Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Amelie-Francis:
Eine Geschichte zum Nachdenken
Und nebenan warten die Sterne von Nelson Spielman Lori
Das Buch ?UND NEBENAN WARTEN DIE STERNE? von Lori Nelson Spielman ist 2016 im Fischer Krüger Verlag erschienen.
Als Annie erfährt, dass ihre Schwester Kristen bei einem Zugunglück gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. So sollten beide in diesem Zug sein ? auf dem Weg zur Uni. Annie fühlt sich schuldig am Tod ihrer Schwester.
Sie sucht Trost bei ihrer Mutter Erika, doch diese flüchtet sich in ihre Arbeit. Annie begreift nicht, was mit ihrer liebevollen Mutter passiert ist, die für jedes Tief einen Rat wusste, deren Lachen so ansteckend war und deren Liebe die Familie zusammenhielt.
Erika weiß nicht wohin mit ihrer Trauer um Kristen, möchte aber vor Annie keine Schwäche zeigen ? bis diese plötzlich verschwindet. Erika wird klar: Sie muss Annie finden! Sonst verliert sie auch noch ihre zweite Tochter. Sonst verliert sie alles.
Die Geschichte ist in einem flüssigen Schreibstil geschrieben. Die einzelnen Kapitel sind mal aus Sicht der Erika und ihrer Tochter Annie verfasst. Somit kann man sich die Emotionen der Protagonisten mitfühlen. Was wenn jemand stirbt? Wie fühlt man sich dabei? Wie würde man es selbst verarbeiten? Die Autorin kann sich in die Thematik gut einfühlen und es zu uns transportieren.
Ich möchte das Buch weiterempfehlen, da es für mich sehr authentisch und gefühlvoll ist.
Rezensionen von Gaby 2707:
Sehr emotional und unterhaltend
Dein perfektes Jahr von Lucas Charlotte
Hannah Marx, 29, Erzieherin in einem Kindergarten, hat sich nach langem Ringen entschlossen zusammen mit ihrer besten Freundin und Arbeitskollegin Lisa eine eigene Betreuungsstätte für die Kleinen zu eröffnen: die Rasselbande-Events. Diese läuft sehr gut an und die Beiden Jungunternehmerinnen sehen sich bald gezwungen, weiteres Personal einzustellen.
Soweit ist alles gut. Nur, dass Hannah schon seit längerem auf einen Heiratsantrag ihres Freundes Simon Klamm wartet. Der hat sich jedoch, nachdem er seinen Job bei den Hamburger Nachrichten verloren hat, in ein Schneckenhaus zurück gezogen. Als er Hannah dann doch bittet, sich für einen Besuch in ihrem gemeinsamen Lieblingsrestaurant schick zu machen, ist sich Hannah sicher: jetzt ist es soweit. Doch es kommt so ganz anders. Simon hat bei einer Untersuchung eine schlimme Diagnose bekommen und ist fest überzegt, dass er das kommende Jahr nicht überleben wird. Er will sich von Hannah trennen...
Jonathan N. Grief, 42, geschieden und Inhaber des renomierten Hamburger Buchverlages Griefson & Books, findet beim Joggen an der Alster einen Beutel mit einem Filofax am Lenker seines Fahrrades hängen. Nach dem Öffnen springen ihm die Worte "Dein perfektes Jahr" entgegen und sein Interesse ist geweckt. Der ganze Kalender enthält für jeden Tag des kommenden Jahres eine Eintragung. Da das Fundbüro geschlossen hat, als er den Kalender abgeben will, beschäftigt sich Jonathan etwas näher damit. Und von nun an geht er täglich den Anweisungen dieses Kalenders nach...
Hannahs Geschichte begleite ich ab dem 29.10; die von Jonathan ab dem 01.01. des Folgejahres, wo auch die Zeitrechnung im Filofax beginnt. Da die Geschichte jeweils aus der Sicht der beiden Protagonisten geschrieben ist, kenne ich ihre Gedanken, weiß immer genau, wann ich mit wem wo bin. Bin also immer mittendrin im Geschehen und kann die Verwandlung von Jonathan z.B. sehr gut mitverfolgen. Denn durch die Beachtung der Anweisungen im Filofax verändert er sich schon, Aus dem gehemmten, besserwisserischen Sohn, der nie gelernt hat, Gefühle zu zeigen, wird im Lauf des Jahres ein Mann, der genau weiß, was er will und der sich durchzusetzen versteht. Er macht Sachen, die er nie für möglich gehalten hätte - und er genießt es.
