Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Tödliches Hotel
Hotel Lucky Seven von Kotaro Isaka
Tödliches Hotel
Es gibt viele Leute, die für Geld morden, foltern, aufspüren, verschleiern. Besonders in und rund um das Luxushotel Lucky Seven in Japan. Aber ganz schlecht ist es, wenn sich solche Leute gegenseitig in die Quere kommen. Jeder hier im Hotel hat einen wichtigen Auftrag und hält sich selbst für den/ die Schönsten, Schlauesten oder Cleversten.
Slapstickartig wechseln die Szenarien, werden Lebensweisheiten abgesondert. Spannung wird konstant aufgebaut und jedes Mal, wenn die Ganoven vermeintlich kurz vor ihrem Ziel sind, gibt es einen Szenenwechsel. Geschickt gemacht. Das erhöht die Spannung. Als genauso geschickt erweist sich der jeweilige Blick in die Vergangenheit der Personen. Unglaubliches tritt zutage.
Teilweise etwas umständlich beschrieben, jedoch ist eine kontinuierliche Entwicklung zu verzeichnen. Ist man erst einmal in der Handlung angekommen, mag man diesen Thriller nicht mehr aus der Hand legen. Sehr anders, sehr spannend … .
Magische Wesen
What's Written in Blood von Mo Enders
Magische Wesen bevölkern London. Manche terrorisieren die Bevölkerung, manche helfen, sie zu jagen. Kopflose Reiter bedrohen die Menschen, Polizeiangestellte, die sich u.a. in Wölfe verwandeln, kämpfen gegen die Monster. Piper, eine junge Frau, die ihre Vergangenheit nicht kennt, arbeitet auch im Dienst der Cops.
Ihr Reittier ist ein Kelpie. Mit in ihrem Haus wohnen eine verstoßene Banshee und sogar ein Spiegelgeist.
Mo Enders bietet also eine reichhaltige Auswahl an merkwürdigen und phantasievollen Gestalten. Die Aufklärung von Morden, die vermutlich von magiebegabten Wesen begangen werden, steht im Mittelpunkt des Geschehens. Und natürlich die Frage: wer war Piper vor ihrem Unfall? Um die Lösung beider Fragen dreht sich das ganze Buch, mal mehr, mal weniger fesselnd. Liest sich überwiegend unterhaltsam, eine nette Lektüre für zwischendurch. Fortsetzung folgt.
Lecker mit Specki
Koch- und Backabenteuer mit Spekulatius von Tobias Goldfarb
Lecker mit Specki
Wir lieben Specki, kennen ihn aus mehreren Büchern. Sein Kochbuch hat uns auf Anhieb interessiert und tatsächlich begeistert.
Nach kurzer Einführung zeigt Specki eine tolle Yogi-Bowl. Sieht gut aus, ist lecker und gesund. Auch die Gemüse Lasagne liest sich toll.
Zwischendurch meldet sich Specki selbst zu Wort.
Ein wenig nervt seine „ä“ Manie, aber eigentlich ist er ja ein pfiffiger und niedlicher Begleiter.
Schön, dass das Buch durchs Jahr führt und saisonale Gerichte aufzeigt.
Dekorative Fotos zeigen anschaulich, was machbar ist. Alle Gerichte sind relativ leicht zuzubereiten, die entsprechenden Anleitungen sind detailliert und gut verständlich. Ein bisschen viel Zucker in einigen Rezepten kann man selber reduzieren, mitunter etwas Gemüse oder Obst ergänzen - vieles ist möglich.
Ein leckeres Jahr mit Specki steht uns bevor!
Durch die Hölle und zurück
I Hope This Email Finds You in Hell - Manchmal ist Liebe einfach die Hölle von MacKenzie Reed
Durch die Hölle und zurück
Was, wenn der Chef aus deinem normalerweise langweiligen Büro eigentlich ein Dämonenjäger ist? Und eine ältere Kollegin plötzlich auf dir hockt und dich aussaugen will? Dann verschwindet auch noch die beste Freundin …
Genau so geschieht es Brie. Auch sie wird zum Ziel eines Dämonen.
Geht ja mal gar nicht. Sie und Chef gehen auf die Jagd und machen sich auf, in der Hölle nach den verschwundenen Personen zu suchen.
