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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Daffodil:

Gegen die Götter

Medusa: Verdammt lebendig von Lucia Herbst

Gegen die Götter
Was für eine originelle Darstellung: Medusa verklagt die Götter, die ihr schweres Unrecht zugefügt haben. Im heutigen Köln. Sie selbst ist sehr interessant angelegt. Unschuldig, verletzt, trotzdem bereit, für Gerechtigkeit zu kämpfen. Ihre 50 Schlangen sind ihr charakterstarke Gefährten geworden, jede hat einen passenden Namen.

Super Idee.
Bei der Gerichtsverhandlung erscheinen viele Götter und Gottheiten, aus verschiedenen Epochen, verschiedenen Kulturkreisen.
Ägyptische, nordische, buddhistische, sumerische Sagen und Mythen werden erzählt, auch die Götter des Olymps mischen mit. Das ist interessant, frischt Wissen auf und unterhält gut. Die Götterwelt ist größtenteils ein richtig mieser Verein. Sie kämpfen unfair und intrigant. Ich hatte es geahnt, jetzt weiß ich es. Musste doch tatsächlich meine bisherige Einschätzung neu sortieren. Vielen Dank, Lucia Herbst, für diese erhellende Lektüre.
Ein originelles Sujet, gekonnt aufbereitet, sehr unterhaltsam. Zeigt, wozu mutige Kämpfer zusammen mit guten Freunden imstande sind und macht Spaß zu lesen
PS: im fliegenden Mörser der Baba Yaga würde ich auch gern mal reisen!

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Guten Appetit!

Ihr könnt doch noch nicht satt sein! von Renate Bergmann

Die Online-Omi kann gut kochen, das wissen nicht nur die jungschen Dinger wie Ariane und Stefan.
Viele Rezepte mit Geling-Garantie sind hier liebevoll gesammelt und aufgeschrieben worden, übersichtlich unterteilt in „Schnell und fein“, „Aus Oma Strelemanns Suppentopf“ Hauptgerichte, Sonntagsessen, Beilagen, „Wenn Kirsten kommt“, Festliches, Süßes.

Ohne Chichi und Schnickschnack aufgezählt, pro Doppelseite je ein Rezept und appetitliche Fotos.
Typische Renate-Bergmann-Tipps wie: „Nehmen Se keinen Magerquark!“ und kleine Alltagsgeschichten, alles mit einem Augenzwinkern angeboten, runden das Ganze ab.
Vieles möchte man gleich nachkochen, auch ist die jeweilige Beschreibung so kurz und einfach gehalten, das auch Kochanfänger damit klarkommen.
Den Eierlikör werde ich schnellstmöglich zubereiten und ein Gläschen auf Frau Bergmanns Wohl trinken!
Torsten Rohde hat hier wieder einmal der Online-Omi einen hervorragenden Auftritt verschafft, der List Verlag hat das tolle Rezeptbuch veröffentlicht. Zum Selber-Benutzen oder Verschenken bestens geeignet!

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Mysteriös

Düsteres Wasser: Thriller von Catherine Shepherd

Ein Wiedersehen mit Julia Schwarz, der Rechtsmedizinerin, wie schön. Überlastet, aber gewohnt engagiert versucht sie auch hier, den Toten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Zum Beispiel einer jungen Frau, die nur auf den ersten Blick Selbstmord begangen hat. Bestimmte Umstände sprechen aber dagegen.

Zumal weitere Frauen in gleicher Konstellation gefunden werden.
Die Ermittlungen gestalten sich kompliziert. Männer im Umkreis verhalten sich merkwürdig ….
Catherine Shepherd hat erneut einen packenden Krimi mit überraschenden Wendungen geschrieben. Der Spannungsbogen wird konstant gehalten, vielversprechende Spuren führen ins Nichts. Auch Privates wird einbezogen.Liest sich super!

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Die Anfänge plastischer Operationen

Der Horror der frühen Chirurgie von Fitzharris Lindsey

In diesem Sachbuch werden die Anfänge der Plastischen Chirurgie geschildert. Seit wann wird sie praktiziert, welche Ereignisse führten zu ihrer Entwicklung, welche historischen Hintergründe machten sie überhaupt nötig.
Verletzungen und Missbildungen am Körper gab es schon immer, aber erst während des 1.