Für Hannah wird es ein sehr schwieriges Jahr. Nachdem Simon verschwunden ist, kapselt sie sich ein und nur Lisa und Hannahs Eltern haben einen kleinen Zugang zu der zutiefst verunsicherten jungen Frau. Alles dreht sich bei ihr darum, Simon zu finden. Als sie erfährt, dass jemand einen Termin, den sie im Filofax festgehalten hat, wahrgenommen hat, macht sie sich auf die Siuche nach dem Unbekannten.
Hannah und Jonathan sind als Protagonisten sehr farbig und gut vorstellbar gezeichnet. Aber auch die Beschreibung der anderen Charaktäre, wie Jonathans Vater, die Sekretärin des Verlagshauses, und vor allem Leopold, ein Penner, und Lisa, Hannahs Freundin lassen mir viel Raum um sie mir vorstellen zu können. Auch wenn ich mit Jonathan in Hamburg unterwegs bin, sehe ich den ein oder anderen Handlungsort vor mir.
Die sehr emotionale Geschichte um Liebe, Verlust, Glaube und die Hoffnung, die man nie aufgeben soll, würde ich als modernes Märchen bezeichnen. Sie hat mich sehr gut unterhalten, ist sehr gut nachvollziehbar und sogar ein kleiner Spannungsbogen baut sich auf. Die Idee, ein ganzes Jahr im Vorhinein zu planen und zu organisieren sowie die Aufgaben, die Jonathan zu bewältigen hatte, fand ich sehr gut. Es hat Spaß gemacht, ihm bei der Erfüllung über die Schulter zu schauen.
Das Leben schreibt die erstaunlichsten Geschichten. Und genau so eine habe ich gerade gelesen.
Rezensionen von Schweigefuchs:
Vertraute Bedrohung
Im Wald von Neuhaus Nele
Inhalt: Mitten in der Nacht brennt ein Wohnwagen ab, in ihm eine männliche Leiche. Als kurz darauf die Mutter des Opfers stirbt geht die Kripo Hofheim unter der Leitung von Pia Sander zunächst von einer Familientragödie aus. Als weitere Verbrechen geschehen sieht es jedoch so aus als hätten die Taten etwas mit einem Fall aus den 70ern zu tun.
Oliver Bodensteins bisher persönlichster Fall.
Die Ermittlungen geraten ins Stocken, die Spuren werden immer vielfältiger und die Kripobeamten sehen den betitelten Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Die Bäume sind metaphorisch gesehen die Bewohner des beschaulichen Taunusdörfchens Ruppertshain. Jeder kennt jeden und jeder - so scheint es zumindest - verschweigt etwas. In erster Linie führt der Fall in Bodensteins Kindheit und reißt längst vergessene Wunden wieder auf. Neben ehemaligen Schulkameraden scheint es fast so als hätte das gesamte Dorf Dreck am Stecken.
Frau Neuhaus hat es spannungstechnisch drauf - keine Frage. Im Vergleich zu den Vorgängerbänden fehlte mir aber irgendwie das gewisse Etwas. Dem Wust an Personen wird sie mit Hilfe eines Personenregisters Herr und diese Fülle ist auch nicht das eigentliche Problem. Mich störten teilweise eher die Motive der Personen. Auch kam meines Erachtens die Handlung etwas ins Schleppen weil sich die Ermittler immer mehr verstrickten.
Fazit: Definitiv empfehlenswert aber nicht ihr bestes Werk.
Zitat: "Ich war früher viel zu naiv und glaubte erst an das Gute im Menschen. Aber hinter freundlichen Fassaden gähnt manchmal ein finsterer Abgrund aus Niedertracht und Selbstsucht."
