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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Daffodil:

Mein Lieblingsmaler

Mein magisches Museum und Vincent van Gogh von Anne Funck

Vincent van Gogh ist einer meiner Lieblingsmaler, seine Werke sind wunderschön. Diese Begeisterung möchte ich gern weitergeben, deshalb musste das Buch über ihn bei uns einziehen.
Die Idee des schusseligen Kurators ( Begriffsklärung!) spricht an, Jeder kann etwas durcheinanderbringen - Kind versteht das gut, möchte helfen.

Das großformatige Buch also ist kindgerecht bis anspruchsvoll. Vieles ist für ein/e 6-Jährige geeignet, z.B. zahlreiche interaktive Aufgaben. Textlastige Seiten sind dann eher für Ältere, Biografisches eignet sich für später. Fazit: Buch nur punktuell lesen, später immer wieder hervorholen.
Sehr gut gefallen die Mitmachseiten; Unterschiede sind zu finden, ein wenig Farbenlehre ist enthalten ( könnte mehr sein), eigener Geschmack und eigene Kreativität sind gefragt. Die Farbenkobolde sind witzig! Fantastisch, was beim eigenen Selbstporträt entstehen kann!
Das finden wir sehr schön: Werke vom Maler himself sind abgedruckt, lassen sich ausführlich betrachten und besprechen.
Ein Buch, das niemals auf einen Rutsch gelesen werden darf, es braucht Zeit und bietet viel!

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Vor dem 1. Schultag

Mutmurmeln für den ersten Schultag von Sarah Welk

Was für eine schöne Idee für Kinder, die sich ein bisschen vor dem ersten Schultag fürchten. Welches Kind weiß vorher schon genau, wie es in der Schule zugeht? Gut, wenn man eine Freundin(?) mit coolen Ideen hat. Also: Murmel einstecken, kleine Mutproben bestehen und die so mit Mut beladene Murmel drücken.

Schon geht es los mit Aufgaben, die ein wenig Überwindung kosten, aber für die Mutaufladung reichen sollten. Ob das klappt, erzählt Sarah Welk in kurzen Texten, die sich gut für Vorschulkinder eignen. Passende bunte und anschauliche Illustrationen verdeutlichen die Geschehnisse.
Kann Kind nachmachen, es müssen ja nicht unbedingt Murmeln sein. Man hofft auf so verständnisvolle Lehrer wie die im Buch erwähnte Frau Fröhlich und schon steht einem unbelasteten 1. Schultag nichts im Weg.
Schönes Buch für die Zeit kurz vor der Einschulung.

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In der Notaufnahme

Staying Alive von Eva Mirasol

Nichts mit Schonzeit für Assistenzärztin Nicky. Berlin ist sowieso schon hektisch, in einer Rettungsstelle geht es noch turbulenter zu. Nicki arbeitet dort und trifft alle möglichen Typen von Patienten, aber auch vom medizinischen Personal. Egal, ob bierselige Bayern beim Wundennähen kichern oder komische Gefühle im vorderen Zungendrittel in die Notaufnahme geführt haben - alle werden behandelt.

Manchmal auch erst nach acht Stunden. Gegen Stress hilft Rauchen, das wird als Pause akzeptiert. Anderes nicht.
Ins kalte Wasser geworfen zu werden mag manchmal hilfreich sein. Hier ist es Stress pur. Auch wenn Nicky es oft humorvoll nimmt, sie hat mein Mitgefühl. Wie alle Mitarbeiter im medizinischen Bereich.
Nun, jedenfalls kommt keine Langeweile auf. Der Leser wird abwechslungsreich unterhalten, ironisch informiert, er beobachtet entsetzt oder mitfühlend. Leider finden sich auch Ausflüge in andere Gebiete, z.B. wird über das Leben der Teichmuschel und der Bitterlinge informiert. Passt für mich nicht.
Unglaublich, interessant, aber man möchte nie, niemals, in keinem Leben … dabei sein. Weder als Mediziner und gleich gar nicht als Patient.
Auch wenn Einiges stark überspitzt wird ( hoffe ich) ist dieser Roman durchaus lesenswert!

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Sybille in Action

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen von Sybille Bullatschek

Das Übliche: die Pflägekraft gibt alles, aber irgendein Miesepeter bewertet Heim und Personal schlecht. Das kann ja wohl nicht wahr sein! Und auf die Bewerbung für das Fernsehquiz kam auch noch keine Antwort… Als dann doch, verbietet der Chef die Teilnahme. Dass Sybille irrtümlich Jemanden niedergeschlagen hat, ist fast gar nicht schlimm.

