Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Ungerecht
Stigma von Lea Adam
Frage: Hat das Opfer den Tod verdient? Der Verdacht drängt sich auf.
Allerdings ist Mordermittlerin Jagoda »Milo« Milosevic mehr daran interessiert, den Täter oder die Täterin und das Tatmotiv zu finden. Das tut sie engagiert und zielstrebig. Tatkräftig unterstützt von Vince, einem Filou und dennoch gutem Ermittler.
Ein tolles Team. Ihre Nachforschungen führen sie in verschiedene Hamburger Milieus. Weitere Tote werden entdeckt. Ihnen allen ist eine bestimmte Sache gemein.
Das Autorenduo Lea Adam beschreibt emotional und überaus nachvollziehbar, wie allein Opfer sexualisierter Gewalt gelassen werden, wie wenig für sie von offizieller Seite getan wird. Glücklicherweise ein seit me-too in der Öffentlichkeit präsentes Thema. Überaus wichtig und brisant und dennoch nicht genügend beachtet.
Die Dämonenkämpferi
Wer die Hölle kennt von Leigh Bardugo
Alex Stern, die die Grauen inzwischen nicht nur sehen, sondern auch hören und sich ihrer Kräfte bedienen kann, ist zurück an der Yale- Universität. Dort gibt es mehr Geheimnisse und seltsame Artefakte, als irgendjemand vermuten würde. Unter Lebensgefahr versucht Alex alles, um ihren entführten Mentor Arlington aus der Hölle zurückzuholen.
Allein kann sie das aber nicht bewerkstelligen. Zudem sind zahlreiche komplizierte Rätsel zu lösen, Rituale zu meistern, Albträume zu durchleben. Auch die grundlegende Frage, wie Dämonen handeln, wird erörtert. Sehr ausführlich.
Wieder hat Leigh Bardugo einen spannenden und mystischen Fantasy-Roman mit wirren Elementen verfasst. Ihre Heldin Alex Stern ist wagemutig, loyal und clever. Es macht meistens Spaß, sie auf ihren abenteuerlichen Wegen zu begleiten. Die Visionen der Protagonisten allerdings werden sehr in die Länge gezogen.
Eine gelungene Mischung aus Geistergeschichten und unheimlichen Verbindungen. Allerdings sollte man den ersten Teil dieser Dilogie gelesen haben, einige Begriffe oder Zusammenhänge erschließen sich sonst schwerlich.
Hilfreich
Ravensburger Lexika - Das Ravensburger Grundschullexikon von A bis Z von Peggy Gampfer; Claudia Köster-Ollig; Anke Schönfeld
Alles Wissen, welches Grundschüler brauchen könnten, findet sich im großen Ravensburger Grundschullexikon. Auf 288 Seiten gibt es Informationen zu vielen Wissensgebieten, alphabetisch geordnet. Egal, ob es um Autos, Bienen, Quallen oder Kohlendioxid geht, ob Ereignisse aus der Geschichte wie die Blütezeit des Römischen Reiches oder um Technik, auch um das Thema Familienbeziehungen - hier wird man fündig.
Mit vielen Zeichnungen und deutlichen Fotos in sehr guter Qualität sind die kurzen Texte anschaulich und gut vorstellbar gestaltet. Die Texte sind in größerer Schrift für die jungen Leser, das gefällt gut. Manchmal könnten sie allerdings etwas kürzer gefasst sein.
Eine Zusammenfassung wichtiger Grundlagen für den Deutsch- und Mathematikunterricht schließt sich an, Tipps für das Halten eines Referates oder Nützliches für die Erledigung von Hausaufgaben finden sich ebenso wie ein Stichwortverzeichnis.
Nach einer Einführung in das gewichtige Buch ein hilfreiches Nachschlagewerk für den Nachwuchs.
Schöner Schein
Kuckuckskinder von Camilla Läckberg
Rolf Stenklo, ein bekannter schwedischer Fotograf, bereitet die Ausstellung seines Lebens vor. Und wird dabei ermordet. Wer hatte mit ihm eine Rechnung offen, was ist vor langer Zeit geschehen? Auch die Familie des erfolgreichen Schriftstellers Henning Bauers wird bedroht. Weitere Morde geschehen. Besteht ein Zusammenhang? Welche Rolle haben die Mitglieder des elitären Clubs Blanche gespielt? Ähnlich gelagerte aktuelle Bezüge wurden sicherlich nicht zufällig einbezogen.
