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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Daffodil:

An der schönen blauen Donau

Das Buch des Totengräbers von Oliver Pötzsch

Ein schlechter Anfang. Leopold von Herzfeldt mischt sich unautorisiert und unerwünscht in eine Mordermittlung ein, arbeitet ganz anders als die erfahrenen Kollegen. Und dann noch sein hochdeutscher Dialekt! Damit macht er sich unbeliebt, bekommt nur unspektakuläre Fälle. Beispielsweise den eines Selbstmörders, dessen Leiche gestohlen werden sollte.

Der Totengräber Rothmayer, ein echtes Original, weiß mehr. Auch mit Totenweckern, Verwesungsprozessen, Wiedergängern und den Berühmtheiten auf dem Wiener Zentralfriedhof kennt er sich aus und beschreibt in seinem Werk »Almanach für Totengräber« eine Reihe interessanter Fakten.
Leo wird also gemobbt, quält sich mit einem Hochrad ab, dabei gibt es schon seit längerem Sicherheitsniederräder, er legt sich mit einflussreichen Leuten an, hat Geheimnisse. Und seine Ermittlungen werden aufs heftigste sabotiert. Wie soll er so die Pfahlmorde aufklären?
Oliver Pötzsch schreibt spannend, baut die Handlung stetig auf und steigert sie zu unglaublichen Geschehnissen. Spuren führen in höchste Kreise, das ruft gewaltigen Ärger hervor. Geschickt werden Verdachtsmomente gefunden, Spuren gelegt, Puzzleteile verknüpft und trotzdem kommt alles anders.
Viele interessante Vorstellungen über die Veränderungen der Toten sind am Anfang jedes Kapitels zu finden, gut beobachtet und begründet, Kurioses wie ein Traktat von dem Kauen und Schmatzen der Toten im Grab lassen staunen.
Eine packende Mörderjagd mit sympathischen und teils kauzigen Hauptfiguren im Wien des Jahres 1893, bestens zu lesen!
Historischer Kriminalroman aus dem Ullstein Verlag.

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In memoriam

Betreff: Falls ich sterbe von Carolina Setterwall

Kennenlernen Carolina-Aksel 2009, Verliebtsein, Liebe, Anpassung,
Kompromisse, so normal, so viel passt, Alltag, 2014 Baby, so gewohnt.
Bis plötzlich ... so unfassbar, so schrecklich. Nie, nie wieder du.
Carolina Setterwall gelingt es, den Tod ihres Partners, ihren Verlust,
so zu beschreiben, dass auch der Leser tief betroffen ist.

Ihr Leid
mitempfindet, ihren Schmerz nachvollziehen kann. Sie gibt sehr ehrlich
ihre Gefühle wieder, erzählt selbstkritisch von Problemen, wirkt absolut
authentisch. Carro durchlebt eine emotionale Phase der Erinnerungen,
ungeschönt, realistisch, voller Liebe, voller spätem Verständnis. Sie
erzählt die Geschichte eines riesigen Verlustes, schildert den Prozess
der Trauer so mit erlebbar, dass man glaubt, den verstorbenen Aksel
gekannt zu haben. Ein liebevolles Gedenken, mutig verarbeitet.
Mitnehmend, beeindruckend. Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann,
herausgegeben von Kiepenheuer & Witsch. Unbedingte Leseempfehlung für
nicht nur diejenigen, die einen Verlust erlitten haben.

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Wünsche der Tiere im Wald

Betreff: Falls ich sterbe von Carolina Setterwall

Wieder ein sehr schönes Buch aus der mehrteiligen Schlummerbär-Serie rund um den liebenswerten Bären und die anderen Tiere im Wald.
Wunderbare Abendstimmung findet sich am Anfang der Geschichte. Das Cover deutet eine Gute-Nacht-Erzählung an, glitzernde Sterne und eine Sternschnuppe zieren den Einband.

Im Wald lagern verschiedene Tiere in gemütlichen Schlafstellen. Schlummerbär und Freundin Brie sehen eine Sternschnuppe und wollen sie etwas wünschen. Nur was? Gibt es vielleicht Tiere, die Wunscherfüllung nötiger haben? Eine spannende Geschichte nimmt ihren Lauf.
Eine tolle Idee, Hilfsbereitschaft, Freundschaft, Zusammenhalt spielen eine große Rolle. Die Kinder können rätseln, wer was möchte, wie das realisiert werden kann und vieles mehr. Das motiviert zum Nachdenken, bringt kreative Ideen hervor.
Die Zeichnungen sind sehr ansprechend, niedlich, kindgerecht. Alle Tiere sind liebenswert gestaltet, die Bilder schön groß.
Für die Jüngsten besser in Abschnitten zu lesen, für Deijährige sonst zu textlastig.
Wir mögen das Buch sehr, es gibt viel zu entdecken und viel zu besprechen.
Geschrieben von Lisa Rothenhöfer, illustriert von Santiago Alzate.
Verlag: Schlummerbaer, ISBN 978-1-953008-06-0

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Omas klein Häuschen

Erben wollen sie alle von Tessa Hennig

Bianca ist 75, lebt auf Mallorca und kein Mann kommt ihr wieder ins Haus. Wirklich? Als ihre Kinder, die sonst nie Zeit für sie haben, hören, dass da doch einer ist, mit dem Oma ihr klein Häuschen auf Weltreise verjubeln will, kommen sie zu Besuch. Hilfsbereit, besorgt und .... gierig. Bianca hat da also so einen Plan, auch ihr an Alzheimer erkrankter Nachbar spielt dabei eine Rolle.

