Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Volker Moser:
'Alfred' - der Krimiheld im Liebesroman oder umgekehrt?
Der Staubleser von Josef Brainin
Das Thema und die Person mit Ihrem Hang zu alten Dingen und deren Seelen machten mich neugierig. Der Autor des Romans ergeht sich in nicht unwitzigen, oft geistreichen, gut zu lesenden Formulierungen. Man findet eine Fülle akribischer, detailreiche Beschreibungen diversester Situationen und kann die Szenerie förmlich riechen.
Im Laufe der Lektüre bemerkt der geneigte Leser, dass sich das Spannungsböglein vom Liebesroman zum Krimi verbiegen will. Nicht ganz mühelos hangelt man sich zwischen Klischees der sogenannten Wiener Gesellschaft von Seite zu Seite und bemerkt, dass zwar das Buch, nicht jedoch die Geschichte aus ist - der verwirrte Leser stellt das Buch zum Staubfangen ins Regal. Eigentlich ein bisschen Schade - denn mit Sprache umgehen kann der Autor in der Tat!
Rezensionen von Lisa Pflanzl:
Kurzum: 'Der Staubleser' hat mir nicht gefallen.
Der Staubleser von Josef Brainin
Ohne Frage ist die Handlung interessant, doch an der Ausführung mangelt es gewaltig.
Bei Brainins Wortwahl drängt sich mir als Leser der Verdacht auf, dass der Autor krampfhaft versucht, sprachlich zu brillieren, was allerdings nicht so recht gelingen will und darauf hinausläuft, dass seine Sätze konstruiert und verschachtelt erscheinen.
Dadurch verliert man schnell den Faden in einer Geschichte, die, wie erwähnt, Potenzial gehabt hätte. Und die Lust daran, gemeinsam mit dem Protagonist im Staub zu lesen.
Schade!
Rezensionen von Raziel:
Nette abwechslung
Fürchtet euch; Bd.19443 von Cash Wiley
Eine kleine Gemeinde die sich an einen Prediger hängt der angeblich von Jesus dazu auserkoren wurde die Menschen von ihren Süden zu reinigen und zu heilen. Von einem Prediger der eine Vergangenheit hat die niemand kennt und wenn sie davon wissen würden ihn auch vielleicht gar nicht als Prediger hochleben lassen würden.
Es würde vielleicht alles nicht so schlimm sein, würde in einer Sonntagabendmesse nicht der kleine Stump (Christoper Hall) ums Leben kommen.
Nun bekommen wir das Buch von drei verschiedenen Personen erzählt. Jess Hall der kleine Bruder von Stump, Sheriff Clem Barefield und Adelaide Layle, einer älteren Dame die viel weiß aber auch viel für sich behält.
Alles sehr mysteriös aufgebaut aber leider nicht stabil genug. Erst wird viel wert auf diese ?Gemeinde? gelegt aber davon entfernt man sich dann doch recht fix und landet in einem Familiendrama.
Es gab aber auch Passagen die mich zum nachdenken angeregt haben und es dadurch nicht wirklich langweilig wurde und man trotzdem wissen wollte wie die ganze Sache nun endet.
Das Ende war leider etwas enttäuschen in der Hinsicht was nun wirklich mit Stump passiert ist. Das hätte noch ausgebaut werden können.
Cover gut gestaltet und passend. Schreibstil gut und flüssig zu lesen.
Alles in allem eine leichte Lektüre die man zwischendrin gut lesen konnte aber eben etwas die Höhepunkte fehlten.
Rezensionen von Markus Renk:
Bruno mein Held
Femme fatale; Bd.5 von Walker Martin
Die Bücher von Martin Walker sind nicht nur spannend und mit einem guten Plot versehen, sondern bringen einem die einzigartige Landschaft, aber auch die kulinarischen Genüsse der Region näher. Im neuesten Fall, mit dem charmanten Chefermittler Bruno, geht es um Schwarze Messen, aber auch um das "älteste Gewerbe der Welt".