Rezensionen von rainbowly:
Völlig zwiegespalten
Und nebenan warten die Sterne von Nelson Spielman Lori
Erster Satz
Wenn dich etwas aufhält, bleib stehen.
Fakten
Autor: Lori Nelson Spielman
Verlag: Fischer Krüger
Erscheinungsdatum: 29.09.2016
Genre: Roman
Seiten: 384
Inhalt
Erika ist erfolgreiche Maklerin und verausgabt sich völlig für ihre Karriere - bis ihre Tochter Kirsten in ein Zugunglück verwickelt wird.
Erst vergräbt sie sich weiter in ihrer Arbeit, doch als ihre zweite Tochter Annie sich auf den Weg macht ihre Schwester zu suchen, bemerkt sie langsam, dass es Zeit ist etwas in ihrem Leben zu verändern.
Gestaltung
Das Cover ist wirklich sehr schön gestaltet. Die Farben sind auffällig, aber auch harmonisch aufeinander abgestimmt. Die Blüte hebt sich durch glänzendes Material vom matten Untergrund ab. Im Inneren des Buchumschlags findet man alle "Weisheiten des Lebens", die im Buch vorkommen - sehr schön! Besonders gut gefällt mir, dass man anhand des Covers sofort auf die Autorin schließen kann und das Buch toll zu den anderen Büchern der Autorin im Regal passt.
Den Titel finde ich sehr schön, allerdings erschließt sich mir der Zusammenhang zur Geschichte nicht wirklich.
Den Klappentext finde ich nicht besonders gut. Es werden Dinge angesprochen, die so nicht stimmen, wichtige Entwicklungen schon vor weggenommen und Gefühle vermittelt, dir in der Geschichte nicht rüber kamen.
Sprache
Das Buch wechselt zwischen der Perspektive von Erika und der von Annie. Erika erzählt in der Ich-Perspektive. Annies Gedanken erfährt man aus der Er-Perspektive. Dadurch betrachtet man Annie aus einem gewissen Abstand, während man sich bei Erika mehr in ihre Gedanken eingeschlossen fühlt. Trotzdem konnte ich mich in Annie besser hineinversetzen. Erikas Entscheidungen und Gedankengänge waren mir meist viel zu plötzlich und schwer nachvollziehbar.
Charaktere
Erika ist eine Karrierefrau, doch im Laufe der Geschichte stellt sie sich ihrer Vergangenheit und verändert sich merklich. Doch mir war diese Entwicklung zu sprunghaft und nicht so richtig nachzuvollziehen. Was brachte den Wandel? Wieso geht die Veränderung plötzlich so leicht? Ohne, dass sie sich mit jemandem ausspricht? Dafür hat Annie für mich eine tolle Entwicklung durchgemacht. Sie ist von einem anhänglichen, selbst zweifelnden Kind zur selbstständigen, starken Frau geworden und hat dabei ihre guten Charakterzüge wie Mitleid und Fürsorge nicht verloren.
Fazit
Es fällt mir wirklich schwer dieses Buch zu bewerten. Es ist eine tolle Geschichte, sie hat mich gut unterhalten, aber einfach nicht mitgerissen. Irgendetwas fehlte. Der eigentlich so emotionale Verlust eines Kindes kam bei mir überhaupt nicht an. Die Lebensweisheiten fand ich toll, aber warum verändern sie die Charaktere jetzt, obwohl sie die Sprüche doch schon ihr Leben lang kennen? Mir hat absolut die Kommunikation zwischen den Charakteren gefehlt.
Es ist echt schade. Der Schreibstil von Frau Spielman ist klasse und ich bin nur so über die Seiten geflogen. Doch die Geschichte an sich konnte mich nicht mitreißen.
Rezensionen von Sabina Haslinger:
eine spannende Geschichte mit Märchenbezügen
Schneeflockensommer von Barbara Schinko
Das Buch Schneeflockensommer hat mich gar nicht ausgelassen, sobald ich Zeit hatte hab ich gelesen, 2mal auch bis spät in die Nacht, ein wirklich gutes Buch, dass spannend bleibt und wenn möglich in einem durch bis zum Schluss gelesen werden will.