Witzig, dass die Hölle wie eine ganz gewöhnliche Stadt erscheint. Verwaltung, Chefs, Bahnhöfe, Diners, Chips - gibt es. Nur anders.
Es geschieht sehr viel bei diesem „Roadtrip“ durch die Hölle. Sehr gefährlich, abenteuerlich, spannend, aufregend. Und Brie mittendrin.
Ausgesprochen unterhaltsam, was sich M. Reed da ausgedacht hat. Lesespaß mit viel Action und - ja, natürlich- inniger Liebe.
Zununft?
Operation Bounce House von Matt Dinniman
Zukunft?
Vor vielen Jahren haben die Besatzungen zweier Kolonisierungsraumschiffe Menschen mit leicht modifizierten Genmaterial auf einen fernen Planeten gebracht. Dort leben sie friedlich und bewirtschaften das Land mithilfe einiger Roboter. Die helfen nicht nur in der Landwirtschaft, sie können auch auf Verteidigung umgestellt werden.
Auf der Erde allerdings beschließen jetzt einige Menschen, die Bewohner auszurotten und jagen bzw. töten sie mit Mechs, ferngesteuerten Wesen. Das gibt den Spielern an ihren Computern einen besonderen Kick und generiert Einnahmen. Matt Dinniman schildert die Verteidigungsmaßnahmen der Kolonisten und die folgenden Kämpfe ausführlich. Die Ausrüstung wird detailreich vorgestellt, spannend für Zocker. Die Kolonisten greifen zu allen möglichen Mitteln, sogar zu psychologischer Kampfführung. Sehr clever, fies und unterhaltsam.
Aber eigentlich geht es um anderes. Der Autor hat einen dringlichen Appell eingewoben. Zusammenleben, Mut, Anderssein und Respekt - diese Themen werden beeindruckend gezeigt und hinterlassen einen tiefen Eindruck. Stark!
Weihnachtsnacht mit Elvis
Der große Weihnachts-Kaufhaus-Klau von David Walliams
Weihnachtsnacht mit Elvis
Die Geschichte beginnt in London, und zwar genau am 24.12., dem Weihnachtsvorabend. Die Geschäfte haben laaaange geöffnet. Uns hier interessiert aber nur das Londinium, das größte, älteste und prächtigste Spielwarenkaufhaus.
Elvis wusste, dass man den Weihnachtsmann dort treffen konnte, aber nur, wenn man ein superschwer zu bekommenes Goldenes Ticket besaß.
Eine emotionale Geschichte beginnt. Der Lesende durchlebt eine breite Palette an Gefühlen: Freude, Enttäuschung, Wut und mehr. Figuren werden typisiert gezeichnet, gut vorstellbar mit eindeutigen Merkmalen. Dinge werden detailliert dargestellt, witzige Illustrationen ergänzen den Text. Der Grundgedanke allerdings ist ernst. Daraus entwickelt sich eine Wahnsinnsgeschichte. Spannend, abenteuerlich, gefahrvoll, klamaukig, überraschend. Der Humor ist mitunter leicht schräg. Sehr kreative Umwidmungen werden ausgeführt.
Eignet sich gut zum Selberlesen für Leseanfänger, verschieden große Schrift und wenig Text auf den einzelnen Seiten motivieren zusätzlich. Lautmalerische Einschübe machen Spaß. Jede Kapitelüberschrift ( immer auf Englisch und Deutsch)entspricht einem Songtitel von Elvis Presley. Offenbar ist David Walliams ein großer Elvis-Fan. Dessen Songs kennt er, ein witziges Kinderbuch schreiben kann er.
Das Geheimnis der Torso-Motde
Four Heads Missing von Thorsten Schleif
Das Geheimnis der Torso-Morde
Als 1888 in London ein neues Hauptquartier der rasch wachsenden Metropolitan Police erbaut wird, findet sich im Fundament ein Frauentorso. William Berger, u.a. Leibwächter und ehemaliger preußischer Polizist und Irene Adams, eine gesellschaftlich geachtete Dame, ein doch recht ungleiches Paar, machen sich auf die Suche nach dem warum, wer, wie.
Zunächst getrennt, später als Team. Ihre Suche führt sie in Gefängnisse, Kneipen, Keller. Und es bleibt nicht bei einer verstümmelten Leiche.