Kommissar Patrik Hedström ermittelt, gleichzeitig recherchiert seine Frau Erica Falck zu einem brutalen Mord in den Achtzigern. Es scheint eine Verbindung zwischen den Vorkommnissen zu geben. Nur waren in den früheren Jahren die Verhältnisse ganz andere.
Camilla Läckberg schreibt gewohnt detailreich und zeichnet ihre Figuren gut vorstellbar. Die Ermittlungen gehe nur langsam voran, es gibt Längen. Aber das Ende ist ein Knaller!
Viele Verdächtige
Die letzte Party von Clare Mackintosh
Rhys Lloyd wird in einem See aufgefunden, natürlich ermordet. Die walisische Ermittlerin Ffion Morgan soll zusammen mit Detective Constable Leo Brady von der Cheshire Constabulary, ihrem letzten One-Night-Stand, herausfinden, wer dem erfolgreichen Sänger und Immobilienbesitzer Böses wollte. Ungünstig, dass auch sie über seinen Tod nicht traurig ist.
Wie zahlreiche andere Dorfbewohner. Auch die Käufer der Nobelferienhäuser sind nicht wirklich gut auf ihn zu sprechen. Viele Menschen hätten einen nachvollziehbaren Grund, ihn zu beseitigen.
Claire Mackintosh stattet ihre Figuren mit verschiedensten Eigenschaften und Charaktereigenschaften aus, sehr gut vorstellbar. Das gelingt ihr besonders bei Ffion, die von traumatischen Erlebnissen gequält wird.
Walisische Bräuche und Wörter werden geschickt eingefügt, die Atmosphäre wird anschaulich vermittelt. Ansonsten passiert aber leider nicht viel, die Ermittlungen gehen sehr langsam voran. Zahlreiche Personen tauchen auf, häufige Zeitsprünge bzw. Rückblenden verwirren.
Ein bedächtiger Krimi an einem idyllischen See.
DAS GEHEIMNIS DER toten
Fräulein Anna, Gerichtsmedizin von Petra Aicher
Als Sektionsassistentin hat Anna eine interessante Arbeit gefunden. Besser bezahlt als eine Krankenschwester wird sie außerdem, nicht unwichtig für ihre sieben jüngeren Geschwister. Auch wenn sie als Totenfräulein manchmal schräg angesehen wird, hat sie Freude an ihrer Tätigkeit. Einem Adeligen, der, getarnt als Klatschreporter, für seine Zeitung nach Skandalgeschichten sucht, soll sie pikante Informationen liefern.
Kann das gut gehen?
Petra Aicher hat einen unterhaltsamen Krimi über eine interessante Zeit, überholte Vorstellungen und Rituale in Bayern geschrieben. Ihre Helden sind überwiegend sympathisch, Anna steht fest im Leben, weiß, was sie will und ist aufgeschlossen , wißbegierig und engagiert. Ihre Mentoren sind gut vorstellbar und teils liebenswürdig, teils flapsig, angelegt. Spannend wird es zudem, als ein gesuchter Mann unerwartet auftaucht.
Historische Hintergründe am Vorabend des 1. Weltkrieges bilden den Kontext zu diesem gelungenen Roman.
Gibt es sie doch?
This Charming Man von C. K. McDonnell
Hannah, stellvertretende Chefredakteurin bei der Zeitung Stranger Times arbeitet mit Chefredakteur Vincent Banecroft, Praktikantin Stella, Grace und einem Drucker in einer alten Kirche – der Kirche der Alten Seelen –, geschützt werden sie von einem Wesen, das man als »Mannys Freundin« bezeichnet.
An Unnormales sind sie gewöhnt, aber als Vampire in Manchester auftauchen, trotzdem maßlos erstaunt. Jedermann weiß doch: „Vampire gibt es nicht!“
C.K.McDonell hat sehr spezielle Figuren kreiert, mal mehr, mal weniger liebenswürdig. Aber besonders sind sie alle. Auch die Begegnungen, Bekanntschaften, Angriffe und Recherchen sind sehr … ungewöhnlich. Großen Spaß bereiten die geschliffenen Dialoge oder Wortgefechte mit schlagfertigen Repliken. In der Redaktion gibt es keine Schimpfwörter. Ersatz dafür wird originell verpackt.
Sehr unterhaltsam zu lesen, ein Muß für Liebhaber absolut unmöglicher und unwahrscheinlicher Vorkommnisse, die in spannender Abfolge geschildert werden. Nonsens pur.
