Kunden em pfehlungen
Rezensionen von ekiam:
Süßer Slow Burn mit Friends to Lovers
Grumpy Darling von Alexandra Moody
Paige wurde noch nie geküsst und das will sie in ihrem Abschlussjahr endlich ändern. Doch schnell merkt sie, dass sie in Sachen Flirten noch etwas Nachhilfe braucht. Zum Glück hat sie den perfekten Coach: ihren besten Freund Grayson Darling. Der Eishockeyspieler ist für seine vernichtenden Blicke auf und abseits des Eises bekannt und offenbar auch der Grund, warum sich kein Junge traut, Paige anzusprechen, geschweige denn zu küssen.
Dann taucht jedoch Damien auf, ein Freund aus Kindertagen, der sich von Grayson so gar nicht einschüchtern lässt. Für Paige scheint er allein deshalb der ideale Kandidat für ihren ersten Kuss zu sein. Flirtcoach Grayson steckt nun plötzlich in einem Dilemma, denn eigentlich ist er schon lange selbst in Paige verliebt.
Grumpy Darling ist der zweite Teil der Darling-Devils-Reihe, lässt sich aber problemlos unabhängig lesen. Alexandra Moodys Schreibstil ist angenehm locker und flüssig; man fliegt förmlich durch die Seiten. Der Perspektivwechsel zwischen Paige und Grayson macht ihre Motive, Gedanken und Handlungen nachvollziehbar und sorgt dafür, dass man sich gut in beide hineinversetzen kann.
Die Chemie zwischen den beiden ist von Anfang an spürbar, ihre Dynamik ist großartig, und die Spannung steigert sich im Laufe der Geschichte immer weiter – ein perfekter Slow Burn, der genau das liefert, was man sich erhofft.
Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gestaltet und tragen zur Entwicklung der Handlung bei. Mehrfach musste ich schmunzeln oder sogar laut lachen.
Einzig die Handlung rund um Paiges Zukunftsplanung hat mich zeitweise etwas gestört: Ihre Mutter war mir zu sehr darauf fixiert, während Paige selbst stellenweise etwas zu nachlässig wirkte.
Insgesamt ist Grumpy Darling eine gelungene Sports Romance ohne Spice, die vor allem Fans der Tropes „Friends to Lovers“, „He falls first“ und „Fake Dating“ begeistern dürfte und viele unterhaltsame Lesestunden verspricht.
Rezensionen von Katharina Grassmugg:
Ein tolles Buch
Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher
Birgit Birnbacher gelang hier ein wirklich sehr interessanter Roman über Menschen die täglich darum kämpfen akzeptiert zu werden wie sie sind und versuchen ihren eigenen Weg zu finden in einer Welt die nicht für sie gemacht zu sein scheint.
In dieser Geschichte habe ich so viel
gesehen was mir bei der Arbeit mit Kindern immer wieder auffällt.
Eine Mutter die sich daran gewöhnt hat sich dauernd für ihr Kind zu entschuldigen und rechtfertigen zu müssen weil es nicht irgendeiner vermeintlichen Norm entspricht. Hier scheint es allerdings so das sich zu den Schuldgefühlen dafür das das Kind so oft spürt "nicht richtig zu sein" auch die Erkenntnis mischt das so vieles von ihr in ihm steckt. Sein "flirrendes Nervenkostüm" das für andere so schwer zu verstehen ist, sogar für seinen Vater, seine Impulsiviät und seine Eigenheiten. Immer wieder versucht Ann Oz zu schützen. Doch als plötzlich die Zilly - Oma verschwindet scheint mehr aus den Fugen zu geraten als befürchtet.
Dieser Roman ist intensiv auf eine berührende unaufgeregte Art und Weise.
Die Erzählweise war anfangs für mich etwas ungewohnt da man das Gefühl hat die Gedanken der Protagonisten Rasen nur so dahin und springen von einem zum nächsten, was ja durchaus zu ihnen passt und sie authentisch macht. Jedoch hat es etwas gedauert mich daran zu gewöhnen.
Die Geschichte war wirklich sehr interessant zu lesen. Sie hat mich berührt, mich unterhalten und mir einmal mehr gezeigt wie wichtig es ist die Vielfalt unserer Menschheit und die Menschlichkeit unserer vermeintlichen "abweichungen" anzuerkennen und nicht als Fehler zu sehen.