Als die Kinder noch unverblümt nach dem ihnen vermeintlich zustehende Erbe fragen, habe ich mich mehr empört als Bianca. Wieso müssen Kinder erben?
Die nette Enkelin trifft auf den ebenso netten Felix. Aber sind Oma-Verehrer Wolfi und Felix wirklich die Glückstreffer? Dunkle Wolken ziehen auf am Horizont.
Omas Tagebuch fasst allabendlich deren Gedanken zusammen, das und die eingestreuten Emojis sind eine nette Idee.
Heitere Urlaubslektüre, die Mallorcas Schönheit preist und die Insel als Fereienparadies ans Herz des Lesers liegt aus der bewährten Feder von Tessa Henning, verlegt vom Ullstein Verlag.

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Alex und Ivy

Im Reich der Schuhe von Spencer Wise

2015 bekommt der junge Bostoner Jude Alex die Schuhfabrik seines Vaters im chinesischen Foshan überschrieben. Er schildert seinen Vater-Sohn-Konflikt ausführlich, stellt sich selbst nicht unbedingt als sympathisch dar, eher unentschlossen und feige, Jemand, dem der Vater sämtliche Schwierigkeiten aus dem Weg räumt, der im Wohlstand lebt.

Erst durch die Begegnung mit Arbeiterin Ivy bekommt er ein Bild der Verhältnisse vor Ort: von katastrophale Arbeitsbedingungen, Druck, Mobbing, Beschimpfungen, Abzügen vom ohnehin schon geringen Lohn für Kleinigkeiten, Einbehaltung wichtiger Papiere, Einschränkung persönlicher Freiheiten.
Im Hintergrund des Beschriebenen baut sich eine Welle auf, eine Welle der Verzweiflung, der Wut, des Satthabens der ständigen Maßregelung, der Schikanen, der Korruption, von Unterdrückung und Zensur.
Alex muss sich entscheiden. Ist es seine Berufung, einen völlig neuen Schuh zu kreieren? Wird er auch ein »Kaiser der Schuhe«? Wird er das Leben der chinesischen Menschen verbessern? Welchen Weg wird er gehen?
Spencer Wise gibt einen fiktiven Einblick in die Verhältnisse in einer chinesischen Fabrik und wirft Fragen, die man sich dazu stellen sollte, auf. Wie würde man sich selbst entscheiden? Glaubwürdig und erhellend geschildert.
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sophie Zeitz, verlegt von Diogenes.

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Ankommen

Der Himmel ist hier weiter als anderswo von Valerie Pauling

Erst Gegenwart, dann Rückblick auf die Vergangenheit - das Ende vorher zu verraten, mag ich nicht. Hier ist es zum Glück anders. Man erfährt zwar, dass Felicitasˋ Mann vor zwei Jahren verstorben ist, aber ist sofort im Jetzt. Fee muss mit ihren vier Kindern aus der bisherigen Wohnung, ihren Job ist sie auch los, sie war unpünktlich und unzuverlässig.

Kann sie sich nicht endlich mal zusammenreißen? Für die Kinder? Zum Glück kann sie einen alten Gasthof kaufen, wunderbar gelegen, groß und renovierungsbedürftig.
Alle Kinder haben ihre Eigenheiten, sind aber liebenswert, authentisch und glaubhaft beschrieben. Bedauerlich, was Felicitas ihnen abverlangt und meint, sich ihrer Trauer ewig hingeben zu können. Sie brüskiert Menschen, ist extrem mit sich selbst beschäftigt, nutzt andere aus. Ihr fällt eine Menge in den Schoß, aber die Kinder bekommen nicht die erforderliche Zuwendung. Als sie endlich ein wenig aufwacht, kommt die altbekannte Schlange ins Paradies.
Zum Träumen laden die Ausführungen über das Alte Land ein, eine wunderschöne Gegend. Besonders zur Baumblüte. Darüber habe ich gern gelesen, diese Beschreibungen haben mir gefallen.
Nichts Überraschendes, locker-leichte Lektüre von Valerie Pauling, herausgegeben von HarperCollins.

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Wo ist Florian?

Nordwestzorn von Svea Jensen

2004 verschwand ein neunjähriger Hamburger Junge während einer Klassenfahrt in St. Peter-Ording. Die Kripo ermittelte.
Dieser alte Fall wird jetzt von der neu gegründeten Vermisstenstelle wieder aufgerollt. Die damaligen Ermittler hatten sich schnell auf einen Verdächtigen eingeschossen, der zwar frei gesprochen, aber heftig gemobbt wurde.

