Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Drachen haben kein Herz
Gwin und das Herz des Drachen (Band 1) von Verena Maier
Gwin ist ein armes reiches Mädchen, ohne Freunde, dafür mit einer schrecklichen Tante, bei der sie in Elternabwesenheit wohnen und Stiefel putzen muss. Als sie ausbüxen kann, erlebt sie Fantastisches. Bei einer freundlichen Hexe findet sie Unterschlupf. Gern würde sie zaubern lernen, aber der Oberste Zauberrat ist dagegen.
Warum? Beim Herumstöbern entdeckt sie einen verzauberten Drachen. Ein großes Abenteuer beginnt.
Verena Maier erzählt eine fantasievolle Geschichte ( mürrische Kater mit Samtumhang, nächtlich singende Wasserkocher, nörgelnde Flämmchen und mehr) mit einer mutigen und unerschrockenen Heldin. Gut, dass ihr Freunde zur Seite stehen! Nicht alles läuft glatt, manchmal zieht sich die Story arg, aber der Leser bangt und hofft immer mit den Figuren.
Spannend, abenteuerlich und gut zu lesen.
Zweite Chance
Variation - Für immer oder nie von Rebecca Yarros
Allie Rousseau kennt Hudson Ellis schon seitdem sie 16 ist. Ihre Beziehung war perfekt, bis ein Unfall sie trennte. Hudson meldete sich nie, Allie wartete lange Jahre. Hudson ist jetzt ein wagemutiger Eliterettungsschwimmer, Allie eine berühmte Tänzerin. Nach erneuter Verletzung begegnen sie sich, jedoch ist Allie nicht bereit, zu verzeihen.
Unvorhersehbare Familienverhältnisse zwingen beide jedoch zu gemeinsamem Handeln. Ein zentrales Thema ist die Welt des Balletts mitsamt harter Arbeit und neidischer Konkurrenz.
Wie, warum und mit welchem Ergebnis Allie und Hudson ihre Probleme angehen, schildert Rebecca Yarros gewohnt gut lesbar, allerdings mitunter sehr langatmig. Ihre Figuren und deren Konflikte sind nachvollziehbar dargestellt. Es ist ein Auf und Ab in den Beziehungen zwischen Allie und Hudson, stark angereichert mit ausführlichst beschriebenen Liebesszenen.
Überwiegend unterhaltsam, prickelnd und romantisch!
Im Prater
Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4) Die Totengräber-Serie von Oliver Pötzsch
Zwei Varietékünstler faszinieren Wien im Jahr 1896. Ihre Zaubershows sind spektakulär, besonders die „Zersägte Jungfrau“. Bis aus dem Trick Wahrheit wird. Ein Fall für Inspektor Leopold von Herzfeldt. Ex-Freundin und Reporterin Julia Wolf wittert ihren Durchbruch bei einer Zeitung und engagiert sich stark.
Der Leser erinnert sich an die beiden schon von vorangegangenen Teilen der Totengräberromane. Man kennt und mag sie - bis auf einige Abstriche bei Leo - alle. Jetzt haben sich ihre Lebensumstände verändert. Julia ist erfolgreiche Journalistin, kommt Leo in die Quere und geht eigene Wege.
Das ist spannend, denn Gefahren lauern überall. Aber auch liebenswerte Sidekicks: Billa … Sehr anschaulich beschrieben.
Gut geschildert werden auch Fortschritte in der Forensik. Und Augustins Ziehtochter Anna - ja, die wird erwachsen. Ein Hauch Sozialkritik findet sich, Wiener Schmäh natürlich ebenso.
Am besten aber gefällt mir wieder Totengräber Augustin. Sehr gut vorstellbar, sehr interessant.
Spannung, Flair, Historisches; all das hat Oliver Pötzsch in einen packenden und unterhaltsamen Krimi um den Totengräber Augustin hineingepackt.
Klare Leseempfehlung!
Mein Lieblingsmaler
Mein magisches Museum und Vincent van Gogh von Anne Funck
Vincent van Gogh ist einer meiner Lieblingsmaler, seine Werke sind wunderschön. Diese Begeisterung möchte ich gern weitergeben, deshalb musste das Buch über ihn bei uns einziehen.
Die Idee des schusseligen Kurators ( Begriffsklärung!) spricht an, Jeder kann etwas durcheinanderbringen - Kind versteht das gut, möchte helfen.
