Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Arachnophobia:
Nicht sommerlich genug
Brausepulverherz von Leonie Lastella
Zuerst einmal: Das Cover hat mir sehr gut gefallen und hebt sich auch angenehm von der Masse der Covergestaltungen in diesem Genre ab mit der Silhouette der beiden Liebenden. Der Sonnenuntergang und das Meer lassen sofort Urlaubsstimmung aufkommen. Leider konnte das Buch selbst meine diesbezüglichen Erwartungen an den Inhalt nicht zu 100% erfüllen.
Das Setting stimmte von Anfang an. Die Beschreibung des italienischen Dörfchens, das Dolce Vita - alles durchweg zu meiner vollen Zufriedenheit. Man fühlte sich fast immer ans Meer und in den Urlaub versetzt.
Am Schreibstil habe ich bis auf die Tatsache, dass sich die Autorin nicht zwischen den Schreibweisen "Kathi" und "Kathie" entscheiden konnte, nichts auszusetzen. Der passte für meinen Geschmack sehr gut zum Genre, zum Setting und auch zu den Protagonisten. Grundsätzlich ließ sich das Buch flott weglesen... Meine Probleme, weshalb ich mich dann doch oft motivieren und aufraffen musste, um das Buch wieder in die Hand zu nehmen, waren anderer Natur.
Da wären nämlich vor allem die Protagonisten. An sich machten Jiara und Milo am Anfang keine schlechte Figur und das Buch steuerte auf die Richtung zu, die ich erwartet hab: Rettungslos verknallt, ein wenig Hin und Her - und dann hoffentlich ein Happy End.
Dieses Hin-und-Her war irgendwann aber leider ganz gar anstrengend. Die Dame und der Herr sind einfach nicht damit zu Potte gekommen, was sie denn jetzt bitteschön wollen. Ein Schwung Selbstzweifel, bisschen Bockigkeit, generell Planlosigkeit... grundsätzlich jetzt nicht die schlechtesten Gründe, die Geschichte ein wenig spannend zu machen und nicht gleich nach 100 Seiten mit einem ordentlichen Techtelmechtel zu beenden! Aber leider zog sich dadurch einerseits die Geschichte irgendwann (meiner Meinung nach) unnötig in die Länge und spätestens im letzten Drittel verloren beide Protagonisten dann so viele Sympathiepunkte, dass ich sie am liebsten geschüttelt hätte.
Der Schluss passt für mich dann wieder und war rund und prima... aber der Weg dorthin war dann leider nicht locker und fluffig genug, wie ich es mir erwartet und erhofft hatte.
Letztendlich also gute drei Sterne :)
Rezensionen von Krimine:
Eine erschreckend düstere Reise in die Vergangenheit
Die Anatomie des Teufels von Llobregat Jordi
Im April 1988 erhält der junge Lateinorofessor Daniel Amat die Nachricht, dass sein Vater in Barcelona verstorben ist. Ohne zu zögern fährt er dorthin und muss erfahren, dass die Leiche des beliebten Arztes aus den dunklen Wassern des Port Vell gefischt worden ist und die Umstände seines Todes überaus seltsam sind.
Zur gleichen Zeit steht in Barcelona die Eröffnung der ersten Weltausstellung an. Und während alle Kräfte damit beschäftigt sind, die letzten Arbeiten fertigzustellen, geht in der Stadt ein perfider Mörder um. Bereits mehrere junge Frauen sind ihm zum Opfer gefallen und wurden Tage nach ihrem Verschwinden mit gewaltigen Bisswunden und fehlenden Körperteilen aufgefunden. Doch erst als Daniel das mysteriöse Tagebuch seines Vaters entdeckt, wird klar, dass viel mehr hinter dem Tod des Vaters steckt und hinter dessen Bemühen, die Frauenmorde aufzuklären.
