Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Spurensuche
Frieda von Geraldine Oetken
Spurensuche
Geraldine Oetkens Urgroßtante Frieda ist 1941 in einer Anstalt für Menschen mit Behinderungen gestorben. Viel mehr weiß man nicht über sie. Die Autorin will es herausfinden, ihre Verwandte aus dem Vergessen befreien. Wie packt sie das an? Was kann sie überhaupt noch finden?
Sie lässt den Leser an ihren Gedanken und ihren Vorstellungen teilhaben.
Wie könnte es gewesen sein, wie haben ihre Urgroßeltern die NS- Zeit erlebt? Antworten kann oder wollen ihre Verwandten kaum geben. Das verurteilt sie heftig. Auch scheint sie ständig genervt. Sie intensiviert ihre Spurensuche. Recherchelücken füllt sie mit eigenen emotionalen Vermutungen und Spekulationen. Zu Frieda gibt es nur wenige, meist bürokratische Hinweise. Geraldine Oetken weitet ihre Untersuchungen aus, befasst sich mit Orten, die mit weggesperrten Menschen in Zusammenhang stehen.
Auch mit dem NS- Gesundheitssystem. Hungerkostenerlass, strukturelle Vernachlässigung, Bestrafungen und abwertende Beurteilungen sind an der Tagesordnung. Fakten werden benannt. Frau Oetken recherchiert gründlich. Aus den aus vielen Unterlagen bekannten Anmerkungen kommt sie zu Vorstellungen, wie Frieda und andere Insassen der Anstalten gelebt, nein, vegetiert haben.
Nicht ausgedacht ist: ihr Leben jetzt, die Verwurzelung in der eigenen Familie, in der es viele Spuren am Mittun der Vorfahren gibt.
Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Geschichte.
Hexen in Salem
A Spark of Time - Eine Verabredung in Salem von Kira Licht
Hexen in Salem
Lilly deGray landet im Jahr 1692 in Salem, ausgerechnet in Salem, wo Hexenverfolgung an der Tagesordnung ist. Es geht alles schief, was nur schiefgehen könnte. Dummerweise hat sie Martje, eine ahnungslose Frau, mitgeschleift. Bis Collien und Damien, die sie als ihre Brüder ausgibt, ankommen, misstrauen ihr die Dorfbewohner.
Danach auch, sie werden getrennt. Eine puritanische Schmuckhasserin nimmt ihr die Zeitreiseperle ab, Collins Muttermal ist so verletzt, dass auch er nicht mehr in der Zeit reisen kann.
Kira Licht schickt ihre Helden erneut auf eine sehr gefährliche Tour. Nicht nur die aufgebrachte Dorfbewohner, sondern eine echte Hexe bedrohen sie. Verschiedene Twists erhöhen die Spannung, es geht um Erpressung, Folter, Intrigen und … Liebe.
Ein Lesestopp ist unmöglich.
Dramatisch, überraschend, spannend - perfekt.
Botschaft aus dem Lavapool
Viele Grüße aus der Hölle! von Louisa Söllner
Botschaft aus dem Lavapool
Das Cover sieht höllisch gut aus, ein frecher kleiner Teufel grinst uns an. Auch die Gestaltung des Deckblatts ist schwarz/ rot, feuerheiß. Die Idee: Finn langweilt sich am Urlaubsort, er verfasst und hinterlegt eine Postkarte an einem Grabstein. Er bekommt Antwort von einem in den Lava-Pool verbannten Flavio.
Es entwickelt sich ein reges Hin und Her, jedes Kind lernt die Welt des anderen kennen. Nicht schlecht für die Allgemeinbildung, erwähnt werden Cerberus, Medusa, Minotaurus und mehr. Es wird spannend, der Teufel fordert zu einer gefährlichen Mutprobe heraus. Aber dann .. ist alles anders. Nette Geschichte mit verschiedenen Themen, sogar mit Bodyshaming. Da hätte man allerdings mehr rausholen können.
Zur Gestaltung: die Seiten sind mit deutlicher größerer Schrift übersichtlich gehalten, für Leseanfänger schön. Manche Wörter sind farblich hervorgehoben. Die kurzen Kapitel motivieren.
Flavios Seiten sind mit höllenschwarzen Rändern dunkel gestaltet, Finns hell und pastelliger. Das verdeutlicht den Wechsel zwischen den Kids. Witzige Zeichnungen von Lea Winkel passen sehr gut zum Inhalt.
Liest sich schnell weg, motiviert zum Üben, ist mal was anderes.
Yrsa, einfach Yrsa
Honey von Imani Thompson
Yrsa, einfach Yrsa
Die Yrsa aus dem Hörbuch ist sehr besonders. Klug, hübsch, abenteuerlustig. Sie ist engagierte Feministin und wenn ein Machomann eine Kollegin nicht nur um um ihre Forschungsergebnisse betrügt, kann schon mal eine gereizte Biene in seinem Drink landen. Mit Folgen. Auch Männer, die Frauen wie Trophäen sammeln, stehen nicht in ihrer Gunst.