Das großformatige Buch also ist kindgerecht bis anspruchsvoll. Vieles ist für ein/e 6-Jährige geeignet, z.B. zahlreiche interaktive Aufgaben. Textlastige Seiten sind dann eher für Ältere, Biografisches eignet sich für später. Fazit: Buch nur punktuell lesen, später immer wieder hervorholen.
Sehr gut gefallen die Mitmachseiten; Unterschiede sind zu finden, ein wenig Farbenlehre ist enthalten ( könnte mehr sein), eigener Geschmack und eigene Kreativität sind gefragt. Die Farbenkobolde sind witzig! Fantastisch, was beim eigenen Selbstporträt entstehen kann!
Das finden wir sehr schön: Werke vom Maler himself sind abgedruckt, lassen sich ausführlich betrachten und besprechen.
Ein Buch, das niemals auf einen Rutsch gelesen werden darf, es braucht Zeit und bietet viel!
Vor dem 1. Schultag
Mutmurmeln für den ersten Schultag von Sarah Welk
Was für eine schöne Idee für Kinder, die sich ein bisschen vor dem ersten Schultag fürchten. Welches Kind weiß vorher schon genau, wie es in der Schule zugeht? Gut, wenn man eine Freundin(?) mit coolen Ideen hat. Also: Murmel einstecken, kleine Mutproben bestehen und die so mit Mut beladene Murmel drücken.
Schon geht es los mit Aufgaben, die ein wenig Überwindung kosten, aber für die Mutaufladung reichen sollten. Ob das klappt, erzählt Sarah Welk in kurzen Texten, die sich gut für Vorschulkinder eignen. Passende bunte und anschauliche Illustrationen verdeutlichen die Geschehnisse.
Kann Kind nachmachen, es müssen ja nicht unbedingt Murmeln sein. Man hofft auf so verständnisvolle Lehrer wie die im Buch erwähnte Frau Fröhlich und schon steht einem unbelasteten 1. Schultag nichts im Weg.
Schönes Buch für die Zeit kurz vor der Einschulung.
In der Notaufnahme
Staying Alive von Eva Mirasol
Nichts mit Schonzeit für Assistenzärztin Nicky. Berlin ist sowieso schon hektisch, in einer Rettungsstelle geht es noch turbulenter zu. Nicki arbeitet dort und trifft alle möglichen Typen von Patienten, aber auch vom medizinischen Personal. Egal, ob bierselige Bayern beim Wundennähen kichern oder komische Gefühle im vorderen Zungendrittel in die Notaufnahme geführt haben - alle werden behandelt.
Manchmal auch erst nach acht Stunden. Gegen Stress hilft Rauchen, das wird als Pause akzeptiert. Anderes nicht.
Ins kalte Wasser geworfen zu werden mag manchmal hilfreich sein. Hier ist es Stress pur. Auch wenn Nicky es oft humorvoll nimmt, sie hat mein Mitgefühl. Wie alle Mitarbeiter im medizinischen Bereich.
Nun, jedenfalls kommt keine Langeweile auf. Der Leser wird abwechslungsreich unterhalten, ironisch informiert, er beobachtet entsetzt oder mitfühlend. Leider finden sich auch Ausflüge in andere Gebiete, z.B. wird über das Leben der Teichmuschel und der Bitterlinge informiert. Passt für mich nicht.
Unglaublich, interessant, aber man möchte nie, niemals, in keinem Leben … dabei sein. Weder als Mediziner und gleich gar nicht als Patient.
Auch wenn Einiges stark überspitzt wird ( hoffe ich) ist dieser Roman durchaus lesenswert!
Sybille in Action
Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen von Sybille Bullatschek
Das Übliche: die Pflägekraft gibt alles, aber irgendein Miesepeter bewertet Heim und Personal schlecht. Das kann ja wohl nicht wahr sein! Und auf die Bewerbung für das Fernsehquiz kam auch noch keine Antwort… Als dann doch, verbietet der Chef die Teilnahme. Dass Sybille irrtümlich Jemanden niedergeschlagen hat, ist fast gar nicht schlimm.
Sybille Bullatschek treibt es mit wahnwitzig wuchernder Phantasie wieder auf die Spitze. Selbstironisch und chaotisch beschreibt sie ihren und den Alltag im Seniorenheim. Es ist immer etwas los. Egal, ob gläserne Hasen eine Rolle spielen, ob singende Herren nerven oder renitente Damen randalieren, Aggro-Seifert Blütenteppiche zerstört, Lamas spucken oder Bulli in der Eiche landet. Natürlich bekommt Otterle sein Fett weg, nervt Azubine Steffi und Schildkrötle hat Pech.