?Die Anatomie des Teufels? ist ein spannender Historienthriller, der in der spanischen Metropole Barcelona spielt, zu einer Zeit, als die industrielle Entwicklung einen riesigen Aufschwung nahm und der kulturelle Fortschritt boomte. Während die Bürger der Stadt unter Krankheiten wie Tuberkulose, Typhus und Malaria litten, machten sich die Großen und Mächtigen daran, mit bemerkenswerten Bauten und einer gigantischen Ausstellung ihren Wohlstand zu präsentieren. In dieser von großen Gegensätzen geprägten Epoche siedelt der spanische Debütautor Jordi Llobregat die Handlung seines Thrillers an und lässt vor der Kulisse einer sich rasant entwickelnden Stadt einen skrupellosen Mörder sein grausames Werk verrichten. Warum er das tut, ahnt der Leser schon bald und doch wird er in den Sog von Ereignissen gezogen, die gleichermaßen mysteriös und erschreckend sind.
Erstaunlich ruhig und mit vielen historischen Details wird die Geschichte von den wahnwitzigen Ideen eines Mannes erzählt, der dem Schicksal ein Schnippchen schlagen will. Doch er ist nicht der Einzige, der seine Pläne mit großem Nachdruck verfolgt. Auch der Journalist Don Bernat Fleixa, der dem junge Lateinprofessor Daniel Amat bei seiner Suche nach dem Mörder hilfreich zur Seite steht, setzt alles daran, aus seinem ergaunerten Wissen Kapital zu schlagen. Figuren, die wunderbar lebensecht und in ihren Handlungsweisen dermaßen nachvollziehbar geraten sind, dass der Leser sie regelrecht vor sich sieht. Hinzu kommen eine Atmosphäre, die düster und unheimlich in Erscheinung tritt und ein Handlungsverlauf, der vor rätselhaften Geheimnissen, unlauterem Verrat und verbotene Leidenschaften nur so strotzt.
Fazit:
In ?Die Anatomie des Teufels? begibt sich der Leser auf eine erschreckend düstere Reise in die Vergangenheit, wo er einen tiefen Einblick in die krankhaften Fantasien eines Psychopathen erhält. Fesselnd geschrieben und mit einem faszinierenden Einblick in das frühere Barcelona versehen, überzeugt der Thriller auf der ganzen Linie.
Rezensionen von susanne.pichler@gmx.at:
Es war einmal in London
Dunkelsprung Vielleicht kein Märchen von Swann Leonie
"Dunkelsprung" von Leonie Swann ist ein fantastisches, unglaubliches, alle Grenzen sprengendes Buch. Angesiedelt ist es und ist es auch wieder nicht im heutigen London; die britische Metropole wird nebst Menschen von allerlei seltsamen Geschöpfen bevölkert, die die Grenzen von nüchterner Rationalität und üblichen Zeitlinien aufheben.
Eine der Hauptfiguren des Romans, mit dem die ganze Geschichte beginnt, ist Julius Birdwell, ein erfolgreicher Goldschmied und begnadeter Flohzirkusdirektor. Star seiner Flohtruppe ist Lazarus Dunkelsprung, ein talentierter Albinofloh, der auch titelgebend fungiert. Doch Julius ist auch der Nachfahre einer Dynastie von Einbrecherkönigen. Da er allen krummen Touren abgeschworen hat, flüchtet er eines Tages überhastet vor einem kleinen Ganoven, der seine Dienst benötigen würde. Doch die übereilte Flucht und eine eiskalte Aprilnacht führen scheinbar zum Tod der Flöhe. Dieses Unglück löst eine wahre Kettenreaktion aus und stellt Julius' ruhiges Leben völlig auf den Kopf.
Er trifft nun in rascher Folge auf die seltsamsten Figuren: einen Privatdetektiv, der ganz offensichtlich selbst große Probleme hat, einen Vergessenstherapeuten, einen Magier, der scheinbar keine optischen Tricks benötigt, eine junge Dame, die unter einer grünen Mütze Hörner verbirgt und eine Meerjungfrau. Bei der Meerjungfrau ist sich allerdings Julius nicht so ganz sicher, wie weit sein Verstand noch funktioniert. Eine liebenswürdige ältere Dame, eben jene seltsamen Wesen und ein Legulas runden das außergewöhnliche Ensemble ab, das Leonie Swann auftreten lässt.
Leonie Swann erzählt gleich mehrere Geschichten in "Dunkelsprung", die sich mehr und mehr ineinander verweben und Kapitel für Kapitel erhält man mehr Klarheit. Julius Birdwell muss London verlassen und begibt sich mit seinen neuen Verbündeten auf eine Reise nach Yorkshire. Dabei entpuppen sich scheinbare Verfolger als unerwartete Helfer.
