaktere entlarvt.
Metaphern und bildhafte Sprache machen die Handlung lebendig, anschaulich. Dadurch verzeiht man einige Längen.
Ein Pageturner und geschickt aufgebauter Thriller, übersetzt aus dem Dänischen von Friederike Buchinger, verlegt von dtv.

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MacBharrais kämpft wieder

Papier & Blut von Kevin Hearne

Al MacBharrais, der gern einen Nachfolger ausbilden möchte, hat schon sieben Schüler verloren. Sogar ein 2. Fluch lastet auf ihm. Sind die Flüche von CLÍODHNA, der Königin der Bean Sídhe? Das muss er herausfinden. Wichtiger aber ist die Rettung einiger Kollegen. Mit
Hobgoblin Buck zieht Al los.

Buck ist besonders gelungen. Frech, schlagfertig, zu jeder Schandtat bereit und mit natürlichem Witz ausgestattet ist er der passende Sidekick zu MacBharrais.
Mr Hearne stattet seine Helden ( ja, sogar dem Eisernen Druiden und Gladys begegnen wir) wieder mit mächtigen Siegeln aus, die wohl Jedem nützlich wären und auch mir gefallen würden. Kreativ erdacht. Auch Monster und andere übernatürliche Wesen, Feen, Schimären und weitere bösartige Geschöpfe tauchen auf, Blut wird reichlich vergossen. Alles kräftig gewürzt mit rabenschwarzem Humor.
Nicht ganz so spannend sind die Exkurse ins Philosophische.
Fazit: wieder ein originelles, spannendes und unterhaltsames Abenteuer des schottischen Siegelmagiers und seiner Gefährten. Liest sich super!

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Plaudertasche in Gefahr

Papier & Blut von Kevin Hearne

Im schönsten Plauderton, noch dazu im bayerischen Dialekt, erzählt die Vikki über sich. Ungefiltert und in einer Art Sprechdiarrhöe. Man darf herrliche Wortschöpfungen wie: „Regionalmedien-Kasper“, „Gscheidhaferl“ oder „Marianne »Kehlkopfknarzi« kennenlernen. Aber jetzt kommts - Sie wird bedroht! Vom Toni, der meint, sie hätte ihn verpfiffen.

Sie ist wirklich in Gefahr und begibt sich auf eine abenteuerliche Flucht.
Gloria Gray plaudert amüsant vor sich hin, streift die Münchner Schickeria, lässt kein Fettnäpfchen aus, schreckt nicht davor zurück, bekannte Personen zu brüskieren, verbreitet Halbwahrheiten, ein echtes Gossip Girl eben. Eine Dampfplaudermaschine vom Feinsten. Kein Tratschthema ist tabu, kein Klatsch zu unfein. Eine Abneigung Polizisten gegenüber ist häufig und direkt spürbar. Dramatisch wird es auch: Bombenanschlag, Entführungen, Bikerjagden. Alle gegen alle. Viel Action ... . Mir gefällt der oft ironische und häufig sarkastische Stil. Alltagssprüche werden abgewandelt und zielsicher eingesetzt.
Meist unterhaltsam und gut zu lesen. Netter Cosy Crime von dtv.

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Goldene Zwanziger?

Polizeiärztin Magda Fuchs - Das Leben, ein wilder Tanz von Helene Sommerfeld

1924, Berlin. Der Leser begegnet erneut der sympathischen Magda Fuchs, jetzt verehelichte Mehring. Ihre Arbeit verrichtet sie nach wie vor engagiert, auch eine eigene Praxis kann sie eröffnen. Erfolgreich, wenn die wohlhabenden Frauen neben den Ärmsten sitzen müssen? Vielleicht gibt es sogar die Möglichkeit, Otto wiederzufinden? Ein neues Verfahren, die Daktyloskopie, könnte helfen.

Auch Doris Kaufmann hat eine rasante Karriere hingelegt. Richtig berühmt ist sie geworden! Celia Hinnes-Fahrland bleibt eine spannende Figur. Wird sie weiter studieren? Wird sie ihre oder die Lebensziele ihre Mannes umsetzen? Von den anderen Frauen gibt es ebenfalls Neues zu erfahren. Oft werden ihnen Steine in den Weg gelegt. Wie gehen sie damit um?
Wieder ein interessantes Stück Geschichte, wieder ein unterhaltsamer
Roman von Helene Sommerfeld, gut und unterhaltsam zu lesen, verlegt von dtv.