Nicht nur die Tier und Pflanzenwelt sollte für ihre Vielfalt gefeiert werden sondern auch die Menschheit und das beginnt damit das Menschen wie Oz oder Ann nicht ihr Leben lang das Gefühl vermittelt bekommen falsch zu sein. Für mich ein wirklich sehr interessantes und empfehlenswertes Buch
Rezensionen von Gute_Laune:
Brutal, widerlich, dennoch zäh
Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7) Ein Fabian-Risk-Krimi von Stefan Ahnhem
Ein Stromausfall lässt die Küste Schwedens in Dunkelheit fallen. Es scheinen in der Zeit unerklärliche Dinge geschehen zu sein, die Fabian Risk und seine Kollegen vor schwierige Aufgaben stellen. Menschen verhalten sich seltsam, ein Kind wurde entführt, die Mutter wird vom Mann unterdrückt. Aber sie kennt Risk und wendet sich heimlich an ihn.
Der ahnt bald, dass all die Vorfälle keine Zufälle sind.
Okay, ich habe die vorherigen Bände weder gelesen noch gehört, also bin ich vielleicht teilweise selbst Schuld daran, dass ich nicht so wirklich warm wurde mit den Figuren und der Story. Selbst David Nathan, den ich als Sprecher sehr schätze, konnte wenig retten. Irgendwie waren die einzelnen Erzählstränge jeweils für sich und auch zusammengenommen reichlich wirr und konfus. Zudem mochte ich keine Figur wirklich, hatte eher mit so gut wie jeder Figur richtige Probleme.
Die einzelnen Erzählstränge sind für sich schon heftig, die verarbeiteten Themen ebenfalls. Von häuslicher Gewalt über Deepfakes bis zu Mord ist alles dabei. Einige der Themen sind heftig. Für einige wäre hier vermutlich eine Triggerwarnung gut, dennoch erwähne ich sie hier nicht, um nicht versehentlich zu spoilern.
Für mich ist die Story ab einem gewissen Punkt ins Abstruse abgebogen, gekrönt von widerlichen und unnötig brutalen Szenen. Möglich, dass ich mit den Jahren empfindlicher geworden bin. Insgesamt aber habe ich nur durchgehalten, um herauszufinden, ob es überhaupt einen Sinn in allem gibt. Das hätte es vermutlich auch nicht, wenn ich die Vorgänger kennen würde. Im kompletten Verlauf hatte ich nirgendwo den Eindruck, dass mir irgendwelche Infos fehlen würden. Kleiner Funfakt am Rande, eine Logik ist da, aber einen Sinn hat für meinen Geschmack hier nichts wirklich. Selbst die tolle Stimme von David Nathan, die nicht ohne Grund auch bei meinem Lieblings-Radiosender zu hören ist, konnte nichts mehr retten. Gerade mal eben so drei Sterne von mir.
Rezensionen von Ruth:
Packend, berührend, historisch interessant
Der Fährmann von Regina Denk
Die Geschichte führt uns in eine malerische Gegend an der deutsch-österreichischen Grenze zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts. Die Salzach trennt hier nicht nur zwei Dörfer, sondern gleich zwei Länder.
Und hier wachsen Hannes, Elisabeth und Annemarie auf. Die drei verbindet von früher Kindheit an eine enge Freundschaft.
Aber Kindheit endet früh zu jenen Zeiten.
Für Hannes, jüngster Sohn eines armen Bauern, steht sein späteres Betätigungsfeld schon lange fest. Er wird wie sein Onkel Fährmann werden. Eine wichtige Aufgabe, ist er doch das Verbindungsglied zwischen den Menschen hüben und drüben vom Fluss. Tag und Nacht muss er bereitstehen, bekommt dafür keinen festgelegten Lohn, sondern ist auf die Großzügigkeit seiner Fahrgäste angewiesen. Doch das ist noch nicht mal das Schlimmste: Ein Fährmann darf nicht heiraten, damit im Falle seines Todes seine Witwe und seine Kinder nicht der Allgemeinheit zur Last fallen. Hannes fügt sich, auch wenn er andere Träume hat. Dabei weiß er um die Gefährlichkeit seines Berufes, der Fluss ist unberechenbar. Das hat er schon als Kind erfahren müssen, als er beinahe ertrunken ist und danach wochenlang auf Leben und Tod lag. Damals haben die Menschen beider Dörfer um seine Gesundung gebetet. Hannes ist dankbar, Gott und der ganzen Gemeinschaft gegenüber und übernimmt auch aus diesem Grund die notwendige Aufgabe des Fährmanns.
Obwohl er Elisabeth liebt und sie gerne heiraten würde.