Es ist praktisch unmöglich "Dunkelsprung" kurz zusammenzufassen. Jedes Wort, jeder Satz hat seine ganz spezielle Bedeutung. Auch der Schreibstil von Leonie Swann ist ganz besonders. Ihre Sätze sind reich an Adjektiven, reich an Bildern, übersprudelnd an Einfällen, Details und Spielereien.
Sie schafft es auch perfekt, die Handlung auf einer feinen Linie zwischen Realität und Fantasie zu balancieren. In einem Augenblick hat man noch das Gefühl am Regent's Canal entlang zu gehen, im nächsten Moment trifft man auf die absonderlichsten Geschöpfe, die eben nicht zu einem normalen Frühlingstag in London gehören.
Alles in allem hat mich "Dunkelsprung" verzaubert und ich hoffe sehr, dass Leonie Swann, wie angedeutet, noch mehr über Julius Birdwell und seine Freunde erzählen wird.
Rezensionen von Gaby 2707:
Spannung und Fantasy liebevoll vereint
Ewig dein - Deathline von Clark Janet
Josie O´Leary ist 16, die Schulferien beginnen und sie freut sich auf ein paar Tage Auszeit mit ihren Freunden Dana und Gabriel. Beim Stadtfest in Angels Keep begegnet ihr beim Bullenreiter ein junger Mann mit grünen Augen ? und sie ist fasziniert.
Zusammen mit ihrem Bruder Patrick und ihrem Vater lebt sie auf einer Pferderanch.
Ihre Mutter ist bei einem Unfall vor einem Jahr ums Lebens gekommen. Macht ihr Vater einen Greeny dafür verantwortlich? Oder warum ist er nicht begeistert, als der junge Jowama Ray, der Josie den Kopf verdreht hat, auf der Ranch anheuert. Josie ist hin und weg, ahnt aber nicht, dass der Sommer alles andere als entspannt werden wird. Noch ahnt sie nichts von Rays Geheimnis.
Als es dann in Angels Keep und auch auf der Farm zu mysteriösen Zwischenfällen kommt, häufen sich die Fragen nach dem Warum?
Janet Clark´s Bücher habe ich bisher alle verschlungen und war nun sehr gespannt auf den ersten Band der neuen Jugendbuchreihe ?Ewig Dein ? Deathline?. Obwohl ich Ü60 bin, habe ich es nicht bereut mal wieder ein Jugendbuch gelesen zu haben. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten freue ich mich jetzt sogar auf Band 2.
Josie hat sich mit ihrer zupackenden Art sofort in mein Herz geschlichen. Ein Mädel wie sie hätte bestimmt jede Mutter gerne als Tochter. Als sie Ray kennenlernt und sich in sie verliebt, fand ich es sehr traurig, dass sie keine Mutter mehr hat, mit der sie über ihre erste Liebe reden kann. Aber sie hat ja zwei ganz tolle Freunde an ihrer Seite. Dana und Gabriel, die füreinander durch´s Feuer gehen würden und die immer füreinander da sind ? wie die drei Musketiere. Als die Köchin der Ranch ausfällt, springen die Beiden sofort ein und nehmen Josie einiges von ihrer Last ab.
Als mit dem sehr gut aussehenden Ray, der mir anfangs zu unnahbar und geheimnisvoll war, etwas Mystik und Übersinnliches in die Geschichte kam, hat sich bei mir immer wieder mal der Verstand gemeldet - ?das kann so nicht sein?. Aber im Laufe des Lesens bin ich immer besser in die Gesamtgeschichte hinein gekommen und habe mich auch auf das Übersinnliche einlassen können, bis es irgendwann einfach ?normal? war. Von Ray´s Geheimnis war ich dann doch sehr überrascht und gespannt, wo das wohl sowohl für ihn als auch für Josie hinführt.
Die Geschichte liest sich flüssig und leicht und ich habe mich einfach hinein ziehen lassen. Obwohl einige Fragen offen bleiben ? sie werden bestimmt in Band 2 gelöst werden ? hat sich das meiste für mich schlüssig aufgelöst und erklärt.
