Kunden em pfehlungen
Rezensionen von angelique.sauerbrey@gmx.de:
Kulinarischer Krimi
Letzte Ernte von Tom Hillenbrand
In diesem Jahr hat der ehemaligen Sternekoch Xavier Kieffer es geschafft einen Stand auf dem Schueberfouer, dem luxemburgischen Oktoberfest, zu bekommen. Er will dort Backfisch und Gromperekichelchen verkaufen, normalerweise kocht Xavier in seinem Lokal "Deux Eglises" heimische Kost.
Am ersten Abend findet im Zelt eine Schlägerei statt, bei dem ein vermeintlich Betrunkener von zwei bulligen Typen verfolgt wird.
Dieser verliert im Zelt einen Schlüsselbund mit einer Keycard. Bei der Streiterei werden Xavier und seine Freundin Valérie Gabin, eine bekannte Gastrokritikerin verletzt.
Am nächsten Morgen wird unter der Rouder Bréck ein Mann gefunden, der in der Nacht vermutlich Selbstmord begannen hat. Xavier erkennt in ihm den Betrunkenen vom Vorabend.
Die Keycard ist heiß begehrt und Xavier und Valérie befinden sich plötzlich im Visier zwielichtiger Gestalten. Die Keycard beinhaltet Codes, die die Börsenwelt auf den Kopf stellen kann. Sie darf auf keinen Fall in die falschen Hände geraten.
Dies ist mein erstes Buch von Tom Hillenbrand und sein Schreibstil gefällt mir sehr gut. Ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen, da sofort in die Geschehnisse hineingeworfen wird.
Der Autor beschreibt die Ereignisse und seine Protagonisten mit sehr viel Gefühl und lässt bei mir gleich ganz viele Bilder in meinem Kopf auftauchen. Die luxemburgische Mundart ist nicht immer leicht zu lesen, aber wenn ich mir die Sätze laut vorlese, verstehe ich den Zusammenhang. Dies macht das Buch so lebensnah, in meiner Umwelt wird ja auch nicht nur Hochdeutsch gesprochen.
Die Umgebung ist sehr detailgetreu und anschaulich beschrieben worden, ich kann mir die Absperrungen der Rouder Bréck und das Lokal "Deux Eglises" sehr gut vorstellen. Die beschriebenen Träume waren sehr realistisch und ich konnte die Angst von Xavier spüren.
Beim Zubereiten der Speisen lieft mir das Wasser im Mund zusammen, schade ist nur, dass es keine Rezepte in diesem Buch gibt.
Dieses Buch ist eine gute Mischung aus kulinarischen Ereignissen und großer Spannung und ich kann es jedem weiterempfehlen, der kulinarische Krimis mag.
Auf jeden Fall werde ich die beiden Vorgängerbücher noch lesen.
Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:
Gedächtnisverlust als Chance !
Der Mann, der seine Frau vergaß von OFarrell John
Für Jack ist sein plötzlicher Gedächtnisverlust die große Chance, sich von all jenen schlechten Gewohnheiten zu trennen, die sein Leben in ein Fiasko verwandelt haben. Er kann nicht verstehen, warum er sich von der Frau, in die er sich sofort verliebt hat, scheiden lassen soll. Deshalb unternimmt er alles, um ihr zu zeigen, dass es den alten Jack nicht mehr gibt.
Was ich mitnehme: Könnten wir uns wie Fremde betrachten, wäre es leichter, all unsere schlechten Eigenschaften zu erkennen und loszulassen.
Mit ruhigem Gewissen kann ich diese gemütliche Sommerlektüre empfehlen!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:
Ein humoriger Roman mit einer zündenden Grundidee
Der Mann, der seine Frau vergaß von OFarrell John
John O`Farrell nimmt eine Alltagsgeschichte, die es unzählige Male gibt, und jedem Leser und jeder Leserin in unterschiedlichen Variationen zumindest bekannt vorkommt. Dies mischt der Autor mit der Idee einer psychischen Erkrankung als Problemlösungsstrategie in ausweglos erscheinenden Überforderungssituationen.