Thorsten Schleif berichtet spannend, geht kleinschrittig vor. Das Londoner Milieu wird anschaulich geschildert, Armut und Schmutz werden beschrieben. Nicht immer kommt die Polizei gut dabei weg. Aber: spannende Twists kommen mehrfach vor.
Interessant, unterhaltsam und gut und ausführlich recherchierter historischer Krimi!
Cosy Romance
Das verschwundene Weihnachtsbuch von Jenny Colgan
Cosy Romance
Mirren liebt ihre Großtante, natürlich. Die aber ist schwerkrank und wünscht sich ein Buch aus ihren Kindertagen. Beide haben keine Ahnung, dass eben dieses Buch eine absolute Rarität und mit Gold aufzuwiegen ist. Also macht sich Mirren, abgebrannt und naiv, auf die Suche. Zufällig sucht der mittellose Neffe eines reichen Buchhändlers genau dieses Buch und heftet sich an Mirrens Fersen.
Was wohl passieren wird?
Jenny Colgan hat eine romantische Weihnachtsgeschichte verfasst, eine Schatzsuche mit mehr oder weniger sympathischen Protagonisten. Sie gibt Einblicke in viele Buchhandlungen und Verhaltensweisen von Buchhändlern, streift London, durchfährt Schottland. Garniert das Ganze mit einigen Rezepten leckerer Gerichte und gibt einen Ausblick auf Mirrens weitere Erlebnisse.
Eine Geschichte wie ein Keks: süß, gemocht und schnell gegessen.
Weihnachtszeit auf Sylt
Morgen kommt die Weihnachtsfrau von Gisa Pauly
Weihnachtszeit auf Sylt
Sylt, wunderschöne Insel. Die meisten Einwohner leben gern dort, auch Touristen fühlen sich wohl. Wenn der Wintermarkt öffnet, sammeln die örtlichen Honoratioren im Weihnachtsmannkostüm für die Seenotrettung und verteilen in Heimen dürftige Geschenke. Zudem schanzen sie sich gegenseitig Geschäfte zu und machen den Frauen das Leben schwer.
Die aber wehren sich raffiniert und organisieren Weihnachtsfrauen. Sehr clever. Wie die Männer reagieren, beschreibt Gisa Pauly sehr anschaulich. Nebenschauplätze wie überbordend dekorierte Häuser, Verkaufsstände und ein Altenheim passen gut zum Geschehen. Dann wird ein Krimi draus: Geld verschwindet, ein bedeutungsvolles Medaillon ebenfalls.
Die Autorin beschreibt es locker leicht, einige Männer kommen nicht besonders gut dabei weg. Auch entsteht der Eindruck, dass Einheimische und Touristen laufend zu Spenden genötigt werden. Egal, eine Cozy-Story mit Weihnachtsflair und Amore ist entstanden. Leckere Rezepte im Anhang inklusive.
Unterhaltsames zur Weihnachtszeit.
Herzensbuch
Theo in Golden von Allen Levi
Das ist die Geschichte von Theo. Gut situiert, kunstinteressiert. Er kommt also nach Golden, einem hübschen amerikanischen Kleinstädtchen. In einem Café entdeckt er 92 Porträtzeichnungen der Einwohner, die käuflich zu erwerben sind. Er fasst einen Plan und setzt alles daran, ihn zu verwirklichen.
Allen Levi zeichnet seinen Theo als rätselhaften, bescheidenen und sanften Mann. Die Porträts spielen eine wichtige Rolle, hinter jedem steckt ein besonderer Hintergrund, den Theo behutsam aus dem Abgebildeten herausholt. Anrührend, was er erfährt. Es geht um Familie, Einsamkeit, Unglück, traumatische Erlebnisse, Erinnerungen. Man geht in Gedanken ein Stück Weg mit den Goldenern und begegnet nicht nur Traurigem, sondern erhält einen Blick auf Schönes: Pflanzen, Vögel, Malerei, Weinherstellung und eine „Noble Erfindung“. Die Empfänger seiner Gaben offenbaren Geschichten, die sonst nie erzählt worden wären, erfahren viel über sich selbst.
Theo ist eigentlich zu gut für die Welt, aber ein emphatisch beschriebener großherziger Mensch. Bewundernswert.
Gefühlvoller und angenehm zu lesender Roman, den ich gern weiterempfehle.