Gut Verpackt ist darin die Geschichte der Marie, die von zu Hause wegläuft und dabei im Wald bei Berta Unterschlupf findet.
Berta, die als Hexe im nahen Dorf verschriehen ist... Schon bald lernt sie Linus den Wirts-Sohn kennen und "Rapunzel" die für Märchen und Sagen schwärmt... so kommt es auch, dass immer wieder Querverbindungen zu Märchen/Sagen hergestellt werden und sich diese Geschichte auch märchenhaft am Ende auflöst und trotzdem nicht gelöst ist...
Ein spannendes Buch für Jugendliche und Erwachsene - mir hat es sehr gefallen!!!
Rezensionen von Gaby 2707:
Verfehlungen in Südfrankreich
Rabenschwarzer Winter von Georget Philippe
In der Vorweihnachtszeit muss sich Lieutnant Gilles Sebag der Tatsache stellen, dass seine Frau Claire ihn mit einem Lehrerkollegen betrügt. Zutiefst verletzte versucht er seine Verzweiflung in Whisky zu ertränken. Auch in seiner Dienststelle, dem kleinen Kommissariat in Perpignan lässt ihn dieses Thema nicht los.
Ein Mann, der seine Tat gesteht, hat seine untreue Ehefrau nach ihrer mittäglichen Verfehlung im Hotelzimmer erschossen. Irgendetwas scheint aber an diesem Geständnis nicht zu stimmen. Als sich ein Mann vom Balkon stürzt und ein anderer sich in seinem Haus zusammen mit seiner Lebensgefährtin in die Luft sprengen will, müssen er und seine Kollegen Francois Menard, Jacques Molina und Julie Sadet ran. Lange finden sie keinen Zugang zu den Fällen, die doch zusammenzuhängen scheinen. Bis der entscheidende Hinweis von Thierry Lambert kommt.
Der Krimi lässt sich leicht und flüssig lesen. Durch das langatmige Eintauchen in Gilles Sebags Privatleben allerdings gerät die Spannung, die langsam aufgebaut wird, immer wieder in seichteres Fahrwasser. Und bei mir hat sich eine gewisse Langeweile eingeschlichen. Durch die vielen Dialoge zwischen den Ermittlern bin ich auf der anderen Seite voll in die Polizeiarbeit eingebunden.
Die Protagonisten haben sich durch die bildhaften Beschreibungen, ihre Eigenheiten und ihr privates Umfeld, das mir hier und da etwas zu viel war, bald in meinen Gedanken festgesetzt.
Die Geschichte ist gut aufgebaut und wird schlüssig gelöst. Alle meine Fragen, die sich beim Lesen angesammelt hatten, werden beantwortet.
In ganz knappen Kapiteln wird jemand vorgestellt, der sich The Eye nennt. Seine Rache hat erst begonnen. Er scheint von Hass getrieben, muss sich in Geduld üben, hat ein gutes Gedächtnis und eine gute Intuition. Ansonsten gibt es vorerst nur vage Erklärungen, die erst zum Schluss zu einem Ermittlungsergebnis führen.
Die Beschreibungen von langen Stränden, Obstplantagen, Weingärten und Artischockenfeldern lassen farbige Bilder in meinem Kopf entstehen.
Trotz einiger kleiner Unzulänglichkeiten hat mich das Buch gut unterhalten. Die ersten beiden Fälle von Gilles Sebag und seiner Mannschaft werde ich bestimmt auch noch lesen.
Rezensionen von rewa:
Mein neues Leben
Rabenschwarzer Winter von Georget Philippe
In dem autobiografischen Roman ,,23312 Alles im Leben hat zwei Seiten´´ von Rafael Haslauer, kann man als Leser tief in die Gedanken und in das Leben des Autors blicken, der als Gefangener in einem serbischen Gefängnis landete, nachdem er 15 kg Marihuana aus dem Kosovo nach Österreich geschmuggelt hatte.
Was kann man zu so einem Roman eigentlich sagen? Wenn man ihn gelesen hat, sehr viel. Der Autor lässt einen tief in seine Seele eindringen und lädt den Leser ein auf eine emotionale Reise in seine dunkle Vergangenheit.