Die erwidert seine Gefühle, doch auch für sie ist ein anderer Lebensweg vorgezeichnet. Sie soll nach dem Wunsch zweier Väter Josef heiraten, Sohn eines Großbauern. Ehen werden zu diesen Zeiten oftmals nicht aus Liebe geschlossen, sondern aus ganz pragmatischen Gründen. In diesem Fall: Geld zu Geld, Acker zu Acker.
Elisabeth fügt sich ebenfalls den gesellschaftlichen Konventionen und dem Willen ihrer Eltern und heiratet Josef. Es erwarten sie schlimme Jahre. Auf dem Hof regiert der Altbauer als absoluter Herrscher, mit brutaler Gewalt. Sogar Josef, der einmal den Hof übernehmen soll, behandelt er wie einen Knecht. Und Josef entwickelt sich zu einem genauso unbarmherzigen Menschen wie sein Vater.
Auch Annemarie lässt bald die unbeschwerten Kindheitstage hinter sich. Schon früh muss sie in der elterlichen Wirtschaft mithelfen. Dabei hat sie gelernt, immer freundlich zu den Gästen zu sein, auch wenn die Männer dabei zudringlich werden. Josef ist einer davon. Er kommt sogar noch zu ihr, als er schon längst verheiratet ist und sie gegen ihren Willen zum Beischlaf zwingt. Doch was soll sie tun?
Auch bei ihr, wie bei Elisabeth, zeigt sich, dass Frauen in dieser patriarchalen Gesellschaft keine Stimme haben. Solidarität erfahren sie nicht mal von ihren Müttern, die lieber wegschauen bzw. ihre Töchter zwingen, ihre Rolle klaglos anzunehmen.
Dann kommt der Krieg und vieles ändert sich.
Hannes hat Glück: Seine Stellung als Fährmann ist so wichtig, dass er nicht eingezogen wird. Josef dagegen ist einer der Ersten, der sich freiwillig meldet. Das Soldatentum entspricht so ganz seiner Vorstellung von Männlichkeit.
Bald fehlen auf den Höfen die Männer. Das ist die Stunde der Frauen. „Sie wuchsen, nach oben, nach links und nach rechts, in Winkel, die sonst niemand erreichen konnte, breiteten sich aus, nahmen Platz ein, weil niemand mehr da war, der ihn für sich beanspruchte…“
Elisabeth hofft, dass Josef nicht mehr aus dem Krieg heimkommt . Zu furchtbar war für sie die Zeit mit ihm. Und vielleicht wäre dann ein gemeinsames Leben mit Hannes möglich.
Doch Josef kehrt zurück, schwer versehrt, aber grausamer denn je. Eine Katastrophe zeichnet sich ab.
Regina Denk beschreibt bilderreich und voller eindringlicher Szenen eine vergangene Welt. Dabei fängt sie die Atmosphäre stimmig ein. Das Leben verläuft hier in engen vorgegebenen Bahnen, ein Ausbrechen aus den Konventionen ist kaum möglich. Männer bestimmen zwar den Alltag der Frauen, doch Freiräume gibt es für sie ebenfalls nicht viel. Dazu sind die Lebensbedingungen zu hart. Außerdem legen Tradition und Religion die Regeln fest für beide Geschlechter.
Das vorangestellte Zitat von Erich Maria Remarque verweist auf ein weiteres Thema des Roman. Auch wenn die erzählte Zeit bereits im Jahr 1915 endet, so sind die Verheerungen des Krieges schon überall spürbar. Bald hat jedes Haus Verluste zu beklagen. Und Josef hat nach seiner Rückkehr Albträume, in denen ihn seine auf dem Feld begangenen Taten heimsuchen.
Regina Denk beherrscht ihr Handwerk. Sie arbeitet mit Cliffhängern und versteht es auch sonst Spannung zu erzeugen. Dabei erspart sie ihren Figuren und ihrer Leserschaft nichts. Mancher Schicksalsschlag, manche Wendung ist kaum erträglich. Das Ende war mir dann etwas zu viel Dramatik, doch das hat den positiven Leseeindruck nur unwesentlich geschmälert.