Die Monster sind los
Die Monsterschule (Bd. 1) von Christian Loeffelbein
Lukas muss in eine alte Schule mitten im Wald wechseln. Gefällt ihm nicht. ABER: dort werden Monster unterrichtet! Psssst! Professor Graghul, sein Onkel, erzieht dort so tolle Wesen wie Mutanten-Horst, Werwolf Jimmy oder den Zyklopen Hotzeputz. Alle wollen eines Tages in die Menschenwelt, lernen mustergültiges Betragen.
Aber Jemand möchte verhindern, dass sie dort landen. Wer denn nur? Wie abenteuerlich, wie spannend, wie gefährlich!
Der Untertitel „Pups-Pillen Verschwörung“ begeistert den Nachwuchs. Was für ein tolles Thema, geheimnisvoll, witzig und unterhaltsam. Auch die Location passt: ein gammeliges, verwinkeltes Schloss mit ungeahnten Verstecken. Doch wehe, wenn die Monster ausbrechen!
Wunderbar fantasievolle und farbenprächtige Illustrationen, auf dem Cover sogar fühlbar, begleiten durch diesen tollen Lesespaß. Hat Nikolai Renger super hinbekommen. Aber besonders Autor Christian Löffelbein hat ganze Arbeit geleistet:
ein spaßiges und aufregendes Abenteuer erwartet die Bewohner der Monsterschule!
Verlegt von Coppenrath für Leser und Vorleser ab fünf Jahren.
Hamburg, Hafen der Welt
Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe von Henrike Engel
Hamburg, Hafen der Welt
1911, Hamburg. Wieder begegnen wir Anne, der engagierten Ärztin, die beschlossen hat, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und unter ihrem richtigen Namen einen Neustart zu wagen. Auch Helene, Tochter einer wohlhabenden Hamburger Bürgerfamilie, möchte ihr Leben verändern.
Als Lehrerin arbeiten. Natürlich spielt Kommissar Berthold wieder eine wichtige Rolle. Nicht nur als attraktiver Mann, sondern ebenso als hartnäckiger und cleverer Ermittler im Drogenhandel, im Kampf gegen die chinesischen Triaden und auf der Jagd nach einem berüchtigten Frauenmörder.
Henrike Engel beschreibt die Lage der Frauen in dieser Zeit emotional und authentisch. Not und Elend in ärmeren Bevölkerungsschichten, aber auch die Unmündigkeit von Ehefrauen allgemein. Viel erfährt man über Hamburg, den Hafen der Welt. Handel, Hafenanlagen, Lebensbedingungen werden einbezogen. Es geht um Liebe, Enttäuschungen, unverhoffte Entdeckungen, kriminelle Machenschaften, Erfolge oder Pleiten. Interessant und spannend erzählt, mit gut vorstellbaren Personen belebt, ein unterhaltsamer und interessanter Roman.
Alles in Auflösung
EAST. Welt ohne Seele von Jens Henrik Jensen
Jan Jordi Kazanski ist ein gescheiterter, abgehalfterter Agent. Eine letzte Chance bekommt er noch. Dazu muss er in Krakau die „Witwe“, eine mysteriöse Unbekannte mit großem Einfluss, finden. Allerdings ist er nicht der Einzige, der nach ihr sucht. Freund oder Feind? Sehr spannend ist beschrieben, wie Jan seine gefährlichen Recherchen anstellt, welche schlafenden Hunde er weckt.
Und auf was für sich merkwürdig verhaltende Frauen er trifft.
Ein zweiter Handlungsstrang betrifft einen Professor, einen anerkannten russischen Atomphysiker. Weshalb wurde er entführt? Auch das ist packend geschrieben, anschaulich erzählt. Ebenfalls wird ein detailreicher Einblick in die Folgen der Umstrukturierung in der ehemaligen Sowjetunion vermittelt, Katastrophen ungeahnten Ausmaßes vorausgesagt.
Stück für Stück werden die Fäden aufgewickelt. Geschickt beschrieben von Jens Henrik Jensen, mit durchgängig gehaltenem Spannungsbogen. Mir hat gefallen, dass Krakau, die „alte Königsstadt, die Mystik und Magie … verbreitet…“ gekonnt einbezogen wurde.
Sehr gut zu lesen, klare Empfehlung.