Sybille Bullatschek treibt es mit wahnwitzig wuchernder Phantasie wieder auf die Spitze. Selbstironisch und chaotisch beschreibt sie ihren und den Alltag im Seniorenheim. Es ist immer etwas los. Egal, ob gläserne Hasen eine Rolle spielen, ob singende Herren nerven oder renitente Damen randalieren, Aggro-Seifert Blütenteppiche zerstört, Lamas spucken oder Bulli in der Eiche landet. Natürlich bekommt Otterle sein Fett weg, nervt Azubine Steffi und Schildkrötle hat Pech.
Aber irgendwie fügt sich alles!
Komisch, unterhaltsam und skurril, heitert auf an trüben Tagen.

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Psycho

Aschesommer von Benjamin Cors

Spannend von der ersten Seite an. Wer ist so abartig veranlagt, dass er ein Paar in einer Kältekammer sterben lässt? Eine mysteriöse Botschaft an der Wand hinterlässt? Die Ermittler Jakob Krogh und Mila Weiss haben einen Verdacht. Nur: der potentielle Täter sitzt derzeit in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt! Interessant, dass der dortige Leiter ein machtgieriger inkompetenter Macho ist.

Benjamin Cors zeichnet seine Protas authentisch. Jede/r hat seine Eigenheiten, hat zu kämpfen. Originell sind sie alle, auf den Mund gefallen auch nicht. Wenngleich manche Eigenschaften nervig sind ( ständiges Kaugummikauen oder extrem laute Musik), machen sie genau die Lebendigkeit aus, die die Personen vorstellbar, nahbar, macht. Zwei von ihnen kämpfen mit eigenen Dämonen. Zunächst haben sie keine erfolgversprechenden Spuren. Jemand will Entwicklungsgeschichte nachspielen, aber warum, wozu, wie? Welch ein größenwahnsinniger Gedanke!
Origineller, gut zu lesender Thriller mit interessantem Hintergrund.

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Kinderwunsch

Hello Baby von Kim Eui-kyung

Sachlich und dadurch umso mitnehmender wird berichtet, was Frauen auf sich nehmen, um ein Kind zu bekommen. Der Roman ist in Korea angesiedelt, jedoch gibt es unerfüllte Kinderwünsche in vielen Ländern. Die Rede ist von ausgesprochen schmerzhaften medizinischen Behandlungen, von Fehlversuchen, geplatzten Träumen, aberwitzigen Ideen und immer weiteren Anstrengungen, doch noch das ersehnte Babyglück zu erlangen.

Oft ist es der eigene Wunsch oder, bei uns weniger oft, der Wunsch der autoritären Schwiegereltern. Unglaublich, was die Frauen auf sich nehmen, unter welchem Druck sie zudem stehen. Egal, ob selbst auferlegt oder von anderen gedrängt.
Kim Eui-kyung lässt die Frauen selbst zu Wort kommen. Sie beschreiben sehr gut vorstellbar ihre Sorgen, Gefühle und Gedanken. Es wird gelästert - klar, ein Ventil in Stresssituationen ist immer hilfreich. Aber auch Meinungen von Kollegen oder Bekannten fließen ein. Das allerdings ist nicht immer sinnvoll oder mutmachend.
Die Autorin lässt eine Ahnung sowohl vom körperlichen als auch emotionalen Druck aufkommen. Solche Situationen zu erleben, wünscht man Keinem. Ein Plädoyer um Verständnis für betroffene Frauen.

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Möchte ich das?

Vorsehung von Liane Moriarty

Ein unscheinbare ältere Dame verkündet den Passagieren eines Linienfluges ihre Lebenserwartung und ihre Todesursache. Sie arbeitet sich durch das gesamte Flugzeug, muss eine Aufgabe erfüllen. Die Passagiere reagieren unterschiedlich. Die meisten sind geschockt, manche halten es für unsinnige Wahrsagerei.

Zu vielen gibt es Hintergrundgeschichten.
Das ist spannend, faszinierend, sogar gruselig. Über die hübsche Stewardess Allegra erfährt man sehr viel, man leidet mit.
Die Neugier ist also geweckt. Wie geht es weiter? Treffen die Prophezeiungen so ein?
Die allwissende Erzählerin Cherry berichtet über sich, ist eigentlich nicht wirklich besonders. Interessant ist ihr Leben aber doch. Aber tatsächlich spannend sind die weiteren Lebenswege der Flugzeuginsassen. Man lernt sie näher kennen, sie sind gut vorstellbar beschrieben. Der Leser lauert regelrecht darauf, ob die prophezeite Situation eintrifft.
Man fängt an, über Wahrsager, Schicksale oder lebensverändende Umstände nachzudenken. Ein Gedankenkarussel wird in Gang gesetzt. Kann man Sein Schicksal beeinflussen?
Super geschrieben, hat mich gecatcht.