Spannend wie immer und bis zum Schluss mit Überraschungen gespickt! Kann ich nur empfehlen!!!
Rezensionen von Hirsch Barbara:
Schade, eine wirklich gute Idee wurde leider mit Mitteln umgesetzt, die dem Thema nicht gerecht werden konnten.
Der Staubleser von Josef Brainin
Angesiedelt in Wien beschreibt der Autor einen Berufsstand – den Antiquitätenhandel – mit dem teils zwielichtigen Hintergrund, der wohl auch in der Realität ähnlich mitschwingt. Artur, der Protagonist mit eigener jüdischer Vergangenheit, wird mit seiner Liebe zu seinem Beruf und seiner Berufung – in verblassenden Leben anderer Menschen deren Geschichten und Spuren zu lesen, sich darauf einzulassen und diese aufzulösen – beschrieben.
Leider wird er unklar und verwirrend dargestellt. Sein Zugang zu seinem Beruf, die Beschreibung seiner eigenen Geschichte und Lehre, passen nicht mit seinem Alter von 44 Jahren und seiner Lebensform zusammen. Es gibt zu viele Brüche und Unwahrscheinlichkeiten, die die Geschichte nur schwer in Fluss kommen lassen. Sie wirkt abgehackt und irgendwie zu lose aneinander gereiht und die sich entwickelnde Dynamik wirkt platt. In meinen Augen passt die Welt des Antiquitätenhandels, und wie sie der Autor durchaus stimmig und nachvollziehbar beschreibt, überhaupt nicht mit den abgehackten Sequenzen und Sprüngen überein. Die langjährige berufliche Tätigkeit des Autors im IT Bereich scheint sich zu sehr in den Aufbau und die Abhandlung des Inhaltes eingeschlichen zu haben. Für mich passt dieser Stil wenig mit dem interessanten und wichtigen Thema zusammen und nimmt dem Buch viel von seinem Reiz – schade!
Rezensionen von Alexandra Clementschitsch:
Verstaubt sind nicht nur die Antiquitäten - verstaubt ist auch dieses Buch.
Der Staubleser von Josef Brainin
Ein Protagonist, viele Nebendarsteller, zu viele Nebendarsteller. Eine Handlung reiht sich an die nächste und doch kommt keine Spannung, kein Schwung in das Buch. Man leidet nicht mit, man fühlt nicht mit, es findet sich kein Weg durch den Staub.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Alexandra ClementschitschRezensionen von Andrée Feyertag:
Es wird viel Staub aufgewirbelt!
Der Staubleser von Josef Brainin
Nachdem man die erste Staubschicht weggewischt hat, kommen interessante Geschichten zutage. Der Autor hat einiges eingepackt, wobei gerade das Hauptthema sehr wichtig ist, einmal thematisiert zu werden. Die Geschichte ist unterhaltsam und leicht im Liegestuhl zu lesen. Es ist in einzelnen Szenen sehr sprachwitzig, manchmal ein wenig überladen.
Rezensionen von mruppert@edu.uni-klu.ac.at:
Armes Kind, morgen ist alles wieder gut...!?
Die Farbe des Schmerzes von Harald Schwinger
„Ein Vogel flog am Fenster vorbei, warf seinen Flügelschatten kurz an die Wand gegenüber. Ein aufgeschreckter Vogel schlug an die Scheibe, und er erzählte mir von Alexander. Hugin und Munin, die Raben Odins, die jeden Tag aus Wallhalla fliegen, am Abend zurückkehren, sich auf Odins Schulter setzen und ihm in die Ohren flüstern, was sie gesehen haben.