Wer ein märchenhafte Geschichte mit sehr realistischem Touch lesen mag, der ist hier genau richtig. Spannung, Mystik, eine Liebesgeschichte und eine Pferderanch ? Janet Clark lässt besonders für junge Leser keine Wünsche offen. Ich freue mich schon sehr auf Band 2 um zu erfahren, wie es mit Josie, ihren Freunden und in Angels Keep weiter geht!
Rezensionen von Krimine:
Ein packender fünfter Fall
Abgeblockt von Harlan Coben
Die erfolgreiche Basketballspielerin Brenda Slaughter wird mit dem Tod bedroht. Doch anstatt bei ihrem Vater und Manager den nötigen Halt zu finden, ist dieser verschwunden und niemand weiß, ob er für Brendas Misere verantwortlich ist. Ein schwieriger Fall, den der Sportagent und versierte Privatermittler Myron Bolitar übernimmt, der selbst einmal ein berühmter Sportler war.
Und während er versucht, Brenda vor den Anfeindungen dubioser Geschäftemacher zu beschützen, gerät auch er in höchste Gefahr und muss erkennen, dass die Vergangenheit längst nicht vergessen ist.
?Abgeblockt? ist der fünfte Einsatz für den einstigen Basketballstar Myron Bolitar, der nach einer schweren Knieverletzungen seine Profikarriere beenden musste. Nach einem abgeschlossenen Jurastudium und einigen Jahren beim FBI, ist er inzwischen Inhaber eines eigenen Unternehmens, das er mit der tatkräftigen Unterstützung seiner Assistentin, der Ex-Wrestlerin Esperanza Diaz führt. Deshalb wundert es auch nicht, dass diese mit aller Macht seine Partnerin werden will und immer mehr Druck auf ihren Chef ausübt. Aber nicht nur Esperanzas Forderungen machen Myron schwer zu schaffen. Auch sein neuer Fall verlangt ihm Einiges ab, vor allem, weil sich der flapsige Sportagent zu allem Unglück auch noch in seine Klientin verliebt.
Voll gepackt mit obskuren Gestalten und verbrecherischen Ambitionen weiß der im Sortmilieu spielende Thriller des Bestsellerautors Harlan Coben spannend zu unterhalten, während er gleichzeitig eine gewisse Ironie in sich birgt. Denn der Sprüche klopfende Ex-Sportler Myron Bolitar glänzt nicht nur mit einer gut funktionierenden Agentur, sondern auch mit einem messerscharfen Verstand und einer Coolness, die eher gespielt, als tatsächlich vorhanden ist. Eine sympathische Hauptfigur neben der sein langjähriger Freund, der Anlageberater Win und die zu beschützende Brenda Slaughter ausreichend Chancen erhalten, um auch ihre Vorzüge gewinnbringend ausspielen zu können. Doch trotz manchem amüsanten Schlagabtausch und dem Vorhandensein tiefer gehender Gefühle, geht es auch in Myrons neuem Auftrag wieder knallhart zur Sache.
Fazit:
Ein packender Thriller mit vielen Verstrickungen, einem unvorhersehbaren Fall, lebendigen Figuren und einem Wortwitz, der wunderbar unterhaltsam ist.
Rezensionen von manu63:
Der letzte Gefangene
Heliosphere 2265 - Band 27: Der letzte Gefangene (Science Fiction) von Andreas Suchanek
Der letzte Gefangene lautet der Titel des 27 Bandes der Heliosphere 2265 Reihe des Autors Andreas Suchanek. In diesem Band dürfen wir Leser Captain Cross und sein Team auf ihrer Mission begleiten in der sie das Kampfgebiet des ersten Angriffes der Ash'Gul'Kon auf den ersten menschlichen Staat erkunden sollen.
Wie gewohnt geht dabei nicht alles glatt und Cross und sein Team kommen den Ash'Gul'Kon und Tess näher als gewünscht.