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Düster

Blood of Hercules von Jasmine Mas

Was ist das für eine schreckliche Welt in der Zukunft. Titanen töten Menschen aus Spaß an Gewalt, die meisten Menschen sind arm und vegetieren vor sich hin, nur einer herrschenden Elite geht es gut. Alexis wächst bei gewalttätigen Pflegeeltern auf bis sie 10 ist, hat eine unsichtbare Schlange zum Freund und muss einen Pflegebruder durchbringen.

Als ihre Betreuer sie halb tot schlagen, ist sie auf sich allein gestellt. Mit 19 wird ein Geheimnis gelüftet. Grausame Rituale bestimmen fortan ihren Weg. Prüfungen bestehen daraus „Schmerzen, Leid, Dreck, Angst und Hunger zu ertragen.“ Alle versuchen, Alexis zu manipulieren, sie zu brechen. Aber ein weiteres Geheimnis ist in ihr.
Jasmine Mas schreibt packend, ironisch, witzig und sarkastisch. Nach leichten Startschwierigkeiten habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Alexis ist unheimlich stark, bleibt sich stets treu und geht ihren Weg. Allerdings: der letzte Teil ist so gar nicht meins. Ich hoffe auf erlösende Fortsetzung.

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Zur Einschulung

Leserabe Sonderausgaben - Juhu, jetzt bin ich Schulkind! von Doris Arend; Tanja Bürgermeister; Anja Kiel; Henriette Wich

Der Leserabe begleitet durch das 1. Schuljahr. Dass tut er gewohnt unterhaltsam und gibt verschiedene Aufgaben und Anregungen. Selbst gestalten: „Das war in meiner Schultüte; So haben wir gefeiert; Mein Schulranzen; ….“. Kind kann malen oder Fotos einkleben. So entsteht ein individuelles und sehr persönliches Erinnerungsbuch.

Ausmalen, einkreisen, kleine Rätsel lösen sind weitere, altersgerecht zu lösende Anforderungen. Die Aufgaben sind abwechslungsreich und machen Spaß, manch härtere zu knackende Nuss ist auch dabei.
Sehr gut gefallen uns die farbigen und lustigen Illustrationen. Sie sind gut erkennbar und passen genau zum Text.
Besonders gern werden Texte mit Zeichnungen „gelesen“, d.h. ein Lesekundiger liest und Kind spricht die Bildwörter dazu. Allein schon diese Übungen machen viel Freude. Praktisches Gimmick: Namensschilder für Bücher oder Hefte.
Fazit: dieses Buch gehört in jede Schultüte ( oder daneben). Und ist seine 12.99 auf alle Fälle wert.

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Eine Berufung

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen von Ito Ogawa

Hatoko kehrt in ihren Heimatort Kamakura zurück, um den Schreibwarenladen der verstorbenen Großmutter zu übernehmen. Zusätzlich enthält das Erbe das Amt der öffentlichen Schreiberin. Dabei müssen das Papier, die benutzte Tinte, der Sprachstil, die Tusche, sogar die Briefmarke nach bestem Gefühl ausgewählt werden.

In Japan ein anerkannter und wichtiger Beruf.
Hatokos Ausbildung als Kalligrafin begann, als sie sechs Jahre alt war. Eine Stunde täglich musste sie üben. Das steigerte sich, die strenge Großmutter beeinflusste ihre Kindheit stark. Ständige Antreiberei ließen keine Freundschaften oder kindliche Freizeitvergnügen zu.
Die Hauptfigur erzählt detailliert, kleinteilig, beschreibt überaus gründlich ihre Art des Briefeschreibens. Ihr Ziel ist es, andere Menschen mit ihren Arbeiten glücklich zu machen. Ihre Geduld, ihr Streben nach Perfektion bei den immer sehr persönlichen Briefen sind bewundernswert. Jedes Schreiben ist ein gut überlegtes Kunstwerk, gewissenhaft verfasst und nur darum geht es in diesem Buch. In Maßen durchaus nicht uninteressant, mir für ein ganzes Buch zu ausführlich. Gut, dass durch die Briefe Lebenseinblicke gegeben werden. Mehr Interessantes Persönliches von Poppo-chan hätte mir gefallen, aber: „Sie schrieb über banale Dinge, …“ , urteilt sie über ihre Vorgängerin. Trifft auch auf sie zu. Der Japan- Zauber, die fernöstliche Poesie - kam bei mir nicht an.
Ito Ogawa hat eine Melange aus Sachbuch und Alltag einer seltenen Berufsgruppe verfasst. Für an einige japanischen Bräuchen und an der Tätigkeit öffentlicher Schreiberinnen interessierten Lesern ein unaufgeregter Leckerbissen.

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