Aber irgendwie fügt sich alles!
Komisch, unterhaltsam und skurril, heitert auf an trüben Tagen.
Psycho
Aschesommer von Benjamin Cors
Spannend von der ersten Seite an. Wer ist so abartig veranlagt, dass er ein Paar in einer Kältekammer sterben lässt? Eine mysteriöse Botschaft an der Wand hinterlässt? Die Ermittler Jakob Krogh und Mila Weiss haben einen Verdacht. Nur: der potentielle Täter sitzt derzeit in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt! Interessant, dass der dortige Leiter ein machtgieriger inkompetenter Macho ist.
Benjamin Cors zeichnet seine Protas authentisch. Jede/r hat seine Eigenheiten, hat zu kämpfen. Originell sind sie alle, auf den Mund gefallen auch nicht. Wenngleich manche Eigenschaften nervig sind ( ständiges Kaugummikauen oder extrem laute Musik), machen sie genau die Lebendigkeit aus, die die Personen vorstellbar, nahbar, macht. Zwei von ihnen kämpfen mit eigenen Dämonen. Zunächst haben sie keine erfolgversprechenden Spuren. Jemand will Entwicklungsgeschichte nachspielen, aber warum, wozu, wie? Welch ein größenwahnsinniger Gedanke!
Origineller, gut zu lesender Thriller mit interessantem Hintergrund.
Kinderwunsch
Hello Baby von Kim Eui-kyung
Sachlich und dadurch umso mitnehmender wird berichtet, was Frauen auf sich nehmen, um ein Kind zu bekommen. Der Roman ist in Korea angesiedelt, jedoch gibt es unerfüllte Kinderwünsche in vielen Ländern. Die Rede ist von ausgesprochen schmerzhaften medizinischen Behandlungen, von Fehlversuchen, geplatzten Träumen, aberwitzigen Ideen und immer weiteren Anstrengungen, doch noch das ersehnte Babyglück zu erlangen.
Oft ist es der eigene Wunsch oder, bei uns weniger oft, der Wunsch der autoritären Schwiegereltern. Unglaublich, was die Frauen auf sich nehmen, unter welchem Druck sie zudem stehen. Egal, ob selbst auferlegt oder von anderen gedrängt.
Kim Eui-kyung lässt die Frauen selbst zu Wort kommen. Sie beschreiben sehr gut vorstellbar ihre Sorgen, Gefühle und Gedanken. Es wird gelästert - klar, ein Ventil in Stresssituationen ist immer hilfreich. Aber auch Meinungen von Kollegen oder Bekannten fließen ein. Das allerdings ist nicht immer sinnvoll oder mutmachend.
Die Autorin lässt eine Ahnung sowohl vom körperlichen als auch emotionalen Druck aufkommen. Solche Situationen zu erleben, wünscht man Keinem. Ein Plädoyer um Verständnis für betroffene Frauen.
Möchte ich das?
Vorsehung von Liane Moriarty
Ein unscheinbare ältere Dame verkündet den Passagieren eines Linienfluges ihre Lebenserwartung und ihre Todesursache. Sie arbeitet sich durch das gesamte Flugzeug, muss eine Aufgabe erfüllen. Die Passagiere reagieren unterschiedlich. Die meisten sind geschockt, manche halten es für unsinnige Wahrsagerei.
Zu vielen gibt es Hintergrundgeschichten.
Das ist spannend, faszinierend, sogar gruselig. Über die hübsche Stewardess Allegra erfährt man sehr viel, man leidet mit.
Die Neugier ist also geweckt. Wie geht es weiter? Treffen die Prophezeiungen so ein?
Die allwissende Erzählerin Cherry berichtet über sich, ist eigentlich nicht wirklich besonders. Interessant ist ihr Leben aber doch. Aber tatsächlich spannend sind die weiteren Lebenswege der Flugzeuginsassen. Man lernt sie näher kennen, sie sind gut vorstellbar beschrieben. Der Leser lauert regelrecht darauf, ob die prophezeite Situation eintrifft.
Man fängt an, über Wahrsager, Schicksale oder lebensverändende Umstände nachzudenken. Ein Gedankenkarussel wird in Gang gesetzt. Kann man Sein Schicksal beeinflussen?
Super geschrieben, hat mich gecatcht.