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Er kann es einfach!

Noch ein Mord, Mylord von Ralf Kramp

Lord Merridew ermittelt, stets nach gutem Essen in Bestform und mit messerscharfem Verstand. Er beobachtet genau, bemerkt kleinste Details und löst elegant die kompliziertesten Fälle. Dass er dabei berühmten Personen begegnet - Marilyn Monroe oder Lord Fauntleroy zum Beispiel - gibt den Geschichten eine besondere Würze.

Sehr spannend, wie winzige Spuren bemerkt, verfolgt und gewertet werden. Merridews Begleiter Nigel Bates ist eine gute Ergänzung zum selbstbewussten Detektiv. Alle handelnden Personen sind gut vorstellbar beschrieben, man folgt den Ermittlern gern und erfährt interessante Fakten über Land und Leute. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, es darf öfter mal gelacht werden.
Ralf Kramp schreibt unterhaltsam, baut geschickt kleinere und größere Überraschungen ein und sorgt für einige Aha-Erlebnisse. Bestens zu lesen!

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Die Stärke einer Mutter

Das Fundbüro der verlorenen Träume von Helen Frances Paris

Etwas sonderbar ist sie schon. Die Erste im Büro, die Gründlichste, die Engagierteste und die am wenigsten Beachtete. Überkorrekt. Sie sorgt sich um die Besitzer verlorener Gegenstände, möchte gern helfen.
Sorgfältig registriert sie Abgegebenes und macht sich dazu ihre Gedanken. Unglaublich, was alles abgegeben wird: Beinprothesen, Kleidung, Champagner, Harpunen .

.. .
Helen Francis Paris‘ Schreibstil ist fließend, blumig, vergleichend. Farben spielen eine große Rolle. Ihre Heldin ist gut als verschrobene, sich in Fantasien verlierende Frau gezeichnet. Deren Ausblendung von Realitäten, ihre duldende Haltung und ihre Vermeidungstaktik machen sie mir nicht unbedingt sympathisch.
Die den Kapiteln vorangestellten Notizen sind es, die mein Interesse geweckt haben. Über verlorengegangene und zurückgegebene Gegenstände hätte ich gern mehr erfahren. Der Buchtitel hatte mich darauf hoffen lassen. Sehr gut gefallen haben mir allerdings die Sequenzen, die die Stärke einer Mutter aufzeigen. Sie haben mich mit dem Buch versöhnt. Ein gelungenes Finale.

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Freunde: solche und solche

The Maid von Nita Prose

Die 25-jährige Molly Gray liebt ihren Job als Zimmermädchen im altehrwürdigen Londoner Regency Grand Hotel. Einiges versteht sie nicht, sie ist schlichten Gemütes und hat viele Fragen, die bisher von ihrer geduldigen Großmutter liebevoll beantwortet wurden. Leider ist die verstorben.
Genau wie der Gast in einer teuren Suite, Mr Black.

Molly findet seine Leiche. Das hat ungeahnte Folgen.
Molly denkt in einfachen Kategorien, lebt nach besonderen Prinzipien, braucht Regeln, an die sie sich halten kann. Ihr Gerechtigkeitssinn ist stark ausgeprägt, aber sie ist sehr gutgläubig und mitunter haarsträubend naiv.
Nita Prose bringt ihre Heldin in unglaubliche Situationen. Man bangt und leidet mit Molly. Raffiniert wird der Leser bei der Stange gehalten, immer in Erwartung schrecklicher Konsequenzen für das Zimmermädchen. Es gibt einige Überraschungen ... .
Emotional ansprechend, gut und spannend zu lesen ist dieser Roman ein Schätzchen. Nur das Titelbild passt für mich nicht, vermittelt eine unpassende Leichtigkeit. Ansonsten: klare Leseempfehlung!
Aus dem Englischen von Alice Jakubeit, ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur.

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