In gewohnt guter Manier führt der Autor den Leser durch die Geschichte und lässt durch unvorhersehbare Wendungen das Schicksal immer wieder zuschlagen. Durch die Einblicke in die Gedankengänge der Protagonisten erhält man ein gutes Bild über das Geschehen und kann vieles gut einordnen. Der Schreibstil ist flüssig und ohne komplizierte Vierschachtelungen und die Spannung bleibt während der gesamten Geschichte erhalten. Die Auswirkungen der Ereignisse lassen sich schwer voraussehen, umso verblüffender sind die Winkelzüge mit den der Autor seine Charaktere immer wieder aus kniffeligen Situationen befreit. Gut finde ich auch die Überschriften der Abschnitte mit denen ich als Leser immer gut weiß wo und wann ich mich gerade in der Geschichte befinde. Dieser Band endet mit einem Paukenschlag, der eine Figur wieder ins Spiel bringt mit der ich nicht gerechnet habe.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein spannender historischer Familienroman
Das Haus der schönen Dinge von Heidi Rehn
Für den jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl und seine schöne Frau Thea geht im Mai 1897 ein Traum in Erfüllung. Sie eröffnen ihr eigenes Kaufhaus in München am Rindermarkt. Ein Haus voller ausgesuchter und nicht alltäglicher Waren erwartet täglich die Kundschaft. Die Konkurrenz schläft nicht, kommt jedoch an den Einfallsreichtum besonders von Thea nicht heran.
Da die beiden Söhne Benno und Joseph sich nicht für das Führen eines solchen Hauses eignen oder andere Pläne haben, sich Tochter Lilith aber von klein an für das Haus der schönen Dige begeistert, übernimmt sie 1920 die Leitung des Hauses. Die Familie, besonders Jakob, der sich zuerst als Münchner, dann als Bayer und erst dann als Jude betrachtete, muss in den Kriegsjahren erkennen, dass dies nicht so ist. Zum Leidwesen aller wenden sich nicht nur gut Freunde von der Familie ab, sondern auch die Kundschaft greift nur noch zu, wenn es etwas umsonst oder zu plündern gibt...
Heidi Rehn hat, was mir sehr gut gefällt, die Sprache absolut der Zeit angepasst. Wer kennt heute noch Galanteriewaren oder lebt unter dem Dachjuchhe. Ein ausführliches Glossar am Ende des Buches erklärt die damaligen Begriffe. So werde ich hineingezogen in eine Zeit vor 120 Jahren, in die Geschichte einer jüdischen Familie, die so oder so ähnlich bestimmt irgendwo stattgefunden hat. Ich erlebe den glanzvollen Aufstieg, aber auch den Niedergang einer Familie, die ich bald ins Herz geschlossen habe.
Mir als Münchnerin gefällt es besonders, wenn ich bei den Spaziergängen von Jakob oder Lily dabei bin und vieles in meiner Stadt wiedererkenne. Ich fühle mich so richtig zuhause in der Geschichte. Das Kaufhaus Beck z.B. gibt es heute noch. Auf einem kleinen Stadtplan auf der hinteren Umschlagseite sehe ich die Anordnung der konkurrierenden Kaufhäuser zu der damaligen Zeit. Leider nimmt auch die unrühmliche Zeit unserer Geschichte einen großen Teil der Geschichte in Anspruch. Fast höre ich das Gestampfe der strammen SS-Recken auf dem Pflaster vor dem Kaufhaus, höre die großen Scheiben zerbersten. Die Familie Hirschvogl muss um ihre Existenz bangen.
Die Personen sind alle sehr gut ausgearbeitet, haben ihre großen und kleinen Macken, Fehler und Stärken, wirken authentisch und lebensecht. Ich habe meine Sympathien und Antipathien schnell vergeben, aber auch mal revidieren müssen.
Das Haus der schönen Dinge ist ein gelungener Roman über eine Familie in drei Generationen zwischen 1897 und 1952; eine unterhaltsame, spannende, emotionale Familiengeschichte, die ich jedem ans Herz legen möchte.
Rezensionen von Gaby 2707:
Spannende irische Geschichten
Das Haus der schönen Dinge von Heidi Rehn
Hauptkommissar Michel Tischler aus Nürnberg besucht im Rahmen des deutsch-irischen Austauschprogrammes seinen Kollegen und Freund Daniel Cerigh in Cork. Gleich am ersten Tag gibt es für Cerigh und Tischler den ersten Fall. Im Schloss Blackrock Castle wurde ein Toter gefunden. Als die Kommissare eintreffen ist die Leiche verschwunden und taucht plötzlich im Innenhof wieder auf.