Auch diese Variante einer dissoziativen Fugue - Flucht aus einem bedrängten, mühsamen Alltag - mag wohl in vielen Köpfen schon mal vorgekommen sein. Gewürzt wird diese Mischung mit einer wunderbaren Portion englischem Comedy Humor und findet mit einem Manifest für die glückende Familie ein hübsches Ende.
Diese Zutaten lassen den Roman zu einer leichten, heiteren Leselektüre werden und verzeihen Unebenheiten im Erzählstrang ebenso, wie die schon früh erahnbare Lösung.
Rezensionen von Helu:
Auf Spurensuche...
Ihren Spuren folgen von Franz Troyer
In 19 Kapiteln begibt sich der Innsbrucker Pfarrer auf Spurensuche. Er sucht nach den Spuren, die bekannte und weniger bekannte Gestalten in der Bibel hinterlassen haben und fragt nach deren Bedeutung für Menschen der Gegenwart. Die zentrale Frage lautet: Inwieweit können uns die Wege dieser biblischen Figuren konkret in bestimmten Situationen zu einem helfenden Begleiter werden?
Die Auswahl der Figuren ist fast durchgängig nachvollziehbar.
V.a. die alttestamentlichen Gestalten (von Adam und Eva über Mose bis hin zu Rafael) sind allesamt bekannt. Die neutestamentlichen Charaktere sind nicht ganz einheitlich, mischen sich doch mit den Korinthern und den Philippern ganze Gruppen, mit Markus ein möglicher Verfasser und mit der Bergpredigt ein Text unter Personen wie Maria, Jesus, Petrus oder Andreas.
So vielseitig die Figuren, so verschieden auch die Bereiche, in denen uns diese Hilfestellungen geben sollen: sich dem Burnout stellen, Hoffnung verkünden, beten und arbeiten, oder auch Freude teilen, um nur einige zu nennen. Die Beziehungen, die Troyer zwischen biblischer Figur und dem, was man von dieser lernen kann, herstellt, sind allesamt schlüssig. Ist der Autor zwar promovierter Theologe, beschränkt er wissenschaftliche Fragestellungen auf das Nötigste. Nur dort, wo formale oder historisch-kritische Beobachtungen etwas zur spezifischen Thematik beitragen, werden sie in verständlicher Sprache vorgestellt.
Im Bereich der neutestamentlichen Gestalten entsteht vermehrt der Eindruck, dass die Ausführungen sehr stark von Bibelkursen (von denen viele Eindrücke geschildert werden) beeinflusst wurden. Dies zeigt sich an einer zunehmenden Zahl von Impuls-Fragen, die die Leser des Buches zum Nachdenken anregen können. Dieser Eindruck wird bestätigt durch manche Punkte, die nur angerissen werden. Hier würde man sich eine weitere Vertiefung wünschen, die in den Bibelkursen vermutlich gegeben worden ist (z.B. die Ausführungen zur lectio divina innerhalb der Ausführungen zu Mk 9,2-10).
Das Buch ist wohl in erster Linie im persönlich-spirituellen Bereich zu empfehlen. Schließlich bringt sich der Autor auch sehr häufig mit eigenen Gedanken, Wünschen und Eindrücken ein (?Ich denke??; ?Ich bin überzeugt??; ?Ich frage mich manchmal??; ?Mich fasziniert?? uvm.), was dem Ganzen eine sehr persönliche Note verleiht. Die Thematik legt auch eine gut portionierte Lektüre nahe - ein Buch, das man von vorne bis hinten in einem durchliest, ist es sicher nicht.
Das Vorhaben, biblische Gestalten und ihre Eigenheiten für die Menschen des 21. Jahrhunderts zum Sprechen zu bringen, ist Franz Troyer zweifelsohne geglückt. Wer ihn kennt, entdeckt seine Handschrift auf jeder Seite. Als Meditations-Buch für den eigenen Gebrauch, wie auch als Fundgrube für bibelpastorale Aufgaben, ist der besprochene Band sicher eine Bereicherung.