Am liebsten wäre ihnen, heutzutage nichts mehr darüber zu hören. Warum sind diese derart unfähigen Polizisten noch im Dienst? Die Autorin scheut sich dankenswerterweise nicht, Filz zwischen machtgierigen älteren Männern anzusprechen. Nicht nur das, auch weiterhin gibt es Kollegen, die Übergriffe abbügeln oder für schnelle Erfolge ungerührt Existenzen vernichten.
Nichtsdestotrotz werden die Ermittlungen konsequent und gründlich von Hendrik Norberg und seiner Kollegin Anna Wagner durchgeführt.
Beide engagiert und sympathisch. Man erfährt Persönliches, das macht sie authentisch. Auch wenn eine Ahnung aufkommt, was damals wirklich geschehen ist, ist die Auflösung überraschend.
Ein spannender und gut geschriebener Krimi von Svea Jensen, verlegt von HarperCollins.

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Das Leben der Emmy P.

Sturmvögel von Manuela Golz

Ein wunderschöner Rückblick auf ein langes, hartes, abwechslungsreiches und doch schönes Leben. Emmy wird 87. Was hat sie, das große Mädchen von der kleinen Insel, nicht alles mitgemacht. Ihre Biografie ist beeindruckend, Emmy eine bewundernswerte Frau, die sich stets treu blieb. Egal, ob als Dienstmädchen, als Ehefrau eines großkotzigen Mannes oder im Krieg und danach.

Aber ebenso spannend ist, wie unterschiedlich ihre Kinder geraten sind. Die Palette reicht von liebevoll über bevormundend, von großzügig über egoistisch bis gierig. Ihre Charaktere werden so authentisch von Manuela Golz beschrieben, dass man meint, sie zu kennen. Ganz geschickt baut die Autorin Spannung auf: was lagert im Keller, wie werden die Kinder auf ihren Fund reagieren?
Ausgesprochen lesenswert, anrührend, beeindruckend, neugierig machend und voller Bewunderung für die mutige, stets zuversichtliche, manchmal auch bockige und trotzdem humorvolle Heldin dieses Romans.
Verlegt von Dumont.

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Die besondere Dating Agentur

Suche Platz auf Wolke Sieben von Franziska Jebens

Marlene soll ein Dankbarkeitstagebuch führen. Meint ihre Therapeutin. Sie hat zwar einen hilfsbereiten Bruder, eine trinkfeste Freundin und eine nette Kollegin, aber außerdem eine geplatzte Hochzeit, einen nach Bali abgehauenem Freund und ein Haus, welches sie nicht finanzieren kann, am Hals und wurde zudem Knall auf Fall gekündigt.

Wofür also dankbar sein?
Mit Hilfe ihrer besten Freundin Sasuko kommt sie auf die Idee, eine besondere Dating Agentur zu gründen. Sie kann ihren Kandidaten tolle Profile verfassen, achtet auf Nachhaltigkeit und steckt viel Herz in ihre Arbeit, aber ob das reicht? Kann ein angesagter Popstar hilfreich sein?
Franziska Jebens schildert ihre Marlene und deren originellen Freunde ausführlich, lässt ein Wechselbad der Gefühle zu und garniert das Ganze mit Hamburger Lokalkolorit und Sardinienflair. Natürlich spielt die Liebe eine ganz große Rolle!
Gemütliche Wohlfühllektüre, locker, fluffig und gut verdaulich an stressigen Tagen.
Roman aus dem Ullstein Verlag.

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Entführungen, rachsüchtige Ehefrauen und georgischer Wein

Laudatio auf eine kaukasische Kuh von Angelika Jodl

Ach Olga, du Zerissene. Einerseits kluge, selbständige und hübsche Fastärztin, andererseits vereinnahmte Tochter griechisch- kaukasischer Einwanderer. Nach derem Willen soll endlich ein entsprechender Schwiegersohn, der die heimischen Traditionen ehrt, her. Olga hat ganz andere Vorstellungen. Da wäre Felix van Saan.

Der hat sein Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen, ist reich und in Olga verliebt. Aber das Kribbeln im Bauch fehlt. Dann kommt Jack.
Allerdings fällt genau jetzt der Mutter ein, dass sie in der alten Heimat sterben möchte. Auf nach Tiflis.
Was für ein wunderbares Land dieses Georgien doch ist. Aber auch voller Gegensätze. Angelika Jodl gibt einen umfassenden Einblick in die dortigen faszinierenden und turbulenten Verhältnisse. Ausufernde Gastlichkeit, eine Hochzeit und kalbende Kühe inklusive.
Das ist locker und humorvoll geschrieben, macht Spaß zu lesen und ist eine sehr romantische Liebesgeschichte.
Unterhaltsames aus dem Eichborn Verlag.

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