Imani Thompson beschreibt ihre Heldin als willensstarke Kämpferin für Gleichberechtigung und Streiterin gegen die weitverbreitete Meinung, dass People of Color sich klein zu machen haben. Ihre Doktorandin der Cambridge University ist clever, gerechtigkeitsliebend, mitunter sehr vulgär und kein bisschen sentimental.
Die Handlung allerdings ist manchmal arg sprunghaft, der Leser muss sein Köpfchen anstrengen, um Zusammenhänge herzustellen. Manchmal aber auch langatmig und in unwichtigen Dingen sehr detailreich.
Den Schreibstil empfinde ich als sarkastisch, pointiert und durchsetzt mit sehr speziellem Humor.
Der Text ist als Hörbuch gut aufbereitet, mit der Sprecherin allerdings konnte ich nur beim Vorlesen, nicht aber bei der Stimmimitation der Männer und älterer Frauen warm werden.
Die andere Fee
Die gute Fee mit der schlechten Laune (1). Der Wunschperlen-Auftrag von Emma Flint
Die andere Fee
Fee Molli hat es nicht leicht. Die Schule ist langweilig, gute Leistungen erbringt sie sowieso nicht. Kein Silberglöckchen-Feenlachen! Wandelkunde aber mag sie. Deren Beherrschung ist auch enorm wichtig, nur mit entsprechendem Diplom darf man auf die Erde. Und Molly bekommt es … nicht! Dann will sie auch noch etwas Anderes als Zuckerwatte essen, dabei muss man viel Zucker essen, um glücklich zu sein.
What???
Aber eigentlich nicht verwunderlich, es geht zuckersüß und kitschig zu im ersten Teil des Buches. Ein Stern Abzug.
Nur Molli ist anders. Immer. Deshalb bekommt sie einen Aufpasser, einen wunderschönen Königspudel, zur Missions-Begleitung. Gefällt weder ihr noch uns. Und natürlich stellt sie sich bei ihrem Auftrag ungeschickt an. Hier wird es endlich spannend und interessant. Der Freundschaftsgedanke kommt sehr schön zum Tragen.
Für Erstleser gut, dass Silben und einige Worte farbig hervorgehoben werden. Weniger schön sind die sehr komprimierten Texte. Viele kleine und zuckrig rosafarbene
Illustrationen lockern auf.
Der Anfang gefällt uns nicht so sehr, aber der Ausflug in die Menschenwelt bietet eine kindgerechte Story. Fazit: nach zu langem und langweiligem Start mit ungesunder Ernährungsempfehlung eine ansprechende Geschichte. Sehr knappe vier Sterne.
Nebenan
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Nebenan
Ein herzerwärmendes Hörbuch, angenehm und mit ruhiger Stimme vorgelesen von Ulrike Kriener.
Autorin Tanja Kokoska nimmt den Hörer mit in die Straße „Am Kastanienbaum“.
Sie lässt sie in die Wohnungen schauen und dabei einige der Bewohner näher kennenlernen. Da gibt es Ina, alleinerziehend und den „Einen“ suchend.
Sie und ihr Sohn gehen sehr liebevoll mit einander um, das ist glaubhaft dargestellt und berührt. Aber es gibt auch den distinguierten Herrn Bello mit gut gehüteten Vorlieben. Und das Obst- und Gemüsehändlerpaar Arslan sowie den Koch und Lokalbesitzer Samy.
Alle so dargestellt, dass man sie vor sich zu sehen meint, selbst den Baggerfahrer, der von einem Sensationsfund träumt und von den Kollegen veralbert wird.
Das normale, eigentlich ziemlich alltägliche Geschehen, einige Aufregungen inclusive. Könnte eine Straße in unmittelbarer Nähe sein, ist gut vorstellbar und hinterlässt das Gefühl, interessante und freundliche Menschen kennengelernt zu haben.
Zocker only
Carl's Doomsday Scenario von Matt Dinniman
Zocker only
Ballerspiele muss du mögen, sonst ist dieses Buch nichts für dich.
Carl ist nach zahlreichen Kämpfen in einer virtuellen Welt im nächsten Level angekommen. Begleitet von Prinzessin Donut und Mongo. Donut behält wunschgemäß ihren Katzencharakter und erhält einige neue Fähigkeiten, Carl entscheidet sich für die Figur Urwesen, ebenfalls mit einigen neuen Talenten.
Ihr Kampf um Publicity geht weiter, sie müssen hohe Klickzahlen generieren. Sehr oft geraten sie in Gefahr. Ein Spielsystem steuert die Spielebenen, ist unberechenbar und auf Einschaltquoten bedacht. Sehr fantasievolle Strafen, Belohnungen und Fähigkeiten würzen das Spiel. Eine mitunter recht drastische Ausdrucksweise tut ein Übriges. Oft eklig oder gespenstisch, tauchen irrwitzige Erscheinungen auf. Die Kommentare von Carl dazu sind Spitze. Und Prinzessin Donut ist DIE Cool Cat.