Intensiv und ohne Effekthascherei erzählt Rafael Haslauer, wie er in diese verheerende Situation geraten ist. Besonders zu spüren war, wie viel Kraft er von seiner Familie und Freunden bekommen hat, was sicherlich nicht alltäglich ist.
Offen und ehrlich kritisiert er sich auch selbst ob seiner Naivität, wie man sich das Leben scheinbar leichter und besser machen kann. Tabu Themen wie Alkohol, Kokain, Drogenkonsum? greift der Autor immer wieder auf und lässt einem als Leser nur erahnen, wie schnell und offensichtlich auch leicht, man vom falschen Weg abkommen kann.
Es ist wie ein Teufelskreislauf aus dem viele Menschen nicht heraus können- Job Verlust, familiäre Probleme, mit sich selbst unzufrieden?. und schon scheint ein Ausweg gefunden zu sein.
Im Gefängnis hat dann das Leben von Rafael Haslauer einen neuen Stellenwert bekommen. Einfache Hofgänge werden zu einer willkommenen Abwechslung im Alltag. Nachdenken, über das bisherige Leben und die ständige Frage nach dem ,, Warum´´. Menschenunwürdige Bedingungen und die ständige Angst vor dem Ungewissen lassen ihn das Leben von einer anderen Seite sehen. Dass ein Menschenleben nichts wert ist, hat er schmerzhaft mit erleben müssen. Plötzlich auch zu wissen, dass das Leben da ,,draußen´´ ohne ihn weiter geht. Berührend in dem Buch sind die Momente, wo die Familie und Freunde den beschwerlichen Weg auf sich nehmen um ihn zu besuchen. Das Wissen, dass jemand da ist der trotz großer Dummheit, die er begangen hat zu ihm hält, ist ein großer Trost. Aber auch Lebensratgeber spielen für ihn in dieser Zeit eine große Rolle.
Das Buch lebt von vielen persönlichen Gedanken des Autors und er spart auch nicht mit Selbstkritik. Interessant sind aber auch die Ausführungen bezüglich Alkohol, Marihuana, Kokain?.. wo man sicher noch mehr Aufklärungsarbeit leisten kann. Deshalb war es bei der Leserunde bei lovelybooks.de immer spannend, auch heikle Themen anzusprechen und Fragen zu stellen, die der Autor jederzeit beantwortet hat.
Rezensionen von AngiF:
Seifenblasen
Das Nest von Cynthia D'Aprix Sweeney
Die vier Geschwister Jack, Leo, Melody und Bea, der Familie Plumb sollen ihr Erbe in einigen Monaten antreten, nämlich dann, wenn die Jüngste von ihnen ihren 40. Geburtstag feiert. Der Vater hatte einen Fond errichtet und ihn durch einen zur Familie gehörenden Anwalt verwalten lassen. Es hatte sich über die Jahre ein ordentliches Vermögen angehäuft.
Das Erbe wird von den Geschwistern ?Das Nest? genannt, denn alle spekulieren seit Jahren darauf es zu erhalten und ihre Lebensziele damit erlangen und vervollständigen zu können. Es ist quasi ihr Sprungtuch in ein besseres Leben. Alle von ihnen haben das Geld verplant, ohne es bisher zu besitzen. Doch leichtsinnigerweise gerät Leo in große Schwierigkeiten. Er bittet die Mutter den Fond für ihn anzuzapfen. Getrieben von ihrem zweiten Ehemann, der sich um seinen guten Ruf ängstigt, lässt sie sich überreden. Doch wie gehen die anderen Geschwister damit um, dass ihr Erbe eventuell verloren ist und können die vier es vielleicht doch noch retten, wenn sie gemeinsam kämpfen?