Rezensionen von Helu:
Gelungene Mischung
Der Wolfgangweg von Peter Pfarl
Eine gute Mischung ist dem Autor und Hobby-Pilger Peter Pfarl bei dem vorliegenden Pilgerführer gelungen. Eine Mischung, die Hintergrundinformationen über den Heiligen Wolfgang, eine Fußweg- und eine Fahrradroute zum Wolfgangsee sowie viele Hinweise auf landschaftliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten entlang des Weges zusammenbringt und zu einem runden Ganzen werden lässt.
Am Beginn stehen Biographie, Legenden, Wallfahrt und Wunder des Heiligen Wolfgang. Hier erklärt sich der Weg vom Ort der Grabstätte (Regensburg) hin nach St. Wolfgang, das seit jeher weitaus bedeutender und größer ist, was die Verehrung des Heiligen angeht. In diesem ersten Teil fällt das Kapitel zu den anderen Wolfgangsorten sowohl wegen seiner sprachlichen und inhaltlichen Schwächen auf. Da hier fast nur aufgezählt wird, hätte man es sich entweder komplett sparen können, oder eben erweitern müssen ? schließlich möchte der Leser zum Beispiel, da er auf ein ?Sauhaxenopfer? in Fratres (S.30) hingewiesen wird, auch wissen, was es damit auf sich hat.
Es folgt die Beschreibung des Wolfgang-Pilgerwegs für solche, die sich zu Fuß auf den Weg machen. Nach grundsätzlichen knappen Tipps zum Fußpilgern (für einen völlig unerfahrenen sind diese vermutlich zu wenig ausführlich), folgt die Beschreibung der jeweiligen Etappen, die zwischen 17 und 37 km liegen. Die Beschreibungen sind zunächst sehr pragmatisch: Neben der letzten Gelegenheit für längere Zeit, die Wasservorräte aufzufüllen, stehen vor allem Wegbeschreibungen oder Hinweise auf Wegweiser. Zusätzlich werden Informationen über die Orte, ihre Baudenkmäler (v.a. Kirchen) und die Landschaften gegeben. So erfährt man vieles über die Ausstattung der Kirchen und Legenden aus dem Leben Wolfgangs, die mit bestimmten Orten in Verbindung gebracht werden. Besonders informativ sind die farbig unterlegten Kästchen, die auf Höhepunkte an der Strecke hinweisen. Immer wieder empfiehlt der Autor Routen abseits der Verkehrsstraßen, auch wenn damit teilweise Umwege verbunden sind.
In gleicher Weise wird der Fahrradweg beschrieben, der abgesehen von Start- und Zielpunkt erst ab Mattighofen mit dem Fußweg identisch ist.
Der kritische Leser mag sich an mancher Formulierung etwas stoßen (?Nachdem sich weitere Wunder ereignet hatten [...]?, S.32; ?Er gehört zu einer Kirche, die wegen eines Hostienfrevels erbaut wurde [...]?, S. 94), jedoch muss man das Format und das Profil des Autors berücksichtigen.
Als einer, der von der Wallfahrt und seiner Heimat fasziniert ist, möchte er das Pilgern auf einem ?der großen Wege der Welt?, den er als ?ein Stück abendländischer Kulturgeschichte? (S.32) beschreibt, wiederbeleben und dazu ermuntern. In den Texten wird diese Leidenschaft sehr deutlich erfahrbar, z.B. wenn er bei der Landschaft, die Richtung Wolfgangsee immer schöner wird, regelrecht ins Schwärmen gerät.
Auf diese Weise kann der Pilgerführer ein hilfreicher Begleiter werden für jene, die sich auf den Weg nach St. Wolfgang am Wolfgangsee machen und dabei die Mischung aus Pilgern, Landschaften und Kulturdenkmälern erfahren wollen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Ewa Wiercinska :
John O?Farrel gelingt es nicht die Spannung zwischen Erinnern und Vergessen geschickt auszunutzen
Der Mann, der seine Frau vergaß von OFarrell John
Die Geschichte wurde aus der Sicht eines von Midlife-Crisis betroffenen Jack Vaughan erzählt. Sein Gehirn hat die Reset-Taste gedrückt und zack erleidet er eine retrograde Amnesie bei der seine Vergangenheit betroffen ist. Er ist langsam mit dem Leben von 'Ex-Ich' konfrontiert und ist sooo erschrocken, dass er feststellt, mein Gedächtnisverlust ist vielleicht das Beste, was mir je passiert ist.