Weltkrieges nahmen sich mutige und forschende Mediziner der Kranken an.
Mit ausführlich und sorgfältig recherchierten Fakten schildert Lindsay Fitzharris Beginn und Entwicklung der wiederherstellenden beziehungsweise korrigierenden Operationen. Die Gräuel des Krieges werden anschaulich und verurteilend beschrieben, einzelne Aussagen und Eingriffe erläutert. Traurigerweise führten verbesserte Heilmethoden auch dazu, dass die zusammengeflickten Soldaten schnellstens wieder an die Front geschickt wurden. Auch diese Folgen beleuchtet die Autorin. Die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten bedeutet dennoch einen bahnbrechenden Fortschritt. Gleichzeitig wurden die Grundlagen der heutigen Plastischen- und Schönheitschirurgie gelegt. Faszinierendes ist möglich.
Ein interessantes, gruseliges und wichtiges Kapitel der Chirurgie.

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Es ist Krimizeit!

Auf der Spur des Jägers von Alexander Hartung

Ein brutaler Überfall auf eine zierliche Frau. Anscheinend grundlos. Welches Motiv hatte der Täter?
Kriminalhauptkommissar Jan Tommen nimmt die Ermittlungen gewohnt zügig und engagiert auf. Unterstützung bekommt er von toughen und witzigen Kollegen. Ob das reicht? Er muss in den einflussreichsten Kreisen ermitteln, nicht nur er wird ernsthaft bedroht, sogar verletzt.

Deswegen gibt er aber lange noch nicht auf. Mit nicht immer ganz legalen Mitteln verfolgt er heiße Spuren. Jedoch gibt es zunächst so gar keine Verbindungen.
Alexander Hartung macht es wieder spannend. Tommen und seine Kollegen wirken authentisch, sind gut vorstellbar und sehr aktiv auf Verbrecherjagd.
Liest sich gut, ein unterhaltsamer Krimi aus der Edition M.

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Frauen in den Zwanzigern

Kinderklinik Weißensee – Tage des Lichts (Die Kinderärztin 3) von Antonia Blum

Berlin 1929: Marlene genießt ihren Erfolg als Ärztin an der Kinderklinik Weißensee, arbeitet oft über ihre Belastungsgrenze hinaus. Bis sie einen Unfall hat.
Emma ist Oberschwester geworden, leitet die Station umsichtig und engagiert. Doch nicht alle gönnen ihr ihre Fortschritte. Alte Feinde tauchen auf.

Auch Schatten aus der Vergangenheit werden lebendig.
Antonia Blum läßt den Leser teilhaben an den Gedanken und Gefühlen der beiden tüchtigen Schwestern Emma und Marlene. Ganz nebenbei wird Wissen über den Stand der Medizin und Pflege der damaligen Zeit vermittelt. Berufliche Anstrengungen und Erfolge, aber auch Machtspielchen, große Ungerechtigkeiten und Intrigen bestimmen das Leben der Frauen. Mobbing spielt eine Rolle, unerfüllte Wünsche sowie die drohende Machtergreifung durch die Nazis.
Der Roman zeichnet ein interessantes Bild der Endzwanziger Jahre in Berlin und bezieht wichtige historische Ereignisse mit ein.
Gut zu lesende, unterhaltsame Lektüre aus dem Ullstein Verlag.

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Düster

Das Gesetz der Natur von Solomonica de Winter

Der Jäger, der Lehrer, die Mutantin. Geächtete, Geflüchtete. Leben in der Wildnis Neuamerikas, autark, konfliktreich, gefährlich. In der patriarchischen Gesellschaft, in der die übrig gebliebenen Menschen leben, gibt es Gesetze. Die verlangen, dass die Mutantin getötet wird. Aber sie ist schwanger … und sie kann lesen.

Wem kann sie damit nützen?
Solomonica de Winter hat eine eigenartige Welt beschrieben. Wenn die Menschheit sich fast selbst ausgelöscht hat, beginnt der ewige Kreislauf einer neuen Entwicklung.
Fantasievoll, detailreich, aber sich ständig wiederholend sind die Beschreibungen, die Beobachtungen, der Verlauf. Ein langer, langatmiger Kampf ums Überleben, voll mit düsteren Visionen. Eine lange Predigt. Niederdrückend.