Besonders hervorzuheben ist die Sprachmacht der Autorin, die sich am stärksten in den mit „Anderswo“ gekennzeichneten Einschüben zeigt. Hier erhält der Fluss eine zentrale metaphorische Rolle. Der Fluss, der mal ruhig dahinplätschert, mal wild sich aufbäumt, in dessen Tiefen sich Abgründe verbergen. Ebenso ist die Figur des Fährmanns symbolisch zu deuten: Der Fährmann als Verbindungsglied zwischen Menschen, Dörfern und Ländern, zwischen Leben und Tod. So war Hannes für Elisabeth „ der Mann, der die Brücke zwischen ihnen war, so wie der Josef den Graben ausmachte.“
Der Roman endet versöhnlich und mit der Hoffnung, dass die Menschen aus ihren Fehlern lernen und die Jungen es einmal besser machen. Wir wissen allerdings, dass auf den Ersten ein Zweiter Weltkrieg folgt.
Regina Denk hat mit „ Der Fährmann“ einen unglaublich packenden Roman geschrieben, der eine berührende Liebesgeschichte vor historisch interessantem Hintergrund erzählt.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Nomen est omen?!? Oder umgekehrt!?!
Die Namen von Florence Knapp
Der antiken Spruchweisheit folgt die Romanhandlung nur bedingt. Zunächst sehen wir eine Versuchsanordnung in drei Teilen nach dem Muster: Was passiert, wenn ..? So wächst ein Neugeborener dreimal in vergleichbaren Umständen auf; die Lebensläufe unterscheiden sich anfänglich nur durch den Namen, den die Mutter – in zwei der drei Fälle gegen den Willen des traditionsbewussten Vaters – auf dem Standesamt eintragen lässt.
Damit erfüllt sie einmal den Wunsch („Bear“) ihrer älteren Tochter, einmal ihren eigenen („Julian“ nach lat. „iovilius“ = „dem Göttervater Jupiter geweiht“, dann auch „dem römischen Patriziergeschlecht der Julier zugehörig“), und einmal unterwirft sie sich der gewalttätigen Familientradition ihres Ehemannes („Gordon“ = kelt. „großer Hügel“ oder „Festung“, ursprünglich ein schottischer Familienname). Im Anhang werden diese und weitere Namen mit ihren teils mythologischen, teils lautlichen Deutungsmöglichkeiten erläutert.
Die drei Menschenbilder, die diese Namen transportieren, werden dann aber nicht auf quasi magische Weise wahr. Vielmehr zeigt sich, dass die Namen mit Erwartungen und Wünschen, mit Ansprüchen und Erfahrungen aus dem Umgang der Menschen mit früheren Namensgenossen aufgeladen sind. Diese prägen dann ihrerseits nicht nur das Verhalten der älteren Bezugspersonen, sondern letztlich auch das Selbstbild des neuen Namensträgers: „Was er will. Wer er sein könnte“ (S. 8).
Die erzählerisch gut konstruierten Lebensläufe dieses Namensträgers sind psychologisch nicht ganz überzeugend – zu sehr entsprechen sie mitunter dem im Namen enthaltenen Entwurf. Bear ist offenbar nur rund, weich und kuschelig; seine Familienidylle endet in einem anaphylaktischen Schock, als hätte er einem Bienenvolk den Honig rauben wollen. Julian muss als Juwelier Vertrauen in seine künstlerische Autonomie gewinnen und lebt lange in einem negativen Bezug zum >Göttervater<, während Gordon zum Frauenverächter wird und nur durch einen Unfall, quasi den >Fall seiner Festung<, zu menschenfreundlicherem Denken gebracht wird. Im Epilog fällt auch der ältere Gordon, er stirbt an einem Herzinfarkt, und in seiner Vorstellung tauchen lediglich die ungelebten Möglichkeiten eines gewaltfreien Umgangs mit seinen Nächsten auf.
Der durch die Namen vorgezeichneten Stereotypie steht bei Vater und Sohn die Psychologie des gewalttätig erzogenen Kindes gegenüber. Auch das Verhalten der Ehefrau, die sich der familiären Gewalt zweimal entzieht und einmal unterordnet, prägt das Verhalten der nächsten Generation auf der psychologischen Ebene. Und dieser psychologische Aspekt der Versuchsanordnung überzeugt – zumindest mich – letzten Endes mehr als die Be- und Vorausdeutung der titelgebenden, quasi-mythischen Namen.
Rezensionen von gerlisch:
Griechische Götter und ihre Mythen
Aftermyth - Penelope und die Prüfung der Götter von Tracy Wolff
Für Penelope und ihrem Zwillingsbruder Paris war von Anfang an klar, dass sie in der Anaximander-Akademie ins Haus der Athena einziehen werden. Für Paris läuft auch alles glatt, doch mit Penelope haben die griechischen Götter wohl anderes vor. Ausgerechnet vom Haus der chaotischen Aphroditen wird sie erwählt.