Aber sein Herz erinnert sich an etwas, was sein Kopf vergessen hat und ??? ..lesen Sie selber!
Ein Märchen, wie aus einem ?bloßen Nörgler, innerlich gealtertem, geistig fettem und unbeweglichem Mann?, ein liebvoller Vater und Ehemann geworden ist. Aber Wunder passieren wie Cees Nooteboom sagt ?die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will?.
Rezensionen von Harald Schellander:
Für sehr heiße Sommertage, immerhin...
Der Mann, der seine Frau vergaß von OFarrell John
Ob es an der deutschen Übersetzung liegt, dass die an und für sich witzige Geschichte über den Mann, der seine Frau vergaß, mittendrin in Plattheit und Langeweile abrutscht? Dabei haben das Romanpersonal und seine Marotten das Zeug zum Pointenfeuerwerk. Seitenweise gelingen John O'Farrell zum Schreien komische Slapstickszenen.
Doch erst gegen Schluss nimmt die Story, die auch Nachdenkliches für verheiratete und geschiedene Paare bietet, wieder Fahrt auf. Immerhin geeignet für sehr heiße Sommertage.
Rezensionen von Niklaus Zemp:
Warum gibt es dieses Buch nicht schon lange?
Zwischenhalt - authentisch leben lernen von Niklaus Zemp
Im Blick zurück auf die zwölf Kapitel liegt der Schluss nahe: Alles, was mein eigenes Leben betrifft, Gefühle, Aengste, eigene Erfahrungen in der Kindheit oder später, gesundheitliche, berufliche oder familiäre Sorgen sind irgendwo und irgendwie, mich treffend, angesprochen. Warum gibt es dieses Buch nicht schon lange? Mir persönlich wäre vieles erspart geblieben, wenn ich einen solchen Wegbegleiter vor zehn oder mehr Jahren gekannt hätte.
Aber selbst die letzte Lebensphase lässt sich dank diesem Buch wertvoller, zuversichtlicher, hoffnungsvoller und damit glücklicher gestalten.
Arnold B. Stampfli, Journalist
Rezensionen von ww@wkv.at:
Danke für das feine Buch - Klare Empfehlung
Die Farbe des Schmerzes von Harald Schwinger
Danke für das feine Buch.
Liest sich wirklich spannend wie ein Krimi und leichte Kost ist es auch nicht gerade.
Erinnert mich ein bißchen an die ersten und guten Bücher von T.C. Boyle.
Denn wie und vor allem warum zB. der nette Blutegelzüchter schlussendlich in die Geschichte eingewoben und um die Ecke gebracht wird, ist schon genial.
Klare Empfehlung also!
Rezensionen von Almut Nestelbacher, Buchhandlung HEYN, Klagenfurt:
Originelle Geschichte, zu seicht umgesetzt, als unterhaltsame Sommerlektüre gerade noch geeignet.....
Der Mann, der seine Frau vergaß von OFarrell John
Hätte sich Astrid Rosenfeld des Stoffes angenommen, so wäre daraus ein echter "Knaller" geworden. So habe ich zwar oft herzlich lachen müssen, aber stilistisch macht das Buch leider David Safiers Niveau ernsthafte Konkurrenz.
Vielleicht liegt es aber auch an der Überesetzung und das englische Original ist besser - denn völlig talentlos wird man ja auch nicht zum Spitting Image Autor.
.....
Fazit: Originelle Geschichte, zu seicht umgesetzt, als unterhaltsame Sommerlektüre ob der streckenweise gelungenen Komik aber gerade noch geeignet.....