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Oh, du fröhliche …

Ein Alman feiert selten allein von Aylin Atmaca

Elif kommt aus einem Kulturkreis, in dem Weihnachten nicht gefeiert wird. Bei ihrem Freund aber gibt es exakte Rituale dazu. Die militärisch durchgestaltete Organisation beginnt im September. Oder früher. Es ist eben sehr … speziell. 
Es gibt Listen, Whats-App-Gruppen und einige mehr in ihren Augen spießbürgerliche Rituale.

Findet sie spannend. Sie hat Weihnachten bislang immer recht unbedarft gefeiert! Es ist aufschlussreich, wie sie ihre Sicht auf die Festtage schildert. Sie kommt aus dem Staunen nicht heraus. Humoristisch-bissig-genervt kommentiert sie ihre Erlebnisse. Vorurteile hört man: „Almans freuen sich nicht nur über fades Essen, sondern auch über fade Deko.“ Mir unverständlich, warum sie sich über Vorurteile aufregt, hat sie doch selber genug. Gegenüber Deutschen allgemein, gegenüber älteren Menschen, die gern kochen, gegen Papierrecycling, … . Aber mit gegenseitigen guten Willen wird das schon, oder?
Schade, dass sie auf den Genderzug aufspringt. Das hemmt den Lesefluß. Aber interessant ist es schon, ein großes Familienfest mit Elifs Augen zu betrachten. Hebt sich von allgemeinen seichten Stories wohltuend ab.

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Berg und Tal

Kochen am offenen Herzen von Max Strohe

Max Strohe schildert anschaulich und gut vorstellbar seinen Werdegang zum Koch. Ehrlich beschreibt er seinen Start ins Berufsleben, mehr so eine Notlösung als wirkliche Berufung. Verständlich, ohne hochtrabendes Küchenlatein, erklärt der Autor den Betrieb in einer Gaststättenküche. Sachlich und interessant.

Für die folgenden Kapitel kann man Herrn Strohe einen Mangel an Fantasie wahrlich nicht vorwerfen. Es wird sehr privat, auf das Meiste hätte man gern verzichtet. Warum dieses extreme Kontrastprogramm? Das Buch wird dadurch keinesfalls besser, im Gegenteil. Gewollt gehobene Sprache und Gang-Slang darf der genervte Leser zur Kenntnis nehmen. Unzuverlässigkeit als typische Charaktereigenschaft, Drogen- und Sexexzesse auch.
Ein weiterer Lebensabschnitt schildert die Arbeit in gehobener Gastronomie. Die Arbeit ist eine echte Zumutung. Die „Ausbildung“ Tyrannei. Ein Auf und Ab, Erfolge, Scheitern …
Strohe erklärt, das er tatsächliche und fiktionale Ereignisse mischt. Was ist echt, was nicht? Sollte alles wahr sein, ist Strohe ein ausgesprochen unsympathischer Zeitgenosse mit verquerem Frauenbild, vom übermäßigen Drogenkonsum ganz zu schweigen. Verfolgt man seinen weiteren Lebenslauf, ist man sehr erstaunt, was er doch zustande bringt.
Habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen.

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Was ist denn da los?

Schau durchs Fenster! von Katerina Gorelik

Diese großformatige Kinderbuch weckt Neugier auf den ersten Blick. Was macht der Wolf hinter dem Fenster? Frisst er gerade Jemanden? Kennt man ja aus verschiedenen Märchen. Was wohl die nette Oma macht? Oh nein, es brennt! Immer ist die Auflösung überraschend. Man spekuliert, rät und erfährt Interessantes beim Blick hinter die Kulissen.

Fenster gucken und raten - könnte man auch schön bei Spaziergängen durchs Städtchen machen, was für eine tolle Idee.
Die Zeichnungen sind liebevoll gestaltet, gut erkennbar, abwechslungsreich.
Lustig, gruselig, ekelig, leider mitunter auch ein wenig Angst einflößend; nicht vorhersehbar sind die Situationen auf der jeweils hinteren Seite - ein Buch, welches meist Spaß macht und Unerwartetes preis gibt.
Text und Illustrationen dieses Buch, welches uns bis auf die etwas matten Farben gut gefällt, sind von Katerina Gorelik, herausgegeben hat es der Insel Verlag.
Für Kinder ab 3 Jahren( wirklich?), 16 Euro, 60 Seiten im stabilen Pappeinband.

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