Die Autorin erschafft eine Welt, die sich gleichzeitig vertraut und völlig neu anfühlt. Das Magiesystem ist kreativ, logisch aufgebaut und macht einfach Spaß. Dazu kommt ein Worldbuilding, das so detailreich ist, dass man die Akademie, die Häuser und die mythologischen Elemente richtig vor sich sieht. Ich war überrascht, wie viel Wissen über die griechischen Götter und Mythen hier ganz nebenbei vermittelt wird. Nie trocken, immer eingebettet in die Handlung. Genau so mag ich das.
Die Geschichte startet ruhig, fast gemächlich, aber sobald Penelope richtig in der Akademie ankommt, nimmt alles Fahrt auf. Prüfungen, Intrigen, Magie, irgendwann passiert gefühlt auf jeder Seite etwas Neues.
Penelope ist klug, pragmatisch und mutig. Sie glaubt fest daran, ins Haus der Athene zu gehören, doch gerade die Schüler des Hauses Aphrodite zeigen ihr, was echte Freundschaft bedeutet. Chaotisch, liebenswert, herzlich, das ist Fifi. Ihre Freundschaft mit Penelope ist eines meiner Highlights im ganzen Buch.
Das Cover ist wunderschön und der Farbschnitt ein absoluter Hingucker. Auch die Kapitelüberschriften und Seitenzahlen sind liebevoll gestaltet und und runden das Buch perfekt ab. Ein Must-Read für alle, die Academy-Settings, starke Heldinnen und mythologische Elemente lieben.
Rezensionen von Alo:
Perfekt zum Einkuscheln
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon
Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand ist ein sehr leises, ruhiges Buch, das sich eher über Stimmung als über Handlung definiert. Die Geschichte entfaltet sich langsam und fast schon behutsam.
Was mir direkt aufgefallen ist: Es kommen viele verschiedene Figuren vor. Ich musste mich anfangs wirklich konzentrieren, um alle auseinanderzuhalten.
Mit der Zeit findet man sich besser zurecht, trotzdem bleibt es ein Buch, bei dem man aufmerksam bleiben muss. Wenn man es liest und nicht hört, gibt es am Anfang auch eine Personenübersicht.
Ich habe das Hörbuch größtenteils zum Einschlafen gehört, und dafür war es tatsächlich ideal. Die ruhige Erzählweise hat etwas sehr Beruhigendes. So sehr, dass mich das Thema sogar in den Schlaf begleitet hat: Ich habe zwei Nächte hintereinander vom Briefe schreiben geträumt. Das war toll!
Emotional hatte ich allerdings ein paar Schwierigkeiten. Manche Entscheidungen und Reaktionen der Figuren konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen. Ich vermute, dass das vor allem damit zusammenhängt, dass die Geschichte aus einem anderen Kulturkreis stammt. Genau das macht das Buch aber gleichzeitig spannend: Es eröffnet neue Perspektiven und bietet eine kleine Lernmöglichkeit, sich auf andere Denkweisen einzulassen.
Insgesamt ist es kein Buch, das durch große Spannung oder Wendungen überzeugt, sondern durch seine ruhige, fast meditative Art. Wer etwas Sanftes zum Abschalten sucht und offen für andere kulturelle Blickwinkel ist, könnte hier genau richtig sein. 3,5/5 Sterne
Rezensionen von Nicole Koppandi:
Götter, Chaos und Geschichten – ein vergnüglicher Auftakt
Mythos von Stephen Fry
ch flieg zu Ostern nach Athen und wollte mich mit Stephen Frys vier Büchern zur griechischen Mythologie (Mythos, Helden, Troja und Odyssee) ein wenig einstimmen. Begonnen habe ich nun mit dem ersten Buch: Mythos.
Dem Autor gelingt es leicht und humorig zu schreiben, so als würde er neben mir sitzen und frei heraus erzählen.
Die griechische Mythologie ist ja ein Paradies der Fantasie, wobei ich mir die Wirrnisse der Griechen bestimmt nicht alle merken konnte – jede*r mit jeder*m Akteur*in verwandt und verschwägert. Ich liebe diese Geschichten, diese Göttinnen und Götter mit ihren menschlichen Eigenschaften, die so überhaupt nicht perfekt sind, wie wir sie aus der christlichen Religion kennen.