Wie kam sie dorthin? Schlag auf Schlag haben die Kommissare zu tun und es tun sich viele Fragen auf, die aber schnell gelöst werden können.
Warum wurde Victoria Delany in ihrem Hotelzimmer erschossen? Wohin und warum ist eine junge Frau nach einer Party verschwunden? Wer ist die junge Studentin, die erschossen auf dem Rasen am Campus liegt? Was hat es mit dem toten Boxer bei dem Charity-Boxkampf auf sich? Und warum mussten 2 junge russische Prostituierte sterben?
Und bei soviel aufregenden Fällen braucht man immer wieder ein Guinness.
Trotz der vielen aufzuklärenden Fälle haben Michael und Daniel Zeit, sich Land, Leute und Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Diese werden sehr anschaulich in kurzen Kapiteln direkt an den jeweils behandelten Fall beschrieben und erklärt. Ich bekomme einen kleinen Ausblick über die irische Geschichte, erfahre einiges über typisch irische Instrumente, über den Umgang der Iren mit dem Tod, über den Links- und Rechtsverkehr, über Ginster, Pubs und die dort zu bekommenden Getränke, die Piratin Grace O´Malley, irische Symbole und vieles mehr, und vor allem die irische Küche mit vielen Rezepten.
Ich fand es sehr interessant, nicht nur die vielen verschiedenen Fälle aufzuklären. Besonders haben mir die Einblicke ins irische Leben, die Getränkekultur und die Küche gefallen. Man merkt, dass die Autorin etliche Monate in diesem tollen Land gelebt hat, und sie versteht es, ihre Erfahrungen in diesem Buch auszudrücken.
Eine spannende Lektüre mit 17 verschiedenen Kriminalfällen, die gleichzeitig Lust macht, Irland und im besonderen Cork einmal zu besuchen. Beim Lesen war ich sehr gerne dort.
Rezensionen von rewa:
Ein aufregendes Leben- einer mutigen Frau
Die Rebellin von Ursula Hauser
,, Die Rebellin`` - Ein Leben für Frieden und Gerechtigkeit. Die autobiografische Geschichte über Ursula Hauser wurde von Tanja Polli geschrieben und entführt den Leser in eine beindruckende, spannende und emotionale Lebensgeschichte.
1946 geboren, erlebte Ursula eine glückliche Kindheit. Ihr Wunsch anderen zu helfen und gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen, lag ihr schon immer im Blut.
Als sie im Lehrerseminar schwanger wurde und ihre Mutter Ursula zu einer Abtreibung riet, beeinflusste diese schwerwiegende Entscheidung ihr ganzes Leben. Von diesem Zeitpunkt an reiste sie in viele Länder um anderen zu helfen. Egal ob sie in New Orleans schwarze Kinder unterrichtete oder in Harlem den ärmsten und schwächsten der Gesellschaft half, immer stand für sie die Gerechtigkeit im Vordergrund. Die Rassentrennung in Kapstadt konnte sie genauso wenig akzeptieren wie die Tatsache in ihrer Heimatstadt Zürich, dass man Kindern der Unterschicht keine Chance geben wollte für eine optimale Schulbildung. Ihre unkonventionellen Lernmethoden, waren zwar bei der Obrigkeit nicht beliebt, aber der Erfolg gab ihr schließlich Recht. Als Psychoanalytikerin in Psychodrama ausgebildet gelang es ihr in vielen Ländern der Welt wie in Nicaragua, Kuba oder El Salvador vor allem traumatisierte Frauen, die oft als Widerstandskämpferinnen gelebt haben, vergewaltigt und misshandelt wurden, zu unterstützen und zu helfen.
Als Antonio, ihr Ehemann, der ebenfalls unter Folter und Misshandlungen jahrelang gelitten hatte, nach 16 Jahren Ehe stirbt, setzte sie trotzdem unermüdlich und mit Hilfe vieler Freunde und Psychoanalytikern auf der ganzen Welt ihre Projekte weiterhin fort. Der Wunsch nach Gerechtigkeit und Frieden sind nicht nur Schlagworte für Ursula Hauser, sondern sie sind für sie zu ihrer Lebensphilosophie geworden.