And I try to harmonize with songs the lonesome sparrow sings. Vögel sind dort. Ich höre sie. Ich bin an diesem Ort. Verloren. Wörter wie Vögel, sie fliegen und fliegen und fliegen fort. Er hält den Kopf gesenkt, sieht aber aus dem Augenwinkel, dass die Möwen gefährlich nahe kommen. Flavias Tauben flogen auf, und sie sah ihnen in Richtung Himmel hinterher. Es gab einen Vogel, der jedesmal schrie, wenn Freunde für immer auseinander gingen (…). Richard Speck warf Vögel in den Ventilator. Was für Vögel und was für Bäume, fragte sie sich abwesend. Sie spricht sanft wie eine Vogelfeder. Schwer zu sagen, ob der Vogel die Totenwache stellte oder die Müllabfuhr. Zwischen den Vogelschatten entdeckte ich eine Gestalt am anderen Ende des düsteren Raumes. In der folgenden Stille landete eine Taube und trippelte nach links davon.“
Schon die Aneinanderreihung der Zitate an den Kapitelanfängen gibt einen Vorgeschmack auf den Inhalt des Buches. Suchen Sie keine Logik darin, lassen Sie sich einfach darauf ein und lesen Sie mit „Die Farbe des Schmerzes“ eine dunkel-violette Geschichte des Verrats, einen Entwicklungsroman schauriger Dimensionen des Alltags. Menschen, die man leichthin als durchschnittlich einordnen wollte, werden zu Vollstreckern ihrer Ängste. Scheinbare Kleinigkeiten bringen ungeahntes Aggressionspotential zum Überlaufen, es verklebt sich in den kleinsten Ritzen des Daseins. Wie Blutegel verbeißen sich Gewalt in der Familie, Alkoholsucht und die Wut enttäuschter Liebe in die persönlichen Schutzzonen der Figuren und saugen das Gute aus ihren Leibern und Seelen, das Böse kann ungehindert in den Köpfen und Körpern wuchern.
Harald Schwinger komponierte die Handlung seines neuen Romans aus einer Mischung von Horror, Schmerz und beklemmender Skurrilität und lässt den Leser aus der Vogelperspektive zusehen: „Wer nicht atmet, stirbt.“
Dem Drang, die Geschichte zu verorten, die Figuren zu positionieren, stellt der Autor Phantasienamen wie Pfrin, Lyrön, Dristin, Vrona, Fesse Mrk entgegen. Der Ordnungsdetektor sucht nach Anhaltspunkten, zeigt skandinavische Skalen, um unmittelbar wieder in südlichere Sphären zu holpern, nach Akutowai, einer Stadt am großen See, der dem Nebel permanent Nachschub liefert. Nur die Eisdecke im Winter gibt den Sonnenstrahlen die Möglichkeit, die Menschen dort zu erreichen und für wenige Wochen als Wärme des Himmels in die Gassen zu kriechen. Wir gehen ein Stück mit Pfrin, dem kleinen Jungen, der die Fesseln häuslicher Gewalt nicht abstreifen kann und die erlebten Aggressionen an seine Umwelt weitergibt, wie Steinwürfe aus blätterrauschender Deckung. Er verlässt seinen Geburtsort, versucht die Vergangenheit abzustreifen …„Akutowai gab ihm das Gefühl, unsichtbar zu sein, und der Dunst machte auch die anderen unsichtbar oder zumindest nicht so greifbar.“ Der Verrat nimmt seinen unaufhaltsamen Verlauf, als Kettenreaktion blutigen Ausmaßes. Die Lebenslinien der Figuren verknoten sich in verhängnisvoller Manier und werden gordisch gelöst.
Das Geschehen gewinnt nach den ersten hundert Seiten zunehmend an Tempo, das Ende ist in all der behäbigen, grausamen Ausweglosigkeit fulminant und es bleibt zu bedenken: „Wer behauptet, die Wahrheit sei besser als das Ungewisse, hat nichts verstanden.“
Das Poetische, unter anderem in der Schilderung der malerischen Entladung gehörter Gefühle, zeugt von wohltuend handwerklicher Fertigkeit des Autors und unterscheidet diesen Roman von plänkelnder Brachialunterhaltung, wie wir sie in anderen sogenannten Kriminalromanen österreichischer Provenienz, deren Hype wohl unerklärlich bleibt, allzu oft finden. Der kleine Logikbruch in der meteorologischen Entwicklung des Himmels über Akutowai (S. 61), der befreit vom Nebel letztendlich doch sommerliche Sonnenhitze auf den fischmanischen Ederim niederknallen lässt, kann als dramaturgischer Effekt durchgehen. Bei so viel Gewalt verzieht sich sogar der Nebel zur unpassenden Zeit.