Stephen Fry schafft es, hier einerseits ein wenig Ordnung und Chronologie reinzubringen, andererseits verweist er auf die römische Mythologie und übersetzt die Bedeutungen in die Gegenwart.
Ganz große Empfehlung.
Aus dem Englischen von Matthias Frings
Rezensionen von Alo:
Ein Buch, das bleibt
Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber
Als ich dieses Buch beendet habe, saß ich danach noch lange einfach nur da und habe die Wand angestarrt. Nicht, weil das Ende besonders schockierend gewesen wäre. Sondern weil ich dieses Gefühl nicht loslassen wollte, das die Geschichte in mir ausgelöst hat. Es ist eines dieser Bücher, die nachhallen.
Am besten lässt es sich vielleicht als eine Art modernes Märchen beschreiben: ruhig, eindringlich und dabei nie kitschig. Gleichzeitig steckt unglaublich viel gesellschaftliche Relevanz darin.
Besonders hervorheben möchte ich die Darstellung von Obdachlosigkeit. Dieses Thema findet in Büchern viel zu selten Raum, und hier wird es nicht nur am Rande behandelt. Einer der beiden Hauptcharaktere ist selbst obdachlos. Man merkt deutlich, dass sich der Autor intensiv damit auseinandergesetzt hat. Nichts wird beschönigt, und genau das macht die Geschichte so authentisch und berührend.
Aber nicht nur inhaltlich überzeugt das Buch, auch sprachlich ist es einfach wunderschön geschrieben. Der Schreibstil sorgt dafür, dass man komplett eintaucht. Ich habe mitgefiebert, gelacht und geweint.
Ein Detail, das sich für mich total verändert hat, ist das Cover. Als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, hat es mich überhaupt nicht angesprochen. Nach dem Lesen liebe ich es aber richtig. Ich mag es total, wenn die Covergestaltung plötzlich Sinn ergibt und man denkt: Das ist einfach richtig gut umgesetzt.
Für mich ist das eine klare Leseempfehlung: ein berührendes, besonderes Buch, das noch lange im Kopf und im Herzen bleibt.
Rezensionen von Dragon:
Von Knochen bis zu Geschichte
Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit von Silke Vry
Die Sachbuchreihe „Dusty Diggers“ vermittelt spannend und unterhaltsam geschichtliches Wissen für Kinder ab etwa 8 Jahren. Dabei ist der Band „Das Geheimnis vom Neandertaler“ schon der 7. der Reihe. Ohne die Vorgänger zu kennen, konnte ich dem eigenständigen Band gut folgen, der dich um die Entdeckung des Menschen aus der Urzeit dreht.
Der Lesende wird dabei von 2 Kindern der Neuzeit begleitet, mit denen er die geschichtlichen Ereignisse erlebt, entdeckt und verfolgt. Der Begleittext ist als Story verfasst, sodass hier nicht langweiliges und trockenes Wissen vermittelt wird, sondern so aufbereitet ist, dass auch schon jüngere Lesende und Zuhörende gut folgen und verstehen können und gerne am Ball bleiben, um mitzuerleben, wie es weiter geht. Die einzelnen Personen, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielen und historisch belegt sind, werden namentlich vorgestellt und am Ende des Bandes gibt es ein sogenanntes Schatzsucher-Handbuch, in dem schwierige Begriffe erklärt werden.
Die Illustrationen finde ich sehr kindgerecht, teilweise witzig und sehr verständlich dargestellt. Besonders spannend fand ich auch als Erwachsener die Hintergründe zum Neandertaler, von dem man meist nur so eine vage allgemeine Vorstellung hat. Von Grund auf wird erklärt, wie die damalige Suche 1856 nach dem begehrten Kalk zur Herstellung von Eisenbahnschienen zum sensationellen Fund des Neandertalers führte und dass es nicht nur Befürworter der Theorie unseres Vorfahren gab, sondern auch Gegner. Bis in unsere heutige Zeit hinein gibt es viele spannende Berufe, wie z. B. den des Modellierers zur Herstellung von Exponaten in Ausstellungen und Museum, die sich immer noch mit dem Neandertaler befassen. Was die Forschung bisher über diesen herausgefunden hat, ist spannend. Der Lesende erfährt, wie der Neandertaler gelebt und gejagt hat und wie sein Sozialleben war.
Nach dieser tollen geschichtlichen Wissensvermittlung schaut man sich beim nächsten Museumsbesuch den Neandertaler vielleicht mit anderen Augen an. Definitiv auch für Erwachsene eine interessante Buchreihe.