Irrwitzig, verdreht, verrückt und wahnsinnig unterhaltsam. Game on!
Perfekt und ein Riesenspaß für Leser, die sich in Spielewelten versenken können.
Die Drachenfarm
When Dealing With Dragons. Drachengold von Dana Swift
Die Drachenfarm
In einer schrecklichen Welt werden lebenden Drachen die wertvollen Schuppen herausgerissen. Skrupellose Besitzer werden reich und bestimmen die Geschicke derer, die Drachen anständig behandeln, sie nicht um Reichtum Willen quälen. Farren ist anders. Sie ist die engagierte Tochter eines ausgezeichneten Tierarztes, hilft bei der Pflege verletzter oder alter Tiere.
Den Sohn des reichen John kann sie gar nicht leiden. Er fliegt Drachenrennen und ist unnahbar. Wirklich? Er erweist sich als ganz anders, als es scheint. Er ist schon lange in Farren verliebt und nutzt einen gebrochenen Arm für ein Praktikum auf Farrens Drachen- und Gnadenhof. Farren versteht ihn nicht und muss außerdem ein großes und wichtiges Geheimnis hüten.
Dana Swift hat ein spannendes und mitnehmendes Buch über Freundschaft, Verantwortung und Menschlichkeit vorgelegt. Ihre Protagonisten zeigen nachvollziehbare Gefühle, kümmern sich engagiert um Mensch und Tier. Auch die Liebe spielt eine große Rolle.
Negativcharaktere gibt es ebenfalls, skrupellose Machtmenschen zeigen ihre häßlichen Seiten. Wie unsympathisch!
Die Autorin schreibt sehr anschaulich, enorm spannend und mit einigen überraschenden Twists. Das Buch mag man nicht zur Seite legen, schwankt zwischen Entsetzen und Hoffnung.
Liest sich super, fantasievoll, abenteuerlich und romantisch!
Prinzessin mal anders
Cursed for Good – Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen. von Amy Coombe
Prinzessin mal anders
Tandy liebt Bücher über alles. Sie hat viele Prinzessinnen- Pflichten, die sie auch brav absolviert, aber die nerven so!
In einem niedlichen Dörfchen mit interessanten Einwohnern (zwanzig Prozent Drakonen, zwölf Prozent Feen, vierzig Prozent Zwerge, achtzehn Prozent Menschen usw.
) betritt sie einen Buchladen. Und hier wird Tandy verflucht. Kann den Buchladen nicht verlassen. Ist ihr zunächst eigentlich ganz recht. Allein im Buchladen richtet sie sich gemütlich ein und hofft, nicht von einem küssenden und damit fluchbrechenden Prinzen besucht zu werden. Ein attraktiverer Mann, ebenfalls verflucht, interessiert sie schon eher. Dann aber tauchen die echten Prinzen auf. Alle sieben. Der erste ist nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber irgendwie niedlich. Es folgt ein amüsanter Reigen potentieller Erlöser. Ob der Richtige dabei ist? Und was hat es mit dem mysteriösen Piraten auf sich?
Märchenhaft, teenietauglich und fluffig geschrieben. Macht Spaß zu lesen, ist romantisch und bezaubernd.
Was für eine Zukunft!
Cryptos von Ursula Poznanski
Was für eine Zukunft!
Jana programmiert Phantasiewelten. Perfektes Leben, perfekte Welt. Die wirkliche Welt ist nicht lebenswert. Als in einer Wunschzone eine Störung auftritt, bleibt Jana in einer diesen Welten gefangen. Alle Welten sind originell, einige wunderschön, aber auch gefährlich. Nicht wirklich, wird man gefressen, findet man sich in seinem zuhause lebendig wieder.
Aber neuerdings: nicht! Tot ist tot. Wer sabotiert die Traumwelten? Das will Jana unbedingt herausfinden. Böse, sogar tödliche Überraschungen erwarten sie. Kein Ausweg in Sicht. Inzwischen geschehen auch in der Realwelt unkontrollierbare Dinge.
Ursula Poznanskis Figuren wirken authentisch, sind vielschichtig angelegt. Ihre Welten sind inspirierend, wecken Wünsche. Unerwartete Wendungen lassen keine Langeweile aufkommen. Ein Bild einer möglichen, gar nicht so weit entfernten Zukunft wird entworfen: Klimaschutz, Lebensmittelsorge, kaum körperliche Arbeit und strenge Kontrolle.
Die Autorin schreibt wunderbar und atemberaubend spannend, phantasievoll und originell. Ich habe es geliebt, dieses Buch zu lesen und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen!