Wenn es denn sein muss, eine Genrezuordnung zu machen, dann kann man den neuen, insgesamt zweiten Roman von Harald Schwinger, erschienen in der gediegen schönen Aufmachung der Edition Meerauge, als Unterhaltungsliteratur zwischen Kriminalgeschichte, Horrorfragment und Alltagsphantasie kategorisieren. Gute Unterhaltungsliteratur! Die auf jeder Seite mitschwingende Gesellschaftskritik, und zwar an der Gesellschaft im Hier und Jetzt, macht diesen Roman zu einem beachtenswerten Stück Lesestoff. Das Bizarre der Handlung und ihrer Protagonisten kann die Realitätsnähe der Ereignisse nicht endgültig tilgen. Nach dem Zuklappen des Buchs verbleibt ein seltsames Gefühl der Betroffenheit, das Wissen, dass keine Chance besteht, die Dinge einfach als reine Fiktion beiseite zu schieben. Also, achten Sie auf die schrägen Vögel in Ihrem Umfeld und bitte füttern Sie sie nicht!
Rezensionen von HEYN Leserunde Manfred Angerer:
Insgesamt eine ansprechende und kurzweilige Unterhaltungslektüre, bestens geeignet für unbeschwertes Lesen am Strand, im Zug, an einem verregneten Wochenende oder als niveauvolle Alltagsbegleitung.
Der Staubleser von Josef Brainin
Eines derjenigen Bücher, welches ich in einem Satz durchgelesen habe. Ausgezeichnet für mich ist die Sprache und phasenweise der Sprachwitz. Schon aus diesem Grund ist dieses Buch besonders lesenswert.
Der Handlungsbogen ist sehr phantasievoll, hat in mir so manche „Aha-Eindrücke“ ausgelöst (ich war oft überrascht, welche Wendungen Josef Bainin in der Story eingefallen sind), erweckt aber ab und zu den Eindruck, nicht immer lebensnah zu sein und gleitet einige male ins „Kitschige“ ab.
Ob dies vom Autor gewollt ist oder nicht, sei dahingestellt.
Eine gute Geschichte, Großteils sehr ansprechend, „elegant wienerisch“ geschrieben, viele Überraschungsmomente und eine Story, die Verständnis für das „Lesen im/des Staub/es“ erweckt. Insgesamt eine ansprechende und kurzweilige Unterhaltungslektüre, bestens geeignet für unbeschwertes Lesen am Strand, im Zug, an einem verregneten Wochenende oder als niveauvolle Alltagsbegleitung.
Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:
Die zum Teil abgehobene Sprache ist (...) gewöhnungsbedürftig.
Der Staubleser von Josef Brainin
Die wunderbare Welt des Antiquitätenhändlers Alfred wird auf ungewöhnliche Weise erzählt. Zwischen Barock, Biedermeier und Jugendstil sinniert er über seine jahrelang trainierte Kunst des Staubspurenlesens. Er weiss, dass wertvolle Möbel, Bilder oder Gegenstände ihre eigene Aura haben und Stimmen, die nur er versteht.
Seine heile Welt beginnt zu schwanken, als er sich auf eine Affäre mit Mutter und Tochter aus gehobenen Kreisen einlässt, und gerät vollends aus den Angeln, als er für die reiche Amerikanerin Betty ein Bild, das ihrer Familie während des Krieges von den Nazis geraubt wurde, wiederbeschaffen soll. Das gelingt ihm auch, doch findet er sich in einem Wirbel von Diebstahl, Bedrohung und Antisemitismus wieder, aus dem ihm die grosszügige Amerikanerin hilft, indem sie Teilhaberin seines neuen Geschäftes wird. Die zum Teil abgehobene Sprache ist allerdings gewöhnungsbedurftig.