Ich kann die Biographie von Ursula Hauser kaum in richtige Worte fassen, da sie mich zu tiefst bewegt hat. Wenn man das Cover betrachtet sieht man eine fröhliche und gutgelaunte Frau über 70 Jahren. Wenn man ihre Lebensgeschichte gelesen hat, von all den schweren Schicksalsschlägen erfährt und die schrecklichen Bilder vor Augen hat, über die in dem Buch erzählt werden, dann ist es kaum zu glauben, dass Ursula Hauser die Frau auf dem Bild ist, über die in dem Buch erzählt wird.
Mutig und immer auf der Seite der Schwächsten, hatte sie es nicht leicht ihren Weg zu finden und diesen auch zu gehen. Die Biographie klingt so unglaublich wenn man bedenkt, wie jung sie war, als sie das erste Mal ihre Heimat Zürich verlassen hatte um in die große weite Welt zu reisen. Ob bei Demonstrationen, Revolutionen oder als Therapeutin für Widerstandskämpferinnen, immer war Ursula Hauser, auch unter Einsatz ihres Lebens, zur Stelle. Als politisch engagierter Mensch war und ist es für sie nach wie vor wichtig, auf Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen. Und das bewusst machen, dass für viele unserer Wohlstandsgüter Menschen in anderen Ländern dafür ausgebeutet werden. Eine bewundernswerte Frau, der ich einfach nur meinen Respekt zollen kann.
Rezensionen von LadyIceTea:
Wieder eine wunderbare Fortsetzung
Zitrönchen von Maria Durand
Bruschettino, der kleine schwarze Hengst, erobert ein Herz nach dem anderen und wird schnell Zitrönchens bester Freund. Aber darf er bleiben? Mücke bringt Kimba, Omas neuen Rasenmäher, gerade noch rechtzeitig zurück in den Stall, bevor das totale Schneechaos ausbricht. Es fällt so viel Schnee, dass sogar die Schule ausfällt.
Doch die Freude darüber währt nicht lang, denn schon am ersten schulfreien Tag stürzt Seba und bricht sich ein Bein. Nun ist guter Rat teuer, denn wer versorgt jetzt die Pferde und kümmert sich um die Reitanlage? Als Luis einen alten Pferdeschlitten aus Sebas Scheune hervorkramt, ist das vielleicht die Lösung aller Probleme? Und wer ist eigentlich dieser Bent, der zusammen mit Oma und den anderen ein kleines Unternehmen gründet, das jedoch nicht immer ganz nach Plan verläuft?
Ich bin durch mein Alter eigentlich nicht die passende Zielgruppe für die ?Zitrönchen?-Reihe aber ich liebe diese Bücher! Ich habe die ersten drei Teile verschlungen und mich wie auf einer Zeitreise zurück in meine Reitstallzeit gefühlt und auch dieser Teil hat sich nahtlos eingereiht und mich wieder bis über beide Ohren grinsen lassen.
Maria Durand ist ihrem Schreibstil treu geblieben. Sie schreibt kindgerecht aber nicht zu kindlich, so dass auch ältere Leser ihren Spaß daran haben.
Wir treffen in diesem vierten Band alle unsere bekannten und geliebten Figuren wieder und lernen sogar jemand neuen kennen.
Es gibt wieder ein paar kleine Streitereien, viele Schmetterlinge die in den Bäuchen Kapriolen tanzen und eine riesen Menge gute Ideen. Die Autorin schreibt dabei so authentisch, dass sie das Ganze eigentlich nur selber früher am Stall erlebt haben kann.
Die Pferdesprache die verwendet wird und auch der Reiterslang stimmen einfach und sind nicht wie in manch anderen Pferdebüchern total überspitzt oder falsch.
Hier stimmt einfach alles.
Auch die Geschichte ist dieses Mal wieder eine tolle Mischung aus Spannung, Abenteuer, Spaß und Freundschaft.
Ich liebe diese Bücher und freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil.