Die Autorin Cynthia D'Aprix Sweeney hat mit ihrem Werk ?Das Nest? eine wunderbare und großartige Familiensaga im Stile von ?Das Hotel New Hampshire? erschaffen, eben eine Familiengeschichte, wie wir sie in Blockbustern lieben und dort am ehesten als Dramedy bezeichnen würden. Sie fährt gewaltige Emotionen auf, Liebe, verletzte Eitelkeiten, Missgunst, Mitgefühl, alles ist dabei. Sie erzählt ihre Story manchmal mit Melancholie, dann wieder humorvoll mit einem gewissen Touch von Situationskomik, Ironie, Zynismus und immer wieder voller Liebe. Cynthia D'Aprix Sweeney verwendet eine schöne, moderne Sprache und ihre Dialoge sind fließend und harmonisch. Schon nach den ersten Seiten ist man in der Geschichte drin und möchte wissen, wie sie enden wird. Die Autroin fängt mich als Leserin ein, hält mich und nimmt mich mit wie auf einer Reise durch das Leben der Familie Plumb.
Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Leser von eminenten Familiengeschichten werden das Buch lieben und ganz sicher verschlingen wollen, genau die richtige Lektüre für ein tristes Novemberwochenende.
Rezensionen von bettina e:
Mir hat es gefallen
Das Nest von Cynthia D'Aprix Sweeney
Vielleicht nicht für jeden, aber doch faszinierend.
Überlegungen vor dem Selbstmord.
http://www.kuppitsch.at/list?back=&xid=9275150
Rezensionen von Baerbel82:
Sodom und Gomorrha im Taunus
Im Wald von Neuhaus Nele
Endlich ein neuer Fall für Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Sander, früher Kirchhoff vom K11 in Hofheim. Oliver muss sich um seine Tochter Sophia kümmern, weil seine Exfrau sich mal wieder im Ausland aufhält, als er zu einem Brand gerufen wird. Im Wald ist ein Wohnwagen explodiert und dabei kam ein Mann ums Leben.
Mordbrand oder Brandmord? Pia, die inzwischen ihren Zoodirektor geheiratet hat, übernimmt?
Nele Neuhaus geht gleich in medias res: Irgendetwas Furchtbares ist geschehen in Ruppertshain im August des Jahres 1972. ?Im Wald? ist Olivers bisher persönlichster Fall. Denn auch die Spuren im hier und jetzt führen nach ?Ruppsch?, wie die Einwohner ihr Dorf liebevoll nennen, wo Oliver aufgewachsen ist und alle kennt. ?Im Wald? ist wieder im Taunus verortet. Mit viel Lokalkolorit, einer Prise hessischer Mundart und einer besonderen Thematik.
Danach wird in einem Hospiz die alte Rosie ermordet, der der Wohnwagen gehörte. Schnell ist klar, dass die Morde mit dem Verschwinden von Olivers bestem Freund Artur vor 40 Jahren zu tun haben. Russlanddeutsche, die aus der damaligen Sowjetunion eingewandert waren. Als kurz darauf auch noch der Dorfpfarrer tot aufgefunden wird, bekommen Oliver und sein Team alle Hände voll zu tun?
?Im Wald? ist bereits der 8. Fall für das sympathische Ermittlerduo Oliver und Pia und überzeugt mit einem ausgefeilten Plot sowie einem gruseligen Setting. Eine extrem tiefenscharfe und nicht selten bissige Milieu-Beobachtung. Klassische Verbrecher finden sich hier nicht. Das Schändliche verbirgt sich hinter wohlfeiler Fassade. Auch mit Gesellschaftskritik spart die Autorin nicht.
Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängerromanen. So baut man schnell eine Bindung auf, ohne das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Über das Wiedersehen mit Oliver und Pia habe ich mich sehr gefreut. Auch Tariq, der Neue, ist mir sofort ans Herz gewachsen. Denn er ist clever.
Selbst, wenn der Leser der Polizei immer einen Schritt voraus ist, wird dennoch Spannung aufgebaut. Eine Geschichte mit vielen überraschenden und unerwarteten Wendungen und einem intensiven Spannungsbogen. Erst ganz am Ende wird alles schlüssig aufgelöst. Eine abgründige, nicht zu brutale Geschichte, die sich zudem flott und flüssig lesen lässt.
Fazit: Lug und Trug im Taunus. Dunkel, böse und unheimlich unterhaltsam!







